Sri Lanka Tag 2: Der erste vollständige Tag in Weligama

Nach einer ersten warmen Nacht haben wir heute recht lange, nämlich bis etwa 10 Uhr Ortszeit geschlafen. Da das aber etwa 5:30 Uhr deutscher Zeit entspricht, war es dann doch wieder nicht so lange…

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserer Pension mit Ei, Bananen und Ananas sind wir zu einem Erkundungsspaziergang am Strand entlang aufgebrochen. Zuerst sind wir vom Zentrum Weligamas weg und dann in Richtung der Stadt spaziert. Vorbei an vielen bunten Fischerbooten und der ein oder anderen kleinen vorgelagerten Insel kamen wir dann an den Hauptsurfstrand, an dem sich hunderte von Surfern tummelten. Die Surfbretter gibt es dort in praktisch allen Größen und Formen zu leihen, auch wenn der Schwerpunkt ganz klar im Anfängerbereich liegt. Da die Temperaturen aber um die Mittagszeit die 30 Grad Marke erreicht haben und die Sonne erbarmungslos auf uns herab brannte, haben wir auf das Surfen erst einmal verzichtet… was nicht so schwierig war, denn wir waren beide hundemüde. Allerdings durften wir schon herausfinden, dass die Brettmiete pro Stunde sagenhafte 250 Rupien beträgt, was etwa 1,25€ entspricht. Die eigenen Bretter nicht mitzunehmen war also in jedem Fall die richtige Entscheidung.

Fischerboote mit teils interessanten Werbeanstrichen am Strand von Weligama. Das Sonja das Ende der Surfevolution darstellt, habe ich schon länger vermutet…
Es gibt wieder viele Fischerboote, auch wenn sehr viele bei der großen Tsunami an Weihnachten 2004 zerstört wurden.

Anschließend gingen wir in der Stadt noch Wasser (15 Liter) kaufen und Geld am Automaten abholen. Die Gebühren betrugen 450 Rupien, was etwa 2,25€ entspricht. Überrascht hat uns der Höchstbetrag, den man abheben konnte, da dieser einem Gegenwert von 1000€ entspricht, was in einem Land mit recht niedrigem Preisniveau eher untypisch ist.

Auf der Suche nach frischem Obst steuerten wir eine Saftbar an, die einem Schweizer gehört, der auch gerade vor Ort war und uns ein wenig über seinen Laden und die Angestellten erzählt hat. Nebenbei tranken wir noch superleckere frisch gepresste Fruchtsäfte, die wir uns selbst zusammenstellen durften. Ich entschied mich für eine Mischung aus Papaya- und Ananassaft mit einem Schuss Limone. Sonja fügte noch Kokosnuss hinzu. Der Preis von 50 Cent pro Getränk ging mehr als in Ordnung, vor allem wenn man die Arbeit bedenkt alle Früchte frisch zu öffnen und die Mixer, Gläser usw. anschließend wieder zu spülen. Es wurde außerdem streng darauf geachtet, dass nur abgepacktes Eis und Wasser verwendet wurden und nicht etwa – das für europäischen Mägen eher ungeeignete – Leitungswasser.

Sonja mit dem frischen Fruchtsaft. Im Hintergrund der einheimische Mitarbeiter und der Schweizer Besitzer. Das Obst ist nicht nur Deko, sondern wurde frisch von der Theke weg verarbeitet.

Anschließend haben wir uns ein wenig ausgeruht und Sonja wollte anschließend unbedingt noch eine Stunde surfen gehen. Ich bin mit ihr an den Surfspot spaziert und habe zugesehen, wie sie doch recht viele Wellen „erwischt“ hat, obwohl es noch einmal voller als am Morgen war. Als dann die Sonne hinter dem Horizont verschwand, wurde es sehr schnell dunkel und wir erreichten in der letzten Dämmerung unser Hostel. Die Dusche bietet nur „kaltes“ Wasser, was aber völlig ok ist, denn kalt bedeutet eben auch dabei etwa 30 Grad Celsius.

Da wir am nächsten Morgen zu einer Tour verabredet waren, ging es dann auch schnell ins Bett.

