Wir nähern uns Afrika… Natürlich entlang der Küste Aguadulce – El Palmar – Valdevaqueros

Am heutigen Tag sind wir aus Aguadulce weiter gefahren und haben zuerst das schöne Surferörtchen Al Palmar besucht. Dort haben wir verschiedene Surfläden aufgesucht und einen tollen neuen Neoprenanzug für Sonja gefunden, denn ihr bisheriger ist nach 10 Jahren des Gebrauchs schon ziemlich verschlissen und unbeweglich geworden. Eigentlich wollten wir uns aber verschiedene Surfbretter genauer anschauen und die Unterschiede erklären lassen. Um diese dann probezusurfen, wären wir sogar gerne dort geblieben, aber die Distanz vom Campingplatz zum Strand beziehungsweise zum Surfshop, wo man die Bretter leihen und ausprobieren konnte, war mit deutlich über einem Kilometer einfach zu groß. Eine solche Distanz geht man eben doch nicht mit Surfklamotten und ggf. Brett entlang einer Straße. So sind wir dann kurz nach Mittag und unserem Frühstück, schweren Herzens weitergefahren.

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Der Strand von El Palmar, wirklich schön und endlos lang… 

Anschließend haben wir noch unsere Obst, Gemüse und vor allem Trinkwasservorräte aufgefüllt (diesmal als gute Deutsche im Aldi ;-)) und haben uns auf die Suche nach der nächsten Übernachtungsmöglichkeit gemacht. Dabei waren wir unter anderem am Campingplatz Bahia de la Plata, der wirklich sehr schön, direkt am Strand gelegen ist. allerdings sind die kleinen Parzellen wirklich sehr klein, nämlich nicht mal 5 Meter tief, so dass selbst ein VW-Bus Schwierigkeiten hat darauf zu stehen. Die großen Parzellen hätten 28 € pro Nacht gekostet und das war uns dann doch zu viel, denn eigentlich nutzen wir ja lediglich die Duschen und Toiletten… Wir haben zwar beides im Auto, aber es ist schon sehr großer Luxus eine Dusche mit unbegrenzt warmem Wasser zu haben, die man anschließend nicht austrocknen (und vorher nicht ausräumen) muss. Unsere Toilette versuchen wir ausschließlich für das “kleine Geschäft” zu nutzen, denn den anderen Geruch muss man nicht unbedingt direkt im ganzen restlichen Haus (direkt neben Küche und Bett) haben… Daher sind wir dann weitergefahren. Einen anderen Campingplatz haben wir schon im Vorbeifahren aussortiert, denn die Lage direkt an der Hauptstraße wäre vielleicht noch ok gewesen, aber auf beiden Seiten Kuhweiden, das war dann doch das KO-Kriterium, denn Fliegen gibt es hier sowieso schon genug und in der Nähe von Kühen sicher nicht weniger. Letztlich wollten wir dann einen Campingplatz am Strand von Valdevaqueros anfahren. Das haben wir dann auch gemacht, um kurz vor Einbruch der Dunkelheit vor einem verschlossenen Tor zu stehen. Natürlich hatten wir einen Plan B (und ich meine nicht den guten Tropfen von unserem Freund Johannes Bauerle), nämlich den Campingplatz, der ebenso heißt wie der Strand anzufahren. Als wir allerdings am Ende der Straße wenden wollten, stießen wir auf einen traumhaften Parkplatz, direkt am Strand, der auch schon von einigen anderen, meist windsurfenden Wohnmobilisten, bevölkert war, und entschieden uns spontan die Nacht ebenfalls hier zu verbringen. Natürlich gingen wir noch eine kleine Runde am Strand spazieren, denn nach der ganzen Sitzerei tat ein bisschen Bewegung not.

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Der Strand von Valdevaqueros kurz nach Sonnenuntergang

Den Camping Valdevaqueros werden wir dann voraussichtlich morgen ansteuern und wenn er uns gefällt für einige Zeit zu unserem vorübergehendem Wohnsitz machen.

