In Portugal gen Osten (Lagos – Alvor -Portimão – Vilamoura – Faro)

Nach einer ruhigen Nacht in Lagos sind wir rechtzeitig losgefahren und bereits gegen 10 Uhr am Strand von Alvor entlang spaziert und haben dort die wirklich beeindruckenden Felsformationen angesehen. Die Uhrzeit war sehr gut, denn es herrschte Ebbe, und so kamen wir auch in die nächsten Buchten trockenen Fußes hinein. Das Meer hat im Laufe der Zeit nicht nur Höhlen oder einzeln stehende Felsen ausgewaschen, sondern auch mehrere Torbögen. Auch wenn die Sandsteinfelsen recht stabil aussehen, sollte man vorsichtig sein, denn an mehreren Stellen war zu erkennen, wie die Erosion ganz praktisch vonstatten geht. Und damit aus Erosion nicht Evolution wird, haben wir zumindest versucht, uns so weit es ging von den Felsen fernzuhalten oder zumindest die Aufenthaltszeit im potentiellen Einsturzbereich gering zu halten.

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beeindruckende Sandsteinfelsen am Strand von Alvor, bei Ebbe auch trockenen Fußes zu besichtigen. Sonja ist auch auf dem Bild, so sind die Dimensionen abzuschätzen…
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Die Bögen haben schon beeindruckende Ausmaße und sehen aus, wie auf den Stand gestellt

Im Anschluss sind wir nach Portimão weitergefahren und haben unseren EU-GO am LIDL-Parkplatz abgestellt, denn die LIDL-Supermärkte haben in Portugal recht häufig spezielle Parkplätze für Reisemobile, auf denen man sogar übernachten darf. Wir haben allerdings nur einen Stadtrundgang durch diese – nun ja – architektonische weniger reizvolle Stadt gemacht (sie ist einfach grottenhässlich mit ein paar schönen Stränden und viel Touristensouvenirläden), bevor wir natürlich dann beim LIDL auch unsere Vorräte wieder aufgefüllt haben. Der fast acht Kilometer lange Rundgang war dann auch noch ungeplant anstrengend, da das Thermometer die 25 Gradmarke deutlich überschritt und das bei mehr als 80% Luftfeuchtigkeit.  Die meisten Leser werden nun in Deutschland bei Regen und Temperaturen unter 10 °C sitzen und sich denken: “Wie gerne würden wir jetzt schwitzen”.  So ist das eben… Das Wetter ist nie richtig 😉

Weiter ging es über Amação de Pêra, wo wir an der Küste mit Blick aufs Meer eine kurze Pause zum Frühstücken einlegten, bis nach Vilamoura. In Vilamoura trifft sich alles, was Geld hat (oder zumindest gerne so tun möchte, als ob…). Wenn die Yachtgröße für Monaco nicht gereicht hat, kann man hier den “tollen Hecht” spielen. Entsprechend laufen um die Marina auch viele besonders coole, teils stark gealterte Machos und ebensoviele oder mehr aufgespritzt und gestraffte (ehemalige) Schönheiten und lassen sich in den Restaurants und Bars kulinarisch verwöhnen, um den ehemaligen Astralkörper noch etwas weiter vom Idealzustand zu entfernen. Wer etwas Authentisches sucht, ist in Vilamoura sicherlich nicht richtig. Ein bisschen Kitsch mit Phantasialandatmosphäre passt dann schon eher… Wir waren froh, wieder weiterfahren zu dürfen.

Allerdings haben wir, als wir gerade den Motor wieder gestartet hatten, eine Nachricht von einer ehemaligen Kollegin – der lieben Stefanie – bekommen, dass sie nebst ihrem Gatten ebenfalls in Vilamoura angekommen ist, um es sich noch einen Tag im Hotel richtig gut gehen zu lassen, bevor es dann wieder zurück nach Stuttgart geht. Selbstverständlich sind wir dann noch zu Ihrem Hotel gefahren, was mit unserem “Kleinwagen” durchaus sportlich war. Wir haben dann einfach mitten im Wendehammer vor dem Hotel geparkt und uns kurz mit den beiden getroffen. Die Hotelangestellten waren völlig entspannt… Wenn die Polizei käme, sollten wir einfach sagen, dass wir zum Hotel gehören, dann wäre das schon ok…

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Ein weiteres Wiedersehen, diesmal mit meiner (Marc) lieben Ex-Kollegin Stefanie

So jedenfalls hat der Abend mit einem weiteren Wiedersehen seinen Abschluss gefunden, wobei nicht ganz, denn wir sind ja noch bis Faro gefahren, um dort zu nächtigen. Auf dem Weg dorthin haben wir noch Orangen eingekauft, für die diese Region berühmt ist, und Sonja hat dann abends noch eine Jongliereinlage hingelegt.

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Sonja jongliert im EU-GO mit den riesigen Orangen aus Albufeira, natürlich ohne Unfall…

Sagres und 5 Strände weiter… aber nur einige wenige Kilometer

Zuerst sind wir am Samstag in Sagres unsere Morgenrunde spazieren gewesen und haben dabei den Strand Martinhal und zuvor Mareta angesehen. Außerdem das wirklich kleine Städtchen Sagres (etwa 2000 Einwohner).

