Es wird nervenaufreibend…

Am 6. März sollten die Rückflüge nach Deutschland beginnen und die ersten unserer Reisegruppe hatten am Abend des 5. März Tickets für diesen Flug erhalten. Über Nacht kamen immer weitere Tickets hinzu (teilweise zwei Stunden vor der Zeit an der die Menschen am Flughafen sein sollten). So fuhren dann am Vormittag des 6. März acht der dreizehn Mitreisenden mit unserem Reiseleiter Jürgen zum Flughafen. Wie anderen fünf wussten zu diesem Zeitpunkt nicht viel, außer einer Nachricht des Konsulats, die besagte, dass wir „zeitnah“ Informationen zu unseren „in den nächsten Tagen“ stattfindenden Flügen erhalten sollten.

Bis 7. März um 12:16 Uhr eine WhatsApp-Nachricht von Jürgen kam: „T, Sonja, Marc. Bitte Koffer packen; wir fahren in 15 Minuten los. Kein Spaß“. Woraufhin wir, wie von der Tarantel gestochen, unsere Sachen zusammen gepackt und in den Bus geladen haben. Zwei weitere Mitreisende waren zu diesem Zeitpunkt mit Jürgen spazieren und mit dem Taxi auf dem Rückweg zum Motel. Sonja und ich waren gerade dabei zum Spaziergang aufzubrechen und hätten fünf Minuten später das Motel verlassen und daher auch keinen WLAN-Empfang mehr gehabt. Wir saßen dann jedenfalls alle sechs um 12:28, teilweise nass geschwitzt, im Bus auf dem Weg zum Flughafen.

Während der Fahrt informierte und Jürgen was passiert war: Unsere Mitreisenden hatten am gestrigen Tag Jürgens Telefonnummer bei einem der Botschaftsmitarbeiter hinterlegt, mit der Information, dass wir verbleibenden fünf Personen innerhalb einer halben Stunde am Flughafen sein könnten, falls andere Reisende nicht erscheinen sollten. Und während des Spaziergangs rief dieser Mitarbeiter tatsächlich bei Jürgen an, dass wir sofort kommen sollten. Das Boarding des Fluges war für 14:00 Uhr vorgesehen. Unsere Zeit war also sehr sehr knapp und auf der Hinfahrt jede einzelne Ampel rot. Wir waren alle absolut ungläubig und konnten noch nicht glauben was passierte, denn nach 14 Tagen Unsicherheiten, Hoffen und Bangen und regelmäßigem nächtlichen etlichen Male Emails kontrollieren, passierte so plötzlich etwas.

Zügiger Weg zum Eingang des Flughafens in Christchurch

Am Flughafen angekommen waren lediglich zwei Sicherheitskräfte und ein Polizist zu sehen, die uns aber nach kurzer Erklärung sofort ins Gebäude ließen. Dort erwartete uns ein Team der Botschaft und die Kostenübernahmezettel wurden eingesammelt und unsere Pässe kontrolliert. Anschließend durften wir noch ein Bild mit den Mitarbeitern für das Auswärtige Amt machen, da wir „so herrlich verschwitzt und abgehetzt“ aussähen. Komisch, warum nur… Anschließend ging es dann zum Checkin, der von sechs Flughafenmitarbeitern an sechs Schaltern besetzt war. So hatte praktischer Weise jeder aus unserer Gruppe einen Schalter für sich, denn fast alle anderen Passagiere (bis auf zwei, die praktisch gleichzeitig mit uns angehetzt kamen) waren natürlich bereits eingecheckt. Die Mitarbeiter waren extrem freundlich und selbst auf meine Länge wurde Rücksicht genommen, die Gepäckstücke zwar gewogen, die Massen (die teilweise zu hoch für Air New Zealand waren) jedoch ignoriert. Alle fünf haben wir Plätze in der Business-Class bekommen und etwa 50 Minuten nach dem Anruf hielten wir die Bordkarten in Händen. Durch die Sicherheitskontrolle ging es dann auch sehr schnell, klar wir waren wieder die Einzigen! Die Mitarbeiter zeigten uns aus eigener Motivation wo wir das Wasser ausleeren und die Flaschen wieder mit Trinkwasser befüllen konnten. Dann waren wir tatsächlich ausreichend früh zum Boarding bereit und konnten kurz unsere Verwandten informieren, bevor es in den Flieger ging. Erst so langsam realisieren wir, was eigentlich alles passiert ist, womit wir nur Stunden vorher nicht gerechnet haben.

