Eine nervenaufreibende Fahrt entlang der felsigen Küstenstraße nach Pineda de Mar

Einer der letzten geöffneten Campingplätze vor der französischen Grenze liegt um diese Zeit in Pineda de Mar, nördlich von Barcelona. Diesen hatten wir uns für den heutigen Tag als Ziel gesetzt, da wir Barcelona schon vor ein paar Jahren mehrere Tage lang erkundet hatten, und sich somit ein Zwischenstopp dort erübrigten. Großstädte meiden wir ja Bekannterweise gerne, zumal, wenn wir sie bereits kennen. Da wir ja Mautstraßen mit dem Wohnmobil meiden und auch etwas von der Landschaft mitbekommen möchten, navigierte uns unser Navi über eine sehr enge, abenteuerliche, felsige Küstenstraße. Die Aussicht war die ganze Zeit grandios, nur dass wir diesen Anblick des himmelblauen Mittelmeers so gar nicht genießen konnten. Die Straße schlängelte sich an sandgelben Felsen vorbei, rechts senkrecht der Abgrund, für mich als Beifahrer mit der erhöhten Sitzposition über der Leitplanke ein „Graus“. Zum Glück habe ich hundertprozentiges Vertrauen in meinen lieben Marc, mit niemand anderem würde ich diese Straße fahren, ohne das Steuer selbst in die Hand zu nehmen, allerdings dann lieber mit einem VW Polo o.ä. Die Herausforderung war der ständige Gegenverkehr, der an seiner Seite auch eine senkrechte Felswand nach oben hatte, und somit sich auch von dieser gerne fernhielt und nicht selten auf unsere Spur kam. Oft waren es nur Zentimeter, die uns von einem Crash verschonten. Dann nutzten auch viele sich im Urlaub befindende Spanier die Straße für ihr Rennradtraining, was uns zu herausfordernden Überholmanövern zwang. Alle paar hundert Meter galt es einen Radfahrer unversehrt zu überholen. Freiwillig wäre ich diese Route nicht mit meinem Rennrad gefahren. Die Krönung war, dass man auf dieser Felsenstraße ganz weit vorausschauen konnte, und kein Ende in Sicht war. Irgendwann senkte sich die Straße langsam in Richtung einer großen Ebene, Barcelona war in Sichtweite. Und wie wir es auch in Porto erlebt haben, ging unsere Route mitten durch die Stadt. Das war ein Erlebnis, wir konnten den Montjuïc diesmal von einer Seite sehen, von der wir ihn noch nicht kannten. Nämlich von der gigantischen Friedhofseite, wo sich tausende Gräber in Schreinen aneinander- und übereinander reihten. Sehr beeindruckend, und das direkt zur Meerseite hin. Genau unter der Kolumbusstatue am Ende der Ramblas tauchten wir dann ein einen Tunnel ab und unterquerten so die Stadt mit einigen Öffnungen nach oben, wo wir Teile der Stadt erkennen konnten. Das war ein tolles Erlebnis, so auch die nördlichen Vororte von Barcelona zu durchfahren. Ca. 50 km weiter lag dann unser Campingplatz. Als wir dort ankamen, waren wir total erschöpft, Marc vom Fahren und ich vom „Beifahren“.

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Der Strand von Calella, im Winter hat man dort seine Ruhe

Bei einem Spaziergang durch Calella, welches neben Pineda de Mar liegt, fanden wir einen großen Friedhof mit einer Kapelle, wo in der Eingangstür extra für Marc eine Aussparung eingebaut war, damit er sich nicht wie so oft seinen Kopf stößt 🙂

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So müssten die Türen öfter gebaut sein!

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