Plötzlich wieder in Deutschland

In Vancouver war der Aufenthalt dann doch deutlich kürzer und schon nach nicht einmal einer Stunde hoben wir bereits wieder ab in Richtung Frankfurt. Der Flug verlief ziemlich ruhig und ereignisarm. Beim Anflug um kurz nach 6 Uhr morgens auf Frankfurt waren dann auf vielen Vorfeldpositionen und auch Rollbahnen geparkte Flugzeuge zu erkennen. Spätestens dann fühlte sich der Flug dann wieder deutlich ungewöhnlicher an.

img_5785
Ein letzter Blick auf die Maschine der Air New Zealand, in der wir den letzten Tag Verbacht haben, am Frankfurter Flughafen

Das Aussteigen war Reihenweise organisiert, so dass möglichst wenig Kontakt zwischendrin Passagieren erfolgte. Auch die Passformalitäten waren schnell erledigt, auch weil die automatischen Kontrollportale offen waren. Wir hatten das Glück und gingen mit als erste von Bord. Nach der Passkontrolle war noch ein recht weiter Weg durch leere Flughafenhallen zurückzulegen. Nur vereinzelt sah man andere Menschen. Das Abstandhalten war überhaupt kein Problem. Als wir dann als erste am Gepäckband (das einzige, was in Betrieb war) ankamen, liefen unsere Koffer bereits rund und wir konnten praktisch sofort unser Gepäck an uns nehmen und den Flughafen verlassen.

img_5786
So leer haben wir die Halle mit den Gepäckbändern noch nie gesehen, dafür war unser Gepäck bereits vollständig da!

Allerdings wartete erst noch ein kleiner Schock auf uns, denn am Ausgang empfing uns eine riesige Gruppe Menschen, die von Abstand halten nicht viel gehört hatte, die Disziplin in Deutschland scheint einfach eine ganz andere zu sein, als in Neuseeland. Wir bahnten uns möglichst schnell und mit möglichst großem Abstand einen Weg durch die Wartenden und begaben uns in Richtung Bahnhof. Mit großem Glück erreichten wir fast sofort einen ICE nach Köln in dem wir uns einen Großraumwagen mit noch zwei weiteren Passagieren teilen „durften“. In Köln angekommen bot sich ein surreales Bild, denn der Bahnhof war fast ausgestorben.

img_5787
Der Kölner Hauptbahnhof morgens um etwa 9 Uhr… gähnende Leere

Wir warteten dann am Gleis eine Dreiviertelstunde bis die Regionalbahn nach Euskirchen einfuhr. So erreichten wir dann bereist um kurz nach 9:30 Uhr den Bahnhof Euskirchen. Sonja machte sich zu Fuß auf den Weg zu Ihren Eltern um ein Auto abzuholen, während ich am Bahnhof  das Gepäck bewacht habe. Bereits eine halbe Stunde später war Sonja mit einem Auto wieder da und wir konnten unser Gepäck verstauen und ins Saarland fahren, um unser Wohnmobil abzuholen. Die Fahrt durch die Eifel absolvierte Sonja mit Bravour und mittags waren wir dann bereit um unser Wohnmobil abzuholen. Leider war es nicht ganz in dem Zustand indem wir uns es erhofft hatten, aber die Reparaturen waren ausgeführt. Nach der Übernahme des Wohnmobils machten wir noch einen Stop am benachbarten Supermarkt und fuhren dann mit Auto und Wohnmobil zurück in Richtung Euskirchen. In Blankenheim stoppten  wir erneut, um noch die letzten Vorräte aufzufüllen, die wie für unsere zweiwöchige Selbstisolation, die wir anzutreten gedachten, benötigen würden.

In Euskirchen übergaben wir dann das Auto wieder an Sonjas Eltern und bedankten uns für die erneute Zurverfügungstellung. In Euskirchen luden wir dann noch einige Kleinigkeiten wieder ins Wohnmobil ein. Wir haben tatsächlich am frühen Abend Euskirchen und dann anschließend Flamersheim erreicht. Wir hatten Glück und der Jetlag machte uns tatsächlich  keine Probleme, auch wenn wir natürlich nach dem Flug und der langen Fahrt entsprechend erschöpft waren. In Flamersheim, vor dem Haus meiner Eltern, verbrachten ir dann die erste Nacht seit langem auf deutschem Boden.