Die letzten Passagiere des Fluges über Vancouver nach Frankfurt mit den Mitarbeitern der Botschaft am Flughafen in Christchurch

Während ich das hier schreibe, liege ich im Bett (tatsächlich!) der Business-Class in der Boing 777-300W von Air New Zealand mit der Flugnummer NZ 1952 auf dem Weg nach Vancouver. Aktuell befinden wir uns irgendwo über dem Pazifik etwa auf Höhe der Datumsgrenze. In Vancouver werden wir nach 15 Stunden Flugzeit landen, die Crew wird getauscht und der Flieger gereinigt. Wir werden das Flugzeug allerdings nicht verlassen dürfen, da Kanada ebenfalls die Grenzen geschlossen hat. Aber die notwendige Zwischenlandung ist dank der Verhandlungen des Auswärtigen Amtes überhaupt erst möglich. So werden wir voraussichtlich dann nach etwa 27 Stunden im Flugzeug – irgendwann hoffentlich – in Frankfurt ankommen.

Wir bedanken uns noch einmal ausdrücklich bei Jürgen, Michael, den Mitarbeitern von Air New Zealand (am Flughafen und im Flugzeug) und den Mitarbeitern der Deutschen Botschaft sowie im Auswärtigen Amt, die diese Aktion überhaupt erst möglich machen. Wir hätten nie gedacht einmal auf diplomatische Hilfe angewiesen zu sein, aber es ist toll, dass so etwas organisiert wird. Danke!

Postkartenmotive auf dem Weg nach Süden

Auf dem Weg nach Wanaka hielten wir immer wieder für kleine Wanderungen und Fotostopps. Der heutige Tag war so ereignisreich und eindrucksvoll, dass es mir wirklich schwer fällt alle Highlights zu erwähnen. Zuerst hielten wir unmittelbar am Strand, am Rande des Highways an und konnten bereits aus dem Bus Hektor-Delphine beobachten. Da die kleinste und auch eine der seltensten Delphinarten eher selten springen, war meist zwar nur die Rückenflosse und ein Teil des Rückenflosse zu erkennen, aber immerhin!

Weiter ging es zu zwei kleineren Wanderungen von je einer halben Stunde Länge, bei denen wir erneut Delphine am Strand sahen und ein besonders verspieltes Exemplar sprang sogar in die Luft. Der andere Teil führte dich sehr beeindruckenden Regenwald, der heute immer wieder seinem Namen alle Ehre machte. Die Pflanzen standen teilweise im Wasser oder Sumpf.

Der dunkel eingefärbte Fluss mitten durch den Regenwald

Anschließend besuchten wir einen Wasserfall, der über 100 Meter in die Tiefe stürzt, bevor wir unsere Mittagspause in Haast machten.

Schon beeindruckend, wie das Wasser aus großer Höhe herabfällt.

Von dort aus ging es weiter ins Landesinnere und zum nächsten Stopp für einen Walk zu den Blue Pools. Der Weg führte über eine recht lange und wacklige Hängebrücke (immerhin mit einer maximalen Belastbarkeit von 10 Personen) zu den Blue Pools, einer kristallklaren Serie von Wasserbecken, die über die Jahrhunderte aus den Steinen gewaschen wurden.

Die Blue Pools luden heute aufgrund der kühlen Temperaturen eher nicht zum Schwimmen ein, waren aber toll anzusehen.

Unser Weg nach Wanaka führte uns weiter über den Haast-Pass, eine der atemberaubendsten Strecken unserer bisherigen Reise! Wir hielten mehrfach, vor allem für Fotos der Bergkulisse vor den Seen, an.

Ein Blick auf See und Berge, den man so such nicht alle Tage genießen darf.

Am frühen Abend erreichten wir dann, mit vielen Fotos und noch deutlich mehr Eindrücken, die am gleichnamigen See gelegene Kleinstadt Wanaka. Außer einem kurzen Einkaufsstopp für unser Abendessen, dass Sonja dann wieder für uns zauberte, haben wir nicht mehr viel unternommen und fielen müde ins Bett.

Rund um Hokitika

Heute Morgen ging es mit dem Bus etwas außerhalb des Städtchens, um auf einer kleinen Wanderung (1,5 Std., leicht) durch den Urwald zur Hokitika-Schlucht zu gelangen. Die Farbe des Wassers und der umgebende Wald waren wirklich toll.

