Es wird nervenaufreibend…

Am 6. März sollten die Rückflüge nach Deutschland beginnen und die ersten unserer Reisegruppe hatten am Abend des 5. März Tickets für diesen Flug erhalten. Über Nacht kamen immer weitere Tickets hinzu (teilweise zwei Stunden vor der Zeit an der die Menschen am Flughafen sein sollten). So fuhren dann am Vormittag des 6. März acht der dreizehn Mitreisenden mit unserem Reiseleiter Jürgen zum Flughafen. Wie anderen fünf wussten zu diesem Zeitpunkt nicht viel, außer einer Nachricht des Konsulats, die besagte, dass wir „zeitnah“ Informationen zu unseren „in den nächsten Tagen“ stattfindenden Flügen erhalten sollten.

Bis 7. März um 12:16 Uhr eine WhatsApp-Nachricht von Jürgen kam: „T, Sonja, Marc. Bitte Koffer packen; wir fahren in 15 Minuten los. Kein Spaß“. Woraufhin wir, wie von der Tarantel gestochen, unsere Sachen zusammen gepackt und in den Bus geladen haben. Zwei weitere Mitreisende waren zu diesem Zeitpunkt mit Jürgen spazieren und mit dem Taxi auf dem Rückweg zum Motel. Sonja und ich waren gerade dabei zum Spaziergang aufzubrechen und hätten fünf Minuten später das Motel verlassen und daher auch keinen WLAN-Empfang mehr gehabt. Wir saßen dann jedenfalls alle sechs um 12:28, teilweise nass geschwitzt, im Bus auf dem Weg zum Flughafen.

Während der Fahrt informierte und Jürgen was passiert war: Unsere Mitreisenden hatten am gestrigen Tag Jürgens Telefonnummer bei einem der Botschaftsmitarbeiter hinterlegt, mit der Information, dass wir verbleibenden fünf Personen innerhalb einer halben Stunde am Flughafen sein könnten, falls andere Reisende nicht erscheinen sollten. Und während des Spaziergangs rief dieser Mitarbeiter tatsächlich bei Jürgen an, dass wir sofort kommen sollten. Das Boarding des Fluges war für 14:00 Uhr vorgesehen. Unsere Zeit war also sehr sehr knapp und auf der Hinfahrt jede einzelne Ampel rot. Wir waren alle absolut ungläubig und konnten noch nicht glauben was passierte, denn nach 14 Tagen Unsicherheiten, Hoffen und Bangen und regelmäßigem nächtlichen etlichen Male Emails kontrollieren, passierte so plötzlich etwas.

Zügiger Weg zum Eingang des Flughafens in Christchurch

Am Flughafen angekommen waren lediglich zwei Sicherheitskräfte und ein Polizist zu sehen, die uns aber nach kurzer Erklärung sofort ins Gebäude ließen. Dort erwartete uns ein Team der Botschaft und die Kostenübernahmezettel wurden eingesammelt und unsere Pässe kontrolliert. Anschließend durften wir noch ein Bild mit den Mitarbeitern für das Auswärtige Amt machen, da wir „so herrlich verschwitzt und abgehetzt“ aussähen. Komisch, warum nur… Anschließend ging es dann zum Checkin, der von sechs Flughafenmitarbeitern an sechs Schaltern besetzt war. So hatte praktischer Weise jeder aus unserer Gruppe einen Schalter für sich, denn fast alle anderen Passagiere (bis auf zwei, die praktisch gleichzeitig mit uns angehetzt kamen) waren natürlich bereits eingecheckt. Die Mitarbeiter waren extrem freundlich und selbst auf meine Länge wurde Rücksicht genommen, die Gepäckstücke zwar gewogen, die Massen (die teilweise zu hoch für Air New Zealand waren) jedoch ignoriert. Alle fünf haben wir Plätze in der Business-Class bekommen und etwa 50 Minuten nach dem Anruf hielten wir die Bordkarten in Händen. Durch die Sicherheitskontrolle ging es dann auch sehr schnell, klar wir waren wieder die Einzigen! Die Mitarbeiter zeigten uns aus eigener Motivation wo wir das Wasser ausleeren und die Flaschen wieder mit Trinkwasser befüllen konnten. Dann waren wir tatsächlich ausreichend früh zum Boarding bereit und konnten kurz unsere Verwandten informieren, bevor es in den Flieger ging. Erst so langsam realisieren wir, was eigentlich alles passiert ist, womit wir nur Stunden vorher nicht gerechnet haben.

