Flucht aus Valdevaqueros… fast bis nach Gibraltar

Eigentlich wollten wir ja noch deutlich länger in Valdevaqueros auf dem wirklich schönen Campingplatz bleiben. Aber bereits gestern im Laufe des Tages fing ein Nachbar des Campingplatzes an, uns im wahrsten Sinne des Wortes “auszuräuchern”, denn er verbrannte direkt neben dem Campingplatz zuerst wohl Grünabfälle, die allerdings noch sehr grün waren. Der Regen dazu führte zu einer “wunderbaren” Rauchentwicklung und unvollständigen Verbrennung. Zu allem Überfluss stand der Wind so ungünstig, dass wir völlig in der Rauchwolke eingehüllt waren. Zum Abend hin nahm der Qualm ab, aber bereits in der Nacht wurde er wieder stärker und roch auch deutlich mehr nach “sonstigem Müll”.

Der Campingplatzbetreiber, mit dem wir noch am Abend telefoniert haben, war sehr bemüht, konnte allerdings nichts ausrichten, da der besagte Nachbar “eine Lizenz” habe… OK, es gibt also Lizenzen für private Müllverbrennungsanlagen ins Spanien – wieder etwas gelernt.

Nach einer alles anderen als entspannten Nacht (immerhin gut geräuchert, vielleicht halten wir uns dann viele Jahre), haben wir spontan entschieden, dem Problem durch Abreise aus dem Weg zu gehen. Schade für den Campingplatzbetreiber, schade für uns, weil der Platz und die Lage wirklich gut waren, aber eben nicht um jeden Preis.

Nach einem Zwischenstopp im Lidl von Tarifa (das ist dann wohl der südlichste Lidl in Europa, nachdem wir in Sagres bereits im westlichsten waren), bei dem wir unsere Wasservorräte und auch Obst, Gemüse usw. aufgefüllt haben, ging es dann weiter an der Südküste Spaniens bis an Gibraltar vorbei, genauer nach La Línea de la Concepción auf einen kleinen Campingplatz, der von sehr vielen behinderten Menschen unterhalten wird und sich in einem Topzustand präsentiert. Man hat den Eindruck, dass jedes Blatt, das vom Baum herunter fällt, sofort aufgekehrt oder aufgehoben wird, ebenso wird das Sanitärgebäude permanent gereinigt.

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Ziemlich genau dort, wo der Regenbogen das Land berührt, ist der Campingplatz und unser EU-GO

Vom Campingplatz aus haben wir dann trotz leichten Regens und nicht mehr als leicht zu bezeichnenden Winds eine kleine Radtour ins Stadtzentrum und in Richtung Gibraltar unternommen (etwa 7 km). Fast hätten wir es auch bis auf die Halbinsel Gibraltar geschafft, wenn denn nicht nur 50% von uns den Pass dabei gehabt hätten… Ja, den benötigt man, da Gibraltar zwar zu Großbritannien und damit – noch – zu EU gehört, aber der Schengen-(liegt nicht weit von Oberbillig entfernt an der Mosel in Luxembourg) Raum endet dort. So haben wir morgen eine weitere Chance, und den Weg kennen wir ja immerhin schon 😉

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Sonja am Strand von La Línea und der Fels von Gibraltar im Hintergrund

So sind wir dann am Strand entlang wieder gen Campingplatz gefahren, noch kurz an den Strand spaziert, und anschließend haben wir die warmen Duschen genossen. Sonja hat dann wieder eines Ihrer unglaublich leckeren Abendessen gezaubert und ich diesen Artikel geschrieben. Zwischendrin noch eben Verkaufsverhandlungen bezüglich eines unserer Surfbretter geführt, die wir ja ersetzen werden, wie Sonja gestern geschrieben hat. Anschließend haben wir dann noch ein wenig die nähere Zukunft geplant, und ich hab “den Spül” erledigt, dann war der Tag schon wieder vorbei.

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Das ist schon ein ganz schöner Brocken, dieser Fels (430 Meter hoch)… da wirken selbst die Hochhäuser winzig.