Von Sevilla an die Küste nördlich von Cádiz – einen ganzen Tag ohne Meer, das geht ja nicht…

Wir verbrachten eine ruhige Nacht in Sevilla, die recht früh nicht mehr ganz so ruhig war, da die Arbeit in einem Hafen wohl früh startet. Wie nah wir am Hafen und der damit verbundenen Betriebsamkeit waren, hatten wir am Vortag gar nicht so richtig wahrgenommen, denn am Sonntag war es sogar im Hafen ruhig. Das änderte sich allerdings dann am frühen Montag, dennoch haben wir sehr gut geschlafen, was vermutlich auch an  der Anstrengung des gestrigen Tages gelegen hat.

Bereits am Abend hatten wir beschlossen, dass wir nun wieder ein wenig Urlaub benötigen und etwas länger an einem Ort bleiben wollen. Dass dieser Ort möglichst direkt am Meer liegen sollte, war ja eigentlich klar. So haben wir uns für einen Campingplatz in der Nähe von Rota entschieden, den Camping Aguadulce (woher der Name kommt, haben wir bislang noch nicht herausgefunden, denn das Meerwasser ist bekanntlich salzig und weniger süß). Was allerdings sehr süß ist, ist die Distanz vom Platz zum Meer, was den Ausschlag gegeben hat, sich für diesen Platz zu entscheiden.

Nach einer morgendlichen Dusche, die der Stellplatz in Sevilla ja ebenso wie Toiletten anbot, der Leerung unseres Brauchwassertanks und der Abrechnung fuhren wir dann also schon recht bald wieder gen Südwesten in Grobrichtung Cádiz. Die Straßen waren viel besser, als wir es von Portugal gewohnt waren, und so kamen wir äußerst zügig voran. Mitten im Nirgendwo sahen wir dann auf einem Hügel ein prächtiges Bauwerk…

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Die Kirche in El Palmar de Troya

Natürlich haben wir angehalten, und da wir mal wieder Glück hatten, war das Tor von einem der Angestellten gerade geöffnet worden, so dass wir genau dieses eine Bild machen und einen Blick auf die Kirche erhaschen konnten. Das Gelände durften wir als “Ungläubige”, die zudem nicht festlich genug gekleidet waren (wir wollten ja auch Auto fahren und nicht heiraten), nicht betreten. Es stellte sich heraus, dass diese Kirche das Zentrum der “palmairanischen Kirche” darstellt. Diese Glaubensgemeinschaft, die sich als verbliebener Rest des “wahren Katholizismus” sieht, erkennt die Veränderungen des zweiten Vatikanischen Konzils nicht an und hat folglich auch einen eigenen Pabst. Die Messe wird nach wie vor in Latein gelesen und der Zehnt eingefordert. Die Kirche hat weltweit etwa 10.000 Mitglieder, viele davon auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. So erklärt sich auch, dass mitten in der öden Landschaft ein solch prächtiges Bauwerk entstehen konnte, denn alles, was dafür gespendet wurde, wird im Leben nach dem Tode hundertfach zurückgegeben… Eigentlich logisch, dass vor allem Schwaben sich auf einen solchen Deal einlassen… Tatsächlich ist in Stuttgart wohl ein großer Teil der deutschen Anhänger zu finden, wie uns der Mitarbeiter erklärte. Außerdem erhielten wir auch Informationsmaterial auf deutsch.

Derart informiert machten wir uns dann auf die Weiterfahrt an die Küste. Kurz vor dem eigentlichen Ziel fand Sonja wieder eine ausgesprochen günstige Tankstelle, so dass wir unseren Treibstoffvorrat auffüllen konnten, und anschließend erledigten wir das auch noch mit den Vorräten für uns und kauften reichlich Nahrungsmittel ein. Die enge Zufahrt und der Parkplatz, der eigentlich nach deutschen Maßstäben lediglich für Kleinstwagen geeignet war, schreckte uns nach den Erfahrungen der letzten Wochen nicht mehr ab.

