Strandspaziergang, Büro, Mikrowellensurfen, Sonnenuntergang…

ungefähr so lässt sich unser heutiger Tag zusammenfassen. Denn mit einem 6 Kilometer Strandspaziergang begann unser Tag, dann gab es Frühstück. Anschließend hab ich ein bisschen “Büro” gemacht, denn auch das ist bei solch einer Reise ja hin und wieder notwendig. Rechnungen müssen kontrolliert und Kontostände abgeglichen werden, die Steuererklärung will ebenso vorbereitet, wie die Kosten unserer Reise im Blick behalten werden. Anschließend haben wir etwas gelesen, bzw. Mittagsschlaf gehalten, und dann hat Sonja befunden, dass die Vierzig-Zentimeter-Mittelmeerwelle hoch genug ist,  um von ihr gesurft zu werden, was sich überraschenderweise auch als tatsächlich funktionierend herausgestellt hat. Dazu hilft es sicherlich, dass Sonja schon verdammt gut und vor allem sehr leicht ist.

img_2827
Nachmittagssurfsession in Mikrowellen vor bezaubernder Kulisse

Zum Sonnenuntergang sind wir dann noch einmal ein wenig über den Campingplatz gegangen und haben die atemberaubenden Farben des Himmels bewundert.

img_2839
Der Himmel sah heute wirklich ziemlich beeindruckend aus.

Anschließend gab es dann Abendessen, wie fast immer drei Gänge: Ein Salat vorab, eine warme Hauptspeise und dann noch ein Nachtisch.

img_2840
So sieht unser Zuhause aktuell bei Sonnenuntergang aus, mit frisch geschnittenen Hecken und Bäumen gleich viel aufgeräumter.

Nun ist der Tag schon fast wieder vorbei, und ich frage mich, wie wir die ganzen Aktionen in unserem früheren Leben in einen Tag gepackt haben. OK, alltägliche Dinge, wie Geschirrspülen, Wäsche waschen und trocknen, Wohnung reinigen, Einkaufen usw. nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch, da sowohl unsere Lagermöglichkeiten begrenzt sind, als auch keine eigenen Maschinen zur Verfügung stehen. Selbst mit den Wegen von und zum Waschhaus (Toilette, Zähne putzen, Spülen) kommen am Tag schnell mal 1,5 bis 2 Kilometer Strecke zusammen, die auch etwas Zeit benötigen. Kurzum, es dreht sich alles mehr um die essentiellen Dinge des Lebens. Zudem schlafen wir wirklich viel, da das Leben an der frischen Luft irgendwie anstrengend ist.

img_2838
Da Sonja unbedingt auch mal ein Foto von mir auf der Homepage haben wollte (ja ich bin tatsächlich auch dabei!)… hier ist es nun bei unserer abendlichen Campingplatzrunde aufgenommen.

Morgen früh geht es dann mit dem Fahrrad zum Markt von Oliva, um unsere Vorräte wieder aufzustocken und vielleicht noch ein wenig die Stadt anzusehen.

Aktuell werden wir immer wieder gefragt, wie (und wo) wir Weihnachten und Sylvester  verbringen werden, aktueller Stand: Wir wissen es selbst noch nicht, da wir das Ganze vom Wetter und unserer Lust abhängig machen wollen. Zunächst planen wir eine weitere Woche hier zu bleiben, um dann irgendwann mal weiter gen Norden zu fahren. Wann und wie?!? Wir werden sehen…

Die alte Stadt Cartagena und eine lange Fahrt nach Oliva

Nach einer sehr ruhigen und entspannten Nacht in Cartagena haben wir uns aufgemacht, die Stadt zu erkunden. Cartagena soll angeblich 3000 Jahre alt sein, und tatsächlich waren in jedem Loch, das für Bauarbeiten ausgehoben wurde, irgendwelche alten Mauern zu erkennen. Unter anderem gibt es auch ein römisches Bad, aber das kennen wir sowohl von Trier als auch von Zülpich, also für uns nicht sooo besonders, auch wenn die Technik der damaligen Zeit durchaus beeindruckend ist. Die Stadt Cartagena liegt jedenfalls an einem sehr großen Naturhafen und stellt den größten Marinestützpunkt Spaniens am Mittelmeer. Außerdem gibt es eine Universität. Sehr viele wunderschöne Gebäude lassen sich allerdings kaum wirklich bewundern, da die Straßen und Wege so eng sind, dass man nicht genug Abstand gewinnen kann, um diese in voller Pracht oder als Gesamtes zu erfassen und bestaunen.

