Viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit Menschen, dem Straßenverkehr und Alltag in Sri Lanka- Teil II

Wenn wir dann beim Surfen für die Surfbrettmiete oder auch in unserer Saftbar, wo wir regelmäßig hingehen, nicht genügend Kleingeld haben und die Menschen nicht wechseln können, haben sie schon solch ein Vertrauen in uns, dass sie sagen: Bezahlt morgen, wenn ihr wiederkommt! Das ist meines Erachtens ein großer Vertrauensbeweis.

Im Durchschnitt können hier erstaunlich viele Menschen Englisch, sowohl junge als auch alte. Das waren wir in Marokko anders gewöhnt, wo selbst junge Erwachsene der Weltsprache selbst im Hotelgewerbe nicht mächtig waren.

Zum Beispiel spricht unser Vermieter mit seiner dreijährigen Tochter regelmäßig Englisch, damit sie es früh lernt, und ihr Wortschatz ist schon erstaunlich groß. Hier wird im Tourismus am meisten Geld verdient, somit ist die Fremdsprache eine wichtige Basis.

Vor zwei Tagen war Vollmond, und viele Frauen waren in weiß gekleidet. Die Mutter unseres Vermieters ebenfalls, und sie erklärte uns, dass die Buddhisten dann zum Beten in den Tempel gehen. Da sie sich mit ihrer Enkelin auf den Weg machte, fragte sie uns, ob wir sie begleiten wollten. Das machten wir natürlich interessehalber. Und so ging ich mit ihnen barfuß in den Tempel, wo Räucherstäbchen angezündet wurden und diverse Dinge wie Blüten geopfert wurden. Jeder für sich sprach seine eigenen Gebete auf dem Boden sitzend. Von irgendwoher erschallte Musik aus Lautsprechern, so dass es nicht besonders ruhig war. Die Enkelin spielte mit ihrer Cousine und lief wie andere Kinder umher. Das war mal eine sehr besondere Erfahrung.

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Der Hinweg zum Tempel mit der Mutter und der Tochter unseres Vermieters Vasu.
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Der Tempel in Weligama

Eines Abends gingen wir noch zu einem der Obststände in Weligama, wo wir regelmäßig unsere Minibananen kaufen. Da fragte uns der Verkäufer, ob wir schon Kokoswasser der King Coconut probiert hätten. Da dies nicht der Fall war, schlug er uns eine Kokosnuss gekonnt an der oberen Seite auf, wo er zwei Strohhalme hineinsteckte. Und so konnten wir zum ersten Mal aus einer frischen Kokosnuss dieses Wunderwasser probieren. Anschließen halbierte er mit seinem Messer die Nuss, so dass wir auch noch das Fruchtfleisch essen konnten. Mal wieder ein besonderes Erlebnis für uns. Das Fleisch der Königskokosnuss ist nicht mit den Kokosnüssen, die wir so in Deutschland zu kaufen bekommen, vergleichbar. Es ist viel dünner und zarter, ingesamt weniger Inhalt, dafür aber gefüllt mit dem tollen Kokosnusswasser.

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Der Obststand bei dem wir Stammkunden waren und Sonja mit der geöffneten Kokosnuss.

Ausflug zum Yala-Nationalpark

Normalerweise steht man im Urlaub ja eher nicht so früh auf, und unser Surfen um 6 Uhr morgens sowie das damit verbundene Aufstehen um 5:30 Uhr ist jedes Mal eine Überwindung. Am heutigen Tag sollten wir bereits um 3:30 Uhr abfahren, um pünktlich zum Sonnenaufgang im Nationalpark zu sein. Also ging es bereits um 3 Uhr aus den Federn, was besonders hart ist, da die Zeitverschiebung zu Deutschland noch hinzukommt.

