Im Lockdown in Neuseeland

Wir haben schon einige Tage nichts mehr geschrieben und das hatte einen guten Grund: Wir haben schlicht nichts interessantes unternommen.

Schöner Pilz in einem Vorgarten…

In Neuseeland wird die Covid-19-Bedrohung sehr ernst genommen und daher sind jegliche nicht absolut notwendigen Autofahrten, das weitere Entfernen von der Unterkunft (mit dem Fahrrad bis zu 10km, zu Fuß maximal drei Kilometer) und jegliche Treffen von mehr als zwei Personen (es sei denn sie leben in einem Haushalt) untersagt. Auch alle Geschäfte und Dienstleister sind geschlossen. Lediglich Apotheken, Arztpraxen und Supermärkten dürfen geöffnet sein. Auch alle internationalen Flüge wurden unterbrochen, da die Bewegung der Menschen zum Flughafen als zu großes Risiko eingestuft wurde. Damit wurde durch die neuseeländische Regierung auch die bereits vom Auswärtigen Amt organisierten Rückholflüge unmöglich. Lediglich ein Lufthansaflug der schon gelandet war, durfte ausnahmsweise noch starten. Damit war aber, bis auf die wenigen glücklichen Menschen, die an Bord dieses einen Flugzeugs waren, jegliche Rückreisemöglichkeit erneut unmöglich geworden.

Bereits zuvor hatte, noch bevor es von der Regierung Neuseelands oder der Vereinigten Arabischen Emirate empfohlen wurde, unsere Fluggesellschaft „Emirates“ alle Flüge ersatzlos und ohne jegliche Begründung gestrichen. Eigentlich wären wir noch regulär aus Neuseeland nach Frankfurt geflogen, wenn es eben diesen Flug gegeben hätte.

Und noch einer

Immer wieder haben wir aus Deutschland und Europa in diesen Tagen gehört: „Warum macht man in diesen Tagen eine solch weite Reise, da seid Ihr doch selbst schuld!“. Als wir allerdings am 2. März losgeflogen sind, gab es weder von Seiten des Auswärtigen Amtes noch von irgendjemandem sonst eine Reisewarnung, zumal in Neuseeland kein einziger Covid-19-Fall bekannt war. Und wer konnte diese Entwicklung wirklich vorhersehen?!?

Jedenfalls sind wir in Neuseeland erst einmal zwei Wochen lang gereist, ohne dass Covid-19 oder „das Coronavirus“ ein Thema war. Erst dann entwickelte sich die Situation zunehmend rasant und am gleichen Tag, als Neuseeland auf Alarmstufe 3 ging und damit touristische Fahrten untersagte, haben wir uns in Richtung Christchurch bewegt, denn auch das war die Empfehlung der Regierung, da zeitnah Rückflüge von Christchurch (für die Südinsel) und Auckland (für die Nordinsel) in Richtung Heimatländer genommen werden sollten. Da wir ja sowieso unseren Rückflug am 28.3. hätten antreten sollen, wollten wir diesen einfach in Christchurch abwarten, wozu es dann aber eben nicht mehr kam.

Besonders ärgerlich in diesem Zusammenhang ist, dass Emirates überhaupt nicht kommuniziert hat und auch keine Rückerstattung der von dieser Firma stornierten Flüge vorsieht. Entgegen anderslautenden Berichte in Deutschland, ist die Rückreise im Rahmen des Rückholprogramms auch alles andere als kostenlos, denn man darf den Flughafen erst betreten, wenn man ein ausgefülltes Formular zur Kostenübernahme abgibt. Die Höhe der tatsächlich Kosten kann allerdings niemand nennen. Ok, soviel zu den Rahmenbedingungen…