Manchmal führt die Fahrt weiter als geplant…

Eigentlich wollten wir nur eine kurze Etappe in Spanien zurücklegen und nach Pálamos fahren. Da die Anzahl der brauchbaren und offenen Stellplätze und Campingplätze aktuell etwas beschränkt ist, da viele im Winter einfach geschlossen sind, hatten wir uns einen geöffneten Campingplatz sowie einen Stellplatz in Pálamos ausgeguckt. Aber weder die Lage, noch die Stadt selbst sagten uns zu, so dass wir kurzentschlossen weitergefahren sind.

Zwischendurch haben wir noch einen obligatorischen Lidl-Einkaufsstop gemacht und sowohl Diesel als auch Gas aufgefüllt. Da wir dann doch etwas länger unterwegs waren, haben wir auch einen Fahrerwechsel gemacht. Nachdem ich durch etliche enge Gassen, die zu allem Überfluss auch noch zugeparkt waren, gefahren war, hat Sonja dann auf dem Lidl-Parkplatz übernommen. Sie hatte dann die teils engen Bergstraßen zu bewältigen, die allerdings kein Vergleich zu denen in den Picos de Europa waren.

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Dass wir uns so schnell wieder der französischen Grenze nähern würden, hatten wir nicht gedacht…

Wir hatten bereits geplant, als übernächsten Stopp Argelès-sur-Mer anzufahren, was dann irgendwie unser nächster Stopp und der Ort wurde, an dem wir den Jahreswechsel verbracht haben.

Auf der Fahrt durch die Ausläufer der Pyrenäen haben wir zum zweiten Mal auf unserer Tour Schnee gesehen. (Zum ersten Mal war es auf den Gipfeln der Sierra Nevada.) Allerdings Gottseidank nur von Weitem.

Am Silvesterabend haben wir, nachdem wir auf dem total vollen Campingplatz Le Roussillonnais mit Glück einen Platz bekommen haben, noch einen Spaziergang entlang der Strandpromenade in den Hafen gemacht. Nach der langen Sitzerei im Auto tat etwas Bewegung wirklich gut.

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Fischerboote im Hafen von Argelès-sur-Mer bei Sonnenuntergang.

Schon sobald die Sonne hinter den Bergen verschwunden war, wurde es ziemlich schnell kühl, und die Temperaturen sanken tatsächlich bis auf etwa 5 °C ab. So haben wir uns Überwintern im „Warmen“ nicht wirklich vorgestellt. Leider ist es im Winter wirklich überall auf der Iberischen Halbinsel nicht so richtig warm. Also ein Trugschluss, denn viele Mitteleuropäer meinen, in Spanien sei immer „Sommer“.

Tagesausflug nach Girona mit sehenswerter Altstadt und gut erhaltener Stadtmauer

Zuerst einmal: Wir wünschen Euch in frohes, erfolgreiches und gesundes Jahr 2020!

Von unserem Campingplatz, der ziemlich genau zwischen Calella und Pineda de Mar gelegen ist, sind wir nach Pineda spaziert, um dort in die Bahn einzusteigen, die Girona mit Barcelona verbindet. Auch Barcelona und Girona liegen beide etwa 50 Kilometer vom Campingplatz entfernt, und die Fahrt kostet mit der Bahn knapp fünf Euro pro Person die einfache Strecke.

In Girona angekommen, sind wir von dem eher modernen Stadtteil, in dem der Bahnhof liegt, direkt in die Altstadt aufgebrochen. Bereits in der Fußgängerzone auf dem Weg dorthin hat man uns (naja und auch allen anderen) den roten Teppich ausgerollt. Tatsächlich war die gesamte Haupteinkaufsstraße mit einem roten Läufer versehen worden, auf dem ab und an Weihnachtsbäume standen. In dessen Verlängerung liegt die Pont de Pedra, über die wir gingen und einen ersten Blick auf die bunten Häuser an beiden Seiten des Ufers werfen konnten.

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Die berühmten bunten Häuser und im Hintergrund links die Basilika, rechts die Kathedrale

Einen noch besseren Blick sollten wir dann aber von der „roten Brücke“, Pont de les Peixateries Velles, aus haben, die – anders als ihre luxembourgische Namensschwester -eher flach und klein, eben eine Fußgängerbrücke ist.