Wir nähern uns Afrika… Natürlich entlang der Küste Aguadulce – El Palmar – Valdevaqueros

Am heutigen Tag sind wir aus Aguadulce weiter gefahren und haben zuerst das schöne Surferörtchen Al Palmar besucht. Dort haben wir verschiedene Surfläden aufgesucht und einen tollen neuen Neoprenanzug für Sonja gefunden, denn ihr bisheriger ist nach 10 Jahren des Gebrauchs schon ziemlich verschlissen und unbeweglich geworden. Eigentlich wollten wir uns aber verschiedene Surfbretter genauer anschauen und die Unterschiede erklären lassen. Um diese dann probezusurfen, wären wir sogar gerne dort geblieben, aber die Distanz vom Campingplatz zum Strand beziehungsweise zum Surfshop, wo man die Bretter leihen und ausprobieren konnte, war mit deutlich über einem Kilometer einfach zu groß. Eine solche Distanz geht man eben doch nicht mit Surfklamotten und ggf. Brett entlang einer Straße. So sind wir dann kurz nach Mittag und unserem Frühstück, schweren Herzens weitergefahren.

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Der Strand von El Palmar, wirklich schön und endlos lang… 

Anschließend haben wir noch unsere Obst, Gemüse und vor allem Trinkwasservorräte aufgefüllt (diesmal als gute Deutsche im Aldi ;-)) und haben uns auf die Suche nach der nächsten Übernachtungsmöglichkeit gemacht. Dabei waren wir unter anderem am Campingplatz Bahia de la Plata, der wirklich sehr schön, direkt am Strand gelegen ist. allerdings sind die kleinen Parzellen wirklich sehr klein, nämlich nicht mal 5 Meter tief, so dass selbst ein VW-Bus Schwierigkeiten hat darauf zu stehen. Die großen Parzellen hätten 28 € pro Nacht gekostet und das war uns dann doch zu viel, denn eigentlich nutzen wir ja lediglich die Duschen und Toiletten… Wir haben zwar beides im Auto, aber es ist schon sehr großer Luxus eine Dusche mit unbegrenzt warmem Wasser zu haben, die man anschließend nicht austrocknen (und vorher nicht ausräumen) muss. Unsere Toilette versuchen wir ausschließlich für das “kleine Geschäft” zu nutzen, denn den anderen Geruch muss man nicht unbedingt direkt im ganzen restlichen Haus (direkt neben Küche und Bett) haben… Daher sind wir dann weitergefahren. Einen anderen Campingplatz haben wir schon im Vorbeifahren aussortiert, denn die Lage direkt an der Hauptstraße wäre vielleicht noch ok gewesen, aber auf beiden Seiten Kuhweiden, das war dann doch das KO-Kriterium, denn Fliegen gibt es hier sowieso schon genug und in der Nähe von Kühen sicher nicht weniger. Letztlich wollten wir dann einen Campingplatz am Strand von Valdevaqueros anfahren. Das haben wir dann auch gemacht, um kurz vor Einbruch der Dunkelheit vor einem verschlossenen Tor zu stehen. Natürlich hatten wir einen Plan B (und ich meine nicht den guten Tropfen von unserem Freund Johannes Bauerle), nämlich den Campingplatz, der ebenso heißt wie der Strand anzufahren. Als wir allerdings am Ende der Straße wenden wollten, stießen wir auf einen traumhaften Parkplatz, direkt am Strand, der auch schon von einigen anderen, meist windsurfenden Wohnmobilisten, bevölkert war, und entschieden uns spontan die Nacht ebenfalls hier zu verbringen. Natürlich gingen wir noch eine kleine Runde am Strand spazieren, denn nach der ganzen Sitzerei tat ein bisschen Bewegung not.

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Der Strand von Valdevaqueros kurz nach Sonnenuntergang

Den Camping Valdevaqueros werden wir dann voraussichtlich morgen ansteuern und wenn er uns gefällt für einige Zeit zu unserem vorübergehendem Wohnsitz machen.

Von Sevilla an die Küste nördlich von Cádiz – einen ganzen Tag ohne Meer, das geht ja nicht…

Wir verbrachten eine ruhige Nacht in Sevilla, die recht früh nicht mehr ganz so ruhig war, da die Arbeit in einem Hafen wohl früh startet. Wie nah wir am Hafen und der damit verbundenen Betriebsamkeit waren, hatten wir am Vortag gar nicht so richtig wahrgenommen, denn am Sonntag war es sogar im Hafen ruhig. Das änderte sich allerdings dann am frühen Montag, dennoch haben wir sehr gut geschlafen, was vermutlich auch an  der Anstrengung des gestrigen Tages gelegen hat.

