Urlaub in Peñíscola

Wie ihr ja bereits wisst, bezeichnen wir als Urlaub immer Tage, an denen wir nicht weiterfahren und außerdem keine umfangreichen Aktivitäten geplant haben…

Der 15. Dezember war jedenfalls hier in Peñíscola ein wunderbarer Sommertag, den Sonja mit einer kurzen Joggingrunde und anschließendem Surfen verbracht hat, denn die Wellen waren tatsächlich ausreichend hoch für sie. Dank des strahlend blauen Himmels und der Kraft der Sonne wurde es auch nicht kalt. Beim Frühstück haben wir dann sogar wieder in kurzer Hose und T-Shirt vor dem EU-GO gesessen. Ungefähr so hatten wir uns das Überwintern in Spanien vorgestellt.

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Außerdem sind wir natürlich noch am Strand spazieren gegangen und haben viel gelesen. Unter anderem haben wir uns über die berühmte Weihnachtslotterie schlau gemacht, da wir natürlich mitspielen wollen. Dazu aber dann mehr, wenn wir die Lose gekauft haben.

Am Montag war der Himmel dann leider bedeckt, und die Temperaturen auch weit entfernt von sommerlich. So ist Sonja erneut joggen gegangen, und ich bin ihr dann in die Stadt entgegengegangen, da wir noch Obst und „Geld kaufen“ mussten. Mittlerweile stimmt das mit dem „Geld kaufen“ tatsächlich, denn auch wenn die deutschen Banken teilweise keine Gebühren für das Geldabheben im Ausland berechnen, so tun das die spanischen Banken alle mehr oder weniger. Natürlich bezahlen wir so viel wie möglich mit der Karte, aber zum Beispiel auf dem Markt kann man das Obst noch nicht mit Karte bezahlen, oder auch die Busfahrer wollen Bargeld sehen (Am liebsten natürlich passend, was manchmal hellseherische Fähigkeiten voraussetzt, da der Fahrpreis im Vorfeld nirgendwo zu erfahren ist ;-)).

Jedenfalls haben wir seit heute wieder tolle Trauben, Mandarinen und Äpfel frisch vom Markt, der in Peñíscola immer montags stattfindet.

Leider hat es dann den Tag über immer wieder Sprühregen oder teils auch heftigeren Niederschlag gegeben, so dass wir wieder ziemlich viel gelesen haben, bevor der Abendspaziergang uns noch einmal an die Halbinsel der Altstadt herangeführt hat.

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Abendstimmung mit dunklen Regenwolken hinter der Altstadt von Peñíscola

Kurz danach, als wir gerade wieder „zuhause“ angekommen waren, fing es dann auch tatsächlich erneut an zu regnen. Also wieder einmal ideales Timing.

Natürlich bedanken wir uns auch ausdrücklich bei Stefanie Ruhrmann, der lieben Ex-Kollegin, die die Empfehlung für Peñíscola in dem von meinen lieben Kollegen bei der SIS Fellbach erstellten Reiseführer gegeben hatte. Stefanie haben wir ja auch bereits vor einigen Wochen in Portugal getroffen.

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Das Bild von Ende Oktober… Stefanie, Ihr Mann und wir beide…

Auf dem Markt in Oliva… und kaum Regen, obwohl er angekündigt war

Am heutigen Donnerstag sind wir um 10 Uhr mit dem Bus nach Oliva gefahren. Warum nicht mit dem Fahrrad? Der Wetterbericht sagte wieder einmal ausschließlich Regen an, und außerdem benötigen wir wieder Wasser zum Trinken. Da der Nachbar uns zwar letztes Mal angeboten hatte, dieses mitzubringen und das auch getan hatte, aber wenig begeistert wirkte, haben wir uns entschlossen, dieses Mal selbst dafür zu sorgen. Da wir 18 Liter Wasser (3×6 Liter Kanister) sehr schlecht auf dem Fahrrad transportiert bekommen und zudem ja auch noch Obst und sonstige Lebensmittel benötigten, haben wir uns entschieden, mit dem Bus zu fahren, der direkt vor dem Campingplatz abfährt.