Wir haben unsere Tage versucht klar zu strukturieren. Nach dem Aufstehen ist Sonja Laufen gegangen und ich habe Gymnastik gemacht. Nach dem anschließenden Duschen haben wir gefrühstückt und dann etwas gelesen. Der Nachmittag war mit dem gemeinsamen Spaziergang dann das Highlight des Tages und wir kennen jetzt alle Straßen und Häuser im Umkreis von drei Kilometern um unser Motel. Anschließend gingen wir an jedem zweiten Tag beide zum Supermarkt. Lediglich Sonja betrat diesen jedoch und kaufte alles Notwendige ein. Den Abend verbrachten wir erneut mit Lesen oder Nachrichten schauen. Die letzten Tage haben wir auch diverse Filme über Surfer oder die Feuerwehr via YouTube gesehen, denn unser Motel hatte dies per TV-Gerät ebenso im Angebot wie Netflix, was aber nicht so „unser Ding“ war. Sonja zauberte wieder leckere Abendessen und wir schrieben mit Freunden und Verwandten, über den ziemlich unveränderten Stand der Dinge.

Sonjas Geburtstag

In die Zeit unseres Aufenthaltes in Euskirchen fiel dann auch der 16. Januar und damit Sonjas Geburtstag. Sonja war daher fast den gesamten Tag von Gratulanten beschäftigt und konnte etliche Telefongespräche nicht persönlich oder nur mit Verspätung annehmen, da sooo viele Menschen ihr gratulieren wollten. Von den unzähligen Nachrichten auf allen anderen Wegen ganz zu schweigen. Natürlich hat Sonja den Morgen mit einem 10 km Morgenlauf durch ihre Heimatstadt begrüßt.

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Sonjas Geburtstagsrose (nicht von mir;-))

Mittags gingen wir dann mit Sonjas Eltern ayurvedisch essen. Alle Bestandteile des Buffets sind aus naturbelassenen Zutaten hergestellt. Es werden keine künstlichen Aromen, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe oder andere Zusätze verwendet. Die Basis der Gerichte bilden verschiedene Gemüsesorten und die Verwendung nahezu 30 verschiedener Gewürze. Für meinen Geschmack ein wenig sehr viel des Guten, aber ok… Während des Essens soll unter anderem wenig oder nur sehr leise gesprochen werden, was aber nicht alle Quatschtanten und Omas verstanden hatten… Egal, es war jedenfalls eine völlig neue kulinarische Erfahrung für uns beide, die allerdings voraussichtlich auch einmalig bleiben wird.

Anschließend habe ich dann noch einmal eine Computersupportsession eingelegt, und Sonja ist abends mit Ihren Eltern noch zur Wirbelsäulengymnastik gegangen und durfte natürlich direkt vorturnen… Kein Wunder bei meiner superfitten Frau.

Silvester 2019 und Neujahr 2020

Nach dem Spaziergang am Silvesterabend haben wir uns ziemlich schnell ins Bett begeben, da wir von der anstrengenden Fahrt ziemlich erschöpft waren. Der Wecker hat uns um 23:40 Uhr geweckt, so dass wir den Jahreswechsel im wachen Zustand verbringen konnten.

Den Jahreswechsel 2019/2020 haben wir in Argelès-sur-Mer verbracht. Ursprünglich wollten wir um 0 Uhr zum Strand gehen und dort ins neue Jahr feiern, aber es war uns schlicht zu kalt, denn Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich sind wir einfach nicht mehr gewöhnt. Außerdem haben wir keine echte Winterkleidung dabei. So sind wir beide teils kurz vor das Wohnmobil gegangen und haben den schönen Sternenhimmel angesehen, und den Rest des Abends haben wir im warmen Bett verbracht.

Pünktlich zu den Glockenschlägen um 24 Uhr (ok, es war gar keine Glocke hörbar) haben wir nach spanischem Brauch jeder zwölf Weintrauben gegessen. Das soll Glück für das neue Jahr bringen, und Glück können wir ganz sicher gebrauchen, sowohl für unsere weitere Reise, als auch für ein Leben „danach“.