Bereits gegen Mittag erreichten wir den Campingplatz und stellten fest, dass dieser zu einem großen Teil von Dauercampern genutzt wird, diese aber nicht anwesend waren. Kurzum, es ist absolut ruhig und Menschen sehen wir eher selten. Die ideale Lage direkt am Strand hat sich bewahrheitet, denn von unserer Parzelle bis zum Meer sind es nicht einmal 100 Meter.

Natürlich haben wir auch den Strand direkt mit einem Spaziergang erkundet und nach knapp 5 Kilometern in eine Richtung umgedreht. Auf dem Rückweg gingen wir nicht direkt am Strand, sondern auf einem direkt dahinter liegenden Weg entlang. Dort waren auf dem Golfplatz tatsächlich vereinzelte Menschen zu sehen, alle Häuser und Wohnungen, die wir sahen, wirkten vollständig ausgestorben und das, obwohl die Luft mit 20 °C durchaus noch angenehm warm ist, und sogar das Wasser eine Temperatur von 19 °C hat. Auf dem Rückweg hörten wir mehrere Male laute Knallgeräusche vom Meer, und wir haben eine Weile gebraucht, bis wir festgestellt haben, dass die spanische Marine dort wohl ein Manöver abhielt, denn vereinzelt war auch Leuchtmunition zu erkennen. Unwahrscheinlich ist das hier nicht, da in Rota einer der größten Marinestützpunkte Europas liegt, was wir aber auch erst durch nachträgliche Recherche herausgefunden haben. Unter anderem leben auf der Base auch 3000 Amerikaner. Rota wurde im März 2019 sogar Operationshauptquartier der EU, auch eine Folge des Brexit, denn das Hauptquartier in Northwood (GB) wurde durch Rota ersetzt. Eines der fünf Hauptquartiere liegt übrigens in Potsdam (wo da ausreichend Wasser ist, ist mir allerdings ein Rätsel…). Es ist schon erstaunlich, wie nahe man an Ereignisse des Weltgeschehens kommt, ohne sich wirklich damit zu beschäftigen, denn wir verzichten aktuell bewusst auf “Nachrichten”.

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Ein Schiff der (spanischen?) Kriegsmarine

Entlang der “Surferküste” Portugals (Nazaré – São Martinho do Porto)

Nachdem wir in Praia de Mira mit wunderbar rauschenden Wellen übernachtet hatten, sind wir nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort bald weitergefahren, denn es hat die gesamte Nacht und auch den folgenden Vormittag geregnet bis auf die halbe Stunde unseres Spaziergangs nicht. Die Fahrt anschließend ging wieder über sehr kleine Straßen und Brücken, die mit dem Gewicht und der Größe unseres EU-GO an ihren Grenzen waren. Unser Zwischenziel war dann Nazaré, die Hochburg der Big Wave Surfer der Welt. Die Wellen, die wir dort vorfanden, waren zwar mit etwa 2 Metern Höhe nicht klein, aber nicht mit den über 20 Meter hohen Brechern zu vergleichen, die nach manchem Herbst und Wintersturm am Leuchtturm der Stadt zu bestaunen sind. Immerhin hatte der Regen wieder aufgehört und wir konnten ein wenig am Strand und durch den Hafen spazieren. Uns beiden war Nazaré allerdings selbst jetzt noch zu überlaufen und zu touristisch. Noch dazu dürfen im gesamten oberen Stadtteil, der mit dem Leuchtturm und den älteren Gassen besonders interessant ist, Wohnmobile nicht einmal halten. Vermutlich nicht ohne Grund, denn die Straßen sind wirklich eng und die Touristen sind sich selbst jetzt im Oktober noch gegenseitig auf die Füße getreten, also nicht wirklich das, was wir so mögen.

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Der Strand von Nazaré

Unten in der Stadt am Strand war es deutlich ruhiger und die Leuchtfeuer der Hafeneinfahrt sind auch ganz nett anzusehen und bilden einen schönen Kontrast zu dem blauen Himmel, dem Strand und dem Grau der Wellenbrecher.

