Die ersten Kilometer am Mittelmeer entlang (LaLínea – Sotogrande – Estepona)

Nach einer fast ruhigen, aber sehr kalten Nacht bei unter 10 °C sind wir entlang der Mittelmeerküste gen Osten gefahren. In der Nacht haben nur einige Hunde und Hähne unseren Schlaf geringfügig gestört. Mittlerweile haben wir uns wohl schon fast an das ständige Gekläffe gewöhnt, das uns praktisch seit der Einreise nach Portugal begleitet. Hunde gibt es immer mehr, nicht aufgehobene Hundesch… auch und Besitzer, die ihre Tiere absolut nicht unter Kontrolle haben ebenfalls. Leider sind viele Menschen wohl auch deshalb im Wohnmobil unterwegs, damit sie ihre Tiere mit in Urlaub nehmen können. So haben wir schon mehr Volumen Hund in kleinen Kastenwagen bestaunen dürfen, als Menschen… Und das nennt sich dann Tierliebe, ok, jedem das Seine… Aber egal, jedenfalls war es in der Nacht sehr kalt, so kalt, dass das campingplatzeigene Pfauenpärchen die Hälse ganz eingezogen hatte und aus kleinen Augen in Richtung der Gäste schaute. Die Menschen, die im Zelt unterwegs waren, waren irgendwie schon sehr früh auf den Beinen, haben sie doch auch nicht mit solch winterlichen Temperaturen gerechnet.

Wir sind dann auch recht bald aufgebrochen und an den Strand nach Sotogrande gefahren, wo wir unsere Frühstückspause verbringen und noch ein wenig am Strand spazieren gehen wollten. Tatsächlich entpuppte sich der Ort als ein sehr nobler Ferienort mit einer riesigen Marina und farbenfrohen Häuschen. Die Luxusyachten, die teilweise dort lagen, waren ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Da mittlerweile die Sonne herausgekommen war, fühlten sich die angeblich 15 °C auch deutlich wärmer an und im Windschatten saßen mache Menschen schon mit T-Shirts und kurzen Hosen in der Sonne. Wir haben das gute Wetter natürlich ebenfalls genossen und vor allem die Tatsache, dass es wenig bis keinen Wind gab. Das waren wir von der Atlantikseite in den letzten Wochen ganz anders gewöhnt.

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Die Marina von Sotogrande mit den farbenfrohen Häusern und den Kleinstyachen. An anderen Stellen der Marina lagen deutlich größere Yachten, dann sieht man aber von den Häusern nichts mehr 😉

Nach dem kleinen Spaziergang, der dann doch wieder einige Kilometer weit war, gab es lecker Frühstück mit Blick auf die nächste Marina, denn wir sind noch bis Estepona weitergefahren und haben dort einen – wie wir dachten – sehr ruhigen Parkplatz gefunden. Nach einem kurzen Mittagsschläfchen sind wir dann an der wahnsinnig langen Strandpromenade von Estepona entlangspaziert. Diese Promenade reicht tatsächlich bis Málaga und bildet einen Teil eines großen Rundwanderweges (GR 249). Wir sind nur einige Kilometer auf und ab spaziert, und das Ganze hat sich so lange hingezogen, bis die Sonne unterging. Dafür sah die Promenade im Sonnenuntergang auch noch einmal besonders prächtig aus.

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Die Promenade von Estepona… mit Palmen und meiner tollen Frau

Als wir dann zum EU-GO zurückgekehrt waren, haben wir lecker zu Abend gegessen und uns schlafen gelegt. Zuvor haben wir beschlossen, dass wir Málaga und Marbella links (in Wirklichkeit rechts) liegen lassen und daran vorbei fahren wollen, denn beide Städte hatten wir vor einigen Jahren schon besucht, und sie sind uns nicht in bester Erinnerung geblieben. Außerdem sind die Innenstädte nur bedingt wohnmobiltauglich. Den Campingplatz “Don Cactus” haben wir uns als nächstes Ziel ausgeguckt. Einen Zwischenstopp planen wir in Nerja einzulegen.