Nun könnte man meinen, dass wir ja während der Autofahrt hätten schlafen können, allerdings mag das für europäische Verhältnisse gelten, nicht jedoch hier in Sri Lanka, denn der Verkehr und die Fahrweise ist wirklich abenteuerlich. Nach mehreren Beinahezusammenstößen, bei Überholmanövern trotz Gegenverkehrs haben wir unseren Fahrer dazu aufgefordert, etwas zurückhaltender zu fahren, was dann auch funktioniert hat.

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Auch so kann Stau aussehen… Wasserbüffel voraus

Dennoch kamen wir nach knapp drei Stunden Fahrt rechtzeitig in Yala an und stiegen vom Toyota Prius in einen Jeep um, der uns dann in den eigentlichen Nationalpark bringen sollte. Wir hatten, wie schon bei der Bootstour, ein Fahrzeug für uns alleine. Der Fahrer war zwar recht gut im Auffinden von Tieren, allerdings konnte er nicht wirklich zwischen seinem Blickwinkel aus dem Fahrerhaus und dem der Gäste auf der deutlich erhöhten Ladefläche differenzieren, so dass er uns mehrfach vor einem Baum oder anderen Jeep parkte, ohne dass wir viel sehen konnten. Erst auf Zuruf unsererseits hat er dann die Position korrigiert.

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Manchmal waren wir auch deutlich näher dran… der Kollege scharrte schon mit den Hufen

Jedenfalls fuhren wir mit dem Jeep kreuz und quer durch den zweitgrößten Nationalpark Sri Lankas (mit einer Fläche von immerhin 1500 Quadratkilometern), immer auf der Suche nach Wasserbüffeln, Elefanten und Leoparden.

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Die Bienenfresser saßen häufig direkt an den Wegen und waren überhaupt nicht scheu.

Wasserbüffel und Elefanten haben wir mehrfach zu Gesicht bekommen, ebenso wie hunderte Vögel, darunter Reiher, Pfauen, Schwarzstörche, Pelikane sowie Bienenfresser und Warane, Krokodile, Wildschweine und mehrere Reh- und Hirscharten. Vom Leoparden haben wir eine recht frische Spur im Sand erkennen können, der Verursacher aber hatte sich gut versteckt. Es ist ohnehin faszinierend zu erleben, dass ein ausgewachsener Elefant etwa 15 Meter von einem entfernt im Gebüsch stehen kann, ohne dass man ihn wahrnimmt. Erst wenn sich der Riese bewegt und damit die Bäume und Sträucher in seiner Umgebung, hat man eine Chance. Dankbarerweise zeigte sich einer der Dickhäuter auf einer etwas freieren Fläche, so dass wir ihn in voller Pracht sehen konnten.

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Ein Elefant zeigte sich dann netterweise außerhalb des Dickichts… und der war echt groß!

Insgesamt waren wir etwa drei Stunden mit dem Jeep durch den Park unterwegs. Mehr musste dann auch wirklich nicht mehr sein, denn unsere Rücken waren von der doch recht heftigen Schaukelei ganz schön mitgenommen. Die recht sandigen Wege waren vom Wasser ausgewaschen mit teils tiefen Spurrillen, die den Jeep oft fast zum Umkippen brachten. Neben einem Gewässer direkt daneben, in dem sich Krokodile tummeln, fühlt sich das nicht besonders angenehm an. In Anbetracht der ebenfalls etwa dreistündigen Rückfahrt haben wir uns dann spontan gegen den mehr als zweistündigen Umweg nach Ella entschieden. So kamen wir noch am Nachmittag in Weligama an und konnten unsere mitgenommenen Rücken zuerst kurz im Bett liegend und dann in den warmen Fluten des Indischen Ozeans entspannen. Den Abend ließen wir dann mit einem Einkaufs- und Essengehbummel ausklingen, bevor wir hundemüde ins Bett fielen.

