Die ersten Tage zurück in Deutschland

Nachdem wir am Abend völlig erschöpft eingeschlafen waren, haben wir den nächsten Tag nicht zu früh begonnen. Wir wurden mit strahlendem Sonnenschein und bestem Wetter begrüßt. Da sich unser EU-GO sowohl innen als auch außen in einem so ungepflegten und dreckigen Zustand befand wie nie zuvor, beschlossen wir ihn, noch auf der Straße stehend zu waschen. Meine Eltern stellten netterweise den Wasseranschluss und Schlauch zur Verfügung, so dass wir ideale Voraussetzungen hatten.

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Sonja bei der Autowäsche… Nur sie ist leicht genug, um auf dem Dach herumzulaufen, daher darf ich mich dann vor dieser Arbeit „drücken“ 😉

Nach der gelungenen Außenwäsche parkten wir dann auf unseren finalen Stellplatz neben dem Haus meiner Eltern um, füllten das Wasser auf und reinigten das Auto von Innen. Da wir sowohl eine eigene Toilette als auch eine Dusche bei meinen Eltern im Haus nutzen dürfen, haben wir hier einen wirklichen Luxusstellplatz, den wir nun ja auch erst einmal zwei Wochen nicht zu verlassen planen. Natürlich halten wir ausreichend Abstand zu meinen Eltern, um sie nicht zu gefährden, denn auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, aber absolut sicher sein können wir uns nicht, dass wir uns nicht auf dem Flug angesteckt haben.

Sonst verbringen wir die Tage mit Spaziergängen, Sonja läuft morgens ihre Runde, und ab und an fahren wir mit dem Fahrrad. Auch im Garten meiner Eltern haben wir schon ein paar Büsche zurückgeschnitten und sonst ganz viel das tolle Wetter genossen und in der Sonne gesessen. Wir sind jedenfalls sehr dankbar, dass uns unsere Eltern so gut unterstützen, Sonjas Eltern durch zur Verfügungstellung des Autos und des „Ostermenüs“, und meine Eltern überlassen uns den Stellplatz, Dusche und Toilette und ermöglichen uns ein ziemlich luxuriöses Leben in unserem EU-GO.

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Unser Luxusstellplatz mit überdachter Terrasse und direktem Zugang zu Dusche und Toilette.

Darüber hinaus habe ich nun begonnen, mich wieder nach einer neuen Arbeit umzusehen und Bewerbungen zu schreiben, denn unsere Reise ist voraussichtlich erst einmal beendet. Wir lassen uns überraschen. Nun haben wir allerdings den Vorteil, sowohl zeitlich als auch räumlich absolut flexibel zu sein und unseren neuen Lebensmittelpunkt nach dem Beruf auszuwählen. Es wird auf jeden Fall eine spannende Zeit.

Außerdem haben wir die erste Woche mit viel Papierkram verbracht, mit Finanzverwaltungen und Krankenversicherungen gesprochen und die bürokratischen Hürden eines Lebens in Deutschlands überwunden.

Sri Lanka Tag 2: Der erste vollständige Tag in Weligama

Nach einer ersten warmen Nacht haben wir heute recht lange, nämlich bis etwa 10 Uhr Ortszeit geschlafen. Da das aber etwa 5:30 Uhr deutscher Zeit entspricht, war es dann doch wieder nicht so lange…

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserer Pension mit Ei, Bananen und Ananas sind wir zu einem Erkundungsspaziergang am Strand entlang aufgebrochen. Zuerst sind wir vom Zentrum Weligamas weg und dann in Richtung der Stadt spaziert. Vorbei an vielen bunten Fischerbooten und der ein oder anderen kleinen vorgelagerten Insel kamen wir dann an den Hauptsurfstrand, an dem sich hunderte von Surfern tummelten. Die Surfbretter gibt es dort in praktisch allen Größen und Formen zu leihen, auch wenn der Schwerpunkt ganz klar im Anfängerbereich liegt. Da die Temperaturen aber um die Mittagszeit die 30 Grad Marke erreicht haben und die Sonne erbarmungslos auf uns herab brannte, haben wir auf das Surfen erst einmal verzichtet… was nicht so schwierig war, denn wir waren beide hundemüde. Allerdings durften wir schon herausfinden, dass die Brettmiete pro Stunde sagenhafte 250 Rupien beträgt, was etwa 1,25€ entspricht. Die eigenen Bretter nicht mitzunehmen war also in jedem Fall die richtige Entscheidung.