Flucht aus Valdevaqueros… fast bis nach Gibraltar

Eigentlich wollten wir ja noch deutlich länger in Valdevaqueros auf dem wirklich schönen Campingplatz bleiben. Aber bereits gestern im Laufe des Tages fing ein Nachbar des Campingplatzes an, uns im wahrsten Sinne des Wortes “auszuräuchern”, denn er verbrannte direkt neben dem Campingplatz zuerst wohl Grünabfälle, die allerdings noch sehr grün waren. Der Regen dazu führte zu einer “wunderbaren” Rauchentwicklung und unvollständigen Verbrennung. Zu allem Überfluss stand der Wind so ungünstig, dass wir völlig in der Rauchwolke eingehüllt waren. Zum Abend hin nahm der Qualm ab, aber bereits in der Nacht wurde er wieder stärker und roch auch deutlich mehr nach “sonstigem Müll”.

Der Campingplatzbetreiber, mit dem wir noch am Abend telefoniert haben, war sehr bemüht, konnte allerdings nichts ausrichten, da der besagte Nachbar “eine Lizenz” habe… OK, es gibt also Lizenzen für private Müllverbrennungsanlagen ins Spanien – wieder etwas gelernt.

Nach einer alles anderen als entspannten Nacht (immerhin gut geräuchert, vielleicht halten wir uns dann viele Jahre), haben wir spontan entschieden, dem Problem durch Abreise aus dem Weg zu gehen. Schade für den Campingplatzbetreiber, schade für uns, weil der Platz und die Lage wirklich gut waren, aber eben nicht um jeden Preis.

Nach einem Zwischenstopp im Lidl von Tarifa (das ist dann wohl der südlichste Lidl in Europa, nachdem wir in Sagres bereits im westlichsten waren), bei dem wir unsere Wasservorräte und auch Obst, Gemüse usw. aufgefüllt haben, ging es dann weiter an der Südküste Spaniens bis an Gibraltar vorbei, genauer nach La Línea de la Concepción auf einen kleinen Campingplatz, der von sehr vielen behinderten Menschen unterhalten wird und sich in einem Topzustand präsentiert. Man hat den Eindruck, dass jedes Blatt, das vom Baum herunter fällt, sofort aufgekehrt oder aufgehoben wird, ebenso wird das Sanitärgebäude permanent gereinigt.

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Ziemlich genau dort, wo der Regenbogen das Land berührt, ist der Campingplatz und unser EU-GO

Vom Campingplatz aus haben wir dann trotz leichten Regens und nicht mehr als leicht zu bezeichnenden Winds eine kleine Radtour ins Stadtzentrum und in Richtung Gibraltar unternommen (etwa 7 km). Fast hätten wir es auch bis auf die Halbinsel Gibraltar geschafft, wenn denn nicht nur 50% von uns den Pass dabei gehabt hätten… Ja, den benötigt man, da Gibraltar zwar zu Großbritannien und damit – noch – zu EU gehört, aber der Schengen-(liegt nicht weit von Oberbillig entfernt an der Mosel in Luxembourg) Raum endet dort. So haben wir morgen eine weitere Chance, und den Weg kennen wir ja immerhin schon 😉

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Sonja am Strand von La Línea und der Fels von Gibraltar im Hintergrund

So sind wir dann am Strand entlang wieder gen Campingplatz gefahren, noch kurz an den Strand spaziert, und anschließend haben wir die warmen Duschen genossen. Sonja hat dann wieder eines Ihrer unglaublich leckeren Abendessen gezaubert und ich diesen Artikel geschrieben. Zwischendrin noch eben Verkaufsverhandlungen bezüglich eines unserer Surfbretter geführt, die wir ja ersetzen werden, wie Sonja gestern geschrieben hat. Anschließend haben wir dann noch ein wenig die nähere Zukunft geplant, und ich hab “den Spül” erledigt, dann war der Tag schon wieder vorbei.

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Das ist schon ein ganz schöner Brocken, dieser Fels (430 Meter hoch)… da wirken selbst die Hochhäuser winzig.

