Ein Naturspektakel im Sonnenuntergang

Gestern kam ich gegen 20.30 Uhr sehr spät vom abendlichen Surfen zurück. Marc hatte beschlossen, sich etwas auszuruhen und nicht mehr mit aufs Wasser zu gehen, da die Wellen sehr klein waren. Anfangs war ich etwas frustriert, weil die Surfer mit den längeren Brettern mehr Wellen erwischten als ich; bis ich von einem Schweizer hörte, wie er einem Mädchen einen Tipp gab, den ich dann auch versuchte anzuwenden: Steil anpaddeln und dann direkt aufs Heck des Bretts treten, dann würde es funktionieren….und tatsächlich, beim nächsten Versuch klappte es auch bei mir. Man lernt ja nie aus, und jeder Tag ist wieder anders von den Wellenbedingungen her.

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Das Wasser war so schön warm, kein Wind, klares Wasser, viele Fische, die auch öfter mal aus dem Wasser sprangen, man konnte sich einfach nicht vom Wasser trennen, es war so eine ruhige Atmosphäre am Strand, die Sonne verschwand hinter einer Dunstschicht und ließ den Himmel schön rosa leuchten.

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Plötzlich rief jemand: „Delfine!“ Und alle Surfer schauten aufs Meer und konnten über den ganzen Horizont verteilt immer wieder Delfine beobachten, wie sie alleine oder zu zweit aus dem Wasser sprangen. Wir hofften, dass sie näher kämen, manche paddelten mit ihren Brettern weit hinaus, um näher an sie heranzukommen.

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Die Surfer ließen alle Wellen unberücksichtigt passieren, da die volle Aufmerksamkeit den Delfinen galt. Der Himmel färbte sich immer röter, und die Sonne kam sogar noch einmal hervor, um dann über dem Wasserhorizont unterzugehen.

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Die Menschen am Strand schauten fasziniert aufs Wasser, und alle klatschten, wenn die Delfine wieder tolle Sprünge zeigten.

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Mein „Hätzje“ hüpfte vor Freunde, da ich an unseren Lieblingsautor Sergio Bambaren denken musste, dessen Begegnung beim Surfen mit einem Delfin ihn zum Schreiben seines ersten Buchs „Der träumende Delfin“ inspiriert hatte. Ich war voller Adrenalin, so fühlt es sich sicher an, wenn die Südkurve (für nicht Kölner: die Fankurve vom 1. FC Köln) die Fan-Hymne singt und wenn ich eine lange Welle bis an den Strand abgesurft bin. Da die ganze Aufmerksamkeit der Surfer bei den Delfinen lag, nutzte ich die Gelegenheit und paddelte eine Welle an, da ich dies als einzige tat. Vor mir standen ein paar deutsche Surfer ohne Bretter hüfttief im Wasser, die auch die Delfine beobachteten. Ich bekam die Welle, surfte sie grün ab, als mir plötzlich eine Welle vom zurücklaufenden Wasser entgegen kam, über die ich mit meinem Brett sprang und weitersurfte. Die Schwimmer jubelten und applaudierten: „Habt ihr gesehen, sie hat einen Air über Backwash gemacht!?!“ Das wollte ich noch mal hören und realisierte erst dann, dass es ein „cooler Surf-Trick“ war, den ich da spontan gemacht hatte. Am Ende der Welle sprang ich nur noch ins warme Wasser vor Glück, mein Adrenalinspiegel war gefühlt so hoch wie selten zuvor. Das Delfinspektakel ging bis zur Dämmerung, vor Freude hatte ich Tränen in den Augen, ein solches Ereignis in Moliets-Plage erleben zu dürfen, wo ich seit 1999 jedes Jahr Urlaub mache, und so etwas noch nie erlebt habe. Wenn das mal kein gutes Omen ist!

2 Gedanken zu “Ein Naturspektakel im Sonnenuntergang

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