Fischerboote mit teils interessanten Werbeanstrichen am Strand von Weligama. Das Sonja das Ende der Surfevolution darstellt, habe ich schon länger vermutet…
Es gibt wieder viele Fischerboote, auch wenn sehr viele bei der großen Tsunami an Weihnachten 2004 zerstört wurden.

Anschließend gingen wir in der Stadt noch Wasser (15 Liter) kaufen und Geld am Automaten abholen. Die Gebühren betrugen 450 Rupien, was etwa 2,25€ entspricht. Überrascht hat uns der Höchstbetrag, den man abheben konnte, da dieser einem Gegenwert von 1000€ entspricht, was in einem Land mit recht niedrigem Preisniveau eher untypisch ist.

Auf der Suche nach frischem Obst steuerten wir eine Saftbar an, die einem Schweizer gehört, der auch gerade vor Ort war und uns ein wenig über seinen Laden und die Angestellten erzählt hat. Nebenbei tranken wir noch superleckere frisch gepresste Fruchtsäfte, die wir uns selbst zusammenstellen durften. Ich entschied mich für eine Mischung aus Papaya- und Ananassaft mit einem Schuss Limone. Sonja fügte noch Kokosnuss hinzu. Der Preis von 50 Cent pro Getränk ging mehr als in Ordnung, vor allem wenn man die Arbeit bedenkt alle Früchte frisch zu öffnen und die Mixer, Gläser usw. anschließend wieder zu spülen. Es wurde außerdem streng darauf geachtet, dass nur abgepacktes Eis und Wasser verwendet wurden und nicht etwa – das für europäischen Mägen eher ungeeignete – Leitungswasser.

Sonja mit dem frischen Fruchtsaft. Im Hintergrund der einheimische Mitarbeiter und der Schweizer Besitzer. Das Obst ist nicht nur Deko, sondern wurde frisch von der Theke weg verarbeitet.

Anschließend haben wir uns ein wenig ausgeruht und Sonja wollte anschließend unbedingt noch eine Stunde surfen gehen. Ich bin mit ihr an den Surfspot spaziert und habe zugesehen, wie sie doch recht viele Wellen „erwischt“ hat, obwohl es noch einmal voller als am Morgen war. Als dann die Sonne hinter dem Horizont verschwand, wurde es sehr schnell dunkel und wir erreichten in der letzten Dämmerung unser Hostel. Die Dusche bietet nur „kaltes“ Wasser, was aber völlig ok ist, denn kalt bedeutet eben auch dabei etwa 30 Grad Celsius.

Da wir am nächsten Morgen zu einer Tour verabredet waren, ging es dann auch schnell ins Bett.

Zur „Haustürreparatur“ von Stuttgart ins Saarland

Wie geplant sind wir am Donnerstag von Stuttgart aus ins Saarland aufgebrochen, da wir dort bei Reisemobile Dörr einen Termin zur Begutachtung unserer Aufbautüre hatten. Weil wir dem Team dort natürlich möglichst viel Zeit geben wollten und im Stillen gehofft haben, dass eventuell auch eine taggleiche Reparatur möglich sein könnte, sind wir schon früh aufgebrochen, so dass wir bereits um kurz nach 11 Uhr in St. Wendel ankamen.