Surfen – Teil 2

Wie ja schon von Marc angekündigt, widme ich mich erneut meinem Lieblingsthema, dem Wellenreiten (Wenn er diese Ankündigung nicht gemacht hätte, gäbe es diesen Artikel heute sicher nicht, denn meist, wenn Marc abends die Artikel schreibt, bin ich dabei, das Abendessen zu zaubern. Und da dies immer frisch zubereitet wird, erfordert dies doch einen zeitlichen Aufwand, der nicht unerheblich ist. Da Kochen jedoch eines meiner liebsten Hobbys ist, investiere ich diese Zeit gerne: Am Ende steht ja dann auch ein großer “Genuss”auf dem Tisch, zumindest meistens!)

Da wir unsere Campingplatzauswahl immer so treffen, dass man fußläufig den Strand erreichen kann und am besten auch noch gute Wellenbedingungen hat, was man vorher jedoch nie so richtig weiß, ist es nicht immer leicht, einen solchen zu finden, der auch noch preislich akzeptabel ist. Jetzt haben wir es 500 Meter weit, was man mit dem Surfbrett locker zu Fuß zurücklegen kann.

Gestern Morgen bin ich zunächst zum Strand gejoggt, um zu schauen, ob es sich lohnt, mit den Surfbrettern zum Strand zu gehen. Die Entscheidung war schnell getroffen, denn es war absolut windstill, und es lief eine kleine saubere Welle an den Strand. Für Marc wäre sie wahrscheinlich etwas zu klein, meinte ich zu ihm, denn für ihn müssen die Wellen mehr Schubkraft haben als für mich. Dennoch entschied er sich mitzukommen. Als wir ankamen, sahen die Wellen noch besser und größer aus, und mit unseren Neoprenmützen wurde uns auch nicht kalt. So hielten wir es tatsächlich über eine Stunde im Wasser aus. Die Wellen brachen immer sehr dicht am Strand, so dass man die Wellen nie weit absurfen konnte, da man sonst die Finnen in den Sand gerammt hätte, und man musste die Wellen auch immer direkt schräg anpaddeln, da man sonst zu schnell am Strand gelandet wäre. In diesen kleinen steilen Wellen lässt sich das “Aufstehen”, der Takeoff, nach dem Anpaddeln immer sehr gut üben, da er sehr schnell erfolgen muss. Und da man nie weit surfen kann, wiederholt man diese Bewegung einfach ziemlich oft, so dass man den Bewegungsablauf irgendwann automatisiert. Verglichen ist es mit stupidem Tonleiterspielen beim Klavierüben, so habe ich es empfunden. In dieser einen Stunde haben wir so viele Wellen erwischt, wie wir es uns niemals erträumt hätten. Fast jede angepaddelte Welle haben wir erwischt. Die Stimmung war mystisch, der Himmel leicht grau, dunkle Wolken vor der Bergkulisse hinter unserem Campingplatz, was man vom Wasser aus gut sehen konnte. Hinten rechts von unserer Wasserperspektive aus (also südlich) am Horizont das Atlasgebirge von Marokko und vor uns ein Strand und das Meer für uns alleine. Die Surfsession hatte sich für uns so richtig gelohnt, denn auch Marc hat sogar mit meinem kleineren Brett tolle Wellen erwischt. Da ich ja schon zehn Jahre längere Surferfahrung hinter mir habe, kann ich behaupten, dass er dieses Jahr (genau wie ich!) enorme Fortschritte gemacht hat im Gegensatz zu den Jahren davor. Kein Wunder, denn sonst stehen wir jedes Jahr nur 10 Tage auf dem Brett, und dieses Jahr schon mehrere Wochen immer mal wieder.

Heute Morgen war ich dann erneut auf dem Wasser. Die Bedingungen waren nicht so gut, Marc fühlte sich nicht fit, von daher hat er mich nur als “Trainer” und Fotograf begleitet. So kann ich mir dann auch immer mal meine Technik und Haltung anschauen.