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Er hat sich ganz nett in Pose gestellt, aber leider ist der Einfall des Lichtes nicht ideal… das üben wir noch mal 😉
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Das Einzige, was wir von Leoparden zu Gesicht bekommen haben, war diese noch recht frische Fährte… Schade eigentlich…

Viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit Menschen, dem Straßenverkehr und Alltag in Sri Lanka- Teil I

Nun sind wir schon eine Woche hier und haben so viel erlebt, was wir auf Europas Straßen mit unserem Wohnmobil nie hätten sehen oder erleben können. Neue Düfte, Farben, Tiere, Pflanzen, Traditionen und vieles mehr.

Wie bereits erwähnt, ist der Straßenverkehr (hier herrscht Linksverkehr, was jedoch nicht so ausschlaggebend ist) viel radikaler und wuseliger als bei uns. Nachts fahren einige sogar ohne Licht, besonders auch Radfahrer, und jeder Verkehrsteilnehmer, der genügend PS hat, um seinen Vordermann zu überholen, hat immer den rechten Blinker an, da sie ständig überholen wollen, wo es irgendwie möglich ist, sogar vor Bergkuppen und uneinsehbaren Kurven. Überholen scheint hier Glücksache zu sein, unseres Erachtens ein Spiel mit dem Leben. Wir haben viele Überholmanöver gesehen, wo ein Zentimeter zu einem Crash gefehlt hätte. Oft gibt es einen Meter Ausweichspur am Rand, wo aber auch mal eine Kuh, ein Tuktuk oder ein Mensch steht, der dann eben in solchen Fällen „hätte dran glauben müssen“. Zum Glück haben wir bisher nur einen Unfall mit einem Linienbus und einem Tuktuk gesehen. Dieses lag auf der Seite. Tuktuks ziehen also meist den Kürzeren.

So haben Marc und ich beschlossen, nach zwei unserer Ausflüge, einem im Tuktuk und einem im Auto, ab jetzt nirgendwo mehr hinzufahren, weil uns die Nummer einfach zu „heiß“ im wahrsten Sinne ist. So fahren wir nur noch einmal zu unserer zweiten Unterkunft in der nächsten Woche und am Ende nach Colombo zurück zum Flughafen, was zum Größtenteil über Autobahn geht.

Jeden Morgen, wenn wir im Dunklen gegen 5.45 Uhr Richtung Surfstrand aufbrechen, gehen wir gerne am Strand entlang, da es an der Straße zu gefährlich ist. Viele freilaufende Hunde gesellen sich immer mal wieder zu uns, sind aber zum Glück harmlos, da wir beide Angst davor haben. Das zu gehende Stück zum Surfstrand ist sicher gut anderthalb Kilometer lang, und auf dem Weg liegen viele schöne, bunt bemalte Ausleger-Fischerboote am Strand, die um diese Zeit von ihren Fischern zu Wasser gelassen werden. Hier werden diese noch mit „Manpower“ ins Wasser gezogen. Dafür sind oft sechs bis acht Männer erforderlich. Bisher wurden wir jeden Morgen von den Fischern gebeten, ihnen zu helfen. Dafür lehnen wir uns mit dem Rücken an die seitlichen Querholme der Boote und schieben im Rhythmus des Taktgebers ruckweise das Boot ins Wasser. Ab und zu wird eine kurze Verschnaufpause eingelegt, weil es wirklich sehr anstrengend ist. Nach ca. 2 Minuten ist der Kraftakt dann meist beendet. Dann haben wir unser Aufwärmprogramm fürs Surfen auch schon erledigt. Wir erleben auch täglich andere Touristen, die ignorant an den Booten vorbeigehen, obwohl die Fischer sie nett fragen. Sie sind immer sehr dankbar, wenn wir ihnen geholfen haben. Und deshalb tun wir es auch immer wieder gerne, auch wenn es sehr anstrengend ist und im Rücken ein wenig schmerzt.

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Solche Boote, die auf der anderen Seite noch einen kleinen Ausleger haben, haben wir regelmäßig als Frühsport mit ins Wasser befördert.

