Von Agadir über Marrakesch nach Casablanca

Heute haben wir unmittelbar nach dem Frühstück vor allem „Kilometer gemacht“, denn wir wurden von Agadir über Marrakesch nach Casablanca gebracht. Das entspricht einer Fahrt von etwa 500 Kilometern. Selbst bei den hervorragend ausgebauten marokkanischen Autobahnen geht dabei verdammt viel Zeit ins Land.

Ziegen in den Bäumen, die damit die schmackhaften Früchte erreichen, aus denen das berühmte Arganöl gewonnen wird.

Da außerdem den deutschen Reisenden ja immer Gelegenheit gegeben werden muss die – ohnehin überflüssigen Pfunde – noch weiter auszubauen, ist mindestens eine weitere Stunde zur Nahrungsaufnahme in der Mittagszeit notwendig. Das ist der Preis den es für eine Gruppenreise zu zahlen gilt. Meist gelingt es uns eine Alternativprogramm zu finden, denn das inkludierte Frühstück und Abendessen in Kombination mit unseren selbst zusammengestellten Lunchpaketen, reichen uns völlig aus. Aber „jeder Jeck ist anders“. Die heutige Mittagspause fand in Marrakesch statt und von der Terrasse hatte man einen guten Blick über die Altstadt.

Teppichweber bei der Arbeit. Im Vordergrund wird das Garn auf die Spulen gewickelt.

Nachdem wir diesen Ausblick ausreichend genossen hatten, haben wir uns mit den Teppichwebern im Erdgeschoss des Hauses unterhalten und auch einiges über die Herstellung der verschiedenen Teppiche, die charakteristisch für die jeweiligen Regionen sind, erfahren. Positiv ist uns dabei aufgefallen, dass die Begeisterung für die Kultur und Herstellungsverfahren nicht nachließ als klar war, dass wir nichts kaufen würden. Es war einfach ein nettes Gespräch. Überhaupt sind die Verkäufer hier im Land bislang sehr zurückhaltend, ganz anders als wir es in Ägypten, der Türkei oder gar Tunesien erlebt haben.

Die riesige römisch-katholische Kirche in Casablanca nicht weit von unserem Hotel entfernt. Allerdings ist sie wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Die Weiterfahrt ging dann langsam wieder bergab und die Landschaft wurde deutlich grüner, nachdem am Vormittag unterschiedliche Braun- und Grautöne vorherrschten. Es regnete sogar recht ausgiebig. Als wir – bereits im Dunklen – in Casablanca ankamen war es aber wieder trocken und die Temperaturen deutlich milder. Nach dem Abendessen gingen wir dann noch kurz aus dem Hotel, auf einen kleinen Verdauungsspaziergang. Dabei fanden wir dann auch die Kirche wieder, auf der wir auf der Hinfahrt vorbei gekommen waren.

Regentag – mal eine etwas andere Erfahrung

Bislang haben wir auf unserer Reise wirklich wahnsinniges Glück mit dem Wetter gehabt. Teilweise auch, weil wir vor dem schlechten Wetter weggefahren sind. Heute nun war der erste der fünf angekündigten Regentage und tatsächlich hat es schon am Morgen wie aus Eimern geschüttet. Die Wege des Campingplatzes standen teilweise bis zu zehn Zentimeter unter Wasser. Unser Platz liegt etwas erhöht und wir mussten uns daher keine Sorgen um den EU-GO machen. Einige der Camper mit Vorzelt haben aber in ihren Zelten „Land unter“ melden müssen.

Tatsächlich sprach die Vorhersage von durchgängigem Regen, wir hatten aber Glück und etwa zwei Stunden über den Tag verteilt ließ der Regen nach oder hörte sogar ganz auf. Wir nutzten die Gelegenheit um die Duschen oder Toiletten aufzusuchen oder den Abwasch zu erledigen. Wenn es regnet nutzen wir unsere bordinterne Toilette, denn es ist deutlich weniger Arbeit diese alle zwei Tage zu leeren, als die nassen Klamotten aufzuhängen und den ins Auto getragenen Dreck zu beseitigen.