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Eine kleine hüfthohe Welle, die ich im grünen Bereich (das Weißwasser, also der brechende Teil, ist hinter mir!) backside (ich mit dem Rücken zur Welle) absurfe

Da wir beide nun an die Grenzen unserer bisherigen Bretter gestoßen sind, haben wir uns heute nach langer Überlegung zwei neue Bretter im Internet bestellt. Diese werden leider nach Deutschland geliefert, so dass wir diese erst im nächsten Jahr testen können. So lange steigt dann eben die Vorfreude. Unsere bisherigen Bretter haben ein recht großes Volumen, was für Anfänger und Fortgeschrittene gut geeignet ist, weil sie gut anzupaddeln sind, und man somit die Wellen leichter bekommt. Mittlerweile haben wir soviel Übung, dass wir mit kleinerem Volumen auskommen, und wir somit ein etwas “spritzigeres” Brett surfen könnten. Bei unserem Ausflug nach Tarifa haben wir uns ja wieder intensiv mit den verschiedensten Brettarten-und Größen auseinandergesetzt, dass wir endlich die für uns passenden Modelle gefunden haben. Wir freuen uns jetzt schon darauf, die neuen Bretter nächstes Jahr testen zu können.

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Zufrieden nach einer erfolgreichen Surfsession

Und das wird mein neues Brett ein Torq Hybrid 6″4′:

und auf dieses Torq Funboard 7″6′ darf Marc sich freuen:

Ankommen in Vadevaqueros nach der bisher kürzesten Tagesetappe.

Wohl eine der kürzesten Tagesetappen brachte uns gestern auf unseren Campingplatz. Wir fuhren nämlich nicht einmal 4 Kilometer und befinden uns nun auf dem Campingplatz Vadevaqueros. Dieser liegt in der Nähe (ziemlich genau 460 Meter entfernt) desselben Strandes, den wir bereits am Vorabend gesehen und für sehr schön befunden haben. Außerdem ist er windgeschützt mit vielen Hecken und dennoch nicht zu dunkel gelegen. Unser Spaziergang führte uns demnach wieder an denselben Strand wie schon am Vorabend.

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Beim gestrigen Morgenspaziergang war das Wetter noch sehr freundlich, anschließend aber auch ziemlich windig.

Den Montag begannen wir mit einer Surfsession und verbrachten trotz kühlen Wassers und frischen Außentemperaturen mehr als eine Stunde im Wasser. Dazu wird Sonja aber noch etwas schreiben.

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Pünktlich zum Abendspaziergang kommt die Sonne hervor. Im Hintergrund Tarifa, die südlichste Stadt des europäischen Festlandes und dahinter das Atlasgebirge in Marokko, also bereits Afrika.

Nach dem Surfen genossen wir die warme Dusche und brauchten auch eine geraume Zeit, um wieder “aufzutauen”. Anschließend verbrachten wir den Tag mit Lesen, einem Mittagsschlaf und natürlich dem obligatorischen Frühstück zur Mittagszeit. Das Wetter war leider nicht so einladend, denn lediglich kurz vor Sonnenuntergang kam dieselbige kurz zum Vorschein. Den restlichen Tag über war der Himmel bedeckt, und die Höchsttemperaturen mit maximal 17 °C auch ziemlich frisch. Bei unserem Abendspaziergang kam dann aber die Sonne noch einmal zum Vorschein.

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Sonja beim Abendspaziergang in  der überdimensionalen Flip-Flop-Dusche eines bekannten Herstellers

Manchmal ist es schon witzig, was Marketingmenschen sich so alles einfallen lassen… Der “Schlappenhersteller” hat tatsächlich an eine Surfschule hier am Strand eine Dusche in Form der von Ihm vertriebenen Fußbekleidung gestellt.

Nach dem Spaziergang haben wir uns noch mit ebenfalls deutschen Campingplatznachbarn unterhalten, und ich durfte einmal mehr die Arbeit von Stefan Isheim von der Firma FullSol loben, die uns von allen Stromsorgen befreit hat.

