Von Sevilla an die Küste nördlich von Cádiz – einen ganzen Tag ohne Meer, das geht ja nicht…

Wir verbrachten eine ruhige Nacht in Sevilla, die recht früh nicht mehr ganz so ruhig war, da die Arbeit in einem Hafen wohl früh startet. Wie nah wir am Hafen und der damit verbundenen Betriebsamkeit waren, hatten wir am Vortag gar nicht so richtig wahrgenommen, denn am Sonntag war es sogar im Hafen ruhig. Das änderte sich allerdings dann am frühen Montag, dennoch haben wir sehr gut geschlafen, was vermutlich auch an  der Anstrengung des gestrigen Tages gelegen hat.

Bereits am Abend hatten wir beschlossen, dass wir nun wieder ein wenig Urlaub benötigen und etwas länger an einem Ort bleiben wollen. Dass dieser Ort möglichst direkt am Meer liegen sollte, war ja eigentlich klar. So haben wir uns für einen Campingplatz in der Nähe von Rota entschieden, den Camping Aguadulce (woher der Name kommt, haben wir bislang noch nicht herausgefunden, denn das Meerwasser ist bekanntlich salzig und weniger süß). Was allerdings sehr süß ist, ist die Distanz vom Platz zum Meer, was den Ausschlag gegeben hat, sich für diesen Platz zu entscheiden.

Nach einer morgendlichen Dusche, die der Stellplatz in Sevilla ja ebenso wie Toiletten anbot, der Leerung unseres Brauchwassertanks und der Abrechnung fuhren wir dann also schon recht bald wieder gen Südwesten in Grobrichtung Cádiz. Die Straßen waren viel besser, als wir es von Portugal gewohnt waren, und so kamen wir äußerst zügig voran. Mitten im Nirgendwo sahen wir dann auf einem Hügel ein prächtiges Bauwerk…

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Die Kirche in El Palmar de Troya

Natürlich haben wir angehalten, und da wir mal wieder Glück hatten, war das Tor von einem der Angestellten gerade geöffnet worden, so dass wir genau dieses eine Bild machen und einen Blick auf die Kirche erhaschen konnten. Das Gelände durften wir als “Ungläubige”, die zudem nicht festlich genug gekleidet waren (wir wollten ja auch Auto fahren und nicht heiraten), nicht betreten. Es stellte sich heraus, dass diese Kirche das Zentrum der “palmairanischen Kirche” darstellt. Diese Glaubensgemeinschaft, die sich als verbliebener Rest des “wahren Katholizismus” sieht, erkennt die Veränderungen des zweiten Vatikanischen Konzils nicht an und hat folglich auch einen eigenen Pabst. Die Messe wird nach wie vor in Latein gelesen und der Zehnt eingefordert. Die Kirche hat weltweit etwa 10.000 Mitglieder, viele davon auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. So erklärt sich auch, dass mitten in der öden Landschaft ein solch prächtiges Bauwerk entstehen konnte, denn alles, was dafür gespendet wurde, wird im Leben nach dem Tode hundertfach zurückgegeben… Eigentlich logisch, dass vor allem Schwaben sich auf einen solchen Deal einlassen… Tatsächlich ist in Stuttgart wohl ein großer Teil der deutschen Anhänger zu finden, wie uns der Mitarbeiter erklärte. Außerdem erhielten wir auch Informationsmaterial auf deutsch.

Derart informiert machten wir uns dann auf die Weiterfahrt an die Küste. Kurz vor dem eigentlichen Ziel fand Sonja wieder eine ausgesprochen günstige Tankstelle, so dass wir unseren Treibstoffvorrat auffüllen konnten, und anschließend erledigten wir das auch noch mit den Vorräten für uns und kauften reichlich Nahrungsmittel ein. Die enge Zufahrt und der Parkplatz, der eigentlich nach deutschen Maßstäben lediglich für Kleinstwagen geeignet war, schreckte uns nach den Erfahrungen der letzten Wochen nicht mehr ab.

Bereits gegen Mittag erreichten wir den Campingplatz und stellten fest, dass dieser zu einem großen Teil von Dauercampern genutzt wird, diese aber nicht anwesend waren. Kurzum, es ist absolut ruhig und Menschen sehen wir eher selten. Die ideale Lage direkt am Strand hat sich bewahrheitet, denn von unserer Parzelle bis zum Meer sind es nicht einmal 100 Meter.

