8. Tag Marokko: Abreise und Flug von Agadir nach Düsseldorf

Der letzte Tag in Marokko war erneut von 250 Kilometern Busfahrt geprägt, die wir nach einem späten Frühstück antraten. Denn am letzten Tag fuhr der Bus erst um 10:30 ab. Die sonstigen Abfahrten waren eher zwischen 7 und 8 Uhr, so dass wir richtig Urlaub hatten. Wir kamen schon sehr zeitig am Flughafen in Agadir an, so dass ich auch noch einen Notausgangsplatz im Flugzeug bekommen habe, also wirklich recht bequem sitzen konnte. Diesmal durfte Sonja sogar neben mir Platz nehmen, denn oft werden wir sonst getrennt. Überhaupt muss ich das Bild von Condor und den Mitarbeitern revidieren. Diesmal hatten wir ein gut gelauntes und supermotiviertes Team an Bord, das es verstand verbindlich und freundlich mit den Passagieren umzugehen, ein absoluter Kontrast zum Hinflug. Ob die Übernahme durch die staatliche polnische Fluggesellschaft die Ursache ist, oder es sich einfach um motivierter Mitarbeiter handelt, ist schwer zu sagen. Wir haben es jedenfalls genossen.

Wir durften immerhin ganz normal ausreisen, was auf eine unserer Mitreisenden leider nicht zutraf, denn sie war nur im Besitz eines türkischen Passes und hat den deutschen Aufenthaltstitel verloren, was ihr neben einigen Behördenbesuchen auch einen längeren Marokkoaufenthalt beschert hat.

Wir hingegen sind ohne Komplikationen nach Düsseldorf geflogen und haben dort auch recht zügig den Zug nach Köln bekommen. Dort sahen wir den vorletzten Zug nach Euskirchen am Nachbargleis gerade noch abfahren, so dass wir uns bei einem warmen Kakao ins Schnellrestaurant gesetzt haben, um nicht eine Stunde in der Kälte zu stehen.

Um kurz vor 1 Uhr nachts kamen wir dann in Euskirchen an und wurden von Sonjas Vater Klaus am Bahnhof abgeholt. Anschließend fielen wir nur noch müde ins Bett.

7. Tag Marokko: Ouarzazate – Marrakesch

Nach dem Frühstück haben wir die Besichtigung der Kasbah Aït-Ben-Haddou (UNESCO-Weltkulturerbe) unternommen. Dann ging es weiter nach Marrakesch mit Besuch einer Apotheke in den engen Gassen der Altstadt, mit Demonstration der Arganölproduktion. Anschließend stand der Besuch des Gaucklerplatzes Djemaa el Fna an, wo es neben Schlangenbeschwörern und Affenvorführungen vor allem hunderte Essensstände zu bestaunen gab. Diese wurden um die Mittagszeit aber gerade erst aufgebaut. Wir haben uns im benachbarten Souk (Markt) mit frischem Obst für die Heimreise eingedeckt. Anschließend ging es dann ins Hotel.

Sonja beim Einkauf unserer Verpflegung für den Rückflug am nächsten Tag. Die Essensstände werden am frühen Nachmittag auf den Platz geschoben und in Windeseile aufgebaut. Der recht leere Gaucklerplatz

Frauen bei der Produktion von Arganöl. Die Früchte werden zuerst mit Steinen geknackt, die Schalen entfernt und die Kerne ausgepresst.
Ein Einblick in die Gassen der Altstadt von Marrakech.

6. Tag Marokko: Erfoud – Tinghir – Ouarzazate

Nach dem Frühstück besichtigten wir in unmittelbarer Nähe des Hotels eine Fossilienschleiferei bevor uns die Reise durch die Hamada (Steinwüste) bis nach Tinerhir und der beeindruckenden Todra Schlucht führte. Anschließend gelangten wir über die Straße der 1.000 Kasbahs zur Filmstadt Ouarzazate. Der Ort ist als Filmstadt bekannt.

In den Werkstätten wurden aus den Steinblöcken nicht nur „einfach“ die Fossilien freigelegt, sondern teilweise wirkliche Kunstwerke erschaffen. Typisches Dorf an einer Oase Das Haupttransportmittel früherer Zeit wird auch heute noch oft eingesetzt. Die Todra-Schlucht lässt sich schlecht auf Bildern festhalten, man muss sie schon selbst erleben… Eine der gut erhaltenen 1000 Kasbahs aus dem 17ten Jahrhundert

Unter den Palmen in den Oasen wird Landwirtschaft betrieben. Der Schatten und der Schutz durch die Palmen ermöglicht auch anderen Pflanzen das Wachstum. Eine Bewässerung muss dann allerdings sichergestellt sein.
Künstliche Wasserlöcher in der Steinwüste mit freilaufendem Dromedar… es war aber insgesamt eine Herde aus zehn Tieren.

5. Tag Marokko: Fès – Ifrane – Errachidia – Erfoud

Heute ging es durch Zedernwälder und wunderschöne Landschaften ins Landesinnere. Wir überquerten den Mittelatlas, passierten die Wintersportzentren Ifrane, Azrou sowie Timahdte und erreichten schließlich Erfoud.