Sri Lanka – Temperaturschock, überall und jederzeit fröhlich lächelnde Menschen, Surfen, paradiesische Palmenstrände und tolles Essen

…so könnte man es zusammenfassen. Nachdem wir nun schon einige Tage hier sind, können wir uns immer noch nicht an diese schwülheißen Temperaturen gewöhnen. Nachts können wir vor lauter Hitze und Moskitos nicht schlafen. Trotz Ventilator und Moskitonetz ist es unmöglich, die halbe Nacht liegen wir wach. Morgens um 5.30 h klingelt der Wecker, damit wir um 6 Uhr als erste beim Surfbrettverleih sind, um vor den Menschenmassen und der Hitze einige Wellen zu surfen. Tatsächlich wird es um 6 Uhr dann auch schon voll auf dem Meer. Auch das Meer hat 29 Grad, so dass es keine richtige Abkühlung bietet. Manchmal sehne ich mich nach dem kalten Atlantik und der heißen Dusche danach zum Aufwärmen. Unsere Dusche kennt hier nur die Einstellung „kalt“, was aber auch sehr relativ ist. Diese Schwüle lähmt uns hier regelrecht.

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In unserem Garten bei der Lektüre von „Der Bote“ von Sergio Bambaren

Danach bekommen wir von unserem Vermieter oder dessen Mutter ein schönes Frühstück im Garten serviert: Spiegeleier, Papayas, Minibananen, Ananas und Toast. Danach halten wir uns fast ausschließlich drinnen auf, weil es draußen zu heiß ist. Dann wird oft der fehlende Schlaf der letzten Nacht nachgeholt. Nachmittags lesen wir und gehen zur Abwechslung noch mal eine Runde im Meer schwimmen. Ein bisschen Abkühlung bringt es immerhin nachmittags, wenn der Wind auffrischt. Abends gegen 17 Uhr machen wir uns zu Fuß auf in den Ort, um ein wenig den Trubel auf den Straßen und das wuselige Leben zu beobachten. Wir schlendern an Geschäften vorbei, wo wirklich alles verkauft wird: Gewürze, Gartenstühle, Matratzen, Kleidung, Kosmetik, Baumarktartikel, Schreibwaren, etc.. Danach machen wir uns auf die Suche nach typischem Essen aus Sri Lanka. Bekannt ist vor allem das tolle Curry. Hier gibt es unzählige Varianten. Außerdem haben wir eine Saftbar von einem Schweizer in der Nachbarschaft ausfindig gemacht, wo wir schon ein paar Mal einen tollen Fruchtsaft mit Ananas, Maracuja, Papaya, Avocado, Kokosnuss und anderen Früchten frisch gemixt genossen haben. Diesen schlürfen wir dann auf der Dachterasse mit Blick aufs Meer. Gegen 18.30 h wird es dunkel, und wir gehen wieder Richtung unserer Unterkunft, um uns vor Moskitos zu schützen und den Tag mit vielen neuen Eindrücken zu verarbeiten.

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Gefüllte Reisteigtaschen, meist angenehm scharf, zum Probieren
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Verpackt waren die Teigtaschen in recyceltem Schulheftpapier mit Matheaufgaben!!!
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Heute bekamen wir Besuch von einer fünfköpfigen Affebande, die in unserem Garten durch die Bäume flogen. Echt sensationell!
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Dieses wunderschöne Schneckengehäuse haben wir früh morgens vor dem Surfen am Strand gefunden.

Sri Lanka 3: Mit dem TukTuk über die Insel

Heute sind wir bereits um 7:00 Uhr aufgestanden, was besonders schwer fiel, da wir in der Nacht ziemlich von Moskitos geärgert wurden. Jedenfalls sind wir nach dem Frühstück im Weligama Watergate Resort an die Hauptstraße gegangen, wo uns auch bereits unser Begleiter für den heutigen Tag samt seinem Sohn, der das TukTuk steuerte, erwartete. Nach etwa einer Stunde hielten wir an einer Buddha-Statue das erste Mal an. Diese Statue wurde 2005 nach dem verheerenden Tsunami errichtet und hat exakt die Höhe der damaligen Flutwelle.

