Surfen am Nikolaustag

Es ist kaum zu glauben, aber wir waren heute morgen tatsächlich zum Nikolaussurfen auf dem Mittelmeer. Die Wellen waren mit etw 2 Metern draußen immer noch recht hoch und brachen auch ziemlich “close out”, also in einer Linie, so dass an das Absurfen “grüner” Wellen nicht wirklich zu denken war. Wir haben beide recht viele Weißwasserwalzen “erwischt” und selbst dabei schon deutlich gemerkt, dass wir an die Grenzen unserer Bretter kommen. So bin ich mit Sonjas Brett besser klargekommen als mit meinem eigenen, und auch dabei sind uns die Dinge aufgefallen, die die Bretter eben nicht leisten. Unsere bisherigen Surfbretter sind eben mehr für Anfänger ausgelegt, d.h. sie verzeihen “falsche” Kantenbelastungen und fahren relativ ungerührt mehr oder weniger geradeaus die Welle hinab. Genau diese Kantenbelastung ist aber notwendig, um in der Welle die Richtung zu verändern. Ein Brett zu haben, das jegliche Steuerversuche ignoriert, ist auf Dauer einfach nicht zielführend, und daher freuen wir uns schon sehr auf unsere neuen Surfbretter, die ja bereits in Euskirchen bei Sonjas Eltern auf uns warten.

Nach einiger Zeit kam die Sonne richtig heraus, und sie hat wirklich spürbar gewärmt. Da die Wassertemperatur allerdings nur 16 Grad betrug, sind wir nach einer Stunde ziemlich durchgefroren aus dem Wasser gegangen und haben uns unter der warmen Dusche aufgewärmt.

Anschließend gab es dann Frühstück, und wir haben teilweise tatsächlich im T-Shirt vor dem Wohnmobil auf den Campingstühlen gesessen. Ungefähr so hatten wir uns ein Überwintern in Spanien vorgestellt. Der Regen der letzten Tage ist damit schon vollständig vergessen, und wir freuen uns auf die nächsten Sonnentage mit Über 20 Grad.

Vom heutigen Tag gibt es keine Bilder, ebenso wie es von mir keine Surffotos gibt, denn Sonja ist irgendwie immer auf dem Wasser, wenn ich auch drauf bin… Sie hat aber versprochen, irgendwann eines zu machen, vielleicht glaubt mir dann auch mal einer, dass ich ab und an auf nem Brett stehe…

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Deshalb einfach noch mal ein altes Bild (2009) von Sonja… ist auch viel schöner anzusehen ;-)…
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…und von vor ein paar Tagen… Die Technik hat sich verbessert (sowohl Sonjas Surftechnik als auch die Fototechnik), das Brett geändert, aber Sonja hübsch wie eh und je…durch meine rosa Brille!

Nach unserem obligatorischen Strandspaziergang haben wir dann noch alte Fotos angeschaut, denn hier haben wir die Zeit dazu, und wir haben beschlossen, nun jeden Abend einige Zeit Bilder anzusehen, denn etwas mehr als 52.000 befinden sich auf dem Rechner, und es kommen ja fast täglich einige – mittlerweile aber deutlich weniger – hinzu.

Strandspaziergang, Büro, Mikrowellensurfen, Sonnenuntergang…

ungefähr so lässt sich unser heutiger Tag zusammenfassen. Denn mit einem 6 Kilometer Strandspaziergang begann unser Tag, dann gab es Frühstück. Anschließend hab ich ein bisschen “Büro” gemacht, denn auch das ist bei solch einer Reise ja hin und wieder notwendig. Rechnungen müssen kontrolliert und Kontostände abgeglichen werden, die Steuererklärung will ebenso vorbereitet, wie die Kosten unserer Reise im Blick behalten werden. Anschließend haben wir etwas gelesen, bzw. Mittagsschlaf gehalten, und dann hat Sonja befunden, dass die Vierzig-Zentimeter-Mittelmeerwelle hoch genug ist,  um von ihr gesurft zu werden, was sich überraschenderweise auch als tatsächlich funktionierend herausgestellt hat. Dazu hilft es sicherlich, dass Sonja schon verdammt gut und vor allem sehr leicht ist.