img_2759
Der Blick vom Hafen auf die Stadt Cartagena ist schon beeindruckend. Leider ist das auch der einzige Bereich, wo etwas mehr Platz vor den Gebäuden ist.
img_2773
Das Rathaus von Cartagena liegt ebenfalls recht nah am Hafen.

Nach unserem Stadtrundgang, der diesmal nur knapp 12 Kilometer lang war, sind wir in Richtung Norden aufgebrochen. Eigentlich wollten wir nach La Manga del Mar Menor fahren und dort länger Station machen, aber da die riesige Salzwasserlagune vor einigen Wochen (ebenso wie der Max-Eyth-See an unserer vorherigen Spazierrunde in Stuttgart) komplett “umgekippt” ist und alle Fische und Pflanzen gestorben sind, haben wir uns das verkniffen. Auch darauf hat uns Stefan gestern noch aufmerksam gemacht, und wir haben ein wenig weiter nachgelesen und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir uns das nicht antun müssen. Da wir ja bekennende Hasser von Touristenhochburgen sind und weiter nördlich dann Alicante und Benidorm mit den Bettentürmen und absolut zugebauter Küste folgten, sind wir noch weiter bis kurz vor Oliva gefahren. Sonja hat die dreistündige Fahrt hervorragend und ohne Zwischenfälle gemeistert. Unser Bedarf an Sonderaktionen und Abenteuer ist nach den letzten beiden Tagen auch erst einmal gestillt. So kamen wir dann um 16 Uhr in Oliva an und haben auf dem Campingplatz Olé eingecheckt. Anschließend haben wir gegen 17 Uhr unser vermutlich spätestes Frühstück der bisherigen Reise eingenommen.

Unsere Parzelle liegt etwa 50 Meter Luftlinie und ebenso weit zu Fuß vom Meer entfernt, fast direkt hinter der Düne. Hier planen wir,  noch mal ein wenig Urlaub zu machen, denn in Raddistanz gibt es einiges zu entdecken, der Strand ist wunderschön, und es laufen aktuell sogar Wellen, so dass eventuell Wellenreiten möglich sein könnte. Das Wetter soll die nächsten Tage mehrfach die 20°C Marke knacken, und das Wasser ist mit 17°C auch nicht sooo kalt.

img_2787
Der Strand direkt am Campingplatz. Wunderschön im Abendlicht, allerdings heute auch windig, und daher fühlten sich die 15°C schon recht kühl an, vielleicht auch wegen unser etwas geringen Nahrungszufuhr bisher…

Ankommen in Vadevaqueros nach der bisher kürzesten Tagesetappe.

Wohl eine der kürzesten Tagesetappen brachte uns gestern auf unseren Campingplatz. Wir fuhren nämlich nicht einmal 4 Kilometer und befinden uns nun auf dem Campingplatz Vadevaqueros. Dieser liegt in der Nähe (ziemlich genau 460 Meter entfernt) desselben Strandes, den wir bereits am Vorabend gesehen und für sehr schön befunden haben. Außerdem ist er windgeschützt mit vielen Hecken und dennoch nicht zu dunkel gelegen. Unser Spaziergang führte uns demnach wieder an denselben Strand wie schon am Vorabend.

img_2508
Beim gestrigen Morgenspaziergang war das Wetter noch sehr freundlich, anschließend aber auch ziemlich windig.

Den Montag begannen wir mit einer Surfsession und verbrachten trotz kühlen Wassers und frischen Außentemperaturen mehr als eine Stunde im Wasser. Dazu wird Sonja aber noch etwas schreiben.

img_2515
Pünktlich zum Abendspaziergang kommt die Sonne hervor. Im Hintergrund Tarifa, die südlichste Stadt des europäischen Festlandes und dahinter das Atlasgebirge in Marokko, also bereits Afrika.

