Die Bücher, die wir in der letzten Zeit gelesen haben – vielleicht ist ja auch etwas für Euch oder Eure Liebsten dabei?!?

Sergio Bambaren ist der Erfolgsautor und hat mit seinem Buch “Der träumende Delfin” Millionen Leser auf der ganzen Welt erreicht. Wir stehen mit ihm persönlich im Kontakt und haben natürlich auch sehr viele seiner Bücher, die zum Nachdenken anregen gelesen. So schnell sich diese Bücher jeweils lesen lassen, so lange kann man darüber nachdenken. Je nach Lebenssituation “sagen” einem die Bücher auch immer wieder etwas anderes, so dass man sie getrost mehrfach lesen kann:
Der träumende Delfin, Sergio Bambaren
Die Stimme des Meeres, Sergio Bambaren
Lebe deine Träume, Sergio Bambaren
Ein Strand für meine Träume, Sergio Bambaren
Das weiße Segel, Sergio Bambaren
Die beste Zeit ist jetzt, Sergio Bambaren
Die Rose von Jericho, Sergio Bambaren
Stella, Sergio Bambaren
Die Bucht am Ende der Welt, Sergio Bambaren
Die Botschaft des Meeres, Sergio Bambaren
Der kleine Seestern, Sergio Bambaren
Die Heimkehr des träumenden Delfins, Sergio Bambaren
Die blaue Grotte, Sergio Bambaren
Die Stunde der Wale, Sergio Bambaren
Samantha, Sergio Bambaren
Der Traum des Leuchtturmwärters, Sergio Bambaren
Lieber Daniel: Briefe an meinen Sohn, Sergio Bambaren

Ein tolles und absolut im positiven Sinne detailverliebtes Buch von DEM Kenner der Geschichte des Nürburgrings. Leider bislang nur in kleiner Auflage und im Eigenverlag erschienen. Ich habe das Glück das Exemplar NR. 77 mit Widmung mein Eigen zu nennen. Wer Interesse hat, schaut doch einfach mal auf Nordschleifologie.de vorbei und/oder schreibt Alex direkt an:
Vor 90 Jahren – Die Geschichte des Nürburgrings; Alexander Matthias Kraß

Einer DER Klassiker, bei dem der Name Programm ist und das in unserer konsumorientierten Gesellschaft erst recht zum Nachdenken anregt:
Haben oder Sein, Erich Fromm

Schon legendär sind die Bücher von John Strelecky, kurz und dennoch sehr tiefgründig. Wer nicht über sich selbst oder seinen Lebensinhalt nachdenken möchte, der sollte die Finger davon lassen;-):
Das Café am Ende der Welt, John Strelecky
Wiedersehen im Café am Rande der Welt: Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst; John Strelecky
The Big Five for Life: Was wirklich zählt im Leben; John Strelecky, Bettina Lemke

Buch über verschiedenste Reisetypen und Länder sowie ihre Eigenarten, allgemeine Verhaltensregeln und Informationen über verschiedene Länder, Ausrüstungstips:
Off the Path, Sebastian Canaves

Reiseberichte als Kurzgeschichten aus verschiedensten Ecken der Welt. Unterhaltsam zu lesen, bestimmt für jeden etwas dabei:
The Travel Episodes, Johannes Klaus

Buch über die Macht des Unterbewusstseins, das auch konkrete Vorschläge macht, wie man das Unterbewusstsein programmieren kann und so konstruktiv im Leben nutzt:
Autosuggestion: Die Kunst der Selbstbeeinflussung durch mentales Training, Coué

Manche Menschen sind sensibler als andere und nehmen die Welt anders wahr als ihre Mitmenschen. Das Buch gibt einen Einblick und hilft so Hochsensible sich selbst und andere Menschen die Hochsensiblen besser zu verstehen:
Hochsensibel – Wie Sie Ihre Stärken erkennen und Ihr wirkliches Potenzial entfalten: Mit umfangreichem Selbsttest; Eliane Reichardt

Sehr interessante Beobachtungen und Gedankenexperimente… Erstaunlich, wie wir ticken
Denken Sie nicht an einen blauen Elefanten – Die Macht der Gedanken -, Thorsten Hagener und Dr. med. Michael Spitzbart

Das Buch was mir bei der Erstellung dieses Blogs am allermeisten weitergeholfen hat:
Bücher von Ken Robinson, einem begnadetenBeobachter und Autor, der sich mit den angeborenen Talenten und Herzenswünschen auseinandersetzt:
Natürlich hat er sich auch des Themas “schulisches Lernen” angenommen:

Nach DIE SÄULEN DER ERDE und DIE TORE DER WELT der neue große historische KINGSBRIDGE-Roman des internationalen Bestsellerautors:
Das Fundament der Ewigkeit: Historischer Roman (Kingsbridge-Roman 3); Ken Follett