Hier in Argelès-sur-Mer findet jedes Jahr am 1. Januar ein Neujahrsschwimmen statt, dass wir uns zumindest anschauen wollten. Wir sind ja sonst beide nicht wasserscheu, aber bei vorherrschenden 5°C ins 14 °C kühle Wasser zu springen und danach noch einen etwa zwei Kilometer langen Weg zurück zum Wohnmobil zu haben, das war uns dann doch zu heftig. Allerdings haben wir sie moralisch unterstützt und den vielen Badenden zugesehen. Es waren sicher über hundert Menschen im Wasser, um das neue Jahr so zu begrüßen.

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Das Anbaden 2020 in Argelès-sur-Mer vor der Kulisse der Pyrenäen und wolkigem Himmel bei eisigen Temperaturen.

Ob die Urkunde, die es dafür gab, für mache auch Motivation war, sei dahingestellt. Die weitaus meisten Teilnehmer hatten normale Badekleidung, also Badehose oder Badeanzug an, waren dafür allerdings auch mit etwas mehr Biopren (körpereigenes Isolationsmaterial, umgangssprachlich „Fett“) als wir ausgestattet. Dass das Oberflächen-/Volumenverhältnis bei etwas fülligen, möglichst großen Menschen günstiger ist, dürfte bekannt sein. Wer nun noch ein bisschen Material zum Angeben haben möchte, kann dabei noch die Bergmannsche Regel zitieren, denn was für Pinguine gilt, ist bestimmt für Menschen nicht falsch. (Hat ja niemand behauptet, dass man hier nicht noch essenzielles biologisches Fachwissen vermittelt bekommt…)

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Außerhalb des Wassers an der Strandpromenade wurde mit Musik „eingeheizt“.

Nach unserem Morgenspaziergang sind wir dann zum ausgiebigen Frühstück in den EU-GO zurückgekehrt und haben es uns bis zum frühen Nachmittag gemütlich gemacht. Ich habe dann weiter gelesen, und meine liebe Sonja ist joggen gegangen.

 

I am stoked! – Heute erwischte ich die höchste Welle meines Lebens

Heute morgen wurden wir gegen 8 Uhr von einem strahlend blauen Himmel geweckt. Es war mit 12 Grad noch etwas frisch, so dass wir dann einfach noch ein bisschen im Bettchen unter unserem Panoramadachfenster liegen geblieben sind und Pläne geschmiedet haben. Gegen 9.30 h zog ich meine Laufklamotten an, und ging eine halbe Stunde am Strand entlang joggen, um mich aufzuwärmen, und um Ausschau nach den Wellen zu halten, im Fachjargon „Wellencheck machen“. Dieser fiel gut aus, so dass ich sofort zum Campingplatz zurücklief und meinen Neoprenanzug überzog. So langsam hatte die Sonne auch richtig Kraft, so dass es sich echt warm anfühlte. Marc wollte mich heute bei meiner morgendlichen Surfsession noch einmal begleiten und Fotos machen. Meine Wellenausbeute war sehr gut, besser als oft am Atlantik, dessen Wellen man ja eine gute Qualität nachsagt. Beim Rauspaddeln (raus bedeutet hier aufs Meer hinaus!) zog mich in Strandnähe eine starke Seitwärtsströmung Richtung Norden, so dass ich versuchte, mit den Füßen den Boden zu spüren, um mich mit meinen Füßen im Sandboden „festzuankern“. So konnte ich ein Stück weiter ins Meer hinaus gehen, anstatt zu paddeln, um ein weiteres Abtreiben zu verhindern. Als ich die nächste Sandbank in 20 Meter Entfernung vom Strand erreichte, konnte ich von dort aus weiter paddeln. Hinter dieser Brechungslinie ließ auch die Strömung nach, so dass ich auf einer Stelle bleiben konnte. Das Wasser hat 15 Grad, was sich gar nicht so kalt anfühlt. Beim Paddeln wird einem ja auch warm, und die Sonne tat ihr übriges. Außerdem habe ich ja seit ein paar Wochen einen neuen Neoprenanzug, der innen gefüttert ist und so die Körpertemperatur gut hält, weil kein Wasser durchläuft. Eine gute Neuanschaffung!