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Sonja alleine auf der „roten Brücke“ (Pont de les Peixateries Velles)

Durch die engen Gassen der Altstadt stiegen wir zur Kathedrale auf, dann zur Basilika wieder ab und anschließend entlang der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer auf den höchsten Punkt der Stadt an der Universität auf. Über den Wehrgang der Stadtmauer begaben wir uns dann an unseren Ausgangspunkt, die Ponte de Pedra, zurück, und wir erkundeten noch das Rathaus und die innerstädtischen Gässchen, die wir bei unserem Aufstieg nicht begangen hatten.

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Die Kathedrale wirkt noch mächtiger, da das Portal in Verlängerung einer riesigen Freitreppe liegt. Das Kirchenschiff ist eines der längsten Europas. Der Eintritt war allerdings mit 10€ ziemlich weltlich, und wir haben uns das Geld gespart.
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Schön geschwungene Gassen in der Altstadt, hier ein durchaus als breit zu bezeichnendes Exemplar

Einige der Häuser haben einen sehr beeindruckenden Säulengang vor ihren eigentlichen Eingängen, und manche Gasse ist so schmal, dass selbst zwei Menschen nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme aneinander vorbei passen.

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Eine Konditorei, in der die Zeit im letzten Jahrhundert stehen geblieben zu sein schien.

Nach unseren obligatorischen 10 Kilometern Stadtrundgang fuhren wir mit der Bahn die etwa eine Stunde zurück und gingen von der Station bis zum Campingplatz, was ebenfalls etwa 1,5 Kilometern entspricht. Den Nachmittag ließen wir mit Lesen ausklingen.

Und falls jemand wegen des Wetters nachfragt… Ja, wir hatten wie so häufig einen blauen Himmel, aber wir sind heute morgen um 9 Uhr bei 8 °C losgefahren und bei 5°C und Nebel in Girona angekommen. In Girona stiegen die Temperaturen erst gegen Mittag über die 10°C Marke. Am Meer wurden dann immerhin 14°C erreicht, die sich bei Wind aber ziemlich frisch anfühlten.

I am stoked! – Heute erwischte ich die höchste Welle meines Lebens

Heute morgen wurden wir gegen 8 Uhr von einem strahlend blauen Himmel geweckt. Es war mit 12 Grad noch etwas frisch, so dass wir dann einfach noch ein bisschen im Bettchen unter unserem Panoramadachfenster liegen geblieben sind und Pläne geschmiedet haben. Gegen 9.30 h zog ich meine Laufklamotten an, und ging eine halbe Stunde am Strand entlang joggen, um mich aufzuwärmen, und um Ausschau nach den Wellen zu halten, im Fachjargon „Wellencheck machen“. Dieser fiel gut aus, so dass ich sofort zum Campingplatz zurücklief und meinen Neoprenanzug überzog. So langsam hatte die Sonne auch richtig Kraft, so dass es sich echt warm anfühlte. Marc wollte mich heute bei meiner morgendlichen Surfsession noch einmal begleiten und Fotos machen. Meine Wellenausbeute war sehr gut, besser als oft am Atlantik, dessen Wellen man ja eine gute Qualität nachsagt. Beim Rauspaddeln (raus bedeutet hier aufs Meer hinaus!) zog mich in Strandnähe eine starke Seitwärtsströmung Richtung Norden, so dass ich versuchte, mit den Füßen den Boden zu spüren, um mich mit meinen Füßen im Sandboden „festzuankern“. So konnte ich ein Stück weiter ins Meer hinaus gehen, anstatt zu paddeln, um ein weiteres Abtreiben zu verhindern. Als ich die nächste Sandbank in 20 Meter Entfernung vom Strand erreichte, konnte ich von dort aus weiter paddeln. Hinter dieser Brechungslinie ließ auch die Strömung nach, so dass ich auf einer Stelle bleiben konnte. Das Wasser hat 15 Grad, was sich gar nicht so kalt anfühlt. Beim Paddeln wird einem ja auch warm, und die Sonne tat ihr übriges. Außerdem habe ich ja seit ein paar Wochen einen neuen Neoprenanzug, der innen gefüttert ist und so die Körpertemperatur gut hält, weil kein Wasser durchläuft. Eine gute Neuanschaffung!