Zwei Bücher vom langjährigen Schulleiter der Schule Schloss Salem, einem der bedeutendsten Internate weltweit:
Unsere Reise im Wohnmobil und das Auflösen der Wohnung hat auch etwas mit Minimalismus zu tun, daher haben wir uns auch theoretisch damit auseinandergesetzt:
Ein tolles Feuerwehrbuch von einem langjährigen Mitarbeiter der Feuerwehr Köln und einem ziemlich charismatischen Menschen, wirklich sehr lesenswert, nicht nur für Feuerwehrler:
Toll geschriebene Bücher über zwei Mädels, die ihr normales Leben satt haben und mit einem uralten Bus nach Spanien fahren und sich dort “durchschlagen” und aus der ursprünglich einjährigen Reise wird viel mehr… wirklich lesenswert, wir haben die Bücher verschlungen!:
Zwei Bücher über verschiedene Reisemobile im Gestalten-Verlag erschienen. Tolle Bilder, teils ziemlich verrückte Mobile, immer mit tollen Fotos, daher unbedingt als gebundenes Buch zu empfehlen:
Das Gerät auf dem wir einen Großteil der Bücher lesen (wirklich praktisch, denn man kann überall auf der Welt viele Bücher mitnehmen und sehr viele Bücher unterwegs auch einfach erwerben (W-LAN vorausgesetzt):

und eine passende Hülle zum Schutz:

Kochen und Essenzubereitung in unserem Wohnmobil

Heute darf ich zu meinem weiteren Hobby etwas schreiben, was vielleicht viele von euch interessieren wird. Wie und was kochen wir so im Wohnmobil, wie sieht unsere Küche aus, welche Geräte haben wir mit an Bord, und wie praktikabel ist das Ganze mit Zubereitung und Vorratshaltung.

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Der bereits mehrfach erwähnte legendäre Obstsalat zum Frühstück

Grundsätzlich bin ich für unser Essen zuständig, wie es sich so in einem typischen Haushalt gehört. Die Frau macht das Essen, der Mann ist für Technik, Handwerkliches, Spülen und Müll wegbringen zuständig. Kleiner Spaß am Rande, ganz so strikt ist das bei uns nicht.

Jedenfalls erledige ich meist den Einkauf im Supermarkt, während Marc auf dem Parkplatz davor auf unser Wohnmobil aufpasst. Nicht selten werden dort Wohnmobile aufgebrochen, während die Fahrer gerade beim Einkaufen sind. Sicher ist sicher! Wenn wir auf einem Campingplatz wie jetzt stehen, dann gehen wir auch gemeinsam in den Supermarkt und auf den Wochenmarkt, wenn es sich ergibt. Wir haben mittlerweile die Warensortimente von Portugal und Spanien durchschaut, ja, auch Aldi und Lidl haben hier ein komplett anderes Sortiment. Die Spanier und Portugiesen lieben Bohnen in jeglicher Form, des weiteren Kichererbsen und Oliven. Dazu sind die Thunfischauswahl und allgemein Meeresfrüchteauswahl auch besonders groß. Wir bevorzugen den neutralen Thunfisch im eigenen Saft und Sardinen in der Dose. So können wir selbst würzen und mit Olivenöl etc. verfeinern.

Frischen Fisch zu braten, würde unsere Einzimmerwohnung ein wenig “unbewohnbar” machen, von daher verzichten wir darauf.

Thunfisch gibt es jeden zweiten Tag in immer anderen Konstellationen. Die Ideen gehen mir nicht aus, und Marc ist immer wieder erstaunt, was er alles noch nicht gegessen hat (bestimmte Konstellationen). Grundsätzlich koche ich ohne Rezept, alles ist Improvisation, je nach Vorräten, die aufgebraucht werden müssen oder nach diversen Gelüsten am jeweiligen Tag.

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ein inhaltsreicher Eisbergsalat mit Thunfisch, Zucchini, hartgekochten Eiern, geraspelter Käse, Mais, Erbsen, Möhren, Kartoffelstücken, garniert mit Dressing und Sonnenblumenkernen

