Wo unsere Reise im September letzten Jahres begann,…….stehen wir heute erneut und schließen hiermit den Kreis: An der wunderschönen Mosel

Heute sind wir genau fünf Wochen wieder zurück in Deutschland und haben trotz Lockdowns viel unternommen, liebe Menschen getroffen und einiges erlebt. Nun haben wir beschlossen, im Rahmen der Lockerungen noch einmal zum Zahnarzt zu gehen, und unser Zahnarzt des Vertrauens hat seine Praxis immer noch in Trier. So planten wir einen Kurzurlaub nach Oberbillig an die Mosel mit anschließendem Zahnarztbesuch. 

Die Fahrt durch die Eifel Richtung Luxemburg kenne ich mittlerweile in- und auswendig, auch wenn einige Straßen erneuert worden sind und eine Radarfalle hinzugekommen ist. Mittags kamen wir in Trier an und machten noch einen Abstecher zu Fritz Berger, um ein Reinigungsmittel für unser Klosett zu besorgen. Gegen Nachmittag erreichten wir dann unseren bekannten Stellplatz am Moselufer, wo uns direkt schon der Besitzer vom Gasthaus „Zur Fähre“ und ein weiterer Bekannter aus seinem Garten begrüßte. Netterweise brachte uns dieser auch noch zwei frische Eier von seinen frei laufenden Hühnern.

Als erstes machten wir unseren EU-GO wohnklar und freuten uns auf frische Erdbeeren, die wir noch im Supermarkt neben Fritz Berger gekauft hatten. Anschließend machten wir uns auf einen Spaziergang durchs Dorf, der so ausartete, dass wir keine zwanzig Meter weit gingen, ohne wieder stehen zu bleiben, um mit ehemaligen Bekannten aus dem Dorf zu sprechen. Sie waren alle froh, uns wieder zu sehen und neugierig, was wir alles so erlebt hatten. Ebenfalls hielten einige Leute mit ihren Autos neben uns an und redeten mit uns. Als wir dann zum Friedhof gingen, um das Grab von unserem ehemaligen Nachbarn Hermann, der im November verstorben war, zu besuchen, überholte uns sogar der Bürgermeister mit dem Auto und winkte uns zu.

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Das Grab unserer lieben langjährigen Nachbarn

 

Auf dem Weg vom Friedhof hinunter ins Dorf stand eine Frau in ihrer Haustür und grüßte uns schon fröhlich von weitem. Wir wissen ihren Namen nicht, aber sie hat uns damals schon immer freundlich gegrüßt und nett erzählt. Wir waren wirklich gerührt, wie viele Menschen uns jetzt auch nach fast drei Jahren noch wiedererkannt und so nett begrüßt haben. So eine Herzlichkeit kann man einfach nicht in Worte fassen.

Zum Schluss unserer Runde wollten wir noch beim Weingut Leick klingeln, um für Freunde von uns eine Kiste Elbling Classic zu kaufen. Leider war niemand zu Hause. So werden wir also in den nächsten Tagen noch einmal dorthin spazieren.

Wir freuen uns auf die weiteren Tage an der wunderschönen Mosel.

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Unser Stellplatz für die nächsten Tage mit Blick vom Bett aufs Wasser
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Grenzkontrollen an der Grenze zu Luxemburg auf der Sauerbrücke in Wasserbillig

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Nun sind wir schon fast fünf Wochen wieder in unserer „ursprünglichen“ Heimat. So viel Zeit haben wir schon lange nicht mehr am Stück in Euskirchen und Umgebung, nahe unserer Familie und Freunden, verbracht, natürlich auf Distanz!

In diesen Wochen haben wir nur selten das Wohnmobil wegen einiger Fahrten zu Vorstellungsgesprächen bewegt. Ansonsten stehen wir hier sehr ruhig und sicher in einer schönen Umgebung. Bisher hatten wir viel Glück mit dem Wetter, der April war schon sommerlich warm, jetzt holt der Mai noch ein wenig Aprilwetter nach.

Ich genieße jeden Morgen bei einem schönen Lauf durch die Felder zwischen Flamersheim, Schweinheim, Odendorf und Palmersheim. Blühende Felder, kleine Bäche und einige Burgen liegen auf dem Weg, welcher jeden Tag anders ist. Sei es durch unterschiedliches Licht, Wind, absolute Stille oder einfach durch eine andere Route.