Die Toilette an Bord des EU-GO unterscheidet sich von einem zuhause installierten WC eigentlich nur unwesentlich. Man benutzt sie ebenso wie „daheim“ und nach dem Geschäft spült man wie gewöhnlich ab. Der Unterschied ist, dass das Wasser nicht aus der Leitung, sondern aus dem Wassertank des Fahrzeugs kommt und daher von einer Elektropumpe befördert wird. Das Resultat des Geschäftes wandert in eine Fäkalienkassette, eine rundherum angedichtete Kunststoffbox, die bei Benutzung der Toilette durch einen Schieber an der Unterseite der Toiletttenschüssel geöffnet und nach dem Spülen wieder verschlossen wird. Die Fäkalienkassette kann durch Aufschrauben eines Deckels und drücken eines Ventils sehr leicht und hygienisch entleert werden, ohne das man mit den Resten direkt in Kontakt kommt. Damit diese noch angenehmer zu handeln sind und der Geruch angenehm frisch bleibt, füllt man in die Kassette nach der Entleerung Toilettenchemie (75 ml) und etwas Frischwasser (etwa 1,5l) zu. Daher auch die Bezeichnung Chemietoilette.

Natürlich haben wir heute in den Regenpausen auch mehrmals Abstecher zum Strand gemacht, allerdings haben wir auf längere Spaziergänge verzichtet, denn das Glück wollten wir dann doch nicht herausfordern und tatsächlich begann nach einiger Zeit der Regen erneut.

Das in den letzten Tagen so ruhige Meer war heute nicht mehr wiederzukennen, denn es war aufgewühlt und schaumig. Die Wellen waren deutlich über einem Meter hoch und sehr chaotisch.

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Das Meer war heute nicht mehr so ruhig wie in den letzten Tagen, auch der Himmel zeigt deutlich, dass Sturm und Regen immer nur für einige Zeit pausiert haben.

Wir haben dann heute endlich einmal sehr viel gelesen und viel miteinander gesprochen, was wir sonst während unserer Spaziergänge zu tun pflegen. Dabei sind sowohl aktuelle Beobachtungen, wie auch Zukunftspläne ganz oft Themen. Wobei sich die Zukunft sowohl auf den unmittelbaren weiteren Verlauf unserer Karrierewende.de bezieht, aber auch Themen wie den späteren Wohnsitz oder berufliche Optionen einschließt. Uns ja, wir haben uns immer noch etwas zu erzählen und nein, es wird uns nicht langweilig. 😉

Wenn es denn trocken war, konnte man auch die Weihnachtsbeleuchtung der Nachbarn genießen (und ja, sie haben tatsächlich einen Teppich über „ihr“ ganzen Grundstück gezogen, immerhin sind sie aber auch von September bis April hier):

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Weihnachtsbeleuchtung am Vorzelt von Campingplatznachbarn, die allerdings deutlich länger hier bleiben als wir. 

Es ist Zeit DANKE zu sagen, für so viel Interesse! 5000 Besucher!

Nun sind wir gerade einmal zwei Monate unterwegs und die Resonanz ist umwerfend!

Für die statistikinteressierten Menschen noch ein paar Zahlen:

  • bislang hatten wir über 15.000 Seitenaufrufe
  • von 5000 Besuchern (also ruft jeder Besucher im Schnitt drei Seiten auf)
  • 38.000 geschrieben Worte in bislang 95 Artikeln
  • 265 Menschen, die unserem Blog folgen

Wir sind jedenfalls sehr überrascht, denn mit einer solchen Resonanz für einen Blog, der eigentlich eher dazu gedacht war ein paar interessierte Menschen bezüglich unserer Reise auf dem Laufenden zu halten, hatten wir nicht gerechnet. Schreibt uns gerne an, lasst Kommentare da und gebt uns Tips bezüglich neuer Lokationen in der Umgebung in der wir uns aktuell befinden… Wir freuen uns!

