Viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit Menschen und dem Alltag in Sri Lanka – Teil III

Gestern Nachmittag gingen wir wie gewohnt zum Strand, um uns zur Abkühlung in die Fluten zu stürzen und etwas zu schwimmen. Da Sonntag war, waren viele Einheimische am Strand. Ebenfalls eine Gruppe junger Studenten, die aus dem Binnenland einen Tagesausflug ans Meer gemacht haben und sich im Wasser, aufgeteilt in zwei Mannschaften, immer mehrere kleine Kokosnüsse, noch in ihren weichen Schalen steckten, zuwarfen.

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Die kleine Insel liegt unmittelbar vor unserem Strandzugang in Weligama und dort gehen wir zweimal am Tag schwimmen.

Sie hatten riesig Spaß dabei, und einmal kam eine Nuss in unsere Nähe geflogen, etwas weiter draußen, wo sie nicht mehr stehen konnten. Schon war es passiert und wurden mit in das Spiel einbezogen. Nun kamen auf einmal alle Kokosnüsse in unsere Richtung geflogen, und wir hatten Mühe, sie immer wieder einzusammeln und zurückzuwerfen, zumal wir die einzigen Schwimmer zu sein schienen. Die anderen standen alle knietief im Wasser. Nach einiger Zeit begannen Marc und ich mit drei Kokosnüssen zu jonglieren, und die Leute jubelten uns zu und applaudierten. Einige wollten es dann auch probieren und ließen es sich zeigen. So war aus unserer Schwimmaktion eine lustige Spielnummer geworden, die erst kurz vor dem Einbruch der Dunkelheit endete. Zur Erinnerung machten die jungen Leute noch ein Erinnerungsfoto mit uns am Strand und wir kamen mit einigen von ihnen ins Gespräch. Mal wieder eine schöne Erfahrung mit netten Menschen.

Heute Morgen kam die kleine Tochter des Vermieters auf mich zugelaufen und zeigte mir eine kleine rote mir unbekannte Frucht, die sie genüsslich aß. Daraufhin zeigte sie mir mit ihrem Vater, wo sie diese gepflückt hatten. Vom Baum des Nachbars. Da die Früchte recht hoch hingen und er zufällig draußen in seinem Garten war, bat er uns, in seinen Garten zu kommen und die Früchte zu probieren. Marc und ich aßen eine dieser Früchte mit großem Genuss, sie schmeckte nur leicht süßlich und hatte weißes Fruchtfleisch. Danach zeigte er uns noch weiter tolle Pflanzen in seinem Garten, u.a. einen Grapefruitbaum mit riesigen Blättern, einen Avocadobaum und diverse Kokospalmen. Für uns fühlte es sich an wie im Paradies, da wir so eine Vegetation nicht gewohnt sind. Mal wieder hat sich die Gastfreundlichkeit der Menschen in Sri Lanka bestätigt. Überall wird man mit offener Tür empfangen, die Leute sind behilflich und immer gut gelaunt. Es macht ihnen Freude, Fremden ihr Land näher zu bringen.

In Portugal gen Osten (Lagos – Alvor -Portimão – Vilamoura – Faro)

Nach einer ruhigen Nacht in Lagos sind wir rechtzeitig losgefahren und bereits gegen 10 Uhr am Strand von Alvor entlang spaziert und haben dort die wirklich beeindruckenden Felsformationen angesehen. Die Uhrzeit war sehr gut, denn es herrschte Ebbe, und so kamen wir auch in die nächsten Buchten trockenen Fußes hinein. Das Meer hat im Laufe der Zeit nicht nur Höhlen oder einzeln stehende Felsen ausgewaschen, sondern auch mehrere Torbögen. Auch wenn die Sandsteinfelsen recht stabil aussehen, sollte man vorsichtig sein, denn an mehreren Stellen war zu erkennen, wie die Erosion ganz praktisch vonstatten geht. Und damit aus Erosion nicht Evolution wird, haben wir zumindest versucht, uns so weit es ging von den Felsen fernzuhalten oder zumindest die Aufenthaltszeit im potentiellen Einsturzbereich gering zu halten.

