Markttag in Oliva und Wassersportsession

Freitags ist Markt in Oliva und zwar nicht nur ein Touristenmarkt, sondern einer, bei dem die Einheimischen sich mit Obst und Gemüse eindecken. Sowohl Qualität, Frische als auch Preis lassen sich nicht mit dem Supermarkt vergleichen. Wir sind also bereits um 8:30 Uhr mit dem Fahrrad in Richtung Oliva aufgebrochen, haben zuerst noch den Hafen angesehen und sind dann zum Markt gefahren. Dort waren wir wirklich positiv überrascht und haben weit mehr als 10 kg Obst, Gemüse und Nüsse eingekauft, dafür haben wir deutlich weniger ausgegeben als im Supermarkt. Da unsere Gepäckkapazitäten dann schon ziemlich erschöpft waren, hat Sonja nur noch ein paar Kleinigkeiten im Aldi gekauft, und wir haben beschlossen, am Samstagvormittag erneut in die Stadt zu fahren, um die restlichen Vorräte aufzufüllen, da auf dem Markt eben zum Beispiel kein Käse angeboten wurde.

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Der Markt in Oliva, immer freitags und wirklich einen Besuch wert.

Als wir zurück am Campingplatz waren, wollten unsere Nachbarn gerade mit dem Auto in den Supermarkt fahren und haben uns netterweise angeboten, noch etwas Wasser mitzubringen. Da wir größere Massen schlecht auf dem Fahrrad transportiert bekommen und wir unseren EU-GO noch einige Zeit stehen lassen wollen, haben wir das Angebot gerne in Anspruch genommen und uns 30 Liter Trinkwasser mitbringen lassen. Damit können wir noch mal etwas länger als eine Woche überbrücken.

Am Nachmittag haben wir dann unsere SUPs aus der Surfbox geholt und auf einem testweise den Sitz zum kajakähnlichen Paddeln montiert. Erstmalig haben wir die Aufpumparbeit durch unseren Kompressor erledigen lassen, der über den notwendigen Druck von einem Bar nur müde gebrummt hat (denn er schafft mehr als 8 Bar). Das Aufpumpen hat ebenso wie mit der Handpumpe etwa 10 Minuten je Brett in Anspruch genommen. Allerdings spart es zwei mal 600 Hübe mit der Handpumpe, was vor allem rückenschonender ist. Außerdem ist der Strom auf dem Campingplatz ja eh bezahlt ;-).

Als wir dann mit den beiden SUPs auf dem Meer waren, schlief der Wind komplett ein (Super!) und die Wellen wurden wieder höher (fürs SUPen weniger toll). Also Beschloss Sonja kurzerhand, noch den Wellenreiter auszupacken und eine Surfsession anzuschließen. Da ich ja sowieso schon mit auf dem Wasser war, habe ich ein paar Fotos von Sonja gemacht. Außerdem habe ich auch versucht, einige Wellen anzupaddeln, allerdings sind diese für mich und mit Sonjas Wellenreiter doch etwas sehr klein gewesen. Dafür gibt es aber einige brauchbare Bilder von Surfingsonja in Ihrem Element:

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Miniwellen und eine strahlende Sonja
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Surfingsonja die Zweite… Die Welle, auf der sie surft, ist so klein, dass sie auf dem Bild kaum als solche zu erkennen ist.

Nach mehr als einer Stunde auf und im Wasser war es uns dann doch etwas kühl, und die Sonne ging unter. Also zurück zum EU-GO und anschließend unter die warme Dusche.

Anschließend lecker Abendessen und dann ins Bett, denn morgen dürfen wir ja zum Frühstück noch eimal 20 Kilometer Fahrradfahren um einzukaufen. Außerdem wollen wir morgen eventuell noch eine Waschmaschine waschen, denn danach soll es drei Tage lang immer wieder regnen. Wir werden sehen und lassen uns überraschen.