Natürlich haben wir auch den Strand direkt mit einem Spaziergang erkundet und nach knapp 5 Kilometern in eine Richtung umgedreht. Auf dem Rückweg gingen wir nicht direkt am Strand, sondern auf einem direkt dahinter liegenden Weg entlang. Dort waren auf dem Golfplatz tatsächlich vereinzelte Menschen zu sehen, alle Häuser und Wohnungen, die wir sahen, wirkten vollständig ausgestorben und das, obwohl die Luft mit 20 °C durchaus noch angenehm warm ist, und sogar das Wasser eine Temperatur von 19 °C hat. Auf dem Rückweg hörten wir mehrere Male laute Knallgeräusche vom Meer, und wir haben eine Weile gebraucht, bis wir festgestellt haben, dass die spanische Marine dort wohl ein Manöver abhielt, denn vereinzelt war auch Leuchtmunition zu erkennen. Unwahrscheinlich ist das hier nicht, da in Rota einer der größten Marinestützpunkte Europas liegt, was wir aber auch erst durch nachträgliche Recherche herausgefunden haben. Unter anderem leben auf der Base auch 3000 Amerikaner. Rota wurde im März 2019 sogar Operationshauptquartier der EU, auch eine Folge des Brexit, denn das Hauptquartier in Northwood (GB) wurde durch Rota ersetzt. Eines der fünf Hauptquartiere liegt übrigens in Potsdam (wo da ausreichend Wasser ist, ist mir allerdings ein Rätsel…). Es ist schon erstaunlich, wie nahe man an Ereignisse des Weltgeschehens kommt, ohne sich wirklich damit zu beschäftigen, denn wir verzichten aktuell bewusst auf “Nachrichten”.

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Ein Schiff der (spanischen?) Kriegsmarine

Der voraussichtlich letzte vollständige Tag in Portugal (Faro – Fuseta – Santa Luzia – Tavira)

Heute sind wir nach einer sehr ruhigen Nacht mitten in Faro direkt an der Stadtmauer aufgewacht und haben bereits um 8 Uhr einen kleinen Stadtrundgang unternommen. Da um diese Zeit wenig “los” ist, haben wir auch viele Orte noch ziemlich für uns gehabt. Und man muss wirklich sagen, dass sich die Altstadt sehr wohl für einen Besuch lohnt. Der kleine Fischerhafen, die Kathedrale und vor allem die Fußgängerzone mit dem tollen Pflaster (das vermutlich kaum zu sehen ist, wenn sich tagsüber die Straßen füllen).

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Die Fußgängerzone mit wunderbarem glatten und sauberen Pflaster, morgens noch sehr leer 😉

Die Stadt Faro wird auch als Stadt der Störche bezeichnet. Tatsächlich war das Klappern der Störche das erste Geräusch, was wir am Morgen vernommen hatten, und auf manchen Gebäuden hatten es sich gleich mehrere Paare bequem gemacht.

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Das Stadttor Arco da Vila mit zwei Storchenpaaren in zwei Nestern (ja, die sind echt!)

Ein besonderer Tipp in Faro ist die Kirche St. Francisco, die innen teilweise mit Kacheln, Gold und tollen Ornamenten gestaltet ist und die bislang für uns schönste Kirche auf unserer Tor darstellt (und wir haben viele gesehen!). Da in der Kirche keine Fotoaufnahmen gestattet sind und wir außerdem nur wegen einer stattfindenden Messe hineingekommen sind, versteht sich von selbst, dass wir uns daran gehalten haben. Daher diese Empfehlung leider ohne Foto.

Schon gegen 9:30 Uhr fuhren wir durch die immer noch sehr ruhige Stadt Faro nach Fuseta, einem kleinen und recht engen Fischerort, der Sonja (die die erste Etappe gefahren ist) vor einige Herausforderungen gestellt hat, die sie aber mit Bravour gemeistert hat. Ein kurzer Spaziergang reicht, um sich einen Eindruck vom kleinen, gemütlichen Ort zu verschaffen, und so sind wir auch recht bald weiter nach Santa Luzia gefahren. Da der Ort genau so heißt wie eine meiner Omas (die vor einigen Tagen 100 geworden wäre, aber im letzten Jahr verstorben ist), war klar, dass wir kurz anhalten mussten. Die Uferstraße entlang erstreckt sich ein wirklich schönes Fischerdorf mit bunten Booten, und auf der anderen Straßenseite sind die Häuser ähnlich farbenfroh.