Die Hängebrücke galt es zu überqueren um auf die andere Seite der Schlucht zu gelangen.

Auch wenn einige Menschen wohl Schwierigkeiten mit dem Zahlenverständnis haben, denn die Hängebrücke, die es zu überqueren galt, hat eine zulässige Belastung von 6 Personen, was aber z.B. eine asiatische Reisegruppe nicht daran hinderte mit der doppelten Anzahl Personen gleichzeitig stehen zu bleiben und Fotos zu machen. Da wundert es kaum, dass viele Menschen zu dumm sind einen exponentialen Anstieg von Erkrankungen nachzuvollziehen. Ich hoffe inständig, dass unter unseren Bekannten keine Idioten sind, die Corona-Partys veranstalten oder sich aktuell in größeren Gruppen treffen.

Der Hokitika-Fluss in der gleichnamigen Schlucht
Die Farne und Bäume sind wirklich wie aus einer anderen Welt.

Nach dem ersten Highlight fuhren wir wieder etwa 45 Minuten mit dem Bus um zum Mahinapua-See zu gelangen, den wir nach einem etwa halbstündigen Spaziergang erreichten. Auf dem Weg zeigte uns Jürgen welche Teile des Baumfarns essbar sind und wie ein Blatt des Pepper-Trees schmeckt.

Neue Blätter des Baumfarnes als Besonderheit hübsch herzförmig angeordnet

Am Nachmittag waren wir wieder zurück in Hokitika, wo wir den Rest des Tages zur freien Verfügung hatten. Sonja und ich besuchten das „national Kiwi Center“ um den bekanntesten, aber vom Aussterben bedrohten Laufvogel aus nächster Nähe zu sehen. Da die Tiere nachtaktiv sind, gaukelt man ihnen eben tagsüber die Nacht vor und die Besucher gehen dann in den abgedunkelten Raum. Tatsächlich hatten wir Glück und einer der Kiwis lief direkt an der Scheibe und damit nur einige Zentimeter an uns vorbei. Das war dank des recht großen Geheges nicht selbstverständlich. Da wir selbstverständlich das Fotoverbot respektieren, können wir leider keine Bilder vom Kiwi zeigen.

Der Blick über den Mahinapua-See

Anschließend gingen wir noch in der Stadt und am Strand spazieren. Dabei warfen wir auch in die zahlreichen Jadeläden einen ausgiebigen Blick. Anschließend gingen wir einkaufen und durften nicht nur feststellen, dass die Neuseeländer (noch) keine Hamsterkäufe tätigen, sondern dass noch das gesamte Sortiment erhältlich war.

An die Westküste nach Hokitika

Unser Weg führte uns heute weiter in Richtung Westküste. Während der Fahrt auf dem Highway, der eher an eine durchschnittliche Landstraße in der Eifel erinnert, überqueren wir die spektakuläre Buller-Schlucht, ehe wir Cape Foulwind erreichen. Die Highways hier sind an Brücken oder Engstellen oft nur einspurig, so dass der Fahrer sehr vorausschauend und vorsichtig fahren muss.

Der Fluß war schon bei historischem Tiefstand beeindruckend, unvorstellbar wie das ist, wenn selbst die Straße überflutet wird.

Bei einem Spaziergang am Cape Foulwind, dass seinen Namen Captain Cook zu verdanken hat, der eben hier ungünstige Winde hatte und nicht in Richtung Australien weitersegeln konnte, konnten wir spektakuläre Strände sehen und der hier ansässigen Pelzrobbenkolonie einen Besuch abstatten.

Der Wegweiser gibt die Distanzen zu einigen Großstädten der Welt an, so könnt ihr erahnen, wie weit wir weg sind.

Entlang des kleinen Paparoa-Nationalparks fuhren wir weiter bis zu den berühmten „Pancake Rocks“ bei Punakaiki.

Die Pancake Rocks, die ihren Namen erhalten haben, weil sie eben aussehen, als hätte jemand Pfannkuchen übereinander gestapelt.

Nachmittags erreichten wir unsere Unterkunft in Hokitika – herrlich gelegen direkt am Meer. Am Abend organisierte unser Reiseleiter Jürgen ein besonderes Abendessen: Wir genossen gemeinsam ganz traditionelle „Fish & Chips“ am Strand und erlebten dabei den Sonnenuntergang über dem Meer.

Aus Treibgut wurde am Strand von Hokitika der Ortsname gebaut, der einen hübschen Vordergrund für den Sonnenuntergang bot.