Fahrradtour durch den Naturpark nach Pego

Heute morgen gegen 9 Uhr war es mit 17°C schon schön warm, und der Wind hielt sich in Grenzen, so dass wir beschlossen, eine Fahrradtour zu einer salzhaltigen warmen Quelle zu machen und uns einmal anzusehen, wo die Menschen hier im “Naturschwimmbad” baden. Die Ausschilderung hielt sich wie so oft in Grenzen, so dass wir nur dank guter Orientierung und über teils abenteuerliche Wege dorthin gefunden haben.

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Die Font Salada, ein Naturschwimmbecken, das mit Temperaturen von etwas über 20°C tatsächlich recht warm und salzhaltig ist. Sonja hat lediglich die Füße hineingesteckt, denn als Frostbeulen ist uns das zu weit von einer heißen Dusche weg.

Anschließend haben wir die Tour durch den Naturpark fortgesetzt. Dabei ging es nicht nur an fischreichen Bächen vorbei, sondern auch an meterhohem Pampasgras und Orangen- und Mandarinenbäumen.

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Die Straße eingerahmt von meterhohem Pampasgras.

Außerdem ging es mitten durch die Reisfelder der Region, in denen etliche Vögel zu finden waren. Von Reihern über Ibisse gab es viel zu sehen.

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Die Straße verläuft direkt zwischen den Reisfeldern, die wir so in Spanien nicht erwartet hätten.

Nach den Schotterstraßen erreichten wir nach einigen Kilometern eine asphaltierte, aber wenig befahrene Straße nach Pego. Also beschlossen wir spontan, auch noch diese Stadt anzusehen, denn das Schild ließ vermuten, dass es nur drei Kilometer bis dorthin seien. Die drei Kilometer stellten sich dann doch als fünf heraus, und diese waren beim mittlerweile wieder herrschenden Gegenwind wirklich anstrengend. Zudem liegt das alte Stadtzentrum von Pego natürlich auf einem Berg, den es dann auch noch zu erklimmen galt. Wir besuchten zwei Kirchen und ließen die kleinen und großen Plätze auf uns wirken. Insgesamt gefiel uns diese Stadt viel besser als Oliva.

Der Rückweg von Pego nach Oliva Nova, wo unser Campingplatz liegt, über die hervorragende Straße ging dann fast von alleine, denn der Rückenwind schob so ordentlich, dass wir ohne große Anstrengung über 30 km/h schnell fuhren. Im Prinzip ohne größere Abenteuer, wenn man mal davon absieht, dass die eine Straße durch eine Leitplanke abgeriegelt war, über die wir unsere Fahrräder gehoben haben. Anschließend sind wir vermeintlich den Schildern zum benachbarten Campingplatz nachgefahren und haben uns dabei gründlich verfahren. Allerdings war das unser Glück, denn dadurch haben wir einen Selbstbedienungs-Obststand entdeckt, der am Ende einer nicht asphaltierten Straße in einer Sackgasse gelegen ist. Nicht gerade die optimale Lage für einen Verkaufsstand. Die Qualität der Früchte hingegen war unglaublich gut. Als wir dann endlich die Richtige Abzweigung gefunden hatten, ging es auch zurück zum EU-GO und dann sehr bald unter die Dusche, denn die Tour war anstrengender als ursprünglich geplant (wir wollten ja nur zu Quelle…).

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Der Obstsalat wurde dann an einem kleinen Selbstbedienungsstand noch mit Mandarinen und Orangen aus ökologischem Anbau und ohne weite Transportwege komplettiert.

Den Rest des Tages haben wir mit Lesen, Strandspaziergängen und Arbeitern-beim-hecke-schneiden-zusehen verbracht. Natürlich nicht ohne zwischendrin Obst in größeren Mengen und einen von Sonja gezauberten tollen Reissalat mit Reis aus der Region zu verdrücken. Diesmal war unser Frühstück sogar schon vor 14 Uhr beendet. Das Abendessen gibt es dann meist so gegen 19 Uhr, denn um 18 Uhr wird es dunkel, und draußen kann man dann eh nicht mehr viel unternehmen. Heute gibt es die letzten Reste vom Reissalat als Vorspeise und eine heiße Gemüsesuppe (mit Brokkoli, Blumenkohl, Karotten, Kartoffeln und der traditionellen pikanten spanischen Räucherwurst Chorizo).