Die letzten Passagiere des Fluges über Vancouver nach Frankfurt mit den Mitarbeitern der Botschaft am Flughafen in Christchurch

Während ich das hier schreibe, liege ich im Bett (tatsächlich!) der Business-Class in der Boing 777-300W von Air New Zealand mit der Flugnummer NZ 1952 auf dem Weg nach Vancouver. Aktuell befinden wir uns irgendwo über dem Pazifik etwa auf Höhe der Datumsgrenze. In Vancouver werden wir nach 15 Stunden Flugzeit landen, die Crew wird getauscht und der Flieger gereinigt. Wir werden das Flugzeug allerdings nicht verlassen dürfen, da Kanada ebenfalls die Grenzen geschlossen hat. Aber die notwendige Zwischenlandung ist dank der Verhandlungen des Auswärtigen Amtes überhaupt erst möglich. So werden wir voraussichtlich dann nach etwa 27 Stunden im Flugzeug – irgendwann hoffentlich – in Frankfurt ankommen.

Wir bedanken uns noch einmal ausdrücklich bei Jürgen, Michael, den Mitarbeitern von Air New Zealand (am Flughafen und im Flugzeug) und den Mitarbeitern der Deutschen Botschaft sowie im Auswärtigen Amt, die diese Aktion überhaupt erst möglich machen. Wir hätten nie gedacht einmal auf diplomatische Hilfe angewiesen zu sein, aber es ist toll, dass so etwas organisiert wird. Danke!

Schnell nach Christchurch – Nun ist Corona auch in Neuseeland wirklich angekommen…

Daher fasse ich die Ereignisse der letzten zwei Tage zusammen und wir werden vermutlich auch weniger zu berichten haben, aber dazu später mehr…

Wir hatten nach unserem Ausflug zum Milford Sound ja noch in Te Anau übernachtet und sollten eigentlich in die abgelegene Region der Catlins und danach nach Dunedin fahren. Während am Abend und während unserer Nacht veränderte sich die Situation aber ziemlich deutlich. Emirates sagte sämtliche Rückflüge nach Deutschland ab, Australien schloss auch für den Transit die Flughäfen und die neuseeländische Regierung verkündete auf der vierstufigen Maßnahmen-Skala sofort auf Stufe drei und 48 Stunden später, also ab dem 26. März auf Stufe vier zu gehen. Schon Stufe drei untersagt nicht notwendige Reisen, bei Stufe vier sind jegliche Fahrten, die nicht absolut unumgänglich sind untersagt. Außerdem müssen alle nicht absolut notwendigen Geschäfte nach und nach bis auf Weiteres, mindestens für vier Wochen schließen. Der Abstand zu anderen Menschen, mit denen man nicht in häuslicher Gemeinschaft lebt, muss damit auch unter allen Umständen ab sofort zwei Meter betragen. Der Ausgang ist nur noch zum Arzt (nach Anmeldung), zum Sport (alleine oder mit dem Menschen mit dem man zusammen lebt) und zum einkaufen erlaubt. Jegliche öffentliche Einrichtungen, auch Toiletten, öffentlicher Nahverkehr und jegliche Benutzung von Spielplätzen, Sportstätten, Restaurants usw. ist bei Strafe untersagt.

