Der EU-GO macht Urlaub und weitere Verwandten- und Bekanntenbesuche

In den Tagen um Sonjas Geburtstag herum haben wir beide viele Freunde, Bekannte und Familienangehörige besucht. Zwischendurch stand dann auch immer wieder Computer-, Handy- oder Tablettsupport an, aber das mache ich ja gerne, vor allem bei lieben Menschen, die sonst auch eine Menge für uns tun.

Unter anderem waren wir auch bei Uschi und Rainer, bei denen wir nicht nur lecker gegessen haben (wie überhaupt während unseres gesamten Aufenthalts bisher bei und mit vielen lieben Menschen), sondern auch „den Boten“ von Sergio Bambaren in Empfang nehmen durften.

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Rainer und Uschi mit Sergio Bambaren in einer Buchhandlung in Bonn bei einer Signierstunde

Sonst sind wir immer wieder spazieren gegangen, oder haben uns in der Stadt oder bei Bekannten getroffen, teils wir beide zusammen, teils auch getrennt.

Am Samstag bin ich dann um kurz vor 7 Uhr in Richtung Saarland aufgebrochen, um den EU-GO bei Reisemobile Dörr abzugeben. In den nächsten zwei Monaten soll er ein neues Panoramafenster über dem Fahrerhaus bekommen, die Fender an den Vordertüren sollen so montiert werden, dass sie beim Öffnen nicht an die Türen kommen, die Lampe in unserem Kleiderschrank soll instand gesetzt werden und die Aufbautüre mit neuen Komponenten in einen wieder vollumfänglich benutzbaren Zustand gebracht werden. Auch das „knartschen“ des Hubbettes und die Beweglichkeit der Rückfahrkamera werden überprüft.

Nach fast dreistündiger Fahrt durch die kalte Eifel, mit Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, kam ich in Marpingen an und würde fast unmittelbar von Herrn Dörr senior in Empfang genommen, da Herr Lehmann kurzfristig frei hatte. Wir haben uns dann das Auto und die „Problemzonen“ genauer angesehen und noch einmal das Thema Dachgepäckträger und unsere Erfahrungen erörtert. Nun wird der EU-GO sich beim Händler hoffentlich wohlfühlen und wir nehmen ihn Anfang April wieder in Empfang und setzen unsere Reise im Wohnmobil in Richtung Norden fort.

In der Zwischenzeit sind dann meine lieben Eltern auch in Marpingen eingetroffen, denn sie haben sich netterweise bereit erklärt mich wieder abzuholen und nach Euskirchen zu bringen. Sehr schnell konnten wir dann auch bereits die Rückfahrt antreten und waren bereits um 13 Uhr wieder zurück in Euskirchen, so dass ich dann zusammen mit Sonja, Britta und Christian eine Runde um die Steinbachtalsperre drehen konnte, was nach der ganzen Sitzerei wirklich gut tat.

Anschließend haben wir den Abend mit meinen Eltern in einer Euskirchener Pizzeria ausklingen lassen. Im Anschluss haben wir noch die letzten Stücke des von Sonjas Mutter liebevoll gebackenen Geburtstagskuchens „vernichtet“ und uns sehr bald ins Bett begeben.

Zur „Haustürreparatur“ von Stuttgart ins Saarland

Wie geplant sind wir am Donnerstag von Stuttgart aus ins Saarland aufgebrochen, da wir dort bei Reisemobile Dörr einen Termin zur Begutachtung unserer Aufbautüre hatten. Weil wir dem Team dort natürlich möglichst viel Zeit geben wollten und im Stillen gehofft haben, dass eventuell auch eine taggleiche Reparatur möglich sein könnte, sind wir schon früh aufgebrochen, so dass wir bereits um kurz nach 11 Uhr in St. Wendel ankamen.

Schon an der Rezeption wurden wir wie gewohnt freundlich begrüßt, und der Werkstattmeister Werner Lehmann hatte sehr bald Zeit für uns und unser Anliegen. Wir alle hofften gemeinsam, dass es nur am Türgestänge liegt, dass sich unsere Aufbautüre von außen weder auf- noch zuschließen ließ und – schlimmer – auch der Türgriff ohne Funktion blieb. Das bedeutete, wenn man die Aufbautüre schloss, ließ sich die Türe von außen nicht mehr öffnen. Wenn also die Fahrerhaustüren ebenfalls verschlossen waren (wie sie das bei uns eigentlich immer sind), und man keinen Schlüssel dabei gehabt hätte, wäre das Auto verschlossen, und es bestünde keine Chance mehr hineinzukommen. Daher haben wir peinlich genau und mit mehrmaliger gegenseitiger Rückversicherung, dass wir wirkliche einen Schlüssel dabei hatten, die Türe immer sehr bewusst verschlossen. Bei der Rückkehr zum EU-GO haben wir dann immer die Fahrertüre aufgeschlossen und sind über die Beifahrertüre eingestiegen, um dann dem Partner die Aufbautüre zu öffnen. Jedesmal eine ziemliche Kraxelei und reichlich umständlich. Da wir den Innenraum unseres EU-GO auch nicht mit Straßenschuhen betreten, durfte der „draußengebliebene“ dann die Schuhe desjenigen, der ins Auto geturnt ist, nach hinten bringen, um sie dann auf die Fußmatte an der Aufbautüre zu stellen.

