Markttag in Oliva und Wassersportsession

Freitags ist Markt in Oliva und zwar nicht nur ein Touristenmarkt, sondern einer, bei dem die Einheimischen sich mit Obst und Gemüse eindecken. Sowohl Qualität, Frische als auch Preis lassen sich nicht mit dem Supermarkt vergleichen. Wir sind also bereits um 8:30 Uhr mit dem Fahrrad in Richtung Oliva aufgebrochen, haben zuerst noch den Hafen angesehen und sind dann zum Markt gefahren. Dort waren wir wirklich positiv überrascht und haben weit mehr als 10 kg Obst, Gemüse und Nüsse eingekauft, dafür haben wir deutlich weniger ausgegeben als im Supermarkt. Da unsere Gepäckkapazitäten dann schon ziemlich erschöpft waren, hat Sonja nur noch ein paar Kleinigkeiten im Aldi gekauft, und wir haben beschlossen, am Samstagvormittag erneut in die Stadt zu fahren, um die restlichen Vorräte aufzufüllen, da auf dem Markt eben zum Beispiel kein Käse angeboten wurde.

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Der Markt in Oliva, immer freitags und wirklich einen Besuch wert.

Als wir zurück am Campingplatz waren, wollten unsere Nachbarn gerade mit dem Auto in den Supermarkt fahren und haben uns netterweise angeboten, noch etwas Wasser mitzubringen. Da wir größere Massen schlecht auf dem Fahrrad transportiert bekommen und wir unseren EU-GO noch einige Zeit stehen lassen wollen, haben wir das Angebot gerne in Anspruch genommen und uns 30 Liter Trinkwasser mitbringen lassen. Damit können wir noch mal etwas länger als eine Woche überbrücken.

Am Nachmittag haben wir dann unsere SUPs aus der Surfbox geholt und auf einem testweise den Sitz zum kajakähnlichen Paddeln montiert. Erstmalig haben wir die Aufpumparbeit durch unseren Kompressor erledigen lassen, der über den notwendigen Druck von einem Bar nur müde gebrummt hat (denn er schafft mehr als 8 Bar). Das Aufpumpen hat ebenso wie mit der Handpumpe etwa 10 Minuten je Brett in Anspruch genommen. Allerdings spart es zwei mal 600 Hübe mit der Handpumpe, was vor allem rückenschonender ist. Außerdem ist der Strom auf dem Campingplatz ja eh bezahlt ;-).

Als wir dann mit den beiden SUPs auf dem Meer waren, schlief der Wind komplett ein (Super!) und die Wellen wurden wieder höher (fürs SUPen weniger toll). Also Beschloss Sonja kurzerhand, noch den Wellenreiter auszupacken und eine Surfsession anzuschließen. Da ich ja sowieso schon mit auf dem Wasser war, habe ich ein paar Fotos von Sonja gemacht. Außerdem habe ich auch versucht, einige Wellen anzupaddeln, allerdings sind diese für mich und mit Sonjas Wellenreiter doch etwas sehr klein gewesen. Dafür gibt es aber einige brauchbare Bilder von Surfingsonja in Ihrem Element:

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Miniwellen und eine strahlende Sonja
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Surfingsonja die Zweite… Die Welle, auf der sie surft, ist so klein, dass sie auf dem Bild kaum als solche zu erkennen ist.

Nach mehr als einer Stunde auf und im Wasser war es uns dann doch etwas kühl, und die Sonne ging unter. Also zurück zum EU-GO und anschließend unter die warme Dusche.

Anschließend lecker Abendessen und dann ins Bett, denn morgen dürfen wir ja zum Frühstück noch eimal 20 Kilometer Fahrradfahren um einzukaufen. Außerdem wollen wir morgen eventuell noch eine Waschmaschine waschen, denn danach soll es drei Tage lang immer wieder regnen. Wir werden sehen und lassen uns überraschen.

220V Strom – unabhängig von der Steckdose

Damit wir auch einige 230V Geräte bedienen können, haben wir uns für die Installation eines Wechselrichters entschieden – völlig überraschend – wieder auf die Empfehlung von Stefan Isheim von fullSol Solar. Daher ist es ein Victron Energy Phoenix 12/1200 Sinuswechselrichter geworden.phoenix-12-1200

Da dieses Gerät allerdings nicht über eine Netzvorrangschaltung verfügt, also nicht automatisch abschaltet, wenn das Fahrzeug am 230V Stromnetz angeschlossen ist, wurde zudem noch eine Netzvorrangschaltung installiert.