Fertiggerichte sind ein No-Go, da ich auch Fast-Food mit frischen Zutaten zaubern kann! Natürlich habe ich mich während jahrelanger Beschäftigung mit gesunder und gleichzeitig genussvoller Ernährung mit wenig Zeitaufwand auch ein wenig inspirieren lassen. Zum Beispiel vom Buch “Forever Young – Geheimnis Eiweiß” von Dr. Ulrich Strunz, dem Laufpapst der 90er Jahre. Das Thema Eiweiß hat mich auch in meiner letzten Tätigkeit als Trainerin in einem Sport-Studio für gesundheitsorientiertes Krafttraining während unserer Zeit in Stuttgart sehr interessiert, was mich auch zu einem Selbsttest beim Muskelaufbau bewogen hat. Da ich als Angestellte auch selbst kostenlos im Studio trainieren konnte, habe ich dies natürlich einmal in der Woche zu meinem täglichen Ausdauertraining als Ergänzung genutzt. Wer mich kennt, weiß, dass ich eine begnadete “Genussläuferin” bin. Am frühen Morgen – leicht, locker und lächelnd der Sonne entgegen. Ganz meditativ. Danach kann ich so richtig in den Tag starten. (Seit Beginn unserer Tour bin ich nicht mehr gelaufen, sondern genieße die ausgiebigen Spaziergänge mit Marc zusammen! Und täglich gehen wir ja auch zwischen 10 und 20 km, das reicht vollkommen aus!) Mit Krafttraining hatte ich bisher “nichts so richtig am Hut”. Kurz und gut, im letzten Jahr habe ich den Eiweißanteil meiner und teilweise natürlich dann auch Marcs Mahlzeiten erhöht, um zu schauen, wie sich das “Mehr an Eiweiß” auf mein Muskelwachstum auswirkt. Das Ergebnis geht hier zu weit. Wen es interessiert, kann mich “persönlich” fragen. Ich kann nur sagen, es ist höchst interessant, wie sich die Umstellung auf Schlafqualität, Sättigung und gute Laune ausgewirkt hat!😁😎☀️🤙😊🤓 Kleine Anekdote noch am Rande: Eine von Marcs Tanten fragte uns gestern, wie wir die, ja es waren 40 kg, Lebensmittel transportiert haben. Ganz einfach, Marc ist eh ein starker Mann, und seitdem ich ein Jahr im Fitnessstudio Gerätetraining mit Gewichten gemacht habe, kann ich 10 kg mehr tragen als vorher. Sprich, mein Kreuz, meine Beine und Arme sind extrem stark geworden. Die Körperanalysewaage sagte: Muskelzuwachs von 2 kg in einem Jahr. Für meine Statur extrem viel!

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Beweisfoto mit 3 x 6 l Kanistern und ein 8 l Kanister, 26 kg für mich eine “Leichtigkeit” 😎

Zurück zum Essen. Unser Hauptnahrungsbestandteil sind Obst und Gemüse, dazu Käse, Walnüsse, Mandeln, Samen…..und die für Spanien typische Chorizo-Wurst, die fast täglich gewürfelt unser Essen verfeinert. Dafür gibt es hier natürlich eine riesige frische Auswahl. Auch Serrano-Schinken, allerdings hat Marc den Schwarzwälder Schinken bevorzugt. Den gibt es auch hier in den Supermärkten.

An Geräten haben wir einen Kühlschrank, der auf Gas oder Strom läuft. Wenn wir frei stehen, über Gas und auf Campingplätzen über Strom, wenn wir Strom dazu gebucht haben. Er ist recht groß und besitzt dazu noch ein Gefrierfach für Gefrorenes wie Gemüse etc. So können wir Vorräte halten, die uns bis zu einer Woche versorgen können, ohne dass wir “verhungern” müssten. Unser Herd ist ein dreiflammiger Gasherd, dessen Flammen so eng beieinander liegen, dass sinnvoll nur ein Topf oder eine Pfanne darauf Platz haben. Da war ein Designer am Werk, der mit Kochen nichts am Hut hat. Meines Erachtens, denn wer kocht mit einer 18 cm Durchmesserpfanne? Unsere normal große Pfanne muss ich dann auch regelmäßig drehen, weil sie immer nur zur Hälfte erhitzt wird. Ich praktiziere es so, dass ich entweder ein Pfannengericht kreiere oder ein ausschließliches Topfgericht, somit haben wir mehr Platz auf dem Herd und auf der Küche und weniger Abwasch, ganz einfach. Bei Reisgerichten liegt der Reis unten im Topf und das Gemüse dünstet darüber im Dampf. Ganz einfach und Platz sparend. Meist ist es auch gleichzeitig gar. Fast jedes Gericht wird verfeinert mit Käse, Ei und unserer lieb gewonnenen Chorizowurst. Oft gibt es auch Eintöpfe oder Pfannengerichte mit Kartoffeln und Pilzen, Zucchini, dazu immer wieder Rührei und Käse. Das verleiht Geschmack und macht für lange Zeit satt.

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Marcs bunter Obstteller garniert mit Walnüssen, bei mir gab es zur Abwechslung einen Smoothie 🙂

Morgens gibt es wie ja schon erwähnt immer einen riesigen Berg Obst, garniert mit Sonnenblumenkernen und Walnüssen, manchmal auch mit Käsespänen. Danach kommt der herzhafte Teil. Manchmal ein Thunfischsalat oder auch ein Omelett mit Pilzen, Käse und Schinken. Da wir nur zweimal am Tag essen, sind unsere Mahlzeiten entsprechend groß und umfangreich, dass wir mittags und abends lange Zeit mit “Essen” verbringen. Abends gibt es meist drei Gänge, als Vorspeise Salat, dann ein warmes Hauptgericht sowie ein süßer Nachtisch, oft naschen wir dann etwas Müsli, bis wir irgendwann müde ins Bett fallen. Für die, die es noch nicht wissen, seit vielen Jahren essen wir keinen Weizen mehr, also auch kein Brot etc., falls es jemand vermisst.

Für zwischendurch liegen hier immer Powerfood in Form von Walnüssen und dunkler Schokolade (mind. 85% Kakao) parat, wenn wir eine extra Portion Energie brauchen!

