Surfen – Teil 2

Wie ja schon von Marc angekündigt, widme ich mich erneut meinem Lieblingsthema, dem Wellenreiten (Wenn er diese Ankündigung nicht gemacht hätte, gäbe es diesen Artikel heute sicher nicht, denn meist, wenn Marc abends die Artikel schreibt, bin ich dabei, das Abendessen zu zaubern. Und da dies immer frisch zubereitet wird, erfordert dies doch einen zeitlichen Aufwand, der nicht unerheblich ist. Da Kochen jedoch eines meiner liebsten Hobbys ist, investiere ich diese Zeit gerne: Am Ende steht ja dann auch ein großer “Genuss”auf dem Tisch, zumindest meistens!)

Da wir unsere Campingplatzauswahl immer so treffen, dass man fußläufig den Strand erreichen kann und am besten auch noch gute Wellenbedingungen hat, was man vorher jedoch nie so richtig weiß, ist es nicht immer leicht, einen solchen zu finden, der auch noch preislich akzeptabel ist. Jetzt haben wir es 500 Meter weit, was man mit dem Surfbrett locker zu Fuß zurücklegen kann.

Gestern Morgen bin ich zunächst zum Strand gejoggt, um zu schauen, ob es sich lohnt, mit den Surfbrettern zum Strand zu gehen. Die Entscheidung war schnell getroffen, denn es war absolut windstill, und es lief eine kleine saubere Welle an den Strand. Für Marc wäre sie wahrscheinlich etwas zu klein, meinte ich zu ihm, denn für ihn müssen die Wellen mehr Schubkraft haben als für mich. Dennoch entschied er sich mitzukommen. Als wir ankamen, sahen die Wellen noch besser und größer aus, und mit unseren Neoprenmützen wurde uns auch nicht kalt. So hielten wir es tatsächlich über eine Stunde im Wasser aus. Die Wellen brachen immer sehr dicht am Strand, so dass man die Wellen nie weit absurfen konnte, da man sonst die Finnen in den Sand gerammt hätte, und man musste die Wellen auch immer direkt schräg anpaddeln, da man sonst zu schnell am Strand gelandet wäre. In diesen kleinen steilen Wellen lässt sich das “Aufstehen”, der Takeoff, nach dem Anpaddeln immer sehr gut üben, da er sehr schnell erfolgen muss. Und da man nie weit surfen kann, wiederholt man diese Bewegung einfach ziemlich oft, so dass man den Bewegungsablauf irgendwann automatisiert. Verglichen ist es mit stupidem Tonleiterspielen beim Klavierüben, so habe ich es empfunden. In dieser einen Stunde haben wir so viele Wellen erwischt, wie wir es uns niemals erträumt hätten. Fast jede angepaddelte Welle haben wir erwischt. Die Stimmung war mystisch, der Himmel leicht grau, dunkle Wolken vor der Bergkulisse hinter unserem Campingplatz, was man vom Wasser aus gut sehen konnte. Hinten rechts von unserer Wasserperspektive aus (also südlich) am Horizont das Atlasgebirge von Marokko und vor uns ein Strand und das Meer für uns alleine. Die Surfsession hatte sich für uns so richtig gelohnt, denn auch Marc hat sogar mit meinem kleineren Brett tolle Wellen erwischt. Da ich ja schon zehn Jahre längere Surferfahrung hinter mir habe, kann ich behaupten, dass er dieses Jahr (genau wie ich!) enorme Fortschritte gemacht hat im Gegensatz zu den Jahren davor. Kein Wunder, denn sonst stehen wir jedes Jahr nur 10 Tage auf dem Brett, und dieses Jahr schon mehrere Wochen immer mal wieder.

Heute Morgen war ich dann erneut auf dem Wasser. Die Bedingungen waren nicht so gut, Marc fühlte sich nicht fit, von daher hat er mich nur als “Trainer” und Fotograf begleitet. So kann ich mir dann auch immer mal meine Technik und Haltung anschauen.