Die Zugriffszahlen nach Ländern aus denen Karrierewende.de aufgerufen wurde und die jeweilige Anzahl der Aufrufe… Wirklich interessant wo die Menschen sich alle so aufhalten 😉

Deutschland,12448
Luxemburg,660
Schweiz,520
Frankreich,236
Vereinigte Staaten,207
Österreich,202
Italien,89
Niederlande,75
Schweden,70
Vereinigtes Königreich,69
Norwegen,62
Portugal,48
Belgien,46
Kroatien,43
Dänemark,43
Australien,38
Europäische Union,37
Spanien,34
Russland,26
Irland,19
Griechenland,14
Türkei,12
Polen,11
Albanien,9
Kanada,8
Tansania,7
Philippinen,6
Israel,5
Rumänien,5
Südafrika,5
Slowakei,4
Monaco,3
Tschechische Republik,2
Vereinigte Arabische Emirate,2
Island,1
Malta,1
Vietnam,1
Zypern,1
Katar,1
Thailand,1
Malediven,1
Slowenien,1
Dominikanische Republik,1
Neuseeland,1
Sri Lanka,1
Liechtenstein,1
Brasilien,1
Chile,1

Von Zambujeira do Mar über 5 Strände und Cabo de Sao Vicente bis Sagres

In Zambujeira do Mar haben wir einen Tag Pause eingelegt, um noch einmal zu waschen und vor allem Zeit zu haben, die Wäsche zu trocknen. Wir sind dann nur ein wenig spazieren gewesen und haben unter anderem den wunderschönen Sonnenuntergang genossen.

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Mit (m)einer schönen Frau wird ein schöner Sonnenuntergang an einem schönen Strand noch mal so schön 😉
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Die Klippen von Zambujeira do Mar fallen direkt zum Strand ab

Am nächsten Tag sind wir dann an weiteren schönen Stränden bis zum südwestlichsten Punkt Europas, das Cabo São Vicente gefahren. Für alle Interessierten und Insider: Wir haben die Strände Arifana, Bodeira, Praia do Amado und die beiden Stadtstrände von Sagres Paria do Mareta und Tonel. Selbst surfen waren wir, wegen des starken Windes und der damit verbundenen recht kühlen Temperaturen, nicht. Aber anderen Surfern zuschauen macht ja auch Spaß. Und an der Praia do Arifana wäre kaum noch Platz für uns gewesen, denn dort waren gefühlt hunderte Surfer, vor allem Anfänger, im Wasser.

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Praia Bodeira, ein weiter Sandstrand mit tollen Wellen (und leider auch sehr viel Wind) 

Zwischenzeitlich waren wir dann natürlich auch am Cabo de Sao Vicente und haben den Blick nach Amerika schweifen lassen. Die letzte Bratwurst vor Amerika konnten wir nicht mehr vertilgen, da der Betreiber des Standes diesen für dieses Saison schon geschlossen hatte.

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Der Leuchtturm am Cabo de São Vincent, einer der hellsten der Welt und der lichtstärkste Europas der der Schifffahrt auch heute noch eine wichtige Orientierung ist. Sein Licht ist bis zu 60 Kilometer weit zu sehen.

Anschließend sind wir in Sagres noch zum Fortaleza spaziert und anschließend haben wir auf dem zugehörigen Stellplatz genächtigt. Auch wenn sich der Tag nach wenig Action anhört, die Zufahrten zu den einzelnen Stränden und auch die Nationalstraßen sind teilweise wirklich herausfordernd zu fahren, zumal wenn man mit einem 2,40 Meter breiten Fahrzeug unterwegs ist und die Straßen teilweise unwesentlich breiter sind. Auf unserer gesamten Tour vergeht bisher kaum ein Tag, an dem wir nicht um die 10 Kilometer zu Fuß zurückgelegt haben. Das ist als Ausgleich zum Autofahren auch unbedingt nötig und so herrlich entspannend. 😉

Weiter der Küste der unaussprechlichen Namen entlang: Porto Covo, Vila Nova de Milfontes und Zambujeiera do Mar

Mittwoch früh war es sehr windig und wolkenverhangen, so dass wir schon recht bald losgefahren sind, der Küste gen Süden folgend. Wobei wir uns nicht ganz an der Küste entlang bewegen, da die Küstenstraße noch abenteuerlicher zu fahren ist, als die anderen Straßen, die teilweise hohe Verwerfungen, Löcher oder provisorische Flickstellen aufweisen. Manchmal fehlt auch schlicht die Hälfte der Fahrbahn. Das ist besonders interessant, wenn ein LKW entgegen kommt. Daher bekommt der Begriff „vorausschauendes Fahren“ hier noch eine weitreichendere Bedeutung. Der Ort Porto Covo ist zum Beispiel so wohnmobilunfreundlich, das es keine einzige legale Möglichkeit gibt, das Reisemobil im Ort oder der Nähe davon auch nur abzustellen, obwohl reichlich freie Parkplätze vorhanden waren. Diese sind aber alle für Reisemobile gesperrt. So ist ein Besuch des Örtchens leider nicht möglich und wir sind unverrichteter Dinge wieder gefahren, denn auf  dem Campingplatz einchecken, um dann eine Stunde spazieren zu gehen, ist irgendwie keine Option.