Schon an der Rezeption wurden wir wie gewohnt freundlich begrüßt, und der Werkstattmeister Werner Lehmann hatte sehr bald Zeit für uns und unser Anliegen. Wir alle hofften gemeinsam, dass es nur am Türgestänge liegt, dass sich unsere Aufbautüre von außen weder auf- noch zuschließen ließ und – schlimmer – auch der Türgriff ohne Funktion blieb. Das bedeutete, wenn man die Aufbautüre schloss, ließ sich die Türe von außen nicht mehr öffnen. Wenn also die Fahrerhaustüren ebenfalls verschlossen waren (wie sie das bei uns eigentlich immer sind), und man keinen Schlüssel dabei gehabt hätte, wäre das Auto verschlossen, und es bestünde keine Chance mehr hineinzukommen. Daher haben wir peinlich genau und mit mehrmaliger gegenseitiger Rückversicherung, dass wir wirkliche einen Schlüssel dabei hatten, die Türe immer sehr bewusst verschlossen. Bei der Rückkehr zum EU-GO haben wir dann immer die Fahrertüre aufgeschlossen und sind über die Beifahrertüre eingestiegen, um dann dem Partner die Aufbautüre zu öffnen. Jedesmal eine ziemliche Kraxelei und reichlich umständlich. Da wir den Innenraum unseres EU-GO auch nicht mit Straßenschuhen betreten, durfte der „draußengebliebene“ dann die Schuhe desjenigen, der ins Auto geturnt ist, nach hinten bringen, um sie dann auf die Fußmatte an der Aufbautüre zu stellen.

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Die Aufbautür mit bereits demontiertem Eimer, der sich normalerweise in der unteren Hälfte befindet

All das ist dank der Werkstatt von Reisemobile Dörr, Herrn Lehmann und seinen netten Kollegen seit etwa 16 Uhr Geschichte. Die Reparatur war tatsächlich „nur“, das ausgehakte Gestänge der Aufbautür wieder einzuhaken und so zu modifizieren, dass der Fehler hoffentlich nicht wieder auftritt, allerdings musste dafür die gesamte Türe auseinandergenommen werden. Nun könnte man meinen, dass es dafür einige Schrauben gibt, die man lösen und anschließend wieder festziehen kann… Allerdings hat der Konstrukteur dieser, unserer „Luxusaufbautüre“ (so wird sie im Prospekt tatsächlich bezeichnet) es etwas schwieriger gestaltet. Es gibt zu den teils gut versteckten Schrauben zusätzlich noch Tackerklammern und doppelseitiges Klebeband, das das Meisterwerk der Technik zusammenhält. Daher ist die Arbeit für den Techniker alles andere als trivial und braucht eben seine Zeit.

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Der Griff ließ sich ohne Widerstand herausziehen, ohne dass im Inneren das Gestänge „mitgenommen“ wurde.

Wir bedanken uns ausdrücklich recht herzlich für die zügige, freundliche und sehr verbindliche Art, mit der uns vom Team von Reisemobile Dörr und allen voran Werner Lehmann geholfen wurde.

Außerdem haben wir gleich noch abgesprochen, wann das Panoramadach ersetzt wird (das Ersatzteil ist noch nicht eingetroffen) und die sonstigen „Kinderkrankheiten“ unseres EU-GO beseitigt werden. Aller Voraussicht nach wird das noch während unserer Flugreisezeiten passieren, so dass wir im April mit einem völlig überholten Reisemobil in Richtung Skandinavien aufbrechen können.

Da es leider ja schon recht früh dunkel wird und wir ungern im dunkeln und wie heute im Regen fahren, haben wir beschlossen, die Nacht noch in Bliesen auf dem Stellplatz der Firma Dörr zu verbringen. Das wir dort auch die tollen Duschen und Toiletten auch über Nacht nutzen durften, ist ein weiterer Bonus. Die Entsorgungsstation werden wir morgen früh ebenfalls nutzen, um sowohl Frischwasser als auch Brauchwasser und die Toilettenkassette komplett zu entleeren, damit wir den EU-GO auch getrost bei den vielleicht doch wieder kühleren Temperaturen in Deutschland abstellen können, ohne Frostschäden erwarten zu müssen.

Angriff der Killerschranke… wir leben noch!

Der heutige Tag ging ganz geruhsam los, wenn man mal davon absieht, dass Sonja wieder joggen war und anschließend die kühle Stranddusche noch einmal genutzt hat. Anschließend sind wir nur einige wenige Kilometer gefahren und haben Stefan Isheim getroffen, der mittlerweile nicht nur unser Experte für Solar und Elektro im Wohnmobil, sondern ein echter Freund geworden ist. Wir haben uns also bei Aguilas auf dem Platz getroffen, auf dem Stefan mit einigen Bekannten und Kunden genächtigt hat. Ich habe dann mit ihm und seinen Bekannten ein wenig gefachsimpelt, und wir haben uns unter anderem über die Macken an Neufahrzeugen, auch an unserem ausgetauscht. Während Sonja nach der Begrüßung wieder im Auto verschwunden ist und sich in warme Decken gehüllt hat. War wohl doch etwas frisch, die Dusche…

