Ein typischer Tag am Campingplatz… fast

Heute früh war das Wetter schon sehr gut, so dass Sonja beschloss, eine Runde am Strand laufen zu gehen. Parallel dazu habe ich dann eine weitere Waschmaschinenladung gewaschen und aufgehängt. Parallel noch mit den Gärtnern verhandelt, die hier die Hecken und Bäume schneiden, dass die das um unsere Parzelle herum vor bzw. nach dem Trocknen der Wäsche erledigen. Nach der ersten Schneideaktion habe ich dann noch schnell die Äste weggeräumt, damit nicht irgendein netter spanischer Landschaftsgärtner an der aufgehängten Wäsche entlang aufräumen muss, und damit die Waschaktion hinfällig wäre. Ich musste dabei unweigerlich an eine Gegebenheit aus meiner frühesten Kindheit denken, die sich aber in mein Hirn irgendwo ganz tief eingebrannt haben muss: Meine Eltern waren mit mir (damals 2 oder 3 Jahre alt) in Italien im Urlaub, und immer wenn meine Mutter Wäsche zum Trocknen auf die Leine gehängt hatte, pflegten die netten Menschen dort, eben unter der besagten Leine Rasen zu mähen. Keine Ahnung, warum ich mich an solch einen Blödsinn erinnere, aber außer dieser Szene ist mir nur das rostige Geländer an der Treppe zum Strand in Erinnerung geblieben, das ich auf gar keinen Fall anfassen durfte…

Als die Wäsche hier und heute dann auf der Leine hing, sind Sonja und ich eine Runde (ok, eher auf und ab) am Strand spaziert, natürlich nicht, ohne vorher in der näheren Umgebung unseres EU-GOs die Hinterlassenschaften der Hunde und Katzen wegzuräumen, die den gesamten Platz selbstverständlich als Toilette benutzen. Die Besitzer der Tiere interessiert das nur teilweise, denn wie immer fallen die, die ordnungsgemäß hinter ihrem Tier aufräumen, nicht auf.

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Strandspaziergang bei deutlich über 20°C und kaum Wind, daher heute auch in kurzen Hosen

Für mich das absolute Highlight war dann die Nachbarin, die sich über so viele Katzen auf dem Platz beschwerte, gleichzeitig aber auch meinte, dass sie diese selbstverständlich regelmäßig füttern und das ja auch richtig Geld kosten würde. Als ich ihr dann versuchte nahezubringen, dass die Katzen sich durch ihr mehr als reichliches Futterangebot wohl eher noch mehr vermehren würden, bzw. noch weitere Katzen angelockt werden, wiegelte sie ab, dass sei ja nicht das Problem. Die Katzen, die nun mal schon da wären, dürften aber doch nicht verhungern, und sie hätte noch nie eine Maus oder Ratte hier gesehen, so dass das ohne Ihr Futter ganz sicher eintreten würde. Da müsste “man” sich anderweitig drum kümmern. Irgendjemand sollte die halt einschläfern lassen oder zumindest kastrieren. Manchmal frage ich mich schon, wie Menschen mit dem Intellekt eines Weißbrotes so alt werden konnten, aber nett und freundlich ist sie, die Nachbarin, und vielleicht war sie früher auch mal besonders hübsch?!?… Ich musste unweigerlich an den Evolutionsökologen Prof. Dr. K. P. Sauer aus Bonn denken, bei dem ich Montag morgens um 8 Uhr die ein oder andere Vorlesung  an der Uni genießen durfte. Ich meine mich zu erinnern, dass Nahrungsangebot und Evolution  irgendwie zusammenhängen, aber wahrscheinlich habe ich einfach keine Ahnung von Katzenevolution.

Bevor ich noch ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln bekommen habe, bin ich dann mit Sonja (die sich geschickterweise im EU-GO dem Gespräch entzogen hatte) erneut eine Runde strandspazieren gegangen, und wir haben – wie die Kinder – einen Ball zwischen uns hin- und her geworfen und dabei den Abstand immer weiter vergrößert. Ging noch ganz gut…

So geht also ein ganz normaler unnormaler Tag auf dem Campingplatz zu Ende, und wir haben eigentlich nichts besonderes unternommen. Auf das von Sonja immer wieder  gezauberte leckere Essen gehe ich jetzt nicht explizit ein, aber natürlich ist dieses “Zaubern” ganz schön zeitintensiv, und ich weiß das sehr zu schätzen!