Bereits am Abend hatten wir beschlossen, dass wir nun wieder ein wenig Urlaub benötigen und etwas länger an einem Ort bleiben wollen. Dass dieser Ort möglichst direkt am Meer liegen sollte, war ja eigentlich klar. So haben wir uns für einen Campingplatz in der Nähe von Rota entschieden, den Camping Aguadulce (woher der Name kommt, haben wir bislang noch nicht herausgefunden, denn das Meerwasser ist bekanntlich salzig und weniger süß). Was allerdings sehr süß ist, ist die Distanz vom Platz zum Meer, was den Ausschlag gegeben hat, sich für diesen Platz zu entscheiden.

Nach einer morgendlichen Dusche, die der Stellplatz in Sevilla ja ebenso wie Toiletten anbot, der Leerung unseres Brauchwassertanks und der Abrechnung fuhren wir dann also schon recht bald wieder gen Südwesten in Grobrichtung Cádiz. Die Straßen waren viel besser, als wir es von Portugal gewohnt waren, und so kamen wir äußerst zügig voran. Mitten im Nirgendwo sahen wir dann auf einem Hügel ein prächtiges Bauwerk…

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Die Kirche in El Palmar de Troya

Natürlich haben wir angehalten, und da wir mal wieder Glück hatten, war das Tor von einem der Angestellten gerade geöffnet worden, so dass wir genau dieses eine Bild machen und einen Blick auf die Kirche erhaschen konnten. Das Gelände durften wir als “Ungläubige”, die zudem nicht festlich genug gekleidet waren (wir wollten ja auch Auto fahren und nicht heiraten), nicht betreten. Es stellte sich heraus, dass diese Kirche das Zentrum der “palmairanischen Kirche” darstellt. Diese Glaubensgemeinschaft, die sich als verbliebener Rest des “wahren Katholizismus” sieht, erkennt die Veränderungen des zweiten Vatikanischen Konzils nicht an und hat folglich auch einen eigenen Pabst. Die Messe wird nach wie vor in Latein gelesen und der Zehnt eingefordert. Die Kirche hat weltweit etwa 10.000 Mitglieder, viele davon auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. So erklärt sich auch, dass mitten in der öden Landschaft ein solch prächtiges Bauwerk entstehen konnte, denn alles, was dafür gespendet wurde, wird im Leben nach dem Tode hundertfach zurückgegeben… Eigentlich logisch, dass vor allem Schwaben sich auf einen solchen Deal einlassen… Tatsächlich ist in Stuttgart wohl ein großer Teil der deutschen Anhänger zu finden, wie uns der Mitarbeiter erklärte. Außerdem erhielten wir auch Informationsmaterial auf deutsch.

Derart informiert machten wir uns dann auf die Weiterfahrt an die Küste. Kurz vor dem eigentlichen Ziel fand Sonja wieder eine ausgesprochen günstige Tankstelle, so dass wir unseren Treibstoffvorrat auffüllen konnten, und anschließend erledigten wir das auch noch mit den Vorräten für uns und kauften reichlich Nahrungsmittel ein. Die enge Zufahrt und der Parkplatz, der eigentlich nach deutschen Maßstäben lediglich für Kleinstwagen geeignet war, schreckte uns nach den Erfahrungen der letzten Wochen nicht mehr ab.

Bereits gegen Mittag erreichten wir den Campingplatz und stellten fest, dass dieser zu einem großen Teil von Dauercampern genutzt wird, diese aber nicht anwesend waren. Kurzum, es ist absolut ruhig und Menschen sehen wir eher selten. Die ideale Lage direkt am Strand hat sich bewahrheitet, denn von unserer Parzelle bis zum Meer sind es nicht einmal 100 Meter.