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Eine kleine hüfthohe Welle, die ich im grünen Bereich (das Weißwasser, also der brechende Teil, ist hinter mir!) backside (ich mit dem Rücken zur Welle) absurfe

Da wir beide nun an die Grenzen unserer bisherigen Bretter gestoßen sind, haben wir uns heute nach langer Überlegung zwei neue Bretter im Internet bestellt. Diese werden leider nach Deutschland geliefert, so dass wir diese erst im nächsten Jahr testen können. So lange steigt dann eben die Vorfreude. Unsere bisherigen Bretter haben ein recht großes Volumen, was für Anfänger und Fortgeschrittene gut geeignet ist, weil sie gut anzupaddeln sind, und man somit die Wellen leichter bekommt. Mittlerweile haben wir soviel Übung, dass wir mit kleinerem Volumen auskommen, und wir somit ein etwas “spritzigeres” Brett surfen könnten. Bei unserem Ausflug nach Tarifa haben wir uns ja wieder intensiv mit den verschiedensten Brettarten-und Größen auseinandergesetzt, dass wir endlich die für uns passenden Modelle gefunden haben. Wir freuen uns jetzt schon darauf, die neuen Bretter nächstes Jahr testen zu können.

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Zufrieden nach einer erfolgreichen Surfsession

Und das wird mein neues Brett ein Torq Hybrid 6″4′:

und auf dieses Torq Funboard 7″6′ darf Marc sich freuen:

Kleiner Exkurs – Wellenreiten, meine große Liebe 💕

Wie Marc ja schon angekündigt hatte, werde ich kurz mal etwas über mein “geliebtes Surfen” berichten. Auch heute war ich mal wieder für eine halbe Stunde im Wasser, auch wenn die Bedingungen alles andere als gut waren. Die Surfprofis sagen, man lernt immer dazu, egal wie schlecht die Bedingungen sind, vielleicht sogar noch besser als in guten Bedingungen. Denn man muss viel schneller reagieren, da die Wellen entweder aus verschiedenen Richtungen kommen oder sich unmittelbar hinter einem aufbauen, während man in guten Bedingungen die Wellen schon aus der Ferne anrollen sieht und sich dementsprechend darauf vorbereiten kann. Kurz vorab für die Laien unter euch:

Die Surfer sind durch eine “Leine”, der Leash, mit dem Brett verbunden, damit man das Brett nicht verliert, wenn man stürzt. Befestigt ist diese Leash am Fußgelenk des hinteren Fußes. Sie Surfer paddeln auf dem Brett liegend aufs Meer hinaus hinter die Linie, wo die Wellen brechen und dann in Form von großen Weißwasserwalzen zum Strand zu laufen.  Dort setzt man sich auf sein Brett und wartet auf die entsprechende Welle, die man surfen möchte. Wenn man sie ankommen sieht, legt man sicher wieder auf das Brett mit der Spitze ich Richtung Strand und beginnt wie ein Irrer zu paddeln, um Geschwindigkeit aufzubauen. Wenn einen dann die Welle von hinten einholt und das Brett leicht anhebt, paddelt man noch zwei weitere Schläge, stützt sich auf die Hände, platziert auf dem Brett in Höhe links und rechts neben der Brust, und springt mit Schwung auf beide Beine, dann sollte man die Welle erwischt haben, wenn man alles richtig gemacht hat. Ziel des Surfers ist es, die Welle noch im grünen Bereich zu surfen, also kurz vor dem “Zusammenbrechen”, vor dem “weiß werden”. In diesem Bereich der Welle ist die Welle stabil. Mit den Kanten des Bretts kann der Surfer an der Wellenwand entlang gleiten. Je länger, desto besser und schöner. Dafür braucht man eine gute Wellenkenntnis und Erfahrung über Entstehung und Entwicklung einer Welle. Keine Welle ist jemals gleich wie die vorherige. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür. Wellen brechen auf Sand, auf Stein und auf Riffen, wir bevorzugen Sand, da es ungefährlicher ist. Allerdings sind die Wellen über Riffen und Felsen sauberer, da der Sandboden sich immer wieder verändert, und sich die Sandbänke, auf denen die Wellen brechen, sich verschieben. Vor 23 Jahren habe ich das erste Mal auf dem Brett gestanden, da war ich 18. Seitdem lässt mich meine Leidenschaft für das Surfen nicht mehr los, und ich kann nicht genug bekommen, denn das Gefühl, mit dem Brett über das Wasser vor einer Welle zu “schweben”, ist einfach unbeschreiblich. Es hat ein bisschen etwas von Schwerelosigkeit, die man durch Bewegung des Bretts beeinflussen kann. Wie von Geisterhand geschoben, fühlt man sich, als würde man über das Wasser schweben. Wenn man dann völlig erschöpft aus dem Wasser kommt, fühlt man sich wie neu geboren. Man war eine Zeitlang fernab des Alltags, eins mit sich, dem Brett und dem Meer. Wer dieses Gefühl einmal erlebt hat, kann nicht mehr genug davon kriegen. Das verstehen nur die Menschen, die “es” erlebt haben. Mein Bruder Daniel ist unter anderem auch einer von “denen”.