Einige Leute kennen mich schon und grüßen, weil wir uns regelmäßig begegnen.

Nachmittags oder am frühen Abend drehen wir dann noch einmal zusammen eine Runde durch die Felder oder durch die Wohngebiete von Flamersheim. Hier kann man den Menschen aus dem Weg gehen, oder man unterhält sich auf Distanz. In den Feldern haben wir in den letzten Wochen öfter schon Bekannte aus Sportverein und Schule getroffen, die alle wieder in ihre alte Heimat gezogen sind.

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Burg Flamersheim, eine der vielen Wasserburgen im Euskirchener Umland

Wir planen, in den nächsten Tagen in unsere zweite ehemalige Heimat zu fahren, an die wunderschöne Mosel. Denn auch in Rheinland-Pfalz ist Camping wieder erlaubt. Natürlich mit vielen Einschränkungen, und das ist gut so. Wir werden unsere SUP-Bretter mitnehmen, damit wir diese in diesem Jahr endlich mal aufs Wasser bringen können. Zum letzten Mal waren wir vor sechs Monaten an der Algarve und im Dezember an der spanischen Mittelmeerküste gepaddelt. Unvorstellbar, was in der Zwischenzeit alles passiert ist, und was wir in dieser Zeit auch alles erlebt und gesehen haben. Im Nachhinein war alles gut und richtig so. Irgendjemand muss uns rechtzeitig aus Spanien weggeschickt haben, für uns war es gefühlt Petrus, der uns mit kalten Temperaturen aus Spanien verscheucht hat, sonst hätten wir womöglich dort überwintert.

So haben wir in den ersten vier Monaten dieses Jahres alle drei Ozeane gesehen, den Atlantik im Januar in Marokko (Agadir, Rabat, Casablanca), den indischen Ozean mit seinen warmen Temperaturen in Sri Lanka im Februar und zum Schluss den Pazifischen Ozean in Neuseeland. Welch ein Traum!

Die Urwälder mit ihren Baumfarnen in Neuseeland haben uns schon sehr fasziniert durch ihr saftiges Grün. Am Wochenende ging ich mit einer Freundin durch einen heimischen Wald 🌳 🌳 🌳. Und da war es wieder, dieses bekannte Gefühl, durch einen sattgrünen Wald mit frischem Laub über weichen Boden zu gehen. Der Unterschied war: Hier zwitscherten unzählige Vögel, während es in Neuseeland nahezu still war. Unser Reiseleiter berichtete uns von einem enormen Rückgang des Vogelbestands in Neuseeland. Sehr traurig!

Und wegen dieses bekannten Gefühls stellte sich mir die Frage der Überschrift.

Stay local and discover your surroundings!

Unser neues Zuhause in Christchurch für unbestimmte Zeit

Jetzt sind wir schon einige Tage in Christchurch, wo wir recht nah am Flughafen wohnen, um irgendwann hoffentlich recht schnell dorthin zu gelangen, wenn es einen Flug gen Heimat geben sollte. Wir rechnen durchaus mit einem Aufenthalt von einigen Wochen. Deshalb hat unser Reiseleiter uns eine erschwingliche luxuriösere Unterkunft mit vier Sternen besorgt, in der wir uns selbst versorgen können. Es handelt sich um ein ca 40 qm Einzimmerappartement mit separatem Bad. Die Ausstattung ist wirklich gehoben mit Fernseher und freiem Internet sowie einer Terrasse. Im Gegensatz zu unserem Wohnmobil wirklich geräumig.

Viele fragten uns, wie unser Alltag so aussehe. Hier nun für alle:

Morgens früh drehe ich, Sonja, wie im normalen Leben, meine einstündige Joggingrunde durch die Wohngebiete und Parks von Christchurch. Die Straßen sind viel breiter als in Deutschland, auch die Nebenstraßen, so dass selbst bei parkenden Autos beidseitig am Straßenrand immer noch locker zwei entgegen kommende Autos aneinander vorbei passen. So fällt es bei den leeren Straßen auch leicht, anderen Fußgängern oder Läufern aus dem Weg zu gehen. Interessant sind der andere Häuserbaustil, der Linksverkehr, die vielen kleinen Kirchen in den Wohngebieten, eine Vielzahl an Spielplätzen, Parks und Sportplätzen, sowie die unzähligen Kindertagesstätten und Grundschulen.

