Sri Lanka Tag 2: Der erste vollständige Tag in Weligama

Nach einer ersten warmen Nacht haben wir heute recht lange, nämlich bis etwa 10 Uhr Ortszeit geschlafen. Da das aber etwa 5:30 Uhr deutscher Zeit entspricht, war es dann doch wieder nicht so lange…

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserer Pension mit Ei, Bananen und Ananas sind wir zu einem Erkundungsspaziergang am Strand entlang aufgebrochen. Zuerst sind wir vom Zentrum Weligamas weg und dann in Richtung der Stadt spaziert. Vorbei an vielen bunten Fischerbooten und der ein oder anderen kleinen vorgelagerten Insel kamen wir dann an den Hauptsurfstrand, an dem sich hunderte von Surfern tummelten. Die Surfbretter gibt es dort in praktisch allen Größen und Formen zu leihen, auch wenn der Schwerpunkt ganz klar im Anfängerbereich liegt. Da die Temperaturen aber um die Mittagszeit die 30 Grad Marke erreicht haben und die Sonne erbarmungslos auf uns herab brannte, haben wir auf das Surfen erst einmal verzichtet… was nicht so schwierig war, denn wir waren beide hundemüde. Allerdings durften wir schon herausfinden, dass die Brettmiete pro Stunde sagenhafte 250 Rupien beträgt, was etwa 1,25€ entspricht. Die eigenen Bretter nicht mitzunehmen war also in jedem Fall die richtige Entscheidung.

Fischerboote mit teils interessanten Werbeanstrichen am Strand von Weligama. Das Sonja das Ende der Surfevolution darstellt, habe ich schon länger vermutet…
Es gibt wieder viele Fischerboote, auch wenn sehr viele bei der großen Tsunami an Weihnachten 2004 zerstört wurden.

Anschließend gingen wir in der Stadt noch Wasser (15 Liter) kaufen und Geld am Automaten abholen. Die Gebühren betrugen 450 Rupien, was etwa 2,25€ entspricht. Überrascht hat uns der Höchstbetrag, den man abheben konnte, da dieser einem Gegenwert von 1000€ entspricht, was in einem Land mit recht niedrigem Preisniveau eher untypisch ist.

Auf der Suche nach frischem Obst steuerten wir eine Saftbar an, die einem Schweizer gehört, der auch gerade vor Ort war und uns ein wenig über seinen Laden und die Angestellten erzählt hat. Nebenbei tranken wir noch superleckere frisch gepresste Fruchtsäfte, die wir uns selbst zusammenstellen durften. Ich entschied mich für eine Mischung aus Papaya- und Ananassaft mit einem Schuss Limone. Sonja fügte noch Kokosnuss hinzu. Der Preis von 50 Cent pro Getränk ging mehr als in Ordnung, vor allem wenn man die Arbeit bedenkt alle Früchte frisch zu öffnen und die Mixer, Gläser usw. anschließend wieder zu spülen. Es wurde außerdem streng darauf geachtet, dass nur abgepacktes Eis und Wasser verwendet wurden und nicht etwa – das für europäischen Mägen eher ungeeignete – Leitungswasser.

Sonja mit dem frischen Fruchtsaft. Im Hintergrund der einheimische Mitarbeiter und der Schweizer Besitzer. Das Obst ist nicht nur Deko, sondern wurde frisch von der Theke weg verarbeitet.

Anschließend haben wir uns ein wenig ausgeruht und Sonja wollte anschließend unbedingt noch eine Stunde surfen gehen. Ich bin mit ihr an den Surfspot spaziert und habe zugesehen, wie sie doch recht viele Wellen „erwischt“ hat, obwohl es noch einmal voller als am Morgen war. Als dann die Sonne hinter dem Horizont verschwand, wurde es sehr schnell dunkel und wir erreichten in der letzten Dämmerung unser Hostel. Die Dusche bietet nur „kaltes“ Wasser, was aber völlig ok ist, denn kalt bedeutet eben auch dabei etwa 30 Grad Celsius.

Da wir am nächsten Morgen zu einer Tour verabredet waren, ging es dann auch schnell ins Bett.