Eine Geschichte habe ich Euch gestern noch vorenthalten: Unsere Aufbautüre lässt sich nämlich seit gestern nur noch von innen öffnen, da im Schloss irgendetwas kaputt gegangen zu sein scheint. Ganz zum Anfang des Phänomens gestern früh ließ sie sich gar nicht öffnen, also weder von innen noch von außen, was es allerdings erst einmal festzustellen galt. Da die Aufbautüre bei unserem Fahrzeug in die Zentralverriegelung integriert ist – auch wenn wir das nie nutzen –  wollten wir verhindern, dass die Türe sich eventuell gar nicht mehr schließen lässt, denn das wäre noch schlimmer als nicht mehr öffnen. Zu diesem Zwecke turnte meine Liebste aus dem Beifahrerfenster, denn so konnten wir das Auto verriegelt lassen und von außen an die Türe gelangen. Schade, dass es von dieser Kletteraktion keine Bilder oder gar ein Video gibt. Sonjas akrobatischen Fähigkeiten sind jedenfalls weiterhin vorhanden und sehr beeindruckend. Als sie dann von außen versuchte, die Türe zu öffnen, passierte irgendetwas im Schloss und der Türgriff außen war komplett ausgehakt, dafür ließ die Türe sich von innen aber wieder fast normal öffnen. Puh. Jetzt können wir also unsere „normale“ Türe zumindest dann nutzen, wenn einer im Fahrzeug bleibt. Sonst verriegelt (meist Sonja) sie von innen und steigt dann durch die Beifahrertüre aus, die wir dann wieder manuell verschließen. Das ist etwas unpraktisch, aber immerhin können wir so das Fahrzeug ganz normal verschlossen verlassen und spazieren gehen. Parallel haben wir uns natürlich mit Reisemobile Dörr in Verbindung gesetzt, und die Firma ist bereits im Kontakt mit dem Werk von Chausson, um möglichst bald eine bessere Lösung zu finden. Wir sind gespannt.

Im Anschluss an unser Gequatsche haben wir uns verabschiedet und sind in die Stadt Aguilas gefahren, die uns nicht wirklich mit ihrem Charme überzeugen konnte. Damit wir nicht ganz umsonst dort waren, wollten wir noch „mal eben“ bei Lidl unsere Vorräte auffüllen. Und da kommt sie ins Spiel, die Killerschranke. Sie bewachte nämlich den Parkplatz des Lidl und nahm ihre Aufgabe sehr ernst. Wir zogen also vorschriftsmäßig unseren Parkschein, der für zwei Stunden zum kostenlosen Parken berechtigt. Die Schranke öffnet sich auch ganz normal. Ich warte ab, bis sie vollständig geöffnet ist, denn gerne bleibt so eine Schranke , die halbgeöffnet ist, am hohen Fahrzeug hängen, und fahre dann ganz normal durch. Die übereifrige Schranke schließt allerdings mit einer affenartigen Geschwindigkeit direkt hinter der Heckwand unseres Fahrzeugs. So weit so gut. Allerdings transportieren wir ja am Heck noch unsere Fahrräder auf einem entsprechenden Gepäckträger, und die Schranke ist exakt zwischen Heck und Fahrradträger heruntergekommen. Da ich im Rückspiegel nur gesehen habe, das die Schranke sich senkt, aber davon ausgegangen war, dass wir schon „durch“ waren, bin ich weitergefahren (denn der Unterschied zwischen 7m und 7,50m lässt sich im Rückspiegel schlicht nicht erkennen). Das hat die Schranke dann mit dem Leben bezahlt, und unser Heck hat einige Kratzer mehr, ebenso wie die Fahrradhülle. Eine Mitarbeiterin kam sehr schnell mit dem passenden Schraubenschlüssel für die Schranke aus dem Markt, was die Vermutung zulässt, dass die Schranke schon mehrfach abgefahren wurde. Diesmal konnte sie allerdings mit dem Schlüssel nichts ausrichten, unser EU-GO war wohl stärker. Leider war eine Kommunikation sehr schwierig, da die Dame (obwohl vielleicht gerade mal 30 Jahre alt) wie fast alle hier überhaupt kein Wort Englisch sprach. Das empfinde ich zunehmend als erschreckend und nicht nur als ehemaliger Schulleiter einer bilingualen Schule, sondern als international aufgeschlossner Mensch. Jedenfalls sind wir dann nach diesem Zwischenfall, den niemand weiter zu interessieren schien (wohl auch weil Kratzer an einem Auto in Spaniern absolut normal sind) weitergefahren, denn die Aussicht, da irgendetwas zu erreichen, waren gering. Auch wenn Sonja fließend Spanisch spricht.