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Nachmittagssurfsession in Mikrowellen vor bezaubernder Kulisse

Zum Sonnenuntergang sind wir dann noch einmal ein wenig über den Campingplatz gegangen und haben die atemberaubenden Farben des Himmels bewundert.

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Der Himmel sah heute wirklich ziemlich beeindruckend aus.

Anschließend gab es dann Abendessen, wie fast immer drei Gänge: Ein Salat vorab, eine warme Hauptspeise und dann noch ein Nachtisch.

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So sieht unser Zuhause aktuell bei Sonnenuntergang aus, mit frisch geschnittenen Hecken und Bäumen gleich viel aufgeräumter.

Nun ist der Tag schon fast wieder vorbei, und ich frage mich, wie wir die ganzen Aktionen in unserem früheren Leben in einen Tag gepackt haben. OK, alltägliche Dinge, wie Geschirrspülen, Wäsche waschen und trocknen, Wohnung reinigen, Einkaufen usw. nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch, da sowohl unsere Lagermöglichkeiten begrenzt sind, als auch keine eigenen Maschinen zur Verfügung stehen. Selbst mit den Wegen von und zum Waschhaus (Toilette, Zähne putzen, Spülen) kommen am Tag schnell mal 1,5 bis 2 Kilometer Strecke zusammen, die auch etwas Zeit benötigen. Kurzum, es dreht sich alles mehr um die essentiellen Dinge des Lebens. Zudem schlafen wir wirklich viel, da das Leben an der frischen Luft irgendwie anstrengend ist.

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Da Sonja unbedingt auch mal ein Foto von mir auf der Homepage haben wollte (ja ich bin tatsächlich auch dabei!)… hier ist es nun bei unserer abendlichen Campingplatzrunde aufgenommen.

Morgen früh geht es dann mit dem Fahrrad zum Markt von Oliva, um unsere Vorräte wieder aufzustocken und vielleicht noch ein wenig die Stadt anzusehen.

Aktuell werden wir immer wieder gefragt, wie (und wo) wir Weihnachten und Sylvester  verbringen werden, aktueller Stand: Wir wissen es selbst noch nicht, da wir das Ganze vom Wetter und unserer Lust abhängig machen wollen. Zunächst planen wir eine weitere Woche hier zu bleiben, um dann irgendwann mal weiter gen Norden zu fahren. Wann und wie?!? Wir werden sehen…

Die alte Stadt Cartagena und eine lange Fahrt nach Oliva

Nach einer sehr ruhigen und entspannten Nacht in Cartagena haben wir uns aufgemacht, die Stadt zu erkunden. Cartagena soll angeblich 3000 Jahre alt sein, und tatsächlich waren in jedem Loch, das für Bauarbeiten ausgehoben wurde, irgendwelche alten Mauern zu erkennen. Unter anderem gibt es auch ein römisches Bad, aber das kennen wir sowohl von Trier als auch von Zülpich, also für uns nicht sooo besonders, auch wenn die Technik der damaligen Zeit durchaus beeindruckend ist. Die Stadt Cartagena liegt jedenfalls an einem sehr großen Naturhafen und stellt den größten Marinestützpunkt Spaniens am Mittelmeer. Außerdem gibt es eine Universität. Sehr viele wunderschöne Gebäude lassen sich allerdings kaum wirklich bewundern, da die Straßen und Wege so eng sind, dass man nicht genug Abstand gewinnen kann, um diese in voller Pracht oder als Gesamtes zu erfassen und bestaunen.

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Der Blick vom Hafen auf die Stadt Cartagena ist schon beeindruckend. Leider ist das auch der einzige Bereich, wo etwas mehr Platz vor den Gebäuden ist.
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Das Rathaus von Cartagena liegt ebenfalls recht nah am Hafen.