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Irgendwie könnte man den Eindruck gewinnen, dass Sagres etwas mit dem Surfsport zu tun hat…

Von Sagres aus sind wir nur ein wenig weiter nach Salema gefahren. allerdings nicht die Hauptstraße, sondern an den Stränden Ingrina und Zavial vorbei. Dabei war die Straße an einer Stelle so eng, dass Sonja ausgestiegen ist und an allen Ecken kontrolliert hat, ob wir wirklich hindurch passen. Mehr als 2 Zentimeter Platz an beiden Seiten waren es dann auch tatsächlich nicht und das Hindernis eher weniger beweglich, denn es handelte sich um massive Mauern auf beiden Seiten. Die Strände waren jedenfalls beide sehr schön und klein, teilweise waren die zugehörigen Parkplätze aber schon gut gefüllt und uns hielt es jeweils nicht dort. Unser Tagesziel war der Campingplatz kurz vor dem Ort Salema, wo wir dann ein wenig Urlaub machen wollen. Natürlich haben wir kurz nach Ankunft auch noch einen Spaziergang zum Strand unternommen, der etwa 1 Kilometer entfernt und leider nur entlang der Straße erreichbar ist. Da die Straße aber nicht sehr viel befahren ist, war das kein größeres Problem.

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Sonnenuntergang an der Praia do Salema

Der Strand von Salema, einem kleinen Fischerörtchen, in dem seit einigen Jahren vermehrt reiche Briten Urlaub machen, ist wirklich sehr schön gelegen und von steilen Klippen gesäumt. Von diesen Klippen sollte man sich allerdings tunlichst etwas fernhalten, denn gerne brechend diese auch einmal ab…

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Das Ergebnis der Erosion und eines Felsbruchs an der Praia do Salema… Das sind schon ziemliche Brocken, die da in Bewegung geraten können…

Nach der Strandbesichtigung ging es für uns beide zurück zum Campingplatz, der wirklich unglaublich ruhig ist. hier hört man Nachts ab und an mal einen Vogel oder das rauschen der Blätter, sonst aber nichts weiter. Auch ist der Platz sehr spärlich beleuchtet, was wir als sehr angenehm empfinden, denn wenn man im dunkeln das Auto verlässt, kann man sich sehr gut mit einer Stirnlampe behelfen, aber direkt im Flutlicht zu stehen und daher den wunderschönen Sternenhimmel nicht sehen zu können, ist wirklich schade.

Weiter der Küste der unaussprechlichen Namen entlang: Porto Covo, Vila Nova de Milfontes und Zambujeiera do Mar

Mittwoch früh war es sehr windig und wolkenverhangen, so dass wir schon recht bald losgefahren sind, der Küste gen Süden folgend. Wobei wir uns nicht ganz an der Küste entlang bewegen, da die Küstenstraße noch abenteuerlicher zu fahren ist, als die anderen Straßen, die teilweise hohe Verwerfungen, Löcher oder provisorische Flickstellen aufweisen. Manchmal fehlt auch schlicht die Hälfte der Fahrbahn. Das ist besonders interessant, wenn ein LKW entgegen kommt. Daher bekommt der Begriff “vorausschauendes Fahren” hier noch eine weitreichendere Bedeutung. Der Ort Porto Covo ist zum Beispiel so wohnmobilunfreundlich, das es keine einzige legale Möglichkeit gibt, das Reisemobil im Ort oder der Nähe davon auch nur abzustellen, obwohl reichlich freie Parkplätze vorhanden waren. Diese sind aber alle für Reisemobile gesperrt. So ist ein Besuch des Örtchens leider nicht möglich und wir sind unverrichteter Dinge wieder gefahren, denn auf  dem Campingplatz einchecken, um dann eine Stunde spazieren zu gehen, ist irgendwie keine Option.

Wir sind dann weiter nach Vila Nova de Milfontes gefahren, wo zwar auch einige Parkplätze für Reisemobile gesperrt sind, was auch völlig ok ist, denn ist gibt andere Plätze auf denen das Parken erlaubt, oder zumindest geduldet ist. Ein freies Übernachten außerhalb der Camping oder offiziellen Stellplätze ist im Süden Portugals generell nicht mehr erlaubt. Es werden sich wohl zu viele Wohnmobilisten daneben benommen haben, dass es so weit gekommen ist. In Vila Nova de Milfontes jedenfalls gibt es einen wunderbaren Ausblick auf den Rio Mira, der dort ins Meer mündet, und die gegenüberliegenden Praia de Furnas.

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Vila Nova de Milfontes mit dem Ausblick auf die Mündung des Rio Mira und die Praia de Furnas

Nach einem kleinen Obstfrühstück ging es dann weiter nach Zambujeiera do Mar wo wir noch einmal den Luxus eine Campingplatzes genießen und eventuell, je nach Wetterlage, auch noch einmal Wäsche waschen wollen. Leider sind hier in der Gegend alle Campingplätze etwas im Landesinneren gelegen und haben somit keinen direkten Strandzugang und auch der schöne Stadtstrand in Zambujeiera do Mar ist zum Surfen eher weniger geeignet, da es doch eine Felsen gibt, deren Position man dann schon sehr genau kennen sollte. Der Weg von etwa einem Kilometer mit dem Surfbrett zum Strand wäre dann ja noch machbar…

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Der Stadtstrand von Zambujeiera do Mar, sehr schön, aber mit den Felsen auch nicht ungefährlich zum Baden oder Surfen

Der Ort Zambujeiera do Mar selbst besticht durch eine kleine Fußgängerzone mit etlichen Restaurants, einer Kapelle direkt auf den Klippen und schönen weiß-bunten Häusern.

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Häuser mit jeweils unterschiedlicher Farbe in Kombination mit Weiß machen den Ortskern von Zambujeiera do Mar aus

Vielleicht finden wir in den nächsten Tagen ja noch Orte und Gelegenheiten zum Surfen, denn besonders Sonja hat noch nicht genug davon bekommen. Besonders nach den hervorragenden Wellen in Peniche am ersten Surftag, kann ich das nur zu gut verstehen.