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Das Leuchtfeuer der Hafeneinfahrt von Nazaré

Nach unserer Frühstückspause – wie so oft gegen 15 Uhr – fuhren wir dann weiter nach São Marinho do Porto, ein wesentlich beschaulicheres Städtchen mit sehr netter Architektur und einem Sandstrand, der sich entlang einer exakt halbkreisförmigen Bucht zieht. Dort sind wir dann natürlich den Strand auf und ab spaziert und haben auch die Geschäfte und Lokale angesehen, für einen Sonntag war es gut gefüllt, aber eben nicht so überlaufen wie in Nazaré. Zudem war vor Ort noch ein Stellplatz mit festem Untergrund zu finden, denn es sollte die gesamte Nacht regnen und wir wollten doch gerne demnächst weiter fahren, ohne das Auto zuvor aus dem Schlamm oder Sand zu buddeln. Die Regenintensität in der Nacht hat uns dann auch Recht gegeben. Der Blick aus dem Wohnmobil direkt auf den Strand war noch ein zusätzliches Highlight, das wir natürlich gerne “in Kauf nahmen”. Pünktlich zu unserem Morgenspaziergang entlang der Bucht war es allerdings wieder trocken und begann erst mit unserer Abfahrt erneut zu regnen – optimales Timing.

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Ein hübsches Gebäude, direkt am Sandstrand von São Martiño do Porto

Bunte portugiesische Städtchen und mehr (Mutosa – Aveiro – Costa Nova do Prado – Praia de Mira)

Nach einer ruhigen Nacht in Mutosa direkt am Wasser, wurde unser Kreislauf  bei der Weiterfahrt dann sofort wieder auf Touren gebracht, denn die Straße, die uns das Navi führen wollte, war gesperrt und alle anderen Wege waren sehr schmal. Sehr schmal bedeutet, dass wir an beiden Spiegeln teilweise nur wenige Zentimeter Platz hatten und gleich mehrfach freundliche Anwohner mitgeholfen haben, sei es durch Mitschauen oder Wegfahren von anderen Fahrzeugen, ohne dass es keinerlei Fortkommen gegeben hätte. Im Endeffekt stellte sich heraus, dass es zur “gesperrten” Straße keine Alternative gab und heute eh an der vermeintlichen Baustelle nicht gearbeitet wurde. Nur die Schilder sind eben stehen geblieben… Anschließend wurden die Straßen deutlich besser, und wir konnten ab und an tatsächlich auch fast die erlaubten 50 km/h im Ort erreichen. Fast allerdings nur deshalb, weil wir ständig mit selbstmordgefährdeten anderen Verkehrsteilnehmern rechnen mussten. So war die Oma, die mit ihrem Rollator zwischen parkenden Autos hervorschoss, weniger überraschend, als Linksabbieger, die einfach durch den Gegenverkehr abbogen, obwohl es keine Lücke gab und ich teilweise kräftig in die Eisen steigen musste. Dass die Verwendung von Blinkern generell überbewertet ist, haben wir ebenfalls gelernt. Einzig als Warnblinker, wenn man mitten auf der Straße im absoluten Halteverbot, aber direkt vor dem Geschäft seines Vertrauens parkt, werden diese gelegentlich verwendet. Ein Überholen innerhalb geschlossener Ortschaften, bei Gegenverkehr mit Geschwindigkeiten jenseits der 80km/h ist eher normal. Damit das aber wirklich überraschend kommt, fahren die Menschen erst einige Kilometer direkt hinter einem her, um dann nicht etwa auf der breiten, gut ausgebauten Straße zu überholen, nein im Ort ist das viel interessanter und vielleicht kann Mann da seine Potenz (oder zumindest die des Fahrzeugs) besser zur Schau stellen?!? Das nach dem Überholmanöver so eingeschert wird, dass der Überholte abbremsen muss, ist schon selbstverständlich, nicht nur des Gegenverkehrs wegen…

Nach knapp einer Stunde erreichten wir dann Aveiro und den zwar sehr zentral gelegenen, aber alles andere als einladenden Stellplatz. Weil wir das aber ja bereits wussten, nutzten wir diesen lediglich als Parkplatz für die Stadtbesichtigung. Bereits nach etwa einer Stunde waren wir auch damit “durch”, denn die Stadt wird sehr gut vermarktet und ist entsprechend voll mit Touristen, ist aber nicht so besonders. Die Boote, mit denen dort Touristen durch die Kanäle geschippert werden, kann man entlang der Küste – mindestens ebenso reich verziert – im alltäglichen Einsatz sehen.

