Auf dem Markt in Oliva… und kaum Regen, obwohl er angekündigt war

Am heutigen Donnerstag sind wir um 10 Uhr mit dem Bus nach Oliva gefahren. Warum nicht mit dem Fahrrad? Der Wetterbericht sagte wieder einmal ausschließlich Regen an, und außerdem benötigen wir wieder Wasser zum Trinken. Da der Nachbar uns zwar letztes Mal angeboten hatte, dieses mitzubringen und das auch getan hatte, aber wenig begeistert wirkte, haben wir uns entschlossen, dieses Mal selbst dafür zu sorgen. Da wir 18 Liter Wasser (3×6 Liter Kanister) sehr schlecht auf dem Fahrrad transportiert bekommen und zudem ja auch noch Obst und sonstige Lebensmittel benötigten, haben wir uns entschieden, mit dem Bus zu fahren, der direkt vor dem Campingplatz abfährt.

Normalerweise ist ja immer freitags Markt in Oliva, diesmal wegen des Feiertags am 6. Dezember allerdings schon am Donnerstag. Jetzt fragt man sich natürlich, welcher Feiertag am 6. Dezember in Spanien gefeiert wird… Und es ist nicht Nikolaus, sondern der Tag der Verfassung. Wieder etwas dazu gelernt.

Wir sind dann jedenfalls um 10 Uhr mit dem Bus nach Oliva zum Markt gefahren und haben zuerst den Konsum, dann den Aldi, anschließend den Markt und dann noch den Mercadona aufgesucht, denn mittlerweile wissen wir recht gut, welche Lebensmittel es in welchem Markt besonders gut oder günstig gibt. Bezüglich Frische und Qualität ist allerdings der Markt absolut ungeschlagen. Heute haben wir dort zwei Kilogramm Walnüsse für sechs Euro, zwei Kilogramm Trauben für zwei Euro und als absolutes Highlight drei Kilogramm Mandarinen für sage und schreibe einen Euro (nicht das Kilogramm, sondern insgesamt!!!). Zusätzlich gab es dann noch 5 Kilogramm Äpfel und Zucchini, Kartoffeln, anderen Gemüse, Thunfisch, Chorizo, Käse, 24 Eier und Müsli. Was jetzt nach einem Einkauf für einen Monat klingt, ist gar nicht so viel, denn wir essen jeder jeden Tag knapp ein Kilogramm Obst und da ist das sehr schnell weg…

Der Regen ließ sich jedenfalls nur um uns herum blicken, aber wir sind die ganze Zeit in Oliva nicht nass geworden, im Gegenteil, wir hatten teilweise sogar Sonne. Um 13 Uhr fuhr der Bus dann mit uns und einigen wenigen anderen Gästen zurück zu den Campingplätzen. Wie sich während der Fahrt herausstellte, waren auch drei Damen vom Nachbarcampingplatz dabei. Die Damen (alle deutlich jenseits der 60 Jahre alt) sind jeweils alleine mit je einem Wohnmobil unterwegs und haben sich, da sie die weite Strecke von Deutschland nicht unbedingt alleine fahren wollten, verabredet, um im Konvoi bis hierher zu fahren, und dann den Winter im Süden zu verbringen. Das hat uns beiden sehr beeindruckt, und die Damen waren wirklich gut drauf. Es zeigt sich wieder einmal: „Man ist so alt, wie man sich fühlt“. Wir wünschen den dreien jedenfalls einen tollen Aufenthalt und haben uns gefreut, sie kurz kennenzulernen.

Nach unserem Einkaufsausflug haben wir uns entschlossen, noch einen Strandspaziergang zu machen. Am Strand war es immer noch recht wenig da, dass die Wellen immer noch sehr hoch sind, aber der angekündigte Regen blieb weiterhin aus.

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In Blickrichtung Süden war der Himmel sogar blau, allerdings war es nicht sooo warm, wie man unschwer an Sonjas Kleidung erkennt 😉

Pünktlich, als wir zurück zum Auto kamen, fielen auch die ersten Tropfen, also ideales Timing, wie so oft.

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Hand in Hand am Strand… was kann es schöneres geben?!? So spazieren wir sehr häufig und nun schon seit über drei Monaten fast täglich 💖
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Es ergaben sich – dank des komplett eingeschlafenen Windes – wirklich tolle Spiegelungen und wenn es etwas wärmer gewesen wäre, hätten wir uns vermutlich auch mit den Wellenreitern noch in die Fluten gestürzt, aber so ist das auf einen anderen Tag verschoben.