In der halben Stunde, während der Marc am Strand stand, hat er wie immer gute Schnappschüsse von mir gemacht. Im richtigen Moment, wenn ich eine gute Figur in der Welle machte! Vielen Dank an meinen Starfotografen!

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Hier gleite ich am grünen Wellenkamm die kleine Welle entlang, immer weiter, gefühlt endlos…..und es fühlt sich immer wieder berauschend an, auf der Welle zu schweben…..

Nach einer warmen Dusche gab es dann gegen Mittag unser lang ersehntes Frühstück, ein Megaobstteller und danach eine spanische Tortilla, ein Kartoffelomelette mit Pilzen, Käse und Chorizo. Nach dem Frühstück unternahmen wir dann einen kleinen Strandspaziergang über die Strandpromenade in Richtung Supermarkt, um noch einige Vorräte zu besorgen. Nachmittags wurde es immer wärmer.

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Tagsüber hatten wir wirklich 23 Grad (links unten), dagegen rechts im Bild die Temperatur von Deutschland bzw. bei uns die Kühlschranktemperatur!😁😎

Auf dem Rückweg am Strand entlang beobachteten wir zwei einheimische Surfer, wie sie in den Wellen herumtollten. Da bekam ich sofort Lust auf eine zweite Surfsession am Nachmittag. Bei diesen sommerlichen Temperaturen war es auch echt keine Überwindung, noch einmal ins kühle Nass zu springen. Diesmal ging ich alleine Richtung Beach. Die Wellen wurden immer größer, allerdings habe ich hier gelernt, dass die Mittelmeerwellen nicht so brutal sind und man keine Angst vor der Höhe haben muss. So lag ich auf meinem Brett und sah einen Megabrecher von ca. 2 Metern auf mich zurollen, was blieb mir? Die Welle nehmen oder ihr entgegen paddeln, um über sie hinweg zu kommen und sie unter sich durchlaufen zu lassen. Ersteres ist Zielführender.

So drehte ich die Surfbrettnase Richtung Strand und begab mich in Startposition: Auf dem Bauch liegend schräg in Richtung Strand paddeln und warten, bis die Welle das Heck vom Surfbrett leicht anhebt, dann noch zwei weitere Paddelschläge, um in die Welle hineinzukommen und aufzustehen, den Take Off zu machen. Dies gelang mir mit Bravour, ich glitt die glitzernde fast senkrechte Wasserwand entlang………..gefühlt endlos.

Mir gelang es sogar, in der Welle etwas hoch und runter zu fahren. Ein Wahnsinnserfolg.

Danach wurde ich beim Hinauspaddeln mehrmals von dicken Brechern gewaschen und herumgewirbelt, so dass ich nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Salzwasser in Nase und Ohren, aber das kenne ich auch von anderen Tagen am Atlantik. Es war mir nicht mehr möglich, über die riesigen senkrechten Brecher aufs Meer hinter die Brechungszone zu kommen. Immer wieder spülten sie mich zurück Richtung Strand.

Voller Adrenalin surfte ich eine letzte kleine Welle bis zum Strand und beendete die Surfsession für den Tag. Denn man soll immer dann aufhören, wenn es am schönsten ist.

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Strahlend geht es aus dem Wasser nach einer gelungenen Surfsession

Voller Stolz ging ich zum Campingplatz zurück und verkündete, dass ich mich 2020 für die Deutschen Wellenreitmeisterschaften in Frankreich anmelden werde. Im September dieses Jahres waren wir ja vor Ort, als der Wettkampf stattfand, und bei den Frauen über 40 hätte ich gute Chancen!

Weihnachtsvorbereitungen und viel Ruhe

In der Nacht sollte eigentlich ein sehr starker Sturm über uns hinwegziehen, allerdings war dieser hier wirklich nicht heftig. In anderen Teilen Spaniens und Portugals hat es aber wohl Überflutungen und umgestürzte Bäume gegeben, gar von fünf Toten ist die Rede… Wir sind, Gott sei dank, verschont geblieben, und wir konnten ganz in Ruhe in den letzten Tagen viel spazieren gehen, Sonja zusätzlich Laufen und Surfen. Wir beide haben zudem sehr viel gelesen. Sehr viel heißt in diesem Falle bis zu etwa dreihundert Seiten pro Tag.

