Im Lockdown in Neuseeland

Wir haben schon einige Tage nichts mehr geschrieben und das hatte einen guten Grund: Wir haben schlicht nichts interessantes unternommen.

Schöner Pilz in einem Vorgarten…

In Neuseeland wird die Covid-19-Bedrohung sehr ernst genommen und daher sind jegliche nicht absolut notwendigen Autofahrten, das weitere Entfernen von der Unterkunft (mit dem Fahrrad bis zu 10km, zu Fuß maximal drei Kilometer) und jegliche Treffen von mehr als zwei Personen (es sei denn sie leben in einem Haushalt) untersagt. Auch alle Geschäfte und Dienstleister sind geschlossen. Lediglich Apotheken, Arztpraxen und Supermärkten dürfen geöffnet sein. Auch alle internationalen Flüge wurden unterbrochen, da die Bewegung der Menschen zum Flughafen als zu großes Risiko eingestuft wurde. Damit wurde durch die neuseeländische Regierung auch die bereits vom Auswärtigen Amt organisierten Rückholflüge unmöglich. Lediglich ein Lufthansaflug der schon gelandet war, durfte ausnahmsweise noch starten. Damit war aber, bis auf die wenigen glücklichen Menschen, die an Bord dieses einen Flugzeugs waren, jegliche Rückreisemöglichkeit erneut unmöglich geworden.

Bereits zuvor hatte, noch bevor es von der Regierung Neuseelands oder der Vereinigten Arabischen Emirate empfohlen wurde, unsere Fluggesellschaft „Emirates“ alle Flüge ersatzlos und ohne jegliche Begründung gestrichen. Eigentlich wären wir noch regulär aus Neuseeland nach Frankfurt geflogen, wenn es eben diesen Flug gegeben hätte.

Und noch einer

Immer wieder haben wir aus Deutschland und Europa in diesen Tagen gehört: „Warum macht man in diesen Tagen eine solch weite Reise, da seid Ihr doch selbst schuld!“. Als wir allerdings am 2. März losgeflogen sind, gab es weder von Seiten des Auswärtigen Amtes noch von irgendjemandem sonst eine Reisewarnung, zumal in Neuseeland kein einziger Covid-19-Fall bekannt war. Und wer konnte diese Entwicklung wirklich vorhersehen?!?

Jedenfalls sind wir in Neuseeland erst einmal zwei Wochen lang gereist, ohne dass Covid-19 oder „das Coronavirus“ ein Thema war. Erst dann entwickelte sich die Situation zunehmend rasant und am gleichen Tag, als Neuseeland auf Alarmstufe 3 ging und damit touristische Fahrten untersagte, haben wir uns in Richtung Christchurch bewegt, denn auch das war die Empfehlung der Regierung, da zeitnah Rückflüge von Christchurch (für die Südinsel) und Auckland (für die Nordinsel) in Richtung Heimatländer genommen werden sollten. Da wir ja sowieso unseren Rückflug am 28.3. hätten antreten sollen, wollten wir diesen einfach in Christchurch abwarten, wozu es dann aber eben nicht mehr kam.

Besonders ärgerlich in diesem Zusammenhang ist, dass Emirates überhaupt nicht kommuniziert hat und auch keine Rückerstattung der von dieser Firma stornierten Flüge vorsieht. Entgegen anderslautenden Berichte in Deutschland, ist die Rückreise im Rahmen des Rückholprogramms auch alles andere als kostenlos, denn man darf den Flughafen erst betreten, wenn man ein ausgefülltes Formular zur Kostenübernahme abgibt. Die Höhe der tatsächlich Kosten kann allerdings niemand nennen. Ok, soviel zu den Rahmenbedingungen…

Wir haben unsere Tage versucht klar zu strukturieren. Nach dem Aufstehen ist Sonja Laufen gegangen und ich habe Gymnastik gemacht. Nach dem anschließenden Duschen haben wir gefrühstückt und dann etwas gelesen. Der Nachmittag war mit dem gemeinsamen Spaziergang dann das Highlight des Tages und wir kennen jetzt alle Straßen und Häuser im Umkreis von drei Kilometern um unser Motel. Anschließend gingen wir an jedem zweiten Tag beide zum Supermarkt. Lediglich Sonja betrat diesen jedoch und kaufte alles Notwendige ein. Den Abend verbrachten wir erneut mit Lesen oder Nachrichten schauen. Die letzten Tage haben wir auch diverse Filme über Surfer oder die Feuerwehr via YouTube gesehen, denn unser Motel hatte dies per TV-Gerät ebenso im Angebot wie Netflix, was aber nicht so „unser Ding“ war. Sonja zauberte wieder leckere Abendessen und wir schrieben mit Freunden und Verwandten, über den ziemlich unveränderten Stand der Dinge.