In der halben Stunde, während der Marc am Strand stand, hat er wie immer gute Schnappschüsse von mir gemacht. Im richtigen Moment, wenn ich eine gute Figur in der Welle machte! Vielen Dank an meinen Starfotografen!

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Hier gleite ich am grünen Wellenkamm die kleine Welle entlang, immer weiter, gefühlt endlos…..und es fühlt sich immer wieder berauschend an, auf der Welle zu schweben…..

Nach einer warmen Dusche gab es dann gegen Mittag unser lang ersehntes Frühstück, ein Megaobstteller und danach eine spanische Tortilla, ein Kartoffelomelette mit Pilzen, Käse und Chorizo. Nach dem Frühstück unternahmen wir dann einen kleinen Strandspaziergang über die Strandpromenade in Richtung Supermarkt, um noch einige Vorräte zu besorgen. Nachmittags wurde es immer wärmer.

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Tagsüber hatten wir wirklich 23 Grad (links unten), dagegen rechts im Bild die Temperatur von Deutschland bzw. bei uns die Kühlschranktemperatur!😁😎

Auf dem Rückweg am Strand entlang beobachteten wir zwei einheimische Surfer, wie sie in den Wellen herumtollten. Da bekam ich sofort Lust auf eine zweite Surfsession am Nachmittag. Bei diesen sommerlichen Temperaturen war es auch echt keine Überwindung, noch einmal ins kühle Nass zu springen. Diesmal ging ich alleine Richtung Beach. Die Wellen wurden immer größer, allerdings habe ich hier gelernt, dass die Mittelmeerwellen nicht so brutal sind und man keine Angst vor der Höhe haben muss. So lag ich auf meinem Brett und sah einen Megabrecher von ca. 2 Metern auf mich zurollen, was blieb mir? Die Welle nehmen oder ihr entgegen paddeln, um über sie hinweg zu kommen und sie unter sich durchlaufen zu lassen. Ersteres ist Zielführender.

So drehte ich die Surfbrettnase Richtung Strand und begab mich in Startposition: Auf dem Bauch liegend schräg in Richtung Strand paddeln und warten, bis die Welle das Heck vom Surfbrett leicht anhebt, dann noch zwei weitere Paddelschläge, um in die Welle hineinzukommen und aufzustehen, den Take Off zu machen. Dies gelang mir mit Bravour, ich glitt die glitzernde fast senkrechte Wasserwand entlang………..gefühlt endlos.

Mir gelang es sogar, in der Welle etwas hoch und runter zu fahren. Ein Wahnsinnserfolg.

Danach wurde ich beim Hinauspaddeln mehrmals von dicken Brechern gewaschen und herumgewirbelt, so dass ich nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Salzwasser in Nase und Ohren, aber das kenne ich auch von anderen Tagen am Atlantik. Es war mir nicht mehr möglich, über die riesigen senkrechten Brecher aufs Meer hinter die Brechungszone zu kommen. Immer wieder spülten sie mich zurück Richtung Strand.

Voller Adrenalin surfte ich eine letzte kleine Welle bis zum Strand und beendete die Surfsession für den Tag. Denn man soll immer dann aufhören, wenn es am schönsten ist.

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Strahlend geht es aus dem Wasser nach einer gelungenen Surfsession

Voller Stolz ging ich zum Campingplatz zurück und verkündete, dass ich mich 2020 für die Deutschen Wellenreitmeisterschaften in Frankreich anmelden werde. Im September dieses Jahres waren wir ja vor Ort, als der Wettkampf stattfand, und bei den Frauen über 40 hätte ich gute Chancen!

