Tagesausflug nach Girona mit sehenswerter Altstadt und gut erhaltener Stadtmauer

Zuerst einmal: Wir wünschen Euch in frohes, erfolgreiches und gesundes Jahr 2020!

Von unserem Campingplatz, der ziemlich genau zwischen Calella und Pineda de Mar gelegen ist, sind wir nach Pineda spaziert, um dort in die Bahn einzusteigen, die Girona mit Barcelona verbindet. Auch Barcelona und Girona liegen beide etwa 50 Kilometer vom Campingplatz entfernt, und die Fahrt kostet mit der Bahn knapp fünf Euro pro Person die einfache Strecke.

In Girona angekommen, sind wir von dem eher modernen Stadtteil, in dem der Bahnhof liegt, direkt in die Altstadt aufgebrochen. Bereits in der Fußgängerzone auf dem Weg dorthin hat man uns (naja und auch allen anderen) den roten Teppich ausgerollt. Tatsächlich war die gesamte Haupteinkaufsstraße mit einem roten Läufer versehen worden, auf dem ab und an Weihnachtsbäume standen. In dessen Verlängerung liegt die Pont de Pedra, über die wir gingen und einen ersten Blick auf die bunten Häuser an beiden Seiten des Ufers werfen konnten.

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Die berühmten bunten Häuser und im Hintergrund links die Basilika, rechts die Kathedrale

Einen noch besseren Blick sollten wir dann aber von der „roten Brücke“, Pont de les Peixateries Velles, aus haben, die – anders als ihre luxembourgische Namensschwester -eher flach und klein, eben eine Fußgängerbrücke ist.

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Sonja alleine auf der „roten Brücke“ (Pont de les Peixateries Velles)

Durch die engen Gassen der Altstadt stiegen wir zur Kathedrale auf, dann zur Basilika wieder ab und anschließend entlang der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer auf den höchsten Punkt der Stadt an der Universität auf. Über den Wehrgang der Stadtmauer begaben wir uns dann an unseren Ausgangspunkt, die Ponte de Pedra, zurück, und wir erkundeten noch das Rathaus und die innerstädtischen Gässchen, die wir bei unserem Aufstieg nicht begangen hatten.

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Die Kathedrale wirkt noch mächtiger, da das Portal in Verlängerung einer riesigen Freitreppe liegt. Das Kirchenschiff ist eines der längsten Europas. Der Eintritt war allerdings mit 10€ ziemlich weltlich, und wir haben uns das Geld gespart.
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Schön geschwungene Gassen in der Altstadt, hier ein durchaus als breit zu bezeichnendes Exemplar

Einige der Häuser haben einen sehr beeindruckenden Säulengang vor ihren eigentlichen Eingängen, und manche Gasse ist so schmal, dass selbst zwei Menschen nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme aneinander vorbei passen.

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Eine Konditorei, in der die Zeit im letzten Jahrhundert stehen geblieben zu sein schien.

Nach unseren obligatorischen 10 Kilometern Stadtrundgang fuhren wir mit der Bahn die etwa eine Stunde zurück und gingen von der Station bis zum Campingplatz, was ebenfalls etwa 1,5 Kilometern entspricht. Den Nachmittag ließen wir mit Lesen ausklingen.

Und falls jemand wegen des Wetters nachfragt… Ja, wir hatten wie so häufig einen blauen Himmel, aber wir sind heute morgen um 9 Uhr bei 8 °C losgefahren und bei 5°C und Nebel in Girona angekommen. In Girona stiegen die Temperaturen erst gegen Mittag über die 10°C Marke. Am Meer wurden dann immerhin 14°C erreicht, die sich bei Wind aber ziemlich frisch anfühlten.