Oliva erkunden und Hausarbeit

Nachdem gestern bereits der EU-GO wieder seine Reinigung erhalten hat und auch das Frischwasser wieder befüllt war, kam heute die Wäsche dran. Bevor wir aber die Waschmaschinen benutzen durften, musste man sich erst um 9 Uhr am Büro des Campingplatzmanagers anstellen und in eine Liste eintragen (immer nur für den jeweiligen Tag) und anschließend dann die notwendige Waschmarke käuflich erwerben. Die Waschmaschine kostet pro Ladung 4€, und sonntags ist kein Waschen möglich. Bislang hatte ich immer geglaubt, die Deutschen sind, was Bürokratie an unnötiger Stelle angeht, immer ganz vorne, aber diese Waschverwaltung und Organisation ist wirklich nicht schlecht. Jedenfalls haben wir dann erst für 10:30 Uhr eine Waschzeit ergattert, so dass wir noch gut eine halbe Stunde am Strand spazieren gegangen sind.

Während die Waschmaschine dann lief, ist Sonja noch einmal ins Mittelmeer gesprungen und hat die letzten Reste der immer kleiner werdenden Wellen ausgenutzt. Anschließend hatte sie ein sehr gutes Argument, die Wäsche nicht aufhängen zu können, denn ich hatte die Leinen (wegen der Hecken und Bäume) so hoch aufgehängt, dass sie schlicht nicht herankommt. Da wir diesmal so viel Wäsche und in dieser Maschine so viel “Kleinkram” hatten, gingen uns die Wäscheklammern aus. Ohne Klammern kann man hier nichts hinhängen, denn der Wind ist doch immer wieder sehr heftig, so dass alles heruntergeweht werden würde. Letztlich ist aber noch alles trocken geworden und liegt nun wieder gefaltet und wohlriechend im Schrank. Für die nächsten Tage werden wir dann vermutlich noch zwei Maschinen waschen, denn Bettwäsche und Handtücher ebenso wie noch eine Ladung “normaler Wäsche” wollen auch noch gereinigt werden. Das Wetter sollte passen, wenn wir dann noch das Glück haben,  eine der beiden Waschmaschinen zu ergattern, dann sollte das funktionieren.

Nach der Waschaktion sind wir dann mit den Fahrrädern nach Oliva geradelt (etwas über 6 Kilometer entfernt) und haben auf einigen Umwegen dann auch den Aufstieg zum Castillo gefunden. Von dort oben hat man einen sehr schönen Ausblick über die gesamte Region.

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Der Blick vom Castillo in Richtung “unseres” Campingplatzes. Gut zu erkennen sind die Orangen und Mandarinenplantagen, aber auch die gewöhnungsbedürftige Architektur der Häuser. Immerhin ist hier die Küste nicht mit Betonklötzen zugebaut wie vielerorts in Spanien.

Der Weg führte fast die gesamte Zeit an Orangen- und Mandarinenbäumen vorbei, deren Früchte aktuell auch geerntet werden. Vielleicht hat der ein oder andere Leser also eine Frucht unter dem Weihnachtsbaum liegen, an der wir heute direkt vorbeigeradelt sind.

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Weiter hoch ging es mit den Rädern nicht mehr, wir sind daher zu Fuß und nacheinander die letzten Meter zum Castillo aufgestiegen.

Besonders der Hinweg hatte es in sich, denn der Wind blies fast die gesamte Zeit mit ziemlicher Kraft entgegen. Nach einer Rundfahrt durch die Altstadt und einem Stop beim Discounter der Gebrüder Albrecht (Aldi) ging es dann mit wirklich hoher Geschwindigkeit (deutlich über 30 km/h) zum Campingplatz zurück. So macht Wind dann wieder Spaß. Insgesamt waren wir 22 Kilometer unterwegs und haben immerhin 163 Höhenmeter zurückgelegt, wobei uns diese leichter gefallen sind als das “gegen-den-Wind-anstrampeln”auf der Hinfahrt. Zurück am EU-GO, dann Wäsche abhängen, falten ein bisschen mit Nachbarn quatschen und dann Abendessen. So schnell ist der Tag auch wieder vorbei.