Nach unserem Stadtrundgang, der diesmal nur knapp 12 Kilometer lang war, sind wir in Richtung Norden aufgebrochen. Eigentlich wollten wir nach La Manga del Mar Menor fahren und dort länger Station machen, aber da die riesige Salzwasserlagune vor einigen Wochen (ebenso wie der Max-Eyth-See an unserer vorherigen Spazierrunde in Stuttgart) komplett “umgekippt” ist und alle Fische und Pflanzen gestorben sind, haben wir uns das verkniffen. Auch darauf hat uns Stefan gestern noch aufmerksam gemacht, und wir haben ein wenig weiter nachgelesen und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir uns das nicht antun müssen. Da wir ja bekennende Hasser von Touristenhochburgen sind und weiter nördlich dann Alicante und Benidorm mit den Bettentürmen und absolut zugebauter Küste folgten, sind wir noch weiter bis kurz vor Oliva gefahren. Sonja hat die dreistündige Fahrt hervorragend und ohne Zwischenfälle gemeistert. Unser Bedarf an Sonderaktionen und Abenteuer ist nach den letzten beiden Tagen auch erst einmal gestillt. So kamen wir dann um 16 Uhr in Oliva an und haben auf dem Campingplatz Olé eingecheckt. Anschließend haben wir gegen 17 Uhr unser vermutlich spätestes Frühstück der bisherigen Reise eingenommen.

Unsere Parzelle liegt etwa 50 Meter Luftlinie und ebenso weit zu Fuß vom Meer entfernt, fast direkt hinter der Düne. Hier planen wir,  noch mal ein wenig Urlaub zu machen, denn in Raddistanz gibt es einiges zu entdecken, der Strand ist wunderschön, und es laufen aktuell sogar Wellen, so dass eventuell Wellenreiten möglich sein könnte. Das Wetter soll die nächsten Tage mehrfach die 20°C Marke knacken, und das Wasser ist mit 17°C auch nicht sooo kalt.

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Der Strand direkt am Campingplatz. Wunderschön im Abendlicht, allerdings heute auch windig, und daher fühlten sich die 15°C schon recht kühl an, vielleicht auch wegen unser etwas geringen Nahrungszufuhr bisher…

Aus Sturm und Regen in die Sonne: St(r)andtage in Roquetas de Mar

Bereits gestern sind wir dem Sturm und Regen in Motril entflohen und nach Roquetas de Mar gefahren. Eigentlich wollten wir ja Don Cactus länger Gesellschaft leisten, aber der Sturm und die permanente Angst, von herabfallenden Ästen erschlagen zu werden, haben uns die Entscheidung leicht gemacht. In Roquetas de Mar schien tatsächlich die Sonne, und es war kaum noch Wind zu spüren. Natürlich gingen wir wieder einmal an der Strandpromenade spazieren. Am gestrigen Tag waren es nur etwa 9 Kilometer in Richtung des Stadtzentrums und zurück, wobei wir auch unsere Obstvorräte aufgestockt haben. Die Stadt verfügt neben großen, modernen Einkaufszentren, in denen es alles, was man braucht und noch viel mehr zu kaufen gibt, auch eine kleines älteres Zentrum in der Nähe des Castillos.

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Das Castillo in Roquetas de Mar

Zuerst haben wir auf einem schönen, asphaltierten Wohnmobilstellplatz gestanden. Es kam dann aber ein deutsches Pärchen vorbeispaziert, die uns auf die danebenliegende Bar aufmerksam machten und meinten, an Nachtruhe sei an dieser Stelle nicht zu denken. Da wir ja schon einmal eine solche Warnung ignoriert hatten, waren wir diesmal schlauer und sind  nach dem ersten Spaziergang und vor dem Frühstück noch ein Stück weiter gefahren, denn in der Nähe der Salinen gibt es einen weiteren, noch viel größeren Stellplatz, auch wenn der Boden unbefestigt ist.

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Der Stellplatz in Roquetas de Mar direkt am Strand sah eigentlich super aus, wäre nicht die Bar direkt nebenan… So haben wir nur den Tag über dort geparkt

Nach einem Abendspaziergang und einer längeren Lesesession war der Tag dann beendet. Einen riesigen Vorteil hat die lange Strandpromenade, denn dort sind etwa alle zwei Kilometer kostenlose Toiletten und alle paar hundert Meter Strandduschen vorhanden.