Der voraussichtlich letzte vollständige Tag in Portugal (Faro – Fuseta – Santa Luzia – Tavira)

Heute sind wir nach einer sehr ruhigen Nacht mitten in Faro direkt an der Stadtmauer aufgewacht und haben bereits um 8 Uhr einen kleinen Stadtrundgang unternommen. Da um diese Zeit wenig „los“ ist, haben wir auch viele Orte noch ziemlich für uns gehabt. Und man muss wirklich sagen, dass sich die Altstadt sehr wohl für einen Besuch lohnt. Der kleine Fischerhafen, die Kathedrale und vor allem die Fußgängerzone mit dem tollen Pflaster (das vermutlich kaum zu sehen ist, wenn sich tagsüber die Straßen füllen).

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Die Fußgängerzone mit wunderbarem glatten und sauberen Pflaster, morgens noch sehr leer 😉

Die Stadt Faro wird auch als Stadt der Störche bezeichnet. Tatsächlich war das Klappern der Störche das erste Geräusch, was wir am Morgen vernommen hatten, und auf manchen Gebäuden hatten es sich gleich mehrere Paare bequem gemacht.

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Das Stadttor Arco da Vila mit zwei Storchenpaaren in zwei Nestern (ja, die sind echt!)

Ein besonderer Tipp in Faro ist die Kirche St. Francisco, die innen teilweise mit Kacheln, Gold und tollen Ornamenten gestaltet ist und die bislang für uns schönste Kirche auf unserer Tor darstellt (und wir haben viele gesehen!). Da in der Kirche keine Fotoaufnahmen gestattet sind und wir außerdem nur wegen einer stattfindenden Messe hineingekommen sind, versteht sich von selbst, dass wir uns daran gehalten haben. Daher diese Empfehlung leider ohne Foto.

Schon gegen 9:30 Uhr fuhren wir durch die immer noch sehr ruhige Stadt Faro nach Fuseta, einem kleinen und recht engen Fischerort, der Sonja (die die erste Etappe gefahren ist) vor einige Herausforderungen gestellt hat, die sie aber mit Bravour gemeistert hat. Ein kurzer Spaziergang reicht, um sich einen Eindruck vom kleinen, gemütlichen Ort zu verschaffen, und so sind wir auch recht bald weiter nach Santa Luzia gefahren. Da der Ort genau so heißt wie eine meiner Omas (die vor einigen Tagen 100 geworden wäre, aber im letzten Jahr verstorben ist), war klar, dass wir kurz anhalten mussten. Die Uferstraße entlang erstreckt sich ein wirklich schönes Fischerdorf mit bunten Booten, und auf der anderen Straßenseite sind die Häuser ähnlich farbenfroh.

Zum Tagesabschluss ging es für uns dann nach Tavira, wo wir auch übernachten werden. Das Städtchen Tavira liegt nett an Fluss und Hügel und verfügt über ein Castello ebenso wie 37 Kirchen (sagt der Reiseführer, wir haben nur einige wenige angesehen…). Eine Römerbrücke findet man hier ebenso wie in Trier. Durch die vorgelagerten Inseln ist die Stadt auch gegenüber dem Meer sehr gut geschützt, und die Fischerei und Salzgewinnung waren von altersher eine der Haupteinnahmequellen. Falls man an den Strand möchte, muss man die städtische Fähre dafür nehmen. Heute am Samstag war neben dem regulären Markt in der (neuen) Markthalle auch noch ein Flohmarkt außen davor, so dass bei unserer Ankunft ein reger Trubel herrschte, der sich dann aber bald gelegt hat.