Die alte Stadt Cartagena und eine lange Fahrt nach Oliva

Nach einer sehr ruhigen und entspannten Nacht in Cartagena haben wir uns aufgemacht, die Stadt zu erkunden. Cartagena soll angeblich 3000 Jahre alt sein, und tatsächlich waren in jedem Loch, das für Bauarbeiten ausgehoben wurde, irgendwelche alten Mauern zu erkennen. Unter anderem gibt es auch ein römisches Bad, aber das kennen wir sowohl von Trier als auch von Zülpich, also für uns nicht sooo besonders, auch wenn die Technik der damaligen Zeit durchaus beeindruckend ist. Die Stadt Cartagena liegt jedenfalls an einem sehr großen Naturhafen und stellt den größten Marinestützpunkt Spaniens am Mittelmeer. Außerdem gibt es eine Universität. Sehr viele wunderschöne Gebäude lassen sich allerdings kaum wirklich bewundern, da die Straßen und Wege so eng sind, dass man nicht genug Abstand gewinnen kann, um diese in voller Pracht oder als Gesamtes zu erfassen und bestaunen.

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Der Blick vom Hafen auf die Stadt Cartagena ist schon beeindruckend. Leider ist das auch der einzige Bereich, wo etwas mehr Platz vor den Gebäuden ist.
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Das Rathaus von Cartagena liegt ebenfalls recht nah am Hafen.

Nach unserem Stadtrundgang, der diesmal nur knapp 12 Kilometer lang war, sind wir in Richtung Norden aufgebrochen. Eigentlich wollten wir nach La Manga del Mar Menor fahren und dort länger Station machen, aber da die riesige Salzwasserlagune vor einigen Wochen (ebenso wie der Max-Eyth-See an unserer vorherigen Spazierrunde in Stuttgart) komplett “umgekippt” ist und alle Fische und Pflanzen gestorben sind, haben wir uns das verkniffen. Auch darauf hat uns Stefan gestern noch aufmerksam gemacht, und wir haben ein wenig weiter nachgelesen und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir uns das nicht antun müssen. Da wir ja bekennende Hasser von Touristenhochburgen sind und weiter nördlich dann Alicante und Benidorm mit den Bettentürmen und absolut zugebauter Küste folgten, sind wir noch weiter bis kurz vor Oliva gefahren. Sonja hat die dreistündige Fahrt hervorragend und ohne Zwischenfälle gemeistert. Unser Bedarf an Sonderaktionen und Abenteuer ist nach den letzten beiden Tagen auch erst einmal gestillt. So kamen wir dann um 16 Uhr in Oliva an und haben auf dem Campingplatz Olé eingecheckt. Anschließend haben wir gegen 17 Uhr unser vermutlich spätestes Frühstück der bisherigen Reise eingenommen.

Unsere Parzelle liegt etwa 50 Meter Luftlinie und ebenso weit zu Fuß vom Meer entfernt, fast direkt hinter der Düne. Hier planen wir,  noch mal ein wenig Urlaub zu machen, denn in Raddistanz gibt es einiges zu entdecken, der Strand ist wunderschön, und es laufen aktuell sogar Wellen, so dass eventuell Wellenreiten möglich sein könnte. Das Wetter soll die nächsten Tage mehrfach die 20°C Marke knacken, und das Wasser ist mit 17°C auch nicht sooo kalt.