Ungebetener Gast im Wohnmobil…

Da geht man – in dem Falle ich – mal eben an die Heckgarage, um etwas dort zu verstauen, da fliegt doch tatsächlich eine doofe Taube durch die geöffnete Aufbautüre in unseren EU-GO. Natürlich springe ich direkt hinterher und versuche, das Federvieh wieder aus dem Auto zu bekommen. Allerdings schafft die Ratte der Lüfte es tatsächlich, gegen alle unsere Fenster zu fliegen und noch eine Hose, die auf der Bank liegt, voll zu kacken. Erst dann bekomme ich sie zu packen und habe sie wieder aus der Türe, durch die sie eben erst hineingeflogen war, hinauszubefördert.

Außer diesem Schreck verlief der restliche Tag ziemlich ereignisarm, und außer Wäsche  zu waschen und den üblichen Strandspaziergängen und viel Lesen passierte nicht mehr viel.

Natürlich wollen wir an dieser Stelle allen unseren fleißigen Le(h)sern, Freunden und der Familie einen guten Rutsch und einen hervorragenden Start in ein gesundes, erfüllendes sowie glückliches Jahr 2020 wünschen. Passt auf Euch auf!

Weihnachtsvorbereitungen und viel Ruhe

In der Nacht sollte eigentlich ein sehr starker Sturm über uns hinwegziehen, allerdings war dieser hier wirklich nicht heftig. In anderen Teilen Spaniens und Portugals hat es aber wohl Überflutungen und umgestürzte Bäume gegeben, gar von fünf Toten ist die Rede… Wir sind, Gott sei dank, verschont geblieben, und wir konnten ganz in Ruhe in den letzten Tagen viel spazieren gehen, Sonja zusätzlich Laufen und Surfen. Wir beide haben zudem sehr viel gelesen. Sehr viel heißt in diesem Falle bis zu etwa dreihundert Seiten pro Tag.

Außerdem waren wir noch mehrfach in der Stadt und haben dort unter anderem Turrón gekauft. Das ist eine typisch spanische Süßigkeit, die aus Mandeln, Öl, Eiklar, Honig und viel Zucker besteht. Das Zeug ist jedenfalls sehr süß, und das Öl läuft beim Transport aus dem Gebäck aus, daher sind die Tafeln gleich mehrfach eingeschweißt.

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Die Packung Turrón in Kombination mit unserem Weihnachtsengel, der in der Adventszeit an unserem Schrank hängt.

Außerdem haben wir noch eine Peitsche erworben, eine ebenfalls typisch spanische Edelsalami.

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Mit dieser Peitsche schlägt man nicht wirklich, die ist relativ leicht, enthält aber reichlich Fett. Schmeckt aber gut 😉

Während der Spaziergänge sind wir dann auch an „meinem“ Lokal vorbeigekommen. Falls ich irgendwann mal in die Gastronomie gehen sollte, wäre das doch schon mal ein brauchbarer Name und nettes Design…

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Die Stadt sieht bei unterschiedlichen Licht- und Wetterverhältnissen immer wieder imposant aus.

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Peñíscola immer wieder schön anzusehen.

Urlaub in Peñíscola

Wie ihr ja bereits wisst, bezeichnen wir als Urlaub immer Tage, an denen wir nicht weiterfahren und außerdem keine umfangreichen Aktivitäten geplant haben…

Der 15. Dezember war jedenfalls hier in Peñíscola ein wunderbarer Sommertag, den Sonja mit einer kurzen Joggingrunde und anschließendem Surfen verbracht hat, denn die Wellen waren tatsächlich ausreichend hoch für sie. Dank des strahlend blauen Himmels und der Kraft der Sonne wurde es auch nicht kalt. Beim Frühstück haben wir dann sogar wieder in kurzer Hose und T-Shirt vor dem EU-GO gesessen. Ungefähr so hatten wir uns das Überwintern in Spanien vorgestellt.

