Manchmal führt die Fahrt weiter als geplant…

Eigentlich wollten wir nur eine kurze Etappe in Spanien zurücklegen und nach Pálamos fahren. Da die Anzahl der brauchbaren und offenen Stellplätze und Campingplätze aktuell etwas beschränkt ist, da viele im Winter einfach geschlossen sind, hatten wir uns einen geöffneten Campingplatz sowie einen Stellplatz in Pálamos ausgeguckt. Aber weder die Lage, noch die Stadt selbst sagten uns zu, so dass wir kurzentschlossen weitergefahren sind.

Zwischendurch haben wir noch einen obligatorischen Lidl-Einkaufsstop gemacht und sowohl Diesel als auch Gas aufgefüllt. Da wir dann doch etwas länger unterwegs waren, haben wir auch einen Fahrerwechsel gemacht. Nachdem ich durch etliche enge Gassen, die zu allem Überfluss auch noch zugeparkt waren, gefahren war, hat Sonja dann auf dem Lidl-Parkplatz übernommen. Sie hatte dann die teils engen Bergstraßen zu bewältigen, die allerdings kein Vergleich zu denen in den Picos de Europa waren.

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Dass wir uns so schnell wieder der französischen Grenze nähern würden, hatten wir nicht gedacht…

Wir hatten bereits geplant, als übernächsten Stopp Argelès-sur-Mer anzufahren, was dann irgendwie unser nächster Stopp und der Ort wurde, an dem wir den Jahreswechsel verbracht haben.

Auf der Fahrt durch die Ausläufer der Pyrenäen haben wir zum zweiten Mal auf unserer Tour Schnee gesehen. (Zum ersten Mal war es auf den Gipfeln der Sierra Nevada.) Allerdings Gottseidank nur von Weitem.

Am Silvesterabend haben wir, nachdem wir auf dem total vollen Campingplatz Le Roussillonnais mit Glück einen Platz bekommen haben, noch einen Spaziergang entlang der Strandpromenade in den Hafen gemacht. Nach der langen Sitzerei im Auto tat etwas Bewegung wirklich gut.

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Fischerboote im Hafen von Argelès-sur-Mer bei Sonnenuntergang.

Schon sobald die Sonne hinter den Bergen verschwunden war, wurde es ziemlich schnell kühl, und die Temperaturen sanken tatsächlich bis auf etwa 5 °C ab. So haben wir uns Überwintern im „Warmen“ nicht wirklich vorgestellt. Leider ist es im Winter wirklich überall auf der Iberischen Halbinsel nicht so richtig warm. Also ein Trugschluss, denn viele Mitteleuropäer meinen, in Spanien sei immer „Sommer“.

Eine nervenaufreibende Fahrt entlang der felsigen Küstenstraße nach Pineda de Mar