Spülen tun wir ausschließlich in den externen Vorrichtungen auf dem Campingplatz, da wir unsere Rohre im Wohnmobil nicht mit Essensresten verstopfen wollen.

Alles in Allem funktioniert die Essenzubereitung ganz routiniert, ab und zu fehlt es mir ein wenig an Platz, wenn ich Gemüse schneiden, Käse raspeln etc. will. Dann wird es auf meiner Küche manchmal ein wenig eng, und ich muss ein wenig hin- und her räumen. An Stauraum mangelt es auch nicht, da wir ja nur Geschirr für zwei Personen dabei haben (in dreifacher Ausfertigung, falls wir mal nicht zum Spülen kommen). Die anderen Schränke haben wir mit unserem persönlichen Büromaterial etc. belagert.

Urlaub – Surfen Teil III

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Unser Strandzugang vom Campingplatz mit Blick auf die Wellen

Heute war unser erster Urlaubstag. Als solche bezeichnen wir Tage, an denen wir nicht fahren und auf einem Campingplatz stehen. Das bedeutet für uns Erholung pur. Eine große warme Dusche, Spülmöglichkeit mit warmem Wasser, sanitäre Anlagen, Möglichkeiten zum Wäschewaschen und einfach mal auf unseren Campingmöbeln vor unserem EU-GO zu sitzen, was auf Stellplätzen nicht gewünscht ist.

Heute haben wir erst mal schön ausgeschlafen. 10 Stunden Schlaf sind bei uns schon fast normal und hat es in unserem bisherigen Leben nie gegeben, außer vielleicht mal am Wochenende. Danach wollten wir einen Strandspaziergang machen, aber es war so windig und kalt, dass wir kehrt gemacht haben. Kaum zu glauben. Wir hatten doch gedacht, dass es am Mittelmeer wärmer sei als am Atlantik. Trugschluss. Die vielen deutschen Rentner hier auf dem Platz (wir sind die jüngsten Urlauber hier), die jedes Jahr hier den Winter verbringen und sich schon alle kennen, sagen, so kalt sei es noch nie um diese Zeit gewesen. Sie frieren ebenfalls wie wir bei 19 Grad, aber haben immer gute Laune. Hier wird viel gelacht, man hilft sich gegenseitig, ein Weihnachtsmarkt wird sogar organisiert. Echt nett hier. Das kann man sich mal für in ein paar Jahrzehnten vormerken :-).

Nichtsdestotrotz wurde es gegen Nachmittag wärmer, und so haben wir uns doch noch mal an den Strand begeben und sind auf- und abspaziert. Ich, Sonja, bin dann Hals über Kopf doch noch in meinen Neoprenanzug gesprungen, habe mein Surfbrett geschnappt und habe mich in das 16 Grad kalte Wasser begeben. Mein Neo wärmt sehr gut, so dass ich eine halbe Stunde in den bis ein Meter hohen Wellen trainiert habe. Für 30 Minuten war die Wellenausbeute sehr gut. Da hat das Mittelmeer seinem Klischee getrotzt, dass es dort keine Wellen gibt. Mal sehen, wie es morgen wird, bei ähnlichen Wellen und wärmeren Temperaturen steht einem zweiten Surftag nichts im Wege.

Nach einer chaotischen Nacht im verschlafenen Nest Estepona Richtung Motril

Nachdem wir uns auf unserem freien Stellplatz im Hafen von Estepona ruhig ins Bett gelegt hatten,  wurden wir auf einmal gegen 0.30 Uhr wach, da sich neben uns auf dem Parkplatz ein kleiner Seat gesellte, der besetzt war mit vier Erwachsenen und ein paar Musikboxen, aus denen Bässe drangen, die das Auto zum Beben brachten. In dem Wagen war gut Stimmung, und eine der Damen ging zum Kofferraum und packte eine Flasche Sekt aus, die dann erst mal von allen geext wurde. Wir konnten dies alles aus einem Meter Entfernung aus unserem Guckloch (Ritze der Jalousie an unserem Bettfenster) beobachten, und wir waren gespannt, wie die Show weiterging.

Nach einer weiteren Flasche ??? wurde die Stimmung und Musik immer lauter, dass wir beschlossen, ein paar Parktaschen weiterzufahren, wo noch andere Wohnmobile standen, um ein wenig mehr Ruhe zu haben, denn ein Schlafen wäre unmöglich gewesen mit so einer Nachbarschaft. Kaum hatten wir das Wohnmobil 10 Meter weitergeparkt, lagen wir erneut im Bett. Keine 2 Minuten später, und schon gesellte sich ein ähnlich besetztes Auto neben uns, diesmal wurde geraucht und gesoffen. Am Wochenende wird also auch in Spanien gut gefeiert. Ein Schweizer hatte am Tag vorher schon davon gesprochen, dass es hier eine Diskomeile um die Ecke gebe, und dass es laut werden könnte. Wir hatten dem ganzen nicht getraut, da es gegen Abend noch alles ruhig schien. Die spanischen Nächte fangen eben erst viel später an als bei uns. Denn um 0.30 Uhr findet bei denen also erst das “Warmtrinken” statt, um danach in eine ihrer Diskotheken abzutauchen und schon ein gewisses Alkohol-Level zu haben, bevor es so richtig los geht. Dazu gesellte sich auch noch ein Polizeiauto mit Drogenhund. Jetzt ging es richtig rund, und wir beschlossen, auf den benachbarten Schotterplatz, der komplett im Dunklen hinter den Wellenbrechern lag, umzusiedeln, in der Hoffnung, dort endlich ein wenig Ruhe zum Schlafen zu finden. Diese nächtlichen Umparkaktionen habe ich dann ohne Kontaktlinsen im Halbschlaf erledigt. Am Ende des Schotterplatzes standen noch eine Reihe weiterer Wohnmobile, die es direkt richtig gemacht hatten, u.a. auch der vorher erwähnte Schweizer.