Auf diesem Wege noch einmal ein großes DANKE an die Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes und der deutschen Botschaft Wellington, die unsere Rückreise ermöglicht haben. Es ist erschreckend, wie ausgeliefert man sich fühlt, wenn man seinen Aufenthaltsort nicht mehr selbst bestimmen kann. Und das, obwohl wir uns ja in einer wirklich luxuriösen Lage befinden, denn wir hatten ja noch geplant unsere Reise fortzusetzen, haben demnach keinerlei berufliche oder sonstige Verpflichtungen und auch die Rücklagen reichen noch eine ganze Zeit. Damit sind wir im Vergleich zu vielen Menschen in Deutschland und der Welt absolut privilegiert, denn viele haben echte Existenzängste, weil die Arbeit und das Einkommen gefährdet ist. Hoffentlich überstehen wir als Gesellschaft diese Herausforderung und schaffen eine emotionale Nähe bei gleichzeitigem physischem Abstand.

Von Wellington nach Nelson

Der heutige Tag begann schon sehr zeitig, denn um 7 Uhr fuhr der Bus am Hotel ab und um 8 Uhr die Fähre, die uns von der Nord- auf die Südinsel bringen sollte. Unser Frühstück bekamen wir daher auf der Fähre und beendeten es bereits bevor wir abgelegt hatten.

Blick auf Wellington

Die Überfahrt war sehr ruhig, da wir bestes Wetter und nur wenig Wellengang hatten. Ausfahrt aus dem Hafen von Wellington war ausgesprochen sehenswert. Die Einfahrt nach Picton war wesentlich enger und von größerer Entfernung ist die Einfahrt in die Malborough Sounds kaum zu erkennen. Kein Wunder, dass bei stärkerem Wellengang eine Durchfahrt der Enge manchmal nicht möglich ist.

Nach dem Verlassen der Fähre in Picton und einem Zwischenstopp an einer einspurigen Brücke mit einem nett anzusehenden Fluss darunter, indem man auch schwimmen gehen konnte, fuhren wir über sehr gewundene Straßen direkt nach Nelson. Dort bezogen wir unsere recht luxuriösen Studios, die uns nun für drei Nächte als Wohnung dienen. Im unmittelbaren Anschluss fuhren wir in das Stadtzentrum, spazierten zur etwas erhöht liegenden Kirche und genehmigten uns ein ausgesprochen leckeres Eis. Die Kugeln waren etwa dreimal so groß wie in einer deutschen Eisdiele und der Kommentar der Verkäuferin, auf meinen erstaunten Blick hin, war: „We do ice cream properly in New Zealand!“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Nachdem wir dann auch noch im Supermarkt unsere Wasser- und Lebensmittelvorräte aufgestockt hatten, fuhren wir mit dem Rest der Gruppe zurück zu den Unterkünften. Für uns egal, für manche Mitreisenden ziemlich ärgerlich, da sie Eis gekauft hatten und dieses verständlicher Weise zügig im Gefrierfach unterbringen wollten, ist die regelmäßige Verspätung eines Teilnehmers. Aber es gibt eben Menschen für die allgemeine Absprachen nicht gelten.

Nach Rückankunft im Caravanpark, in dem wir wie fast immer feste Unterkünfte bewohnen, gingen Sonja und ich noch etwas an der Lagune, die durch einen natürlichen Steinwall vom offenen Meer abgetrennt ist, entlang spazieren.

Um 19:30 gab es dann eines der in der Rundreise inkludierten gemeinsamen drei Abendessen. Unser Guide Jürgen zauberte aus Reis, Salat und Fisch ein leckeres Essen, dass wir alle genossen. Sehr bald beendeten wir dann auch den Tag, da es am nächsten Morgen auch wieder früh los gehen soll.

Thermal Wonderland und Huka Falls

Nach dem obligatorischen Frühstück fuhren wir in Richtung der Wai-O-Tapu Thermal Wonderlands. Zuvor statteten wir noch einem größeren Mudpool einen Besuch ab.

Die blubbernden Mudpools sind wie aus einer anderen Welt. Manchmal spritzt der Schlamm etwa einen Meter hoch.

Anschließend war der Lady Knox Geysir das nächste Ziel. Dieser Geysir wird pünktlich um 10:15 Uhr an jedem Tag zum Ausbruch gebracht. Das wird durch Zugabe von Waschpulver erreicht, eine Methode die in Island schon lange aus Umweltschutzgründen verboten ist. Der Ausbruch war dann auch trotz der menschlichen Intervention eher bescheiden.

