Surfen am Black Sand Beach

Unsere zweite Unterkunft liegt an einem richtig einsamen Strand im Gegensatz zur ersten Bleibe in Weligama. Dort war der Strand sehr touristisch, überlaufen von unzähligen Surfern und mit der Hauptstraße direkt im Hintergrund. Da konnten auch die Kokospalmen das paradiesische Gefühl nicht herbeizaubern.

In Medawatta, am Black Sand Beach, haben wir unseren Strand morgens und abends fast für uns alleine und teilen uns die Wellen mit einer überschaubaren Anzahl an Surfern. Man kennt sich und grüßt sich untereinander. So habe ich den Luxus, nicht nur frühmorgens im Sonnenaufgang mit Marc surfen zu gehen, sondern auch abends noch eine Runde zum Sonnenuntergang, wenn die Temperaturen wieder erträglich werden. Denn tagsüber ist es schlichtweg zu heiß und grell vom Licht her.

(Während ich diese Zeilen hier schreibe, poltert immer wieder eine Horde Affen über unser Wellblechdach!)

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Nicht nur über das Dach, auch über unseren Balkon turnten die Affen…

Der Surfbrettverleih hat eine riesige Anzahl an verschiedenen Brettern, so dass wir je nach Bedingungen immer das entsprechende Brett, welches wir für richtig erachten, auswählen können. Diesen Luxus haben wir mit unserer eigenen Boardpalette nicht. Unsere eigenen neuen Bretter wollten wir nicht mitnehmen, da Bretter oftmals trotz flugtauglicher, gepolsteter Packtaschen beim Transport im Flugzeug beschädigt werden. Die Surfbrettmiete ist pro Stunde mit 1,50 Euro auch spottbillig.

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Surfen im warmen Wasser vor der Kulisse des tropischen Strandes mit Palmen im Hintergrund

Für mich sind die Wellen hier so perfekt, wie ich sie nie zuvor erlebt habe. Die Wellenausbeute, die ich hier in einer Stunde habe, ist viel höher als an anderen Surfsports am Atlantik oder auch letztens in Spanien am Mittelmeer. Ich berichtete von meiner höchsten Welle meines Lebens in Peñiscola. Einen neuen Rekord konnte ich hier am Black Sand Beach aufstellen.

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Eine von vielen tollen und hohen Wellen, die Sonja in Sri Lanka gesurft ist.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Wellenhöhe zu berechnen. Gefühlt war es jedenfalls die höchste Welle, die ich je angepaddelt habe. Und Marc hat sie auch noch fotografiert! Ich schätze, zwischen 2,5 und 3 Metern hatte sie: Ein riesiger Wasserberg kam auf mich zugerollt. Als er einige Meter hinter mir war und sich auftürmte, begann ich,  ihn schräg anzupaddeln. Als ich merkte, dass die Welle mich erfasste, drückte ich die Spitze nach unten und sprang auf das Brett. Die Welle nahm mich mit in ihre geheimnisvolle Tiefe, die man aus dieser Perspektive nur als Surfer erleben kann. Das ist die große Faszination dieses Naturerlebnisses. Der Wellenritt reißt die Surfer für Sekunden aus der Realität und lässt sie die enorme Wasserkraft spüren. Alles dreht sich um einen herum. Diese Sekunden fühlen sich sehr intensiv an. Da bin nur ich, die Welle und mein Brett. Da die Welle jedes Mal anders verläuft, muss sie mit dem Brett über die richtige Linie abgesurft werden, damit man so lange wie möglich die Welle abreiten kann. Zum Abschluss und finalen Zusammenbruch der Welle wird man belohnt mit einer peitschenden Gischt, die einem vom Wind ins Gesicht geweht wird. Ein Traum!

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Die wahrscheinlich höchste Welle des Urlaubs…

Und dann: Nichts wie zurück aufs Brett und wieder rauspaddeln, auf der Suche nach der nächsten Welle.

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Ich betreibe ja wirklich viele Sportarten. Für mich gehören das Skilanglaufen und das Wellenreiten zu den Sportarten, die den Körper am meisten innerhalb Kürze erschöpfen. Ganzkörpereinsatz nennt sich das (Beim Langlaufen arbeiten Arme und Beine gleichzeitig). Bei beiden Sportarten kommt auch noch hinzu, dass der Körper zusätzlich Wärme produzieren muss (im Winter bei Kälte im Schnee und im Meerwasser, in dem man sich während der ganzen Zeit befindet, dessen Temperatur auch unter der Körpertemperatur liegt!)

Beim Paddeln ist man ständig in Bewegung, und das mit enormem Kraftaufwand gegen Strömung und Wellen, beim Rauspaddeln aufs Meer kämpft man gegen die Wellen, und beim Absurfen muss man paddelnd Tempo aufnehmen, um die Geschwindigkeit der Welle zu erreichen, damit man sie erwischt. Sonst läuft sie unter einem hindurch und lässt einen „links liegen“. Ruhephasen gibt es selten. Dafür kommt man nach einer Runde Surfen mit einer gesunden Erschöpfung an Land und freut sich auf eine Ruhephase und etwas Gutes zu essen!

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