Kleiner Exkurs – Wellenreiten, meine große Liebe 💕

Wie Marc ja schon angekündigt hatte, werde ich kurz mal etwas über mein “geliebtes Surfen” berichten. Auch heute war ich mal wieder für eine halbe Stunde im Wasser, auch wenn die Bedingungen alles andere als gut waren. Die Surfprofis sagen, man lernt immer dazu, egal wie schlecht die Bedingungen sind, vielleicht sogar noch besser als in guten Bedingungen. Denn man muss viel schneller reagieren, da die Wellen entweder aus verschiedenen Richtungen kommen oder sich unmittelbar hinter einem aufbauen, während man in guten Bedingungen die Wellen schon aus der Ferne anrollen sieht und sich dementsprechend darauf vorbereiten kann. Kurz vorab für die Laien unter euch:

Die Surfer sind durch eine “Leine”, der Leash, mit dem Brett verbunden, damit man das Brett nicht verliert, wenn man stürzt. Befestigt ist diese Leash am Fußgelenk des hinteren Fußes. Sie Surfer paddeln auf dem Brett liegend aufs Meer hinaus hinter die Linie, wo die Wellen brechen und dann in Form von großen Weißwasserwalzen zum Strand zu laufen.  Dort setzt man sich auf sein Brett und wartet auf die entsprechende Welle, die man surfen möchte. Wenn man sie ankommen sieht, legt man sicher wieder auf das Brett mit der Spitze ich Richtung Strand und beginnt wie ein Irrer zu paddeln, um Geschwindigkeit aufzubauen. Wenn einen dann die Welle von hinten einholt und das Brett leicht anhebt, paddelt man noch zwei weitere Schläge, stützt sich auf die Hände, platziert auf dem Brett in Höhe links und rechts neben der Brust, und springt mit Schwung auf beide Beine, dann sollte man die Welle erwischt haben, wenn man alles richtig gemacht hat. Ziel des Surfers ist es, die Welle noch im grünen Bereich zu surfen, also kurz vor dem “Zusammenbrechen”, vor dem “weiß werden”. In diesem Bereich der Welle ist die Welle stabil. Mit den Kanten des Bretts kann der Surfer an der Wellenwand entlang gleiten. Je länger, desto besser und schöner. Dafür braucht man eine gute Wellenkenntnis und Erfahrung über Entstehung und Entwicklung einer Welle. Keine Welle ist jemals gleich wie die vorherige. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür. Wellen brechen auf Sand, auf Stein und auf Riffen, wir bevorzugen Sand, da es ungefährlicher ist. Allerdings sind die Wellen über Riffen und Felsen sauberer, da der Sandboden sich immer wieder verändert, und sich die Sandbänke, auf denen die Wellen brechen, sich verschieben. Vor 23 Jahren habe ich das erste Mal auf dem Brett gestanden, da war ich 18. Seitdem lässt mich meine Leidenschaft für das Surfen nicht mehr los, und ich kann nicht genug bekommen, denn das Gefühl, mit dem Brett über das Wasser vor einer Welle zu “schweben”, ist einfach unbeschreiblich. Es hat ein bisschen etwas von Schwerelosigkeit, die man durch Bewegung des Bretts beeinflussen kann. Wie von Geisterhand geschoben, fühlt man sich, als würde man über das Wasser schweben. Wenn man dann völlig erschöpft aus dem Wasser kommt, fühlt man sich wie neu geboren. Man war eine Zeitlang fernab des Alltags, eins mit sich, dem Brett und dem Meer. Wer dieses Gefühl einmal erlebt hat, kann nicht mehr genug davon kriegen. Das verstehen nur die Menschen, die “es” erlebt haben. Mein Bruder Daniel ist unter anderem auch einer von “denen”.

Beeindruckend ist das Surfen besonders am Atlantik abends, wenn die Sonne über dem Meer untergeht, und wenn sie von hinten durch die Wellen scheint und diese grün leuchten lässt. Gekrönt wird das ganze, wenn durch die Wellen dann noch kleine Fischschwärme schwimmen (oder man sogar Delfine am Horizont sieht!). Da man beim Paddeln auf dem Surfbrett liegt, schwimmen die Fische quasi wie in einem Aquarium über einem……unglaublich!

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abends nach einer Surfsession in Moliets-Plage

Jedes Jahr fahren wir zwei Wochen zum Wellenreiten nach Moliets-Plage, wo wir ca. 10 Tage surfen. Das ist eine recht kurze Zeit, um wirkliche Fortschritte zu machen. Bisher habe ich auf unserer Reise so viele Tage wie nie zuvor in meinem Leben auf dem Brett gestanden, und ich merke, dass ich von Tag zu Tag besser werde. Abends schauen wir uns manchmal auf YouTube Videos über Surftechniken an, die ich dann nachts verarbeite um am nächsten Tag trainiere. Es klappt wirklicht, diese Art des Lernens. Verinnerlichen, darüber schlafen und MACHEN!

Jetzt scheinen sowohl Marc als auch ich an die Grenzen unserer Bretter gestoßen zu sein. Wir merken mittlerweile, dass unsere Kannten nicht wirklich greifen. Bei nächster Gelegenheit versuchen wir einmal, andere Bretter zu testen. Ich bin gespannt auf die weiteren Fortschritte und wünsche mir noch mal ein paar bessere Wellen als jene vom Wind verblasene, wie ich sie heute und die letzten Tage hatte. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Mit welcher Leichtigkeit Kelly Slater hier an der grünen Wellenwand entlang gleitet – einfach genial

 

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