Aus Sturm und Regen in die Sonne: St(r)andtage in Roquetas de Mar

Bereits gestern sind wir dem Sturm und Regen in Motril entflohen und nach Roquetas de Mar gefahren. Eigentlich wollten wir ja Don Cactus länger Gesellschaft leisten, aber der Sturm und die permanente Angst, von herabfallenden Ästen erschlagen zu werden, haben uns die Entscheidung leicht gemacht. In Roquetas de Mar schien tatsächlich die Sonne, und es war kaum noch Wind zu spüren. Natürlich gingen wir wieder einmal an der Strandpromenade spazieren. Am gestrigen Tag waren es nur etwa 9 Kilometer in Richtung des Stadtzentrums und zurück, wobei wir auch unsere Obstvorräte aufgestockt haben. Die Stadt verfügt neben großen, modernen Einkaufszentren, in denen es alles, was man braucht und noch viel mehr zu kaufen gibt, auch eine kleines älteres Zentrum in der Nähe des Castillos.

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Das Castillo in Roquetas de Mar

Zuerst haben wir auf einem schönen, asphaltierten Wohnmobilstellplatz gestanden. Es kam dann aber ein deutsches Pärchen vorbeispaziert, die uns auf die danebenliegende Bar aufmerksam machten und meinten, an Nachtruhe sei an dieser Stelle nicht zu denken. Da wir ja schon einmal eine solche Warnung ignoriert hatten, waren wir diesmal schlauer und sind  nach dem ersten Spaziergang und vor dem Frühstück noch ein Stück weiter gefahren, denn in der Nähe der Salinen gibt es einen weiteren, noch viel größeren Stellplatz, auch wenn der Boden unbefestigt ist.

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Der Stellplatz in Roquetas de Mar direkt am Strand sah eigentlich super aus, wäre nicht die Bar direkt nebenan… So haben wir nur den Tag über dort geparkt

Nach einem Abendspaziergang und einer längeren Lesesession war der Tag dann beendet. Einen riesigen Vorteil hat die lange Strandpromenade, denn dort sind etwa alle zwei Kilometer kostenlose Toiletten und alle paar hundert Meter Strandduschen vorhanden.

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Den Sonnenaufgang über dem Meer direkt aus unserem Fenster zu genießen… unbezahlbar!

Am heutigen Morgen haben wir zuerst den Sonnenaufgang bestaunt, der wahnsinnig schöne Farben an den Himmel gezaubert hat. Anschließend sind wir die Strandpromenade in die andere Richtung, nämlich nach Aguadulce (ja, einen Ort mit diesem Namen gibt es auch hier), spaziert. Hin und zurück waren das dann immerhin knapp 12 Kilometer Strecke. Dabei ist es uns wirklich warm geworden, und wir hätten am liebsten kurze Hosen angehabt, denn die 17°C Lufttemperatur haben sich in der Sonne und ohne Wind viel wärmer angefühlt.  So entstand dann die verrückte Idee, dass wir doch eben ins Meer springen könnten und anschließend an der Stranddusche duschen, denn das spart uns Wasser, sowie das Austrocknen der Dusche und ist wirklich etwas Besonderes. Der einzige Haken an der Sache war die Wassertemperatur des Meeres, die mit 16°C wirklich als frisch zu bezeichnen ist. Also wurde aus dem hineinspringen eher ein mehr oder weniger kontrolliertes hineingehen, schnell Abtauchen und raus aus dem Wasser. Anschließend waren wir wirklich gut erfrischt, und das kalte Leitungswasser aus der Dusche war tatsächlich deutlich wärmer. Damit hatten wir uns unser Frühstück redlich verdient.

Während des Frühstücks kam eine Dame und pries ihre Zucchini, Tomaten, Paprika und Chilis an. Nun waren unsre Vorräte diesbezüglich aber bereits wieder aufgefüllt… Schlechtes Timing. Bemerkenswert ist, dass die Dame ihre Verkaufsgespräche auf Spanisch, Deutsch und Englisch führte.