Der Lady Knox Geysir, nachdem er zum Ausbruch „überredet“ wurde…

Anschließend stand dann der Besuch der Wai-O-Tapu Thermal Wonderlands an. Auf mehreren aneinander anschließenden Rundwegen kann man sich die sehr abwechslungsreiche vulkanische Landschaft ansehen. Neben dem prickelnden „Champagner Pool“ (der nicht nur nach Champagner aussieht, sondern sich auch so anhört) gibt es Sinterterrassen, Schlammlöcher, heiße Quellen und Wasserfälle sowie unterschiedlich gefärbte Pools zu sehen. Einige tiefere Krater machen ziemlich gruselige Geräusche, so dass sie für den Film „Herrn der Ringe“ aufgenommen wurden.

Ziemlich krasse Farbe in einem der kalten Pools.

Im Anschluss fuhren wir zu den Huka Falls und spazierten flussaufwärts zu einer Stelle an der heiße Bäche in den Fluss münden. Dort hätte man natürlich auch baden können und durch Auswahl des geeigneten Mischungsverhältnisses aus Fluss- und Bachwasser eine angenehme Temperatur „einstellen“ können. Da es aber auf halber Strecke des Spaziergangs heftig anfing zu regnen, haben wir uns das verkniffen.

Ein wirklich klarer Fluss und eine sehr schöne Landschaft bei unserem Regenspaziergang.

Danach fuhren wir zum Supermarkt um die Vorräte aufzufüllen und anschließend weiter in Richtung Turangi am Lake Taupo. Dort sollten wir am Nachmittag ankommen, was nicht geklappt hat, da unser Bus plötzlich keine Lust mehr hatte weiterzufahren. Der Motor ging bei der Fahrt am See entlang plötzlich aus. So warteten wir recht lange zuerst auf den Werkstattwagen und dann auf den Abschleppdienst. Wir sind dann Huckepack, mit allen Mitreisenden und Gepäck weiterhin im Bus, bis zu unserem Tagesziel gefahren worden. Um kurz vor halb Acht bezogen wir dann unsere Unterkunft, duschten und aßen zu Abend und ließen den Tag ausklingen.

Unser Bus auf dem Abschleppwagen.

Der 23. 12. 2019…

ist nicht nur der Vorabend von Heiligabend, sondern gleichzeitig Sonjas und mein zehnter Hochzeitstag, wir sind also heute tatsächlich seit 9 Jahren verheiratet. Vor 9 Jahren waren die Temperaturen allerdings deutlich andere, denn wir haben an der Nordsee in Dänemark, genauer in Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks, geheiratet. Zu dieser Zeit war die Nordsee mit etwa 15 Zentimeter dickem Eis bedeckt, und am Tag unserer Hochzeit erreichte die Temperatur nur etwa -10°C.

IMG_0598
Vor 9 Jahren war es auch sonnig, aber deutlich kälter!

Heute war das Wetter zwar ähnlich sonnig, die Temperaturen lagen allerdings  etwa 30°C höher als damals, was schon sehr angenehm ist.

Zur Vorgeschichte der Hochzeit könnt Ihr hier nachlesen.

Am heutigen morgen waren wir gemeinsam in der Stadt auf dem Markt und haben unsere Obstvorräte wieder aufgefüllt. Außerdem sind wir noch über den restlichen Teil des Marktes geschlendert und haben uns die dort angebotenen Kleidungsstücke angesehen, die aber eher weniger unseren Geschmack trafen. Anschließend spazierten wir an der Strandpromenade – mit 13 kg Obst im Gepäck – zurück zum Campingplatz. Sonja sprang danach noch einmal kurz in die Fluten und versuchte einige Wellen zu erwischen, die aber mittlerweile schon sehr klein geworden waren. Anschließend frühstückten wir gemeinsam wie immer ausgiebig und unterhielten uns intensiv über die Vergangenheit und die weitere Zukunft.

Nachmittags wollte Sonja noch einmal in die Stadt und noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt einkaufen, während ich diese Zeilen tippe. Denn auch wenn wir uns nach vielen Jahren noch sehr gern haben, so ist eines der Geheimnisse weiterhin gut miteinander auszukommen, dem jeweils anderen auch Zeit für sich zu lassen. Das ist besonders wichtig, wenn man wie wir aktuell auf etwa 9 Quadratmetern permanent zusammen ist.