Ganz anders der eher unbekanntere Ort Costa Nova do Prado, der durch seine wirklich hübschen, bunte bemalten Häuser besticht und zudem einen ausgesprochen schönen Sandstrand besitzt. Dorthin haben wir dann auch unsere Frühstückspause verlegt.

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Die bunten Häuser von Costa Nova do Prado, in Richtung des Binnengewässers gelegen…
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… und keine 500 Meter entfernt: Ein wunderschöner Sandstrand und Dünen, die mit Holzstegen sehr gut zu erreichen sind

Im Anschluss sind wir die Küstenstraße weiter gen Süden gefahren und haben Praia de Mira erreicht. Dieser Ort hat bezüglich der Architektur etwas weniger zu bieten, dafür kann man aber direkt mit Blick auf das Meer parken. Der Strand ist ebenso wie die Kapelle absolut sehenswert. Noch dazu mit solch hohen Wellen, wie heute.

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Die Kapelle von Praia de Mira, direkt am Strand gelegen

Von Spanien nach Portugal (von Pontevedra nach Esposende)

Die letzte Nacht haben wir, wie von Sonja bereits beschrieben, in Pontevedra verbracht. In den letzten Tagen haben wir keine Campingplätze aufgesucht sondern Stellplätze. Diese besonderen Parkplätze für Wohnmobile (oft sind Wohnwagen nicht erlaubt) gibt es mehr oder weniger häufig, je nach Interesse der Stadt oder Gemeinde an Wohnmobilisten und in Spanien auch oft kostenlos. Für alle, die sich darunter bislang wenig vorstellen können, heute ein klein wenig mehr Information dazu. Auf den Parkplätzen, die deutlich größere Parkbuchten als normale PKW-Parkplätze aufweisen, befindet sich oft noch eine kombinierte Versorgung-/Entsorgungsstation. An dieser kann das Frischwasser aufgefüllt werden sowie das Grauwasser (Dusch- und Händewaschwasser) ebenso wie der Inhalt der Toilettenkassette entsorgt werden. Zum Spülen der Toilettenkassette ist in der Regel ein separater Wasserhahn vorhanden (Die Gründe dürften offensichtlich sein.). Das Grauwasser wird in der Regel auf einer gesonderten Fläche in einen Bodenablauf eingeleitet (ähnlich einem gewöhnlichen Gully). Die Fläche, in die der Ablauf integriert ist, hat daher immer ein Gefälle in alle Richtungen auf diesen Ablauf hin.

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Ein typischer Reisemobil-Stellplatz (hier in Pontevedra recht zentrumsnah gelegen). In diesem Falle für Reisemobile bis etwa 8,5 Meter Länge passend
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Eine kombinierte Versorgungs-/Entsorgungssäule. (Linke Seite: Frischwasserentnahme; Rechte Seite: WC Entsorgung (unter der Klappe) mit separatem Wasserhahn zum Spülen der WC-Kassette)

Unsere letzte Nacht war jedenfalls aus mehrerlei Gründen nicht sehr ruhig, denn zum einen führte eine recht viel befahrene Straße direkt am Stellplatz vorbei, zum anderen war auf der anderen Seite eine Baustelle, auf der recht lange und sehr früh wieder gearbeitet wurde. Aber Ohropax ist in solchen Fällen sehr hilfreich, und wir haben dann doch ganz gut geschlafen. Pünktlich zum Aufstehen zog sich der Himmel zu, und kurz nachdem wir unser Wasser aufgefüllt und die Toilettenkassette geleert hatten, begann ein leichter Nieselregen. Dieser steigerte sich im Laufe des Vormittags, so dass unsere Stadtbesichtigung in Pontevedra relativ kurz ausfiel, was nicht unbedingt der Optik der recht ansprechenden Altstadt geschuldet war. Wir machten uns also auf gen Süden, und unser EU-GO durfte dabei noch einige Hügel erklimmen und wieder hinunterfahren.