Dabei haben wir noch überlegt, wohin die Reise in den nächsten Tagen gehen soll. Nach einem Mittagsschläfchen sind wir noch in den Baumarkt und den Supermarkt spaziert und haben Material für mein „TV-Schrank-Projekt“ und Eier gekauft, die wir gestern vergessen hatten. Zurück am Wohnmobil stellten wir fest, dass wir heute etwa 22.000 Schritte gemacht und etwa 19 Kilometer zurückgelegt haben. Nicht schlecht für einen „faulen Tag“.

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Puh sind die hoch! Am Strand stehen in kleinen Gruppen immer wieder Palmen, etwas kitschig, aber uns gefällt es!

Ein ruhiger Tag in Aguadulce… mit Fahrzeugpflege und Surfsession

Heute wollten wir ja mal ein wenig Urlaub machen, aber so ganz untätig waren wir natürlich nicht. Nach einem kleinen Strandspaziergang ist uns aufgefallen, dass unser EU-GO mal wieder ein Wellness-Programm verdient hat.

Beim Regen der vergangenen Nacht ist einiges an Dreck vom Dach heruntergelaufen und hat die bei Wohnmobilisten überaus „beliebten“ Regenstreifen erzeugt. Das Problem an den Dingern ist, dass man sie praktisch nicht vermeiden kann, und leider sind sie auch recht hartnäckig. Da der Dreck, der an den Fahrzeugwänden herunterläuft, ja auch irgendwo herkommen muss, ist oft ein schmutziges Dach die Ursache dafür, bzw. sorgt neben dem Auswaschen von Luftschadstoffen durch den Regen selbst für Drecknachschub. Wie ihr ja schon wisst, ist unser Dach für mich nicht wirklich begehbar, da ich einfach zu schwer bin, und so konnte ich mich vor diesem Teil der Arbeit erfolgreich drücken… Und Sonja macht auch einfach eine deutlich bessere Figur.

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Sonja schrubbt das Dach unseres EU-GO

Da Sonja anschließend sowieso zum Wellenreiten ins Meer gehen wollte, hat sie sich schon vorher den Neoprenanzug und Neoprenschuhe angezogen, was den Vorteil hat, dass die Füße schön warm bleiben. Wie sich dann herausstellte, haben wir unseren EU-GO gestern viel zu gut in „die Waage“ gebracht, denn das Wasser blieb auf dem Dach stehen. Aber Sonja hat mit der Bürste nachgeholfen und mit 20 Litern Wasser das Dach zum Glänzen gebracht. Um das restliche Auto habe ich mich dann gekümmert, und nun strahlt der EU-GO wieder vor sich hin. Ich bin dank der Versiegelung auch mit 2 Litern  Wasser hingekommen ;-).

Wir nutzen zum Ausrichten des Wohnmobils die Auffahrkeile von Thule in Kombination mit der App WomoSet. Das Praktische an dieser App ist, dass man – nachdem anfänglich Radstand und und Spurweite ermittelt und eingegeben wurden – das Telefon einfach auf eine ebene Fläche im Wohnmobil, in unserem Falle den Tisch, legt und die App einem „sagt“, was zu tun ist. Tatsächlich kann das Ding sowohl sprechen als auch über die Apple Watch anzeigen, was zu tun ist.

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Beispielhaft Anzeige der App WomoSet. Eine App für Dumme, die das Ausrichten des Fahrzeugs wirklich zum Kinderspiel macht.

Das waagerechte Ausrichten des Fahrzeugs hat neben dem angenehmen Nebeneffekt, dass man nicht aus dem Bett kugelt, die Schrank- oder Fahrzeugtüren schlecht oder von alleine aufgehen, auch den Sinn, dass Kühlschrank, Warmwasserboiler, Heizung und Herd ordnungsgemäß funktionieren. Da Flammen bekanntlich gerade nach oben brennen, macht es Sinn, wenn diese auch die Orte erwärmen, die geplant sind. Ja, auch der Kühlschrank funktioniert mit einer Gasflamme.

Sonja war jedenfalls, während ich das Auto geputzt habe (Sonja hatte ihren Teil ja bereits erledigt), auf dem Atlantik surfen und hat tatsächlich mehrere grüne Wellen bekommen, obwohl hier eigentlich nur eine Windwelle lief, wie man sie auch zum Beispiel von der Nordsee kennt. Auf das Thema „Wellenreiten“ wird Sonja demnächst gesondert noch einmal eingehen.