Wir sind dann weiter nach Vila Nova de Milfontes gefahren, wo zwar auch einige Parkplätze für Reisemobile gesperrt sind, was auch völlig ok ist, denn ist gibt andere Plätze auf denen das Parken erlaubt, oder zumindest geduldet ist. Ein freies Übernachten außerhalb der Camping oder offiziellen Stellplätze ist im Süden Portugals generell nicht mehr erlaubt. Es werden sich wohl zu viele Wohnmobilisten daneben benommen haben, dass es so weit gekommen ist. In Vila Nova de Milfontes jedenfalls gibt es einen wunderbaren Ausblick auf den Rio Mira, der dort ins Meer mündet, und die gegenüberliegenden Praia de Furnas.

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Vila Nova de Milfontes mit dem Ausblick auf die Mündung des Rio Mira und die Praia de Furnas

Nach einem kleinen Obstfrühstück ging es dann weiter nach Zambujeiera do Mar wo wir noch einmal den Luxus eine Campingplatzes genießen und eventuell, je nach Wetterlage, auch noch einmal Wäsche waschen wollen. Leider sind hier in der Gegend alle Campingplätze etwas im Landesinneren gelegen und haben somit keinen direkten Strandzugang und auch der schöne Stadtstrand in Zambujeiera do Mar ist zum Surfen eher weniger geeignet, da es doch eine Felsen gibt, deren Position man dann schon sehr genau kennen sollte. Der Weg von etwa einem Kilometer mit dem Surfbrett zum Strand wäre dann ja noch machbar…

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Der Stadtstrand von Zambujeiera do Mar, sehr schön, aber mit den Felsen auch nicht ungefährlich zum Baden oder Surfen

Der Ort Zambujeiera do Mar selbst besticht durch eine kleine Fußgängerzone mit etlichen Restaurants, einer Kapelle direkt auf den Klippen und schönen weiß-bunten Häusern.

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Häuser mit jeweils unterschiedlicher Farbe in Kombination mit Weiß machen den Ortskern von Zambujeiera do Mar aus

Vielleicht finden wir in den nächsten Tagen ja noch Orte und Gelegenheiten zum Surfen, denn besonders Sonja hat noch nicht genug davon bekommen. Besonders nach den hervorragenden Wellen in Peniche am ersten Surftag, kann ich das nur zu gut verstehen.

An Lissabon vorbei über den Tejo nach Alcacér do Sal und Vila Nova de Santo André – puh was für Namen

Gottseidank sind nicht alle Dinge so schwierig, wie die portugiesischen Namen für mich. Ich kann sie mir einfach sehr schlecht merken… Aber der Reihe nach:

Nach dem anstrengenden Tag Montag in Lissabon und Cascais ging es dann heute weiter Richtung Süden. Zuerst haben wir aber beide das wieder vorhandene Wasser auf dem Campingplatz genutzt und noch einmal geduscht. Anschließend die übliche Abfahrtroutine mit Stufenkeilen einpacken und säubern, Wäscheleine einpacken, Innenraum fahrfertig machen, Ver- und Entsorgen. Alles zusammen dauert eben so seine Zeit.

Unser primäres Ziel für den heutigen Tag war vor allem die Stadt Lissabon hinter uns zu lassen und den Tejo zu überqueren und das ohne auf eine Fähre, eine Autobahn oder eine mautpflichtigen Straße zu kommen. Es ist uns, auch dank unseres Navigationssystems, geglückt und so konnten wir nach etwa dreistündiger Fahrt unsere Frühstückspause in Alcacér do Sal machen. Dort haben wir dann auch einen Rundgang durch das Städtchen mit den weißen Häusern und den vielen Storchennestern gemacht. Besonders  die Kirche, die innen komplett mit den typischen blauen Kacheln verziert ist, hat es uns angetan und muss keinen Vergleich mit den Kirchen Lissabons scheuen.  Der Ort Alcacér do Sal leistet sich den Luxus einer eigenen, wirklich langen  Fußgängerbrücke, so dass man auf der einen Seite des Flusses in die Stadt, auf der anderen zurück gehen kann. Überhaupt wird für Besucher einiges geboten, so stehen ausreichend Parkplätze und kostenlose und saubere öffentliche Toiletten bereit. Wenn das nur immer so wäre… Zum Abschluss hat sich dann doch noch ein Quotenstorch  gezeigt, bevor wir weitergefahren sind (bestimmt auch vom Touristenoffice extra angeheuert, dass er nicht wegfliegt).