Da wir gehört hatten, dass in Portugal Benzin und Diesel deutlich teurer sind als in Spanien, wollten wir kurz vor der Grenze noch “mal eben” tanken gehen. Diese Aktion hat dann im Ganzen etwa eine Stunde in Anspruch genommen, denn unser Navigationssystem wollte uns ein wenig Abenteuer gönnen und wählte sehr enge Straßen mit hohen Mauern aus, um dann letztlich an einer Straße anzukommen, die vielleicht vor vielen Jahren einmal befahrbar gewesen ist, das heute aber vielleicht für ein geländegängiges Fahrzeug mit Allradantrieb ist. Kurzum, wir fuhren den gesamten Weg wieder zurück. Fanden dann doch noch eine Tankstelle (auch diese war sehr gut versteckt und nicht ohne fahrerisches Können zu erreichen), die tatsächlich auch noch zu den günstigsten gehörte, die wir in Spanien bisher gesehen haben. Wenn man allerdings die mehrgefahrenen Kilometer gegenrechnet, haben wir wohl eher nicht so viel gespart. Und hätten auch einfach in Portugal tanken können. Dann wären wir allerdings um dieses Abenteuer ärmer…

Die Weiterfahrt nach Esposende – Belinho gestaltete sich dann recht ereignisarm, so dass wir am frühen Nachmittag auf einen “richtigen” Campingplatz angekommen sind.  Auf der Fahrt hat es bis kurz vor unserem Ziel entweder genieselt oder war nebelig, so dass wir nicht sehr viel von der Umgebung sehen konnten. Vom Campingplatz aus haben wir nach dem Frühstück (ihr kennt das ja mittlerweile von uns… ist immer etwas später, heute sogar erst um 15 Uhr…) einen kleinen Spaziergang in Richtung Strand unternommen.

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Der Strand und die Dünen von Esposende
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Einen solchen Strand – mit so großen, glatt geschliffenen Steinen – kann man kaum noch als Kiesstrand bezeichnen. Traumhaft schön und ganz anders als ein Sandstrand.

Den Abend lassen wir dann ruhig ausklingen, denn auch wenn wir in Portugal – dank der Zeitumstellung – eine Stunde hinzugewonnen haben, sind wir doch ein wenig “geschafft”. Wir werden dann noch überlegen, wohin es in der nächsten Zeit gehen soll. Porto werden wir sicher umfahren, denn das haben wir ja bereits intensiv kennengelernt und tendenziell zieht es uns in den Süden, denn im “Norden” wird es doch ein wenig herbstlich (Wir mussten heute bei bei den Spaziergängen Windjacken anziehen!!! ;-)). Aktuell bläst zudem der Wind sehr kräftig, was die gefühlte Temperatur weiter reduziert. Im Gegensatz zum 20 °C warmen Wasser in Moliets, hat das Meer hier auch aktuell nur noch 17 °C.

Weiter entlang der Küste: Zierbena – Berria – Ribamontán al Mar – Santander

Aus dem verschlafenen Nest Zierbena ging es dann über mehrere Zwischenstationen in die Groß- und Hafenstadt Santander. Die Fahrt war sehr entspannt und folgte der Küstenstraße,auch wenn diese teilweise immer wieder ins Landesinnere, also zumindest aus der Sichtweite des Meeres entschwand. Wir ersparen Euch, alle Strände zu zeigen, die wir gesehen haben und werden immer nur eine kleine Auswahl präsentieren.

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Der Strand von Berria, einer von vielen leeren und schönen Stränden, die wir an der Nordküste Spaniens kennenlernen durften

Weiter ging es dann nach Ribomontán al Mar, wo es doch erheblich kühler war.