Natürlich haben wir auch den Strand direkt mit einem Spaziergang erkundet und nach knapp 5 Kilometern in eine Richtung umgedreht. Auf dem Rückweg gingen wir nicht direkt am Strand, sondern auf einem direkt dahinter liegenden Weg entlang. Dort waren auf dem Golfplatz tatsächlich vereinzelte Menschen zu sehen, alle Häuser und Wohnungen, die wir sahen, wirkten vollständig ausgestorben und das, obwohl die Luft mit 20 °C durchaus noch angenehm warm ist, und sogar das Wasser eine Temperatur von 19 °C hat. Auf dem Rückweg hörten wir mehrere Male laute Knallgeräusche vom Meer, und wir haben eine Weile gebraucht, bis wir festgestellt haben, dass die spanische Marine dort wohl ein Manöver abhielt, denn vereinzelt war auch Leuchtmunition zu erkennen. Unwahrscheinlich ist das hier nicht, da in Rota einer der größten Marinestützpunkte Europas liegt, was wir aber auch erst durch nachträgliche Recherche herausgefunden haben. Unter anderem leben auf der Base auch 3000 Amerikaner. Rota wurde im März 2019 sogar Operationshauptquartier der EU, auch eine Folge des Brexit, denn das Hauptquartier in Northwood (GB) wurde durch Rota ersetzt. Eines der fünf Hauptquartiere liegt übrigens in Potsdam (wo da ausreichend Wasser ist, ist mir allerdings ein Rätsel…). Es ist schon erstaunlich, wie nahe man an Ereignisse des Weltgeschehens kommt, ohne sich wirklich damit zu beschäftigen, denn wir verzichten aktuell bewusst auf “Nachrichten”.

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Ein Schiff der (spanischen?) Kriegsmarine

Familienbesuch aus München: Heike besucht uns auf dem Campingplatz in Salema (Südalgarve)

Schon vor ein paar Wochen überlegte meine Schwester Heike, ihren diesjährigen Strandurlaub in Portugal zu verbringen und das in Kombination mit einem Surfkurs. Dabei hatte sie Peniche und die Algarve im Visier. Wettertechnisch ist der Süden um diese Jahreszeit sicherlich  attraktiver, da es noch ein wenig wärmer ist, sowohl der Atlantik als auch die Lufttemperatur. Somit ergab es sich, dass sie einen Flug nach Faro buchte und ein Surfcamp in der Nähe von Raposeira. Da ihr Surfkurs erst am Dienstag beginnt, und wir nur ein paar Autominuten entfernt auf einem Campingplatz stehen, kam sie uns heute hier mit ihrem Mietwagen besuchen. Wir haben uns riesig gefreut und sind mit ihr an den Strand von Salema spaziert.

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wir drei vor den Klippen von Salema am Strand

Dabei haben wir die Wellen beobachtet und ihr ein wenig Theorie vom Surfen “vermittelt”.  Wir sind sehr gespannt auf ihre Berichte vom ersten Tag auf dem Brett. Da ist der ein oder andere schon öfter mal “gewaschen” worden und hat viel Salzwasser getrunken. Wenn einem dann nachts das Salzwasser aus der Nase tropft, ist das nicht ungewöhnlich. Also keine Panik! Vielleicht treffen wir uns noch einmal irgendwo am Strand in dieser Woche.

Weiter der Küste der unaussprechlichen Namen entlang: Porto Covo, Vila Nova de Milfontes und Zambujeiera do Mar

Mittwoch früh war es sehr windig und wolkenverhangen, so dass wir schon recht bald losgefahren sind, der Küste gen Süden folgend. Wobei wir uns nicht ganz an der Küste entlang bewegen, da die Küstenstraße noch abenteuerlicher zu fahren ist, als die anderen Straßen, die teilweise hohe Verwerfungen, Löcher oder provisorische Flickstellen aufweisen. Manchmal fehlt auch schlicht die Hälfte der Fahrbahn. Das ist besonders interessant, wenn ein LKW entgegen kommt. Daher bekommt der Begriff “vorausschauendes Fahren” hier noch eine weitreichendere Bedeutung. Der Ort Porto Covo ist zum Beispiel so wohnmobilunfreundlich, das es keine einzige legale Möglichkeit gibt, das Reisemobil im Ort oder der Nähe davon auch nur abzustellen, obwohl reichlich freie Parkplätze vorhanden waren. Diese sind aber alle für Reisemobile gesperrt. So ist ein Besuch des Örtchens leider nicht möglich und wir sind unverrichteter Dinge wieder gefahren, denn auf  dem Campingplatz einchecken, um dann eine Stunde spazieren zu gehen, ist irgendwie keine Option.