Normalerweise ist ja immer freitags Markt in Oliva, diesmal wegen des Feiertags am 6. Dezember allerdings schon am Donnerstag. Jetzt fragt man sich natürlich, welcher Feiertag am 6. Dezember in Spanien gefeiert wird… Und es ist nicht Nikolaus, sondern der Tag der Verfassung. Wieder etwas dazu gelernt.

Wir sind dann jedenfalls um 10 Uhr mit dem Bus nach Oliva zum Markt gefahren und haben zuerst den Konsum, dann den Aldi, anschließend den Markt und dann noch den Mercadona aufgesucht, denn mittlerweile wissen wir recht gut, welche Lebensmittel es in welchem Markt besonders gut oder günstig gibt. Bezüglich Frische und Qualität ist allerdings der Markt absolut ungeschlagen. Heute haben wir dort zwei Kilogramm Walnüsse für sechs Euro, zwei Kilogramm Trauben für zwei Euro und als absolutes Highlight drei Kilogramm Mandarinen für sage und schreibe einen Euro (nicht das Kilogramm, sondern insgesamt!!!). Zusätzlich gab es dann noch 5 Kilogramm Äpfel und Zucchini, Kartoffeln, anderen Gemüse, Thunfisch, Chorizo, Käse, 24 Eier und Müsli. Was jetzt nach einem Einkauf für einen Monat klingt, ist gar nicht so viel, denn wir essen jeder jeden Tag knapp ein Kilogramm Obst und da ist das sehr schnell weg…

Der Regen ließ sich jedenfalls nur um uns herum blicken, aber wir sind die ganze Zeit in Oliva nicht nass geworden, im Gegenteil, wir hatten teilweise sogar Sonne. Um 13 Uhr fuhr der Bus dann mit uns und einigen wenigen anderen Gästen zurück zu den Campingplätzen. Wie sich während der Fahrt herausstellte, waren auch drei Damen vom Nachbarcampingplatz dabei. Die Damen (alle deutlich jenseits der 60 Jahre alt) sind jeweils alleine mit je einem Wohnmobil unterwegs und haben sich, da sie die weite Strecke von Deutschland nicht unbedingt alleine fahren wollten, verabredet, um im Konvoi bis hierher zu fahren, und dann den Winter im Süden zu verbringen. Das hat uns beiden sehr beeindruckt, und die Damen waren wirklich gut drauf. Es zeigt sich wieder einmal: „Man ist so alt, wie man sich fühlt“. Wir wünschen den dreien jedenfalls einen tollen Aufenthalt und haben uns gefreut, sie kurz kennenzulernen.

Nach unserem Einkaufsausflug haben wir uns entschlossen, noch einen Strandspaziergang zu machen. Am Strand war es immer noch recht wenig da, dass die Wellen immer noch sehr hoch sind, aber der angekündigte Regen blieb weiterhin aus.

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In Blickrichtung Süden war der Himmel sogar blau, allerdings war es nicht sooo warm, wie man unschwer an Sonjas Kleidung erkennt 😉

Pünktlich, als wir zurück zum Auto kamen, fielen auch die ersten Tropfen, also ideales Timing, wie so oft.

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Hand in Hand am Strand… was kann es schöneres geben?!? So spazieren wir sehr häufig und nun schon seit über drei Monaten fast täglich 💖
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Es ergaben sich – dank des komplett eingeschlafenen Windes – wirklich tolle Spiegelungen und wenn es etwas wärmer gewesen wäre, hätten wir uns vermutlich auch mit den Wellenreitern noch in die Fluten gestürzt, aber so ist das auf einen anderen Tag verschoben.

Da der Regen den gesamten Abend und die Nacht andauern wird, haben wir auch noch ausreichend Gelegenheit zu lesen und uns auszuruhen. Zudem genießen wir das ein oder andere Telefonat mit unseren Lieben, die daheimgeblieben sind. Natürlich sind Geburtstagstelefonate immer besonders nett, und Sonjas liebe Patentante hat heute Geburtstag und sich sehr über Sonjas Anruf gefreut.

