Sicherheit beim Reisen mit dem Wohnmobil – technische Maßnahmen

Bitte habt Verständnis dafür, dass wir hier nur auf Optionen eingehen, die wir in Betracht ziehen, aber nicht im Detail, was wir tatsächlich wie genau eingebaut haben.

Neben den generellen Tipps, haben wir uns dazu entschieden, das Öffnen und Aufbrechen der Fahrer- und Beifahrertüren, sowie der Wohnraumtüre zu erschweren, indem wir unter anderem entsprechende Zusatzsicherungen von zum Beispiel der Firma WOMO Tuning installieren.

Die Fenster sind an allen Wohnmobilen eine Schwachstelle, und die für uns bisher einzige wirklich überzeugende mechanische Lösung, die auch alltagstauglich zu sein scheint, hat die Firma Wohnmobil-Sicherheit im Angebot. Wir haben die Beschläge auf der CMT in Stuttgart erstmalig live sehen dürfen, nachdem die Fachpresse ja bereits seit einiger Zeit regelmäßig darüber berichtete hat. Dietmar Hentschel, der Chef von Wohnmobil-Sicherheit.de, ist von seiner Erfindung jedenfalls sehr überzeugt, und auch wenn er so ziemlich das Gegenteil von einem Verkäufer ist (oder gerade deshalb?), so sind die Erklärungen sehr überzeugend. Neben den Absicherungen für die Rahmenfenster kann man auch die Dachluken sichern, dazu muss aber jeder für sich entscheiden, wie sehr wahrscheinlich es ist, dass jemand das Reisemobildach betritt (wenn man fest installierte Leitern zum Beispiel am Heck montiert hat, sicher deutlich wahrscheinlicher).

Es ist eine Glaubensfrage, ob zusätzliche Sicherungen sichtbar sein müssen (oder überhaupt notwendig sind), um potenzielle Eindringlinge abzuschrecken, oder ob gerade diese Sichtbarkeit dazu führt, dass Wertgegenstände im Fahrzeug vermutet werden. Manche Maßnahmen lassen sich ja auch nicht wirklich verbergen, da die Fenstersicherungen und Lenkradkrallen sehr wohl sichtbar sind, die weiteren (Einbau-) Maßnahmen zum Beispiel an den Türen oder Alarmanlagen aber nicht.

Bezüglich eines Tresors gilt es abzuwägen, denn neben der Bauart des Tresors ist vor allem die geeignete Verankerung wichtig, denn was nützt der sicherste Tresor, wenn er ganz leicht aus dem Fahrzeug herausgerissen werden und dann in aller Ruhe irgendwo im Nirgendwo aufgebrochen werden kann?!? Als Hersteller im Wohnmobilbereich ist vor allem die Firma Mobil Safe zu nennen, die nicht nur verschiedenste Standardmodelle (zum Beispiel für die Sitzkonsole oder die Türen von den gängigsten Reisemobil Basisfahrzeugen) im Angebot hat, sondern auch auf Bestellung und zu relativ günstigen Preisen (meist unter 300€) maßangefertigte Tresore herstellt. Der Claim der Firma „Sei schlauer als der Klauer“ passt auf das gesamte Thema Sicherheit wie die Faust aufs Auge.

Neben der mechanischen Absicherung gibt es natürlich auch noch elektronische Unterstützung. Die gängigste Wohnmobilalarmanlage für den Ducato oder dessen Geschwister, Transits, Sprinter und auch VW bietet aktuell wohl die Firma Thitronik mit Ihrer WiPro III. Diese Alarmanlage kann man in verschiedenen Ausbaustufen installieren. So kann die Basisinstallation aus der Haupteinheit um Magnetkontakt-Öffnungssensoren, Gaswarnmelder, Handsender, Zusatzschleifen zur Absicherung von z.B. Fahrrädern oder zusätzlichen Sirenen usw. erweitert werden. Nahezu alle Bedürfnisse sind damit abzudecken. Einzig eine Innenraumüberwachung bietet die Anlage nicht, da die Philosophie verfolgt wird, die Eindringlinge draußen zu halten, und man daher drinnen auch nichts absichern muss, was mit dem Vorteil verbunden ist, dass man sich auch bei eingeschalteter Alarmanlage im Fahrzeug aufhalten kann. Alle Komponenten werden per Funksignal angesprochen und vernetzt und können zudem nachträglich angelernt werden, so dass eine Erweiterung jederzeit möglich ist. Mit der Safelook Funktion kann auch das Auslesen des serienmäßigen Funktüröffners verhindert werden. Auch die Erweiterung um ein GPS-Modul, das sich Thitronik Pro Finder nennt, und das die Fahrzeugortung oder sogenanntes Geofencing (das Auslösen eines Alarms, wenn das Fahrzeug einen bestimmten vordefinierten Bereich verlässt) zulässt, ist möglich, oder auch als Stand-Alone-Lösung zu realisieren. Die Kosten für eine Basisalarmanlage starten bei um die 300 €, aber auch weit über 1000 € lassen sich in die elektronische Sicherung mit dieser Lösung investieren.

