Queenstown die Action City

Heute ging es nach dem Frühstück direkt in Richtung Queenstown. Unser erster Stopp war allerdings zum „AJ Hacket Bungy„ wo sich einer unserer Mitreisenden am Gummiseil in die Tiefe der Schlucht stürzen wollte. Wir anderen sahen natürlich zu und leisteten moralische Unterstützung.

Die erste Brücke von der sich kommerziell Menschen am Gummiseil in die Tiefe stürzen. Wirklich landschaftlich schön gelegen.

Aber auch hier kommt das Coronavirus und die damit verbundenen Probleme sehr schnell und immer schneller an. Wir haben allerdings den Eindruck, dass die Politik und allen voran die Premierministerin hier wesentlich schneller und härter durchgreifen, wenn Regeln nicht eingehalten werden.

Wir erlebten heute, dass wir uns selbst als Besucher des Bungy-Centers in Listen eintragen mussten, damit potentielle Kontaktpersonen identifiziert werden können. Alle Mitarbeiter hielten sehr bewusst die hier geforderte Distanz von zwei Metern ein und Handläufe und Toiletten wurden praktisch permanent gereinigt und desinfiziert. Dazu ist auch zu erwähnen, dass alle Personen, die in den letzten 14 Tagen eingereist sind, sich selbst isolieren müssen. Mehrere Touristen, die sich nicht daran gehalten haben, wurden bereits verhaftet. Die vermutlich spektakulärste Aktion diesbezüglich legte ein Hubschrauberpilot am Fox Gletscher hin, der die Insassen seines Hubschraubers, nachdem er während des Fluges erfahren hatte, dass sich diese erst seit wenigen Tagen im Land befanden, direkt zur Verhaftung bis vor die Polizeistation flog.

Da die meisten unserer Leser aber genug eigene Herausforderungen in dieser schwierigen Zeit haben, werden wir den Schwerpunkt nicht auf das Virus legen, denn diesbezüglich gibt es kompetentere Informationen von offizieller Seite. Wir selbst wissen ja auch noch nicht ob wir wie geplant zurück reisen können oder wie es in der nächsten Zeit weiter geht. Unsere Reise im April mit dem Wohnmobil fortzusetzen und in Richtung Skandinavien zu fahren erscheint aktuell jedenfalls wenig realistisch. Auch hier in Neuseeland sollten unnötige Reiseaktivitäten ab heute eingestellt werden. Da wir allerdings vorgebuchte Unterkünfte haben und uns ohnehin in Richtung menschenleerer Regionen und dann zum Flughafen bewegen werden, hat unser Reiseleiter zusammen mit der Firma in Deutschland entschieden die Reise fortzusetzen, wenn auch in abgewandelter Form und unter Vermeidung von Menschenansammlungen. In diesem Sinne: Passt auf Euch auf! Wir machen das ebenfalls und spielen verschiedene Optionen für die Zukunft durch.

Wir jedenfalls besuchten heute zuerst die Stadt Arrowtown und die chinesische Goldgräbersiedlung dort, bevor wir nach Queenstown, der Hochburg der Adrenalinjunkies, fuhren. In beiden Orten merkte man deutlich, dass der Tourismus bereits extrem zurück gegangen ist, denn es war sehr wenig los. Wir beschränken uns an den jeweiligen Orten auch auf Spaziergänge im Freien und dem Zusehen bei Aktivitäten andrer. So erfreuten sich Jetbootfahrten weiterhin großer Beliebtheit, wobei dabei 20 Personen auf engstem Raum zusammen sitzen. Von unserer Gruppe beteiligte sich niemand mehr an solchen Aktivitäten, aber viele, vor allem asiatische Touristen, scheinen potenzielle Gefahren vollständig zu ignorieren.

Der Blick von der gegenüber liegenden Halbinsel auf die Stadt Queenstown, die wir uns deutlich größer vorgestellt hatten.

Von Queenstown aus ging es an vielen Schaf- und Hirschweiden vorbei in Richtung unseres Tagesziels Te Anau. Das ehemalige Schafland Neuseeland scheint immer mehr auf die Rinder-, Hirsch- und Rehzucht umzustellen, denn die Anzahl der Schafe ist zwar immer noch hoch, aber deutlich geringer als vor einigen Jahren noch. In Te Anau besorgten wir unser Abendessen im örtlichen Supermarkt und bereiteten es in unseren jeweiligen Bungalows zu. Niemand aus der Gruppe geht noch in Restaurants oder Kneipen. Wir versuchen aber alle das beste aus der Situation zu machen, denn es hilft uns nicht in Panik zu verfallen. Die Unsicherheit ist dennoch überall zu spüren.