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Der Strand an der Mündung eines Flusses war sehr beeindruckend und absolut menschenleer (ok, bis auf uns zwei)
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Unser Rundgang durch Santander wurde dann mit 12,6 Kilometern tatsächlich noch etwas länger als der in San Sebastian

Die Stadt Santander ist praktisch rundherum von schönen Sandstränden umgeben und an einigen davon sind auch wirklich schöne entspannte Wellen gelaufen, so dass es vor allem Sonja schwer fiel weiter zu gehen, denn besonders die Eleganz eines Longboarders hatte es Ihr angetan…

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Einer der Stadtstrände von Santander

So gingen wir dann erst die Strände entlang und anschließend in die Innenstadt, die vor allem durch kleine Kneipen und Bars in denen reges Leben herrschte, zu beeindrucken wusste. Die Gebäude waren, bis auf die Kathedrale und einige ältere Prachtbauten, nicht so wahnsinnig imposant. Der Flair der Stadt insgesamt aber umso beeindruckender, das ist wirklich eine Großstadt in der man leben könnte… Wenn man denn in einer Großstadt leben wollte 😉

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Ok, die Sommerresidenz des spanischen Königshauses ist beeindruckend und von einem kleinen Zoo umgeben. Der Eintritt ist frei!
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Auch die Schiffe (Nachbauten) stehen im Park herum. Meine Meerjungfrau finde ich irgendwie überzeugender als die auf dem Sockel… hab sie dann auch wieder mitgenommen – oder sie mich…

Von der Kathedrale gab des dann später in der Nacht noch Bilder, die ich allerdings mit der GoPro aufgenommen habe und die ich demnächst mal nachliefere… Wir haben übrigens auf einem offiziellen und kostenlosen Stellplatz direkt an der Universität genächtigt, der sehr ruhig war und außerdem über kostenlose Ver- und Entsorgungseinrichtungen (Wasserhahn für die Frischwasserversorgung, Bodenablass für das Grauwasser, Entsorgungsmöglichkeit für den WC-Inhalt) verfügte. Von so etwas sind deutsche Städte weit entfernt und die Stellplätze sind oft weniger zentral und zudem teilweise recht teuer (teils über 20€ die Nacht).

 

Tschüss Moliets – Hallo Spanien!

Nach einer Morgensurfsession (diesmal nur von Sonja) und dem anschließenden Duschen haben wir in Moliets auf dem Campingplatz unsere Sachen zusammengepackt. Das gestaltet sich gar nicht ganz so schnell, denn nach mehr als drei Wochen ist doch vieles nicht im Fahrzustand. Die Surfbretter müssen mit Süßwasser abgespült und in Ihre Hüllen verpackt werden und auf dem Dach verstaut werden (natürlich auf den entsprechenden Polstern), die Wäscheleine wird abgehängt und die Wäscheklammern ordnungsgemäß verstaut, im Auto wird alles wieder so gesichert, dass es beim Fahren nicht durch die Gegend rutscht oder gar umfällt. Das Stromkabel will wieder aufgewickelt (und weil ich es ungerne dreckig verpacke, auch noch abgewischt) werden, die Gasflasche muss während der Fahrt verschlossen sein, der Kühlschrank dementsprechend umgestellt werden, außerdem sollten alle Fenster, Luken und Klappen verschlossen sein. Die Auffahrkeile, auf denen der EU-GO stand, müssen verpackt und zumindest grob abgekehrt werden, damit sie auch am nächsten Halt wieder für einen ebenen Stand sorgen können. Dann haben wir noch lecker gefrühstückt (unter anderem Sonjas legendären Obstsalat… lecker!!!) und Geschirr gespült.