Kaum zu glauben, aber wahr. Hier konnten wir in Ruhe bis morgens schlafen und wurden von hellem Sonnenlicht geweckt mit Blick aufs Meer. Was will man mehr an einem Sonntagmorgen, und das ganz ohne Wind, der uns am Atlantik die ganze Zeit verfolgt hatte. Mit so einer Aussicht aus dem Bett hatten wir gar keine Lust aufzustehen, zumal wir ja eh keinen Termin hatten, außer irgendwann weiter zu fahren.

Ein kleiner Exkurs zum Thema Müll in Spanien:

Auf unserem Schotterplatz standen 10 halbvolle Müllcontainer, und dahinter lagen viele Kubikmeter Müll auf dem Boden herum. Man fragt sich, ob die Menschen nicht treffen können, oder wie dies zustande kommt. Allgemein liegt in Spanien außerhalb der Städte sehr viel Müll in der Prärie herum, weniger am Strand, da diese oft noch gereinigt werden, unter anderem von den Städten. Eigentlich wollten wir ab und zu Müll sammeln, sind aber dermaßen frustriert, weil wir oft einen Müllsack füllen könnten, ohne zu sehen, dass es überhaupt weniger Müll geworden ist. In Frankreich war es oft das Problem des Mikroplastiks, kleine Millimeter große Plastikstücke, die kaum zu greifen sind, um sie aufzuheben und sinnvoll zu entsorgen. Dazu müssten wir fast mit einer Lupe über den Boden robben. So heben wir hauptsächlich also nicht gezielt Müll auf, sondern nur, wenn etwas vor uns auf dem Boden liegt, und ein Mülleimer in Reichweite ist. Naja, wenigstens etwas.

Gegen 10 Uhr machten wir uns fahrklar und starteten mit dem Ziel unseres Campingplatzes DonCactus in Motril mit Zwischenstation in Nerja. Die A7 führte komplett am Meer entlang bzw. mit Fernsicht auf das Meer. Links davon im Hintergrund riesige Gebirgsketten von diversen Sierras, die bis 1900 Meter hochgehen, die Sierra Nevada werden wir auf unserer nächsten Etappe sehen. Oft führte uns die Autovia genau in Richtung Wasser, so dass wir das Gefühl hatten, dort die Klippe hinunterzustürzen, bzw. direkt ins Meer zu fahren. Ein echt tolles Gefühl! Wenn man weiß, dass es nicht so sein wird. Später fuhren wir durch riesige Anbaugebiete von Pfirsichbäumen bis nach Nerja, wo wir den Balcón de Europa besuchten, den wir vor vielen Jahren über Weihnachten schon einmal besichtigt haben. Bei guter Sicht kann man auch hier bis nach Marokko schauen.

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Der Balcon de Europa

Die letzten Kilometer führten uns durch große Obst- und Gemüseplantagen, in Form von Leichtgewächshäusern mit weißen Folien bedeckt. Unser Campingplatz liegt genau zwischen diesen Gewächshäusern und zwar 50 Meter vom Strand entfernt. Heute begleitete uns ein gefühlt orkanartiger Wind mit Windstärken von bis zu 7 oder 8 Beaufort, sprich 50-70 km/h, und wir dachten, am Mittelmeer wäre es milder und wärmer. Pustekuchen, im wahrsten Sinne des Wortes. Hier fliegt alles weg, was nicht niet- und nagelfest ist.

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Bei unserem Spaziergang vor Sonnenuntergang am Strand liefen sogar bis zu 2 Meter hohe Wellen. Noch ein Klischee, welches vom Mittelmeer heute widerlegt wurde: Das Meer ist platt, und es gibt keine Wellen. Fünf Surfer versuchten, die schnellen und steilen Wellen zu erhaschen, mehr oder weniger erfolgreich. Ihnen schauten wir sehr interessiert einige Zeit zu. Mal sehen, wohin die Reise weitergeht.