Wir nähern uns Afrika… Natürlich entlang der Küste Aguadulce – El Palmar – Valdevaqueros

Am heutigen Tag sind wir aus Aguadulce weiter gefahren und haben zuerst das schöne Surferörtchen Al Palmar besucht. Dort haben wir verschiedene Surfläden aufgesucht und einen tollen neuen Neoprenanzug für Sonja gefunden, denn ihr bisheriger ist nach 10 Jahren des Gebrauchs schon ziemlich verschlissen und unbeweglich geworden. Eigentlich wollten wir uns aber verschiedene Surfbretter genauer anschauen und die Unterschiede erklären lassen. Um diese dann probezusurfen, wären wir sogar gerne dort geblieben, aber die Distanz vom Campingplatz zum Strand beziehungsweise zum Surfshop, wo man die Bretter leihen und ausprobieren konnte, war mit deutlich über einem Kilometer einfach zu groß. Eine solche Distanz geht man eben doch nicht mit Surfklamotten und ggf. Brett entlang einer Straße. So sind wir dann kurz nach Mittag und unserem Frühstück, schweren Herzens weitergefahren.

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Der Strand von El Palmar, wirklich schön und endlos lang… 

Anschließend haben wir noch unsere Obst, Gemüse und vor allem Trinkwasservorräte aufgefüllt (diesmal als gute Deutsche im Aldi ;-)) und haben uns auf die Suche nach der nächsten Übernachtungsmöglichkeit gemacht. Dabei waren wir unter anderem am Campingplatz Bahia de la Plata, der wirklich sehr schön, direkt am Strand gelegen ist. allerdings sind die kleinen Parzellen wirklich sehr klein, nämlich nicht mal 5 Meter tief, so dass selbst ein VW-Bus Schwierigkeiten hat darauf zu stehen. Die großen Parzellen hätten 28 € pro Nacht gekostet und das war uns dann doch zu viel, denn eigentlich nutzen wir ja lediglich die Duschen und Toiletten… Wir haben zwar beides im Auto, aber es ist schon sehr großer Luxus eine Dusche mit unbegrenzt warmem Wasser zu haben, die man anschließend nicht austrocknen (und vorher nicht ausräumen) muss. Unsere Toilette versuchen wir ausschließlich für das “kleine Geschäft” zu nutzen, denn den anderen Geruch muss man nicht unbedingt direkt im ganzen restlichen Haus (direkt neben Küche und Bett) haben… Daher sind wir dann weitergefahren. Einen anderen Campingplatz haben wir schon im Vorbeifahren aussortiert, denn die Lage direkt an der Hauptstraße wäre vielleicht noch ok gewesen, aber auf beiden Seiten Kuhweiden, das war dann doch das KO-Kriterium, denn Fliegen gibt es hier sowieso schon genug und in der Nähe von Kühen sicher nicht weniger. Letztlich wollten wir dann einen Campingplatz am Strand von Valdevaqueros anfahren. Das haben wir dann auch gemacht, um kurz vor Einbruch der Dunkelheit vor einem verschlossenen Tor zu stehen. Natürlich hatten wir einen Plan B (und ich meine nicht den guten Tropfen von unserem Freund Johannes Bauerle), nämlich den Campingplatz, der ebenso heißt wie der Strand anzufahren. Als wir allerdings am Ende der Straße wenden wollten, stießen wir auf einen traumhaften Parkplatz, direkt am Strand, der auch schon von einigen anderen, meist windsurfenden Wohnmobilisten, bevölkert war, und entschieden uns spontan die Nacht ebenfalls hier zu verbringen. Natürlich gingen wir noch eine kleine Runde am Strand spazieren, denn nach der ganzen Sitzerei tat ein bisschen Bewegung not.

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Der Strand von Valdevaqueros kurz nach Sonnenuntergang

Den Camping Valdevaqueros werden wir dann voraussichtlich morgen ansteuern und wenn er uns gefällt für einige Zeit zu unserem vorübergehendem Wohnsitz machen.