Außerdem waren wir noch mehrfach in der Stadt und haben dort unter anderem Turrón gekauft. Das ist eine typisch spanische Süßigkeit, die aus Mandeln, Öl, Eiklar, Honig und viel Zucker besteht. Das Zeug ist jedenfalls sehr süß, und das Öl läuft beim Transport aus dem Gebäck aus, daher sind die Tafeln gleich mehrfach eingeschweißt.

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Die Packung Turrón in Kombination mit unserem Weihnachtsengel, der in der Adventszeit an unserem Schrank hängt.

Außerdem haben wir noch eine Peitsche erworben, eine ebenfalls typisch spanische Edelsalami.

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Mit dieser Peitsche schlägt man nicht wirklich, die ist relativ leicht, enthält aber reichlich Fett. Schmeckt aber gut 😉

Während der Spaziergänge sind wir dann auch an „meinem“ Lokal vorbeigekommen. Falls ich irgendwann mal in die Gastronomie gehen sollte, wäre das doch schon mal ein brauchbarer Name und nettes Design…

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Die Stadt sieht bei unterschiedlichen Licht- und Wetterverhältnissen immer wieder imposant aus.

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Peñíscola immer wieder schön anzusehen.

Die Weihnachtslotterie und noch ein wenig Alltag

Wie ja schon im gestrigen Artikel erwähnt, wollen wir bei der berühmten spanischen Weihnachtslotterie um „El Gordo“ – „Den Dicken“ mitspielen. Streng genommen wird nur der Hauptpreis so bezeichnet, nicht die Lotterie, auch wenn viele Menschen das synonym gebrauchen. Dazu hatten wir uns bereits gestern erkundigt, wo man die Lose erwerben kann. An dieser Stelle fanden wir heute dann tatsächlich einen Losverkäufer, der allerdings nur für andere Lotterien (ONCE) Lose verkaufte, aber sehr auskunftsfreudig war und uns zur staatlichen Lotterieverkaufsstelle geschickt hat. Dort konnten wir dann tatsächlich Lose für uns erwerben, die wir uns gegenseitig zu Weihnachten schenken. Der Vorteil ist, sie nehmen keinen unnötigen Platz weg. Wahrscheinlich gewinnen wir eh nichts und wenn, dann ist Geld  nie ein Problem bzw. lediglich Zahlen auf dem Konto 😉

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Sonja mit unseren Losen vor dem Lotteriebüro

Die Ziehung der Gewinne findet am 22. Dezember ab 9 Uhr morgens statt. Die gezogenen Losnummern werden traditionell im Madrider Opernhaus gezogen. Dafür stehen zwei Lostrommeln, in denen sich kleine Holzkugeln aus Buchsbaumholz befinden, zur Verfügung. In der einen Trommel befinden sich die Kugeln mit den Losnummern und in der anderen die Gewinnklassen. Die Gewinnzahlen werden also nicht einzeln zusammengestellt, wie beim „deutschen Lotto“, sondern als Ganzes aus der Lostrommel gezogen. Anschließend wird der Losnummer ein Gewinn zugeordnet.

Die Holzkugeln fallen aus den Trommeln in kleine Glasschalen und werden von dort aus von Schülern des Madrider Colegio de San Ildefonso, einem ehemaligen Waisenhaus für Jungen, das mittlerweile eine Schule für Jungen und Mädchen (aus zum Großteil schwierigen Familienverhältnissen) ist, vorgesungen. Dabei singt ein Kind die Losnummer und das zweite Kind die Gewinnsumme.

Die Kinder gehen singend mit den Kugeln zu den offiziellen Vertretern der Lotterie, die sowohl Losnummer als auch Gewinn bestätigen.