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Diese Installation sorgt dafür, dass wir an allen unseren 230V Steckdosen unabhängig vom Landstromanschluss “normal” auf 230V zugreifen können, also das Ladegerät des Laptops, die elektrische Zahnbürste oder den Kompressor ebenso betreiben können, wie die Stichsäge oder andere Verbraucher. Alle unsere Steckdosen klingt jetzt erst einmal gewaltig, aber das relativiert sich sehr, wenn man weiß, dass der Chausson 640 serienmäßig gerade einmal über drei davon verfügt (eine in der Heckgarage, eine an der Küche und eine im Fernsehschrank). Wir haben daher noch ein wenig nachgerüstet. Sowohl im Bad als auch in der Sitzgruppe hat Stefan Isheim von fullSol Solar jeweils eine 230 Volt Steckdose installiert und zudem noch in den Kleiderschrank zwei Doppel-USB-Steckdosen nachgerüstet, so dass wir alle Geräte auch praktikabel währen der Nacht nachladen können.

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Die ersten Erfahrungen zeigen, dass unser “normaler Strombedarf” zumindest bei gutem Wetter deutlich gedeckt wird, so dass wir sogar den Energieschlucker schlechthin, nämlich unseren Absorberkühlschrank, bei guter Sonneneinstrahlung über 230V und den Wechselrichter betreiben können. Vielleicht wollt Ihr bezüglich der Kühlschränke ja noch einmal nachlesen: Kühl- und Gefrierschrank im Reisemobil.

 

Die Stromversorgung

Wir haben uns schon recht früh entschieden, dass unser Fahrzeug einigermaßen stromautark werden soll, und ich habe mich diesbezüglich etwa ein Jahr lang intensiv mit der Materie beschäftigt und unter anderem  ja auch ermittelt, wieviel Solar und Batterien wir denn voraussichtlich benötigen. Meine Überlegungen diesbezüglich findet ihr im Artikel Strombedarfsrechner/ Solarrechner. Nachdem ich mich dann mit meinen Vorstellungen an mehre Firmen gewandt hatte, hat sich mit der Firma FullSol und Stefan Isheim sehr schnell ein Favorit herauskristallisiert, da Stefan einfach am besten verstanden hat, was ich haben wollte. Nach mehreren sehr freundlichen Telefonaten, hat sich dieser positive Eindruck bestätigt, und so haben wir uns Ende August mit Stefan in Gießen verabredet, um die Installation durchzuführen. Theoretisch hätte ich mir den Einbau auch selbst vorstellen können, aber schon das nicht vorhandene Werkzeug und Material haben mich davon abgehalten, und die Erfahrung eines Profis ist schlicht nicht durch Literaturwissen zu ersetzen.

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Um ausreichend lange ohne Stromversorgung stehen zu können und auch mal die eine oder andere Schlechtwetterperiode zu überstehen, haben wir uns für mindestens 300 Ah Lithium Akkus entschieden. Letztlich sind es dann 2 mal Victron Energy Smart LiFePO4 160 Ah mit dem miniBMS geworden. Vielen Dank auch hierbei wieder an Stefan Isheim von fullSol für die hervorragende Beratung.

 

Zusätzlich wird eine Ladung der Batterien während der Fahrt und bei Anschluss an Landstrom (was bei uns nicht sehr häufig vorkommen wird, da dieser meist separat und teuer zu bezahlen ist) über den Votronic VCC 1212-50. Aktuell sind die Einstellungen dieses Gerätes im Fahrbetrieb noch nicht ganz optimal, da wir nicht die Ladeströme erreichen, die Stefan und ich uns so vorstellen. Generell ist die Bedienung dieses Gerätes mit denen von Victron absolut nicht zu vergleichen, denn die Victron Geräte lassen sich absolut intuitiv über optische Oberflächen und Apps ein-, um- und ausstellen, wohingegen der Ladebooster mit Microschaltern und verschiedenen Blinkfrequenzen dazu gebracht wird, was er eigentlich machen sollte. Leider gibt es von Victron aktuell kein entsprechendes Gerät.

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Um die Batterien zuverlässig vor Über- bzw. Unterspannung zu schützen, ist bei uns dank Stefan Isheim von fullSol ein Victron Battery Protect BP 220 eingebaut.victron_energy_batteryprotect-bp_220

Der vollständige Einbau unter einer Sitzbank bei uns im EU-GO sieht dann entsprechend aufgeräumt aus. Drei schaltbare Sicherungen geben die Möglichkeit, einzelne Komponenten oder auch die gesamte Anlage stromlos zu schalten.

