Lissabon und Cascais – zwei Städte an einem Tag

Nachdem wir am Sonntag, bedingt durch den Regen am Morgen, nicht in Lissabon waren, haben wir das am Montag nachgeholt. Bereits um 6:30 Uhr klingelte daher der Wecker, ein Geräusch, dass wir so garnicht mehr kannten. Um 7:30 Uhr sollte eigentlich der Bus kommen, der uns nach Cascais bringen sollte. Mit etwa 10 Minuten Abweichung war er dann auch da und wir fuhren durch imposante Villenviertel und direkt an der Küste entlang. Die 25 Minuten für 6 Kilometer vergingen daher recht schnell. Dabei haben wir uns wiederholt gefragt, warum es keine erfolgreichen Portugiesen bei der Formel 1 gibt, denn die Busfahrer schafften fast die 100 km/h Marke in der geschlossenen Ortschaft. Die Erklärung ist vermutlich, dass die besonders waghalsigen Ihre „Fahrkünste“ nicht überleben… Jedenfalls ist ohne ein gutes Reagieren des Gegenverkehrs oder das nötige Glück, dass eben gerade niemand entgegen kommt, ein Unfall unvermeidlich. Wir sind jedenfalls sicher in Cascais angekommen und dort direkt in den Zug nach Lissabon eingestiegen, natürlich haben wir uns zuvor die Tickets gekauft.

Etwas überrascht hat uns dann schon, dass die je 30 Kilometer lange Hin- und Rückfahrt nach Lissabon mit 5€ pro Person im Zug recht günstig war, wohingegen die Busfahrt je Strecke 3,35€ also zusammen 5,60€ pro Person kostete.

Die Bahnfahrt ging dann die komplette Zeit an der Küste entlang und so bekamen wir auch einen kurzen Eindruck von Estoril (wo sich auch die Rennstrecke von Lissabon befindet- vielleicht sind die Busfahrer dort ausgebrochen?!?) und den jeweiligen Stränden und außerdem dem Lissabonner Vorort Belém. Dort befindet sich neben dem palastartigen Kloster dos Jerónimos und dem Torre de Belém auch ein segelförmiges Denkmal, das durch seine Dimensionen beeindruckt und dessen Namen ich aufgrund seiner Komplexität nicht mal abschreiben kann.

Jedenfalls verging die zwanzigminütige Bahnfahrt ins Zentrum wie im Fluge und wir Konten uns zu Fuß auf den Weg in die noch leere Stadt machen. Unser erstes Ziel war die Kathedrale, die recht beeindruckend in den Berg gebaut ist. Recht schnell bestiegen wir dann auch den Klosterberg durch die berühmte Alfama, um oben festzustellen, dass das Kloster mittlerweile 10 € pro Person Eintritt kostet. Das schien außerdem hunderte Touristen, die meisten wohl von drei Kreuzfahrtschiffen stammend, nicht abzuschrecken, so dass sich vor den Kassen lange Schlangen bildeten. Wir sind dann wieder abgestiegen und haben dabei noch diverse Kirchen angesehen. Im gesamten waren es bestimmt zehn verschiedene, bekannte oder weniger bekannte Kirchen. Wir schauen generell gerne Kirchen an und lassen die Atmosphäre auf uns wirken.

Anschließend gingen wir am Triumphbogen in die Fußgängerzone und waren sehr beeindruckt, wie sauber die Straßen sind und wie glänzend das polierte, helle Kopfsteinpflaster aussieht. Wenn man die Menge des zu verlegenden Pflasters berücksichtigt, dann ist es nur konsequent, dass die Stadt Lissabon den Menschen, die dieses Werk vollbracht haben, ein Denkmal gesetzt hat.

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Das Denkmal für die Pflasterarbeiter von Lissabon, zum Großteil bestehend aus Pflastersteinen.

Anschließend haben wir uns dann natürlich noch die verschiedenen Aufzüge im Stadtzentrum angesehen und sind dann entlang der Standseilbahn in Bairro Alto, gegenüber des Klosters aufgestiegen.

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Die berühmte Standseilbahn, leider von „Künstlern“ etwas verziert. Am Bau des Wagens lässt sich die Steigung ungefähr abschätzen. Diese wird auf eine Strecke von etwa 400 Metern überbrückt, so dass die Bahn schon eine Erleichterung darstellt.

Von dort hat man einen ähnlichen Ausblick auf die Innenstadt wie vom Kloster, nur eben von der anderen Seite und kostenlos.

Unsere Frühstückspause verbrachten wir im botanischen Garten und anschließend begaben wir uns bergab in Richtung Bahnhof. Dann fuhren wir, nach kurzer Besichtigung der Markthallen und noch zweier italienischer Kirchen nach Cascais zurück.

Da wir ja erst etwa 10 Kilometer spaziert waren, beschlossen wir uns die Stadt Cascais auch noch anzusehen und das hat sich voll gelohnt. Denn es gibt nicht nur die schon beschriebenen Villenviertel, sondern auch einen schönen kleinen Stadtstrand, einen netten Hafen und viele sehr schöne Gebäude. Dass es ausreichend Fischrestaurants gibt, braucht man kaum erwähnen.

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Der Hauptplatz von Cascais, ähnlich wie ih Lissabon mit tollem Pflaster und Mustern verziert.
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Der Stadtstrand und Hafen von Cascais.

Nach dem etwa einstündigen Rundgang durch Cascais fuhren wir mit dem Bus und einem noch schnelleren Busfahrer zurück zum Campingplatz. Der Fahrer schaffte etwa 50 Meter mit noch geöffneten Türen, denn diese schlossen sich wohl für seinen Geschmack deutlich zu langsam.  Dort hatte Sonja noch Glück, denn sie ging zuerst duschen. Als ich selbiges versuchte, musste ich feststellen, dass der gesamte Platz kein Wasser mehr hatte, was dann auch bis zum Morgen des Dienstags so blieb. Pech gehabt.

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