Besichtigung von Rota mit dem Fahrrad, Haushalt

Heute war, nachdem gestern das Auto gewaschen wurde, unsere Wäsche an der Reihe und wir nutzten das sonnige Wetter für eine Waschmaschine und das anschließende Trocknen der Wäsche auf der Leine. Vor allem für unsere Bettwäsche benötigen wir dann schon einiges an Platz. Nachdem also die Waschmaschine gelaufen war, wir gefrühstückt und die Wäsche aufgehängt hatten, machten wir uns mit den Fahrrädern auf in Richtung Rota. Direkt am Ausgang des Campingplatzes begann eine Schotterstraße, die auch schon ein heftiges Waschbrettmuster aufwies, was zum Radfahren eher weniger angenehm ist, aber immerhin einen Bezug zu unserer Haupttätigkeit am heutigen Tage aufwies. Wir waren allerdings sehr froh nach etwas mehr als einem Kilometer wieder Asphalt unter den Reifen zu haben. Nach etwa 7 Kilometern erreichten wir die ersten Ausläufer der Stadt und einige sehr schöne Strände, die windgeschützt in der Bucht liegen. Die 19 °C fühlten sich in der Sonne und ohne Wind deutlich wärmer an. An den Stränden entlang fuhren wir dann bis zum Hafen, um dann einen Abstecher in die Altstadt zu machen. Es dürfte wenige Rathäuser geben, die in älteren Mauern untergebracht sind, wie das von Rota.

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Platz mit Kirche und Rathaus von Rota (Ja, das was aussieht wie eine Festung ist das Rathaus, zumindest heutzutage)

Vom Hauptstrand der Stadt Rota kann man auch die Stadt Cádiz und deren Militärhafen recht gut sehen, der nur einige Kilometer Luftlinie entfernt liegt.

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Einer der Strände von Rota, davor die Strandpromenade und im Hintergrund die Stadt Cádiz 

Der Rückweg war wegen des heftigen Gegenwindes, den wir auf der Hinfahrt als angenehmes leichtes Lüftchen von hinten wahrgenommen hatten, dann doch ganz schön anstrengend. Und die Waschbrettpiste zum Abschluss tat ihr übriges.

Nach der Fahrradtour ging es dann daran die Wäsche abzuhängen und wieder zu verstauen, das Bett zu beziehen und im Prinzip ähnliche Dinge im “Haushalt” zu erledigen wie in einer gewöhnlichen Wohnung, nur dass unsere Wohnung eben vier Räder hat.

Sonja nutze das gute Wetter für eine weitere Surfsession, während ich lediglich etwas gelesen haben.

Von Sevilla an die Küste nördlich von Cádiz – einen ganzen Tag ohne Meer, das geht ja nicht…

Wir verbrachten eine ruhige Nacht in Sevilla, die recht früh nicht mehr ganz so ruhig war, da die Arbeit in einem Hafen wohl früh startet. Wie nah wir am Hafen und der damit verbundenen Betriebsamkeit waren, hatten wir am Vortag gar nicht so richtig wahrgenommen, denn am Sonntag war es sogar im Hafen ruhig. Das änderte sich allerdings dann am frühen Montag, dennoch haben wir sehr gut geschlafen, was vermutlich auch an  der Anstrengung des gestrigen Tages gelegen hat.

Bereits am Abend hatten wir beschlossen, dass wir nun wieder ein wenig Urlaub benötigen und etwas länger an einem Ort bleiben wollen. Dass dieser Ort möglichst direkt am Meer liegen sollte, war ja eigentlich klar. So haben wir uns für einen Campingplatz in der Nähe von Rota entschieden, den Camping Aguadulce (woher der Name kommt, haben wir bislang noch nicht herausgefunden, denn das Meerwasser ist bekanntlich salzig und weniger süß). Was allerdings sehr süß ist, ist die Distanz vom Platz zum Meer, was den Ausschlag gegeben hat, sich für diesen Platz zu entscheiden.

Nach einer morgendlichen Dusche, die der Stellplatz in Sevilla ja ebenso wie Toiletten anbot, der Leerung unseres Brauchwassertanks und der Abrechnung fuhren wir dann also schon recht bald wieder gen Südwesten in Grobrichtung Cádiz. Die Straßen waren viel besser, als wir es von Portugal gewohnt waren, und so kamen wir äußerst zügig voran. Mitten im Nirgendwo sahen wir dann auf einem Hügel ein prächtiges Bauwerk…

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Die Kirche in El Palmar de Troya