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Ein Surfer auf einer Mittelmeerwelle

 

 

 

Zweiter Anlauf Gibraltar, dieses Mal mit Ausweis, geglückt

Heute haben wir erneut einen Versuch gestartet, die Halbinsel Gibraltar mit dem Fahrrad zu erkunden. Von Campingplatz bis zur Grenze hin am Strand entlang waren es ca. 6 km. Da auch ich heute meinen Ausweis dabei hatte, wurden wir beim Zoll direkt durchgewunken, zwischen Autos, Elektrorollern und Fußgängern. Zunächst fuhren wir Richtung Hafen und Hafen-Village, wo moderne Super-Yachten um die Wette strahlten. Ebenfalls funkelten die Glasbalkone der modernen Wohnhochhäuser in der Sonne. Am Hafen entlang reihten sich viele Bars und Restaurants aneinander. Weiter ging es Richtung Süden zum Leuchtturm und Europa-Point, dem südlichsten Punkt der Halbinsel, wo viele Touristen mit Bussen hingekarrt wurden. Wir als aktive Radfahrer hatten dafür das Erlebnis, durch mehrere abenteuerliche Tunnel fahren zu dürfen.

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Bei diesem Tunnel hatte man eher den Eindruck, durch ein Bergwerk oder einen Stollen zu radeln, anstatt durch einen normalen Straßentunnel

Dafür wurden wir am Ende mit einer tollen Aussicht auf Marokko und Spanien belohnt. Gegenüber vom Leuchtturm befand sich die Moschee von Gibraltar, direkt am südlichen Teil des großen Felsens.

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Aussicht auf die Moschee links und den Leuchtturm

Richtung Norden fuhren wir die Ostküste wieder zurück. Auch hier mussten wir durch einen mehrere hundert Meter langen Tunnel. Die Luft darin war sehr schlecht, aber immer noch besser als die Luft auf unserem letzten Campingplatz, wo der Nachbar gefackelt hatte. *grins*

Am Ende des Tunnels erreichten wir eine Art Feriendorf mit vielen bunten Häusern und einem kleinen Strand.

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Catalan Bay an der Ostküste, sehr authentisch, ruhig und nett anzusehen

Im Hintergrund hatte man immer den gigantischen Felsen mit seinen 426 m Höhe, über eine Breite von mehr als 4 km und Länge von einem Kilometer im Blick. An manchen Stellen fällt er regelrecht senkrecht ins Wasser ab. Teilweise mit weiteren Überhängen. So konnte auch Marc mal das Gefühl nachempfinden, welches ich habe, wenn ich ihn von unten anschaue, als er die Felsen ansah – Kopf in den Nacken und nach oben schauen – *hihihi*.

Zum Abschluss besichtigten wir noch den Friedhof mit vielen weißen Gräbern und weißen Heiligenfiguren sowie Kreuzen. Sehr beeindruckend direkt vor dem Mittelmeer.

Die Stadt an sich mit der Main Street war der reinste Tourirummel, da waren wir froh, dass wir schnell wieder raus waren. Bis zur Seilbahn, die aber nicht fuhr, haben wir es noch geschafft, ebenfalls zur Feuerwehrstation, die dort unten an der Seilbahnstation angesiedelt ist. Zurück ging es dann wieder wie auf dem Hinweg über die Lande-und Startbahn vom Flughafen, den die Zufahrtsstraße auf die Halbinsel kreuzt, und die dann durch Schranken geschlossen wird, falls mal eine Maschine startet oder landet. Ein tolles Gefühl, einmal über so eine Landebahn mit dem Fahrrad zu fahren. Beim Rausfahren über die Grenze musste man dem Zollbeamten vom Fahrrad aus nur noch den Ausweis zuwedeln, so handhabten es alle Rollerfahrer und Radfahrer, also schlossen wir uns dieser Vorgehensweise unauffällig an. Hat gut funktioniert. Den ganzen Tag über herrschten starke Windböen, die uns oft das Radfahren erschwerten, einmal kamen wir kaum von der Stelle, solche Windböen habe ich in meinem Leben noch nicht auf dem Fahrrad bezwungen. Man musste auch oft aufpassen, dass man nicht seitlich vom Fahrrad geweht wird, bzw. umgeweht wird.

Alles in Allem hat sich dieser Ausflug nach Gibraltar sehr gelohnt, zumal heute auch den ganzen Tag die Sonne schien. Erschöpft kamen wir am frühen Nachmittag auf dem Campingplatz an und freuten uns auf eine warme Dusche sowie auf ein ausgiebiges Brunch, natürlich mit dem bereits bekannten Obstsalat als “Starter”. Mal sehen, wohin die Reise weitergeht.

Surfen – Teil 2

Wie ja schon von Marc angekündigt, widme ich mich erneut meinem Lieblingsthema, dem Wellenreiten (Wenn er diese Ankündigung nicht gemacht hätte, gäbe es diesen Artikel heute sicher nicht, denn meist, wenn Marc abends die Artikel schreibt, bin ich dabei, das Abendessen zu zaubern. Und da dies immer frisch zubereitet wird, erfordert dies doch einen zeitlichen Aufwand, der nicht unerheblich ist. Da Kochen jedoch eines meiner liebsten Hobbys ist, investiere ich diese Zeit gerne: Am Ende steht ja dann auch ein großer “Genuss”auf dem Tisch, zumindest meistens!)

