Plötzlich wieder in Deutschland

In Vancouver war der Aufenthalt dann doch deutlich kürzer und schon nach nicht einmal einer Stunde hoben wir bereits wieder ab in Richtung Frankfurt. Der Flug verlief ziemlich ruhig und ereignisarm. Beim Anflug um kurz nach 6 Uhr morgens auf Frankfurt waren dann auf vielen Vorfeldpositionen und auch Rollbahnen geparkte Flugzeuge zu erkennen. Spätestens dann fühlte sich der Flug dann wieder deutlich ungewöhnlicher an.

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Ein letzter Blick auf die Maschine der Air New Zealand, in der wir den letzten Tag Verbacht haben, am Frankfurter Flughafen

Das Aussteigen war Reihenweise organisiert, so dass möglichst wenig Kontakt zwischendrin Passagieren erfolgte. Auch die Passformalitäten waren schnell erledigt, auch weil die automatischen Kontrollportale offen waren. Wir hatten das Glück und gingen mit als erste von Bord. Nach der Passkontrolle war noch ein recht weiter Weg durch leere Flughafenhallen zurückzulegen. Nur vereinzelt sah man andere Menschen. Das Abstandhalten war überhaupt kein Problem. Als wir dann als erste am Gepäckband (das einzige, was in Betrieb war) ankamen, liefen unsere Koffer bereits rund und wir konnten praktisch sofort unser Gepäck an uns nehmen und den Flughafen verlassen.

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So leer haben wir die Halle mit den Gepäckbändern noch nie gesehen, dafür war unser Gepäck bereits vollständig da!

Allerdings wartete erst noch ein kleiner Schock auf uns, denn am Ausgang empfing uns eine riesige Gruppe Menschen, die von Abstand halten nicht viel gehört hatte, die Disziplin in Deutschland scheint einfach eine ganz andere zu sein, als in Neuseeland. Wir bahnten uns möglichst schnell und mit möglichst großem Abstand einen Weg durch die Wartenden und begaben uns in Richtung Bahnhof. Mit großem Glück erreichten wir fast sofort einen ICE nach Köln in dem wir uns einen Großraumwagen mit noch zwei weiteren Passagieren teilen „durften“. In Köln angekommen bot sich ein surreales Bild, denn der Bahnhof war fast ausgestorben.

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Der Kölner Hauptbahnhof morgens um etwa 9 Uhr… gähnende Leere

Wir warteten dann am Gleis eine Dreiviertelstunde bis die Regionalbahn nach Euskirchen einfuhr. So erreichten wir dann bereist um kurz nach 9:30 Uhr den Bahnhof Euskirchen. Sonja machte sich zu Fuß auf den Weg zu Ihren Eltern um ein Auto abzuholen, während ich am Bahnhof  das Gepäck bewacht habe. Bereits eine halbe Stunde später war Sonja mit einem Auto wieder da und wir konnten unser Gepäck verstauen und ins Saarland fahren, um unser Wohnmobil abzuholen. Die Fahrt durch die Eifel absolvierte Sonja mit Bravour und mittags waren wir dann bereit um unser Wohnmobil abzuholen. Leider war es nicht ganz in dem Zustand indem wir uns es erhofft hatten, aber die Reparaturen waren ausgeführt. Nach der Übernahme des Wohnmobils machten wir noch einen Stop am benachbarten Supermarkt und fuhren dann mit Auto und Wohnmobil zurück in Richtung Euskirchen. In Blankenheim stoppten  wir erneut, um noch die letzten Vorräte aufzufüllen, die wie für unsere zweiwöchige Selbstisolation, die wir anzutreten gedachten, benötigen würden.

In Euskirchen übergaben wir dann das Auto wieder an Sonjas Eltern und bedankten uns für die erneute Zurverfügungstellung. In Euskirchen luden wir dann noch einige Kleinigkeiten wieder ins Wohnmobil ein. Wir haben tatsächlich am frühen Abend Euskirchen und dann anschließend Flamersheim erreicht. Wir hatten Glück und der Jetlag machte uns tatsächlich  keine Probleme, auch wenn wir natürlich nach dem Flug und der langen Fahrt entsprechend erschöpft waren. In Flamersheim, vor dem Haus meiner Eltern, verbrachten ir dann die erste Nacht seit langem auf deutschem Boden.

Auf diesem Wege noch einmal ein großes DANKE an die Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes und der deutschen Botschaft Wellington, die unsere Rückreise ermöglicht haben. Es ist erschreckend, wie ausgeliefert man sich fühlt, wenn man seinen Aufenthaltsort nicht mehr selbst bestimmen kann. Und das, obwohl wir uns ja in einer wirklich luxuriösen Lage befinden, denn wir hatten ja noch geplant unsere Reise fortzusetzen, haben demnach keinerlei berufliche oder sonstige Verpflichtungen und auch die Rücklagen reichen noch eine ganze Zeit. Damit sind wir im Vergleich zu vielen Menschen in Deutschland und der Welt absolut privilegiert, denn viele haben echte Existenzängste, weil die Arbeit und das Einkommen gefährdet ist. Hoffentlich überstehen wir als Gesellschaft diese Herausforderung und schaffen eine emotionale Nähe bei gleichzeitigem physischem Abstand.

Viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit Menschen, dem Straßenverkehr und Alltag in Sri Lanka- Teil I

Nun sind wir schon eine Woche hier und haben so viel erlebt, was wir auf Europas Straßen mit unserem Wohnmobil nie hätten sehen oder erleben können. Neue Düfte, Farben, Tiere, Pflanzen, Traditionen und vieles mehr.