Nach dem Surfen genossen wir die warme Dusche und brauchten auch eine geraume Zeit, um wieder “aufzutauen”. Anschließend verbrachten wir den Tag mit Lesen, einem Mittagsschlaf und natürlich dem obligatorischen Frühstück zur Mittagszeit. Das Wetter war leider nicht so einladend, denn lediglich kurz vor Sonnenuntergang kam dieselbige kurz zum Vorschein. Den restlichen Tag über war der Himmel bedeckt, und die Höchsttemperaturen mit maximal 17 °C auch ziemlich frisch. Bei unserem Abendspaziergang kam dann aber die Sonne noch einmal zum Vorschein.

img_2517
Sonja beim Abendspaziergang in  der überdimensionalen Flip-Flop-Dusche eines bekannten Herstellers

Manchmal ist es schon witzig, was Marketingmenschen sich so alles einfallen lassen… Der “Schlappenhersteller” hat tatsächlich an eine Surfschule hier am Strand eine Dusche in Form der von Ihm vertriebenen Fußbekleidung gestellt.

Nach dem Spaziergang haben wir uns noch mit ebenfalls deutschen Campingplatznachbarn unterhalten, und ich durfte einmal mehr die Arbeit von Stefan Isheim von der Firma FullSol loben, die uns von allen Stromsorgen befreit hat.

Wir nähern uns Afrika… Natürlich entlang der Küste Aguadulce – El Palmar – Valdevaqueros

Am heutigen Tag sind wir aus Aguadulce weiter gefahren und haben zuerst das schöne Surferörtchen Al Palmar besucht. Dort haben wir verschiedene Surfläden aufgesucht und einen tollen neuen Neoprenanzug für Sonja gefunden, denn ihr bisheriger ist nach 10 Jahren des Gebrauchs schon ziemlich verschlissen und unbeweglich geworden. Eigentlich wollten wir uns aber verschiedene Surfbretter genauer anschauen und die Unterschiede erklären lassen. Um diese dann probezusurfen, wären wir sogar gerne dort geblieben, aber die Distanz vom Campingplatz zum Strand beziehungsweise zum Surfshop, wo man die Bretter leihen und ausprobieren konnte, war mit deutlich über einem Kilometer einfach zu groß. Eine solche Distanz geht man eben doch nicht mit Surfklamotten und ggf. Brett entlang einer Straße. So sind wir dann kurz nach Mittag und unserem Frühstück, schweren Herzens weitergefahren.

img_2499
Der Strand von El Palmar, wirklich schön und endlos lang… 

Anschließend haben wir noch unsere Obst, Gemüse und vor allem Trinkwasservorräte aufgefüllt (diesmal als gute Deutsche im Aldi ;-)) und haben uns auf die Suche nach der nächsten Übernachtungsmöglichkeit gemacht. Dabei waren wir unter anderem am Campingplatz Bahia de la Plata, der wirklich sehr schön, direkt am Strand gelegen ist. allerdings sind die kleinen Parzellen wirklich sehr klein, nämlich nicht mal 5 Meter tief, so dass selbst ein VW-Bus Schwierigkeiten hat darauf zu stehen. Die großen Parzellen hätten 28 € pro Nacht gekostet und das war uns dann doch zu viel, denn eigentlich nutzen wir ja lediglich die Duschen und Toiletten… Wir haben zwar beides im Auto, aber es ist schon sehr großer Luxus eine Dusche mit unbegrenzt warmem Wasser zu haben, die man anschließend nicht austrocknen (und vorher nicht ausräumen) muss. Unsere Toilette versuchen wir ausschließlich für das “kleine Geschäft” zu nutzen, denn den anderen Geruch muss man nicht unbedingt direkt im ganzen restlichen Haus (direkt neben Küche und Bett) haben… Daher sind wir dann weitergefahren. Einen anderen Campingplatz haben wir schon im Vorbeifahren aussortiert, denn die Lage direkt an der Hauptstraße wäre vielleicht noch ok gewesen, aber auf beiden Seiten Kuhweiden, das war dann doch das KO-Kriterium, denn Fliegen gibt es hier sowieso schon genug und in der Nähe von Kühen sicher nicht weniger. Letztlich wollten wir dann einen Campingplatz am Strand von Valdevaqueros anfahren. Das haben wir dann auch gemacht, um kurz vor Einbruch der Dunkelheit vor einem verschlossenen Tor zu stehen. Natürlich hatten wir einen Plan B (und ich meine nicht den guten Tropfen von unserem Freund Johannes Bauerle), nämlich den Campingplatz, der ebenso heißt wie der Strand anzufahren. Als wir allerdings am Ende der Straße wenden wollten, stießen wir auf einen traumhaften Parkplatz, direkt am Strand, der auch schon von einigen anderen, meist windsurfenden Wohnmobilisten, bevölkert war, und entschieden uns spontan die Nacht ebenfalls hier zu verbringen. Natürlich gingen wir noch eine kleine Runde am Strand spazieren, denn nach der ganzen Sitzerei tat ein bisschen Bewegung not.