Beeindruckend ist das Surfen besonders am Atlantik abends, wenn die Sonne über dem Meer untergeht, und wenn sie von hinten durch die Wellen scheint und diese grün leuchten lässt. Gekrönt wird das ganze, wenn durch die Wellen dann noch kleine Fischschwärme schwimmen (oder man sogar Delfine am Horizont sieht!). Da man beim Paddeln auf dem Surfbrett liegt, schwimmen die Fische quasi wie in einem Aquarium über einem……unglaublich!

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abends nach einer Surfsession in Moliets-Plage

Jedes Jahr fahren wir zwei Wochen zum Wellenreiten nach Moliets-Plage, wo wir ca. 10 Tage surfen. Das ist eine recht kurze Zeit, um wirkliche Fortschritte zu machen. Bisher habe ich auf unserer Reise so viele Tage wie nie zuvor in meinem Leben auf dem Brett gestanden, und ich merke, dass ich von Tag zu Tag besser werde. Abends schauen wir uns manchmal auf YouTube Videos über Surftechniken an, die ich dann nachts verarbeite um am nächsten Tag trainiere. Es klappt wirklicht, diese Art des Lernens. Verinnerlichen, darüber schlafen und MACHEN!

Jetzt scheinen sowohl Marc als auch ich an die Grenzen unserer Bretter gestoßen zu sein. Wir merken mittlerweile, dass unsere Kannten nicht wirklich greifen. Bei nächster Gelegenheit versuchen wir einmal, andere Bretter zu testen. Ich bin gespannt auf die weiteren Fortschritte und wünsche mir noch mal ein paar bessere Wellen als jene vom Wind verblasene, wie ich sie heute und die letzten Tage hatte. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Mit welcher Leichtigkeit Kelly Slater hier an der grünen Wellenwand entlang gleitet – einfach genial

 

Besichtigung von Rota mit dem Fahrrad, Haushalt

Heute war, nachdem gestern das Auto gewaschen wurde, unsere Wäsche an der Reihe und wir nutzten das sonnige Wetter für eine Waschmaschine und das anschließende Trocknen der Wäsche auf der Leine. Vor allem für unsere Bettwäsche benötigen wir dann schon einiges an Platz. Nachdem also die Waschmaschine gelaufen war, wir gefrühstückt und die Wäsche aufgehängt hatten, machten wir uns mit den Fahrrädern auf in Richtung Rota. Direkt am Ausgang des Campingplatzes begann eine Schotterstraße, die auch schon ein heftiges Waschbrettmuster aufwies, was zum Radfahren eher weniger angenehm ist, aber immerhin einen Bezug zu unserer Haupttätigkeit am heutigen Tage aufwies. Wir waren allerdings sehr froh nach etwas mehr als einem Kilometer wieder Asphalt unter den Reifen zu haben. Nach etwa 7 Kilometern erreichten wir die ersten Ausläufer der Stadt und einige sehr schöne Strände, die windgeschützt in der Bucht liegen. Die 19 °C fühlten sich in der Sonne und ohne Wind deutlich wärmer an. An den Stränden entlang fuhren wir dann bis zum Hafen, um dann einen Abstecher in die Altstadt zu machen. Es dürfte wenige Rathäuser geben, die in älteren Mauern untergebracht sind, wie das von Rota.

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Platz mit Kirche und Rathaus von Rota (Ja, das was aussieht wie eine Festung ist das Rathaus, zumindest heutzutage)

Vom Hauptstrand der Stadt Rota kann man auch die Stadt Cádiz und deren Militärhafen recht gut sehen, der nur einige Kilometer Luftlinie entfernt liegt.