  • Bei der größten Lotterie der Welt liegen 2,4 Milliarden Euro im Jackpot
  • Der Hauptpreis „El Gordo“ liegt bei 4 Millionen Euro
  • Die erste Ziehung von „El Gordo“ war im Jahr 1812 in Cádiz.
  • Insgesamt gibt es bei der spanischen Weihnachtslotterie 100.000 Lose mit den Gewinnzahlen 00000 bis 99999.
  • Die Nummern werden in sogenannte Serien eingeteilt. Das bedeutet, dass jede Losnummer 170 Mal ausgegeben wird.
  • Die Gewinnchancen auf den Hauptgewinn „El Gordo“ stehen daher bei 1:100.000, was sehr gut ist, wenn man bedenkt, dass beim Lotto die Chance auf den Hauptgewinn bei 1:140.000.000 liegt
  • Ein ganzes Los für „El Gordo“ kostet hier in Spanien 200 Euro, über das Internet in Deutschland kommen dann noch Gebühren des Anbieters hinzu.
  • Die Spanier kaufen für „El Gordo“ üblicherweise Zehntellose (“Décimos“), womit man ein Zehntel des gesamten Gewinns bekommt, genau so haben wir es auch gehandhabt und Zehntellose zu je 20 € erworben. Damit sind natürlich auch die Gewinne gezehntelt. Im Falle des Gewinns von „EL Gordo“ währen es  dann „nur 400.000€“.

Es gibt unterschiedliche Gewinnklassen, die zufällig auf die gezogenen Losnummern verteilt werden:

  • 1x Erster Preis: 4.000.000 Euro
  • 1x Zweiter Preis: 1.250.000 Euro
  • 1x Dritter Preis: 500.000 Euro
  • 2x Vierter Preis: 200.000 Euro
  • 8x Fünfter Preis: 60.000 Euro
  • 794x Sechster Preis: 1.000 Euro

Hinzu kommen die Zusatzgewinne:

  • Jeweils 20.000 Euro für die Losnummern direkt vor und nach dem Hauptgewinn
  • Jeweils 12.500 Euro für die Losnummern direkt vor und hinter dem zweiten Preis
  • Jeweils 9.600 Euro für die Losnummern direkt vor und hinter dem dritten Preis
  • 297 x 1.000 Euro für die Losnummern, welche mit den ersten 3 Ziffern des ersten, zweiten oder dritten Preises übereinstimmen
  • 997 x 1.000 Euro für die Losnummern, welche mit den letzten beiden Ziffern des ersten, zweiten oder dritten Preises übereinstimmen
  • 999 x 200 Euro für alle Losnummern, deren letzte Ziffer mit der letzten Ziffer des ersten Preises übereinstimmt

Auf den ersten Blick ziemlich kompliziert, aber eigentlich ganz logisch…

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Auf der Rückseite der Lose sind die Gewinnklassen und Regeln auch noch einmal in Kurzform aufgedruckt. (Da auf der Vorderseite die Losnummer zu sehen sind, enthalten wir Euch diese vor, falls wir doch noch reich werden… )

Nun werden wir wohl am 22. Dezember morgens mit mehr als der Hälfte der spanischen Bevölkerung vor irgendeinem Bildschirm sitzen und die Ziehung verfolgen.

Sonst haben wir lediglich eingekauft und dabei haben sowohl Sonja als auch ich etwas mehr als 20% unseres Körpergewichtes in Lebensmitteln und Wasser aus der Stadt zu unserem Auto getragen, was immerhin etwas über 2 Kilometer sind.

Wer meinte, das sei dann Sport genug, der hat sich in Sonja getäuscht, sie war noch Laufen und anschließend kurz surfen, musste aber feststellen, dass die Wellen heute nicht besonders gut surfbar waren…

Und neben diesen Aktivitäten hat meine liebe Sonja mir noch die Haare geschnitten, und natürlich haben wir wieder ausgiebig gefrühstückt und zu Abend gegessen.

Jetzt bin ich mal gespannt, wer bis hier hin wirklich gelesen hat… Das war ein langer Text… Lasst gerne einen Kommentar da, wir freuen uns darüber!

Auf dem Markt in Oliva… und kaum Regen, obwohl er angekündigt war

Am heutigen Donnerstag sind wir um 10 Uhr mit dem Bus nach Oliva gefahren. Warum nicht mit dem Fahrrad? Der Wetterbericht sagte wieder einmal ausschließlich Regen an, und außerdem benötigen wir wieder Wasser zum Trinken. Da der Nachbar uns zwar letztes Mal angeboten hatte, dieses mitzubringen und das auch getan hatte, aber wenig begeistert wirkte, haben wir uns entschlossen, dieses Mal selbst dafür zu sorgen. Da wir 18 Liter Wasser (3×6 Liter Kanister) sehr schlecht auf dem Fahrrad transportiert bekommen und zudem ja auch noch Obst und sonstige Lebensmittel benötigten, haben wir uns entschieden, mit dem Bus zu fahren, der direkt vor dem Campingplatz abfährt.