Die ersten Kilometer am Mittelmeer entlang (LaLínea – Sotogrande – Estepona)

Nach einer fast ruhigen, aber sehr kalten Nacht bei unter 10 °C sind wir entlang der Mittelmeerküste gen Osten gefahren. In der Nacht haben nur einige Hunde und Hähne unseren Schlaf geringfügig gestört. Mittlerweile haben wir uns wohl schon fast an das ständige Gekläffe gewöhnt, das uns praktisch seit der Einreise nach Portugal begleitet. Hunde gibt es immer mehr, nicht aufgehobene Hundesch… auch und Besitzer, die ihre Tiere absolut nicht unter Kontrolle haben ebenfalls. Leider sind viele Menschen wohl auch deshalb im Wohnmobil unterwegs, damit sie ihre Tiere mit in Urlaub nehmen können. So haben wir schon mehr Volumen Hund in kleinen Kastenwagen bestaunen dürfen, als Menschen… Und das nennt sich dann Tierliebe, ok, jedem das Seine… Aber egal, jedenfalls war es in der Nacht sehr kalt, so kalt, dass das campingplatzeigene Pfauenpärchen die Hälse ganz eingezogen hatte und aus kleinen Augen in Richtung der Gäste schaute. Die Menschen, die im Zelt unterwegs waren, waren irgendwie schon sehr früh auf den Beinen, haben sie doch auch nicht mit solch winterlichen Temperaturen gerechnet.

Wir sind dann auch recht bald aufgebrochen und an den Strand nach Sotogrande gefahren, wo wir unsere Frühstückspause verbringen und noch ein wenig am Strand spazieren gehen wollten. Tatsächlich entpuppte sich der Ort als ein sehr nobler Ferienort mit einer riesigen Marina und farbenfrohen Häuschen. Die Luxusyachten, die teilweise dort lagen, waren ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Da mittlerweile die Sonne herausgekommen war, fühlten sich die angeblich 15 °C auch deutlich wärmer an und im Windschatten saßen mache Menschen schon mit T-Shirts und kurzen Hosen in der Sonne. Wir haben das gute Wetter natürlich ebenfalls genossen und vor allem die Tatsache, dass es wenig bis keinen Wind gab. Das waren wir von der Atlantikseite in den letzten Wochen ganz anders gewöhnt.

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Die Marina von Sotogrande mit den farbenfrohen Häusern und den Kleinstyachen. An anderen Stellen der Marina lagen deutlich größere Yachten, dann sieht man aber von den Häusern nichts mehr 😉

Nach dem kleinen Spaziergang, der dann doch wieder einige Kilometer weit war, gab es lecker Frühstück mit Blick auf die nächste Marina, denn wir sind noch bis Estepona weitergefahren und haben dort einen – wie wir dachten – sehr ruhigen Parkplatz gefunden. Nach einem kurzen Mittagsschläfchen sind wir dann an der wahnsinnig langen Strandpromenade von Estepona entlangspaziert. Diese Promenade reicht tatsächlich bis Málaga und bildet einen Teil eines großen Rundwanderweges (GR 249). Wir sind nur einige Kilometer auf und ab spaziert, und das Ganze hat sich so lange hingezogen, bis die Sonne unterging. Dafür sah die Promenade im Sonnenuntergang auch noch einmal besonders prächtig aus.

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Die Promenade von Estepona… mit Palmen und meiner tollen Frau

Als wir dann zum EU-GO zurückgekehrt waren, haben wir lecker zu Abend gegessen und uns schlafen gelegt. Zuvor haben wir beschlossen, dass wir Málaga und Marbella links (in Wirklichkeit rechts) liegen lassen und daran vorbei fahren wollen, denn beide Städte hatten wir vor einigen Jahren schon besucht, und sie sind uns nicht in bester Erinnerung geblieben. Außerdem sind die Innenstädte nur bedingt wohnmobiltauglich. Den Campingplatz “Don Cactus” haben wir uns als nächstes Ziel ausgeguckt. Einen Zwischenstopp planen wir in Nerja einzulegen.