Zum Tagesabschluss ging es für uns dann nach Tavira, wo wir auch übernachten werden. Das Städtchen Tavira liegt nett an Fluss und Hügel und verfügt über ein Castello ebenso wie 37 Kirchen (sagt der Reiseführer, wir haben nur einige wenige angesehen…). Eine Römerbrücke findet man hier ebenso wie in Trier. Durch die vorgelagerten Inseln ist die Stadt auch gegenüber dem Meer sehr gut geschützt, und die Fischerei und Salzgewinnung waren von altersher eine der Haupteinnahmequellen. Falls man an den Strand möchte, muss man die städtische Fähre dafür nehmen. Heute am Samstag war neben dem regulären Markt in der (neuen) Markthalle auch noch ein Flohmarkt außen davor, so dass bei unserer Ankunft ein reger Trubel herrschte, der sich dann aber bald gelegt hat.

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Die Kirche Santa Maria in Tavira oben auf dem Berg, direkt neben dem Castello gelegen (von dem aus dieses Bild entstand)

Morgen geht es dann voraussichtlich über die Grenze nach Spanien, und wir verlassen nach gut drei Wochen und etwas mehr als tausend Kilometern Portugal (bei 1800 Kilometern Küstenlinie, die Portugal besitzt, sind wir also nicht jede Bucht nachgefahren, was aber auch nicht möglich wäre…)

In Portugal gen Osten (Lagos – Alvor -Portimão – Vilamoura – Faro)

Nach einer ruhigen Nacht in Lagos sind wir rechtzeitig losgefahren und bereits gegen 10 Uhr am Strand von Alvor entlang spaziert und haben dort die wirklich beeindruckenden Felsformationen angesehen. Die Uhrzeit war sehr gut, denn es herrschte Ebbe, und so kamen wir auch in die nächsten Buchten trockenen Fußes hinein. Das Meer hat im Laufe der Zeit nicht nur Höhlen oder einzeln stehende Felsen ausgewaschen, sondern auch mehrere Torbögen. Auch wenn die Sandsteinfelsen recht stabil aussehen, sollte man vorsichtig sein, denn an mehreren Stellen war zu erkennen, wie die Erosion ganz praktisch vonstatten geht. Und damit aus Erosion nicht Evolution wird, haben wir zumindest versucht, uns so weit es ging von den Felsen fernzuhalten oder zumindest die Aufenthaltszeit im potentiellen Einsturzbereich gering zu halten.

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beeindruckende Sandsteinfelsen am Strand von Alvor, bei Ebbe auch trockenen Fußes zu besichtigen. Sonja ist auch auf dem Bild, so sind die Dimensionen abzuschätzen…
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Die Bögen haben schon beeindruckende Ausmaße und sehen aus, wie auf den Stand gestellt

Im Anschluss sind wir nach Portimão weitergefahren und haben unseren EU-GO am LIDL-Parkplatz abgestellt, denn die LIDL-Supermärkte haben in Portugal recht häufig spezielle Parkplätze für Reisemobile, auf denen man sogar übernachten darf. Wir haben allerdings nur einen Stadtrundgang durch diese – nun ja – architektonische weniger reizvolle Stadt gemacht (sie ist einfach grottenhässlich mit ein paar schönen Stränden und viel Touristensouvenirläden), bevor wir natürlich dann beim LIDL auch unsere Vorräte wieder aufgefüllt haben. Der fast acht Kilometer lange Rundgang war dann auch noch ungeplant anstrengend, da das Thermometer die 25 Gradmarke deutlich überschritt und das bei mehr als 80% Luftfeuchtigkeit.  Die meisten Leser werden nun in Deutschland bei Regen und Temperaturen unter 10 °C sitzen und sich denken: “Wie gerne würden wir jetzt schwitzen”.  So ist das eben… Das Wetter ist nie richtig 😉

Weiter ging es über Amação de Pêra, wo wir an der Küste mit Blick aufs Meer eine kurze Pause zum Frühstücken einlegten, bis nach Vilamoura. In Vilamoura trifft sich alles, was Geld hat (oder zumindest gerne so tun möchte, als ob…). Wenn die Yachtgröße für Monaco nicht gereicht hat, kann man hier den “tollen Hecht” spielen. Entsprechend laufen um die Marina auch viele besonders coole, teils stark gealterte Machos und ebensoviele oder mehr aufgespritzt und gestraffte (ehemalige) Schönheiten und lassen sich in den Restaurants und Bars kulinarisch verwöhnen, um den ehemaligen Astralkörper noch etwas weiter vom Idealzustand zu entfernen. Wer etwas Authentisches sucht, ist in Vilamoura sicherlich nicht richtig. Ein bisschen Kitsch mit Phantasialandatmosphäre passt dann schon eher… Wir waren froh, wieder weiterfahren zu dürfen.

