Postkartenmotive auf dem Weg nach Süden

Auf dem Weg nach Wanaka hielten wir immer wieder für kleine Wanderungen und Fotostopps. Der heutige Tag war so ereignisreich und eindrucksvoll, dass es mir wirklich schwer fällt alle Highlights zu erwähnen. Zuerst hielten wir unmittelbar am Strand, am Rande des Highways an und konnten bereits aus dem Bus Hektor-Delphine beobachten. Da die kleinste und auch eine der seltensten Delphinarten eher selten springen, war meist zwar nur die Rückenflosse und ein Teil des Rückenflosse zu erkennen, aber immerhin!

Weiter ging es zu zwei kleineren Wanderungen von je einer halben Stunde Länge, bei denen wir erneut Delphine am Strand sahen und ein besonders verspieltes Exemplar sprang sogar in die Luft. Der andere Teil führte dich sehr beeindruckenden Regenwald, der heute immer wieder seinem Namen alle Ehre machte. Die Pflanzen standen teilweise im Wasser oder Sumpf.

Der dunkel eingefärbte Fluss mitten durch den Regenwald

Anschließend besuchten wir einen Wasserfall, der über 100 Meter in die Tiefe stürzt, bevor wir unsere Mittagspause in Haast machten.

Schon beeindruckend, wie das Wasser aus großer Höhe herabfällt.

Von dort aus ging es weiter ins Landesinnere und zum nächsten Stopp für einen Walk zu den Blue Pools. Der Weg führte über eine recht lange und wacklige Hängebrücke (immerhin mit einer maximalen Belastbarkeit von 10 Personen) zu den Blue Pools, einer kristallklaren Serie von Wasserbecken, die über die Jahrhunderte aus den Steinen gewaschen wurden.

Die Blue Pools luden heute aufgrund der kühlen Temperaturen eher nicht zum Schwimmen ein, waren aber toll anzusehen.

Unser Weg nach Wanaka führte uns weiter über den Haast-Pass, eine der atemberaubendsten Strecken unserer bisherigen Reise! Wir hielten mehrfach, vor allem für Fotos der Bergkulisse vor den Seen, an.

Ein Blick auf See und Berge, den man so such nicht alle Tage genießen darf.

Am frühen Abend erreichten wir dann, mit vielen Fotos und noch deutlich mehr Eindrücken, die am gleichnamigen See gelegene Kleinstadt Wanaka. Außer einem kurzen Einkaufsstopp für unser Abendessen, dass Sonja dann wieder für uns zauberte, haben wir nicht mehr viel unternommen und fielen müde ins Bett.

Traumhafte Gletscherregion

Entlang des Highway 6 fuhren wir in das Dorf Fox mit seinem gleichnamigen Gletscher. Unterwegs besuchten wir einen Aussichtspunkt, um den Franz Josef Gletscher in all seiner Pracht zu bestaunen. Leider machte uns das Wetter, bzw. die tief hängenden Wolken einen Blick auf den Gletscher etwas schwer.

Im Hintergrund kann man den Gletscher erkennen, mit viel gutem Willen 😉

In Fox angekommen kannst man an einem Helikopter Rundflug über die Gletscher teilnehmen, was allerdings für uns nicht nur wegen der Kosten nicht in Frage kam. Stattdessen spazierten wir erst durch den Regenwald in unmittelbarer Stadtnähe und anschließend um den Matheson See, in dessen Wasser sich bei gutem Wetter die höchsten Berge des Landes spiegeln. Auch dabei sahen wir leider nur den Fuß der Berge und die entsprechende Spiegelung.

Der Wald wirkt durch das viele Moos total unwirklich.
Auch ohne die Spiegelung zu sehen, war der Blick auf den See und die Berge sehenswert. (Links der Mt. Tasman; rechts der Mt. Fox)

Anschließend fuhren wir in kleiner Besetzung, mit insgesamt sieben Personen über eine abenteuerliche Gravel Road zu einem Strand und besuchten dort die Hinterlassenschaften einer alten Goldmine, die seit 1942 vor sich hin rosten. Der Rückweg über den Kiesstrand war auf jeden Fall noch einmal toll, auch wenn wir keine Delfine gesehen haben.