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Die Aufbautür mit bereits demontiertem Eimer, der sich normalerweise in der unteren Hälfte befindet

All das ist dank der Werkstatt von Reisemobile Dörr, Herrn Lehmann und seinen netten Kollegen seit etwa 16 Uhr Geschichte. Die Reparatur war tatsächlich „nur“, das ausgehakte Gestänge der Aufbautür wieder einzuhaken und so zu modifizieren, dass der Fehler hoffentlich nicht wieder auftritt, allerdings musste dafür die gesamte Türe auseinandergenommen werden. Nun könnte man meinen, dass es dafür einige Schrauben gibt, die man lösen und anschließend wieder festziehen kann… Allerdings hat der Konstrukteur dieser, unserer „Luxusaufbautüre“ (so wird sie im Prospekt tatsächlich bezeichnet) es etwas schwieriger gestaltet. Es gibt zu den teils gut versteckten Schrauben zusätzlich noch Tackerklammern und doppelseitiges Klebeband, das das Meisterwerk der Technik zusammenhält. Daher ist die Arbeit für den Techniker alles andere als trivial und braucht eben seine Zeit.

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Der Griff ließ sich ohne Widerstand herausziehen, ohne dass im Inneren das Gestänge „mitgenommen“ wurde.

Wir bedanken uns ausdrücklich recht herzlich für die zügige, freundliche und sehr verbindliche Art, mit der uns vom Team von Reisemobile Dörr und allen voran Werner Lehmann geholfen wurde.

Außerdem haben wir gleich noch abgesprochen, wann das Panoramadach ersetzt wird (das Ersatzteil ist noch nicht eingetroffen) und die sonstigen „Kinderkrankheiten“ unseres EU-GO beseitigt werden. Aller Voraussicht nach wird das noch während unserer Flugreisezeiten passieren, so dass wir im April mit einem völlig überholten Reisemobil in Richtung Skandinavien aufbrechen können.

Da es leider ja schon recht früh dunkel wird und wir ungern im dunkeln und wie heute im Regen fahren, haben wir beschlossen, die Nacht noch in Bliesen auf dem Stellplatz der Firma Dörr zu verbringen. Das wir dort auch die tollen Duschen und Toiletten auch über Nacht nutzen durften, ist ein weiterer Bonus. Die Entsorgungsstation werden wir morgen früh ebenfalls nutzen, um sowohl Frischwasser als auch Brauchwasser und die Toilettenkassette komplett zu entleeren, damit wir den EU-GO auch getrost bei den vielleicht doch wieder kühleren Temperaturen in Deutschland abstellen können, ohne Frostschäden erwarten zu müssen.

Zurück ins kalte Deutschland und Treffen mit Freunden

Wer unsere Route verfolgt hat, weiß ja, dass wir bereits auf dem Rückweg in Richtung Deutschland waren, denn uns sind die Temperaturen in Spanien nicht warm genug gewesen. Daher haben wir beschlossen, dem EU-GO eine Pause zu gönnen und unseren Radius etwas zu erweitern. Was wir genau machen, bleibt aber noch ein bisschen geheim…

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Tatsächlich genau so existierender Wegweiser am ehemaligen Grenzübergang Ottmarsheim, gestern fotografiert

Jedenfalls sind wir an zwei Tagen etwa 800 Kilometer gefahren, um Frankreich zu durchqueren und in Stuttgart, unserem letzten Wohnort, anzukommen. Der Grund, warum wir Stuttgart aufgesucht haben, ist, dass wir dort noch einen Kellerraum gemietet haben, in dem sich unter anderem unsere Winterkleidung und all die Dinge befinden, die wir im EU-GO nicht gebrauchen können. Das ist aber ja alles nicht mehr viel, so dass die wenigen Quadratmeter mehr als ausreichend sind.

Bereits am Dienstag Abend haben wir uns zu einem Revival Spaziergang um den Max-Eyth-See mit meiner lieben Exkollegin Jessica getroffen.