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Der Strand direkt am Campingplatz. Wunderschön im Abendlicht, allerdings heute auch windig, und daher fühlten sich die 15°C schon recht kühl an, vielleicht auch wegen unser etwas geringen Nahrungszufuhr bisher…

Zweiter Anlauf Gibraltar, dieses Mal mit Ausweis, geglückt

Heute haben wir erneut einen Versuch gestartet, die Halbinsel Gibraltar mit dem Fahrrad zu erkunden. Von Campingplatz bis zur Grenze hin am Strand entlang waren es ca. 6 km. Da auch ich heute meinen Ausweis dabei hatte, wurden wir beim Zoll direkt durchgewunken, zwischen Autos, Elektrorollern und Fußgängern. Zunächst fuhren wir Richtung Hafen und Hafen-Village, wo moderne Super-Yachten um die Wette strahlten. Ebenfalls funkelten die Glasbalkone der modernen Wohnhochhäuser in der Sonne. Am Hafen entlang reihten sich viele Bars und Restaurants aneinander. Weiter ging es Richtung Süden zum Leuchtturm und Europa-Point, dem südlichsten Punkt der Halbinsel, wo viele Touristen mit Bussen hingekarrt wurden. Wir als aktive Radfahrer hatten dafür das Erlebnis, durch mehrere abenteuerliche Tunnel fahren zu dürfen.

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Bei diesem Tunnel hatte man eher den Eindruck, durch ein Bergwerk oder einen Stollen zu radeln, anstatt durch einen normalen Straßentunnel

Dafür wurden wir am Ende mit einer tollen Aussicht auf Marokko und Spanien belohnt. Gegenüber vom Leuchtturm befand sich die Moschee von Gibraltar, direkt am südlichen Teil des großen Felsens.

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Aussicht auf die Moschee links und den Leuchtturm

Richtung Norden fuhren wir die Ostküste wieder zurück. Auch hier mussten wir durch einen mehrere hundert Meter langen Tunnel. Die Luft darin war sehr schlecht, aber immer noch besser als die Luft auf unserem letzten Campingplatz, wo der Nachbar gefackelt hatte. *grins*

Am Ende des Tunnels erreichten wir eine Art Feriendorf mit vielen bunten Häusern und einem kleinen Strand.

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Catalan Bay an der Ostküste, sehr authentisch, ruhig und nett anzusehen

Im Hintergrund hatte man immer den gigantischen Felsen mit seinen 426 m Höhe, über eine Breite von mehr als 4 km und Länge von einem Kilometer im Blick. An manchen Stellen fällt er regelrecht senkrecht ins Wasser ab. Teilweise mit weiteren Überhängen. So konnte auch Marc mal das Gefühl nachempfinden, welches ich habe, wenn ich ihn von unten anschaue, als er die Felsen ansah – Kopf in den Nacken und nach oben schauen – *hihihi*.

Zum Abschluss besichtigten wir noch den Friedhof mit vielen weißen Gräbern und weißen Heiligenfiguren sowie Kreuzen. Sehr beeindruckend direkt vor dem Mittelmeer.

Die Stadt an sich mit der Main Street war der reinste Tourirummel, da waren wir froh, dass wir schnell wieder raus waren. Bis zur Seilbahn, die aber nicht fuhr, haben wir es noch geschafft, ebenfalls zur Feuerwehrstation, die dort unten an der Seilbahnstation angesiedelt ist. Zurück ging es dann wieder wie auf dem Hinweg über die Lande-und Startbahn vom Flughafen, den die Zufahrtsstraße auf die Halbinsel kreuzt, und die dann durch Schranken geschlossen wird, falls mal eine Maschine startet oder landet. Ein tolles Gefühl, einmal über so eine Landebahn mit dem Fahrrad zu fahren. Beim Rausfahren über die Grenze musste man dem Zollbeamten vom Fahrrad aus nur noch den Ausweis zuwedeln, so handhabten es alle Rollerfahrer und Radfahrer, also schlossen wir uns dieser Vorgehensweise unauffällig an. Hat gut funktioniert. Den ganzen Tag über herrschten starke Windböen, die uns oft das Radfahren erschwerten, einmal kamen wir kaum von der Stelle, solche Windböen habe ich in meinem Leben noch nicht auf dem Fahrrad bezwungen. Man musste auch oft aufpassen, dass man nicht seitlich vom Fahrrad geweht wird, bzw. umgeweht wird.