Entweder in Kombination mit Alarmanlagen oder auch eigenständig sind GPS-Ortungssysteme einsetzbar. Diese ermöglichen eine jederzeitige Lokalisierung des Fahrzeugs und wurden zuerst von Speditionen eingesetzt, um noch besser disponieren zu können. Als Diebstahlschutz eignen sie sich nur, wenn das Fahrzeug bereits entwendet wurde und ermöglichen ein rasches Wiederfinden. Das setzt natürlich voraus, dass der Signalgeber und das GPS-Modul nicht sofort vom Dieb aufgefunden werden können. Daher sind Geräte, die sich am CAN-Bus anstecken lassen, zwar leicht zu installieren, erfüllen den Zweck eines Diebstahlschutzes aber nicht. Da bei diesen GPS-Sendern ja auch immer Daten übertragen werden müssen, ist eine SIM-Karte notwendig, die entweder direkt vom Hersteller mitgeliefert wird, der dann oft auch Abopreise und Auswertungen anbietet oder man muss sich selbst um eine geeignete SIM mit entsprechendem Datenvolumen kümmern.

Welche Ausstattung für den Einzelnen die Richtige ist, muss jeder individuell (meistens wohl am besten in der Diskussion mit dem Partner) entscheiden. Denn viele Wohnmobilisten sind auch ohne jegliche zusätzliche Sicherungen bereits seit vielen Jahren unterwegs und haben keinerlei Diebstähle erlebt, was natürlich auch von den Reisegewohnheiten, bevorzugten Reiseländern und Zeiten und den mitgeführten Wertsachen abhängig ist. Wer sein Mobil nie verlässt, ist natürlich weniger gefährdet, als derjenige, der sein Fahrzeug für z.B.  eine mehrtägige Wanderung irgendwo leicht zugänglich abstellt.

Gaswarngeräte und deren Sinnhaftigkeit werden wohl am kontroversesten diskutiert. Unsere Meinung diesbezüglich ist ziemlich eindeutig: Ein Rauchmelder ist im Wohnmobil ebenso wichtig wie in einem Schlafzimmer zuhause. Ein CO-Melder ist ebenfalls eine in jedem Falle sinnvolle Investition, da dieses geruchlose Gas eine ähnliche Dichte wie Luft besitzt und daher im Falle eines Defektes eines Gasbrenners (im Kühlschrank, dem Warmwasserboiler oder der Heizung) durchaus entstehen kann, wenn es zu einer unvollständigen Verbrennung kommt. Sehr wahrscheinlich ist es nicht, da die meisten Reisemobile nicht besonders (gas-)dicht sind und über Zwangsbelüftungen und ähnliches normalerweise genügen Sauerstoff ins Innere kommen sollte. Melder, die das Ausströmen von Propan oder Butan anzeigen, sind vielleicht nett zu haben, um keinen Gasverlust zu erleiden, aber da Gaskästen im Fahrzeug unten liegen und über eine Entlüftung verfügen müssen, ist das Risiko durch das Gas im Fahrzeug recht gering. Die Geschichten von Betäubungsgasangriffen und anschließendem Ausrauben von Campingfahrzeugen kursieren immer wieder im Netz, aber wirkliche Beweise dafür hat es noch nicht gegeben. Daher (und weil Betäubungsgase völlig unterschiedlich sein können) werden wir zumindest keinen solchen Sensor einbauen.

Über diese hier erwähnten Absicherungsmöglichkeiten hinaus gibt es noch viele kleinere  und größere Kniffe und Ticks. Menschen, die sich intensivst mit dem Thema auseinandersetzen, werden dann sicher auch die für sie beste Lösung finden.

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