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Die Kirche Santa Maria in Tavira oben auf dem Berg, direkt neben dem Castello gelegen (von dem aus dieses Bild entstand)

Morgen geht es dann voraussichtlich über die Grenze nach Spanien, und wir verlassen nach gut drei Wochen und etwas mehr als tausend Kilometern Portugal (bei 1800 Kilometern Küstenlinie, die Portugal besitzt, sind wir also nicht jede Bucht nachgefahren, was aber auch nicht möglich wäre…)

Weiter der Küste der unaussprechlichen Namen entlang: Porto Covo, Vila Nova de Milfontes und Zambujeiera do Mar

Mittwoch früh war es sehr windig und wolkenverhangen, so dass wir schon recht bald losgefahren sind, der Küste gen Süden folgend. Wobei wir uns nicht ganz an der Küste entlang bewegen, da die Küstenstraße noch abenteuerlicher zu fahren ist, als die anderen Straßen, die teilweise hohe Verwerfungen, Löcher oder provisorische Flickstellen aufweisen. Manchmal fehlt auch schlicht die Hälfte der Fahrbahn. Das ist besonders interessant, wenn ein LKW entgegen kommt. Daher bekommt der Begriff „vorausschauendes Fahren“ hier noch eine weitreichendere Bedeutung. Der Ort Porto Covo ist zum Beispiel so wohnmobilunfreundlich, das es keine einzige legale Möglichkeit gibt, das Reisemobil im Ort oder der Nähe davon auch nur abzustellen, obwohl reichlich freie Parkplätze vorhanden waren. Diese sind aber alle für Reisemobile gesperrt. So ist ein Besuch des Örtchens leider nicht möglich und wir sind unverrichteter Dinge wieder gefahren, denn auf  dem Campingplatz einchecken, um dann eine Stunde spazieren zu gehen, ist irgendwie keine Option.

Wir sind dann weiter nach Vila Nova de Milfontes gefahren, wo zwar auch einige Parkplätze für Reisemobile gesperrt sind, was auch völlig ok ist, denn ist gibt andere Plätze auf denen das Parken erlaubt, oder zumindest geduldet ist. Ein freies Übernachten außerhalb der Camping oder offiziellen Stellplätze ist im Süden Portugals generell nicht mehr erlaubt. Es werden sich wohl zu viele Wohnmobilisten daneben benommen haben, dass es so weit gekommen ist. In Vila Nova de Milfontes jedenfalls gibt es einen wunderbaren Ausblick auf den Rio Mira, der dort ins Meer mündet, und die gegenüberliegenden Praia de Furnas.

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Vila Nova de Milfontes mit dem Ausblick auf die Mündung des Rio Mira und die Praia de Furnas

Nach einem kleinen Obstfrühstück ging es dann weiter nach Zambujeiera do Mar wo wir noch einmal den Luxus eine Campingplatzes genießen und eventuell, je nach Wetterlage, auch noch einmal Wäsche waschen wollen. Leider sind hier in der Gegend alle Campingplätze etwas im Landesinneren gelegen und haben somit keinen direkten Strandzugang und auch der schöne Stadtstrand in Zambujeiera do Mar ist zum Surfen eher weniger geeignet, da es doch eine Felsen gibt, deren Position man dann schon sehr genau kennen sollte. Der Weg von etwa einem Kilometer mit dem Surfbrett zum Strand wäre dann ja noch machbar…

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Der Stadtstrand von Zambujeiera do Mar, sehr schön, aber mit den Felsen auch nicht ungefährlich zum Baden oder Surfen

Der Ort Zambujeiera do Mar selbst besticht durch eine kleine Fußgängerzone mit etlichen Restaurants, einer Kapelle direkt auf den Klippen und schönen weiß-bunten Häusern.

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Häuser mit jeweils unterschiedlicher Farbe in Kombination mit Weiß machen den Ortskern von Zambujeiera do Mar aus

Vielleicht finden wir in den nächsten Tagen ja noch Orte und Gelegenheiten zum Surfen, denn besonders Sonja hat noch nicht genug davon bekommen. Besonders nach den hervorragenden Wellen in Peniche am ersten Surftag, kann ich das nur zu gut verstehen.