Beeindruckende Landschaften auf der Fahrt Auch Schnee gab es noch zwei Tage zuvor war der Pass noch gesperrt wegen 50 cm Neuschnee… und wir wollten in die Wärme…

Die Höhe der Berge lässt sich auf den Bildern kaum erahnen…

Dort haben wir eine Jeepsafari in die Sahara zu den Sanddünen unternommen und den Sonnenuntergang vom Grat einer Dühne erlebt. Zuvor haben wir noch einer nomadisch lebenden Berberfamilie einen Besuch abgestattet.

Anschließend haben wir dann unser Abendessen im Hotel eingenommen. Das Hotel war ganz aus Lehm errichtet und bot so eine zur Landschaft passende Umgebung.

Ein Berber, der uns eigentlich Fossilen und Steine verkaufen wollte hat sich sehr gerne fotografieren lassen. Dass wir ohne Haus und Wohnung aktuell keine Steine gebrauchen können, hat er wohl gut verstanden.

Der Sonnenuntergang in der Wüste Sahara.
Anschließend hatten wir etwas Saharasand im Schuh.

Wir sind mit einer echten Berühmtheit unterwegs!

Und dabei meine ich nicht die teilweise wirklich sehr interessanten Mitreisenden. Wir haben als Reiseleiterin Amina, die erste und einzige Reiseleiterin in Morokko. Bereits 1996 erschien in der ND ein Bericht in dem Amina erwähnt wurde:

https://www.neues-deutschland.de/artikel/602443.auf-dem-gauklermarkt-sind-die-affen-los-ostern-auf-der-insel-busreise-durchs-gruenende-marokko-zu-prachtvollen-moscheen-und-bunten-souks-l-tur-ss-i-etet-restplaetze-als-schnaeppchen.html

Auch in renommierten und bekannteren Zeitungen wie der NZZ (2007) oder dem Focus ist sie in Artikeln sogar deutlich prominenter erwähnt:

https://www.nzz.ch/magazin/reisen/ein_trumpf_fuer_marokkos_frauen-1.551123

https://www.focus.de/reisen/marokko/tid-16767/marokko-zwischen-imam-und-ipod_aid_468727.html

Amina mit einem unbekannten Model zur Demonstration des Turbanwickelns

Wir sind jedenfalls sehr froh Amina kennen lernen zu dürfen und mit ihr etwas tiefer in die marokkanische Gesellschaft einzutauchen.

Von Agadir über Marrakesch nach Casablanca

Heute haben wir unmittelbar nach dem Frühstück vor allem „Kilometer gemacht“, denn wir wurden von Agadir über Marrakesch nach Casablanca gebracht. Das entspricht einer Fahrt von etwa 500 Kilometern. Selbst bei den hervorragend ausgebauten marokkanischen Autobahnen geht dabei verdammt viel Zeit ins Land.

Ziegen in den Bäumen, die damit die schmackhaften Früchte erreichen, aus denen das berühmte Arganöl gewonnen wird.

Da außerdem den deutschen Reisenden ja immer Gelegenheit gegeben werden muss die – ohnehin überflüssigen Pfunde – noch weiter auszubauen, ist mindestens eine weitere Stunde zur Nahrungsaufnahme in der Mittagszeit notwendig. Das ist der Preis den es für eine Gruppenreise zu zahlen gilt. Meist gelingt es uns eine Alternativprogramm zu finden, denn das inkludierte Frühstück und Abendessen in Kombination mit unseren selbst zusammengestellten Lunchpaketen, reichen uns völlig aus. Aber „jeder Jeck ist anders“. Die heutige Mittagspause fand in Marrakesch statt und von der Terrasse hatte man einen guten Blick über die Altstadt.

Teppichweber bei der Arbeit. Im Vordergrund wird das Garn auf die Spulen gewickelt.

Nachdem wir diesen Ausblick ausreichend genossen hatten, haben wir uns mit den Teppichwebern im Erdgeschoss des Hauses unterhalten und auch einiges über die Herstellung der verschiedenen Teppiche, die charakteristisch für die jeweiligen Regionen sind, erfahren. Positiv ist uns dabei aufgefallen, dass die Begeisterung für die Kultur und Herstellungsverfahren nicht nachließ als klar war, dass wir nichts kaufen würden. Es war einfach ein nettes Gespräch. Überhaupt sind die Verkäufer hier im Land bislang sehr zurückhaltend, ganz anders als wir es in Ägypten, der Türkei oder gar Tunesien erlebt haben.

Die riesige römisch-katholische Kirche in Casablanca nicht weit von unserem Hotel entfernt. Allerdings ist sie wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Die Weiterfahrt ging dann langsam wieder bergab und die Landschaft wurde deutlich grüner, nachdem am Vormittag unterschiedliche Braun- und Grautöne vorherrschten. Es regnete sogar recht ausgiebig. Als wir – bereits im Dunklen – in Casablanca ankamen war es aber wieder trocken und die Temperaturen deutlich milder. Nach dem Abendessen gingen wir dann noch kurz aus dem Hotel, auf einen kleinen Verdauungsspaziergang. Dabei fanden wir dann auch die Kirche wieder, auf der wir auf der Hinfahrt vorbei gekommen waren.