Alles in Allem hat sich dieser Ausflug nach Gibraltar sehr gelohnt, zumal heute auch den ganzen Tag die Sonne schien. Erschöpft kamen wir am frühen Nachmittag auf dem Campingplatz an und freuten uns auf eine warme Dusche sowie auf ein ausgiebiges Brunch, natürlich mit dem bereits bekannten Obstsalat als “Starter”. Mal sehen, wohin die Reise weitergeht.

Flucht aus Valdevaqueros… fast bis nach Gibraltar

Eigentlich wollten wir ja noch deutlich länger in Valdevaqueros auf dem wirklich schönen Campingplatz bleiben. Aber bereits gestern im Laufe des Tages fing ein Nachbar des Campingplatzes an, uns im wahrsten Sinne des Wortes “auszuräuchern”, denn er verbrannte direkt neben dem Campingplatz zuerst wohl Grünabfälle, die allerdings noch sehr grün waren. Der Regen dazu führte zu einer “wunderbaren” Rauchentwicklung und unvollständigen Verbrennung. Zu allem Überfluss stand der Wind so ungünstig, dass wir völlig in der Rauchwolke eingehüllt waren. Zum Abend hin nahm der Qualm ab, aber bereits in der Nacht wurde er wieder stärker und roch auch deutlich mehr nach “sonstigem Müll”.

Der Campingplatzbetreiber, mit dem wir noch am Abend telefoniert haben, war sehr bemüht, konnte allerdings nichts ausrichten, da der besagte Nachbar “eine Lizenz” habe… OK, es gibt also Lizenzen für private Müllverbrennungsanlagen ins Spanien – wieder etwas gelernt.

Nach einer alles anderen als entspannten Nacht (immerhin gut geräuchert, vielleicht halten wir uns dann viele Jahre), haben wir spontan entschieden, dem Problem durch Abreise aus dem Weg zu gehen. Schade für den Campingplatzbetreiber, schade für uns, weil der Platz und die Lage wirklich gut waren, aber eben nicht um jeden Preis.

Nach einem Zwischenstopp im Lidl von Tarifa (das ist dann wohl der südlichste Lidl in Europa, nachdem wir in Sagres bereits im westlichsten waren), bei dem wir unsere Wasservorräte und auch Obst, Gemüse usw. aufgefüllt haben, ging es dann weiter an der Südküste Spaniens bis an Gibraltar vorbei, genauer nach La Línea de la Concepción auf einen kleinen Campingplatz, der von sehr vielen behinderten Menschen unterhalten wird und sich in einem Topzustand präsentiert. Man hat den Eindruck, dass jedes Blatt, das vom Baum herunter fällt, sofort aufgekehrt oder aufgehoben wird, ebenso wird das Sanitärgebäude permanent gereinigt.

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Ziemlich genau dort, wo der Regenbogen das Land berührt, ist der Campingplatz und unser EU-GO

Vom Campingplatz aus haben wir dann trotz leichten Regens und nicht mehr als leicht zu bezeichnenden Winds eine kleine Radtour ins Stadtzentrum und in Richtung Gibraltar unternommen (etwa 7 km). Fast hätten wir es auch bis auf die Halbinsel Gibraltar geschafft, wenn denn nicht nur 50% von uns den Pass dabei gehabt hätten… Ja, den benötigt man, da Gibraltar zwar zu Großbritannien und damit – noch – zu EU gehört, aber der Schengen-(liegt nicht weit von Oberbillig entfernt an der Mosel in Luxembourg) Raum endet dort. So haben wir morgen eine weitere Chance, und den Weg kennen wir ja immerhin schon 😉

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Sonja am Strand von La Línea und der Fels von Gibraltar im Hintergrund

So sind wir dann am Strand entlang wieder gen Campingplatz gefahren, noch kurz an den Strand spaziert, und anschließend haben wir die warmen Duschen genossen. Sonja hat dann wieder eines Ihrer unglaublich leckeren Abendessen gezaubert und ich diesen Artikel geschrieben. Zwischendrin noch eben Verkaufsverhandlungen bezüglich eines unserer Surfbretter geführt, die wir ja ersetzen werden, wie Sonja gestern geschrieben hat. Anschließend haben wir dann noch ein wenig die nähere Zukunft geplant, und ich hab “den Spül” erledigt, dann war der Tag schon wieder vorbei.