Da wir unsere Campingplatzauswahl immer so treffen, dass man fußläufig den Strand erreichen kann und am besten auch noch gute Wellenbedingungen hat, was man vorher jedoch nie so richtig weiß, ist es nicht immer leicht, einen solchen zu finden, der auch noch preislich akzeptabel ist. Jetzt haben wir es 500 Meter weit, was man mit dem Surfbrett locker zu Fuß zurücklegen kann.

Gestern Morgen bin ich zunächst zum Strand gejoggt, um zu schauen, ob es sich lohnt, mit den Surfbrettern zum Strand zu gehen. Die Entscheidung war schnell getroffen, denn es war absolut windstill, und es lief eine kleine saubere Welle an den Strand. Für Marc wäre sie wahrscheinlich etwas zu klein, meinte ich zu ihm, denn für ihn müssen die Wellen mehr Schubkraft haben als für mich. Dennoch entschied er sich mitzukommen. Als wir ankamen, sahen die Wellen noch besser und größer aus, und mit unseren Neoprenmützen wurde uns auch nicht kalt. So hielten wir es tatsächlich über eine Stunde im Wasser aus. Die Wellen brachen immer sehr dicht am Strand, so dass man die Wellen nie weit absurfen konnte, da man sonst die Finnen in den Sand gerammt hätte, und man musste die Wellen auch immer direkt schräg anpaddeln, da man sonst zu schnell am Strand gelandet wäre. In diesen kleinen steilen Wellen lässt sich das “Aufstehen”, der Takeoff, nach dem Anpaddeln immer sehr gut üben, da er sehr schnell erfolgen muss. Und da man nie weit surfen kann, wiederholt man diese Bewegung einfach ziemlich oft, so dass man den Bewegungsablauf irgendwann automatisiert. Verglichen ist es mit stupidem Tonleiterspielen beim Klavierüben, so habe ich es empfunden. In dieser einen Stunde haben wir so viele Wellen erwischt, wie wir es uns niemals erträumt hätten. Fast jede angepaddelte Welle haben wir erwischt. Die Stimmung war mystisch, der Himmel leicht grau, dunkle Wolken vor der Bergkulisse hinter unserem Campingplatz, was man vom Wasser aus gut sehen konnte. Hinten rechts von unserer Wasserperspektive aus (also südlich) am Horizont das Atlasgebirge von Marokko und vor uns ein Strand und das Meer für uns alleine. Die Surfsession hatte sich für uns so richtig gelohnt, denn auch Marc hat sogar mit meinem kleineren Brett tolle Wellen erwischt. Da ich ja schon zehn Jahre längere Surferfahrung hinter mir habe, kann ich behaupten, dass er dieses Jahr (genau wie ich!) enorme Fortschritte gemacht hat im Gegensatz zu den Jahren davor. Kein Wunder, denn sonst stehen wir jedes Jahr nur 10 Tage auf dem Brett, und dieses Jahr schon mehrere Wochen immer mal wieder.

Heute Morgen war ich dann erneut auf dem Wasser. Die Bedingungen waren nicht so gut, Marc fühlte sich nicht fit, von daher hat er mich nur als “Trainer” und Fotograf begleitet. So kann ich mir dann auch immer mal meine Technik und Haltung anschauen.

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Eine kleine hüfthohe Welle, die ich im grünen Bereich (das Weißwasser, also der brechende Teil, ist hinter mir!) backside (ich mit dem Rücken zur Welle) absurfe

Da wir beide nun an die Grenzen unserer bisherigen Bretter gestoßen sind, haben wir uns heute nach langer Überlegung zwei neue Bretter im Internet bestellt. Diese werden leider nach Deutschland geliefert, so dass wir diese erst im nächsten Jahr testen können. So lange steigt dann eben die Vorfreude. Unsere bisherigen Bretter haben ein recht großes Volumen, was für Anfänger und Fortgeschrittene gut geeignet ist, weil sie gut anzupaddeln sind, und man somit die Wellen leichter bekommt. Mittlerweile haben wir soviel Übung, dass wir mit kleinerem Volumen auskommen, und wir somit ein etwas “spritzigeres” Brett surfen könnten. Bei unserem Ausflug nach Tarifa haben wir uns ja wieder intensiv mit den verschiedensten Brettarten-und Größen auseinandergesetzt, dass wir endlich die für uns passenden Modelle gefunden haben. Wir freuen uns jetzt schon darauf, die neuen Bretter nächstes Jahr testen zu können.