Da der Regen den gesamten Abend und die Nacht andauern wird, haben wir auch noch ausreichend Gelegenheit zu lesen und uns auszuruhen. Zudem genießen wir das ein oder andere Telefonat mit unseren Lieben, die daheimgeblieben sind. Natürlich sind Geburtstagstelefonate immer besonders nett, und Sonjas liebe Patentante hat heute Geburtstag und sich sehr über Sonjas Anruf gefreut.

Mit dem Fahrrad bis ans Mittelmeer…

Klingt jetzt sehr beeindruckend, oder? Wenn wir irgendwo in Deutschland gestartet wären, dann wäre es das durchaus, so sind wir allerdings „nur“ etwa 10 Kilometer gefahren, um von unserem Campingplatz Valdavaqueros bis ans Mittelmeer zu fahren. In Tarifa, der südlichsten Stadt Kontinentaleuropas, treffen sich Mittelmeer und Atlantik, und wir mussten natürlich ein Beweisfoto machen. Tatsächlich ist das Mittelmeer wesentlich ruhiger als der Atlantik, was allerdings auch an der vorherrschenden Windrichtung liegt.

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Sonja zwischen den Meeren. Links im Bild das Mittelmeer, rechts der Atlantik. Im Hintergrund kann man „unseren Strand“ bzw. die Düne von Valdevaqueros am linken der beiden Berge hell „leuchten“ sehen.

Neben dem Besuch des Meere, bzw. des Dammes dazwischen, der auf die (leider abgesperrte) Isla de las Palomas führte, haben wir natürlich auch die teilweise sehr engen Gassen Tarifas erkundet und neben dem zentralen Markt auch einige Kirchen besucht (wie sollte es anders sein), die uns allerdings mehr von Außen als im Inneren beeindruckt haben.

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Die Kirche des heiligen Franz von Assisi in Tarifa. Inmitten der engen Gassen in direkter Nachbarschaft eines schön mit Bougainvillea bewachsenen Hauses.

Danke noch an Manuel (MPR), einen lieben Exkollegen aus Fellbach, für den Tipp, Tarifa zu besuchen. Wer damals noch nicht mitgelesen hat: Die Kollegen aus Fellbach haben mir zum Abschied einen sehr individuellen Reiseführer geschenkt, in dem jeder einen oder mehrere Orte vorgestellt hat, die es sich zu besuchen lohnt. (Wer die rosafarben eingefärbten Textstellen anklickt, landet direkt an den angesprochenen Artikeln).

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Dieses „Türmchen“ überblickt den Hafeneingang, beeindruckend auch, was darunter im zweiten Weltkrieg für Bunkeranlagen angelegt wurden.

Da wir ja auch immer an Wellenreitbrettern interessiert sind, haben wir jeden einzelnen Surfshop in Tarifa aufgesucht. Der Schwerpunkt liegt in der windigen Stadt allerdings mittlerweile deutlich auf dem Kite- und Windsurfen, so dass es keine allzu große Auswahl an Wellenreitbrettern anzuschauen gab.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz haben wir den Wind dann auch „genießen dürfen“, denn er wehte ziemlich kräftig entgegen unserer Fahrtrichtung. So haben wir nach dieser Frühsporteinheit dann noch geduscht und ausgiebig gebruncht, denn vor unserer Abfahrt haben wir schon etwas Obst zu uns genommen.

Und falls ihr Euch über den schönen blauen Himmel wundert… Der war natürlich extra bestellt 😉 Der Nachteil ist allerdings, dass die Temperaturen nachts auf unter 10°C sinken, was dann schon recht frisch ist. So hat sich Sonja heute früh auch das Surfen verkniffen, da es ihr schlicht zu kalt war. Beim Radfahren wurde uns dann ja warm, und wenn die Sonne herauskommt, fühlen sich die 18°C sogar deutlich wärmer an.

Leider ist nicht alles Sonnenschein… Denn bereits gestern erreichte uns die traurige Nachricht, dass unser Freund und Ex-Nachbar „Hermann“ am Wochenende verstorben ist. Wir werden Ihn immer in Erinnerung behalten und hoffen, dass er nun auf einer Wolke bei seiner lieben „Sanni“ sitzt und uns zuwinkt. Danke, dass wir Dich kennenlernen durften.