Normalerweise ist ja immer freitags Markt in Oliva, diesmal wegen des Feiertags am 6. Dezember allerdings schon am Donnerstag. Jetzt fragt man sich natürlich, welcher Feiertag am 6. Dezember in Spanien gefeiert wird… Und es ist nicht Nikolaus, sondern der Tag der Verfassung. Wieder etwas dazu gelernt.

Wir sind dann jedenfalls um 10 Uhr mit dem Bus nach Oliva zum Markt gefahren und haben zuerst den Konsum, dann den Aldi, anschließend den Markt und dann noch den Mercadona aufgesucht, denn mittlerweile wissen wir recht gut, welche Lebensmittel es in welchem Markt besonders gut oder günstig gibt. Bezüglich Frische und Qualität ist allerdings der Markt absolut ungeschlagen. Heute haben wir dort zwei Kilogramm Walnüsse für sechs Euro, zwei Kilogramm Trauben für zwei Euro und als absolutes Highlight drei Kilogramm Mandarinen für sage und schreibe einen Euro (nicht das Kilogramm, sondern insgesamt!!!). Zusätzlich gab es dann noch 5 Kilogramm Äpfel und Zucchini, Kartoffeln, anderen Gemüse, Thunfisch, Chorizo, Käse, 24 Eier und Müsli. Was jetzt nach einem Einkauf für einen Monat klingt, ist gar nicht so viel, denn wir essen jeder jeden Tag knapp ein Kilogramm Obst und da ist das sehr schnell weg…

Der Regen ließ sich jedenfalls nur um uns herum blicken, aber wir sind die ganze Zeit in Oliva nicht nass geworden, im Gegenteil, wir hatten teilweise sogar Sonne. Um 13 Uhr fuhr der Bus dann mit uns und einigen wenigen anderen Gästen zurück zu den Campingplätzen. Wie sich während der Fahrt herausstellte, waren auch drei Damen vom Nachbarcampingplatz dabei. Die Damen (alle deutlich jenseits der 60 Jahre alt) sind jeweils alleine mit je einem Wohnmobil unterwegs und haben sich, da sie die weite Strecke von Deutschland nicht unbedingt alleine fahren wollten, verabredet, um im Konvoi bis hierher zu fahren, und dann den Winter im Süden zu verbringen. Das hat uns beiden sehr beeindruckt, und die Damen waren wirklich gut drauf. Es zeigt sich wieder einmal: „Man ist so alt, wie man sich fühlt“. Wir wünschen den dreien jedenfalls einen tollen Aufenthalt und haben uns gefreut, sie kurz kennenzulernen.

Nach unserem Einkaufsausflug haben wir uns entschlossen, noch einen Strandspaziergang zu machen. Am Strand war es immer noch recht wenig da, dass die Wellen immer noch sehr hoch sind, aber der angekündigte Regen blieb weiterhin aus.

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In Blickrichtung Süden war der Himmel sogar blau, allerdings war es nicht sooo warm, wie man unschwer an Sonjas Kleidung erkennt 😉

Pünktlich, als wir zurück zum Auto kamen, fielen auch die ersten Tropfen, also ideales Timing, wie so oft.

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Hand in Hand am Strand… was kann es schöneres geben?!? So spazieren wir sehr häufig und nun schon seit über drei Monaten fast täglich 💖
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Es ergaben sich – dank des komplett eingeschlafenen Windes – wirklich tolle Spiegelungen und wenn es etwas wärmer gewesen wäre, hätten wir uns vermutlich auch mit den Wellenreitern noch in die Fluten gestürzt, aber so ist das auf einen anderen Tag verschoben.

Da der Regen den gesamten Abend und die Nacht andauern wird, haben wir auch noch ausreichend Gelegenheit zu lesen und uns auszuruhen. Zudem genießen wir das ein oder andere Telefonat mit unseren Lieben, die daheimgeblieben sind. Natürlich sind Geburtstagstelefonate immer besonders nett, und Sonjas liebe Patentante hat heute Geburtstag und sich sehr über Sonjas Anruf gefreut.