Allerdings haben wir, als wir gerade den Motor wieder gestartet hatten, eine Nachricht von einer ehemaligen Kollegin – der lieben Stefanie – bekommen, dass sie nebst ihrem Gatten ebenfalls in Vilamoura angekommen ist, um es sich noch einen Tag im Hotel richtig gut gehen zu lassen, bevor es dann wieder zurück nach Stuttgart geht. Selbstverständlich sind wir dann noch zu Ihrem Hotel gefahren, was mit unserem “Kleinwagen” durchaus sportlich war. Wir haben dann einfach mitten im Wendehammer vor dem Hotel geparkt und uns kurz mit den beiden getroffen. Die Hotelangestellten waren völlig entspannt… Wenn die Polizei käme, sollten wir einfach sagen, dass wir zum Hotel gehören, dann wäre das schon ok…

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Ein weiteres Wiedersehen, diesmal mit meiner (Marc) lieben Ex-Kollegin Stefanie

So jedenfalls hat der Abend mit einem weiteren Wiedersehen seinen Abschluss gefunden, wobei nicht ganz, denn wir sind ja noch bis Faro gefahren, um dort zu nächtigen. Auf dem Weg dorthin haben wir noch Orangen eingekauft, für die diese Region berühmt ist, und Sonja hat dann abends noch eine Jongliereinlage hingelegt.

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Sonja jongliert im EU-GO mit den riesigen Orangen aus Albufeira, natürlich ohne Unfall…

Es ist Zeit DANKE zu sagen, für so viel Interesse! 5000 Besucher!

Nun sind wir gerade einmal zwei Monate unterwegs und die Resonanz ist umwerfend!

Für die statistikinteressierten Menschen noch ein paar Zahlen:

  • bislang hatten wir über 15.000 Seitenaufrufe
  • von 5000 Besuchern (also ruft jeder Besucher im Schnitt drei Seiten auf)
  • 38.000 geschrieben Worte in bislang 95 Artikeln
  • 265 Menschen, die unserem Blog folgen

Wir sind jedenfalls sehr überrascht, denn mit einer solchen Resonanz für einen Blog, der eigentlich eher dazu gedacht war ein paar interessierte Menschen bezüglich unserer Reise auf dem Laufenden zu halten, hatten wir nicht gerechnet. Schreibt uns gerne an, lasst Kommentare da und gebt uns Tips bezüglich neuer Lokationen in der Umgebung in der wir uns aktuell befinden… Wir freuen uns!

Die Zugriffszahlen nach Ländern aus denen Karrierewende.de aufgerufen wurde und die jeweilige Anzahl der Aufrufe… Wirklich interessant wo die Menschen sich alle so aufhalten 😉

Deutschland,12448
Luxemburg,660
Schweiz,520
Frankreich,236
Vereinigte Staaten,207
Österreich,202
Italien,89
Niederlande,75
Schweden,70
Vereinigtes Königreich,69
Norwegen,62
Portugal,48
Belgien,46
Kroatien,43
Dänemark,43
Australien,38
Europäische Union,37
Spanien,34
Russland,26
Irland,19
Griechenland,14
Türkei,12
Polen,11
Albanien,9
Kanada,8
Tansania,7
Philippinen,6
Israel,5
Rumänien,5
Südafrika,5
Slowakei,4
Monaco,3
Tschechische Republik,2
Vereinigte Arabische Emirate,2
Island,1
Malta,1
Vietnam,1
Zypern,1
Katar,1
Thailand,1
Malediven,1
Slowenien,1
Dominikanische Republik,1
Neuseeland,1
Sri Lanka,1
Liechtenstein,1
Brasilien,1
Chile,1

Von der Westküste über Luz nach Lagos – mit überraschendem Treffen

Als wir heute morgen an der Praia do Amado aufwachten, konnten wir kaum die anderen Wohnmobile erkennen, so nebelig war es. Anschließend fing es dann sogar an zu tröpfeln… So ein Wetter… OK, als ich dann eine Email von der Mosel bekam, in der unter anderem eine Temperatur von 0 Grad erwähnt wurde, ging es uns doch gleich viel besser, hatten wir doch die 18 Grad Marke in der Nacht nicht unterschritten, und im Auto war es eher zu warm als zu kalt. Da jedenfalls an größere Aktivitäten erst einmal nicht zu denken war, haben wir in aller Ruhe gefrühstückt, etwas gelesen und anschließend beide mit warmem Wasser in unserer wohnmobileigenen Dusche geduscht – Das ist wahrer Luxus.