Einer der letzten geöffneten Campingplätze vor der französischen Grenze liegt um diese Zeit in Pineda de Mar, nördlich von Barcelona. Diesen hatten wir uns für den heutigen Tag als Ziel gesetzt, da wir Barcelona schon vor ein paar Jahren mehrere Tage lang erkundet hatten, und sich somit ein Zwischenstopp dort erübrigten. Großstädte meiden wir ja Bekannterweise gerne, zumal, wenn wir sie bereits kennen. Da wir ja Mautstraßen mit dem Wohnmobil meiden und auch etwas von der Landschaft mitbekommen möchten, navigierte uns unser Navi über eine sehr enge, abenteuerliche, felsige Küstenstraße. Die Aussicht war die ganze Zeit grandios, nur dass wir diesen Anblick des himmelblauen Mittelmeers so gar nicht genießen konnten. Die Straße schlängelte sich an sandgelben Felsen vorbei, rechts senkrecht der Abgrund, für mich als Beifahrer mit der erhöhten Sitzposition über der Leitplanke ein „Graus“. Zum Glück habe ich hundertprozentiges Vertrauen in meinen lieben Marc, mit niemand anderem würde ich diese Straße fahren, ohne das Steuer selbst in die Hand zu nehmen, allerdings dann lieber mit einem VW Polo o.ä. Die Herausforderung war der ständige Gegenverkehr, der an seiner Seite auch eine senkrechte Felswand nach oben hatte, und somit sich auch von dieser gerne fernhielt und nicht selten auf unsere Spur kam. Oft waren es nur Zentimeter, die uns von einem Crash verschonten. Dann nutzten auch viele sich im Urlaub befindende Spanier die Straße für ihr Rennradtraining, was uns zu herausfordernden Überholmanövern zwang. Alle paar hundert Meter galt es einen Radfahrer unversehrt zu überholen. Freiwillig wäre ich diese Route nicht mit meinem Rennrad gefahren. Die Krönung war, dass man auf dieser Felsenstraße ganz weit vorausschauen konnte, und kein Ende in Sicht war. Irgendwann senkte sich die Straße langsam in Richtung einer großen Ebene, Barcelona war in Sichtweite. Und wie wir es auch in Porto erlebt haben, ging unsere Route mitten durch die Stadt. Das war ein Erlebnis, wir konnten den Montjuïc diesmal von einer Seite sehen, von der wir ihn noch nicht kannten. Nämlich von der gigantischen Friedhofseite, wo sich tausende Gräber in Schreinen aneinander- und übereinander reihten. Sehr beeindruckend, und das direkt zur Meerseite hin. Genau unter der Kolumbusstatue am Ende der Ramblas tauchten wir dann ein einen Tunnel ab und unterquerten so die Stadt mit einigen Öffnungen nach oben, wo wir Teile der Stadt erkennen konnten. Das war ein tolles Erlebnis, so auch die nördlichen Vororte von Barcelona zu durchfahren. Ca. 50 km weiter lag dann unser Campingplatz. Als wir dort ankamen, waren wir total erschöpft, Marc vom Fahren und ich vom „Beifahren“.

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Der Strand von Calella, im Winter hat man dort seine Ruhe

Bei einem Spaziergang durch Calella, welches neben Pineda de Mar liegt, fanden wir einen großen Friedhof mit einer Kapelle, wo in der Eingangstür extra für Marc eine Aussparung eingebaut war, damit er sich nicht wie so oft seinen Kopf stößt 🙂

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So müssten die Türen öfter gebaut sein!

Das Ebrodelta

Aus Peñíscola kommend sind wir ins Ebrodelta gefahren. Das Ebrodelta ist nach dem Nildelta das zweitgrößte Flussdelta am Mittelmeer und zeichnet sich durch Reisfelder und Feuchtgebiete mit einer sehr artenreichen Vogelwelt aus. Außerdem sollte es einen Stellplatz inmitten der Reisfelder und in der Nähe eines Sees mit Flamingos geben, den wir als Zielpunkt für den Tag auserkoren hatten.

Wir haben den Stellplatz dann auch recht schnell und entspannt erreicht und sind von dort aus zu einem kleinen Spaziergang aufgebrochen. Mehrere Aussichtspunkte erlaubten die Beobachtung der Vögel und einen Blick auf den See über das Pampasgras hinweg.

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Vor den Blicken der Vögel geschützt, kann man diese recht gut beobachten. Neben diversen Entenarten und verschiedensten Reihern gab es auch die typischen Flamingos zu sehen.