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beeindruckende Sandsteinfelsen am Strand von Alvor, bei Ebbe auch trockenen Fußes zu besichtigen. Sonja ist auch auf dem Bild, so sind die Dimensionen abzuschätzen…
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Die Bögen haben schon beeindruckende Ausmaße und sehen aus, wie auf den Stand gestellt

Im Anschluss sind wir nach Portimão weitergefahren und haben unseren EU-GO am LIDL-Parkplatz abgestellt, denn die LIDL-Supermärkte haben in Portugal recht häufig spezielle Parkplätze für Reisemobile, auf denen man sogar übernachten darf. Wir haben allerdings nur einen Stadtrundgang durch diese – nun ja – architektonische weniger reizvolle Stadt gemacht (sie ist einfach grottenhässlich mit ein paar schönen Stränden und viel Touristensouvenirläden), bevor wir natürlich dann beim LIDL auch unsere Vorräte wieder aufgefüllt haben. Der fast acht Kilometer lange Rundgang war dann auch noch ungeplant anstrengend, da das Thermometer die 25 Gradmarke deutlich überschritt und das bei mehr als 80% Luftfeuchtigkeit.  Die meisten Leser werden nun in Deutschland bei Regen und Temperaturen unter 10 °C sitzen und sich denken: „Wie gerne würden wir jetzt schwitzen“.  So ist das eben… Das Wetter ist nie richtig 😉

Weiter ging es über Amação de Pêra, wo wir an der Küste mit Blick aufs Meer eine kurze Pause zum Frühstücken einlegten, bis nach Vilamoura. In Vilamoura trifft sich alles, was Geld hat (oder zumindest gerne so tun möchte, als ob…). Wenn die Yachtgröße für Monaco nicht gereicht hat, kann man hier den „tollen Hecht“ spielen. Entsprechend laufen um die Marina auch viele besonders coole, teils stark gealterte Machos und ebensoviele oder mehr aufgespritzt und gestraffte (ehemalige) Schönheiten und lassen sich in den Restaurants und Bars kulinarisch verwöhnen, um den ehemaligen Astralkörper noch etwas weiter vom Idealzustand zu entfernen. Wer etwas Authentisches sucht, ist in Vilamoura sicherlich nicht richtig. Ein bisschen Kitsch mit Phantasialandatmosphäre passt dann schon eher… Wir waren froh, wieder weiterfahren zu dürfen.

Allerdings haben wir, als wir gerade den Motor wieder gestartet hatten, eine Nachricht von einer ehemaligen Kollegin – der lieben Stefanie – bekommen, dass sie nebst ihrem Gatten ebenfalls in Vilamoura angekommen ist, um es sich noch einen Tag im Hotel richtig gut gehen zu lassen, bevor es dann wieder zurück nach Stuttgart geht. Selbstverständlich sind wir dann noch zu Ihrem Hotel gefahren, was mit unserem „Kleinwagen“ durchaus sportlich war. Wir haben dann einfach mitten im Wendehammer vor dem Hotel geparkt und uns kurz mit den beiden getroffen. Die Hotelangestellten waren völlig entspannt… Wenn die Polizei käme, sollten wir einfach sagen, dass wir zum Hotel gehören, dann wäre das schon ok…

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Ein weiteres Wiedersehen, diesmal mit meiner (Marc) lieben Ex-Kollegin Stefanie

So jedenfalls hat der Abend mit einem weiteren Wiedersehen seinen Abschluss gefunden, wobei nicht ganz, denn wir sind ja noch bis Faro gefahren, um dort zu nächtigen. Auf dem Weg dorthin haben wir noch Orangen eingekauft, für die diese Region berühmt ist, und Sonja hat dann abends noch eine Jongliereinlage hingelegt.

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Sonja jongliert im EU-GO mit den riesigen Orangen aus Albufeira, natürlich ohne Unfall…