Der einsame Kiesstrand, an dem man mit etwas Glück auch Jade finden kann…

Nach Einbruch der Dunkelheit spazierten wir dann gemeinsam in den Regenwald, um uns von den zahlreichen Glühwürmchen verzaubern zu lassen. Das war wirklich ein eindrucksvolles Erlebnis, denn anders als Europäische Glühwürmchen leuchten die neuseeländischen dauerhaft und der Wald sieht aus als würden tausend Sterne überall herum liegen und hängen.

Abel Tasman-Nationalpark

Goldene Strände und traumhafte Buchten Wir standen wieder zeitig auf, um den Tag voll auskosten zu können. Nach dem Frühstück fuhr unser Bus in das eine Stunde von Nelson entfernte Kaiteriteri – Tor zum berühmten Abel Tasman-Nationalpark. Vorher hielten wir noch kurz auf einem Sunday-Market in Motueka und ließen das bunte, aber sehr ruhige Treiben und die teilweise „interessanten“ Stände und Produkte auf uns wirken. Einen „vegetarian butcher“ also einen vegetarischen Schlachter hatten wir bis dato jedenfalls noch nicht gesehen. Zu kaufen gab es dort allerlei Pasteten in Backwaren.

Im Nationalpark konnten wir entscheiden, wie wir den Tag verbringen. Zwei Mitreisenden stiegen ins Seekayak und alle anderen, so auch Sonja und ich, gingen wandern. Um jedoch möglichst viele verschiedene Eindrücke mitzunehmen, entschieden wir uns für eine One-Way-Wanderung und fuhren mit dem Wassertaxi zum Ausgangspunkt der Wanderung. Interessant war, dass wir das Boot bereits am Shop bestiegen und mithilfe eines Traktors und Anhängers bis ins Wasser gefahren wurden.

Auf der Hinfahrt machte das Taxi noch Station am Split-Apple-Rock einem Granitfelsen, der an einen Apfel erinnert und in der Mitte gespalten ist.

Anschließend fuhren wir noch eine Insel an (Adele Island) auf der einige Pelzrobben zu sehen waren. Am Strand von Anchorage haben wir dann das Boot, nicht ohne nasse Füße zu bekommen, verlassen und die Wanderung gestartet. Dies ist laut Plan 12,4 Kilometer lang und dauert 3-4 Stunden.

Da wir allerdings nicht den direkten Weg gegangen sind, sondern auch noch einige Aussichtspunkte und Strände angesehen haben, zeigte Sonjas Schrittzähler anschließend 15,3 Kilometer an. Wir benötigten dafür knapp dreieinhalb Stunden. Anschließend fuhr uns unser lieber Michael wieder zurück zur Unterkunft, wo wir die Dusche genossen.

5. Tag Marokko: Fès – Ifrane – Errachidia – Erfoud

Heute ging es durch Zedernwälder und wunderschöne Landschaften ins Landesinnere. Wir überquerten den Mittelatlas, passierten die Wintersportzentren Ifrane, Azrou sowie Timahdte und erreichten schließlich Erfoud.

Beeindruckende Landschaften auf der Fahrt Auch Schnee gab es noch zwei Tage zuvor war der Pass noch gesperrt wegen 50 cm Neuschnee… und wir wollten in die Wärme…

Die Höhe der Berge lässt sich auf den Bildern kaum erahnen…

Dort haben wir eine Jeepsafari in die Sahara zu den Sanddünen unternommen und den Sonnenuntergang vom Grat einer Dühne erlebt. Zuvor haben wir noch einer nomadisch lebenden Berberfamilie einen Besuch abgestattet.

Anschließend haben wir dann unser Abendessen im Hotel eingenommen. Das Hotel war ganz aus Lehm errichtet und bot so eine zur Landschaft passende Umgebung.

Ein Berber, der uns eigentlich Fossilen und Steine verkaufen wollte hat sich sehr gerne fotografieren lassen. Dass wir ohne Haus und Wohnung aktuell keine Steine gebrauchen können, hat er wohl gut verstanden.

Der Sonnenuntergang in der Wüste Sahara.

Anschließend hatten wir etwas Saharasand im Schuh.