Dabei hat sie natürlich noch ein wenig einem anderen Surfer zugesehen, der täglich hier ebenfalls übt.

Nun lassen wir den Abend ruhig bei einem leckeren Essen ausklingen.

Die Weihnachtslotterie und noch ein wenig Alltag

Wie ja schon im gestrigen Artikel erwähnt, wollen wir bei der berühmten spanischen Weihnachtslotterie um „El Gordo“ – „Den Dicken“ mitspielen. Streng genommen wird nur der Hauptpreis so bezeichnet, nicht die Lotterie, auch wenn viele Menschen das synonym gebrauchen. Dazu hatten wir uns bereits gestern erkundigt, wo man die Lose erwerben kann. An dieser Stelle fanden wir heute dann tatsächlich einen Losverkäufer, der allerdings nur für andere Lotterien (ONCE) Lose verkaufte, aber sehr auskunftsfreudig war und uns zur staatlichen Lotterieverkaufsstelle geschickt hat. Dort konnten wir dann tatsächlich Lose für uns erwerben, die wir uns gegenseitig zu Weihnachten schenken. Der Vorteil ist, sie nehmen keinen unnötigen Platz weg. Wahrscheinlich gewinnen wir eh nichts und wenn, dann ist Geld  nie ein Problem bzw. lediglich Zahlen auf dem Konto 😉

img_3234
Sonja mit unseren Losen vor dem Lotteriebüro

Die Ziehung der Gewinne findet am 22. Dezember ab 9 Uhr morgens statt. Die gezogenen Losnummern werden traditionell im Madrider Opernhaus gezogen. Dafür stehen zwei Lostrommeln, in denen sich kleine Holzkugeln aus Buchsbaumholz befinden, zur Verfügung. In der einen Trommel befinden sich die Kugeln mit den Losnummern und in der anderen die Gewinnklassen. Die Gewinnzahlen werden also nicht einzeln zusammengestellt, wie beim „deutschen Lotto“, sondern als Ganzes aus der Lostrommel gezogen. Anschließend wird der Losnummer ein Gewinn zugeordnet.

Die Holzkugeln fallen aus den Trommeln in kleine Glasschalen und werden von dort aus von Schülern des Madrider Colegio de San Ildefonso, einem ehemaligen Waisenhaus für Jungen, das mittlerweile eine Schule für Jungen und Mädchen (aus zum Großteil schwierigen Familienverhältnissen) ist, vorgesungen. Dabei singt ein Kind die Losnummer und das zweite Kind die Gewinnsumme.

Die Kinder gehen singend mit den Kugeln zu den offiziellen Vertretern der Lotterie, die sowohl Losnummer als auch Gewinn bestätigen.

  • Bei der größten Lotterie der Welt liegen 2,4 Milliarden Euro im Jackpot
  • Der Hauptpreis „El Gordo“ liegt bei 4 Millionen Euro
  • Die erste Ziehung von „El Gordo“ war im Jahr 1812 in Cádiz.
  • Insgesamt gibt es bei der spanischen Weihnachtslotterie 100.000 Lose mit den Gewinnzahlen 00000 bis 99999.
  • Die Nummern werden in sogenannte Serien eingeteilt. Das bedeutet, dass jede Losnummer 170 Mal ausgegeben wird.
  • Die Gewinnchancen auf den Hauptgewinn „El Gordo“ stehen daher bei 1:100.000, was sehr gut ist, wenn man bedenkt, dass beim Lotto die Chance auf den Hauptgewinn bei 1:140.000.000 liegt
  • Ein ganzes Los für „El Gordo“ kostet hier in Spanien 200 Euro, über das Internet in Deutschland kommen dann noch Gebühren des Anbieters hinzu.
  • Die Spanier kaufen für „El Gordo“ üblicherweise Zehntellose (“Décimos“), womit man ein Zehntel des gesamten Gewinns bekommt, genau so haben wir es auch gehandhabt und Zehntellose zu je 20 € erworben. Damit sind natürlich auch die Gewinne gezehntelt. Im Falle des Gewinns von „EL Gordo“ währen es  dann „nur 400.000€“.