Die ersten Kilometer am Mittelmeer entlang (LaLínea – Sotogrande – Estepona)

Nach einer fast ruhigen, aber sehr kalten Nacht bei unter 10 °C sind wir entlang der Mittelmeerküste gen Osten gefahren. In der Nacht haben nur einige Hunde und Hähne unseren Schlaf geringfügig gestört. Mittlerweile haben wir uns wohl schon fast an das ständige Gekläffe gewöhnt, das uns praktisch seit der Einreise nach Portugal begleitet. Hunde gibt es immer mehr, nicht aufgehobene Hundesch… auch und Besitzer, die ihre Tiere absolut nicht unter Kontrolle haben ebenfalls. Leider sind viele Menschen wohl auch deshalb im Wohnmobil unterwegs, damit sie ihre Tiere mit in Urlaub nehmen können. So haben wir schon mehr Volumen Hund in kleinen Kastenwagen bestaunen dürfen, als Menschen… Und das nennt sich dann Tierliebe, ok, jedem das Seine… Aber egal, jedenfalls war es in der Nacht sehr kalt, so kalt, dass das campingplatzeigene Pfauenpärchen die Hälse ganz eingezogen hatte und aus kleinen Augen in Richtung der Gäste schaute. Die Menschen, die im Zelt unterwegs waren, waren irgendwie schon sehr früh auf den Beinen, haben sie doch auch nicht mit solch winterlichen Temperaturen gerechnet.

Wir sind dann auch recht bald aufgebrochen und an den Strand nach Sotogrande gefahren, wo wir unsere Frühstückspause verbringen und noch ein wenig am Strand spazieren gehen wollten. Tatsächlich entpuppte sich der Ort als ein sehr nobler Ferienort mit einer riesigen Marina und farbenfrohen Häuschen. Die Luxusyachten, die teilweise dort lagen, waren ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Da mittlerweile die Sonne herausgekommen war, fühlten sich die angeblich 15 °C auch deutlich wärmer an und im Windschatten saßen mache Menschen schon mit T-Shirts und kurzen Hosen in der Sonne. Wir haben das gute Wetter natürlich ebenfalls genossen und vor allem die Tatsache, dass es wenig bis keinen Wind gab. Das waren wir von der Atlantikseite in den letzten Wochen ganz anders gewöhnt.

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Die Marina von Sotogrande mit den farbenfrohen Häusern und den Kleinstyachen. An anderen Stellen der Marina lagen deutlich größere Yachten, dann sieht man aber von den Häusern nichts mehr 😉

Nach dem kleinen Spaziergang, der dann doch wieder einige Kilometer weit war, gab es lecker Frühstück mit Blick auf die nächste Marina, denn wir sind noch bis Estepona weitergefahren und haben dort einen – wie wir dachten – sehr ruhigen Parkplatz gefunden. Nach einem kurzen Mittagsschläfchen sind wir dann an der wahnsinnig langen Strandpromenade von Estepona entlangspaziert. Diese Promenade reicht tatsächlich bis Málaga und bildet einen Teil eines großen Rundwanderweges (GR 249). Wir sind nur einige Kilometer auf und ab spaziert, und das Ganze hat sich so lange hingezogen, bis die Sonne unterging. Dafür sah die Promenade im Sonnenuntergang auch noch einmal besonders prächtig aus.

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Die Promenade von Estepona… mit Palmen und meiner tollen Frau

Als wir dann zum EU-GO zurückgekehrt waren, haben wir lecker zu Abend gegessen und uns schlafen gelegt. Zuvor haben wir beschlossen, dass wir Málaga und Marbella links (in Wirklichkeit rechts) liegen lassen und daran vorbei fahren wollen, denn beide Städte hatten wir vor einigen Jahren schon besucht, und sie sind uns nicht in bester Erinnerung geblieben. Außerdem sind die Innenstädte nur bedingt wohnmobiltauglich. Den Campingplatz „Don Cactus“ haben wir uns als nächstes Ziel ausgeguckt. Einen Zwischenstopp planen wir in Nerja einzulegen.