Die Haupteinkaufsstraße in Christchurch Dienstag um 16 Uhr…

Daher haben wir dann gemeinsam als Gruppe mit unserem Reiseleiter entschieden direkt in Richtung Christchurch zu fahren, um dann in Flughafennähe zu sein. Da die Fahrt für einen Tag zu lang gewesen wäre, fuhren wir nach Wanaka zurück. Jürgen organisierte in Rekordzeit die Unterkunft dort und gleich für den Folgetag auch eine Bleibe in Christchurch. Da wir aufgrund der Diskussion und Organisation erst nach 10 Uhr losfahren konnten, kamen wir erst am Nachmittag in Wanaka an. Auf der Fahrt hielten wir dennoch für einige Toilettenstopps an, die zufällig an sehr schönen Aussichtspunkten lagen. Nach der Ankunft in Wanaka spazierten Sonja und ich noch einmal zum See, an dem – bis auf den Wind- schon fast gespenstische Stille herrschte. Die wenigen Menschen, denen wir begegneten wichen uns ebenso mindestens zwei Meter aus, wie wir das ebenfalls taten. Als wir nach gut zwei Stunden zurück am Holiday Park waren, hatte Jürgen auch schon bald ein hervorragendes Curry für uns alle gekocht. Das sollte unser Abschiedsessen werden, denn der weitere Verlauf der Gruppenreise war nicht klar. Einige Teilnehmer wollten versuchen so schnell wie möglich selbst Flüge zu buchen, was allerdings wegen der Verfügbarkeit letztlich scheiterte. Jedenfalls hatten wir ein sehr leckeres Essen und eine emotionale Ansprache von Jürgen. Unser lieber, normalerweise aber nicht sehr geschwätziger Michael hielt eine kurze aber wunderbare Rede in einer Mischung aus deutsch, englisch und maori. Zum Abschluss sang er auch noch einen Maori-Song und wünschte uns allen eine gesunde und glückliche Reise. Wir haben „sein Herz berührt“. Wir bedankten uns natürlich auch bei unserem genialen Reiseleiterteam und waren und sind uns alle einig, dass wir mit Michael und Jürgen das größtmögliche Glück hatten. Ihre Ortskenntnis und die teilweise schon langjährige Bekanntschaft mit den Betreibern der Unterkünfte ermöglichte uns eine tolle Reise und die spontane Umplanung. Wir sind sehr dankbar, das Land und Euch beide kennengelernt zu haben.

Auf der Fahrt bei einem „Toilettenstopp„

Am nächsten Tag ging es dann schon sehr früh in Richtung Christchurch. Denn außer dem Fakt der kommenden praktischen Reise- und Ausgangssperre war noch nicht viel klar. Auch Michael und Jürgen müssten eigentlich in ihre jeweiligen Heimatorte (beide bei Auckland) zurück. Jürgen hat aber sofort entschieden, dass er in Christchurch bleibt, bis der letzte der Gruppe ausgereist ist, was für ihn bedeutet, dass auch er Christchurch nicht mehr verlassen kann, bis die Sperre aufgehoben wurde. Die Fähre zur Nordinsel war auch auf allen erreichbaren Fahrten ausgebucht. Daher organisierte Jürgen während der Fahrt noch einen Flug für Michael, der ihn hoffentlich am Donnerstag (nach Beginn von Stufe 4) nach Auckland bringen soll.

Kirche am Lake Tekapo

Trotz dieser Schwierigkeiten erhielten wir während der Fahrt immer noch interessante Informationen über das Land und die Regionen durch die wir gerade fuhren. Auch die Stopps waren weiterhin so, dass man keinen Unterschied zu einem „ganz normalen“ Reisetag ausmachen konnte.

Auf einem Pass hatte es in der Nacht sogar geschneit.

In Christchurch angekommen bezogen wir tatsächlich noch Zimmer in einem sonst total überfüllten Holiday Park. Am Nachmittag zeigte uns Jürgen dann bei einem Stadtrundgang noch die Sehenswürdigkeiten der Stadt und die immer noch präsente Zerstörung durch die großen Erdbeben 2010 und 2011, die das Stadtzentrum fast vollständig zerstörten und 185 Todesopfer und weit mehr Verletzte forderten. Daher halten sich die Sehenswürdigkeiten im Zentrum in Grenzen. Nach einem Stopp am Supermarkt ging es zurück zur Unterkunft.