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Alcacér do Sal, eine kleines Städtchen, das es sich anzusehen lohnt

Als Backup hätten wir in Alcacér do Sal auch übernachten können, da wir aber sehr gut durchgekommen sind, haben wir uns entschlossen die weitere Stunde bis Vila Nova de Santo André in Angriff zu nehmen und dort am Meer und gleichzeitig an der Lagune unsere Nacht zu verbringen.

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Der Holzsteg führt am Sandstrand von Vila Nova de Santo André entlang zur Lagune. Diese ist links im Bild zu sehen, das offene Meer rechts.

Entlang der „Surferküste“ Portugals (Nazaré – São Martinho do Porto)

Nachdem wir in Praia de Mira mit wunderbar rauschenden Wellen übernachtet hatten, sind wir nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort bald weitergefahren, denn es hat die gesamte Nacht und auch den folgenden Vormittag geregnet bis auf die halbe Stunde unseres Spaziergangs nicht. Die Fahrt anschließend ging wieder über sehr kleine Straßen und Brücken, die mit dem Gewicht und der Größe unseres EU-GO an ihren Grenzen waren. Unser Zwischenziel war dann Nazaré, die Hochburg der Big Wave Surfer der Welt. Die Wellen, die wir dort vorfanden, waren zwar mit etwa 2 Metern Höhe nicht klein, aber nicht mit den über 20 Meter hohen Brechern zu vergleichen, die nach manchem Herbst und Wintersturm am Leuchtturm der Stadt zu bestaunen sind. Immerhin hatte der Regen wieder aufgehört und wir konnten ein wenig am Strand und durch den Hafen spazieren. Uns beiden war Nazaré allerdings selbst jetzt noch zu überlaufen und zu touristisch. Noch dazu dürfen im gesamten oberen Stadtteil, der mit dem Leuchtturm und den älteren Gassen besonders interessant ist, Wohnmobile nicht einmal halten. Vermutlich nicht ohne Grund, denn die Straßen sind wirklich eng und die Touristen sind sich selbst jetzt im Oktober noch gegenseitig auf die Füße getreten, also nicht wirklich das, was wir so mögen.

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Der Strand von Nazaré

Unten in der Stadt am Strand war es deutlich ruhiger und die Leuchtfeuer der Hafeneinfahrt sind auch ganz nett anzusehen und bilden einen schönen Kontrast zu dem blauen Himmel, dem Strand und dem Grau der Wellenbrecher.

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Das Leuchtfeuer der Hafeneinfahrt von Nazaré

Nach unserer Frühstückspause – wie so oft gegen 15 Uhr – fuhren wir dann weiter nach São Marinho do Porto, ein wesentlich beschaulicheres Städtchen mit sehr netter Architektur und einem Sandstrand, der sich entlang einer exakt halbkreisförmigen Bucht zieht. Dort sind wir dann natürlich den Strand auf und ab spaziert und haben auch die Geschäfte und Lokale angesehen, für einen Sonntag war es gut gefüllt, aber eben nicht so überlaufen wie in Nazaré. Zudem war vor Ort noch ein Stellplatz mit festem Untergrund zu finden, denn es sollte die gesamte Nacht regnen und wir wollten doch gerne demnächst weiter fahren, ohne das Auto zuvor aus dem Schlamm oder Sand zu buddeln. Die Regenintensität in der Nacht hat uns dann auch Recht gegeben. Der Blick aus dem Wohnmobil direkt auf den Strand war noch ein zusätzliches Highlight, das wir natürlich gerne „in Kauf nahmen“. Pünktlich zu unserem Morgenspaziergang entlang der Bucht war es allerdings wieder trocken und begann erst mit unserer Abfahrt erneut zu regnen – optimales Timing.

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Ein hübsches Gebäude, direkt am Sandstrand von São Martiño do Porto