Wir sind dann weiter nach Vila Nova de Milfontes gefahren, wo zwar auch einige Parkplätze für Reisemobile gesperrt sind, was auch völlig ok ist, denn ist gibt andere Plätze auf denen das Parken erlaubt, oder zumindest geduldet ist. Ein freies Übernachten außerhalb der Camping oder offiziellen Stellplätze ist im Süden Portugals generell nicht mehr erlaubt. Es werden sich wohl zu viele Wohnmobilisten daneben benommen haben, dass es so weit gekommen ist. In Vila Nova de Milfontes jedenfalls gibt es einen wunderbaren Ausblick auf den Rio Mira, der dort ins Meer mündet, und die gegenüberliegenden Praia de Furnas.

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Vila Nova de Milfontes mit dem Ausblick auf die Mündung des Rio Mira und die Praia de Furnas

Nach einem kleinen Obstfrühstück ging es dann weiter nach Zambujeiera do Mar wo wir noch einmal den Luxus eine Campingplatzes genießen und eventuell, je nach Wetterlage, auch noch einmal Wäsche waschen wollen. Leider sind hier in der Gegend alle Campingplätze etwas im Landesinneren gelegen und haben somit keinen direkten Strandzugang und auch der schöne Stadtstrand in Zambujeiera do Mar ist zum Surfen eher weniger geeignet, da es doch eine Felsen gibt, deren Position man dann schon sehr genau kennen sollte. Der Weg von etwa einem Kilometer mit dem Surfbrett zum Strand wäre dann ja noch machbar…

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Der Stadtstrand von Zambujeiera do Mar, sehr schön, aber mit den Felsen auch nicht ungefährlich zum Baden oder Surfen

Der Ort Zambujeiera do Mar selbst besticht durch eine kleine Fußgängerzone mit etlichen Restaurants, einer Kapelle direkt auf den Klippen und schönen weiß-bunten Häusern.

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Häuser mit jeweils unterschiedlicher Farbe in Kombination mit Weiß machen den Ortskern von Zambujeiera do Mar aus

Vielleicht finden wir in den nächsten Tagen ja noch Orte und Gelegenheiten zum Surfen, denn besonders Sonja hat noch nicht genug davon bekommen. Besonders nach den hervorragenden Wellen in Peniche am ersten Surftag, kann ich das nur zu gut verstehen.

Lissabon und Cascais – zwei Städte an einem Tag

Nachdem wir am Sonntag, bedingt durch den Regen am Morgen, nicht in Lissabon waren, haben wir das am Montag nachgeholt. Bereits um 6:30 Uhr klingelte daher der Wecker, ein Geräusch, dass wir so garnicht mehr kannten. Um 7:30 Uhr sollte eigentlich der Bus kommen, der uns nach Cascais bringen sollte. Mit etwa 10 Minuten Abweichung war er dann auch da und wir fuhren durch imposante Villenviertel und direkt an der Küste entlang. Die 25 Minuten für 6 Kilometer vergingen daher recht schnell. Dabei haben wir uns wiederholt gefragt, warum es keine erfolgreichen Portugiesen bei der Formel 1 gibt, denn die Busfahrer schafften fast die 100 km/h Marke in der geschlossenen Ortschaft. Die Erklärung ist vermutlich, dass die besonders waghalsigen Ihre “Fahrkünste” nicht überleben… Jedenfalls ist ohne ein gutes Reagieren des Gegenverkehrs oder das nötige Glück, dass eben gerade niemand entgegen kommt, ein Unfall unvermeidlich. Wir sind jedenfalls sicher in Cascais angekommen und dort direkt in den Zug nach Lissabon eingestiegen, natürlich haben wir uns zuvor die Tickets gekauft.

Etwas überrascht hat uns dann schon, dass die je 30 Kilometer lange Hin- und Rückfahrt nach Lissabon mit 5€ pro Person im Zug recht günstig war, wohingegen die Busfahrt je Strecke 3,35€ also zusammen 5,60€ pro Person kostete.