Es gibt unterschiedliche Gewinnklassen, die zufällig auf die gezogenen Losnummern verteilt werden:

  • 1x Erster Preis: 4.000.000 Euro
  • 1x Zweiter Preis: 1.250.000 Euro
  • 1x Dritter Preis: 500.000 Euro
  • 2x Vierter Preis: 200.000 Euro
  • 8x Fünfter Preis: 60.000 Euro
  • 794x Sechster Preis: 1.000 Euro

Hinzu kommen die Zusatzgewinne:

  • Jeweils 20.000 Euro für die Losnummern direkt vor und nach dem Hauptgewinn
  • Jeweils 12.500 Euro für die Losnummern direkt vor und hinter dem zweiten Preis
  • Jeweils 9.600 Euro für die Losnummern direkt vor und hinter dem dritten Preis
  • 297 x 1.000 Euro für die Losnummern, welche mit den ersten 3 Ziffern des ersten, zweiten oder dritten Preises übereinstimmen
  • 997 x 1.000 Euro für die Losnummern, welche mit den letzten beiden Ziffern des ersten, zweiten oder dritten Preises übereinstimmen
  • 999 x 200 Euro für alle Losnummern, deren letzte Ziffer mit der letzten Ziffer des ersten Preises übereinstimmt

Auf den ersten Blick ziemlich kompliziert, aber eigentlich ganz logisch…

img_3235
Auf der Rückseite der Lose sind die Gewinnklassen und Regeln auch noch einmal in Kurzform aufgedruckt. (Da auf der Vorderseite die Losnummer zu sehen sind, enthalten wir Euch diese vor, falls wir doch noch reich werden… )

Nun werden wir wohl am 22. Dezember morgens mit mehr als der Hälfte der spanischen Bevölkerung vor irgendeinem Bildschirm sitzen und die Ziehung verfolgen.

Sonst haben wir lediglich eingekauft und dabei haben sowohl Sonja als auch ich etwas mehr als 20% unseres Körpergewichtes in Lebensmitteln und Wasser aus der Stadt zu unserem Auto getragen, was immerhin etwas über 2 Kilometer sind.

Wer meinte, das sei dann Sport genug, der hat sich in Sonja getäuscht, sie war noch Laufen und anschließend kurz surfen, musste aber feststellen, dass die Wellen heute nicht besonders gut surfbar waren…

Und neben diesen Aktivitäten hat meine liebe Sonja mir noch die Haare geschnitten, und natürlich haben wir wieder ausgiebig gefrühstückt und zu Abend gegessen.

Jetzt bin ich mal gespannt, wer bis hier hin wirklich gelesen hat… Das war ein langer Text… Lasst gerne einen Kommentar da, wir freuen uns darüber!

Valencia erkunden mit dem Bus und per Pedes

Bereits gestern sind wir von Oliva, mit mehreren Einkaufs- und Tankstops, in die Nähe von Valencia, auf den Campingplatz Coll Vert gefahren.

img_2927
Imposante ältere Gebäude, die heute meist von Banken genutzt werden, gibt es jede Menge…

Heute sind wir zur Abwechslung noch einmal früh aufgestanden und vor 9 Uhr mit dem Linienbus in die Stadt Valencia gefahren. Dort haben wir dann den ersten Stadtrundfahrt-Bus der roten Linie genommen, der sich durch die historische Altstadt bewegt. Dabei haben wir schon eine grobe Orientierung bekommen und da die Altstadt aber garnicht vollständig vom Bus durchfahren werden kann, sind wir im Anschluss an die 90-minütige Tour zu Fuß durch die engen Gassen spaziert.

img_2908
Der Turm und das Portal der Kathedrale mit einer schönen Krippe im Park davor.

Im Inneren viel beeindruckender als die (kostenpflichtige) Kathedrale war allerdings die Basilika. Das hat Valencia dann mit Trier gemeinsam. In beiden Städten sind die beiden Kirchen in unmittelbarer Nachbarschaft untergebracht und von außen wirkt die Basilika in beiden Fällen recht unscheinbar.

img_2939
Versteckt hinter hohen Mauern findet sich auch so manche Besonderheit, wie hier der Jardines de Monforte

Im Anschluss haben wir dann den Tag mit der weiteren Rundfahrt, diesmal in der blauen Linie, zum Hafen, der Marina und entlang der imposanten neuen Gebäude gemacht. Anschließend sind wir müde und geschafft von soviel Eindrücken und etwa 10 Kilometern zu Fuß wieder in den Bus der Linie 25 gestiegen, der uns zurück zum Campingplatz gebracht hat.

img_2955
Auch im Mercado Central, einer sehr imposanten Markthalle, war eine dreidimensionale Krippe sogar mit Wasserläufen aufgebaut.