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Den Sonnenaufgang über dem Meer direkt aus unserem Fenster zu genießen… unbezahlbar!

Am heutigen Morgen haben wir zuerst den Sonnenaufgang bestaunt, der wahnsinnig schöne Farben an den Himmel gezaubert hat. Anschließend sind wir die Strandpromenade in die andere Richtung, nämlich nach Aguadulce (ja, einen Ort mit diesem Namen gibt es auch hier), spaziert. Hin und zurück waren das dann immerhin knapp 12 Kilometer Strecke. Dabei ist es uns wirklich warm geworden, und wir hätten am liebsten kurze Hosen angehabt, denn die 17°C Lufttemperatur haben sich in der Sonne und ohne Wind viel wärmer angefühlt.  So entstand dann die verrückte Idee, dass wir doch eben ins Meer springen könnten und anschließend an der Stranddusche duschen, denn das spart uns Wasser, sowie das Austrocknen der Dusche und ist wirklich etwas Besonderes. Der einzige Haken an der Sache war die Wassertemperatur des Meeres, die mit 16°C wirklich als frisch zu bezeichnen ist. Also wurde aus dem hineinspringen eher ein mehr oder weniger kontrolliertes hineingehen, schnell Abtauchen und raus aus dem Wasser. Anschließend waren wir wirklich gut erfrischt, und das kalte Leitungswasser aus der Dusche war tatsächlich deutlich wärmer. Damit hatten wir uns unser Frühstück redlich verdient.

Während des Frühstücks kam eine Dame und pries ihre Zucchini, Tomaten, Paprika und Chilis an. Nun waren unsre Vorräte diesbezüglich aber bereits wieder aufgefüllt… Schlechtes Timing. Bemerkenswert ist, dass die Dame ihre Verkaufsgespräche auf Spanisch, Deutsch und Englisch führte.

Dabei haben wir noch überlegt, wohin die Reise in den nächsten Tagen gehen soll. Nach einem Mittagsschläfchen sind wir noch in den Baumarkt und den Supermarkt spaziert und haben Material für mein “TV-Schrank-Projekt” und Eier gekauft, die wir gestern vergessen hatten. Zurück am Wohnmobil stellten wir fest, dass wir heute etwa 22.000 Schritte gemacht und etwa 19 Kilometer zurückgelegt haben. Nicht schlecht für einen “faulen Tag”.

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Puh sind die hoch! Am Strand stehen in kleinen Gruppen immer wieder Palmen, etwas kitschig, aber uns gefällt es!

Von der Westküste über Luz nach Lagos – mit überraschendem Treffen

Als wir heute morgen an der Praia do Amado aufwachten, konnten wir kaum die anderen Wohnmobile erkennen, so nebelig war es. Anschließend fing es dann sogar an zu tröpfeln… So ein Wetter… OK, als ich dann eine Email von der Mosel bekam, in der unter anderem eine Temperatur von 0 Grad erwähnt wurde, ging es uns doch gleich viel besser, hatten wir doch die 18 Grad Marke in der Nacht nicht unterschritten, und im Auto war es eher zu warm als zu kalt. Da jedenfalls an größere Aktivitäten erst einmal nicht zu denken war, haben wir in aller Ruhe gefrühstückt, etwas gelesen und anschließend beide mit warmem Wasser in unserer wohnmobileigenen Dusche geduscht – Das ist wahrer Luxus.

Anschließend sind wir dann an den Strand gegangen und haben Heike und den anderen Surfern noch einmal bei Ihrem Kurs zugesehen, denn der Nebel hatte sich etwas gelichtet, und es tröpfelte nur noch sehr vereinzelt. Gleichzeitig nutzen wir die Gelegenheit und haben uns verabschiedet, denn wir wollen nun doch die Südküste der Algarve weiter erkunden. Daher fuhren wir zuerst in das kleine Städtchen Luz und spazierten durch den Ort und am Stadtstrand entlang (natürlich nicht ohne auch die Kirche zu besichtigen, aber das kennt Ihr ja bereits von uns…).

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Die Küste unmittelbar an der Stadt Lagos bietet viele Buchten, Sandsteinfelsen und die ein oder andere Höhle.