img_2503
Der Strand von Valdevaqueros kurz nach Sonnenuntergang

Den Camping Valdevaqueros werden wir dann voraussichtlich morgen ansteuern und wenn er uns gefällt für einige Zeit zu unserem vorübergehendem Wohnsitz machen.

Vom “Ende der Welt” mit Zwischenstopp in Santiago nach Pontevedra kurz vor Portugal

Um an den gestrigen Bericht anzuschließen, gehe ich auf die Schräglage unseres Wohnmobils kurz ein, was uns wirklich nicht an einem guten Schlaf gehindert hat, also muss man es mit den Auffahrkeilen nicht so genau nehmen. Nur der Kühlschrank funktioniert besser, wenn er aufrecht steht. Nach einer geruhsamen Nacht mit einem Sternenhimmel mit Millionen Sternen (würde der Trierer sagen!) konnten wir heute Morgen aus unserem Bett den Sonnenaufgang über den Bergen beobachten. In welchem Schlafzimmer kann man gleichzeitig aus den Bett sowohl den Sonnenuntergang als auch den Sonnenaufgang sehen? Einfach genial!

img_1841
Der Sonnenaufgang in Fisterra. Sonja schaut zum Kreuz auf.

Die ersten Wanderer oder Pilger waren auch schon wieder unterwegs, um diesen von Finisterre aus zu beobachten. Wir warteten auch nicht lange und spazierten noch zum Leuchtturm und stiegen die Treppen hinab bis ans Wasser. Da war dann wirklich das Ende der Welt und das finale Ende vom Jakobsweg. Bald machten wir auch wieder unseren EU-GO startklar um in die Pilgerstadt Santiago de Compostela aufzubrechen.

Am Abend zuvor hatten wir uns eine günstige Tankstelle gemerkt, wo wir auf dem Rückweg noch einmal volltanken wollten, bevor es nach Portugal geht, wo der Sprit teurer sein soll. Ebenso gab es dort einen riesigen spanischen Supermarkt, den wir einmal auf sein Sortiment testen wollten, nachdem wir davor in einem spanischen Lidl einmal eingekauft hatten. Fazit, die Preise sind fast gleich, doch der Lidl hatte eine deutlich größere Obstauswahl. Danach ging es recht entspannt über wechselnde Autobahnen und Nationalstraßen nach Santiago, wo wir einen Stellplatz suchten. Ein Parkplatz für Busse und Wohnmobile sollte 12 Euro kosten, egal ob für eine oder für 24 Stunden, das lehnte ich allerdings kategorisch ab, weil mir das für 3 Stunden zu parken einfach zu teuer war. Also lotste mich mein Gefühl einen Berg hinauf Richtung Wald, wo Marc über eine App einen kostenlosen Waldparkplatz ausfindig machte, der zu Fuß 25 Minuten von der Innenstadt entfernt war. Zwei französischen Geschwister der Marke Chausson standen bereits auf diesem Platz, und deren Besitzer grüßten freundlich.