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Einer der Strände von Rota, davor die Strandpromenade und im Hintergrund die Stadt Cádiz 

Der Rückweg war wegen des heftigen Gegenwindes, den wir auf der Hinfahrt als angenehmes leichtes Lüftchen von hinten wahrgenommen hatten, dann doch ganz schön anstrengend. Und die Waschbrettpiste zum Abschluss tat ihr übriges.

Nach der Fahrradtour ging es dann daran die Wäsche abzuhängen und wieder zu verstauen, das Bett zu beziehen und im Prinzip ähnliche Dinge im “Haushalt” zu erledigen wie in einer gewöhnlichen Wohnung, nur dass unsere Wohnung eben vier Räder hat.

Sonja nutze das gute Wetter für eine weitere Surfsession, während ich lediglich etwas gelesen haben.

SUPen (Stand-Up-Paddeln) in Salema

Heute haben wir den kostenlosen Shuttle Service des Campingplatzes in Anspruch genommen und haben uns mit Stand-Up-Paddelboard und Wellenreiter zum Strand fahren lassen, denn das Material den Kilometer entlang der Straße zu tragen, war irgendwie keine Option.

Wir haben ja aufblasbare SUPs dabei, die sich ganz gut transportieren lassen, allerdings ist das Aufpumpen schon fast so viel Sport wie das paddeln selber, denn der notwendige Druck von etwa 1 Bar will erst einmal erzeugt werden und für unsere Bretter bedeutet das etwa 600 Pumpenhübe mit der Luftpumpe. Daher haben wir heute auch nur ein SUP mitgenommen und uns abgewechselt.

Am Strand angekommen schob sich die Wolkendecke beiseite und wir hatten strahlenden Sonnenschein. Die Wellen brachen allerdings direkt auf den Strand, so dass Wellenreiten nicht möglich war. Für das SUPen waren die Bedingungen aber wirklich nett und die Perspektive vom Brett auf den Strand zu schauen, ist einfach doch noch einmal etwas anderes. Die recht hohe Dünung machte das Gleichgewichthalten auf dem Brett allerdings dennoch recht schwierig. Sonja hat das mit Ihrem Leichtgewicht deutlich besser hinbekommen als ich, was neben mangelnder Geschicklichkeit vielleicht auch am höheren Schwerpunkt liegt. Solange man nichts lange im Wasser war und die Sonne schien, waren die 20 Grad Lufttemperatur und 16°C Wasser gut zu ertragen, allerdings war ein längerer Aufenthalt im nassen Element doch recht frisch. Daher waren wir auch beide froh, als wir auf dem Campingplatz die heiße Dusche genießen konnten.

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Sonja auf dem SUP
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Der Strand und die Klippen von Salema, eine Welle kurz vor dem Brechen und Sonja auf dem SUP im Gegenlicht
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Zumindest getragen habe ich das Brett auch 😉 Nee ich war auch eine Runde paddelnd unterwegs, es gibt aber keine Beweisfotos…

Nach unserem SUP Ausflug waren wir beide ordentlich geschafft und das Material wollte ja auch noch entsandet und wieder verstaut werden, was für Sonja immer eine Kletteraktion auf dem Dach unseres EU-GO bedeutet, wohingegen ich lediglich von unten das Material angebe oder die Gurte festzurre… Auch das ist nicht etwa meiner Faulheit, sondern dem höheren Gewicht geschuldet, denn das Dach des Reisemobils mag keine größere Gewichte an einer Stelle, sonst gibt es nämlich Beulen.

Peniche: World Surf League Wettkampf 2. und 3. Tag und selbst surfen

Da das Wetter in Peniche dann doch deutlich besser wurde, sind wir noch zwei weitere Tage dort geblieben und haben den Morgen begonnen, indem wir selbst surfen gegangen sind. Nach der warmen Dusche, die nach 17 Grad Wassertemperatur besonders angenehm war, und unserem relativ frühen Frühstück sind wir dann noch (Donnerstag zweimalig, Freitag einmalig) zum Supertubos und den Profisurfern gepilgert. Was wir dort zu sehen bekamen, war wirklich sehr imposant, und ich konnte weiter üben, gute Fotos von Surfern zu machen… mittlerweile klappt das – wie ich finde – ganz gut.