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Zufrieden nach einer erfolgreichen Surfsession

Und das wird mein neues Brett ein Torq Hybrid 6″4′:

und auf dieses Torq Funboard 7″6′ darf Marc sich freuen:

Kleiner Exkurs – Wellenreiten, meine große Liebe 💕

Wie Marc ja schon angekündigt hatte, werde ich kurz mal etwas über mein “geliebtes Surfen” berichten. Auch heute war ich mal wieder für eine halbe Stunde im Wasser, auch wenn die Bedingungen alles andere als gut waren. Die Surfprofis sagen, man lernt immer dazu, egal wie schlecht die Bedingungen sind, vielleicht sogar noch besser als in guten Bedingungen. Denn man muss viel schneller reagieren, da die Wellen entweder aus verschiedenen Richtungen kommen oder sich unmittelbar hinter einem aufbauen, während man in guten Bedingungen die Wellen schon aus der Ferne anrollen sieht und sich dementsprechend darauf vorbereiten kann. Kurz vorab für die Laien unter euch:

Die Surfer sind durch eine “Leine”, der Leash, mit dem Brett verbunden, damit man das Brett nicht verliert, wenn man stürzt. Befestigt ist diese Leash am Fußgelenk des hinteren Fußes. Sie Surfer paddeln auf dem Brett liegend aufs Meer hinaus hinter die Linie, wo die Wellen brechen und dann in Form von großen Weißwasserwalzen zum Strand zu laufen.  Dort setzt man sich auf sein Brett und wartet auf die entsprechende Welle, die man surfen möchte. Wenn man sie ankommen sieht, legt man sicher wieder auf das Brett mit der Spitze ich Richtung Strand und beginnt wie ein Irrer zu paddeln, um Geschwindigkeit aufzubauen. Wenn einen dann die Welle von hinten einholt und das Brett leicht anhebt, paddelt man noch zwei weitere Schläge, stützt sich auf die Hände, platziert auf dem Brett in Höhe links und rechts neben der Brust, und springt mit Schwung auf beide Beine, dann sollte man die Welle erwischt haben, wenn man alles richtig gemacht hat. Ziel des Surfers ist es, die Welle noch im grünen Bereich zu surfen, also kurz vor dem “Zusammenbrechen”, vor dem “weiß werden”. In diesem Bereich der Welle ist die Welle stabil. Mit den Kanten des Bretts kann der Surfer an der Wellenwand entlang gleiten. Je länger, desto besser und schöner. Dafür braucht man eine gute Wellenkenntnis und Erfahrung über Entstehung und Entwicklung einer Welle. Keine Welle ist jemals gleich wie die vorherige. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür. Wellen brechen auf Sand, auf Stein und auf Riffen, wir bevorzugen Sand, da es ungefährlicher ist. Allerdings sind die Wellen über Riffen und Felsen sauberer, da der Sandboden sich immer wieder verändert, und sich die Sandbänke, auf denen die Wellen brechen, sich verschieben. Vor 23 Jahren habe ich das erste Mal auf dem Brett gestanden, da war ich 18. Seitdem lässt mich meine Leidenschaft für das Surfen nicht mehr los, und ich kann nicht genug bekommen, denn das Gefühl, mit dem Brett über das Wasser vor einer Welle zu “schweben”, ist einfach unbeschreiblich. Es hat ein bisschen etwas von Schwerelosigkeit, die man durch Bewegung des Bretts beeinflussen kann. Wie von Geisterhand geschoben, fühlt man sich, als würde man über das Wasser schweben. Wenn man dann völlig erschöpft aus dem Wasser kommt, fühlt man sich wie neu geboren. Man war eine Zeitlang fernab des Alltags, eins mit sich, dem Brett und dem Meer. Wer dieses Gefühl einmal erlebt hat, kann nicht mehr genug davon kriegen. Das verstehen nur die Menschen, die “es” erlebt haben. Mein Bruder Daniel ist unter anderem auch einer von “denen”.

Beeindruckend ist das Surfen besonders am Atlantik abends, wenn die Sonne über dem Meer untergeht, und wenn sie von hinten durch die Wellen scheint und diese grün leuchten lässt. Gekrönt wird das ganze, wenn durch die Wellen dann noch kleine Fischschwärme schwimmen (oder man sogar Delfine am Horizont sieht!). Da man beim Paddeln auf dem Surfbrett liegt, schwimmen die Fische quasi wie in einem Aquarium über einem……unglaublich!

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abends nach einer Surfsession in Moliets-Plage

Jedes Jahr fahren wir zwei Wochen zum Wellenreiten nach Moliets-Plage, wo wir ca. 10 Tage surfen. Das ist eine recht kurze Zeit, um wirkliche Fortschritte zu machen. Bisher habe ich auf unserer Reise so viele Tage wie nie zuvor in meinem Leben auf dem Brett gestanden, und ich merke, dass ich von Tag zu Tag besser werde. Abends schauen wir uns manchmal auf YouTube Videos über Surftechniken an, die ich dann nachts verarbeite um am nächsten Tag trainiere. Es klappt wirklicht, diese Art des Lernens. Verinnerlichen, darüber schlafen und MACHEN!

Jetzt scheinen sowohl Marc als auch ich an die Grenzen unserer Bretter gestoßen zu sein. Wir merken mittlerweile, dass unsere Kannten nicht wirklich greifen. Bei nächster Gelegenheit versuchen wir einmal, andere Bretter zu testen. Ich bin gespannt auf die weiteren Fortschritte und wünsche mir noch mal ein paar bessere Wellen als jene vom Wind verblasene, wie ich sie heute und die letzten Tage hatte. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Mit welcher Leichtigkeit Kelly Slater hier an der grünen Wellenwand entlang gleitet – einfach genial