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Außerdem sind wir natürlich noch am Strand spazieren gegangen und haben viel gelesen. Unter anderem haben wir uns über die berühmte Weihnachtslotterie schlau gemacht, da wir natürlich mitspielen wollen. Dazu aber dann mehr, wenn wir die Lose gekauft haben.

Am Montag war der Himmel dann leider bedeckt, und die Temperaturen auch weit entfernt von sommerlich. So ist Sonja erneut joggen gegangen, und ich bin ihr dann in die Stadt entgegengegangen, da wir noch Obst und „Geld kaufen“ mussten. Mittlerweile stimmt das mit dem „Geld kaufen“ tatsächlich, denn auch wenn die deutschen Banken teilweise keine Gebühren für das Geldabheben im Ausland berechnen, so tun das die spanischen Banken alle mehr oder weniger. Natürlich bezahlen wir so viel wie möglich mit der Karte, aber zum Beispiel auf dem Markt kann man das Obst noch nicht mit Karte bezahlen, oder auch die Busfahrer wollen Bargeld sehen (Am liebsten natürlich passend, was manchmal hellseherische Fähigkeiten voraussetzt, da der Fahrpreis im Vorfeld nirgendwo zu erfahren ist ;-)).

Jedenfalls haben wir seit heute wieder tolle Trauben, Mandarinen und Äpfel frisch vom Markt, der in Peñíscola immer montags stattfindet.

Leider hat es dann den Tag über immer wieder Sprühregen oder teils auch heftigeren Niederschlag gegeben, so dass wir wieder ziemlich viel gelesen haben, bevor der Abendspaziergang uns noch einmal an die Halbinsel der Altstadt herangeführt hat.

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Abendstimmung mit dunklen Regenwolken hinter der Altstadt von Peñíscola

Kurz danach, als wir gerade wieder „zuhause“ angekommen waren, fing es dann auch tatsächlich erneut an zu regnen. Also wieder einmal ideales Timing.

Natürlich bedanken wir uns auch ausdrücklich bei Stefanie Ruhrmann, der lieben Ex-Kollegin, die die Empfehlung für Peñíscola in dem von meinen lieben Kollegen bei der SIS Fellbach erstellten Reiseführer gegeben hatte. Stefanie haben wir ja auch bereits vor einigen Wochen in Portugal getroffen.

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Das Bild von Ende Oktober… Stefanie, Ihr Mann und wir beide…

Regentag der dritte… Reflexion

So langsam ist es mal gut… aber irgendwie auch nicht… Wir sind jedenfalls heute morgen um 8 Uhr wieder in einer Regenpause für eine Stunde am Strand entlang spaziert, wobei soviel Strand war aufgrund der großen Wellen und des Windes nicht da. Die Wellen schwappten teilweise bis an die Düne, so dass wir immer wieder ausgewichen sind. Wir waren mit Gummistiefeln und Regenklamotten zwar gut verpackt, aber ein Fußbad oder gar mehr musste dann doch nicht unbedingt sein. Wobei mich dann kurz vor Ende des Spaziergangs doch eine Welle erwischte und mir ein unfreiwilliges Fußbad verpasst hat… Sonja war schneller, wie so oft 😉

Anschließend sind wir dann unter die heißen Duschen des Campingplatzes gegangen und haben den Tag über viel gelesen, denn der Regen war wieder da. Die größeren Überschwemmungen und Pfützen auf dem Platz sind aber mittlerweile wieder verschwunden.

Aktuell „schaffen“ wir jeder täglich etwa ein Buch von etwas über 100 Seiten, oder eben entsprechende Seitenzahlen von umfangreicheren Werken.

Außerdem ist es wirklich interessant, welche Gedanken uns kommen, wenn wir mal „herunterkommen“ und nicht einfach wie in den letzten Jahren praktisch permanent nur „funktionieren“ müssen. Dabei wird mir auch immer mehr bewusst, dass viel Stress auch selbstgemacht ist und es im Leben auch ganz andere Schwerpunkte geben kann. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass gerade eine Führungskraft einen gesunden Ausgleich zum Job haben muss, bzw. gerade durch die aktive Freizeitgestaltung und die Beschäftigung mit anderen Themen den Blick über den Tellerrand überhaupt erst schaffen kann. Und dieser Weitblick ist erforderlich, um für die Zukunft sinnvolle Entscheidungen zu treffen, denn wer zu sehr im Tagesgeschäft „gefangen ist“, der wird kaum strategisch planen und denken können. Das gilt ebenso für den Beruf, wie für das Privatleben.

