Eine abenteuerliche Gebirgstour durch die Picos (Teil II) mit Happy End

Nachdem wir nach der gestrigen Etappe recht müde ins Bett gefallen waren, erwachten wir heute Morgen im dichten Nebel bei 8 Grad am Stausee von Riaño. Unser heutiges Ziel war eigentlich ausschließlich, wieder heil und unfallfrei aus diesem gigantischen Gebirge, welches wir extrem unterschätzt hatten, herauszukommen. Der gestrige Tag war wirklich nervenaufreibend, wie Marc ja schon geschildert hat. Der heutige hielt auch wieder einige Überraschungen parat. Kurz: Wir fuhren ohne lange nachzudenken recht früh los, weil wir heute irgendwann wieder am Meer ankommen wollten. Das Navi spielte recht schnell verrückt und führte uns auf eine falsche Straße, was wir aber schnell merkten und noch rechtzeitig wieder wenden konnten. Nach ca. 20 km kamen wir an einen Ort, wo ein Schild “Straße gesperrt” stand. Die Umleitung sollte über eine sehr enge und kurvenreiche Straße gehen, die für lange Fahrzeuge nicht geeignet war.

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Straßensperrung mitten im Gebirge

Laut Aussage der Bauarbeiter würde ausnahmsweise, weil Freitag war, die Baustelle wieder um 14 Uhr anstelle von 20 Uhr geöffnet. Zwei andere deutsche Wohnmobile standen ebenfalls vor dem Schild, und wir beschlossen gemeinsam, einfach hier Mittagspause zu machen und auf der Öffnung zu warten, anstatt die risikoreiche Umleitung zu fahren.

Vor der Baustelle entdeckte ich am linken Straßenrand einen riesigen Walnussbaum, und wer mich kennt, weiß, dass ich jedes Jahr kiloweise Walnüsse sammele. Schon an der Mosel hatte ich damit begonnen, und auch in Stuttgart sammelte ich in der Herbstzeit jeden Tag Walnüsse nach meinem Morgenlauf.  Der Baum hing voller reifer Nüsse, und sehr viele lagen auch schon auf dem Boden, so dass ich mir erst einmal eine Tüte besorgte. Die Ausbeute der 20 minütigen Sammelaktion kann sich sehen lassen. Bio-Walnüsse aus den Picos de Europa. Eine Delikatesse! Selbst die frischen, die noch nicht getrocknet sind, kann man schon essen.

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Die gesammelte Nussausbeute von heute

Pünktlich um 14 Uhr wurde die Baustelle freigegeben, und wir machten uns auf den Weg Richtung Küste. Dieser sollte noch 200 km lang sein und über drei Stunden dauern. Sehr ermutigend! Was uns erwartete, seht ihr auf den nächsten Bildern: Enge Tunnel, viele scharfe Kurven an Felswänden entlang mit tiefen Abgründen auf der gegenüberliegenden Seite. “Mein Vater wäre ausgestiegen und zu Fuß weiter gegangen”, sagte ich zu Marc.

Anscheinend hatte ich schon etwas Übung von gestern, oder ich hatte nur den Eindruck, dass diese Route nicht mehr ganz so heftig war. Dennoch war es immer wieder eine Herausforderung, nicht mit dem Gegenverkehr zusammenzukrachen, weil doch rechts auch eine Felswand war, die wir mit unserem rollenden Haus nicht unbedingt “streifen” wollten. Und ungeduldige Einheimische schoben uns oft von hinten an, die ich dann auch oft vorbeifahren ließ, wenn es mal eine Haltebucht gab.

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“leichter” Überhang über der Straße
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Tunnel in den blanken Fels gehauen, ohne jede Beleuchtung
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nicht ganz so enge Straße, denn sonst hätte es kein Foto gegeben 😉

So kamen wir mit gefühlt einem Schnitt von 30 – 40 km/h vorwärts. Irgendwann wurden die Straßen weiter, und wir erreichten den Ort Cangas de Onís, laut Reiseführer sind wir mit der Nationalstraße N625 durch die Schlucht des Río Sella den engsten befahrbaren Pass Europas gefahren. Darauf bin ich doch recht stolz, dass wir wohlbehalten dadurch gekommen sind.

Gegen Abend erreichten wir wieder den Atlantik, unser Stellplatz direkt am Wasser vor einem Traumstrand (Playa de Aguilar) für uns alleine. Nur ein paar Profisurfer saßen noch draußen im Wasser. Spontan beschloss ich, noch einmal in die Fluten zu springen, bei 18 Grad Wasser- und Lufttemperatur ein angenehmes Vergnügen vor dem Duschen. Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Ergänzung von Marc: Natürlich nicht ohne ein leckeres, von Sonja gezaubertes Abendessen!

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Heute mal Swimmingsonja
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