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Die Buddha-Statue erinnert mit Ihrer Höhe von etwa 8 Metern an die Höhe des Tsunami vom 26. Dezember 2004, bei dem praktisch jede Familie auf Sri-Lanka Opfer zu beklagen hatte.

Einige wenige hundert Meter weiter erinnert eine riesige Gedenktafel an das größte Eisenbahnunglück der Welt, das ebenfalls mit dem Tsunami im Zusammenhang steht. Dort spülte die Welle nämlich einen Zug aus den Schienen, und dabei starben etwa 1700 Menschen.

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Der Blick aus dem TukTuk (für mich Dukduk), in dem ich mich ziemlich zusammenfalten musste, aber es ging besser als befürchtet.

An der Küstenstraße ging die für uns recht nervenaufreibende Fahrt bis zum Bentota River am gleichnamigen Ort. Dort stiegen wir in ein eigens für uns gechartertes Motorboot um und erlebten die Mangrovenlandschaft von der Wasserseite aus. Neben einigen Fischfarmen hat uns unser Bootsführer auch die Zimtherstellung demonstrieren lassen. Der Geschmack von frischem und nicht getrocknetem Zimt ist schon recht stark, macht definitiv die Nase frei. Immer wieder ging es auch tief in die Mangroven hinein. Affen haben wir leider zwar gesehen, aber sie waren recht scheu und nicht erpicht auf Fotos. Außerdem haben wir noch einen recht großen Waran und mehrere Adler gesehen. Insgesamt war die Tour über anderthalb Stunden wirklich ein Erlebnis, bei dem wir weniger Angst hatten als bei der Hinfahrt im TukTuk. Dazu muss man wissen, dass gerne auch bei Gegenverkehr überholt wird, das kennen wir ja bereits aus Portugal. Neu ist uns hingegen, dass bis zu vier Fahrzeuge gleichzeitig nebeneinander, bei teils mehrspurigem Gegenverkehr, in eine Richtung fahren und sich gegenseitig überholen. Das wir während der drei Stunden nur einen Unfall gesehen haben, grenzt an ein Wunder.

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Fototapetenmotive bei unserer Bootstour durch die Mangroven

Nach der Bootstour hielten wir auf der Rückfahrt noch an einer Schildkrötenfarm, in der verletzte Wasserschildkröten wieder aufgepäppelt werden oder die Eier der Schildkröten unter „bewachten“ Bedingungen gelagert werden, bis die kleinen Schildkröten schlüpfen. Der Inhaber kauft die Eier von den Händlern ab, die sie sonst für kleines Geld an andere Menschen verkaufen, die diese essen. Damit das Angebot auch attraktiv ist, bietet er nach eigenen Aussagen den doppelten Preis pro Ei, den es auf dem Schwarzmarkt wert wäre. In Sri Lanka ist das Verständnis für Umweltschutz und die Wichtigkeit des Erhalts von Tierarten noch nicht wirklich verbreitet, so dass das ein praktikabler Ansatz zu sein scheint.

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Wunderschöne Schildkröten gab es in der Schildkrötenfarm zu bestaunen.
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Manche Blüten sind einfach fast unwirklich schön…

Sri Lanka Tag 2: Der erste vollständige Tag in Weligama

Nach einer ersten warmen Nacht haben wir heute recht lange, nämlich bis etwa 10 Uhr Ortszeit geschlafen. Da das aber etwa 5:30 Uhr deutscher Zeit entspricht, war es dann doch wieder nicht so lange…