Carcassonne in der Realität…

… und nicht wie beim gleichnamigen Spiel (Spiel des Jahres 2001) auf dem Tisch, durften wir heute erleben. Während der Fahrt von der Küste in die Berge (Carcassonne liegt auf bis zu 250m üNN) machten wir unterwegs auf einem Rastplatz etwas länger Pause, denn wir wollten bewusst erst am späten Nachmittag in Carcassonne ankommen, denn die beleuchteten Stadtmauern und Gassen wollten wir ebenfalls sehen. So haben wir unser Frühstück schon gegen 13 Uhr eingenommen, also ausgesprochen früh ;-).

Nach etwa zweieinhalbstündiger Fahrt sind wir auf dem Parkplatz direkt bei Carcassonne angekommen. Einer der Parkplätze ist tatsächlich auch explizit für Wohnmobile gedacht, und auch ein Übernachten ist dort wohl möglich. Allerdings kostet eine Parkgebühr für 24 Stunden auch satte 20€. Dafür muss man in Carcassonne selbst nur für die Besichtigung der Burg bezahlen, und an wirklich jeder Ecke steht ein kostenloses und sauberes WC zur Verfügung. Insofern relativiert sich der teure Parkplatz.

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Die mächtigen Mauern um die Stadt Carcassonne mit einem gewaltigen Graben davor.

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Zwischen den beiden Mauern ist auch noch sehr viel Platz, was von Außen gar nicht so erscheint…

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Abends und noch weihnachtlich beleuchtet wirkt die Festungsanlage noch imposanter!

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Auf der „Rückseite“ der Stadt hat sich offensichtlich ein Künstler mit dem Hochdruckreiniger ausgetobt, so dass konzentrische Ringe entstanden sind, zumindest wenn man genau vom richtigen Standpunkt aus schaut…

Wir sind dann direkt nach der Stadtbesichtigung allerdings wieder abgefahren und haben unsere Nacht auf einem sehr ruhigen, ganz neu angelegten Wohnmobil-Stellplatz verbracht. Die Anfahrt zu diesem Stellplatz war etwas abenteuerlich, zumal es teilweise Kurven zu durchfahren galt, bei denen wir vor- und zurücksetzen mussten, um das Fahrzeug herum zu bringen, das Ganze dann auch noch bei Dunkelheit hob den Adrenalinspiegel doch noch einmal deutlich. Außerdem wollte uns das Navi unbedingt eine Diät verpassen, denn wir sollten durch eine lediglich 2 Meter breite Straße fahren, was aber bei einer Breite unseres EU-GO von 2,25 m ohne Spiegel schlicht zu schmal war. Natürlich war die entsprechende Passage dann nicht einfach geradeaus zu fahren, sondern um eine Kurve bei etwa 15% Gefälle… Die Kupplung hat ihren Unmut durch deutlichen Geruch zum Ausdruck gebracht. Letztlich haben wir es aber gemeinsam und unfallfrei geschafft, um die Ecke und zurück zu manövrieren, und das ist ja die Hauptsache.

Dafür durften wir eine sehr ruhige Nacht verbringen, bei der wir lediglich das Plätschern des nahen Baches und den Wind gehört haben.

Tarragona Stadtrundgang

Aus dem Ebrodelta kommend, sind wir recht bald in Tarragona angekommen und obwohl der 26. Dezember in Spanien kein Feiertag ist, war es sehr ruhig auf den Straßen und erst gegen Mittag kamen die Menschen so langsam hervor. Das erklärte sich dadurch, das in Katalonien der „Stefanstag“ dennoch ein – eben regionaler – Feiertag ist.

Wir sind ganz optimistisch einfach an den Hafen der Stadt gefahren, da alle unsere Reiseführer, Apps oder Stellplatzführer übereinstimmend geschrieben hatten, dass es in Tarragona keine Stellplätze oder Parkplätze für Reisemobile gebe. Dank des Feiertages war aber ein eigentlich kostenpflichtiger Parkplatz nicht nur kostenfrei, sondern obendrein os leer, dass wir uns problemlos darauf stellen konnten. So hatten wir nur etwa fünfhundert Meter bis an den Stadthafen zu Fuß zurückzulegen.

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Der Stadthafen von Tarragona mit einer schönen Promenade entlang des Wassers

Insgesamt wurden es dann aber doch wieder um die zehn Kilometer zurückgelegter Strecke, denn wir wollen die Städte ja vollständig „erlaufen“.