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Das ist schon ein ganz schöner Brocken, dieser Fels (430 Meter hoch)… da wirken selbst die Hochhäuser winzig.

Mit dem Fahrrad bis ans Mittelmeer…

Klingt jetzt sehr beeindruckend, oder? Wenn wir irgendwo in Deutschland gestartet wären, dann wäre es das durchaus, so sind wir allerdings “nur” etwa 10 Kilometer gefahren, um von unserem Campingplatz Valdavaqueros bis ans Mittelmeer zu fahren. In Tarifa, der südlichsten Stadt Kontinentaleuropas, treffen sich Mittelmeer und Atlantik, und wir mussten natürlich ein Beweisfoto machen. Tatsächlich ist das Mittelmeer wesentlich ruhiger als der Atlantik, was allerdings auch an der vorherrschenden Windrichtung liegt.

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Sonja zwischen den Meeren. Links im Bild das Mittelmeer, rechts der Atlantik. Im Hintergrund kann man “unseren Strand” bzw. die Düne von Valdevaqueros am linken der beiden Berge hell “leuchten” sehen.

Neben dem Besuch des Meere, bzw. des Dammes dazwischen, der auf die (leider abgesperrte) Isla de las Palomas führte, haben wir natürlich auch die teilweise sehr engen Gassen Tarifas erkundet und neben dem zentralen Markt auch einige Kirchen besucht (wie sollte es anders sein), die uns allerdings mehr von Außen als im Inneren beeindruckt haben.

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Die Kirche des heiligen Franz von Assisi in Tarifa. Inmitten der engen Gassen in direkter Nachbarschaft eines schön mit Bougainvillea bewachsenen Hauses.

Danke noch an Manuel (MPR), einen lieben Exkollegen aus Fellbach, für den Tipp, Tarifa zu besuchen. Wer damals noch nicht mitgelesen hat: Die Kollegen aus Fellbach haben mir zum Abschied einen sehr individuellen Reiseführer geschenkt, in dem jeder einen oder mehrere Orte vorgestellt hat, die es sich zu besuchen lohnt. (Wer die rosafarben eingefärbten Textstellen anklickt, landet direkt an den angesprochenen Artikeln).

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Dieses “Türmchen” überblickt den Hafeneingang, beeindruckend auch, was darunter im zweiten Weltkrieg für Bunkeranlagen angelegt wurden.

Da wir ja auch immer an Wellenreitbrettern interessiert sind, haben wir jeden einzelnen Surfshop in Tarifa aufgesucht. Der Schwerpunkt liegt in der windigen Stadt allerdings mittlerweile deutlich auf dem Kite- und Windsurfen, so dass es keine allzu große Auswahl an Wellenreitbrettern anzuschauen gab.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz haben wir den Wind dann auch “genießen dürfen”, denn er wehte ziemlich kräftig entgegen unserer Fahrtrichtung. So haben wir nach dieser Frühsporteinheit dann noch geduscht und ausgiebig gebruncht, denn vor unserer Abfahrt haben wir schon etwas Obst zu uns genommen.

Und falls ihr Euch über den schönen blauen Himmel wundert… Der war natürlich extra bestellt 😉 Der Nachteil ist allerdings, dass die Temperaturen nachts auf unter 10°C sinken, was dann schon recht frisch ist. So hat sich Sonja heute früh auch das Surfen verkniffen, da es ihr schlicht zu kalt war. Beim Radfahren wurde uns dann ja warm, und wenn die Sonne herauskommt, fühlen sich die 18°C sogar deutlich wärmer an.

Leider ist nicht alles Sonnenschein… Denn bereits gestern erreichte uns die traurige Nachricht, dass unser Freund und Ex-Nachbar “Hermann” am Wochenende verstorben ist. Wir werden Ihn immer in Erinnerung behalten und hoffen, dass er nun auf einer Wolke bei seiner lieben “Sanni” sitzt und uns zuwinkt. Danke, dass wir Dich kennenlernen durften.