Die Bahnfahrt ging dann die komplette Zeit an der Küste entlang und so bekamen wir auch einen kurzen Eindruck von Estoril (wo sich auch die Rennstrecke von Lissabon befindet- vielleicht sind die Busfahrer dort ausgebrochen?!?) und den jeweiligen Stränden und außerdem dem Lissabonner Vorort Belém. Dort befindet sich neben dem palastartigen Kloster dos Jerónimos und dem Torre de Belém auch ein segelförmiges Denkmal, das durch seine Dimensionen beeindruckt und dessen Namen ich aufgrund seiner Komplexität nicht mal abschreiben kann.

Jedenfalls verging die zwanzigminütige Bahnfahrt ins Zentrum wie im Fluge und wir Konten uns zu Fuß auf den Weg in die noch leere Stadt machen. Unser erstes Ziel war die Kathedrale, die recht beeindruckend in den Berg gebaut ist. Recht schnell bestiegen wir dann auch den Klosterberg durch die berühmte Alfama, um oben festzustellen, dass das Kloster mittlerweile 10 € pro Person Eintritt kostet. Das schien außerdem hunderte Touristen, die meisten wohl von drei Kreuzfahrtschiffen stammend, nicht abzuschrecken, so dass sich vor den Kassen lange Schlangen bildeten. Wir sind dann wieder abgestiegen und haben dabei noch diverse Kirchen angesehen. Im gesamten waren es bestimmt zehn verschiedene, bekannte oder weniger bekannte Kirchen. Wir schauen generell gerne Kirchen an und lassen die Atmosphäre auf uns wirken.

Anschließend gingen wir am Triumphbogen in die Fußgängerzone und waren sehr beeindruckt, wie sauber die Straßen sind und wie glänzend das polierte, helle Kopfsteinpflaster aussieht. Wenn man die Menge des zu verlegenden Pflasters berücksichtigt, dann ist es nur konsequent, dass die Stadt Lissabon den Menschen, die dieses Werk vollbracht haben, ein Denkmal gesetzt hat.

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Das Denkmal für die Pflasterarbeiter von Lissabon, zum Großteil bestehend aus Pflastersteinen.

Anschließend haben wir uns dann natürlich noch die verschiedenen Aufzüge im Stadtzentrum angesehen und sind dann entlang der Standseilbahn in Bairro Alto, gegenüber des Klosters aufgestiegen.

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Die berühmte Standseilbahn, leider von “Künstlern” etwas verziert. Am Bau des Wagens lässt sich die Steigung ungefähr abschätzen. Diese wird auf eine Strecke von etwa 400 Metern überbrückt, so dass die Bahn schon eine Erleichterung darstellt.

Von dort hat man einen ähnlichen Ausblick auf die Innenstadt wie vom Kloster, nur eben von der anderen Seite und kostenlos.

Unsere Frühstückspause verbrachten wir im botanischen Garten und anschließend begaben wir uns bergab in Richtung Bahnhof. Dann fuhren wir, nach kurzer Besichtigung der Markthallen und noch zweier italienischer Kirchen nach Cascais zurück.

Da wir ja erst etwa 10 Kilometer spaziert waren, beschlossen wir uns die Stadt Cascais auch noch anzusehen und das hat sich voll gelohnt. Denn es gibt nicht nur die schon beschriebenen Villenviertel, sondern auch einen schönen kleinen Stadtstrand, einen netten Hafen und viele sehr schöne Gebäude. Dass es ausreichend Fischrestaurants gibt, braucht man kaum erwähnen.

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Der Hauptplatz von Cascais, ähnlich wie ih Lissabon mit tollem Pflaster und Mustern verziert.
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Der Stadtstrand und Hafen von Cascais.

Nach dem etwa einstündigen Rundgang durch Cascais fuhren wir mit dem Bus und einem noch schnelleren Busfahrer zurück zum Campingplatz. Der Fahrer schaffte etwa 50 Meter mit noch geöffneten Türen, denn diese schlossen sich wohl für seinen Geschmack deutlich zu langsam.  Dort hatte Sonja noch Glück, denn sie ging zuerst duschen. Als ich selbiges versuchte, musste ich feststellen, dass der gesamte Platz kein Wasser mehr hatte, was dann auch bis zum Morgen des Dienstags so blieb. Pech gehabt.