Als wir dann zum Stellplatz zurückkamen, meinte ein Nachbar, den gesamten Platz mit seinem Dieselgenerator „erfreuen“ zu müssen. Nach etwa zwei Stunden Lärm habe ich Ihn darauf hingewiesen, dass er doch bitte auf einen Campingplatz fahren solle, falls er auf solche Mengen Strom angewiesen ist, die er nicht geräuschlos produzieren kann. Außerdem habe ich ihn drauf hingewiesen, dass wir uns in einem Naturschutzgebiet befinden und die Vögel den Lärm ganz sicher auch nicht toll fänden. Seine Antwort war dann lediglich: „Das machen andere doch auch“. Allerdings hat er die Lärmmaschine nach meiner Intervention nicht weiter betrieben. Auf dem Weg zurück zu unserem EU-GO hatten gerade andere Wohnmobilisten neben uns geparkt, die gerade dabei waren, ebenfalls einen Generator in Betrieb zu nehmen. Denen habe ich den selben Sachverhalt freundlich aber bestimmt vermittelt, und sie haben beschlossen dann direkt weiterzufahren. Normalerweise stünden sie an vielbefahrenen Straßen, und da würde das niemanden stören… Mein Glaube an den durchschnittlichen Intellekt der Menschheit  hat wieder einen herben Dämpfer erhalten. Warum fahren solche Menschen in die absolute Ruhe der Natur, nur um dann Lärm zu machen?!? Es sei der Vollständigkeit darauf hingewiesen, dass es sich bei den beiden „Krawallbrüdern“ (ok, es waren jeweils Paare) um zwei unterschiedliche Nationalitäten handelte und ausnahmsweise keine Deutschen waren. Auf dem Stellplatz waren sonst noch etwa 30 weitere Wohnmobile abgestellt, deren Besatzungen sich ruhig verhalten haben. Einige davon haben sich aber ganz offensichtlich genauso aufgeregt wie ich, nur niemand ist zu den Menschen, die alle anderen gestört haben, hingegangen. Die Nacht war dann wirklich eine der ruhigsten, die wir bislang verbracht haben, und die Vögel sind zurückgekehrt, denn diese haben wir die gesamte Nacht über gehört.

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Nebel über den Reisfeldern und vor dem Gebirge am frühen Morgen.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann weiter in Richtung Tarragona, der Bericht folgt dann Morgen…

 

 

Der 23. 12. 2019…

ist nicht nur der Vorabend von Heiligabend, sondern gleichzeitig Sonjas und mein zehnter Hochzeitstag, wir sind also heute tatsächlich seit 9 Jahren verheiratet. Vor 9 Jahren waren die Temperaturen allerdings deutlich andere, denn wir haben an der Nordsee in Dänemark, genauer in Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks, geheiratet. Zu dieser Zeit war die Nordsee mit etwa 15 Zentimeter dickem Eis bedeckt, und am Tag unserer Hochzeit erreichte die Temperatur nur etwa -10°C.

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Vor 9 Jahren war es auch sonnig, aber deutlich kälter!

Heute war das Wetter zwar ähnlich sonnig, die Temperaturen lagen allerdings  etwa 30°C höher als damals, was schon sehr angenehm ist.

Zur Vorgeschichte der Hochzeit könnt Ihr hier nachlesen.

Am heutigen morgen waren wir gemeinsam in der Stadt auf dem Markt und haben unsere Obstvorräte wieder aufgefüllt. Außerdem sind wir noch über den restlichen Teil des Marktes geschlendert und haben uns die dort angebotenen Kleidungsstücke angesehen, die aber eher weniger unseren Geschmack trafen. Anschließend spazierten wir an der Strandpromenade – mit 13 kg Obst im Gepäck – zurück zum Campingplatz. Sonja sprang danach noch einmal kurz in die Fluten und versuchte einige Wellen zu erwischen, die aber mittlerweile schon sehr klein geworden waren. Anschließend frühstückten wir gemeinsam wie immer ausgiebig und unterhielten uns intensiv über die Vergangenheit und die weitere Zukunft.

Nachmittags wollte Sonja noch einmal in die Stadt und noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt einkaufen, während ich diese Zeilen tippe. Denn auch wenn wir uns nach vielen Jahren noch sehr gern haben, so ist eines der Geheimnisse weiterhin gut miteinander auszukommen, dem jeweils anderen auch Zeit für sich zu lassen. Das ist besonders wichtig, wenn man wie wir aktuell auf etwa 9 Quadratmetern permanent zusammen ist.

Dabei hat sie natürlich noch ein wenig einem anderen Surfer zugesehen, der täglich hier ebenfalls übt.

Nun lassen wir den Abend ruhig bei einem leckeren Essen ausklingen.