Anschließend sind wir dann zum Cabo Cope gefahren und haben erst einmal auf den Schrecken gefrühstückt. Auf der Nordseite des Cabo war der Wind und die Wellen schon wirklich stark, während auf der Südseite und in der Abdeckung des Berges noch einigermaßen wenig Wind war.

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Der in nördliche Richtung liegende Strand von Cope war mit starkem Wind und hohen Wellen schon ziemlich ungemütlich…
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… während der in der Abdeckung des Berges das Wasser noch einigermaßen ruhig ist.

Da es dann auch – wie angekündigt – langsam anfing zu regnen, haben wir uns nach der Mittagspause auf in Richtung Cartagena gemacht, wo wir auf einem Stellplatz nahe des Zentrums die Nacht verbringen werden und den Regen abwarten. Ich habe dann erst in Cartagena in unserem Auto geduscht (denn mittlerweile wissen wir ja, dass für den Boilerbetrieb ein ganz sanftes Pusten notwendig ist). Ich bin also eher der Warmduscher, wohingegen Sonja hart zu sich selbst ist.

Das war auch verdammt viel Action in den letzten beiden Tagen, auf die wir gerne verzichtet hätten. Aber so lange es nicht wirklich tragisch ist und es uns gut geht… Was sollen wir uns sinnlos ärgern. Wir ändern es eh nicht.

In diesem Sinne noch herzliche Glückwünsche an unsere Oberbilliger Ex-Nachbarin Inge zu ihrem heutigen runden Geburtstag. Das tatsächliche Alter ist ja nur eine Zahl und die verschweigen wir, denn man sieht Ihr das numerische Alter auch nicht an…

Muss man nicht gesehen haben: Almeria und weiter nach Cabo de Gata

Heute morgen schien wider Erwarten und der Wettervorhersage die Sonne, so dass Sonja sich entschlossen hat, nach ganz langer Zeit noch einmal laufen (nicht das schwäbische, sondern richtig schnell!) zu gehen. Währenddessen habe ich meinem Putzfimmel gefrönt und zuerst alle Spiegel und Glasscheiben im Auto geputzt, und anschließend habe ich mich selbst unter der Stranddusche gereinigt. Bei 14°C Außentemperatur war das schon ziemlich frisch, aber es ging. Als Sonja zurückkam, ist auch sie duschen gegangen. Anschließend sind wir mit einen Lidl-Stop nach Almeria aufgebrochen. Auf einen großen Parkplatz, etwa 2 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, haben wir den EU-GO abgestellt und sind entlang der Strandpromenade in die Stadt spaziert. Dabei ahnten wir noch nicht, dass die Promenade so ziemlich das einzig sehenswerte dieser hässlichen Stadt war. Nein nicht ganz, denn die Kathedrale, bzw. ihr Vorplatz und die Fassade (da sie leider verschlossen war), die städtische Markthalle und der Paseo de Almeria waren ganz nett anzusehen. Und da ich ja immer nur schöne Fotos mache, gibt es auch nur diese zu sehen. Den Rest der Stadt kann man wohl auf enge Gassen, mit Platz nur für ein Auto oder Fußgänger, viele hässliche Graffitis und baufällige Häuser reduzieren.  Die Burg auf dem Berg gibt es auch noch zu besichtigen, das haben wir allerdings nicht mehr gemacht.

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Der Platz vor der Kathedrale von Almeria und das Portal
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Der Paseo de Almeria, eine mehrspurige Straße mit einem beeindruckenden Grünstreifen und Gehweg in der Mitte.