Weihnachtsvorbereitungen und viel Ruhe

In der Nacht sollte eigentlich ein sehr starker Sturm über uns hinwegziehen, allerdings war dieser hier wirklich nicht heftig. In anderen Teilen Spaniens und Portugals hat es aber wohl Überflutungen und umgestürzte Bäume gegeben, gar von fünf Toten ist die Rede… Wir sind, Gott sei dank, verschont geblieben, und wir konnten ganz in Ruhe in den letzten Tagen viel spazieren gehen, Sonja zusätzlich Laufen und Surfen. Wir beide haben zudem sehr viel gelesen. Sehr viel heißt in diesem Falle bis zu etwa dreihundert Seiten pro Tag.

Außerdem waren wir noch mehrfach in der Stadt und haben dort unter anderem Turrón gekauft. Das ist eine typisch spanische Süßigkeit, die aus Mandeln, Öl, Eiklar, Honig und viel Zucker besteht. Das Zeug ist jedenfalls sehr süß, und das Öl läuft beim Transport aus dem Gebäck aus, daher sind die Tafeln gleich mehrfach eingeschweißt.

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Die Packung Turrón in Kombination mit unserem Weihnachtsengel, der in der Adventszeit an unserem Schrank hängt.

Außerdem haben wir noch eine Peitsche erworben, eine ebenfalls typisch spanische Edelsalami.

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Mit dieser Peitsche schlägt man nicht wirklich, die ist relativ leicht, enthält aber reichlich Fett. Schmeckt aber gut 😉

Während der Spaziergänge sind wir dann auch an „meinem“ Lokal vorbeigekommen. Falls ich irgendwann mal in die Gastronomie gehen sollte, wäre das doch schon mal ein brauchbarer Name und nettes Design…

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Die Stadt sieht bei unterschiedlichen Licht- und Wetterverhältnissen immer wieder imposant aus.

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Peñíscola immer wieder schön anzusehen.

Die Weihnachtslotterie und noch ein wenig Alltag

Wie ja schon im gestrigen Artikel erwähnt, wollen wir bei der berühmten spanischen Weihnachtslotterie um „El Gordo“ – „Den Dicken“ mitspielen. Streng genommen wird nur der Hauptpreis so bezeichnet, nicht die Lotterie, auch wenn viele Menschen das synonym gebrauchen. Dazu hatten wir uns bereits gestern erkundigt, wo man die Lose erwerben kann. An dieser Stelle fanden wir heute dann tatsächlich einen Losverkäufer, der allerdings nur für andere Lotterien (ONCE) Lose verkaufte, aber sehr auskunftsfreudig war und uns zur staatlichen Lotterieverkaufsstelle geschickt hat. Dort konnten wir dann tatsächlich Lose für uns erwerben, die wir uns gegenseitig zu Weihnachten schenken. Der Vorteil ist, sie nehmen keinen unnötigen Platz weg. Wahrscheinlich gewinnen wir eh nichts und wenn, dann ist Geld  nie ein Problem bzw. lediglich Zahlen auf dem Konto 😉

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Sonja mit unseren Losen vor dem Lotteriebüro

Die Ziehung der Gewinne findet am 22. Dezember ab 9 Uhr morgens statt. Die gezogenen Losnummern werden traditionell im Madrider Opernhaus gezogen. Dafür stehen zwei Lostrommeln, in denen sich kleine Holzkugeln aus Buchsbaumholz befinden, zur Verfügung. In der einen Trommel befinden sich die Kugeln mit den Losnummern und in der anderen die Gewinnklassen. Die Gewinnzahlen werden also nicht einzeln zusammengestellt, wie beim „deutschen Lotto“, sondern als Ganzes aus der Lostrommel gezogen. Anschließend wird der Losnummer ein Gewinn zugeordnet.