El Gordo nach einer stürmischen Nacht

Heute morgen sollte sie dann starten, die große spanische Weihnachtslotterie um „El Gordo“, den Hauptpreis. Da bereits um 9 Uhr die Übertragung der Veranstaltung aus Madrid im Fernsehen startet, wollten wir zu dieser Zeit in der Stadt sein und uns eine Bar, ein Café oder eine Gaststätte mit Fernsehgerät suchen und dort dann die Ziehung oder zumindest den Beginn davon live verfolgen.

Ursprünglich hatten wir vorgehabt, vorher noch zu waschen, was wir heute sehr früh am Morgen auf später verschoben haben, da wir die Nacht über kaum geschlafen hatten. Das lag allerdings nicht an der Spannung bezüglich der Lotterie und eines potenziellen Gewinns, sondern am sehr starken Sturm, der unser Wohnmobil ordentlich durchgeschüttelt und geschaukelt hat. Zudem haben in der Umgebung Planen und Flaggen extrem laute Geräusche von sich gegeben.

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Hundemüde und ziemlich mitgenommen nach einer Nacht fast ohne Schlaf haben wir „El Gordo“ verfolgt… und waren neben dem Wirt die Einzigen, die sich dafür interessiert haben.

So sind wir dann heute gegen 8:30 Uhr in Richtung der Innenstadt aufgebrochen, und auf dem Weg dorthin kamen uns lediglich einige Frühsportler entgegen. Auch in der Stadt herrschte gähnende Leere, lediglich eine einzige Kneipe hatte geöffnet und war ebenfalls recht leer. Von einem großen gemeinsamen Erleben der Lotterie kann also zumindest in Peñíscola keine Rede sein. Wahrscheinlich verbringt jede Familie die Zeit in den eigenen vier Wänden und schaut die Veranstaltung, die eine Einschaltquote von 50% haben soll, im privaten Umfeld.

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Die Gaststätte in der wir die Ziehung der Zahlen und Gewinne verfolgt haben

Wir haben jedenfalls in einer eher rustikalen Kneipe gesessen und dem Gesang der Kinder zugehört. Besonders war in diesem Jahr, dass der Hauptgewinn schon nach 19 Minuten ausgespielt war, der zweitkürzesten Zeit der Geschichte der Lotterie.

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Immerhin hatten wir einen idealen Blick auf den Bildschirm und einen sehr netten Gastgeber

Leider wurden unsere Zahlen nicht gezogen, und nach knapp einer Stunde (die Veranstaltung dauerte bis fast 13 Uhr!) haben wir den ohrwurmverdächtigen Gesang der Schüler nicht mehr ertragen und sind zurück zu unserem Campingplatz gegangen. Dort haben wir dann noch gemeinsam die Waschmaschine beladen und gestartet. Sonja ist dann erneut surfen gegangen (bei dem recht starken Wind nicht unbedingt ein Vergnügen), und ich habe mich um das Aufhängen unserer Wäsche gekümmert. Dank Temperaturen von über 23 °C und teils heftigem Wind trocknete auch alles in Rekordzeit, und wir konnten unser Bett wieder mit derselben, frisch gewaschenen Wäsche beziehen.

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Fast wie aus der Waschmittelwerbung…

Anschließend fand hier auf dem Campingplatz noch ein Grillen der Seniorencamperfraktion statt, wir haben uns aber ferngehalten, denn „Herzilein“ von den Wildecker Herzbuben und das gesamte Repertoire von Heino ist nicht ganz unser Ding.

