Zwei Monate Leben im Wohnmobil in einer Großstadt

Wir können unserem EU-GO verdanken, dass wir die wohnungslose Zeit in Karlsruhe zu Beginn von Marcs Job bis jetzt überbrücken konnten, bis wir eine finale Bleibe gefunden haben. So schnell hätten wir innerhalb von zwei Wochen in Corona-Zeiten keine Zwischenlösung gefunden. Für mich fühlt sich das ganze noch eher wie Camping an, da ich immer noch in Flip Flops und Shorts morgens aus dem Wohnmobil hüpfe und mich um den „Haushalt“ kümmere: Essen besorgen, Trinkwasser, Klopapier 😂, alles mit dem Fahrrad. Glücklicherweise gibt es in der Nähe diverse Supermärkte.

Im Juni hatten wir auch schon Besuch von einer lieben ehemaligen Kollegin von Marc, die mit ihrem Freund ihren ehemaligen Wohnort besucht hat. Immer wieder gerne käme sie in das schöne Karlsruhe. Wir verbrachten einen netten Abend mit den beiden in einem Biergarten in der Nähe der Schule, den wir die Woche darauf noch mehrmals besuchen sollten:

Denn wir bekamen Besuch aus Euskirchen von meinen lieben Eltern, die den 70. Geburtstag meiner Mutter gerne mit uns hier zusammen feiern wollten. Da die beiden uns nach zwei Jahren Leben in Stuttgart erst eine Woche vor unserem Wegzug besucht hatten, machten wir aus, dass sie uns nach unserer Karrierewende an unserem neuen Wohnort als „erste“ besuchen würden. Gesagt, getan. Für einige Tage mieteten sie sich in ein nahe gelegenes Hotel ein und machten mit uns diverse Ausflüge. Da das Radwegenetz hier sehr gut ausgebaut ist, brachten sie ihre Fahrräder mit. Ich zeigte ihnen den Rhein, den Yachthafen, den Hafen Karlsruhe, diverse Seen, mit Marc machten wir eine Radtour nach Ettlingen in den Nordschwarzwald, besichtigten die Stadt mit Schloss, Schlosspark, Botanischem Garten und diverse Kirchen sowie die großherzogliche Grabkapelle. Wir zeigten ihnen natürlich auch unseren neuen Wohnort Spöck samt Badesee, wo wir alle außer der Frostbeule Papa Klaus ein Bad nahmen. Meine Mutter war aus dem klaren Wasser gar nicht mehr „rauszubekommen“, so begeistert war sie von dem See.

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Geburtstagsradtour mit Mamanita mit Zieleinfahrt im Botanischen Garten

In den ersten beiden Wochen habe ich jeden Morgen meinen einstündigen Morgenlauf dazu genutzt, die nähere Umgebung der Schule und unseres vorübergehenden „Wohnortes“ (Stellplatzes) zu erkunden. Dazu gehörten der ehemalige amerikanische Flugplatz, ein Naturschutzsee (Heidesee), der Schlosspark als auch der riesige südliche Hardtwald, der sich bis zu uns nach Stutensee zieht. Alles in allem, eine sehr grüne Stadt. Selbst in der Hitze kann man es unter dem Blätterdach des Waldes aushalten. Vom Schloss als Zentrum gehen 32 Straßen wie ein Fächer in alle Richtungen, daher auch der Name Fächerstadt. In Norden gehen diese Alleen, die den Namen des Zielortes der Allee tragen (z.B. Stutenseer Allee), durch den Hardtwald, sie sind alle ca. 10 km lang und als Radwege ausgezeichnet. So kommen also viele Berufspendler aus allen Richtungen direkt mit dem Fahrrad ins Zentrum. Wenn es windig ist, merkt man zwar etwas Luftbewegung, aber in diesem Wald hat man nie richtig Gegenwind, da er sehr dicht ist. Für Radfahrer optimal! Die meisten sind auch noch ohne E-Bike unterwegs, weil es Richtung Norden flach ist. Erst im Osten Richtung Kraichgau und im Süden hinter Ettlingen beginnen die „Berge“. Wir haben uns also die flache Gegend mit den unzähligen Seen zum Wohnen ausgesucht. Der Untergrund im Wald und auch auf freien Flächen von Karlsruhe ist sehr sandig, so könnte man meinen, dass in der Nähe die Dünen und das Meer liegen. Es sind Auen- und Moorlandschaften, so auch im Stadtteil Heide namentlich zu erkennen, sandiger Boden als Sedimente des Rheins, welche sich seit der letzten Steinzeit abgelagert haben.

Nach zwei Wochen Joggen in der Umgebung hatte ich alles „abgegrast“, so dass ich neuen „Input“ brauchte, um meinen Entdeckungsdrang zu stillen. Da Marc uns ein schönes Büchlein mit Glücksorten von Karlsruhe https://www.gluecksorte.de/gluecksorte-in-karlsruhe/ gekauft hatte, gab es für mich vieles zu „suchen“. Joggenderweise habe ich einige dieser schönen Orte ausfindig gemacht, für die weiteren insgesamt 80 an der Zahl, brauchte ich ein Fahrrad. So folgt im nächsten Artikel ein Bericht über meine Radtouren der letzten vier Wochen, in denen ich 1000 km im Umkreis von 30 km um Karlsruhe zurück gelegt habe.

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Ettlingen, Ziel einer Radtour mit meinen Eltern

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