Bunte portugiesische Städtchen und mehr (Mutosa – Aveiro – Costa Nova do Prado – Praia de Mira)

Nach einer ruhigen Nacht in Mutosa direkt am Wasser, wurde unser Kreislauf  bei der Weiterfahrt dann sofort wieder auf Touren gebracht, denn die Straße, die uns das Navi führen wollte, war gesperrt und alle anderen Wege waren sehr schmal. Sehr schmal bedeutet, dass wir an beiden Spiegeln teilweise nur wenige Zentimeter Platz hatten und gleich mehrfach freundliche Anwohner mitgeholfen haben, sei es durch Mitschauen oder Wegfahren von anderen Fahrzeugen, ohne dass es keinerlei Fortkommen gegeben hätte. Im Endeffekt stellte sich heraus, dass es zur „gesperrten“ Straße keine Alternative gab und heute eh an der vermeintlichen Baustelle nicht gearbeitet wurde. Nur die Schilder sind eben stehen geblieben… Anschließend wurden die Straßen deutlich besser, und wir konnten ab und an tatsächlich auch fast die erlaubten 50 km/h im Ort erreichen. Fast allerdings nur deshalb, weil wir ständig mit selbstmordgefährdeten anderen Verkehrsteilnehmern rechnen mussten. So war die Oma, die mit ihrem Rollator zwischen parkenden Autos hervorschoss, weniger überraschend, als Linksabbieger, die einfach durch den Gegenverkehr abbogen, obwohl es keine Lücke gab und ich teilweise kräftig in die Eisen steigen musste. Dass die Verwendung von Blinkern generell überbewertet ist, haben wir ebenfalls gelernt. Einzig als Warnblinker, wenn man mitten auf der Straße im absoluten Halteverbot, aber direkt vor dem Geschäft seines Vertrauens parkt, werden diese gelegentlich verwendet. Ein Überholen innerhalb geschlossener Ortschaften, bei Gegenverkehr mit Geschwindigkeiten jenseits der 80km/h ist eher normal. Damit das aber wirklich überraschend kommt, fahren die Menschen erst einige Kilometer direkt hinter einem her, um dann nicht etwa auf der breiten, gut ausgebauten Straße zu überholen, nein im Ort ist das viel interessanter und vielleicht kann Mann da seine Potenz (oder zumindest die des Fahrzeugs) besser zur Schau stellen?!? Das nach dem Überholmanöver so eingeschert wird, dass der Überholte abbremsen muss, ist schon selbstverständlich, nicht nur des Gegenverkehrs wegen…

Nach knapp einer Stunde erreichten wir dann Aveiro und den zwar sehr zentral gelegenen, aber alles andere als einladenden Stellplatz. Weil wir das aber ja bereits wussten, nutzten wir diesen lediglich als Parkplatz für die Stadtbesichtigung. Bereits nach etwa einer Stunde waren wir auch damit „durch“, denn die Stadt wird sehr gut vermarktet und ist entsprechend voll mit Touristen, ist aber nicht so besonders. Die Boote, mit denen dort Touristen durch die Kanäle geschippert werden, kann man entlang der Küste – mindestens ebenso reich verziert – im alltäglichen Einsatz sehen.

Ganz anders der eher unbekanntere Ort Costa Nova do Prado, der durch seine wirklich hübschen, bunte bemalten Häuser besticht und zudem einen ausgesprochen schönen Sandstrand besitzt. Dorthin haben wir dann auch unsere Frühstückspause verlegt.

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Die bunten Häuser von Costa Nova do Prado, in Richtung des Binnengewässers gelegen…
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… und keine 500 Meter entfernt: Ein wunderschöner Sandstrand und Dünen, die mit Holzstegen sehr gut zu erreichen sind

Im Anschluss sind wir die Küstenstraße weiter gen Süden gefahren und haben Praia de Mira erreicht. Dieser Ort hat bezüglich der Architektur etwas weniger zu bieten, dafür kann man aber direkt mit Blick auf das Meer parken. Der Strand ist ebenso wie die Kapelle absolut sehenswert. Noch dazu mit solch hohen Wellen, wie heute.

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Die Kapelle von Praia de Mira, direkt am Strand gelegen