Für den morgigen Tag haben wir uns den Besuch des Oceanografic vorgenommen und werden, da die imposanten Neubauten in der Nähe liegen oder sogar Teil des Oceanografic sind, dann noch einmal darauf eingehen.

Den Tagesabschluss hat Sonja mit einem Thunfischsalat und einer anschließenden Paella kulinarisch gestaltet:

img_2997
Eine komplett selbstgemachte Paella von meiner liebsten Sonja. Was passt besser zur Stadt Valencia, dem Ursprung der Paella…

Strandspaziergang, Büro, Mikrowellensurfen, Sonnenuntergang…

ungefähr so lässt sich unser heutiger Tag zusammenfassen. Denn mit einem 6 Kilometer Strandspaziergang begann unser Tag, dann gab es Frühstück. Anschließend hab ich ein bisschen „Büro“ gemacht, denn auch das ist bei solch einer Reise ja hin und wieder notwendig. Rechnungen müssen kontrolliert und Kontostände abgeglichen werden, die Steuererklärung will ebenso vorbereitet, wie die Kosten unserer Reise im Blick behalten werden. Anschließend haben wir etwas gelesen, bzw. Mittagsschlaf gehalten, und dann hat Sonja befunden, dass die Vierzig-Zentimeter-Mittelmeerwelle hoch genug ist,  um von ihr gesurft zu werden, was sich überraschenderweise auch als tatsächlich funktionierend herausgestellt hat. Dazu hilft es sicherlich, dass Sonja schon verdammt gut und vor allem sehr leicht ist.

img_2827
Nachmittagssurfsession in Mikrowellen vor bezaubernder Kulisse

Zum Sonnenuntergang sind wir dann noch einmal ein wenig über den Campingplatz gegangen und haben die atemberaubenden Farben des Himmels bewundert.

img_2839
Der Himmel sah heute wirklich ziemlich beeindruckend aus.

Anschließend gab es dann Abendessen, wie fast immer drei Gänge: Ein Salat vorab, eine warme Hauptspeise und dann noch ein Nachtisch.

img_2840
So sieht unser Zuhause aktuell bei Sonnenuntergang aus, mit frisch geschnittenen Hecken und Bäumen gleich viel aufgeräumter.

Nun ist der Tag schon fast wieder vorbei, und ich frage mich, wie wir die ganzen Aktionen in unserem früheren Leben in einen Tag gepackt haben. OK, alltägliche Dinge, wie Geschirrspülen, Wäsche waschen und trocknen, Wohnung reinigen, Einkaufen usw. nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch, da sowohl unsere Lagermöglichkeiten begrenzt sind, als auch keine eigenen Maschinen zur Verfügung stehen. Selbst mit den Wegen von und zum Waschhaus (Toilette, Zähne putzen, Spülen) kommen am Tag schnell mal 1,5 bis 2 Kilometer Strecke zusammen, die auch etwas Zeit benötigen. Kurzum, es dreht sich alles mehr um die essentiellen Dinge des Lebens. Zudem schlafen wir wirklich viel, da das Leben an der frischen Luft irgendwie anstrengend ist.

img_2838
Da Sonja unbedingt auch mal ein Foto von mir auf der Homepage haben wollte (ja ich bin tatsächlich auch dabei!)… hier ist es nun bei unserer abendlichen Campingplatzrunde aufgenommen.

Morgen früh geht es dann mit dem Fahrrad zum Markt von Oliva, um unsere Vorräte wieder aufzustocken und vielleicht noch ein wenig die Stadt anzusehen.

Aktuell werden wir immer wieder gefragt, wie (und wo) wir Weihnachten und Sylvester  verbringen werden, aktueller Stand: Wir wissen es selbst noch nicht, da wir das Ganze vom Wetter und unserer Lust abhängig machen wollen. Zunächst planen wir eine weitere Woche hier zu bleiben, um dann irgendwann mal weiter gen Norden zu fahren. Wann und wie?!? Wir werden sehen…