Krankenversicherung auf Langzeitreisen – nicht ganz so einfach wie man zunächst denkt

Ein ausgesprochen wichtiges Thema, auch wenn man natürlich immer hofft nie darauf zurückgreifen zu müssen, ist das Thema Krankenversicherung.

Sobald man dann aber eine Reise plant, die den üblichen Urlaubszeitraum von einigen Wochen übersteigt, stellt man sehr schnell fest, dass eine reguläre Auslandskrankenversicherung nicht in Frage kommt. Also führt die Suche zu sogenannten Langzeit-Reisekrankenversicherungen, die bis zu 5 Jahre Auslandsaufenthalt abdecken. Man kann diese gegebenenfalls auch verlängern, oder – falls sich die Reise verkürzt – bekommt man eventuell zu viel bezahlte Beiträge zurück. Dies ist zumindest bei der von uns über die Firma STA-Travel abgeschlossene Allianz Versicherung der Fall. Bei allen Versicherungen bitte nicht nur den Preis, sondern auch die Leistungen vergleichen, diese sind – im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung – nicht geregelt oder garantiert, so dass im Prinzip jeder Anbieter mit dem Kunden vereinbaren kann, was er für richtig, sinnvoll oder lukrativ hält… Häufig sind Tarife, in denen die USA und Kanada eingeschlossen sind deutlich teurer, da das Gesundheitssystem in diesen beiden Ländern für Ausländer extrem kostenintensiv ist.

Was passiert nun mit der regulären deutschen Krankenversicherung? Es wäre natürlich einfach, wenn es einfach wäre, ist es aber nicht in jedem Fall.

gesetzliche Pflichtversicherung: Wenn der Reisende eine gesetzliche Pflichtversicherung hat und dann seine Arbeit aufgibt, meldet ihn der Arbeitgeber automatisch bei der jeweiligen Krankenversicherung ab. Damit ist allerdings noch kein Austritt erfolgt, da eine Versicherungspflicht besteht. Wenn allerdings eine gleichwertige Versicherung, zum Beispiel durch eine Police, nachgewiesen wird, kann die gesetzliche Krankenkasse den Versicherten aus der Versicherungspflicht entlassen. Im Anschluss ist eben diese Kasse auch zur Wiederaufnahme des Versicherten verpflichtet.

freiwillig gesetzlich versichert: Wenn der Reisende freiwillig versichert ist, dann kann er seine Versicherung mit einer Frist von zwei Monaten kündigen. Schwierig ist allerdings die Aufnahme in eine Versicherung zum Ende der Reise, wenn denn eine schwere Erkrankung oder Verletzung vorliegen sollte. Die Versicherungsgesellschaft ist bei freiwillig Versicherten eben nicht verpflichtet, diese wieder aufzunehmen. Daher bietet schien diesem Falle eine sogenannte Anwartschaft an. Bei dieser werden Beiträge fällig, damit eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung aufrecht erhalten wird. Leistungen können in der Zeit der Anwartschaft nicht in Anspruch genommen werden. Man bleibt also Mitglied der bisherigen Kasse, ohne leistungsberechtigt zu sein. Diese Mitgliedschaft, also die Anwartschaft, lassen sich die Kassen mit etwa 60€ pro Monat recht teuer bezahlen. Wenn man allerdings den Betrag bedenkt, den ein freiwillig gesetzlich Versicherte regulär jeden Monat an die Kasse zahlt, nämlich deutlich über 800€, dann relativiert sich dieser Betrag. Diese Anwartschaft beinhaltet auch immer gleichzeitig die Anwartschaft für die Pflegeversicherung. Die Zeiten einer Anwartschaftsversicherung werden als Vorversicherungszeiten berücksichtigt. Die Beitragsmonate zählen daher etwa, um zu entscheiden, ob ein Rentner gesetzlich versicherungspflichtig ist oder ein Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung besteht.

privat versichert: Wenn ein Reisender privatversichert ist, gibt es unendlich viele verschiedene Möglichkeiten, denn eventuell bietet die Versicherungsgesellschaft eine Fortführung des Vertrages auch im Ausland an, oder es ist ebenfalls eine Anwartschaft und eine andere Versicherung möglich. Es hilft eigentlich nur, sich rechtzeitig mit seiner Versicherungsgesellschaft in Verbindung zu setzen und die für den konkreten Einzelfall beste Lösung zu finden.

Angehörige: Generell ist die Situation natürlich noch deutlich komplexer, wenn zum Beispiel versicherte, aber nicht mitreisende Kinder oder Angehörige involviert sind, da diese gewissermaßen am Versicherungsnehmer “dranhängen” und ebenfalls jeweils individuell berücksichtigt werden müssen. Bei privaten Versicherungen, wird generell jede Person einzeln versichert. Eine Familienversicherung, wie in der gesetzlichen Krankenversicherung, gibt es nicht.

Wir betrachten hier ausschließlich die Situation von Reisenden, die nicht erwerbstätig sind (sich dementsprechend aber auch nicht arbeitssuchend gemeldet haben) und ursprünglich in eine deutschen Krankenversicherung versichert waren. Der Wohnsitz ist und bleibt ebenfalls in Deutschland.

Bitte beachtet, dass diese Informationen nach besten Wissen und Gewissen zusammengetragen wurden. Wir können nicht für die Richtigkeit garantieren.

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