Stattdessen haben wir noch wieder viel gelesen und uns Gedanken bezüglich unserer Zukunft und dieser und weiterer Reisen gemacht. Dazu aber vielleicht später mehr…

I am stoked! – Heute erwischte ich die höchste Welle meines Lebens

Heute morgen wurden wir gegen 8 Uhr von einem strahlend blauen Himmel geweckt. Es war mit 12 Grad noch etwas frisch, so dass wir dann einfach noch ein bisschen im Bettchen unter unserem Panoramadachfenster liegen geblieben sind und Pläne geschmiedet haben. Gegen 9.30 h zog ich meine Laufklamotten an, und ging eine halbe Stunde am Strand entlang joggen, um mich aufzuwärmen, und um Ausschau nach den Wellen zu halten, im Fachjargon „Wellencheck machen“. Dieser fiel gut aus, so dass ich sofort zum Campingplatz zurücklief und meinen Neoprenanzug überzog. So langsam hatte die Sonne auch richtig Kraft, so dass es sich echt warm anfühlte. Marc wollte mich heute bei meiner morgendlichen Surfsession noch einmal begleiten und Fotos machen. Meine Wellenausbeute war sehr gut, besser als oft am Atlantik, dessen Wellen man ja eine gute Qualität nachsagt. Beim Rauspaddeln (raus bedeutet hier aufs Meer hinaus!) zog mich in Strandnähe eine starke Seitwärtsströmung Richtung Norden, so dass ich versuchte, mit den Füßen den Boden zu spüren, um mich mit meinen Füßen im Sandboden „festzuankern“. So konnte ich ein Stück weiter ins Meer hinaus gehen, anstatt zu paddeln, um ein weiteres Abtreiben zu verhindern. Als ich die nächste Sandbank in 20 Meter Entfernung vom Strand erreichte, konnte ich von dort aus weiter paddeln. Hinter dieser Brechungslinie ließ auch die Strömung nach, so dass ich auf einer Stelle bleiben konnte. Das Wasser hat 15 Grad, was sich gar nicht so kalt anfühlt. Beim Paddeln wird einem ja auch warm, und die Sonne tat ihr übriges. Außerdem habe ich ja seit ein paar Wochen einen neuen Neoprenanzug, der innen gefüttert ist und so die Körpertemperatur gut hält, weil kein Wasser durchläuft. Eine gute Neuanschaffung!

In der halben Stunde, während der Marc am Strand stand, hat er wie immer gute Schnappschüsse von mir gemacht. Im richtigen Moment, wenn ich eine gute Figur in der Welle machte! Vielen Dank an meinen Starfotografen!

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Hier gleite ich am grünen Wellenkamm die kleine Welle entlang, immer weiter, gefühlt endlos…..und es fühlt sich immer wieder berauschend an, auf der Welle zu schweben…..

Nach einer warmen Dusche gab es dann gegen Mittag unser lang ersehntes Frühstück, ein Megaobstteller und danach eine spanische Tortilla, ein Kartoffelomelette mit Pilzen, Käse und Chorizo. Nach dem Frühstück unternahmen wir dann einen kleinen Strandspaziergang über die Strandpromenade in Richtung Supermarkt, um noch einige Vorräte zu besorgen. Nachmittags wurde es immer wärmer.

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Tagsüber hatten wir wirklich 23 Grad (links unten), dagegen rechts im Bild die Temperatur von Deutschland bzw. bei uns die Kühlschranktemperatur!😁😎

Auf dem Rückweg am Strand entlang beobachteten wir zwei einheimische Surfer, wie sie in den Wellen herumtollten. Da bekam ich sofort Lust auf eine zweite Surfsession am Nachmittag. Bei diesen sommerlichen Temperaturen war es auch echt keine Überwindung, noch einmal ins kühle Nass zu springen. Diesmal ging ich alleine Richtung Beach. Die Wellen wurden immer größer, allerdings habe ich hier gelernt, dass die Mittelmeerwellen nicht so brutal sind und man keine Angst vor der Höhe haben muss. So lag ich auf meinem Brett und sah einen Megabrecher von ca. 2 Metern auf mich zurollen, was blieb mir? Die Welle nehmen oder ihr entgegen paddeln, um über sie hinweg zu kommen und sie unter sich durchlaufen zu lassen. Ersteres ist Zielführender.