Irgendwie ist damit jeder in seinem Leben eine Führungspersönlichkeit, denn jeder Mensch muss täglich etliche Entscheidungen treffen, und einige davon haben weitreichende Folgen. Manchmal gilt es vielleicht, sich selbst und seine Situation und Fähigkeiten in Ruhe zu betrachten, um dann zu entscheiden, in welche Richtung das weitere Leben verlaufen soll, statt es einfach nur „geschehen zu lassen“. Ich jedenfalls möchte zusammen mit Sonja das Leben wieder aktiver gestalten und nicht nur „gelebt werden“. Unsere Karrierewende hat sich für mich bereits zu diesem Zeitpunkt voll gelohnt, und vor allem die Regentage, die zur Beschäftigung mit sich selbst zwingen, waren eine hervorragende Zeit, die alles andere als leer war. Wie so oft im Leben kommt es darauf an, was man daraus macht…

Strandspaziergang, Büro, Mikrowellensurfen, Sonnenuntergang…

ungefähr so lässt sich unser heutiger Tag zusammenfassen. Denn mit einem 6 Kilometer Strandspaziergang begann unser Tag, dann gab es Frühstück. Anschließend hab ich ein bisschen „Büro“ gemacht, denn auch das ist bei solch einer Reise ja hin und wieder notwendig. Rechnungen müssen kontrolliert und Kontostände abgeglichen werden, die Steuererklärung will ebenso vorbereitet, wie die Kosten unserer Reise im Blick behalten werden. Anschließend haben wir etwas gelesen, bzw. Mittagsschlaf gehalten, und dann hat Sonja befunden, dass die Vierzig-Zentimeter-Mittelmeerwelle hoch genug ist,  um von ihr gesurft zu werden, was sich überraschenderweise auch als tatsächlich funktionierend herausgestellt hat. Dazu hilft es sicherlich, dass Sonja schon verdammt gut und vor allem sehr leicht ist.

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Nachmittagssurfsession in Mikrowellen vor bezaubernder Kulisse

Zum Sonnenuntergang sind wir dann noch einmal ein wenig über den Campingplatz gegangen und haben die atemberaubenden Farben des Himmels bewundert.

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Der Himmel sah heute wirklich ziemlich beeindruckend aus.

Anschließend gab es dann Abendessen, wie fast immer drei Gänge: Ein Salat vorab, eine warme Hauptspeise und dann noch ein Nachtisch.

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So sieht unser Zuhause aktuell bei Sonnenuntergang aus, mit frisch geschnittenen Hecken und Bäumen gleich viel aufgeräumter.

Nun ist der Tag schon fast wieder vorbei, und ich frage mich, wie wir die ganzen Aktionen in unserem früheren Leben in einen Tag gepackt haben. OK, alltägliche Dinge, wie Geschirrspülen, Wäsche waschen und trocknen, Wohnung reinigen, Einkaufen usw. nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch, da sowohl unsere Lagermöglichkeiten begrenzt sind, als auch keine eigenen Maschinen zur Verfügung stehen. Selbst mit den Wegen von und zum Waschhaus (Toilette, Zähne putzen, Spülen) kommen am Tag schnell mal 1,5 bis 2 Kilometer Strecke zusammen, die auch etwas Zeit benötigen. Kurzum, es dreht sich alles mehr um die essentiellen Dinge des Lebens. Zudem schlafen wir wirklich viel, da das Leben an der frischen Luft irgendwie anstrengend ist.

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Da Sonja unbedingt auch mal ein Foto von mir auf der Homepage haben wollte (ja ich bin tatsächlich auch dabei!)… hier ist es nun bei unserer abendlichen Campingplatzrunde aufgenommen.

Morgen früh geht es dann mit dem Fahrrad zum Markt von Oliva, um unsere Vorräte wieder aufzustocken und vielleicht noch ein wenig die Stadt anzusehen.

Aktuell werden wir immer wieder gefragt, wie (und wo) wir Weihnachten und Sylvester  verbringen werden, aktueller Stand: Wir wissen es selbst noch nicht, da wir das Ganze vom Wetter und unserer Lust abhängig machen wollen. Zunächst planen wir eine weitere Woche hier zu bleiben, um dann irgendwann mal weiter gen Norden zu fahren. Wann und wie?!? Wir werden sehen…