Natürlich haben wir angehalten, und da wir mal wieder Glück hatten, war das Tor von einem der Angestellten gerade geöffnet worden, so dass wir genau dieses eine Bild machen und einen Blick auf die Kirche erhaschen konnten. Das Gelände durften wir als “Ungläubige”, die zudem nicht festlich genug gekleidet waren (wir wollten ja auch Auto fahren und nicht heiraten), nicht betreten. Es stellte sich heraus, dass diese Kirche das Zentrum der “palmairanischen Kirche” darstellt. Diese Glaubensgemeinschaft, die sich als verbliebener Rest des “wahren Katholizismus” sieht, erkennt die Veränderungen des zweiten Vatikanischen Konzils nicht an und hat folglich auch einen eigenen Pabst. Die Messe wird nach wie vor in Latein gelesen und der Zehnt eingefordert. Die Kirche hat weltweit etwa 10.000 Mitglieder, viele davon auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. So erklärt sich auch, dass mitten in der öden Landschaft ein solch prächtiges Bauwerk entstehen konnte, denn alles, was dafür gespendet wurde, wird im Leben nach dem Tode hundertfach zurückgegeben… Eigentlich logisch, dass vor allem Schwaben sich auf einen solchen Deal einlassen… Tatsächlich ist in Stuttgart wohl ein großer Teil der deutschen Anhänger zu finden, wie uns der Mitarbeiter erklärte. Außerdem erhielten wir auch Informationsmaterial auf deutsch.

Derart informiert machten wir uns dann auf die Weiterfahrt an die Küste. Kurz vor dem eigentlichen Ziel fand Sonja wieder eine ausgesprochen günstige Tankstelle, so dass wir unseren Treibstoffvorrat auffüllen konnten, und anschließend erledigten wir das auch noch mit den Vorräten für uns und kauften reichlich Nahrungsmittel ein. Die enge Zufahrt und der Parkplatz, der eigentlich nach deutschen Maßstäben lediglich für Kleinstwagen geeignet war, schreckte uns nach den Erfahrungen der letzten Wochen nicht mehr ab.

Bereits gegen Mittag erreichten wir den Campingplatz und stellten fest, dass dieser zu einem großen Teil von Dauercampern genutzt wird, diese aber nicht anwesend waren. Kurzum, es ist absolut ruhig und Menschen sehen wir eher selten. Die ideale Lage direkt am Strand hat sich bewahrheitet, denn von unserer Parzelle bis zum Meer sind es nicht einmal 100 Meter.

Natürlich haben wir auch den Strand direkt mit einem Spaziergang erkundet und nach knapp 5 Kilometern in eine Richtung umgedreht. Auf dem Rückweg gingen wir nicht direkt am Strand, sondern auf einem direkt dahinter liegenden Weg entlang. Dort waren auf dem Golfplatz tatsächlich vereinzelte Menschen zu sehen, alle Häuser und Wohnungen, die wir sahen, wirkten vollständig ausgestorben und das, obwohl die Luft mit 20 °C durchaus noch angenehm warm ist, und sogar das Wasser eine Temperatur von 19 °C hat. Auf dem Rückweg hörten wir mehrere Male laute Knallgeräusche vom Meer, und wir haben eine Weile gebraucht, bis wir festgestellt haben, dass die spanische Marine dort wohl ein Manöver abhielt, denn vereinzelt war auch Leuchtmunition zu erkennen. Unwahrscheinlich ist das hier nicht, da in Rota einer der größten Marinestützpunkte Europas liegt, was wir aber auch erst durch nachträgliche Recherche herausgefunden haben. Unter anderem leben auf der Base auch 3000 Amerikaner. Rota wurde im März 2019 sogar Operationshauptquartier der EU, auch eine Folge des Brexit, denn das Hauptquartier in Northwood (GB) wurde durch Rota ersetzt. Eines der fünf Hauptquartiere liegt übrigens in Potsdam (wo da ausreichend Wasser ist, ist mir allerdings ein Rätsel…). Es ist schon erstaunlich, wie nahe man an Ereignisse des Weltgeschehens kommt, ohne sich wirklich damit zu beschäftigen, denn wir verzichten aktuell bewusst auf “Nachrichten”.

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Ein Schiff der (spanischen?) Kriegsmarine