Die Holzkugeln fallen aus den Trommeln in kleine Glasschalen und werden von dort aus von Schülern des Madrider Colegio de San Ildefonso, einem ehemaligen Waisenhaus für Jungen, das mittlerweile eine Schule für Jungen und Mädchen (aus zum Großteil schwierigen Familienverhältnissen) ist, vorgesungen. Dabei singt ein Kind die Losnummer und das zweite Kind die Gewinnsumme.

Die Kinder gehen singend mit den Kugeln zu den offiziellen Vertretern der Lotterie, die sowohl Losnummer als auch Gewinn bestätigen.

  • Bei der größten Lotterie der Welt liegen 2,4 Milliarden Euro im Jackpot
  • Der Hauptpreis „El Gordo“ liegt bei 4 Millionen Euro
  • Die erste Ziehung von „El Gordo“ war im Jahr 1812 in Cádiz.
  • Insgesamt gibt es bei der spanischen Weihnachtslotterie 100.000 Lose mit den Gewinnzahlen 00000 bis 99999.
  • Die Nummern werden in sogenannte Serien eingeteilt. Das bedeutet, dass jede Losnummer 170 Mal ausgegeben wird.
  • Die Gewinnchancen auf den Hauptgewinn „El Gordo“ stehen daher bei 1:100.000, was sehr gut ist, wenn man bedenkt, dass beim Lotto die Chance auf den Hauptgewinn bei 1:140.000.000 liegt
  • Ein ganzes Los für „El Gordo“ kostet hier in Spanien 200 Euro, über das Internet in Deutschland kommen dann noch Gebühren des Anbieters hinzu.
  • Die Spanier kaufen für „El Gordo“ üblicherweise Zehntellose (“Décimos“), womit man ein Zehntel des gesamten Gewinns bekommt, genau so haben wir es auch gehandhabt und Zehntellose zu je 20 € erworben. Damit sind natürlich auch die Gewinne gezehntelt. Im Falle des Gewinns von „EL Gordo“ währen es  dann „nur 400.000€“.

Es gibt unterschiedliche Gewinnklassen, die zufällig auf die gezogenen Losnummern verteilt werden:

  • 1x Erster Preis: 4.000.000 Euro
  • 1x Zweiter Preis: 1.250.000 Euro
  • 1x Dritter Preis: 500.000 Euro
  • 2x Vierter Preis: 200.000 Euro
  • 8x Fünfter Preis: 60.000 Euro
  • 794x Sechster Preis: 1.000 Euro

Hinzu kommen die Zusatzgewinne:

  • Jeweils 20.000 Euro für die Losnummern direkt vor und nach dem Hauptgewinn
  • Jeweils 12.500 Euro für die Losnummern direkt vor und hinter dem zweiten Preis
  • Jeweils 9.600 Euro für die Losnummern direkt vor und hinter dem dritten Preis
  • 297 x 1.000 Euro für die Losnummern, welche mit den ersten 3 Ziffern des ersten, zweiten oder dritten Preises übereinstimmen
  • 997 x 1.000 Euro für die Losnummern, welche mit den letzten beiden Ziffern des ersten, zweiten oder dritten Preises übereinstimmen
  • 999 x 200 Euro für alle Losnummern, deren letzte Ziffer mit der letzten Ziffer des ersten Preises übereinstimmt

Auf den ersten Blick ziemlich kompliziert, aber eigentlich ganz logisch…

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Auf der Rückseite der Lose sind die Gewinnklassen und Regeln auch noch einmal in Kurzform aufgedruckt. (Da auf der Vorderseite die Losnummer zu sehen sind, enthalten wir Euch diese vor, falls wir doch noch reich werden… )

Nun werden wir wohl am 22. Dezember morgens mit mehr als der Hälfte der spanischen Bevölkerung vor irgendeinem Bildschirm sitzen und die Ziehung verfolgen.