Fußläufig erreichbar sind zwei große Supermärkte, die streng überwacht werden, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig einkaufen. Überall sind Markierungen auf dem Boden, damit man genügend Abstand hält. Am Eingang und Ausgang sind jeweils Desinfektionsmittelspender angebracht, ebenfalls Tücher, um die Einkaufswagengriffe zu desinfizieren. Alles ist sehr entspannt, von allem ist genügend vorhanden, so dass keine Hamsterkäufe stattfinden.

Nach meiner Joggingrunde, Marcs Liegestützen und der anschließenden Dusche genießen wir unser Frühstück. Seit gestern ohne die Gruppe, wir sorgen jetzt für uns selbst. Es gibt wieder frisches Obst, Nüsse, Mandeln, Eier, Käse, Salami, Müsli und Joghurt.

Nachmittags gehen wir jeden Tag eine Stunde spazieren, meist mit anschließendem Einkauf fürs Abendessen, welches ich seit heute auch wieder frisch zubereite. Als Vorspeise rote Beete Salat mit Gewürzgurken und Hühnerbrust oder Thunfisch, garniert mit Erdnüssen und als Hauptspeise eine Gemüsepfanne mit Rührei, Salami und Käse überbacken.

Jetzt haben wir auch einen Fernseher, so dass wir die Neuseeland Nachrichten schauen können. Ansonsten lesen wir viel.

Wir wünschen euch alles gute und stay healthy

Bewusstsein schärfen zum Thema Achtsamkeit

Hallo ihr lieben treuen Leser,

ich bin ja zutiefst gerührt, wenn ich sehe, wie viele unsere Karrierewende in der derzeitigen Form des Reisens verfolgen. Unglaublich!

Was mir jetzt erstmals in Neuseeland mit Schrecken aufgefallen ist (und das nur durch die 12 stündige Zeitverschiebung), dass nach Veröffentlichung unserer Artikel für uns tagsüber und für euch mitten in der Nacht innerhalb von 10 Minuten schon 10 likes oder Kommentare gemacht wurden! Schön, dass so viele mitlesen, unglaublich, wie Internet und smartphones unser Leben (uns) dominieren. Schlaf ist wichtig unter anderem für unsere Gesundheit und unser Immunsystem. Gerade jetzt in der Corona Zeit umso wichtiger. Also legt das Smartphone abends auf die Ladestation und freut euch auf unsere Artikel zum Frühstück, sie sind dann immer noch da und brandaktuell! Gönnt euch den Schlaf! Vielleicht ist das mal eine challenge für den ein oder anderen. Dies soll einfach noch mal das Bewusstsein für den Umgang mit den digitalen Medien schärfen. Das Leben da draußen ist viel interessanter als das auf dem Bildschirm! Jede Minute ohne Bildschirm ist gewonnene (Er-)Lebenszeit. Just think about it.

Enjoy, Sonja

Das Essen in Sri Lanka

Nun sind wir schon zwei Wochen in diesem tropischen Land und haben das Essen zu schätzen gelernt. Zum Frühstück süße Ananas, kleine Bananen, Papayas, alles was unser Herz begehrt. Dazu Rührei oder typische Egghoppers. Das sind dünne Pfannkuchen aus Kokosmilch und Reismehl, gefüllt mit einem Spiegelei. Die Hoppers gibt es auch ohne Ei, dann streicht man einfach etwas Chilipaste darauf. Die wird übrigens auf fast alle Gerichte je nach Schärfegrad wunschweise hinzugefügt.

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Unsere Gastfamilie hat uns extra zum Probieren Hoppers mit und ohne Ei gebacken

Wer von dem Obst noch nicht genug hat, kann sich in einer der vielen Saftbars einen tollen Fruchtsaft frisch mixen und mischen lassen. Der Variation sind keine Grenzen gesetzt, oft auch noch mit Kokosnussfleisch und Avocado angereichert oder mit Honig abgerundet.

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Unsere Lieblingssaftbar um die Ecke, so man beim Shake zusehen kann

Die Einheimischen essen zu jeder Mahlzeit Reis und Curry, Reis ist ihr Lebenselixier. Brot ist für die Touristen. Kommt uns gerade recht, denn wir essen ja sowieso kein Brot. In Sri Lanka isst man ohne Besteck. Sie nehmen dafür die rechte Hand, drücken den klebrigen Reis zu kleinen Kugeln und tunken diese in ihr Curry. Dabei ist hier Curry wie oft in Europa nicht nur eine Gewürzmischung, sondern eine ganze Gemüsezubereitung mit unterschiedlichem Schärfegrad, Kokosmilch etc. So haben sie oft ca. drei verschiedene Currys zur Auswahl, oft rote Beete, Linsencurry (Dhal) oder eine gehackte Salatmischung. So kann man schön variieren. Oft gibt es noch ein Spiegelei dazu.