Nach zwei Stunden und etwa 7,5 Kilometern war unser Stadtrundgang beendet, und wir brachen in Richtung des Cabo de Gata und dem gleichnamigen Dorf auf. Dort angekommen sind wir die Promenade auf- und abspaziert, haben noch die Fischerbötchen und den Wehrturm (von außen) angesehen und den Tag dann mit einem leckeren Abendessen ausklingen lassen. Dabei waren wir wegen des erneut aufgekommenem starken Windes sehr gut und vor allem winddicht verpackt. Wir werden heute direkt am Strand auf einen Stellplatz am Dorfrand übernachten. Außer uns sind noch etwa 15 andere Reisemobile und deren Insassen hier. Die Deutschen Überwinterter sind ganz klar in der Mehrheit, aber es sind auch Niederländer, Franzosen, Briten (so lange sie noch einfach so dürfen;-)) und erstaunlich viele Schweden und Finnen unterwegs. Aktuell sind wir noch nicht schlüssig, was wir morgen unternehmen werden, denn das Wetter soll jetzt für drei Tage nicht ganz so gut, also regnerisch, windig und recht kühl sein.

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Fischerhütten und dazugehörige Boote in Cabo de Gata

Aus Sturm und Regen in die Sonne: St(r)andtage in Roquetas de Mar

Bereits gestern sind wir dem Sturm und Regen in Motril entflohen und nach Roquetas de Mar gefahren. Eigentlich wollten wir ja Don Cactus länger Gesellschaft leisten, aber der Sturm und die permanente Angst, von herabfallenden Ästen erschlagen zu werden, haben uns die Entscheidung leicht gemacht. In Roquetas de Mar schien tatsächlich die Sonne, und es war kaum noch Wind zu spüren. Natürlich gingen wir wieder einmal an der Strandpromenade spazieren. Am gestrigen Tag waren es nur etwa 9 Kilometer in Richtung des Stadtzentrums und zurück, wobei wir auch unsere Obstvorräte aufgestockt haben. Die Stadt verfügt neben großen, modernen Einkaufszentren, in denen es alles, was man braucht und noch viel mehr zu kaufen gibt, auch eine kleines älteres Zentrum in der Nähe des Castillos.

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Das Castillo in Roquetas de Mar

Zuerst haben wir auf einem schönen, asphaltierten Wohnmobilstellplatz gestanden. Es kam dann aber ein deutsches Pärchen vorbeispaziert, die uns auf die danebenliegende Bar aufmerksam machten und meinten, an Nachtruhe sei an dieser Stelle nicht zu denken. Da wir ja schon einmal eine solche Warnung ignoriert hatten, waren wir diesmal schlauer und sind  nach dem ersten Spaziergang und vor dem Frühstück noch ein Stück weiter gefahren, denn in der Nähe der Salinen gibt es einen weiteren, noch viel größeren Stellplatz, auch wenn der Boden unbefestigt ist.

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Der Stellplatz in Roquetas de Mar direkt am Strand sah eigentlich super aus, wäre nicht die Bar direkt nebenan… So haben wir nur den Tag über dort geparkt

Nach einem Abendspaziergang und einer längeren Lesesession war der Tag dann beendet. Einen riesigen Vorteil hat die lange Strandpromenade, denn dort sind etwa alle zwei Kilometer kostenlose Toiletten und alle paar hundert Meter Strandduschen vorhanden.

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Den Sonnenaufgang über dem Meer direkt aus unserem Fenster zu genießen… unbezahlbar!

Am heutigen Morgen haben wir zuerst den Sonnenaufgang bestaunt, der wahnsinnig schöne Farben an den Himmel gezaubert hat. Anschließend sind wir die Strandpromenade in die andere Richtung, nämlich nach Aguadulce (ja, einen Ort mit diesem Namen gibt es auch hier), spaziert. Hin und zurück waren das dann immerhin knapp 12 Kilometer Strecke. Dabei ist es uns wirklich warm geworden, und wir hätten am liebsten kurze Hosen angehabt, denn die 17°C Lufttemperatur haben sich in der Sonne und ohne Wind viel wärmer angefühlt.  So entstand dann die verrückte Idee, dass wir doch eben ins Meer springen könnten und anschließend an der Stranddusche duschen, denn das spart uns Wasser, sowie das Austrocknen der Dusche und ist wirklich etwas Besonderes. Der einzige Haken an der Sache war die Wassertemperatur des Meeres, die mit 16°C wirklich als frisch zu bezeichnen ist. Also wurde aus dem hineinspringen eher ein mehr oder weniger kontrolliertes hineingehen, schnell Abtauchen und raus aus dem Wasser. Anschließend waren wir wirklich gut erfrischt, und das kalte Leitungswasser aus der Dusche war tatsächlich deutlich wärmer. Damit hatten wir uns unser Frühstück redlich verdient.