Ein Denkmal für die Toten des Erdbebens 2011. 185 unterschiedliche weiße Stühle, alle unbefestigt und frei beweglich… wie lange das wohl in Deutschland gehalten hätte?!?
Eines der wenigen alten Gebäude, dass wieder aufgebaut wurde und immer noch wird.

Am nächsten Tag haben wir unsere Freiheit noch einmal genutzt und sind mit dem Bus an den Strand gefahren, der leider knapp 10 Kilometer entfernt ist. Das ist zu weit um sich auf dem Weg zum Supermarkt dorthin zu verlaufen. Die Meeresbrise und der Spaziergang tat wirklich gut, die Sonne schien, nur sehr leer war alles und die paar Menschen hielten ganz bewusst Abstand. Anschließend noch ein Stopp am Supermarkt, den wir allerdings nicht mehr aufgesucht haben. Stattdessen spazierten wir zur Unterkunft, aßen zu Abend und spazierten noch einmal über den Platz. Nun sind wir in unserer kleinen Kammer und harren der Dinge und hoffentlich Flüge, die da kommen.

Das letzte Mal am Strand, wer weiß für wie lange….
Diese Nachricht erschien auf allen Mobiltelefonen um 18:30 Uhr. Damit kann niemand behaupten, er hätte nichts von der Ausgangssperre gewusst.

Wanaka und Umgebung

Heute schnürten wir erneut die Wanderschuhe und nach einer kurzen Busfahrt ging es auch schon los zum Rocky Mountain. Der Weg war zuerst zwar schon recht steil, aber bis zum Diamond Lake noch recht breit und gut ausgebaut. Das änderte sich sukzessive nach dem See. Die Steilheit blieb in weiten Teilen erhalten oder nahm sogar noch deutlich zu, dafür wurde der Weg an manchen Stellen nur noch etwa 20 Zentimeter breit. Als es dann rechts vom Weg nur noch, fast senkrecht bergab und links ebenso steil bergauf ging, habe ich mich entschieden umzudrehen, auch wenn ich nur wenige hundert Meter Strecke vom Gipfel entfernt war.

Oben im Berg ist der Weg mit einigen Wanderern zu erkennen. Aufgenommen vom Aussichtspunkt auf etwa halber Höhe des Weges.

Sonja hat den Weg dann noch fortgesetzt und ist auf einem anderen Weg wieder zurück gegangen. Da ich auf dem Rückweg noch einen Abstecher zu einem Aussichtspunkt gemacht habe und mir auch etwas Zeit gelassen habe, holte mich Sonja schon recht bald wieder ein.

Ausblick auf den Diamond Lake von etwas weiter oben.

Zusammen umrundeten wir noch den Diamond Lake und gingen dann zurück zum Bus, wo wir uns mit dem Rest der Gruppe trafen.

Deutlich weiter oben hat Sonja erst mal ein paar kleine Felsblöcke gesichert 😉

Anschließend fuhren wir zur Unterkunft zurück und legten die Rucksäcke ab, machten uns etwas frisch und wurden dann in die Stadt gefahren. Außer vielen Outdoor-Geschäften, -veranstaltern und Restaurants hat die Stadt selbst nicht so viel zu bieten. Die Lange direkt am glasklaren See hat allerdings etwas für sich. Wir spazierten am See entlang zurück in Richtung Unterkunft und ließen den Tag bei einem leckeren Gemüseeintopf ausklingen, den Sonja aus sehr wenigen Zutaten gezaubert hatte.

Der glasklare See Wanaka liegt wirklich schön in Mitten der Berge. Der 300 Meter tiefe Grund des Sees liegt etwa auf Meereshöhe.

An die Westküste nach Hokitika

Unser Weg führte uns heute weiter in Richtung Westküste. Während der Fahrt auf dem Highway, der eher an eine durchschnittliche Landstraße in der Eifel erinnert, überqueren wir die spektakuläre Buller-Schlucht, ehe wir Cape Foulwind erreichen. Die Highways hier sind an Brücken oder Engstellen oft nur einspurig, so dass der Fahrer sehr vorausschauend und vorsichtig fahren muss.