So drehte ich die Surfbrettnase Richtung Strand und begab mich in Startposition: Auf dem Bauch liegend schräg in Richtung Strand paddeln und warten, bis die Welle das Heck vom Surfbrett leicht anhebt, dann noch zwei weitere Paddelschläge, um in die Welle hineinzukommen und aufzustehen, den Take Off zu machen. Dies gelang mir mit Bravour, ich glitt die glitzernde fast senkrechte Wasserwand entlang………..gefühlt endlos.

Mir gelang es sogar, in der Welle etwas hoch und runter zu fahren. Ein Wahnsinnserfolg.

Danach wurde ich beim Hinauspaddeln mehrmals von dicken Brechern gewaschen und herumgewirbelt, so dass ich nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Salzwasser in Nase und Ohren, aber das kenne ich auch von anderen Tagen am Atlantik. Es war mir nicht mehr möglich, über die riesigen senkrechten Brecher aufs Meer hinter die Brechungszone zu kommen. Immer wieder spülten sie mich zurück Richtung Strand.

Voller Adrenalin surfte ich eine letzte kleine Welle bis zum Strand und beendete die Surfsession für den Tag. Denn man soll immer dann aufhören, wenn es am schönsten ist.

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Strahlend geht es aus dem Wasser nach einer gelungenen Surfsession

Voller Stolz ging ich zum Campingplatz zurück und verkündete, dass ich mich 2020 für die Deutschen Wellenreitmeisterschaften in Frankreich anmelden werde. Im September dieses Jahres waren wir ja vor Ort, als der Wettkampf stattfand, und bei den Frauen über 40 hätte ich gute Chancen!

Valencia erkunden mit dem Bus und per Pedes

Bereits gestern sind wir von Oliva, mit mehreren Einkaufs- und Tankstops, in die Nähe von Valencia, auf den Campingplatz Coll Vert gefahren.

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Imposante ältere Gebäude, die heute meist von Banken genutzt werden, gibt es jede Menge…

Heute sind wir zur Abwechslung noch einmal früh aufgestanden und vor 9 Uhr mit dem Linienbus in die Stadt Valencia gefahren. Dort haben wir dann den ersten Stadtrundfahrt-Bus der roten Linie genommen, der sich durch die historische Altstadt bewegt. Dabei haben wir schon eine grobe Orientierung bekommen und da die Altstadt aber garnicht vollständig vom Bus durchfahren werden kann, sind wir im Anschluss an die 90-minütige Tour zu Fuß durch die engen Gassen spaziert.

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Der Turm und das Portal der Kathedrale mit einer schönen Krippe im Park davor.

Im Inneren viel beeindruckender als die (kostenpflichtige) Kathedrale war allerdings die Basilika. Das hat Valencia dann mit Trier gemeinsam. In beiden Städten sind die beiden Kirchen in unmittelbarer Nachbarschaft untergebracht und von außen wirkt die Basilika in beiden Fällen recht unscheinbar.

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Versteckt hinter hohen Mauern findet sich auch so manche Besonderheit, wie hier der Jardines de Monforte

Im Anschluss haben wir dann den Tag mit der weiteren Rundfahrt, diesmal in der blauen Linie, zum Hafen, der Marina und entlang der imposanten neuen Gebäude gemacht. Anschließend sind wir müde und geschafft von soviel Eindrücken und etwa 10 Kilometern zu Fuß wieder in den Bus der Linie 25 gestiegen, der uns zurück zum Campingplatz gebracht hat.

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Auch im Mercado Central, einer sehr imposanten Markthalle, war eine dreidimensionale Krippe sogar mit Wasserläufen aufgebaut.

Für den morgigen Tag haben wir uns den Besuch des Oceanografic vorgenommen und werden, da die imposanten Neubauten in der Nähe liegen oder sogar Teil des Oceanografic sind, dann noch einmal darauf eingehen.

Den Tagesabschluss hat Sonja mit einem Thunfischsalat und einer anschließenden Paella kulinarisch gestaltet:

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Eine komplett selbstgemachte Paella von meiner liebsten Sonja. Was passt besser zur Stadt Valencia, dem Ursprung der Paella…