Die Sonja-Extrem-Kreativ-Aktion im Artikel „Stutensee-wir kommen“

Nachdem ich von vielen Lesern auf diese Aktion angesprochen wurde, und ich diese mehrfach wiederholen musste, habe ich nun beschlossen, einen kurzen Artikel darüber zu schreiben.

Es hat mit dem knappen Immobilienangebot in Karlsruhe wie in anderen deutschen Großstädten zu tun. Wir hatten uns schon einige Reihenhäuser in unserem favorisierten Raum Stutensee nördlich von Karlsruhe angesehen und bekamen so ein Gefühl vom Preisgefüge und eine Übersicht über das bestehende Angebot. Zusammenfassend kann man sagen, entweder sind die Immobilien „schrottreif“ und komplett renovierungsbedürftig oder neu und vergoldet. Im mittleren Preis-und Zustandsbereich gibt es selten etwas. Und wenn, muss man schnell sein und direkt zuschlagen, wenn es passt. Eine Immobilie ist uns quasi vor der Nase schon „weggekauft“ worden. So wussten wir also für die Zukunft, dass wir schnelle Entscheidungen treffen müssen. Wir machten uns immer eine Liste mit den Dingen, die wir überprüfen wollten. Zum Glück waren wir uns bei den weiteren zwei Reihenhausbesichtigungen direkt einig, dass sie nicht in Frage kämen.

Das dritte Haus, welches in unserem Favoritendorf Spöck nahe des Badesees lag, haben wir uns schon am Tag vor der Besichtigung von außen angeschaut, um die Lage zu checken. Wir prüfen immer den Geräuschpegel, indem wir entweder in der Nähe im Wohnmobil übernachten öder einfach mal am Haus vorbei spazieren und schauen, was sich so in der Nähe abspielt, so bekommt man mal ein Gefühl von der Umgebung.

Die Maklerin teilte uns bereits mit, dass es wohl 26 Besichtigungstermine gebe, und dass sie auch alle durchführe, um die Verkaufwahrscheinlichkeit zu erhöhen. Das klang schon mal wenig aussichtsreich. Am Vormittag vor der Besichtigung drehten wir schon die Runde ums Haus und trafen dabei auf mehrere nette Nachbarn, mit denen wir ins Gespräch kamen. Da dachten wir schon, es wäre schön, in dieser netten Umgebung zu wohnen. Wir sahen schon die ersten Paare mit ihren Kindern zur Besichtigung in der Schlange stehen. Und wir wussten, das würden unsere Konkurrenten sein, wenn uns das Haus zusagte. Als wir dann an der Reihe waren, war Marc und mir recht schnell klar, dass dies unser Traumhaus wäre. Daraufhin fragten wir die Maklerin, was wir bei Interesse zu tun hätten. Sie meinte, dies sei ihr mitzuteilen, die weiteren Termine würde sie dennoch wahrnehmen. Am Abend waren es dann fünf Kaufinteressenten inklusive uns. Die Verkäufer würden sich in den nächsten Tagen entscheiden. So ließ man uns zappeln.

Solche Situationen, in denen man keine Handlungsmöglichkeit mehr hat, mögen Marc und ich nicht sonderlich.

Am Dienstag nach Pfingsten, Marcs erstem Arbeitstag und dem Tag, an dem die Verkäufer die Entscheidung treffen würden, ließ mir dies keine Ruhe. Ich musste etwas tun. Ich musste unbedingt die Eigentümer persönlich sprechen, bevor sie ihre Entscheidung träfen. Also machte ich mein Fahrrad startklar und radelte die 17 km in den Vorort von Karlsruhe.

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In diesem schattigen Holzhaus wartete ich gefühlt einige Stunden auf die Besitzer

Nach einer Stund Radfahren durch sengende Hitze, erreichte ich endlich das Haus. Da die Verkäufer nicht zu Hause waren, setzte ich mich in ein Holzhaus auf dem gegenüber gelegenen Spielplatz und wartete. Da niemand in Sicht war und mein Wasservorrat zur Neige ging, fuhr ich zum Edeka, kaufte Wasser und eine Packung Pralinen und schrieb, zurück in meinem Häuschen, einen Liebesbrief an das Dorf, die Nachbarschaft (die wir ja schon teilweise bei unserer Besichtigung kennen gelernt hatten) und an das Haus. Weiterhin habe ich unsere Leidenschaft für Wasser und Wald (Feldrandlage) erwähnt, und dass das Haus perfekt sei, zumal wir ja gerade auch im Wohnmobil leben. Gerade wollte ich den Brief beenden, kamen die Eigentümer nach Hause, so dass ich ihnen den Brief persönlich übergeben konnte.
So kamen wir ins Gespräch, und sie sagten, dass sie im Laufe des Tages ihre Entscheidung treffen würden. Ich verabschiedete mich und machte mich auf den einstündigen Rückweg wieder durch die pralle Sonne, diesmal glücklicherweise durch den schattigen Hardtwald, so dass das Radeln erträglich war. Nun konnte ich nichts mehr tun.

Als ich am Nachmittag in Karlsruhe eintraf, kam Marc strahlend aus der Schule und fragte mich, was ich gemacht hätte. Die Maklerin hätte ihn gerade angerufen und meinte, dass sich die Verkäufer für uns entschieden hätten. Ihre Entscheidung sei durch meine „Aktion“ auf uns gefallen.

Ihr Kommentar: Die anderen Kaufinteressenten waren quasi „nur“ Namen „Schwarz auf Weiß“, hinter unseren Namen steckten Emotionen und Bilder!