Der Fluß war schon bei historischem Tiefstand beeindruckend, unvorstellbar wie das ist, wenn selbst die Straße überflutet wird.

Bei einem Spaziergang am Cape Foulwind, dass seinen Namen Captain Cook zu verdanken hat, der eben hier ungünstige Winde hatte und nicht in Richtung Australien weitersegeln konnte, konnten wir spektakuläre Strände sehen und der hier ansässigen Pelzrobbenkolonie einen Besuch abstatten.

Der Wegweiser gibt die Distanzen zu einigen Großstädten der Welt an, so könnt ihr erahnen, wie weit wir weg sind.

Entlang des kleinen Paparoa-Nationalparks fuhren wir weiter bis zu den berühmten „Pancake Rocks“ bei Punakaiki.

Die Pancake Rocks, die ihren Namen erhalten haben, weil sie eben aussehen, als hätte jemand Pfannkuchen übereinander gestapelt.

Nachmittags erreichten wir unsere Unterkunft in Hokitika – herrlich gelegen direkt am Meer. Am Abend organisierte unser Reiseleiter Jürgen ein besonderes Abendessen: Wir genossen gemeinsam ganz traditionelle „Fish & Chips“ am Strand und erlebten dabei den Sonnenuntergang über dem Meer.

Aus Treibgut wurde am Strand von Hokitika der Ortsname gebaut, der einen hübschen Vordergrund für den Sonnenuntergang bot.

Sri Lanka Tag 2: Der erste vollständige Tag in Weligama

Nach einer ersten warmen Nacht haben wir heute recht lange, nämlich bis etwa 10 Uhr Ortszeit geschlafen. Da das aber etwa 5:30 Uhr deutscher Zeit entspricht, war es dann doch wieder nicht so lange…

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserer Pension mit Ei, Bananen und Ananas sind wir zu einem Erkundungsspaziergang am Strand entlang aufgebrochen. Zuerst sind wir vom Zentrum Weligamas weg und dann in Richtung der Stadt spaziert. Vorbei an vielen bunten Fischerbooten und der ein oder anderen kleinen vorgelagerten Insel kamen wir dann an den Hauptsurfstrand, an dem sich hunderte von Surfern tummelten. Die Surfbretter gibt es dort in praktisch allen Größen und Formen zu leihen, auch wenn der Schwerpunkt ganz klar im Anfängerbereich liegt. Da die Temperaturen aber um die Mittagszeit die 30 Grad Marke erreicht haben und die Sonne erbarmungslos auf uns herab brannte, haben wir auf das Surfen erst einmal verzichtet… was nicht so schwierig war, denn wir waren beide hundemüde. Allerdings durften wir schon herausfinden, dass die Brettmiete pro Stunde sagenhafte 250 Rupien beträgt, was etwa 1,25€ entspricht. Die eigenen Bretter nicht mitzunehmen war also in jedem Fall die richtige Entscheidung.

Fischerboote mit teils interessanten Werbeanstrichen am Strand von Weligama. Das Sonja das Ende der Surfevolution darstellt, habe ich schon länger vermutet…

Es gibt wieder viele Fischerboote, auch wenn sehr viele bei der großen Tsunami an Weihnachten 2004 zerstört wurden.

Anschließend gingen wir in der Stadt noch Wasser (15 Liter) kaufen und Geld am Automaten abholen. Die Gebühren betrugen 450 Rupien, was etwa 2,25€ entspricht. Überrascht hat uns der Höchstbetrag, den man abheben konnte, da dieser einem Gegenwert von 1000€ entspricht, was in einem Land mit recht niedrigem Preisniveau eher untypisch ist.

