Karlsruhe und Umgebung – 1000 km per Rad in den letzten 4 Wochen

Nachdem ich also laufender Weise die Umgebung erkundet hatte, habe ich mein Trekkingfahrrad startklar gemacht und mit den ersten kleinen Touren in der näheren Umgebung begonnen. Da Marc ja immer einen Schritt voraus ist, hatte er uns schon eine Karte von Karlsruhe und Umgebung gekauft und auch eine spezielle Fahrradkarte, wo alle Radwege drauf eingezeichnet sind. Toll, diese beiden Karten gehörten zu meiner Packliste in den letzten vier Wochen. Denn für alle Fälle habe ich immer einen Rucksack dabei, um meine Fahrradtrinkflasche mit weiterem Wasser unterwegs auffüllen zu können. Weitere Dinge, die ich immer mit dabei habe, sind Sonnencreme, Desinfektionsmittel, Klopapier, mein Portmonee (ich kann mich immer noch nicht an diese Schreibweise gewöhnen!), mein Smartphone für Fotos oder den „Notfall“ und eine dünne Windjacke, die ich jedoch meist schon nach 5 Minuten ausziehen konnte. Flickzeug hingegen habe ich nie dabei, bisher „hätt et imme joot jejange“.

Das Radwegenetz ist also wirklich gut ausgebaut, und die Beschilderung ist auch meist gut angebracht. Ab und zu verliert man die Route, dann muss man eben seine Karte zur Hilfe nehmen. Oft habe ich mich auch an der Sonne orientiert oder an den Gebirgen. Im Osten der Kraichgau, im Westen jenseits des Rheins die Pfalz, im Süden der Schwarzwald, nach Norden hin flach. So erkennt man jederzeit, wo man sich ungefähr befindet, wenn man sich noch nicht so gut auskennt. Außerdem sind die Leute hier sehr offen und hilfsbereit und eilten zur Hilfe, als ich nur die Karte zückte, auch wenn ich mich nur grob orientieren wollte!

Grundsätzlich habe ich meine Touren immer morgens zwischen 8 und 9 Uhr begonnen, um mittags in der Hitze wieder zurück zu sein. Ab 12 wurde es also immer unerträglich heiß, geregnet hat es nur an einem Tag, an dem ich mal eine wohlverdiente Pause gemacht habe.

Anfangs führten mich meine Touren nach Maxau (Yachthafen) an den Rhein, dann mal durch Karlsruhes Wildpark an der Hedwigsquelle vorbei nach Ettlingen, da eine ehemalige Kollegin von Marc diese Stadt als sehr „sehenswert“ empfohlen hatte.

Zu „Moselzeiten“ war mein tägliches Fortbewegungsmittel unter anderem die Fähre Sankta Maria in Oberbillig, so dass ich mich also immer noch für Fähren interessiere. Am Rhein sehen sie zwar ähnlich aus, sind aber um einiges Größer, der Flussgröße entsprechend. (Die neue Sankta Maria II ist auch viel moderner und fährt elektrisch!)

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die Rheinfähre „Peter Pan“ Leopoldshafen (Baden)-Leimersheim (Pfalz)
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die Rheinfähre „Baden-Pfalz“ Neuburg (Pfalz) und Neuburgweiher (Baden)

Richtung Osten war ich unterwegs durch das Pfinztal in die Stadt Bretten, wo sich das deutsche Schutzengelmuseum befindet, welches allerdings geschlossen hatte. Dabei musste ich ordentlich Höhenmeter über den Kraichgau zurück legen, um bis dorthin zu kommen. Ich wollte eigentlich nicht mehr so viele Berge fahren, dabei hätte ich auch schon bei der Bezeichnung „Panorama-Strecke“ aufmerksam werden können. Den Rückweg konnte ich zum Glück „flach“ gestalten durch das Walzbachtal Richtung Weingarten, welches ebenfalls ein sehr gemütliches Örtchen ist mit vielen Kanälen und Brücken im Zentrum. Somit habe ich mich um die Berge drum-herumgeschummelt, natürlich mit mehr Strecke!

Eine weitere Tour führte mich jenseits des Rheins Richtung Kandel in der Pfalz, da ich ja gerne mal über den Tellerrand ins andere Bundesland schauen wollte. Viele Berufspendler leben dort, da man dort auch günstiger wohnen kann. Bezahlen tut man dies jedoch mit viel längeren Anfahrten und täglichen Staus über die Rheinbrücke in Wörth am Rhein. Wir hatten uns auch dort ein Haus ausgeschaut, was uns gefallen hätte. Glücklicherweise ist es nicht zur Besichtigung gekommen.

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der nette Ortskern von Kandel mit Fachwerkhäusern, umgeben von einer Stadtmauer

Weitere Ziele waren Waldbronn, der Surfsee von Rheinstetten (den wir wegen Überfüllung sicherlich nie ansteuern werden!) und weitere unzählige Seen, einer schöner als der andere.

Da hier auch einige Autobahnen und Bundesstraßen kreuzen, musste ich manchmal eine Stelle finden, um diese überqueren zu können, so kam es also vor, dass ich einige hundert Meter an diesen entlang radeln musste bis zur nächsten Brücke oder Unterführung. Das waren dann die weniger schönen Strecken verbunden mit Lärm und Gestank, was aber durch schöne Landschaften und Ortschaften im weiteren Verlauf der Tour wieder wettgemacht wurde.

Die weiteste Tour von über 80 km machte ich letzte Woche in Gedenken an einen ehemaligen Schul-und Surffreund, der tragischerweise in unserem Alter vor kurzem verstorben ist. Da er auch ein passionierte Radfahrer war, und ich bei seiner Beerdigung nicht dabei sein kann, widmete ich ihm meine Königsetappe nach Rastatt, die Barockstadt mit ihrem wunderschönen Schloss. Als ich zu „Stuttgarter“ Zeiten mal den Murgtalradweg von Rastatt nach Freudenstadt flussaufwärts geradelt war, hatte ich das Schloss nur von vorn gesehen. Nun hatte ich mehr Zeit und konnte auch den schönen Innenhof bestaunen.

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Barockschloss Rastatt vom Schlossgarten aus

Da wir in Stuttgart in der Murgtalstraße gewohnt hatten, wollte ich mal schauen, wo sich denn dieser Fluss befindet. Er war mir gar kein Begriff. So hatte ich mir damals vorgenommen, die Murg einfach mal entlang zu radeln. Das Stück bis zur Rheinmündung ersparte ich mir damals. Jetzt wollte ich dies nachholen, um die Tour abzurunden. So ging es dann nach dem Stopp in Rastatt noch ein paar Kilometer an den Rhein. So kam ich dann auf die 80 km, als ich wieder in Karlsruhe ankam.

Nach diesen vier Wochen habe ich „dicke“ Oberschenkel bekommen, und das Gesäß braucht auch Erholung! 😂😂😁 Die nächsten Wochen werden wir dann eher mit Renovieren verbringen, was eine ganz andere Art von Anstrengung ist. In diesem Sinne, nun kenne ich die Umgebung von Karlsruhe in alle Richtungen und kann für meinen Geschmack auch sagen, dass wir uns zum Wohnen eine schöne Gegend ausgesucht haben!

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