Ab in den Süden – zumindest etwas weiter Ericeira – Sintra – Cascais

Nach den interessanten Wettkämpfen in Peniche und einer guten Zeit dort sind wir am Freitag Nachmittag aufgebrochen, denn die Wettervorhersage für Samstag war alles andere als toll. Unsere Entscheidung wurde am nächsten Tag von den Organisatoren des Wettkampfes bestätigt, denn am Samstag fanden – aufgrund des starken Windes – keine Wettkämpfe statt.

Wir sind dann abends bis in die nächste Surfhochburg Ericeira gefahren und haben dort auf einem Parkplatz direkt auf der Klippe übernachtet.

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Ericeira hat den Surfern sogar ein Denkmal gestellt… und ich Sonja für das Foto zusammen mit unserem EU-GO daneben 😉

Am nächsten Morgen war der Himmel bedeckt und ein sehr kalter Wind blies. Daher sind wir weiter gefahren. Unser Tagesziel sollte eigentlich der Camping Orbitur Guincho in der Nähe von Cascais sein. Auf der Fahrt kamen wir dann aber durch Sintra (meine liebe Autokorrektur nicht Sinatra…) und haben unseren EU-GO abgestellt, um schnell durch die Stadt zu gehen und uns einen Eindruck vom Weltkulturerbe zu verschaffen. Der anfangs leichte Nieselregen verstärkte sich permanent und wuchs sich in den knapp zwei Stunden zu einem Wolkenbruch aus, so dass wir trotz Regenkleidung klatschnass waren und uns das Wasser in den Schuhen stand, so dass wir diese ausgeleert haben, bevor wir das Wohnmobil betreten haben. Dennoch eine kleine uralte Stadt mit bunten Häuschen, dem ein oder anderen Palast und engen Gassen, das sich zu sehen lohnt. Leider wurden auch hier trotz schlechten Wetters die lahmen Touristen busseweise hingekarrt und zogen sich mühsam die engen Gassen hinauf, nur motiviert vom nächsten Café oder Schnaps. Das ist irgendwie nicht so ganz unser Fall und so waren wir froh wieder weg zu sein.

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Eines der schönen Häuser in Sintra

Warm ist uns den ganzen Abend nicht mehr geworden, trotz warmer Dusche auf dem Camping Orbitur Guincho. Der Campingplatz ist aus mehrerlei Gründen unser Ziel geworden, denn hier hat Sergio Bambaren sein Buch “Der träumende Delphin” geschrieben, mit dem seine Schriftstellerkarriere begann. Der beschriebene Delfin tauchte am Guincho Strand neben Sergio Bambaren auf. Jeder, der dieses Buch noch nicht gelesen hat, dem sei es wärmstens ans Herz gelegt! Wie der Zufall, oder was auch immer so will, las ich aktuell ein anderes Buch von Bambaren, nämlich “Lieber Daniel: Briefe an meinen Sohn“, indem er nicht nur den Campingplatz detailliert beschreibt, sondern auch die Region und seine Karrierewende.de. Das ist wohl auch der Grund, warum Sergio Bambaren immer wieder mit Sonja in Kontakt ist, da Ihn unsere Geschichte ein wenig an sich selbst erinnert.

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Der Stand Guincho, an dem Sergio Bambaren “seinen” träumenden Delfin traf und der wirklich schön zwischen Bergen und Dünen gelegen ist

Außerdem eignet sich der Campingplatz Orbitur Guincho gut als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Sintra (wo wir aber ja nun nicht mehr hin müssen) und Lissabon.

Ursprünglich wollten wir Lissabon am Sonntag besuchen. Als dieser aber mit heftigsten Schauern begann und wir vom Nasswerden und Auskühlen des Vortages noch gehörig die Nase voll hatten, haben wir den Ausflug nach Lissabon um einen Tag verschoben und sind stattdessen hier ein wenig durch die Dünen spaziert, die mit Holzbolenwegen zugänglich gemacht wurden.