Vom Strand in die Berge – ob das was für uns ist?!? – (Santander – Santillana del Mar – Comillas – Picos de Europa)

Auch wenn wir uns heute zuerst weiter an der Nordspanischen Küste bewegt haben, und es uns dort auch sehr gut gefallen hat, so haben wir uns doch in den Kopf gesetzt, dass wir auch die Berge erkunden sollten… Aber der Reihe nach: In Santander haben wir auf dem hervorragenden Stellplatz sehr ruhig und gut geschlafen. Anschließend haben wir unseren EU-GO wieder reisefertig gemacht und die hervorragende Möglichkeit der Ver-und Entsorgung genutzt. Anschließend haben wir Santander gen Westen verlassen. Gegen 10:45 Uhr erreichten wir Santillana del Mar und machten einen Rundgang durch das Städtchen mit den alten Häusern und markanten, weil aus unterschiedlichen Steinen und Kieseln gepflasterten, Straßen.

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Ein reichlich blumiges Haus in Santillana del Mar
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Das örtliche Kloster, aber – wie in Touristenstädtchen üblich – nur gegen Gebühr zu besichtigen

Anschließend ging es dann weiter nach Comillas, das über einen wunderschönen Strand verfügt und uns heute außerdem mit hervorragendem Wetter verwöhnte.

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Wer braucht schon eine Sonnenliege… Sonja in Comillas

Natürlich haben wir uns nicht nur den Strand und den Hafen angesehen, sondern sind auch etwas durch den Ort spaziert (ok, bei den Höhenunterschieden eher gewandert). Dabei haben wir einige sehenswerte Herrenhäuser und das Monument aus der Nähe angesehen. Besonders gefallen hat uns der Friedhof, denn dieser wurde in den Ruinen der alten Kirche errichtet, und über ihm wacht ein Schutzengel. Wie sehr wir ihn und  seine Artgenossen noch brauchen würden, merkten wir nicht viel später.

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Der Schutzengel auf den Ruinen der alten Kirche in Comillas, offensichtlich hat er auch uns gute Dienste geleistet (oder in Kombination mit den mitreisenden Schutzengeln)
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Die Ruinen der alten Kirche mit den „Sargschränken“

Im Anschluss führte uns der Weg von der Küste weg in Richtung der Picos de Europa. Zuerst haben wir der Anzeige des Navigationssystems nicht getraut, denn für 80 Kilometer wurden zweieinhalb Stunden veranschlagt. Da das machmal vorkommt, wenn das Ziel nicht exakt auf einer Straße zu liegen scheint, haben wir uns nichts weiter dabei gedacht. Das wir die folgenden Stunden allerdings tatsächlich nie schneller als 50 km/h fahren würden – und das war in den wenigen Ortschaften, in denen die Straße einmal ausreichend breit und übersichtlich war – hätten wir nicht für möglich gehalten. Kurzum: Eifelgässchen oder überhaupt Serpentinen, wie wir sie bisher kannten, haben nichts mit dem zu tun, was wir dann erleben durften. Klar, wir arbeiteten uns von Meereshöhe auf 1690 Meter hoch. Allerdings ist das bei absolut unübersichtlichen Kehren, teils überhängenden Felsblöcken und 2 Meter breiten Fahrspuren wirkliche eine besondere Herausforderung, noch dazu wenn man mit einem Fahrzeug von 2,30 Metern Breite unterwegs ist und ebensolche oder gar ausgewachsene LKW (mit 2,55 m Breite) einem jederzeit entgegen kommen konnten. Gefühlt sprangen sie hinter dem nächsten Felsen hervor! Daher haben Sonja und ich uns auch beim Fahren abgewechselt und sind eher gekrochen als gefahren…

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Wenn man dann mal fast oben ist, die Sonne scheint (und man noch lebt), dann war es eigentlich gar nicht so schlimm…
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… es sei denn man dreht sich um und versucht die Straße, die man eben gefahren ist auch nur zu erahnen (von den engen und dunklen Passagen gibt es keine Bilder…).

Mehr als glücklich und extrem erschöpft kamen wir dann endlich gegen 19 Uhr an unserem Tagesziel in Riaño an. Die Freude, morgen wieder durch ähnliche Berge und über ähnliche Straßen fahren zu „dürfen“, hielt sich in Grenzen. Unsere Routenplanung beschränkt sich daher auf „wir nehmen die Straße zurück zur Küste, die sich am leichtesten fahren lässt“… Ob es klappt, wir werden sehen und berichten. Hoffentlich hält das Wetter, denn diese Straßen im Regen zu befahren, wollen wir uns nicht vorstellen… Drückt uns die Daumen! – DANKE (gerne dürft ihr auch Kommentare oder Likes dalassen…)