Nach unserem Frühstück, was heute dann erst um 14 Uhr stattfand, machten wir uns gegen 15 Uhr auf in die Stadt. Es war wirklich ein Katzensprung, und es war auch wirklich nicht viel los. Von weitem sah man schon die Kathedrale die ganze Stadt im Tal überragen. Von unserem Parkplatz aus lag uns quasi die Stadt zu Füßen. Zuerst besuchten wir eine schöne kleinere Kirche namens San Francisco, welche auf dem Weg lag, bevor wir zur Kathedrale gingen. Der Platz vor der Kathedrale war recht voll von Pilgern, die auf dem Boden saßen und ihre Füße “lüfteten” und sich von ihren Strapazen erholten. Eine nette ruhige Atmosphäre. Die große Enttäuschung kam, als wir in die Kathedrale hineingingen, alles war mit Folie verhüllt wegen Bauarbeiten. Sowohl alle Seitenkapellen, der Altar, einfach alles. Nur den engen Zugang zum heiligen Jakobus hatten sie offen gelassen, damit die Pilger ihn traditionell umarmen können. Dafür musste man Schlage stehen, was wir uns ersparten. Von außen ist die Kathedrale allerdings sehr beeindruckend, ebenfalls die Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde mit ihren Säulengängen und engen Gassen.

img_1861
Die Kathedrale von Santiago de Compostela. Auf dem Platz davor viele mehr oder weniger erschöpfte und gezeichnete Pilger.

Die Stimmung war wirklich friedlich und angenehm, ich hatte erwartet, dass die Stadt von Pilgern überlaufen sei. Mit 100.000 Einwohnern ist sie auch überschaubar, so dass wir mit unserer Besichtigung in knapp zwei Stunden schon “durch” waren. Daraufhin beschlossen wir, uns wieder Richtung Meer zu orientieren, Pontevedra, unser nächstes Ziel kurz vor Portugal. Das Wetter war auch heute wieder traumhaft, über 20 Grad und Sonnenschein, so verlängert man sich den Sommer gerne. Die Stadtbesichtigung von Pontevedra steht dann morgen auf dem Programm.

Die Anfahrt hierhin war sehr anstrengend für mich (Sonja), enge Landstraßen, LKWs im Gegenverkehr, so was macht mir “latent” Stress, so dass ich mich auf den nächsten “Urlaub” freue, sprich, ein paar Tage auf einen Campingplatz zu fahren und noch mal von der Fahrerei pausieren. Wir sind jetzt genau eine Woche unterwegs (von unserem franz. Campingplatz in Moliets) und waren jede Nacht und jeden Tag irgendwo anders, wir haben so viel gesehen, dass man es erst mal wieder sacken lassen muss, und wir haben in dieser Woche die ganze spanische Nordküste (inkl. 2 Tage Picos de Europa) abgefahren und unsere Highlights besichtigt. Sehr viele und schöne Eindrücke, die wir in einem “normalen” Jahresurlaub niemals gesammelt hätten! Wir freuen uns jetzt schon auf Portugal, wo wir beide erst zweimal waren, einmal gemeinsam in Porto und jeder einmal alleine. Da wir zu unseren “Luxemburgzeiten” und in Stuttgart (Herr Illi bleibt unvergessen! (Marc)) auch sehr nette Bekanntschaften mit liebenswürdigen Portugiesen im Alltag und als Kollegen gemacht haben, freuen wir uns besonders, dieses Land zu erkunden.

Unsere geplant nächste Etappe nach La Coruña

Nach einer sehr ruhigen Nacht am Flussufer von Bergondo stand unsere Weiterfahrt nach La Coruña auf dem Programm. Da die Sonne schon schön schien, und es auf dem Stellplatz sogar einen kleinen Sandstrand mit Duschen gab, beschloss ich doch ganz spontan, noch gerade in den Fluss zu hüpfen und dann am Ufer zu duschen. Open-air Dusche bei strahlendem Sonnenschein und gefühlt 20 Grad, ein Traum, was will man mehr an einem Sonntagmorgen?

Auf den heutigen Tag hatten wir uns schon sehr gefreut, da er nicht so anstrengend wie die letzten Tage werden sollte auch aufgrund der kurzen Fahrtzeit nach La Coruña von nur 40 Minuten. Dort wollten wir dann auch übernachten nach der Stadtbesichtigung.

img_1746
Unser Parkplatz mit Blick auf die Stadt

Auf einem schönen Parkplatz nahe dem Stadtzentrum und mit tollster Aussicht auf das tosende Meer stellten wir unseren EU-GO ab und machten erst mal Frühstück. Wir frühstücken meist erst mittags, da wir nach dem Aufwachen immer erst mal ein Stück fahren möchten, und dann wird es oft zwischen 12 und 14 Uhr, bis wir den frisch zubereiteten Obstsalat etc. genießen können. Gegen 14 Uhr brachen wir dann heute auf unseren Stadtrundgang auf.