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Weiter möchte ich nicht ins Detail gehen, denn die gedankliche Arbeit, die durch Stefan in diese Anlage gesteckt wurde, muss auch entsprechend gewürdigt sein. Außerdem sind unsere Anforderungen nicht mit denen anderer Reisemobilisten 1 zu 1 übertragbar. Falls Ihr also Fragen habt, wendet Euch doch bitte direkt an Stefan Isheim von der Firma FullSol.  Stefan ist im Winter auch oft in Spanien und Portugal anzutreffen und mit seinem mobilen Werkstattmobil in der Lage, auch dort Montagen vorzunehmen. Allerdings  solltet Ihr ausreichend Vorlauf einplanen, da Stefan mehr als ausreichend ausgelastet ist.

Unser Endergebnis kann sich sowohl von der Funktion her, als auch optisch sehen lassen:

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Es ist gelungen, möglichst viele Staufächer zu erhalten und die originale Fahrzeugelektrik nicht zu verändern, so dass gegebenenfalls alles problemlos zurückbaubar ist. Lediglich ein Staufach wurde wirklich ausgefüllt und durch Entfall der Batterie unter dem Fahrersitz wurde dort wieder Platz frei.

Die Übernahme rückt näher – Checkliste

Wir haben schon seit längerem nach einer Checkliste gesucht, was bei der Übergabe alles zu beachten/zu kontrollieren ist. Leider sind wir nicht wirklich fündig geworden, bzw. keine dieser Listen passte auf unsere Anforderungen. Daher haben wir selbst eine Liste erstellt:

Mitnehmen:

  • Nummernschilder
  • Zulassungsbescheinigung
  • Marderschreck (wir lassen den direkt vom Händler montieren)
  • Gasflasche (voll)
  • Sanitärflüssigkeit (falls die Toilette direkt auf der Heimfahrt genutzt wird)
  • Wasserentkeimung
  • Schlauch oder Gießkanne (zum Befüllen des Tanks)
  • Ausziehleiter (um aufs Dach zu sehen, Luken, Verarbeitung, ggf. Solar, Dachgepäckträger usw.)
  • Stromkabel und Adapter (damit das Auto auch an Strom angeschlossen und das Ladegerät gecheckt werden kann)
  • Taschenlampe (um in dunkle Ecken gucken zu können)
  • 12V Adapter auf USB (so kann man mit dem Telefon die Steckdosen testen)
  • 220V auf USB (s.o. eben für 220V)
  • USB Ladekabel Mobiltelefon
  • GoPro + Handy
  • Markierungsklebeband/Post it
  • Stifte/Block
  • Feuerlöscher (am besten Schaum, denn bei Pulver ist das Fahrzeug komplett versaut)
    ggf. bei Übernachtung:
  • Bettzeug
  • Wechselwäsche
  • Kulturbeutel, Hygieneartikel und notwendige Medikamente

Checks am Basisfahrzeug:

  • Blinker
  • Warnblinker
  • Abblendlicht
  • Fernlicht
  • Rückfahrlicht
  • Nebenschlussleuchte
  • Rückfahrscheinwerfer
  • Scheibenwaschanlage
  • Scheibenwischer
  • Hupe
  • Fahrerhausverdunklung
  • Funktion Rückfahrkamera (Blickrichtung?)
  • Klimaanlage
  • Beifahrerairbag vorhanden
  • Tempomat/Geschwindigkeitsbegrenzer
  • Elektrische Rückspiegel
  • Funktion Sitze und Anschnallgurte
  • Automatikgetriebe + ESP

Checks am Aufbau außen

  • Reifen (Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen?)
  • Felgen (Alu 16 Zoll)
  • Schmutzfänger vorne
  • Spaltmaße
  • Anschluss „Hutze“ an Basisfahrzeug
  • Verbreiterungen
  • Verschluss/Dichtungen Gaskasten
  • Gasanschluss, Entlüftung
  • Verschluss/Dichtungen Aufbautüre (zweifach verriegelt?)
  • Verschluss/Dichtungen Toilettenklappe
  • Zustand und Vollständigkeit Toilettenkassette, Entnahme, Verriegelung
  • Verschluss/Dichtungen Heckgarage (Beifahrerseite)
  • Dichtigkeit Heckgarage
  • Verschluss/Dichtungen Heckgarage (Fahrerseite) /Schrankbretter (Klappbar)
  • Verschluss/Dichtungen Versorgungsklappe
  • Ladegerät (Ein-Ausschaltung), Sicherungen, Wassertank
  • Außendusche Funktion
  • Außengasanschluss
  • Montage und Funktion Fahrradträger
  • Montage und Funktion Dachgepäckträger

Vorhandensein von:

  • Fahrerhausteppich
  • Kissen zum Umbau Sitzgruppe zu Bett
  • Kissen Sitzgruppe
  • Holzrost in Dusche
  • Winterabdeckungen für Kühlschrank
  • Winterabdeckungen Fahrerhaus außen
  • Kurbel für Hubbett
  • Solarvorbereitung
  • Auflastung 4,4 Tonnen
  • Fliegengittertüre
  • Warndreieck
  • Erste Hilfe Kasten
  • Warnlampe (erforderlich, da über 3,5 Tonnen!)
  • Warnwesten (für jeden Fahrgast)
  • Reifen-Pannenset (oder Ersatzrad)

Checks am Aufbau innen/Technik

  • Bedienpanel innen
  • Batterie Wohnraum (welche, wie verbaut?)
  • Funktion und Bedienung Kühlschrank/Gefrierfach GAS/12V/220V incl. Umschaltung,
  • Schließen der Türen Kühlschrank
  • Funktion und Bedienung Diesel-Heizung
  • Funktion Brenner Herd
  • Funktion Warmwasserboiler
  • Funktion Wasserhahn Küche
  • Funktion Wasserhahn Bad
  • Funktion Brause Dusche
  • Funktion Toilettenspülung
  • Dichtigkeit Frischwassertank
  • Dichtigkeit Grauwassertank
  • Heizung Grauwassertank/Isolation zeigen lassen!
  • Funktion und Position der Lichtschalter und Lampen
  • Funktion Hubbett und Vorhandensein Komfortmatratze
  • Funktion Tisch (mechanisch und elektrisch)
  • Funktion USB Ladebuchsen
  • Funktion Steckdose 220V (auch Garage)
  • Funktion Steckdosen 12V (auch Garage)
  • Funktion Zentralverriegelung

Checks am Aufbau sonstiges:

  • Funktion Fenster (Verdunkelung, Insektenschutzrollo, Öffnen und dichtes Schließen)
  • Funktion Dachluke (Verdunkelung, Insektenschutzrollo, Öffnen und dichtes Schließen)
  • Kleiderschrank Heck: (Türen, Scharniere, Einlegebretter?)
  • Bad: Glashalter, Spiegelschrank, Schublade
  • Dusche: Fixierung Duschtüren und Brause
  • Klappe über Kühlschrank
  • Klappe unter Kühlschrank
  • TV-Fach
  • Auszüge Küche
  • Schränke Küche
  • Besteckfach
  • Schränke oberhalb der Küche
  • Verlängerung Küchenarbeitsplatte (klappbar)
  • Funktion der Klappe neben dem Eingang in Sitzbank
  • Umbau Notsitze aus Sitzbank
  • Umbau des Bettes unterhalb des Hubbettes
  • Staufächer in den Sitzbänken, deren Verschlüsse
  • Verarbeitung der Nähte der Kissen der Sitzgruppe Polster (Elite?)
  • Fixierung der Kissen (Klett?!?)
  • Funktion der Vorhänge
  • Funktion der Dachhaube über Fahrerhaus, Dichtigkeit (vor allen an Ecken! Verzogen? Rollos)

Fragen/ggf. kaufen:

  • Ersatzpumpe!
  • Sanitärflüssigkeit
  • Gießkanne (wenn nicht schon dabei s.o.)

Vielleicht ist das für Euch ja auch interessant oder es gibt noch Ergänzungen?!? dann Schreibt gerne einen Kommentar!

Danke an Uschi und Rainer, Eure Vorschläge sind eingearbeitet, Kevin auch Dir ein Dank nach Luxembourg ist ergänzt.

Kühl- und Gefrierschrank im Reisemobil

Kühl- und Gefrierschrank
In unseren bisherigen Fahrzeugen waren die Kühlschränke bzw. Kühlboxen immer ausschließlich strombetriebene Kompressorkühlschränke, so dass wir bislang mit Absorberkühlschränken keinerlei Erfahrung haben. Klar ist aber, dass Absorberkühlschränke im Stand normalerweise über Gas, während der Fahrt über 12V, und wenn das Fahrzeug an der Stromversorgung “hängt”, über 220V Landstrom betrieben werden. Die heutigen Modelle schalten automatisch zwischen den verschiedenen Energiequellen um. Der Wirkungsgrad eines Absorberkühlschranks ist im Strombetrieb immer deutlich schlechter als der eines Kompressorkühlschrankes. Zudem ist dem Kompressorkühlschrank die Ausrichtung des Fahrzeug, also ob es etwas schief steht oder nicht, ziemlich egal, der Absorber stellt dann gerne seine Funktion teilweise oder vollständig ein. Wir werden versuchen, bei ausreichender Stromversorgung über unsere Solarzellen den Kühlschrank dennoch mit Strom zu betreiben, da Gas eine limitierende Ressource sein wird, während Sonne zumindest theoretisch und bei gutem Wetter unendlich verfügbar ist.