Zur „Haustürreparatur“ von Stuttgart ins Saarland

Wie geplant sind wir am Donnerstag von Stuttgart aus ins Saarland aufgebrochen, da wir dort bei Reisemobile Dörr einen Termin zur Begutachtung unserer Aufbautüre hatten. Weil wir dem Team dort natürlich möglichst viel Zeit geben wollten und im Stillen gehofft haben, dass eventuell auch eine taggleiche Reparatur möglich sein könnte, sind wir schon früh aufgebrochen, so dass wir bereits um kurz nach 11 Uhr in St. Wendel ankamen.

Schon an der Rezeption wurden wir wie gewohnt freundlich begrüßt, und der Werkstattmeister Werner Lehmann hatte sehr bald Zeit für uns und unser Anliegen. Wir alle hofften gemeinsam, dass es nur am Türgestänge liegt, dass sich unsere Aufbautüre von außen weder auf- noch zuschließen ließ und – schlimmer – auch der Türgriff ohne Funktion blieb. Das bedeutete, wenn man die Aufbautüre schloss, ließ sich die Türe von außen nicht mehr öffnen. Wenn also die Fahrerhaustüren ebenfalls verschlossen waren (wie sie das bei uns eigentlich immer sind), und man keinen Schlüssel dabei gehabt hätte, wäre das Auto verschlossen, und es bestünde keine Chance mehr hineinzukommen. Daher haben wir peinlich genau und mit mehrmaliger gegenseitiger Rückversicherung, dass wir wirkliche einen Schlüssel dabei hatten, die Türe immer sehr bewusst verschlossen. Bei der Rückkehr zum EU-GO haben wir dann immer die Fahrertüre aufgeschlossen und sind über die Beifahrertüre eingestiegen, um dann dem Partner die Aufbautüre zu öffnen. Jedesmal eine ziemliche Kraxelei und reichlich umständlich. Da wir den Innenraum unseres EU-GO auch nicht mit Straßenschuhen betreten, durfte der „draußengebliebene“ dann die Schuhe desjenigen, der ins Auto geturnt ist, nach hinten bringen, um sie dann auf die Fußmatte an der Aufbautüre zu stellen.

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Die Aufbautür mit bereits demontiertem Eimer, der sich normalerweise in der unteren Hälfte befindet

All das ist dank der Werkstatt von Reisemobile Dörr, Herrn Lehmann und seinen netten Kollegen seit etwa 16 Uhr Geschichte. Die Reparatur war tatsächlich „nur“, das ausgehakte Gestänge der Aufbautür wieder einzuhaken und so zu modifizieren, dass der Fehler hoffentlich nicht wieder auftritt, allerdings musste dafür die gesamte Türe auseinandergenommen werden. Nun könnte man meinen, dass es dafür einige Schrauben gibt, die man lösen und anschließend wieder festziehen kann… Allerdings hat der Konstrukteur dieser, unserer „Luxusaufbautüre“ (so wird sie im Prospekt tatsächlich bezeichnet) es etwas schwieriger gestaltet. Es gibt zu den teils gut versteckten Schrauben zusätzlich noch Tackerklammern und doppelseitiges Klebeband, das das Meisterwerk der Technik zusammenhält. Daher ist die Arbeit für den Techniker alles andere als trivial und braucht eben seine Zeit.

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Der Griff ließ sich ohne Widerstand herausziehen, ohne dass im Inneren das Gestänge „mitgenommen“ wurde.

Wir bedanken uns ausdrücklich recht herzlich für die zügige, freundliche und sehr verbindliche Art, mit der uns vom Team von Reisemobile Dörr und allen voran Werner Lehmann geholfen wurde.

Außerdem haben wir gleich noch abgesprochen, wann das Panoramadach ersetzt wird (das Ersatzteil ist noch nicht eingetroffen) und die sonstigen „Kinderkrankheiten“ unseres EU-GO beseitigt werden. Aller Voraussicht nach wird das noch während unserer Flugreisezeiten passieren, so dass wir im April mit einem völlig überholten Reisemobil in Richtung Skandinavien aufbrechen können.

Da es leider ja schon recht früh dunkel wird und wir ungern im dunkeln und wie heute im Regen fahren, haben wir beschlossen, die Nacht noch in Bliesen auf dem Stellplatz der Firma Dörr zu verbringen. Das wir dort auch die tollen Duschen und Toiletten auch über Nacht nutzen durften, ist ein weiterer Bonus. Die Entsorgungsstation werden wir morgen früh ebenfalls nutzen, um sowohl Frischwasser als auch Brauchwasser und die Toilettenkassette komplett zu entleeren, damit wir den EU-GO auch getrost bei den vielleicht doch wieder kühleren Temperaturen in Deutschland abstellen können, ohne Frostschäden erwarten zu müssen.

