Wellington

Einen ganzen Tag hatten wir Zeit, um die Hauptstadt Neuseelands zu erkunden. Nach unserem ersten durch ein Hotel organisierten Frühstück, freuen wir uns bereits wieder auf die Frühstücke von unserem Jürgen, die sowohl qualitativ als auch mengenmäßig deutlich besser sind. Einigermaßen gestärkt ging es dann auf die Stadtführung, zuerst in Richtung des australischen Kriegsdenkmals, dass noch recht neu und mit Aborigine- und Maorikunst verziert ist.

Das australische Kriegsdenkmal erinnert an die gemeinsamen Kriege und Schlachten, die Australien und Neuseeland miteinander bestritten haben.

Anschließend ging es am Kino von Peter Jackson (Herr der Ringe) und der Hauptfeuerwache von Wellington zum neuseeländischen Nationalmuseum „Te Papa“, dass allerdings wegen eines Branded im städtischen Kraftwerk geschlossen hatte. Allerdings war damit die gähnende Leere in der Feuerwache zu erklären.

Die Bibliothek des Parlaments…

Weiter ging es dann am Hafen entlang zum Parlament.

… ist deutlich hübscher anzusehen als das Abgeordnetenhaus (Bienenkorb, links im Bild) und das Parlament.
Die Standseilbahn brachte uns durch mehrere mit LEDs bunt beleuchtete Tunnel auf den Berg und an den Eingang des botanischen Gartens.

Nach dem Ende der gemeinsamen Stadterkundung am botanischen Garten spazierten Sonja und ich über den Bush Walk den Berg wieder hinunter in die City. Der zweite Versuch „Te Papa“ zu besuchen war dann auch von Erfolg gekrönt und wir verbrachten viel Zeit in den verschiedenen Ausstellungen, die der Natur Neuseelands, den Maori und dem Einfluss der Menschen im Land gewidmet sind. Außerdem ist aktuell eine sehr gute und bedrückende Ausstellung über den Krieg zu sehen, bei denen die Kriegserfahrungen einzelner Personen aufgegriffen werden und anhand dieser die Geschichte erzählt wird. Diese Personen sind als überlebensgroße Figuren zu Beginn jeden Abschnitts zu bewundern und der Grad der Realitätsnähe ist unglaublich, da sogar die feinen Härchen und die Struktur der Haut realistisch nachgebildet wurde.

Eine der überlebensgroßen Figuren in der Kriegsausstellung des „Te Papa“.

Nach der anstrengenden Besichtigung des „Te Papa“ machten wir uns zurück zum Hotel auf, bevor wir am Abend noch einmal in die Stadt aufbrache, um Wasser einzukaufen und zu Abend zu essen.

Ankunft in Auckland (Neuseeland)

Nach 16 Stunden Flug sind wir ziemlich müde und etwas schwankend – ungefähr so wie nach einer Schiffsreise – in Auckland angekommen. Die Flughafenmitarbeiter waren sehr entspannt und freundlich und dass obwohl dank Corona-Virus einiges an Zusatzarbeit zu bewältigen war.

Direkt nach der Einreisekontrolle, bei der sich die Sauberkeit der Schuhe kontrolliert wurde, erwartete uns unser Reiseleiter Jürgen. Das Gepäck wurde im Bus verstaut und wir lernten Michael unsere Fahrer und zweiten Begleiter kennen.

Wirklich beeindruckende Wurzeln bei einem Baum in Auckland

Anschließend fuhr uns Michael das kurze Stück vom Flughafen in die Stadt. Für spazierten wir auf einen der vielen erloschenen Vulkane und verschafften uns von dort oben eine erste Übersicht über die Stadt. Anschließend fuhren wir ein Stück weiter und spazierten dann etwa zwei Stunden lang bis in den Hafen. Dort gab es gleich mehrere Americas Cup Yachten verschiedener Generationen zu sehen.

Blick vom Kraterrand auf die City

In Anschluss fuhren wir in unsere erste Unterkunft, nicht ohne zuvor im Supermarkt das nötigste an Reserveverpflegung einzukaufen. Nach einem kurzen Abendessen und duschen fielen wir sofort ins Bett und schliefen für 10 Stunden wie tot.

Manchmal führt die Fahrt weiter als geplant…

Eigentlich wollten wir nur eine kurze Etappe in Spanien zurücklegen und nach Pálamos fahren. Da die Anzahl der brauchbaren und offenen Stellplätze und Campingplätze aktuell etwas beschränkt ist, da viele im Winter einfach geschlossen sind, hatten wir uns einen geöffneten Campingplatz sowie einen Stellplatz in Pálamos ausgeguckt. Aber weder die Lage, noch die Stadt selbst sagten uns zu, so dass wir kurzentschlossen weitergefahren sind.