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Abendspaziergang mit der lieben Kollegin und ehemaligen Kindergartenleitung der SIS Stuttgart-Fellbach, Jessica Wiehl

Den Mittwochvormittag haben wir dann auch vorwiegend im Keller verbracht und noch einmal Kleidung durchgetauscht und Dinge, wie zum Beispiel unsere Koffer abgeholt, die wir für Flugreisen definitiv benötigen, die aber im Wohnmobil normalerweise keinen Sinn machen.

Zuvor hatte sich Sonja noch mit einer lieben Lauf-Freundin getroffen, und spontan und zufällig kamen noch zweieinhalb weitere Bekannte, der Inhaber der Bäckerei Sailer Jörg Sailer mit Frau und Kind hinzu, die Sonja auf einer anderen Reise kennengelernt hatte. Alle drei lesen unseren Blog und haben sich sehr gewundert, warum wir denn schon in Stuttgart sind. Dazu als Erklärung: Unser Blog ist immer ein wenig zeitverzögert, da wir nicht immer am selben Tag dazu kommen oder Lust haben, die Artikel zu schreiben.

Außerdem haben wir noch eine weitere liebe Ex-Kollegin aus meiner Zeit bei der SIS getroffen und sind ein wenig spazieren gegangen und haben einiges erzählt.

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Ein weiteres Ex-SIS-Kollegen-nach-dem-Spaziergang-Foto mit der lieben Kerstin Rumpel, eine der guten Seelen im Office der SIS Stuttgart-Fellbach 

Am Abend ist noch ein gemeinsames Pizzaessen mit weiteren Bekannten und Kunden aus Sonjas Kraftpunkt-Zeit geplant, bevor es morgen zu Reisemobile Dörr geht, die uns hoffentlich bei der Beseitigung einiger Kinderkrankheiten des EU-GO behilflich sind. Besonders wichtig wäre es, wieder eine vollständig funktionierende Aufbautüre zu haben. Wir sind gespannt und sind in jedem Falle schon mal dankbar für den außerplanmäßigen Termin, der recht spontan eingerichtet werden konnte.

Angriff der Killerschranke… wir leben noch!

Der heutige Tag ging ganz geruhsam los, wenn man mal davon absieht, dass Sonja wieder joggen war und anschließend die kühle Stranddusche noch einmal genutzt hat. Anschließend sind wir nur einige wenige Kilometer gefahren und haben Stefan Isheim getroffen, der mittlerweile nicht nur unser Experte für Solar und Elektro im Wohnmobil, sondern ein echter Freund geworden ist. Wir haben uns also bei Aguilas auf dem Platz getroffen, auf dem Stefan mit einigen Bekannten und Kunden genächtigt hat. Ich habe dann mit ihm und seinen Bekannten ein wenig gefachsimpelt, und wir haben uns unter anderem über die Macken an Neufahrzeugen, auch an unserem ausgetauscht. Während Sonja nach der Begrüßung wieder im Auto verschwunden ist und sich in warme Decken gehüllt hat. War wohl doch etwas frisch, die Dusche…

Eine Geschichte habe ich Euch gestern noch vorenthalten: Unsere Aufbautüre lässt sich nämlich seit gestern nur noch von innen öffnen, da im Schloss irgendetwas kaputt gegangen zu sein scheint. Ganz zum Anfang des Phänomens gestern früh ließ sie sich gar nicht öffnen, also weder von innen noch von außen, was es allerdings erst einmal festzustellen galt. Da die Aufbautüre bei unserem Fahrzeug in die Zentralverriegelung integriert ist – auch wenn wir das nie nutzen –  wollten wir verhindern, dass die Türe sich eventuell gar nicht mehr schließen lässt, denn das wäre noch schlimmer als nicht mehr öffnen. Zu diesem Zwecke turnte meine Liebste aus dem Beifahrerfenster, denn so konnten wir das Auto verriegelt lassen und von außen an die Türe gelangen. Schade, dass es von dieser Kletteraktion keine Bilder oder gar ein Video gibt. Sonjas akrobatischen Fähigkeiten sind jedenfalls weiterhin vorhanden und sehr beeindruckend. Als sie dann von außen versuchte, die Türe zu öffnen, passierte irgendetwas im Schloss und der Türgriff außen war komplett ausgehakt, dafür ließ die Türe sich von innen aber wieder fast normal öffnen. Puh. Jetzt können wir also unsere „normale“ Türe zumindest dann nutzen, wenn einer im Fahrzeug bleibt. Sonst verriegelt (meist Sonja) sie von innen und steigt dann durch die Beifahrertüre aus, die wir dann wieder manuell verschließen. Das ist etwas unpraktisch, aber immerhin können wir so das Fahrzeug ganz normal verschlossen verlassen und spazieren gehen. Parallel haben wir uns natürlich mit Reisemobile Dörr in Verbindung gesetzt, und die Firma ist bereits im Kontakt mit dem Werk von Chausson, um möglichst bald eine bessere Lösung zu finden. Wir sind gespannt.