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Surflegende Kelly Slater – heute nicht nur als Pappkamerad – sondern höchst selbst und vollkonzentriert vor seinem ersten Auftritt. Netterweise ist er direkt vor die Linse und etwa 2 Meter an mir vorbeigelaufen.
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Kelly Slater beim “Take Off” – dem Start des Abreitens einer Welle
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Auch mit solchen Situationen muss man als Profi klarkommen… da kommt einem plötzlich ein Tube entgegen. Kelly hat es mit Bravour gelöst und eine der höchsten Punktzahlen des Freitags dafür bekommen – Am Sonntag hat es ihm leider nicht geholfen
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Es geht auch “einfach mal” nur eine grüne Wand entlang, hier der Turn unten in der Welle (bottom turn), bevor es wieder nach oben zu einem weiteren Manöver oder Sprung geht.

Natürlich gab es neben der Legende Kelly Slater auch viele andere gute Surfer, so auch den amtierenden Weltmeister und führenden der Gesamtwertung in diesem Jahr Gabriel Medina. Allerdings sind  am Sonntag, nachdem Samstag wegen schlechten Wetters keine Wettkämpfe stattfanden, sowohl Kelly Slater (USA) als auch Gabriel Medina (Brasilien) in der nächsten Runde (der Top 16) aus dem Wettkampf geflogen. Nur der aktuell zweite der Wertung für die Weltmeisterschaft Filipe Toledo (Brasilien) konnte sich in seinem Heat durchsetzen und so wichtige Punkte sammeln. Selbiges gelang auch Jordy Smith (Südafrika), dem aktuell drittplatzierten, so dass der Herr Medina es sich nicht zu gemütlich machen sollte. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass Kelly Slater in der Weltcupwertung auf Platz 13 liegt. Und auch wenn er am Freitag einen überragenden Heat gezeigt hat, war am Sonntag dann leider Schluss.

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Gabriel Medina auf einer kleineren Welle, aber auch aus diesen das Optimale herauszuholen, war in Peniche die Herausforderung, denn an einem Sandstrand brechen die Wellen nicht so planbar, wie z.B. an einem Riff.

Wir haben jedenfalls Stunden den Profis und auch am anderen Surfstrand immer wieder den unbekannten, aber teilweise ebenso hervorragenden Surfern zugesehen. Nebenbei habe ich noch eine Schulklasse glücklich gemacht, da ich Ihr Klassenfoto aufgenommen und dann per Email versendet habe.

Weiter in Portugals Norden und “Hausarbeit” (Belinho – Esposende – Vila Chã)

Die Nacht auf dem Campingplatz Belinho war sehr ruhig und erholsam, nur das Meer hat man wieder deutlich rauschen hören. Der Vorteil auf einem echten Campingplatz zu stehen war vor allen Dingen die Dusche mit “unbegrenzt” warmem Wasser, die wir beide sehr genossen haben. Auch die Tatsache, dass man die Duschkabine auf dem Platz – im Gegensatz zu unserer eingebauten Dusche – nicht austrocknen musste, war wirklich luxuriös. Auch Ver- und Entsorgen war demnach nicht notwendig, und wir fuhren sehr entspannt an den Strand nach Esposende. Dort schauten wir einer Surfschule zu, die tatsächlich auch im Oktober noch mehrere Kunden hatte. Im Anschluss gab es im EU-GO den berühmten Obstsalat, bevor wir dann weiter auf den nächsten Campingplatz in Vila Chã fuhren.

Die Fahrtstrecke war auch insgesamt nicht sehr weit, führte aber zu etwa 60% über Kopfsteinpflaster und zusätzlich, teilweise gleichzeitig, durch enge Ortschaften mit hohen Mauern. Dazu kommt noch, dass die Portugiesen (nur die, die an diesem Tag zufällig in unserer Nähe waren selbstverständlich) entweder ein sehr hohes Gottvertrauen haben, oder Fahrzeuge jenseits der Größe eines Fiat Pinto schlicht nicht einschätzen können. Die Fahrmanöver, die wir an diesem Tag erlebten, waren jedenfalls recht abenteuerlich.