Das Wahrzeichen der Stadt ist ein 2000 Jahre alter römischer Leuchtturm, den wir von unserem Parkplatz aus sehen konnten. Typisch für die Stadt sind schöne verglaste Holzerker, mit denen die Häuserfronten verziert sind, was der Stadt auch den Spitznamen “Kristallstadt” verleiht.

img_1770
Wir beide im Freizeithafen mit Blick auf die typischen Häuserfronten
img_1556
Der römische Leuchtturm überwacht die Stadt

Die Stadt hat uns sehr gut gefallen, da sie mehrere Strandpromenaden hat, einen riesigen Stadtstrand, wo sowohl Surfer schöne Wellen surfen als auch Sonnenanbeter schwimmen gehen können. Die Altstadt besticht mit schönen gemütlichen Gassen und einigen alten Kirchen. Palmen säumen die Hafenstraße, wo Spaziergänger, Jogger und Radfahrer anzutreffen sind. Alles in Allem, hier lässt es sich sicher gut leben bei im Herbst selbst sommerlichen Temperaturen. Als wir dann gegen 17 Uhr zurück am Parkplatz sind, beschließen wir doch kurzum, wieder weiter zu fahren, da der Platz zum Schlafen nicht so gemütlich ist. Unser nächstes Ziel, was eigentlich für morgen gedacht war, ist Fisterra, das spanische “Ende der Welt”, und der westlichste Punkt Europas. Bis dahin wären es noch gut 2 Stunden zu fahren. Da wir heute ja erst 40 Minuten gefahren sind, brachen wir also auf. Die Straßen waren angenehm zu fahren, leere Autobahnen und gut ausgebaute Landstraßen, von denen man in Deutschland oft träumt. Gegen 19.30  Uhr kamen wir doch glatt rechtzeitig zum Sonnenuntergang an. Auf dem Weg zum Leuchtturm waren Pilgerströme unterwegs, Jakobspilger verlängern oft ihren Weg von Santiago bis hierhin, aber auch so manch andere Leute verirrten sich so spät noch auf diesem Felsen.

9e1c660c-d5ed-43f5-b60b-b3490689ba93
Unser EU-GO am Ende der Welt mit Blick auf den Leuchtturm

Zum Glück bekamen wir noch einen Parkplatz, das Gefälle ist so stark, dass wir selbst mit den Auffahrkeilen die Unterschiede nicht ausgleichen konnten. Unsere französischen Nachbarn auf dem Stellplatz meinten: “Für eine Nacht wird das gehen. Dafür ist die Aussicht unbezahlbar.” Wir werden es heute Nacht erleben, wie die Schräglage so ist. Pünktlich um 20.09 Uhr ging die Sonne am Horizont über dem Atlantik unter. An diesem Punkt geht in unserer Zeitzone in Europa am spätesten die Sonne unter. Bis 20.50 Uhr war es noch nicht komplett dunkel. In Stuttgart zum Vergleich ging sie schon um 18.50 Uhr unter. Ein schönes Naturschauspiel zum Tagesausklang, wir sind gespannt auf den morgigen Tag.

Abschied nehmen von Moliets – wirklich nicht leicht

Heute schreiben wir keinen Roman, sondern zeigen Euch einfach einige Bilder von heute Abend. Lasst sie auf Euch wirken und vielleicht wisst ihr dann, warum wir diesen Strand und Ort so mögen…

DCIM100GOPROGOPR0221.JPG
Spuren im Sand
DCIM100GOPROGOPR0232.JPG
Das ist tatsächlich Sonja! Als einzige Surferin überhaupt auf dem Wasser, denn die Bedingungen waren wirklich schwierig…
DCIM100GOPROGOPR0241.JPG
JUMP…
DCIM100GOPROGOPR0231.JPG
Surfergirl im Sonnenuntergang
DCIM100GOPROGOPR0250.JPG
unendliche Weite…