Zwischendurch haben wir noch einen obligatorischen Lidl-Einkaufsstop gemacht und sowohl Diesel als auch Gas aufgefüllt. Da wir dann doch etwas länger unterwegs waren, haben wir auch einen Fahrerwechsel gemacht. Nachdem ich durch etliche enge Gassen, die zu allem Überfluss auch noch zugeparkt waren, gefahren war, hat Sonja dann auf dem Lidl-Parkplatz übernommen. Sie hatte dann die teils engen Bergstraßen zu bewältigen, die allerdings kein Vergleich zu denen in den Picos de Europa waren.

img_3428
Dass wir uns so schnell wieder der französischen Grenze nähern würden, hatten wir nicht gedacht…

Wir hatten bereits geplant, als übernächsten Stopp Argelès-sur-Mer anzufahren, was dann irgendwie unser nächster Stopp und der Ort wurde, an dem wir den Jahreswechsel verbracht haben.

Auf der Fahrt durch die Ausläufer der Pyrenäen haben wir zum zweiten Mal auf unserer Tour Schnee gesehen. (Zum ersten Mal war es auf den Gipfeln der Sierra Nevada.) Allerdings Gottseidank nur von Weitem.

Am Silvesterabend haben wir, nachdem wir auf dem total vollen Campingplatz Le Roussillonnais mit Glück einen Platz bekommen haben, noch einen Spaziergang entlang der Strandpromenade in den Hafen gemacht. Nach der langen Sitzerei im Auto tat etwas Bewegung wirklich gut.

img_3432
Fischerboote im Hafen von Argelès-sur-Mer bei Sonnenuntergang.

Schon sobald die Sonne hinter den Bergen verschwunden war, wurde es ziemlich schnell kühl, und die Temperaturen sanken tatsächlich bis auf etwa 5 °C ab. So haben wir uns Überwintern im „Warmen“ nicht wirklich vorgestellt. Leider ist es im Winter wirklich überall auf der Iberischen Halbinsel nicht so richtig warm. Also ein Trugschluss, denn viele Mitteleuropäer meinen, in Spanien sei immer „Sommer“.

Superyachten in Tarragona

Da es im Bericht über die Stadt Tarragona etwas zuviel geworden wäre, habe ich das Thema ausgegliedert. Denn obwohl wir die Stadt Tarragona als Weltkulturerbe besichtigen wollten, waren der Hafen und die darin befindlichen Superyachten ebenfalls extrem interessant. Wir kamen uns allerdings ein bisschen wie in einer anderen Welt vor, denn allein drei der Yachten, die dort lagen, waren über 100 Meter lang. Dabei schreibe ich nicht von Kreuzfahrtschiffen oder Fähren, sondern von Yachten, die Privatpersonen gehören und diese „nur zum Spaß“ und selbst nutzen.

Bei den Recherchen habe ich dann herausgefunden, dass es eine Liste der Top 200 Yachten der Welt gibt und vier der Yachten, die wir heute in Tarragona angetroffen haben, stehen auf dieser Liste:

img_3339
Drei der Superyachten direkt nebeneinander (v.l.n.r: ILLUSION PLUS (88,5 m); I Dynastie (100,80m);  Katara (124,4 m)

Auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckens lag dann noch die Tis:

img_3340
Die Tis, das Schiff das uns optisch am besten gefallen hat, mit 111 Metern Gesamtlänge

Wir haben heute also die Nummer 21, 33, 44 und 77 der Größenrangliste der Superyachten der Welt in einem Hafen gesehen, in dem wir nicht damit gerechnet hätten.

Die beiden größten Yachten haben eine weitere Gemeinsamkeit, sie stammen nämlich aus der Bremer Werft Lürssen. Die Katara hat einen geschätzten Wert von 300 bis 400 Millionen US-Dollar.