Anschließend sind wir dann an den Strand gegangen und haben Heike und den anderen Surfern noch einmal bei Ihrem Kurs zugesehen, denn der Nebel hatte sich etwas gelichtet, und es tröpfelte nur noch sehr vereinzelt. Gleichzeitig nutzen wir die Gelegenheit und haben uns verabschiedet, denn wir wollen nun doch die Südküste der Algarve weiter erkunden. Daher fuhren wir zuerst in das kleine Städtchen Luz und spazierten durch den Ort und am Stadtstrand entlang (natürlich nicht ohne auch die Kirche zu besichtigen, aber das kennt Ihr ja bereits von uns…).

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Die Küste unmittelbar an der Stadt Lagos bietet viele Buchten, Sandsteinfelsen und die ein oder andere Höhle.

Recht bald ging es dann schon weiter nach Lagos. Auf dem offiziellen Wohnmobilstellplatz der Stadt stellten wir das Wohnmobil ab und machten uns auf einen unserer Stadtrundgänge. Diesmal war der Rundgang nur etwas über 7 Kilometer lang, denn das Stadtzentrum ist nicht wirklich groß und sehr touristisch. Auch ein Abstecher entlang der beeindruckenden Küste mit ihren Felsformationen, die teilweise Torbögen und Höhlen bilden, war dabei eingeschlossen.

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Die Innenstadt von Lagos ist wirklich sehr hübsch, allerdings auch sehr touristisch. Man findet viele enge Gassen und schöne alte Häuser, die teilweise hervorragend wieder hergerichtet wurden.

In der Innenstadt trafen wir dann völlig überraschend und zufällig Gitta und Uli Luther-Frömel vom Lions Club Fellbach. Eigentlich hat Uli mich gefunden… woran er mich nur erkannt hat… 😉 Gitta ist aktuell die amtierende Präsidentin des Lions Clubs, dem auch ich angehören darf – auch wenn aktuell ziemlich wenig aktiv. Auf diesem Wege herzliche Grüße an die anderen Freunde des Lions Club Fellbach!

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Gitta und Uli, Freunde aus Fellbach, die uns überraschenderweise in der Fußgängerzone von Lagos angesprochen haben… Die Welt ist klein…

Nach dem Stadtrundgang haben wir lediglich noch zu Abend gegessen und die nächsten Tage geplant. OK, zuerst haben wir das Wohnmobil ordentlich durchgelüftet, denn es herrschten im Inneren tropische Temperaturen von weit über 25 Grad, aber das ist viel besser als im deutschen Herbst zu frieren… Natürlich “musste” auch dieser Artikel  noch geschrieben werden. Aber wir sind wirklich froh, dass so viele Menschen mit uns virtuell mitreisen, so dass wir Euch alle auch bestmöglich mit Informationen versorgen wollen. Lasst gerne auch den ein oder anderen Kommentar oder Tipp da, wir freuen uns!

 

SUPen (Stand-Up-Paddeln) in Salema

Heute haben wir den kostenlosen Shuttle Service des Campingplatzes in Anspruch genommen und haben uns mit Stand-Up-Paddelboard und Wellenreiter zum Strand fahren lassen, denn das Material den Kilometer entlang der Straße zu tragen, war irgendwie keine Option.

Wir haben ja aufblasbare SUPs dabei, die sich ganz gut transportieren lassen, allerdings ist das Aufpumpen schon fast so viel Sport wie das paddeln selber, denn der notwendige Druck von etwa 1 Bar will erst einmal erzeugt werden und für unsere Bretter bedeutet das etwa 600 Pumpenhübe mit der Luftpumpe. Daher haben wir heute auch nur ein SUP mitgenommen und uns abgewechselt.