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserer Pension mit Ei, Bananen und Ananas sind wir zu einem Erkundungsspaziergang am Strand entlang aufgebrochen. Zuerst sind wir vom Zentrum Weligamas weg und dann in Richtung der Stadt spaziert. Vorbei an vielen bunten Fischerbooten und der ein oder anderen kleinen vorgelagerten Insel kamen wir dann an den Hauptsurfstrand, an dem sich hunderte von Surfern tummelten. Die Surfbretter gibt es dort in praktisch allen Größen und Formen zu leihen, auch wenn der Schwerpunkt ganz klar im Anfängerbereich liegt. Da die Temperaturen aber um die Mittagszeit die 30 Grad Marke erreicht haben und die Sonne erbarmungslos auf uns herab brannte, haben wir auf das Surfen erst einmal verzichtet… was nicht so schwierig war, denn wir waren beide hundemüde. Allerdings durften wir schon herausfinden, dass die Brettmiete pro Stunde sagenhafte 250 Rupien beträgt, was etwa 1,25€ entspricht. Die eigenen Bretter nicht mitzunehmen war also in jedem Fall die richtige Entscheidung.

Fischerboote mit teils interessanten Werbeanstrichen am Strand von Weligama. Das Sonja das Ende der Surfevolution darstellt, habe ich schon länger vermutet…
Es gibt wieder viele Fischerboote, auch wenn sehr viele bei der großen Tsunami an Weihnachten 2004 zerstört wurden.

Anschließend gingen wir in der Stadt noch Wasser (15 Liter) kaufen und Geld am Automaten abholen. Die Gebühren betrugen 450 Rupien, was etwa 2,25€ entspricht. Überrascht hat uns der Höchstbetrag, den man abheben konnte, da dieser einem Gegenwert von 1000€ entspricht, was in einem Land mit recht niedrigem Preisniveau eher untypisch ist.

Auf der Suche nach frischem Obst steuerten wir eine Saftbar an, die einem Schweizer gehört, der auch gerade vor Ort war und uns ein wenig über seinen Laden und die Angestellten erzählt hat. Nebenbei tranken wir noch superleckere frisch gepresste Fruchtsäfte, die wir uns selbst zusammenstellen durften. Ich entschied mich für eine Mischung aus Papaya- und Ananassaft mit einem Schuss Limone. Sonja fügte noch Kokosnuss hinzu. Der Preis von 50 Cent pro Getränk ging mehr als in Ordnung, vor allem wenn man die Arbeit bedenkt alle Früchte frisch zu öffnen und die Mixer, Gläser usw. anschließend wieder zu spülen. Es wurde außerdem streng darauf geachtet, dass nur abgepacktes Eis und Wasser verwendet wurden und nicht etwa – das für europäischen Mägen eher ungeeignete – Leitungswasser.

Sonja mit dem frischen Fruchtsaft. Im Hintergrund der einheimische Mitarbeiter und der Schweizer Besitzer. Das Obst ist nicht nur Deko, sondern wurde frisch von der Theke weg verarbeitet.

Anschließend haben wir uns ein wenig ausgeruht und Sonja wollte anschließend unbedingt noch eine Stunde surfen gehen. Ich bin mit ihr an den Surfspot spaziert und habe zugesehen, wie sie doch recht viele Wellen „erwischt“ hat, obwohl es noch einmal voller als am Morgen war. Als dann die Sonne hinter dem Horizont verschwand, wurde es sehr schnell dunkel und wir erreichten in der letzten Dämmerung unser Hostel. Die Dusche bietet nur „kaltes“ Wasser, was aber völlig ok ist, denn kalt bedeutet eben auch dabei etwa 30 Grad Celsius.

Da wir am nächsten Morgen zu einer Tour verabredet waren, ging es dann auch schnell ins Bett.