Falls ihr nähere Informationen zu den Schiffen haben wollt, habe ich Euch ein paar Artikel verlinkt, bei denen man teilweise auch Details vom Inneren der Schiffe zu Gesicht bekommt:

Katara

Tis (mit Bildern von der Einrichtung und Ausstattung)

I Dynasty

Illusion PLUS ist zu chartern, wer also ein wenig anderen Urlaub machen möchte, kann das machen… die Preise bewegen sich um etwa eine Million US$ – pro Woche 😉

Auf nach Peñíscola

Auch wenn uns der Sonnenuntergang und der heute folgende Sonnenaufgang, den wir direkt durch unsere Frontscheibe genießen konnten, direkt am Strand sehr gut gefallen haben, wir wollten doch weiter gen Norden und die Stadt Peñíscola besuchen. Unsere Abfahrt heute war durchaus spannend, denn unmittelbar hinter dem Campingplatz lief ein Reisfeld über und flutete so die Straße. Direkt vor uns fuhr allerdings ein Kleinwagen durch die Wassermassen, und wir konnten daher erkennen, dass diese nicht tiefer als zehn Zentimeter waren und wagten uns ebenfalls hindurch. Die weitere Fahrt verlief dann über die A7 relativ entspannt, und wir kamen so schon recht früh auf dem Camping Eden in Peñíscola an. Auch wenn das Paradies ziemlich sicher anders aussieht, ist der Platz hier sehr schön, sauber, und das Füttern von Katzen ist ausdrücklich und bei Strafe untersagt (das war in Oliva ja etwas anders).

Schon bei unserer Ankunft zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite und so haben wir unser Frühstück in unseren Campingstühlen vor dem EU-GO zu uns nehmen können und nicht nur das, wir haben tatsächlich am 14. Dezember in T-Shirt und kurzer Hose nicht gefroren! Gestärkt durch Sonjas Superfrühstück sind wir dann an der Promenade zur Halbinsel und der darauf befindlichen Festungsanlage spaziert.

img_3201
Die Halbinsel wirkt wirklich wie aus dem Bilderbuch und im Dezember ist selbst am Wochenende nicht mehr viel los… eigentlich unverständlich

Die Höhenunterschiede lassen sich schon auf dem Bild erahnen, und wenn man dann durch die teils sehr schmalen Gässchen nach oben steigt, wird man mit einer grandiosen Aussicht auf den neueren Teil der Stadt belohnt.

img_3215
Der Ausblick auf beide Stadtstrände und den Hafen (links im Bild) kann sich wirklich sehen lassen

Generell beeindruckt die Sauberkeit und der Erhaltungszustand der Gebäude dieses schmucken Städtchens, zumindest wenn man sich auf den alten, auf der Halbinsel gelegenen Teil bezieht. Denn im neueren Teil der Stadt findet sich schon auch die ein oder andere Bausünde aus den 70er Jahren, allerdings alles nicht so ausgeprägt wie an manch anderem Ort.

img_3205
Auf der Meerseite schließt sich der Leuchtturm direkt an die Festung an.

Der größte Süßwassersee Spaniens, Reisfelder und Karibikfeeling

Heute war es an der Zeit, Valencia zu durchqueren, um ein wenig nördlich davon zur Ruhe zu kommen. Da ist in der Tat wörtlich gemeint, denn die Schnellstraße, die hinter dem Campingplatz vorbeiführt, war nicht unbedingt erholsam. Bevor wir aber gen Norden gestartet sind, haben wir uns zuerst nach Süden in Richtung des Naturschutzgebietes Albufera zu orientieren. Da allerdings wahnsinniger Wind herrschte (mindestens Windstärke 7), haben wir uns nicht sehr weit vom Auto weg bewegt…

img_3171
Der flache Süßwassersee zeigte sich von seiner wilden Seite, mit großen Wellen und ziemlich aufgewühlt und daher braun

Nach der kurzen Besichtigung des Sees und einigen sehr engen Brücken auf dem Weg dorthin, die besonders bei dem starken Seitenwind nicht so einfach zu treffen waren, haben wir unser Frühstück am Strand mit Blick auf das Meer zu uns genommen. Der Weg dorthin führte permanent an Reisfeldern vorbei, die sich hervorragend als Windsurfpisten geeignet hätten. Beim Frühstück konnte man sehr schön den fliegenden Sand beobachten oder sich alternativ auch sandstrahlen lassen, sobald man das Auto verließ.