Der Grund, warum wir den Campingplatz in Vila Chã anfuhren, war unter anderem, dass gutes Wetter angesagt war, der Campingplatz über eine Waschmaschine verfügen sollte (im Gegensatz zu dem in Belinho) und wir schlicht einmal waschen und nicht Autofahren wollten. Daher planten wir von Anfang an zwei Übernachtungen ein, denn am Nachmittag, als wir ankamen, war es zu knapp zum Waschen, bzw. dass die Wäsche auch wieder trocken wurde. Die angekündigte Waschmaschine erfüllte dann auch alle Erwartungen, denn es handelte sich um  eine hervorragende Industriewaschmaschine, die in sehr kurzer Zeit ein hervorragendes Waschergebnis erzielt. Selbst das Waschmittel dosiert dieses Wunderwerk der Technik vollautomatisch (und im Preis von 5 € inklusive) hinzu. Oft haben wir unsere Wäsche auch in einer Waschschüssel von Hand gewaschen, aber diesmal waren auch einige Hand- und Badetücher, sowie die Bettwäsche “fällig”, so dass sich die 7 kg Trommel auch fast vollständig füllte.

Während die Waschmaschine lief, gingen wir an den Strand, um den Fischern zuzusehen, wie sie mit Ihrem Fang nach Hause kamen. Aber wohl wegen der recht aufgewühlten See, war nicht viel zu sehen, außer den Booten und den Fischerhütten, sowie einzelnen Fischern und ihren Frauen, die Netze flickten.

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Der Strand von Vila Chã mit Fischerbooten und Fischerhütten

Im Anschluss stand dann das Wäscheaufhängen an und anschließend “Fahrzeugpflege”, denn auch der EU-GO wollte mal wieder gereinigt werden und die Teerspritzer, die wir uns irgendwo unterwegs eingefangen haben, ließen diese Arbeit deutlich länger dauern als ursprünglich geplant. Diese erwiesen sich als sehr hartnäckig und auch die Versiegelung, die die sonstige Reinigung deutlich beschleunigte, hat dabei weniger geholfen. Nun strahlt unser Reisemobil aber wieder in vollem Glanz und ist bereit für die nächsten Touren.

Natürlich gingen wir noch einige Male zwischendurch an den Strand spazieren und der Himmel war erneut strahlend blau (und windig war es ebenso…):

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San Sebastian – Deba – Zierbena

Da wir die Stadtbesichtigung in San Sebastian ja bereits am Vorabend gemacht hatten, konnten wir am Dienstag ausschlafen und uns ganz in Ruhe entlang der Küste weiter gen Westen bewegen. Die Straße verlief teils hinter den Bergen etwas im Landesinneren, teils auch direkt an der Küste.

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Über Getaria ging es dann nach Deba, wo wir einen kurzen Stop einlegten, um den schönen Strand und die kleinen Wellen aus der Nähe zu begutachten. Auf dem Parkplatz mit Blick auf den Strand waren etliche deutsche Surfer in ihren teils wirklich alten Mobilen zugegen.

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Der Strand in Deba
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Der EU-GO und zwei Surferinnen

Nach diesem Stop ging es dann weiter in Richtung Bilbao. Zwischendurch wurde der EU-GO noch einmal vollgetankt, denn Sonja hatte eine unglaublich günstige Tankstelle erspäht. Auch wenn die Zufahrt dank des sehr steilen Rampenwinkels nur an zweien der vier Zapfsäulen überhaupt möglich war, ohne dass wir aufsetzten, der Preis war fast 30 Cent pro Liter günstiger als noch in Frankreich und immerhin 10 Cent günstiger als die meisten anderen Tankstellen, an denen wir vorbeifuhren. Als wir in Bilbao versuchten, noch einmal ans Wasser zu kommen und die Autobahn zu vermeiden, wären wir fast auf  eine Fähre gefahren, also erst die nächste Möglichkeit wieder… So hat es uns nach Zierbena verschlagen, und hier änderte sich dann auch das Wetter ziemlich deutlich, denn der Wind frischte auf und Regenwolken zogen über uns hinweg.

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Der Strand “La Arena”, wirklich hübsch: mit harmlosen, kleinen Wellen, was sich am Abend allerdings änderte

Die Basken verstehen es, den frontón, den Platz mit einer dazugehörigen Schlagwand aus Beton, auf dem Pelota gespielt wird, mit dem Glauben zu verbinden, indem sie in Zierbena die Wände gleich kombinieren:

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Kirche mit Schlagwand für das Rückschlagspiel Pelota
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Der Surfsport ist im Baskenland überall gegenwärtig (hier an der Wartehalle direkt neben der Kirche mit der Pelota-Wand in Zierbena); Sonja mit surfboardtragendem Rotkehlchen