Von Wellington nach Nelson

Der heutige Tag begann schon sehr zeitig, denn um 7 Uhr fuhr der Bus am Hotel ab und um 8 Uhr die Fähre, die uns von der Nord- auf die Südinsel bringen sollte. Unser Frühstück bekamen wir daher auf der Fähre und beendeten es bereits bevor wir abgelegt hatten.

Blick auf Wellington

Die Überfahrt war sehr ruhig, da wir bestes Wetter und nur wenig Wellengang hatten. Ausfahrt aus dem Hafen von Wellington war ausgesprochen sehenswert. Die Einfahrt nach Picton war wesentlich enger und von größerer Entfernung ist die Einfahrt in die Malborough Sounds kaum zu erkennen. Kein Wunder, dass bei stärkerem Wellengang eine Durchfahrt der Enge manchmal nicht möglich ist.

Nach dem Verlassen der Fähre in Picton und einem Zwischenstopp an einer einspurigen Brücke mit einem nett anzusehenden Fluss darunter, indem man auch schwimmen gehen konnte, fuhren wir über sehr gewundene Straßen direkt nach Nelson. Dort bezogen wir unsere recht luxuriösen Studios, die uns nun für drei Nächte als Wohnung dienen. Im unmittelbaren Anschluss fuhren wir in das Stadtzentrum, spazierten zur etwas erhöht liegenden Kirche und genehmigten uns ein ausgesprochen leckeres Eis. Die Kugeln waren etwa dreimal so groß wie in einer deutschen Eisdiele und der Kommentar der Verkäuferin, auf meinen erstaunten Blick hin, war: „We do ice cream properly in New Zealand!“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Nachdem wir dann auch noch im Supermarkt unsere Wasser- und Lebensmittelvorräte aufgestockt hatten, fuhren wir mit dem Rest der Gruppe zurück zu den Unterkünften. Für uns egal, für manche Mitreisenden ziemlich ärgerlich, da sie Eis gekauft hatten und dieses verständlicher Weise zügig im Gefrierfach unterbringen wollten, ist die regelmäßige Verspätung eines Teilnehmers. Aber es gibt eben Menschen für die allgemeine Absprachen nicht gelten.

Nach Rückankunft im Caravanpark, in dem wir wie fast immer feste Unterkünfte bewohnen, gingen Sonja und ich noch etwas an der Lagune, die durch einen natürlichen Steinwall vom offenen Meer abgetrennt ist, entlang spazieren.

Um 19:30 gab es dann eines der in der Rundreise inkludierten gemeinsamen drei Abendessen. Unser Guide Jürgen zauberte aus Reis, Salat und Fisch ein leckeres Essen, dass wir alle genossen. Sehr bald beendeten wir dann auch den Tag, da es am nächsten Morgen auch wieder früh los gehen soll.

Von Turangi nach Wellington

Da sich erst im Laufe des Morgens ergeben sollte, ob wir „unseren“ Bus in fahrbereitem Zustand wieder bekommen, durften wir ausschlafen. Anschließend sind Sonja und ich am Fluss in Turangi spazieren gegangen. Dann war klar, dass unser Bus gegen 13 Uhr wieder zur Verfügung stehen würde. Vier besonders motivierte Mitreisende hatten sich heute um 6:30 Uhr erneut aufgemacht, um das Alpine Crossing erneut zu versuchen und haben es wirklich geschafft. So holten wir die Wanderer um 14 Uhr am Ziel ab und fuhren dann los in Richtung Wellington.

Ein netter Ausblick auf die umliegenden Vulkane und den Fluss bei unserer Morgenwanderung.

Auf der Fahrt kamen wir unter anderem durch den Ort Taihape, in dem regelmäßig die Weltmeisterschaft im Gummistiefelweitwurf ausgetragen wird und daher diesem Sportgerät auch ein Denkmal gesetzt wurde.

Nach langer, nur von Tank-und Toilettenstopps unterbrochener Fahrt erreichten wir am Abend Wellington. Nachdem wir nur schnell unser Gepäck im Hotelzimmer abgestellt hatten, machten wir beide uns zum Hafen auf. Da es allerdings sehr frisch wurde, hielten wir uns nicht lange auf und gingen praktisch sofort nach erreichen des Hafens wieder zurück zum Hotel, wo wir zu Abend aßen und ins Bett gingen.

Die City von Wellington vom Hafen aus gesehen.