Danach ging es durch Valencia, über die stylische Brücke L’Assut d’Or noch einmal an den modernen Bauwerken vorbei und Richtung Hafen, bevor wir die Stadt endgültig hinter uns ließen. Dabei waren die Kreisverkehre, die teilweise bis zu acht Spuren hatten, noch einmal spannend, denn die Spanier in Valencia haben es generell eilig, und teilweise erinnerte die Anordnung der Fahrzeuge eher an Mikado als an geordneten Straßenverkehr. Dass ein Fahrzeug mit über sieben Metern Länge, gerade bei Kurven (welch Wortspiel;-)), etwas mehr Platz als ein Fiat Uno benötigt, war einigen Verkehrsteilnehmern zudem irgendwie nicht bewusst. Direkt hinter der Stadt wurde vieles dann wieder deutlich entspannter. Und wir kamen nach einem Lidl-Einkaufsstop gegen 16 Uhr an unserem Campingplatz Malvarossa an und durften nach einem Spaziergang über den Kiesstrand einen traumhaften und wahrhaft kitschigen Sonnenuntergang erleben.

img_3186
Der kitschige Sonnenuntergang am Strand vor dem Camping Malvarossa…

img_3181
… direkt vor unserem EU-GO (rechts im Bild hinter den Büschen in erster Reihe zum Strand)

Die alte Stadt Cartagena und eine lange Fahrt nach Oliva

Nach einer sehr ruhigen und entspannten Nacht in Cartagena haben wir uns aufgemacht, die Stadt zu erkunden. Cartagena soll angeblich 3000 Jahre alt sein, und tatsächlich waren in jedem Loch, das für Bauarbeiten ausgehoben wurde, irgendwelche alten Mauern zu erkennen. Unter anderem gibt es auch ein römisches Bad, aber das kennen wir sowohl von Trier als auch von Zülpich, also für uns nicht sooo besonders, auch wenn die Technik der damaligen Zeit durchaus beeindruckend ist. Die Stadt Cartagena liegt jedenfalls an einem sehr großen Naturhafen und stellt den größten Marinestützpunkt Spaniens am Mittelmeer. Außerdem gibt es eine Universität. Sehr viele wunderschöne Gebäude lassen sich allerdings kaum wirklich bewundern, da die Straßen und Wege so eng sind, dass man nicht genug Abstand gewinnen kann, um diese in voller Pracht oder als Gesamtes zu erfassen und bestaunen.

img_2759
Der Blick vom Hafen auf die Stadt Cartagena ist schon beeindruckend. Leider ist das auch der einzige Bereich, wo etwas mehr Platz vor den Gebäuden ist.

img_2773
Das Rathaus von Cartagena liegt ebenfalls recht nah am Hafen.

Nach unserem Stadtrundgang, der diesmal nur knapp 12 Kilometer lang war, sind wir in Richtung Norden aufgebrochen. Eigentlich wollten wir nach La Manga del Mar Menor fahren und dort länger Station machen, aber da die riesige Salzwasserlagune vor einigen Wochen (ebenso wie der Max-Eyth-See an unserer vorherigen Spazierrunde in Stuttgart) komplett „umgekippt“ ist und alle Fische und Pflanzen gestorben sind, haben wir uns das verkniffen. Auch darauf hat uns Stefan gestern noch aufmerksam gemacht, und wir haben ein wenig weiter nachgelesen und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir uns das nicht antun müssen. Da wir ja bekennende Hasser von Touristenhochburgen sind und weiter nördlich dann Alicante und Benidorm mit den Bettentürmen und absolut zugebauter Küste folgten, sind wir noch weiter bis kurz vor Oliva gefahren. Sonja hat die dreistündige Fahrt hervorragend und ohne Zwischenfälle gemeistert. Unser Bedarf an Sonderaktionen und Abenteuer ist nach den letzten beiden Tagen auch erst einmal gestillt. So kamen wir dann um 16 Uhr in Oliva an und haben auf dem Campingplatz Olé eingecheckt. Anschließend haben wir gegen 17 Uhr unser vermutlich spätestes Frühstück der bisherigen Reise eingenommen.

Unsere Parzelle liegt etwa 50 Meter Luftlinie und ebenso weit zu Fuß vom Meer entfernt, fast direkt hinter der Düne. Hier planen wir,  noch mal ein wenig Urlaub zu machen, denn in Raddistanz gibt es einiges zu entdecken, der Strand ist wunderschön, und es laufen aktuell sogar Wellen, so dass eventuell Wellenreiten möglich sein könnte. Das Wetter soll die nächsten Tage mehrfach die 20°C Marke knacken, und das Wasser ist mit 17°C auch nicht sooo kalt.

img_2787
Der Strand direkt am Campingplatz. Wunderschön im Abendlicht, allerdings heute auch windig, und daher fühlten sich die 15°C schon recht kühl an, vielleicht auch wegen unser etwas geringen Nahrungszufuhr bisher…