Recht bald ging es dann schon weiter nach Lagos. Auf dem offiziellen Wohnmobilstellplatz der Stadt stellten wir das Wohnmobil ab und machten uns auf einen unserer Stadtrundgänge. Diesmal war der Rundgang nur etwas über 7 Kilometer lang, denn das Stadtzentrum ist nicht wirklich groß und sehr touristisch. Auch ein Abstecher entlang der beeindruckenden Küste mit ihren Felsformationen, die teilweise Torbögen und Höhlen bilden, war dabei eingeschlossen.

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Die Innenstadt von Lagos ist wirklich sehr hübsch, allerdings auch sehr touristisch. Man findet viele enge Gassen und schöne alte Häuser, die teilweise hervorragend wieder hergerichtet wurden.

In der Innenstadt trafen wir dann völlig überraschend und zufällig Gitta und Uli Luther-Frömel vom Lions Club Fellbach. Eigentlich hat Uli mich gefunden… woran er mich nur erkannt hat… 😉 Gitta ist aktuell die amtierende Präsidentin des Lions Clubs, dem auch ich angehören darf – auch wenn aktuell ziemlich wenig aktiv. Auf diesem Wege herzliche Grüße an die anderen Freunde des Lions Club Fellbach!

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Gitta und Uli, Freunde aus Fellbach, die uns überraschenderweise in der Fußgängerzone von Lagos angesprochen haben… Die Welt ist klein…

Nach dem Stadtrundgang haben wir lediglich noch zu Abend gegessen und die nächsten Tage geplant. OK, zuerst haben wir das Wohnmobil ordentlich durchgelüftet, denn es herrschten im Inneren tropische Temperaturen von weit über 25 Grad, aber das ist viel besser als im deutschen Herbst zu frieren… Natürlich “musste” auch dieser Artikel  noch geschrieben werden. Aber wir sind wirklich froh, dass so viele Menschen mit uns virtuell mitreisen, so dass wir Euch alle auch bestmöglich mit Informationen versorgen wollen. Lasst gerne auch den ein oder anderen Kommentar oder Tipp da, wir freuen uns!

 

Vom “Ende der Welt” mit Zwischenstopp in Santiago nach Pontevedra kurz vor Portugal

Um an den gestrigen Bericht anzuschließen, gehe ich auf die Schräglage unseres Wohnmobils kurz ein, was uns wirklich nicht an einem guten Schlaf gehindert hat, also muss man es mit den Auffahrkeilen nicht so genau nehmen. Nur der Kühlschrank funktioniert besser, wenn er aufrecht steht. Nach einer geruhsamen Nacht mit einem Sternenhimmel mit Millionen Sternen (würde der Trierer sagen!) konnten wir heute Morgen aus unserem Bett den Sonnenaufgang über den Bergen beobachten. In welchem Schlafzimmer kann man gleichzeitig aus den Bett sowohl den Sonnenuntergang als auch den Sonnenaufgang sehen? Einfach genial!

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Der Sonnenaufgang in Fisterra. Sonja schaut zum Kreuz auf.

Die ersten Wanderer oder Pilger waren auch schon wieder unterwegs, um diesen von Finisterre aus zu beobachten. Wir warteten auch nicht lange und spazierten noch zum Leuchtturm und stiegen die Treppen hinab bis ans Wasser. Da war dann wirklich das Ende der Welt und das finale Ende vom Jakobsweg. Bald machten wir auch wieder unseren EU-GO startklar um in die Pilgerstadt Santiago de Compostela aufzubrechen.