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Einladung zum Abendessen bei der Gastfamilie mit typischem Reis und Curry

Als Zwischenmahlzeit gibt es hier an jeder Ecke Stände oder Streetfood-Wagen, an denen man sich sogenannte Rotis kaufen kann. Dies sind eine Art dünne Pfannkuchen aus Reismehl, gefüllt mit Gemüse, Fisch, Chicken oder auch in süß mit Ananas oder Bananen gefüllt und dann zu einem Dreieck gefaltet. Ebenfalls gibt es diese Varianten auch als Rolls, die sind dann einfach zu Röllchen geformt, oft paniert und frittiert.

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frittierte Gemüsetaschen mit unterschiedlichen Füllungen

Dann gib es als Alternative für Reis noch das bekannte Kottu. Gemüsekottu ist dann eine Mischung aus Gemüse und klein gehacktem Reisfladen. Der Fladen ist dann wie durch einen Aktenvernichter zerkleinert nur noch bestehend aus 5 Millimeter breiten länglichen Stücken. Der Koch zerhackt diese Fladen mit einem breiten Messer schwungvoll auf einem Schneidebrett mit lautem Getöse. Sieht aus wie eine Art Nudeln und ist sehr nahrhaft. Wer in Sri Lanka glutenfrei leben will, hat es sehr einfach. Gluten muss man suchen gehen. Reis, Gemüse und Fisch sind hier die Hauptnahrungsmittel, was sehr bekömmlich ist.

 

 

 

Sri Lanka – Temperaturschock, überall und jederzeit fröhlich lächelnde Menschen, Surfen, paradiesische Palmenstrände und tolles Essen

…so könnte man es zusammenfassen. Nachdem wir nun schon einige Tage hier sind, können wir uns immer noch nicht an diese schwülheißen Temperaturen gewöhnen. Nachts können wir vor lauter Hitze und Moskitos nicht schlafen. Trotz Ventilator und Moskitonetz ist es unmöglich, die halbe Nacht liegen wir wach. Morgens um 5.30 h klingelt der Wecker, damit wir um 6 Uhr als erste beim Surfbrettverleih sind, um vor den Menschenmassen und der Hitze einige Wellen zu surfen. Tatsächlich wird es um 6 Uhr dann auch schon voll auf dem Meer. Auch das Meer hat 29 Grad, so dass es keine richtige Abkühlung bietet. Manchmal sehne ich mich nach dem kalten Atlantik und der heißen Dusche danach zum Aufwärmen. Unsere Dusche kennt hier nur die Einstellung „kalt“, was aber auch sehr relativ ist. Diese Schwüle lähmt uns hier regelrecht.

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In unserem Garten bei der Lektüre von „Der Bote“ von Sergio Bambaren

Danach bekommen wir von unserem Vermieter oder dessen Mutter ein schönes Frühstück im Garten serviert: Spiegeleier, Papayas, Minibananen, Ananas und Toast. Danach halten wir uns fast ausschließlich drinnen auf, weil es draußen zu heiß ist. Dann wird oft der fehlende Schlaf der letzten Nacht nachgeholt. Nachmittags lesen wir und gehen zur Abwechslung noch mal eine Runde im Meer schwimmen. Ein bisschen Abkühlung bringt es immerhin nachmittags, wenn der Wind auffrischt. Abends gegen 17 Uhr machen wir uns zu Fuß auf in den Ort, um ein wenig den Trubel auf den Straßen und das wuselige Leben zu beobachten. Wir schlendern an Geschäften vorbei, wo wirklich alles verkauft wird: Gewürze, Gartenstühle, Matratzen, Kleidung, Kosmetik, Baumarktartikel, Schreibwaren, etc.. Danach machen wir uns auf die Suche nach typischem Essen aus Sri Lanka. Bekannt ist vor allem das tolle Curry. Hier gibt es unzählige Varianten. Außerdem haben wir eine Saftbar von einem Schweizer in der Nachbarschaft ausfindig gemacht, wo wir schon ein paar Mal einen tollen Fruchtsaft mit Ananas, Maracuja, Papaya, Avocado, Kokosnuss und anderen Früchten frisch gemixt genossen haben. Diesen schlürfen wir dann auf der Dachterasse mit Blick aufs Meer. Gegen 18.30 h wird es dunkel, und wir gehen wieder Richtung unserer Unterkunft, um uns vor Moskitos zu schützen und den Tag mit vielen neuen Eindrücken zu verarbeiten.