Während des Frühstücks kam eine Dame und pries ihre Zucchini, Tomaten, Paprika und Chilis an. Nun waren unsre Vorräte diesbezüglich aber bereits wieder aufgefüllt… Schlechtes Timing. Bemerkenswert ist, dass die Dame ihre Verkaufsgespräche auf Spanisch, Deutsch und Englisch führte.

Dabei haben wir noch überlegt, wohin die Reise in den nächsten Tagen gehen soll. Nach einem Mittagsschläfchen sind wir noch in den Baumarkt und den Supermarkt spaziert und haben Material für mein „TV-Schrank-Projekt“ und Eier gekauft, die wir gestern vergessen hatten. Zurück am Wohnmobil stellten wir fest, dass wir heute etwa 22.000 Schritte gemacht und etwa 19 Kilometer zurückgelegt haben. Nicht schlecht für einen „faulen Tag“.

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Puh sind die hoch! Am Strand stehen in kleinen Gruppen immer wieder Palmen, etwas kitschig, aber uns gefällt es!

Ankommen in Vadevaqueros nach der bisher kürzesten Tagesetappe.

Wohl eine der kürzesten Tagesetappen brachte uns gestern auf unseren Campingplatz. Wir fuhren nämlich nicht einmal 4 Kilometer und befinden uns nun auf dem Campingplatz Vadevaqueros. Dieser liegt in der Nähe (ziemlich genau 460 Meter entfernt) desselben Strandes, den wir bereits am Vorabend gesehen und für sehr schön befunden haben. Außerdem ist er windgeschützt mit vielen Hecken und dennoch nicht zu dunkel gelegen. Unser Spaziergang führte uns demnach wieder an denselben Strand wie schon am Vorabend.

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Beim gestrigen Morgenspaziergang war das Wetter noch sehr freundlich, anschließend aber auch ziemlich windig.

Den Montag begannen wir mit einer Surfsession und verbrachten trotz kühlen Wassers und frischen Außentemperaturen mehr als eine Stunde im Wasser. Dazu wird Sonja aber noch etwas schreiben.

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Pünktlich zum Abendspaziergang kommt die Sonne hervor. Im Hintergrund Tarifa, die südlichste Stadt des europäischen Festlandes und dahinter das Atlasgebirge in Marokko, also bereits Afrika.

Nach dem Surfen genossen wir die warme Dusche und brauchten auch eine geraume Zeit, um wieder „aufzutauen“. Anschließend verbrachten wir den Tag mit Lesen, einem Mittagsschlaf und natürlich dem obligatorischen Frühstück zur Mittagszeit. Das Wetter war leider nicht so einladend, denn lediglich kurz vor Sonnenuntergang kam dieselbige kurz zum Vorschein. Den restlichen Tag über war der Himmel bedeckt, und die Höchsttemperaturen mit maximal 17 °C auch ziemlich frisch. Bei unserem Abendspaziergang kam dann aber die Sonne noch einmal zum Vorschein.

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Sonja beim Abendspaziergang in  der überdimensionalen Flip-Flop-Dusche eines bekannten Herstellers

Manchmal ist es schon witzig, was Marketingmenschen sich so alles einfallen lassen… Der „Schlappenhersteller“ hat tatsächlich an eine Surfschule hier am Strand eine Dusche in Form der von Ihm vertriebenen Fußbekleidung gestellt.

Nach dem Spaziergang haben wir uns noch mit ebenfalls deutschen Campingplatznachbarn unterhalten, und ich durfte einmal mehr die Arbeit von Stefan Isheim von der Firma FullSol loben, die uns von allen Stromsorgen befreit hat.