Im Anschluss an unser Gequatsche haben wir uns verabschiedet und sind in die Stadt Aguilas gefahren, die uns nicht wirklich mit ihrem Charme überzeugen konnte. Damit wir nicht ganz umsonst dort waren, wollten wir noch „mal eben“ bei Lidl unsere Vorräte auffüllen. Und da kommt sie ins Spiel, die Killerschranke. Sie bewachte nämlich den Parkplatz des Lidl und nahm ihre Aufgabe sehr ernst. Wir zogen also vorschriftsmäßig unseren Parkschein, der für zwei Stunden zum kostenlosen Parken berechtigt. Die Schranke öffnet sich auch ganz normal. Ich warte ab, bis sie vollständig geöffnet ist, denn gerne bleibt so eine Schranke , die halbgeöffnet ist, am hohen Fahrzeug hängen, und fahre dann ganz normal durch. Die übereifrige Schranke schließt allerdings mit einer affenartigen Geschwindigkeit direkt hinter der Heckwand unseres Fahrzeugs. So weit so gut. Allerdings transportieren wir ja am Heck noch unsere Fahrräder auf einem entsprechenden Gepäckträger, und die Schranke ist exakt zwischen Heck und Fahrradträger heruntergekommen. Da ich im Rückspiegel nur gesehen habe, das die Schranke sich senkt, aber davon ausgegangen war, dass wir schon „durch“ waren, bin ich weitergefahren (denn der Unterschied zwischen 7m und 7,50m lässt sich im Rückspiegel schlicht nicht erkennen). Das hat die Schranke dann mit dem Leben bezahlt, und unser Heck hat einige Kratzer mehr, ebenso wie die Fahrradhülle. Eine Mitarbeiterin kam sehr schnell mit dem passenden Schraubenschlüssel für die Schranke aus dem Markt, was die Vermutung zulässt, dass die Schranke schon mehrfach abgefahren wurde. Diesmal konnte sie allerdings mit dem Schlüssel nichts ausrichten, unser EU-GO war wohl stärker. Leider war eine Kommunikation sehr schwierig, da die Dame (obwohl vielleicht gerade mal 30 Jahre alt) wie fast alle hier überhaupt kein Wort Englisch sprach. Das empfinde ich zunehmend als erschreckend und nicht nur als ehemaliger Schulleiter einer bilingualen Schule, sondern als international aufgeschlossner Mensch. Jedenfalls sind wir dann nach diesem Zwischenfall, den niemand weiter zu interessieren schien (wohl auch weil Kratzer an einem Auto in Spaniern absolut normal sind) weitergefahren, denn die Aussicht, da irgendetwas zu erreichen, waren gering. Auch wenn Sonja fließend Spanisch spricht.

Anschließend sind wir dann zum Cabo Cope gefahren und haben erst einmal auf den Schrecken gefrühstückt. Auf der Nordseite des Cabo war der Wind und die Wellen schon wirklich stark, während auf der Südseite und in der Abdeckung des Berges noch einigermaßen wenig Wind war.

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Der in nördliche Richtung liegende Strand von Cope war mit starkem Wind und hohen Wellen schon ziemlich ungemütlich…
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… während der in der Abdeckung des Berges das Wasser noch einigermaßen ruhig ist.

Da es dann auch – wie angekündigt – langsam anfing zu regnen, haben wir uns nach der Mittagspause auf in Richtung Cartagena gemacht, wo wir auf einem Stellplatz nahe des Zentrums die Nacht verbringen werden und den Regen abwarten. Ich habe dann erst in Cartagena in unserem Auto geduscht (denn mittlerweile wissen wir ja, dass für den Boilerbetrieb ein ganz sanftes Pusten notwendig ist). Ich bin also eher der Warmduscher, wohingegen Sonja hart zu sich selbst ist.

Das war auch verdammt viel Action in den letzten beiden Tagen, auf die wir gerne verzichtet hätten. Aber so lange es nicht wirklich tragisch ist und es uns gut geht… Was sollen wir uns sinnlos ärgern. Wir ändern es eh nicht.

In diesem Sinne noch herzliche Glückwünsche an unsere Oberbilliger Ex-Nachbarin Inge zu ihrem heutigen runden Geburtstag. Das tatsächliche Alter ist ja nur eine Zahl und die verschweigen wir, denn man sieht Ihr das numerische Alter auch nicht an…