Am Strand angekommen schob sich die Wolkendecke beiseite und wir hatten strahlenden Sonnenschein. Die Wellen brachen allerdings direkt auf den Strand, so dass Wellenreiten nicht möglich war. Für das SUPen waren die Bedingungen aber wirklich nett und die Perspektive vom Brett auf den Strand zu schauen, ist einfach doch noch einmal etwas anderes. Die recht hohe Dünung machte das Gleichgewichthalten auf dem Brett allerdings dennoch recht schwierig. Sonja hat das mit Ihrem Leichtgewicht deutlich besser hinbekommen als ich, was neben mangelnder Geschicklichkeit vielleicht auch am höheren Schwerpunkt liegt. Solange man nichts lange im Wasser war und die Sonne schien, waren die 20 Grad Lufttemperatur und 16°C Wasser gut zu ertragen, allerdings war ein längerer Aufenthalt im nassen Element doch recht frisch. Daher waren wir auch beide froh, als wir auf dem Campingplatz die heiße Dusche genießen konnten.

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Sonja auf dem SUP
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Der Strand und die Klippen von Salema, eine Welle kurz vor dem Brechen und Sonja auf dem SUP im Gegenlicht
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Zumindest getragen habe ich das Brett auch 😉 Nee ich war auch eine Runde paddelnd unterwegs, es gibt aber keine Beweisfotos…

Nach unserem SUP Ausflug waren wir beide ordentlich geschafft und das Material wollte ja auch noch entsandet und wieder verstaut werden, was für Sonja immer eine Kletteraktion auf dem Dach unseres EU-GO bedeutet, wohingegen ich lediglich von unten das Material angebe oder die Gurte festzurre… Auch das ist nicht etwa meiner Faulheit, sondern dem höheren Gewicht geschuldet, denn das Dach des Reisemobils mag keine größere Gewichte an einer Stelle, sonst gibt es nämlich Beulen.

Sagres und 5 Strände weiter… aber nur einige wenige Kilometer

Zuerst sind wir am Samstag in Sagres unsere Morgenrunde spazieren gewesen und haben dabei den Strand Martinhal und zuvor Mareta angesehen. Außerdem das wirklich kleine Städtchen Sagres (etwa 2000 Einwohner).

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Irgendwie könnte man den Eindruck gewinnen, dass Sagres etwas mit dem Surfsport zu tun hat…

Von Sagres aus sind wir nur ein wenig weiter nach Salema gefahren. allerdings nicht die Hauptstraße, sondern an den Stränden Ingrina und Zavial vorbei. Dabei war die Straße an einer Stelle so eng, dass Sonja ausgestiegen ist und an allen Ecken kontrolliert hat, ob wir wirklich hindurch passen. Mehr als 2 Zentimeter Platz an beiden Seiten waren es dann auch tatsächlich nicht und das Hindernis eher weniger beweglich, denn es handelte sich um massive Mauern auf beiden Seiten. Die Strände waren jedenfalls beide sehr schön und klein, teilweise waren die zugehörigen Parkplätze aber schon gut gefüllt und uns hielt es jeweils nicht dort. Unser Tagesziel war der Campingplatz kurz vor dem Ort Salema, wo wir dann ein wenig Urlaub machen wollen. Natürlich haben wir kurz nach Ankunft auch noch einen Spaziergang zum Strand unternommen, der etwa 1 Kilometer entfernt und leider nur entlang der Straße erreichbar ist. Da die Straße aber nicht sehr viel befahren ist, war das kein größeres Problem.

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Sonnenuntergang an der Praia do Salema

Der Strand von Salema, einem kleinen Fischerörtchen, in dem seit einigen Jahren vermehrt reiche Briten Urlaub machen, ist wirklich sehr schön gelegen und von steilen Klippen gesäumt. Von diesen Klippen sollte man sich allerdings tunlichst etwas fernhalten, denn gerne brechend diese auch einmal ab…

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Das Ergebnis der Erosion und eines Felsbruchs an der Praia do Salema… Das sind schon ziemliche Brocken, die da in Bewegung geraten können…

Nach der Strandbesichtigung ging es für uns beide zurück zum Campingplatz, der wirklich unglaublich ruhig ist. hier hört man Nachts ab und an mal einen Vogel oder das rauschen der Blätter, sonst aber nichts weiter. Auch ist der Platz sehr spärlich beleuchtet, was wir als sehr angenehm empfinden, denn wenn man im dunkeln das Auto verlässt, kann man sich sehr gut mit einer Stirnlampe behelfen, aber direkt im Flutlicht zu stehen und daher den wunderschönen Sternenhimmel nicht sehen zu können, ist wirklich schade.