Die Waage sagt immer die Wahrheit

Heute hatten wir erstmalig die Chance mit unserem fertig beladenen EU-GO auf die Waage zu fahren. Gestern wurden noch letzte Optimierungen an unserem Dachgepäckträger in Bliesen bei Reisemobile Dörr vorgenommen und heute ging es dann in Wasserliesch bei der Firma KWR in Wasserliesch auf die Waage. Bislang hatten wir ja noch keinerlei konkrete Messwerte, was unser Chausson 640 Welcome tatsächlich auf die Waage bringt. Der Katalogwert von etwas mehr 2800 kg ist ja schon für unser leeres Auto unrealistisch, da wir ja den größeren Motor, das Maxifahrwerk, die Auflastung, die Solar- und Batterieanlage, den Dachgepäckträger, den Fahrradgepäckträger und die Dachbox montiert haben. Ein Leergewicht spielt für uns aber auch keine wirkliche Rolle, wichtig ist, dass wir genügend Reserven im realistischen Einsatz haben. Die Werte, die in unserem Fahrzeugschein stehen habe ich den Messwerten gegenüber gestellt:

  eingetragen (kg) tatsächlich (kg) Differenz (kg)
Vorderachse 2.100 1600 -500
Hinterachse 2.500 2260 -240
Gesamtmasse 4.400 3860 -740

Wir haben also noch 740 kg Reserve, was sehr beruhigend ist, nicht weil wir noch viel mehr mitnehmen wollen, sondern weil etwa ein zusätzlicher, größerer Lebensmitteleinkauf keinerlei Schwierigkeiten darstellen wird.

Zum Zeitpunkt des Wiegevorgangs war der Wassertank bis zum Maximum gefüllt, die Vorräte aufgefüllt, die Gasflasche voll, der Dachgepäckträger mit Surfbrettern, die Dachbox und auch die Heckgarage reisefertig und voll beladen. Der Dieseltank war allerdings etwa 60 kg zu leicht (da wir anschließend noch in Luxembourg volltanken werden). Der Dieseltank liegt aber eher gewichtsmäßig auf der Vorderseite denn auf der Hinterachse, daher sollte das die Gewichtsverteilung eher positiv beeinflussen. Wir können also ganz entspannt losfahren und müssen uns auch um die Verteilung des Gewichtes keine großen Gedanken machen. Selbstverständlich versuchen wir immer Schwere Gegenstände so weit wie möglich unten zu transportieren, um die Fahreigenschaften des Fahrzeugs nicht unnötig zu verschlechtern.

Wir holen unseren EU GO ab!

Das warten hat ein Ende… wir holen morgen unseren Chausson 640 in Bliesen bei Reisemobile Dörr ab! Dafür stehen wir auch ganz früh auf und fahren um 4 Uhr morgens los, damit wir in jedem Fall pünktlich um 9 Uhr im Saarland ankommen und vielleicht noch ein ganz klein wenig durchatmen können. Anschließend geht es zur noch einmal zurück nach Stuttgart und Ende der Woche dann nach Euskirchen ins Rheinland.

Es wäre ja schön, wenn alles reibungslos verliefe, denn das ist leider (natürlich?) nicht der Fall. Eben rief eine nette Dame von der Auslieferung an und übergab dann auch direkt an „unseren“ Verkäufer Herrn Philippi. Dieser teilte uns mit, dass zwar zwei weitere Querträger geliefert wurden, allerdings „die falschen“…
Zum Hintergrund: Wir haben ja  einen Dachgepäckträger bestellt. Dieser soll vier Querträger haben, um eine Traglast von 200 kg zu ermöglichen. Nun ist am Tag vor der Abholung leider klar, dass der Träger zwar montiert ist, aber nur zwei Querstreben besitzt, was die zulässige Traglast dann mit max 100 kg doch sehr reduziert. Wir werden in jedem Falle drei Wellenreitbretter á 8 kg und eine Dachbox mit 35 kg Eigengewicht befestigen. Das reduziert die erlaubte Beladung der Dachbox auf aktuell maximal 40 kg, obwohl diese eigentlich für mehr als 100kg zugelassen ist (was bei einer Verteilung des Gewichtes auf drei Querträger ja auch kein Problem wäre). So hoffen wir, dass die notwendigen Querstreben noch in den nächsten Tagen ankommen und wir (mit einem erneuten Umweg von etlichen Kilometern) dann doch noch in den Genuss kommen, diese mit auf unsere Reise zu nehmen.

Zusätzlich ist noch eine Alu-Begehplanke geplant, damit man auf dem Dach auch gefahrlos gehen kann und die Bretter verzurren oder die Box beladen kann.

Das Warten hat ein Ende… 340 Tage sind von der verbindlichen Bestellung bis zur Auslieferung vergangen. Das sind

29 376 000 Sekunden oder
489 600 Minuten oder
8160 Stunden oder
340 Tage oder
48 Wochen und 4 Tage
93,15% vom Jahr (mit 365 Tagen gerechnet)

Vermutlich wollte uns die Firma Reisemobile Dörr nur die Wartezeit von einem Jahr auffüllen, bis das Fahrzeug dann wirklich vollständig ist… Wir wollen jedenfalls weiterhin, wie geplant am 1. September aus Deutschland entschwinden, lassen wir uns überraschen… Irgendwie bin ich Herrn Philippi dann auch genügend auf die Nerven gegangen… Aber ich kann nichts dafür 😉