Wie bereits erwähnt, ist der Straßenverkehr (hier herrscht Linksverkehr, was jedoch nicht so ausschlaggebend ist) viel radikaler und wuseliger als bei uns. Nachts fahren einige sogar ohne Licht, besonders auch Radfahrer, und jeder Verkehrsteilnehmer, der genügend PS hat, um seinen Vordermann zu überholen, hat immer den rechten Blinker an, da sie ständig überholen wollen, wo es irgendwie möglich ist, sogar vor Bergkuppen und uneinsehbaren Kurven. Überholen scheint hier Glücksache zu sein, unseres Erachtens ein Spiel mit dem Leben. Wir haben viele Überholmanöver gesehen, wo ein Zentimeter zu einem Crash gefehlt hätte. Oft gibt es einen Meter Ausweichspur am Rand, wo aber auch mal eine Kuh, ein Tuktuk oder ein Mensch steht, der dann eben in solchen Fällen „hätte dran glauben müssen“. Zum Glück haben wir bisher nur einen Unfall mit einem Linienbus und einem Tuktuk gesehen. Dieses lag auf der Seite. Tuktuks ziehen also meist den Kürzeren.

So haben Marc und ich beschlossen, nach zwei unserer Ausflüge, einem im Tuktuk und einem im Auto, ab jetzt nirgendwo mehr hinzufahren, weil uns die Nummer einfach zu „heiß“ im wahrsten Sinne ist. So fahren wir nur noch einmal zu unserer zweiten Unterkunft in der nächsten Woche und am Ende nach Colombo zurück zum Flughafen, was zum Größtenteil über Autobahn geht.

Jeden Morgen, wenn wir im Dunklen gegen 5.45 Uhr Richtung Surfstrand aufbrechen, gehen wir gerne am Strand entlang, da es an der Straße zu gefährlich ist. Viele freilaufende Hunde gesellen sich immer mal wieder zu uns, sind aber zum Glück harmlos, da wir beide Angst davor haben. Das zu gehende Stück zum Surfstrand ist sicher gut anderthalb Kilometer lang, und auf dem Weg liegen viele schöne, bunt bemalte Ausleger-Fischerboote am Strand, die um diese Zeit von ihren Fischern zu Wasser gelassen werden. Hier werden diese noch mit „Manpower“ ins Wasser gezogen. Dafür sind oft sechs bis acht Männer erforderlich. Bisher wurden wir jeden Morgen von den Fischern gebeten, ihnen zu helfen. Dafür lehnen wir uns mit dem Rücken an die seitlichen Querholme der Boote und schieben im Rhythmus des Taktgebers ruckweise das Boot ins Wasser. Ab und zu wird eine kurze Verschnaufpause eingelegt, weil es wirklich sehr anstrengend ist. Nach ca. 2 Minuten ist der Kraftakt dann meist beendet. Dann haben wir unser Aufwärmprogramm fürs Surfen auch schon erledigt. Wir erleben auch täglich andere Touristen, die ignorant an den Booten vorbeigehen, obwohl die Fischer sie nett fragen. Sie sind immer sehr dankbar, wenn wir ihnen geholfen haben. Und deshalb tun wir es auch immer wieder gerne, auch wenn es sehr anstrengend ist und im Rücken ein wenig schmerzt.

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Solche Boote, die auf der anderen Seite noch einen kleinen Ausleger haben, haben wir regelmäßig als Frühsport mit ins Wasser befördert.

Familienbesuche im Rheinland

Da wir unseren EU-GO ja nun demnächst für einige Zeit abstellen werden, sind wir zu unseren Familien ins Rheinland gefahren. Dort haben wir als erstes alles aus dem EU-GO ausgeräumt, was wir eventuell für die anderen Reisen benötigen könnten. Außerdem haben wir das Geschirr noch einmal „richtig“ gespült, teils unter Zuhilfenahme einer Spülmaschine. Wäsche waschen Stand natürlich ebenfalls auf dem Programm.

Außerdem die Besuche bei unseren Eltern, Tanten und Onkels, Geschwistern, Nichten, Freunden und Bekannten. Dabei sind wir das ein oder andere Mal spazieren gegangen, haben viel erzählt und ich durfte den ein oder anderen Computer oder andere technische Geräte „ansehen“…

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Burg Flamersheim bei einem Spaziergang mit den Eltern… Die alte Heimat kann auch ganz schön sein…

Parallel haben wir dann noch die Buchungen und Formalitäten für die weiteren Reisen erledigt, denn nicht alles ist „pauschal“ gebucht, so das es auch Transfers, Bahnverbindungen und Flüge, sowie Unterkünfte zu buchen galt. Darüber hinaus noch Visa beantragen und Packlisten erstellen, denn wir haben zwischen den einzelnen Reisen lediglich zwei bis vier Tage Zeit und dann muss alles passen.

Außerdem haben wir noch einen erneuten Werkstattaufenthalt in Marpingen/Bliesen bei Reisemobile Dörr vereinbart, bei dem der EU-GO dann ein neues Panoramadachfenster bekommt und diverse anderer Kleinigkeiten behoben werden sollen. Die Fahrt vom Rheinland ins Saarland dauert etwa zweieinhalb bis drei Stunden (eine Strecke) und da wir ja auch wieder zurück müssen und die Anbindung an den öffentlichen Nah und Fernverkehr im Saarland nicht wirklich gegeben ist, müssen wir uns auch noch jeweils entweder eine Fahrgelegenheit oder ein Auto organisieren.

So vergeht die Zeit doch sehr schnell und wir haben fast so viele Termine wie zu „Arbeitszeiten“. Daher schreiben wir aktuell etwas weniger ausführlich und auch nicht jeden Tag.