Am Abend zuvor hatten wir uns eine günstige Tankstelle gemerkt, wo wir auf dem Rückweg noch einmal volltanken wollten, bevor es nach Portugal geht, wo der Sprit teurer sein soll. Ebenso gab es dort einen riesigen spanischen Supermarkt, den wir einmal auf sein Sortiment testen wollten, nachdem wir davor in einem spanischen Lidl einmal eingekauft hatten. Fazit, die Preise sind fast gleich, doch der Lidl hatte eine deutlich größere Obstauswahl. Danach ging es recht entspannt über wechselnde Autobahnen und Nationalstraßen nach Santiago, wo wir einen Stellplatz suchten. Ein Parkplatz für Busse und Wohnmobile sollte 12 Euro kosten, egal ob für eine oder für 24 Stunden, das lehnte ich allerdings kategorisch ab, weil mir das für 3 Stunden zu parken einfach zu teuer war. Also lotste mich mein Gefühl einen Berg hinauf Richtung Wald, wo Marc über eine App einen kostenlosen Waldparkplatz ausfindig machte, der zu Fuß 25 Minuten von der Innenstadt entfernt war. Zwei französischen Geschwister der Marke Chausson standen bereits auf diesem Platz, und deren Besitzer grüßten freundlich.

Nach unserem Frühstück, was heute dann erst um 14 Uhr stattfand, machten wir uns gegen 15 Uhr auf in die Stadt. Es war wirklich ein Katzensprung, und es war auch wirklich nicht viel los. Von weitem sah man schon die Kathedrale die ganze Stadt im Tal überragen. Von unserem Parkplatz aus lag uns quasi die Stadt zu Füßen. Zuerst besuchten wir eine schöne kleinere Kirche namens San Francisco, welche auf dem Weg lag, bevor wir zur Kathedrale gingen. Der Platz vor der Kathedrale war recht voll von Pilgern, die auf dem Boden saßen und ihre Füße “lüfteten” und sich von ihren Strapazen erholten. Eine nette ruhige Atmosphäre. Die große Enttäuschung kam, als wir in die Kathedrale hineingingen, alles war mit Folie verhüllt wegen Bauarbeiten. Sowohl alle Seitenkapellen, der Altar, einfach alles. Nur den engen Zugang zum heiligen Jakobus hatten sie offen gelassen, damit die Pilger ihn traditionell umarmen können. Dafür musste man Schlage stehen, was wir uns ersparten. Von außen ist die Kathedrale allerdings sehr beeindruckend, ebenfalls die Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde mit ihren Säulengängen und engen Gassen.

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Die Kathedrale von Santiago de Compostela. Auf dem Platz davor viele mehr oder weniger erschöpfte und gezeichnete Pilger.

Die Stimmung war wirklich friedlich und angenehm, ich hatte erwartet, dass die Stadt von Pilgern überlaufen sei. Mit 100.000 Einwohnern ist sie auch überschaubar, so dass wir mit unserer Besichtigung in knapp zwei Stunden schon “durch” waren. Daraufhin beschlossen wir, uns wieder Richtung Meer zu orientieren, Pontevedra, unser nächstes Ziel kurz vor Portugal. Das Wetter war auch heute wieder traumhaft, über 20 Grad und Sonnenschein, so verlängert man sich den Sommer gerne. Die Stadtbesichtigung von Pontevedra steht dann morgen auf dem Programm.

Die Anfahrt hierhin war sehr anstrengend für mich (Sonja), enge Landstraßen, LKWs im Gegenverkehr, so was macht mir “latent” Stress, so dass ich mich auf den nächsten “Urlaub” freue, sprich, ein paar Tage auf einen Campingplatz zu fahren und noch mal von der Fahrerei pausieren. Wir sind jetzt genau eine Woche unterwegs (von unserem franz. Campingplatz in Moliets) und waren jede Nacht und jeden Tag irgendwo anders, wir haben so viel gesehen, dass man es erst mal wieder sacken lassen muss, und wir haben in dieser Woche die ganze spanische Nordküste (inkl. 2 Tage Picos de Europa) abgefahren und unsere Highlights besichtigt. Sehr viele und schöne Eindrücke, die wir in einem “normalen” Jahresurlaub niemals gesammelt hätten! Wir freuen uns jetzt schon auf Portugal, wo wir beide erst zweimal waren, einmal gemeinsam in Porto und jeder einmal alleine. Da wir zu unseren “Luxemburgzeiten” und in Stuttgart (Herr Illi bleibt unvergessen! (Marc)) auch sehr nette Bekanntschaften mit liebenswürdigen Portugiesen im Alltag und als Kollegen gemacht haben, freuen wir uns besonders, dieses Land zu erkunden.