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Gefüllte Reisteigtaschen, meist angenehm scharf, zum Probieren

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Verpackt waren die Teigtaschen in recyceltem Schulheftpapier mit Matheaufgaben!!!

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Heute bekamen wir Besuch von einer fünfköpfigen Affebande, die in unserem Garten durch die Bäume flogen. Echt sensationell!

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Dieses wunderschöne Schneckengehäuse haben wir früh morgens vor dem Surfen am Strand gefunden.

Auf nach Avignon: Wiedersehen mit französischer Austauschschülerin von Sonja

Nach einer stürmischen Nacht sind wir dann auch recht früh aufgebrochen, um unsere 300 km in über 4 Stunden Fahrtzeit nach Avignon entspannt angehen zu können. Denn morgen wollten wir uns mit meiner ehemaligen Austauschschülerin aus Charleville-Mézières, die seit über 10 Jahren in Avignon lebt, samt Familie treffen. Das erste Stück, was wir zum Stellplatz im Dunklen gefahren waren, war sehr kurvenreich, danach lotste uns das Navi über breite, gut ausgebaute Nationalstraßen. Je weiter wir uns Avignon annäherten, umso hektischer wurde der Verkehr. Mehrspurige Straßen, Kreisverkehre, Leitplanken, Straßengeländer, hohe Bordsteine, alles war dabei. Dass man durch die ganze Stadt nicht mit 3,5 Tonnen fahren durfte, stellte Marc dann auch noch fest. Mir als Fahrer war dies nicht aufgefallen. Die Busfahrer schauten uns schon verdächtig an, ebenfalls eine Polizeistreife. Wir fuhren die kilometerlange beeindruckende Stadtmauer entlang. Genießen konnte ich den Anblick nicht bei diesem Verkehrsaufkommen, oft trennten uns nur Zentimeter vom Nachbarauto, Motorradfahrer, die gerne auch mal nur auf dem Hinterrad fahrend überholen, scherten kurz vor uns ein. Puh, was für eine Hektik. Der anvisierte Parkplatz war nicht auffindbar, weil die Beschilderung immer irgendwo endete. Wir hatten die Schnauze voll und wollten schon wieder aus der Stadt raus, als Marc einen Lidl-Parkplatz entdeckte, der in 100 Meter Entfernung lag. Dieser rettete uns zunächst einmal.

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Die schöne Stadtmauer von Avignon mit ihren Wachtürmen

Die Rast auf dem Parkplatz nutzten wir erst mal, um unser sehr sehr spätes Frühstück zu uns zu nehmen. Unterwegs hatten wir nur etwas dunkle Schokolade und Walnüsse geknabbert. Als wir dann gut gestärkt waren, schauten wir mal nach, wie weit es denn bis zu Audes (Sonjas Freundin) Wohnung war. 1,6 km ist nicht wirklich weit. Aber unseren EU-GO in dieser unheimlichen Gegend stehen zu lassen, war uns zu heikel. Wir hatten schon öfter von Wohnmobileinbrüchen in Avignon gehört, selb st auf Campingplätzen. So kontaktierte ich Aude und beschrieb ihr die Lage. Da sie sehr spontan ist, schlug sie vor, uns mit ihrem Sohn mit ihrem Auto aufzusuchen. Das kam uns sehr entgegen, denn wir waren ja extra nach Avignon gekommen, um sie wiederzusehen. Das letzte Mal liegt 13 Jahre zurück! Mittlerweile hat sie einen dreijährigen Sohn (Siméon), der total Auto- und LKW begeistert ist. Das kam gerade richtig, ihm einmal das Wohnmobil zeigen zu können.

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Der stolze Siméon im Wohmobil

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Er durfte sogar am Steuer sitzen und die Hupe betätigen!

Es war eine große Freude für uns, dass die beiden uns in unserem kleinen Einzimmer-Apartment aufgesucht haben. So haben wir einen netten Abend mit ihnen verbracht, viel erzählt und gelacht. Wir sind gespannt, wie lange das nächste Wiedersehen auf sich warten lässt.