Sonst haben wir lediglich eingekauft und dabei haben sowohl Sonja als auch ich etwas mehr als 20% unseres Körpergewichtes in Lebensmitteln und Wasser aus der Stadt zu unserem Auto getragen, was immerhin etwas über 2 Kilometer sind.

Wer meinte, das sei dann Sport genug, der hat sich in Sonja getäuscht, sie war noch Laufen und anschließend kurz surfen, musste aber feststellen, dass die Wellen heute nicht besonders gut surfbar waren…

Und neben diesen Aktivitäten hat meine liebe Sonja mir noch die Haare geschnitten, und natürlich haben wir wieder ausgiebig gefrühstückt und zu Abend gegessen.

Jetzt bin ich mal gespannt, wer bis hier hin wirklich gelesen hat… Das war ein langer Text… Lasst gerne einen Kommentar da, wir freuen uns darüber!

Muss man nicht gesehen haben: Almeria und weiter nach Cabo de Gata

Heute morgen schien wider Erwarten und der Wettervorhersage die Sonne, so dass Sonja sich entschlossen hat, nach ganz langer Zeit noch einmal laufen (nicht das schwäbische, sondern richtig schnell!) zu gehen. Währenddessen habe ich meinem Putzfimmel gefrönt und zuerst alle Spiegel und Glasscheiben im Auto geputzt, und anschließend habe ich mich selbst unter der Stranddusche gereinigt. Bei 14°C Außentemperatur war das schon ziemlich frisch, aber es ging. Als Sonja zurückkam, ist auch sie duschen gegangen. Anschließend sind wir mit einen Lidl-Stop nach Almeria aufgebrochen. Auf einen großen Parkplatz, etwa 2 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, haben wir den EU-GO abgestellt und sind entlang der Strandpromenade in die Stadt spaziert. Dabei ahnten wir noch nicht, dass die Promenade so ziemlich das einzig sehenswerte dieser hässlichen Stadt war. Nein nicht ganz, denn die Kathedrale, bzw. ihr Vorplatz und die Fassade (da sie leider verschlossen war), die städtische Markthalle und der Paseo de Almeria waren ganz nett anzusehen. Und da ich ja immer nur schöne Fotos mache, gibt es auch nur diese zu sehen. Den Rest der Stadt kann man wohl auf enge Gassen, mit Platz nur für ein Auto oder Fußgänger, viele hässliche Graffitis und baufällige Häuser reduzieren.  Die Burg auf dem Berg gibt es auch noch zu besichtigen, das haben wir allerdings nicht mehr gemacht.

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Der Platz vor der Kathedrale von Almeria und das Portal

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Der Paseo de Almeria, eine mehrspurige Straße mit einem beeindruckenden Grünstreifen und Gehweg in der Mitte.

Nach zwei Stunden und etwa 7,5 Kilometern war unser Stadtrundgang beendet, und wir brachen in Richtung des Cabo de Gata und dem gleichnamigen Dorf auf. Dort angekommen sind wir die Promenade auf- und abspaziert, haben noch die Fischerbötchen und den Wehrturm (von außen) angesehen und den Tag dann mit einem leckeren Abendessen ausklingen lassen. Dabei waren wir wegen des erneut aufgekommenem starken Windes sehr gut und vor allem winddicht verpackt. Wir werden heute direkt am Strand auf einen Stellplatz am Dorfrand übernachten. Außer uns sind noch etwa 15 andere Reisemobile und deren Insassen hier. Die Deutschen Überwinterter sind ganz klar in der Mehrheit, aber es sind auch Niederländer, Franzosen, Briten (so lange sie noch einfach so dürfen;-)) und erstaunlich viele Schweden und Finnen unterwegs. Aktuell sind wir noch nicht schlüssig, was wir morgen unternehmen werden, denn das Wetter soll jetzt für drei Tage nicht ganz so gut, also regnerisch, windig und recht kühl sein.

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Fischerhütten und dazugehörige Boote in Cabo de Gata