Tongariro National Park

Eigentlich wollten wir heute ja das Tongariro Alpine Crossing, eine der bekanntesten Tageswanderungen der Welt, in Angriff nehmen. Die Wanderung führt bis auf knapp 2000 Meter, überwindet etwa 1000 Höhenmeter und dauert zwischen 7 und 9 Stunden. Bei einer Länge von „nur“ 19,4 Kilometern ist damit schon einiges über die Schwierigkeiten gesagt… Nach gut halbstündiger Fahrt erreichten wir bei Nieselregen den Ausgangspunkt der Wanderung, der kaum besucht war. Dafür begrüßte uns ein großes Schild…

Ein Schild sagt manchmal mehr als viele Worte.

Wir überlegten noch, ob wir den Walk dennoch in Angriff nehmen sollten, denn es handelte sich ja lediglich um eine Empfehlung. Dann kam uns eine Gruppe Ranger entgegen, die gerade den unteren, leichten Abschnitt kontrolliert hatten. Sie fragten uns, was wir denn heute vorhätten und überzeugten uns davon, dass das Alpine Crossing keine gute Idee sei, da auf dem Kraterrand starke Winde bei Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen würden. Außerdem wäre aufgrund von schlechter Sicht ein Helikoptereinsatz nicht möglich, so dass gegebenenfalls sehr lange auf Hilfe zu warten wäre. Damit war die Entscheidung für Sonja und mich gefallen und der Rest der Gruppe schloss sich an, auch wenn drei Männer zurück im (Leih-)Bus äußerten, dass sie dennoch gegangen wären. Warum die das nicht getan haben, obwohl niemand sie abgehalten hat, bleibt mir ein Rätsel. Aber nachträglich sagt sich manches leichter.

Statt der einen großen Wanderung bot uns Jürgen an, uns zu den Ausgangspunkten von zwei kürzeren Wanderungen zu fahren, was einstimmig begrüßt wurde. Beide Wanderungen führten ebenfalls durch den Tongariro Nationalpark und die erste von etwa sieben Kilometern Länge führte zu einem Wasserfall. Der Hinweg verlief durch kleine Waldstücke und ausgedehnte Heideflächen. Der Rückweg verlief entlang des Baches und durch teils wunderschönen und ursprünglich Wald. Nach ziemlich genau zwei Stunden erreichten wir fast zeitgleich mit Jürgen, der zwischenzeitlich den anderen Teil der Gruppe, der ohnehin nur eine kleine Tageswanderung geplant hatte, zum Ausgangspunkt dieser Wanderung gefahren hat, den Treffpunkt.

Der Wasserfall war das Ziel unserer ersten Ausweichwanderung.
Die zweite Wanderung des Tages führte uns um den schönen Kratersee.

Unsere zweite Wanderung sollte uns rund um einen Kratersee führen. Als wir den Ausgangspunkt erreichten, erwarteten uns bereits unsere Mitreisenden, die diesen Weg gerade absolviert hatten. Während Jürgen mit diesem Teil der Gruppe wieder in Richtung Unterkunft unterwegs war, brachen wir zur Seeumrundung auf. Zuerst galt es den Kraterrand zu erreichen und auf dem Weg durch dichten Wald einige Höhenmeter zu überwinden. Auch am See angekommen blieb die Vegetation sehr dicht, so dass nur an einigen Stellen eine freie Sicht auf das Wasser möglich war. Wie schon am Morgen wechselte strahlender Sonnenschein mit Regen, Nieselregen und Bewölkung ab. Dennoch war der Weg wirklich schön und uralte Bäume, Farne und Baumfarne erweckten den Anschein, dass wir uns in einer fremden Welt befänden.

Zurück am Parkplatz erwartete uns Jürgen bereits und fuhr uns, unterbrochen durch zwei sehr beeindruckende Fotostopps, zurück in die Unterkunft, wo wir uns im strömenden Regen sehr schnell in geschlossene Räume begaben und eine warme Dusche genossen haben.

Auf der Rückfahrt zur Unterkunft hatten wir einen schönen Blick auf den Abstieg des Alpine Crossings. Deutlich sind die Wolken auf der anderen Seite des Vulkans zu erkennen. Wer genau hinschaut sieht an zwei Stellen Rauch aufsteigen, was ein deutliches Indiz für die Aktivität ist.
Ebenfalls auf der Rückfahrt hielten wir an einem Aussichtspunkt, der ein schönes Panorama des Lake Taupo bot.