Auf der Suche nach frischem Obst steuerten wir eine Saftbar an, die einem Schweizer gehört, der auch gerade vor Ort war und uns ein wenig über seinen Laden und die Angestellten erzählt hat. Nebenbei tranken wir noch superleckere frisch gepresste Fruchtsäfte, die wir uns selbst zusammenstellen durften. Ich entschied mich für eine Mischung aus Papaya- und Ananassaft mit einem Schuss Limone. Sonja fügte noch Kokosnuss hinzu. Der Preis von 50 Cent pro Getränk ging mehr als in Ordnung, vor allem wenn man die Arbeit bedenkt alle Früchte frisch zu öffnen und die Mixer, Gläser usw. anschließend wieder zu spülen. Es wurde außerdem streng darauf geachtet, dass nur abgepacktes Eis und Wasser verwendet wurden und nicht etwa – das für europäischen Mägen eher ungeeignete – Leitungswasser.

Sonja mit dem frischen Fruchtsaft. Im Hintergrund der einheimische Mitarbeiter und der Schweizer Besitzer. Das Obst ist nicht nur Deko, sondern wurde frisch von der Theke weg verarbeitet.

Anschließend haben wir uns ein wenig ausgeruht und Sonja wollte anschließend unbedingt noch eine Stunde surfen gehen. Ich bin mit ihr an den Surfspot spaziert und habe zugesehen, wie sie doch recht viele Wellen „erwischt“ hat, obwohl es noch einmal voller als am Morgen war. Als dann die Sonne hinter dem Horizont verschwand, wurde es sehr schnell dunkel und wir erreichten in der letzten Dämmerung unser Hostel. Die Dusche bietet nur „kaltes“ Wasser, was aber völlig ok ist, denn kalt bedeutet eben auch dabei etwa 30 Grad Celsius.

Da wir am nächsten Morgen zu einer Tour verabredet waren, ging es dann auch schnell ins Bett.

Manchmal führt die Fahrt weiter als geplant…

Eigentlich wollten wir nur eine kurze Etappe in Spanien zurücklegen und nach Pálamos fahren. Da die Anzahl der brauchbaren und offenen Stellplätze und Campingplätze aktuell etwas beschränkt ist, da viele im Winter einfach geschlossen sind, hatten wir uns einen geöffneten Campingplatz sowie einen Stellplatz in Pálamos ausgeguckt. Aber weder die Lage, noch die Stadt selbst sagten uns zu, so dass wir kurzentschlossen weitergefahren sind.

Zwischendurch haben wir noch einen obligatorischen Lidl-Einkaufsstop gemacht und sowohl Diesel als auch Gas aufgefüllt. Da wir dann doch etwas länger unterwegs waren, haben wir auch einen Fahrerwechsel gemacht. Nachdem ich durch etliche enge Gassen, die zu allem Überfluss auch noch zugeparkt waren, gefahren war, hat Sonja dann auf dem Lidl-Parkplatz übernommen. Sie hatte dann die teils engen Bergstraßen zu bewältigen, die allerdings kein Vergleich zu denen in den Picos de Europa waren.

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Dass wir uns so schnell wieder der französischen Grenze nähern würden, hatten wir nicht gedacht…

Wir hatten bereits geplant, als übernächsten Stopp Argelès-sur-Mer anzufahren, was dann irgendwie unser nächster Stopp und der Ort wurde, an dem wir den Jahreswechsel verbracht haben.

Auf der Fahrt durch die Ausläufer der Pyrenäen haben wir zum zweiten Mal auf unserer Tour Schnee gesehen. (Zum ersten Mal war es auf den Gipfeln der Sierra Nevada.) Allerdings Gottseidank nur von Weitem.

Am Silvesterabend haben wir, nachdem wir auf dem total vollen Campingplatz Le Roussillonnais mit Glück einen Platz bekommen haben, noch einen Spaziergang entlang der Strandpromenade in den Hafen gemacht. Nach der langen Sitzerei im Auto tat etwas Bewegung wirklich gut.

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Fischerboote im Hafen von Argelès-sur-Mer bei Sonnenuntergang.