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Sonjas Obstsalat

Nachdem das alles erledigt war, haben wir das Grauwasser (Wasser, was wir zum Beispiel zum Händewaschen verwendet haben) an der geeigneten Entsorgungsstation abgelassen und unseren Frischwassertank (natürlich mit dem eigenen Schlauch) vollständig befüllt. Die Bezahlung des Campingplatzes hatte Sonja bereits am Tag zuvor erledigt, so dass wir dann “schon” aufbrechen konnten. OK nur fast, denn die erste Kurzetappe ging in “die falsche Richtung” nämlich kurz nach Norden zum Super U in Moliets, um unsere Vorräte aufzufüllen. Tanken mussten wir nicht, denn der Tankinhalt sollte bis Spanien reichen, denn dort ist der Diesel erheblich günstiger als in Frankreich.

Als wir dann mit ausreichenden Lebensmittelvorräten gen Süden aufgebrochen waren, wussten wir noch nicht, wohin es uns wirklich verschlagen würde, denn wir haben uns bewusst nur die grobe Richtung gesetzt und wollten dann sehen, wo wir landen, bzw. erst vor Ort nach geeigneten Übernachtungsmöglichkeiten suchen. Die französische Küste bis einschließlich Saint-Jean-De-Luz kennen wir aus den letzten Jahren schon ganz gut, so dass wir keine große Lust verspürten, diese erneut aufzusuchen, zumal der Verkehr an diesem Montag gewaltig war. Einige Ortszufahrten sind zudem eher für normale PKW als für Wohnmobile geeignet, falls sie nicht sogar aufgrund von Massen oder Größenbeschränkungen verboten sind. Zudem scheint es in Frankreich (zumindest an der südlichen Atlantikküste) den Trend zu geben, Wohnmobile nur noch auf (gebührenpflichtigen) Stellplätzen abstellen zu dürfen. Das mag für eine Übernachtung ja sinnvoll und akzeptabel sein, wobei man für das reine Parken manchmal mit 14 € und mehr zur Kasse gebeten wird, was ich schon als recht unverschämt empfinde, aber um nur mal eben einen Blick auf den Strand zu werfen?!? Wir haben uns der Gastfreundschaft jedenfalls gebeugt und sind weitergefahren. So sind wir viel schneller als ursprünglich gedacht in Spanien angekommen. Mit dem Grenzübertritt ändert sich von jetzt auf gleich auch die Landschaft grundlegend. War Frankreich noch weitestgehend flach, allenfalls hügelig, sind in Spanien sofort wirkliche Berge vorhanden. Der Verkehr wird deutlich ruhiger, auch wenn es in Spanien den ein oder anderen Roller- oder Autofahrer gibt, der seinen Schutzengel ganz schön strapaziert. Wir kommen dann recht schnell nach Donostia-San Sebastián und entschließen uns spontan noch einen Stadtrundgang zu machen, da wir hinter dem Stadion einen hervorragenden Parkplatz gefunden haben, an dem auch schon einige andere Reisemobilisten Halt gemacht hatten.

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Unser EU-GO mit zwei Geschwistern aus demselben Herstellungsort

Aus dem kleinen Stadtrundgang wurde dann ein mehrstündiger Spaziergang von etwa 11 Kilometern Länge…

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Dabei durften wir feststellen, dass sich die Leichtathletik in San Sebastian offensichtlich großer Beliebtheit erfreut, denn der Trainingsplatz war voll von jungen Athleten, die auch nicht erst seit gestern dabei sind, denn die Bewegungen waren wirklich gekonnt (was wir als langjährige Leichtathleten durchaus beurteilen können). Am Fluss Urumea entlang wanderten wir so zuerst bis zum Meer und dann durch die sehenswerte Altstadt zurück Richtung Stadion. Da Bilder mehr als tausend Worte sagen, hier einige Impressionen. Wir sind abends jedenfalls hundemüde ins Bett gefallen, nicht jedoch ohne einen Obstsalat gegessen zu haben, dessen Zutaten wir teilweise in einem kleinen Geschäft auf dem Weg eingekauft haben.

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kitschiger Sonnenuntergang
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Das Rathaus mit der Bibliothek (im Keller)
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Ja, auch einen Kursaal gibt es…
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… ebenso wie nette Plätze