Da Tarragona zum Weltkulturerbe gehört, gab es natürlich auch den ein oder anderen „alten Stein“ zu besichtigen. Die Stadtmauer ist an einigen Stellen noch vollständig sichtbar und erhalten, an anderen Stellen bildet sie die Rückwand von Häusern oder die Decke von Garagen. Für uns am beeindruckendsten war die Kathedrale, die interessante Dimensionen aufweist, da der Grundriss eher romanisch, der weitere Bau aber gotisch vollendet wurde. Außer dem imposanten Äußeren, sind besonders die schmuckvollen Seitenkapellen sehenswert.

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Der Turm der Kathedrale von Tarragona

Außerdem beeindruckte das riesige Chorgestühl, das anders als bei vielen anderen Kirchen nicht hauptsächlich direkt am Altarraum, sondern eher im Hauptschiff seinen Platz findet. darüber thront die wirklich riesige Orgel, die zudem zwei bebilderte Flügel, ähnlich eines Altars, aufweist.

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Blick ins Hauptschiff der Kathedrale mit dem Chorgestühl und der riesigen Orgel.

Die Kathedrale wurde am selben Ort erbaut, an dem sich zu römischer Zeit Tempel aus der Zeit des Tiberius befand, anschließend eine westgotische Kathedrale und eine maurische Moschee.

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Blick auf das römische Amphitheater und den darunterlegenden Stadtstrand von Tarragona

Wie aus den letzten Bildern hervorgeht, ist die Stadt an einem Hügel gelegen und die Kathedrale bzw. die Universität befinden sich ziemlich am oberen Rand der Altstadt. Das Amphitheater hingegen befindet sich eher noch im unteren Teil der Stadt.

Vom windigen Cabo de Gata ins ruhige Garrucha

Nach einer ruhigen Nacht in Cabo de Gata sind wir durch die Berge um die Landzunge herum gefahren, in der Hoffnung, dahinter weniger Wind zu haben und vielleicht sogar dem angekündigten Regen aus dem Weg gehen zu können. Zuerst fuhren wir an Salinen vorbei, die von Flamingos bevölkert wurden. Dann ging es in die Höhe und an unendlichen Gewächshäusern vorbei. Die Abdeckungen dieser Gewächshäuser sind bedauerlicher Weise fast ausschließlich aus Kunststofffolie, und leider findet sich auch sehr viel in der Landschaft darum herum. Umso bedenklicher ist es, dass die Erzeugnisse dann unter dem Bio-Siegel vermarktet werden, da der Anbau selbst wohl diesen Kriterien genügt. Das war uns bisher so nicht bewusst.

Nach einer längeren Fahrt kamen wir dann in Garrucha an und haben zuerst auf einem Parkplatz im Hafen gestanden. Als wir auf unserem obligatorischen Spaziergang allerdings den zweiten möglichen Stellplatz angesehen haben, beschlossen wir ganz zügig umzupacken, denn dieser liegt direkt am Strand mit Blick durch Palmen auf das Meer und ist zudem noch weiter vom Hafen und den potentiellen Geräuschen in der Nacht entfernt. Nach dem Umparken setzten wir unseren Stadtrundgang dann fort.

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Der Strand von Garrucha. Im Hintergrund die Berge des Cabo de Gata, hinter denen die Regenwolken tatsächlich „hängengeblieben“ sind.

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In die andere Blickrichtung sind die Berge deutlich weniger hoch und schroff. Die Wellen sind kaum 20 cm hoch. Am Morgen in Cabo de Gata waren sie durch den Wind viel höher aufgepeitscht.

Eben haben wir erfahren, das Stefan Isheim nur einige Kilometer entfernt auf einem Platz steht, so dass wir ihn morgen früh besuchen wollen. Wie es dann weiter geht, wollen wir von unserer Lust, dem Wetter und den Eindrücken abhängig machen. Fest steht, dass sich unser Wäscheberg so weit entwickelt, dass wir demnächst einen Campingplatz mit Waschmaschine aufsuchen werden. Da das Wetter in den nächsten zwei Wochen in der Region um Murcia sehr gut werden soll und auch die 20°C Marke wieder „geknackt“ werden wird, können wir uns auch einen längeren Aufenthalt vorstellen… mal abwarten, was sich ergibt.