Schon sobald die Sonne hinter den Bergen verschwunden war, wurde es ziemlich schnell kühl, und die Temperaturen sanken tatsächlich bis auf etwa 5 °C ab. So haben wir uns Überwintern im „Warmen“ nicht wirklich vorgestellt. Leider ist es im Winter wirklich überall auf der Iberischen Halbinsel nicht so richtig warm. Also ein Trugschluss, denn viele Mitteleuropäer meinen, in Spanien sei immer „Sommer“.

Tagesausflug nach Girona mit sehenswerter Altstadt und gut erhaltener Stadtmauer

Zuerst einmal: Wir wünschen Euch in frohes, erfolgreiches und gesundes Jahr 2020!

Von unserem Campingplatz, der ziemlich genau zwischen Calella und Pineda de Mar gelegen ist, sind wir nach Pineda spaziert, um dort in die Bahn einzusteigen, die Girona mit Barcelona verbindet. Auch Barcelona und Girona liegen beide etwa 50 Kilometer vom Campingplatz entfernt, und die Fahrt kostet mit der Bahn knapp fünf Euro pro Person die einfache Strecke.

In Girona angekommen, sind wir von dem eher modernen Stadtteil, in dem der Bahnhof liegt, direkt in die Altstadt aufgebrochen. Bereits in der Fußgängerzone auf dem Weg dorthin hat man uns (naja und auch allen anderen) den roten Teppich ausgerollt. Tatsächlich war die gesamte Haupteinkaufsstraße mit einem roten Läufer versehen worden, auf dem ab und an Weihnachtsbäume standen. In dessen Verlängerung liegt die Pont de Pedra, über die wir gingen und einen ersten Blick auf die bunten Häuser an beiden Seiten des Ufers werfen konnten.

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Die berühmten bunten Häuser und im Hintergrund links die Basilika, rechts die Kathedrale

Einen noch besseren Blick sollten wir dann aber von der „roten Brücke“, Pont de les Peixateries Velles, aus haben, die – anders als ihre luxembourgische Namensschwester -eher flach und klein, eben eine Fußgängerbrücke ist.

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Sonja alleine auf der „roten Brücke“ (Pont de les Peixateries Velles)

Durch die engen Gassen der Altstadt stiegen wir zur Kathedrale auf, dann zur Basilika wieder ab und anschließend entlang der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer auf den höchsten Punkt der Stadt an der Universität auf. Über den Wehrgang der Stadtmauer begaben wir uns dann an unseren Ausgangspunkt, die Ponte de Pedra, zurück, und wir erkundeten noch das Rathaus und die innerstädtischen Gässchen, die wir bei unserem Aufstieg nicht begangen hatten.

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Die Kathedrale wirkt noch mächtiger, da das Portal in Verlängerung einer riesigen Freitreppe liegt. Das Kirchenschiff ist eines der längsten Europas. Der Eintritt war allerdings mit 10€ ziemlich weltlich, und wir haben uns das Geld gespart.

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Schön geschwungene Gassen in der Altstadt, hier ein durchaus als breit zu bezeichnendes Exemplar

Einige der Häuser haben einen sehr beeindruckenden Säulengang vor ihren eigentlichen Eingängen, und manche Gasse ist so schmal, dass selbst zwei Menschen nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme aneinander vorbei passen.

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Eine Konditorei, in der die Zeit im letzten Jahrhundert stehen geblieben zu sein schien.

Nach unseren obligatorischen 10 Kilometern Stadtrundgang fuhren wir mit der Bahn die etwa eine Stunde zurück und gingen von der Station bis zum Campingplatz, was ebenfalls etwa 1,5 Kilometern entspricht. Den Nachmittag ließen wir mit Lesen ausklingen.

Und falls jemand wegen des Wetters nachfragt… Ja, wir hatten wie so häufig einen blauen Himmel, aber wir sind heute morgen um 9 Uhr bei 8 °C losgefahren und bei 5°C und Nebel in Girona angekommen. In Girona stiegen die Temperaturen erst gegen Mittag über die 10°C Marke. Am Meer wurden dann immerhin 14°C erreicht, die sich bei Wind aber ziemlich frisch anfühlten.