Sri Lanka wir kommen…

Nach drei sehr anstrengenden und ereignisreichen Tagen in Deutschland, die nicht nur vom Wäschewaschen, sondern auch von einigen „Bonusaktivitäten“ geprägt waren, ging es am 1. Februar gegen 16 Uhr zum Bahnhof nach Euskirchen und von dort wieder per Zug zum Flughafen über Köln nach Düsseldorf. Auch dieses Mal haben Sonjas Eltern den Taxiservice übernommen.

Überhaupt können wir extrem dankbar sein, dass wir mit unseren Eltern, Freunden und Verwandten bei unseren kurzen Aufenthalten in Deutschland immer eine wahnsinnig tolle Unterstützung erhalten, die vieles erleichtert und manches erst möglich macht. An dieser Stelle dafür ein großes Danke an alle, die uns tatkräftig unterstützen!

Obwohl wir bereits online eingecheckt hatten, war am Schalter von Emirates eine lange Schlange zur Kofferabgabe. Dennoch hatte ich wieder Glück, und die nette Dame am Schalter organisierte erneut einen Notausgangsitzplatz für mich, diesmal allerdings ohne Sonja in meiner Nähe für den Flug von Düsseldorf nach Dubai. Zum ersten Mal flogen wir dabei auch im A380, dem doppelstöckigen Riesenflieger. Wenn man dann im Flugzeug ist, bemerkt man außer den zehn Sitzreihen nebeneinander nicht sehr viele Unterschiede zu kleineren Flugzeugen, wenn man von den deutlich geräumigeren Toiletten einmal absieht.

In Dubai angekommen, empfingen uns praktisch alle Angestellten des Flughafens mit Gesichtsmasken, mit denen sie sich vor dem Corona Virus schützen wollen. Das war schon etwas befremdlich, aber auch verständlich. Auch in Dubai fand sich ein netter Airlinemitarbeiter, der den Sitzplatz am Notausgang zusammen mit Sonja möglich machte. Dieser Flug von Dubai nach Colombo fand dann mit einer Boing 777-300 statt, also schon fast ein Zwerg im Vergleich zum A380.

Ein Blick auf das Entertainment und Informationssystem im Flugzeug.

Insgesamt war festzustellen, dass der Service bei Emirates wirklich hervorragend ist. Die Mitarbeiter sind alle extrem freundlich und bemüht.

Als wir dann am Abend des 2. Februars in Colombo eintrafen, erwarteten uns schwülwarme 30 Grad Celsius… Endlich wieder richtig warm!

Am Flughafen standen direkt am Ausgang des Flugzeugs noch vor der Passkontrolle Sicherheitsmitarbeiter und Militärs, ebenfalls mit Mundschutz ausgerüstet, bereit. Zudem wurde mit einer Wärmebildkamera die Körpertemperatur aller Passagiere überprüft. Inwiefern es sich dabei um sinnvolle Maßnahmen handelt, sei mal dahingestellt, denn das Virus scheint sich ja auch schon zu übertragen, ohne dass Krankheitssymptome auftreten. In klimatisierten Flugzeugen ist ein Schutz ohnehin schwierig, denn jegliches Essen oder Trinken wäre dann während des Fluges unmöglich, was schlicht nicht praktikabel ist. Wir hoffen also auf unser Glück und ein intaktes Immunsystem.

Am Flughafenausgang erwartete uns bereits der über unsere erste Unterkunft organisierte Fahrer mit einem „Welcome to Sri Lanka“-Namensschild. Dann ging es in einem individuell gestalteten Toyota Prius mit Megaspoiler in den Süden der Insel nach Weligama.

Unser schüchterner Fahrer mit dem selbstdesignten Auto.

Dort erwartete uns nach dreistündiger Fahrt unser Gastgeber, und wir haben lediglich noch das Nötigste aus den Koffern ausgeräumt und sind dann hundemüde ins Bett gefallen. Allerdings wurden wir mitten in der Nacht natürlich wieder wach, was der Zeitumstellung geschuldet ist. In Sri Lanka sind wir 4,5 Stunden weiter, was die Uhrzeit angeht.