Flucht aus Valdevaqueros… fast bis nach Gibraltar

Eigentlich wollten wir ja noch deutlich länger in Valdevaqueros auf dem wirklich schönen Campingplatz bleiben. Aber bereits gestern im Laufe des Tages fing ein Nachbar des Campingplatzes an, uns im wahrsten Sinne des Wortes „auszuräuchern“, denn er verbrannte direkt neben dem Campingplatz zuerst wohl Grünabfälle, die allerdings noch sehr grün waren. Der Regen dazu führte zu einer „wunderbaren“ Rauchentwicklung und unvollständigen Verbrennung. Zu allem Überfluss stand der Wind so ungünstig, dass wir völlig in der Rauchwolke eingehüllt waren. Zum Abend hin nahm der Qualm ab, aber bereits in der Nacht wurde er wieder stärker und roch auch deutlich mehr nach „sonstigem Müll“.

Der Campingplatzbetreiber, mit dem wir noch am Abend telefoniert haben, war sehr bemüht, konnte allerdings nichts ausrichten, da der besagte Nachbar „eine Lizenz“ habe… OK, es gibt also Lizenzen für private Müllverbrennungsanlagen ins Spanien – wieder etwas gelernt.

Nach einer alles anderen als entspannten Nacht (immerhin gut geräuchert, vielleicht halten wir uns dann viele Jahre), haben wir spontan entschieden, dem Problem durch Abreise aus dem Weg zu gehen. Schade für den Campingplatzbetreiber, schade für uns, weil der Platz und die Lage wirklich gut waren, aber eben nicht um jeden Preis.

Nach einem Zwischenstopp im Lidl von Tarifa (das ist dann wohl der südlichste Lidl in Europa, nachdem wir in Sagres bereits im westlichsten waren), bei dem wir unsere Wasservorräte und auch Obst, Gemüse usw. aufgefüllt haben, ging es dann weiter an der Südküste Spaniens bis an Gibraltar vorbei, genauer nach La Línea de la Concepción auf einen kleinen Campingplatz, der von sehr vielen behinderten Menschen unterhalten wird und sich in einem Topzustand präsentiert. Man hat den Eindruck, dass jedes Blatt, das vom Baum herunter fällt, sofort aufgekehrt oder aufgehoben wird, ebenso wird das Sanitärgebäude permanent gereinigt.

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Ziemlich genau dort, wo der Regenbogen das Land berührt, ist der Campingplatz und unser EU-GO

Vom Campingplatz aus haben wir dann trotz leichten Regens und nicht mehr als leicht zu bezeichnenden Winds eine kleine Radtour ins Stadtzentrum und in Richtung Gibraltar unternommen (etwa 7 km). Fast hätten wir es auch bis auf die Halbinsel Gibraltar geschafft, wenn denn nicht nur 50% von uns den Pass dabei gehabt hätten… Ja, den benötigt man, da Gibraltar zwar zu Großbritannien und damit – noch – zu EU gehört, aber der Schengen-(liegt nicht weit von Oberbillig entfernt an der Mosel in Luxembourg) Raum endet dort. So haben wir morgen eine weitere Chance, und den Weg kennen wir ja immerhin schon 😉

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Sonja am Strand von La Línea und der Fels von Gibraltar im Hintergrund

So sind wir dann am Strand entlang wieder gen Campingplatz gefahren, noch kurz an den Strand spaziert, und anschließend haben wir die warmen Duschen genossen. Sonja hat dann wieder eines Ihrer unglaublich leckeren Abendessen gezaubert und ich diesen Artikel geschrieben. Zwischendrin noch eben Verkaufsverhandlungen bezüglich eines unserer Surfbretter geführt, die wir ja ersetzen werden, wie Sonja gestern geschrieben hat. Anschließend haben wir dann noch ein wenig die nähere Zukunft geplant, und ich hab „den Spül“ erledigt, dann war der Tag schon wieder vorbei.

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Das ist schon ein ganz schöner Brocken, dieser Fels (430 Meter hoch)… da wirken selbst die Hochhäuser winzig.

Surfen – Teil 2

Wie ja schon von Marc angekündigt, widme ich mich erneut meinem Lieblingsthema, dem Wellenreiten (Wenn er diese Ankündigung nicht gemacht hätte, gäbe es diesen Artikel heute sicher nicht, denn meist, wenn Marc abends die Artikel schreibt, bin ich dabei, das Abendessen zu zaubern. Und da dies immer frisch zubereitet wird, erfordert dies doch einen zeitlichen Aufwand, der nicht unerheblich ist. Da Kochen jedoch eines meiner liebsten Hobbys ist, investiere ich diese Zeit gerne: Am Ende steht ja dann auch ein großer „Genuss“auf dem Tisch, zumindest meistens!)

Da wir unsere Campingplatzauswahl immer so treffen, dass man fußläufig den Strand erreichen kann und am besten auch noch gute Wellenbedingungen hat, was man vorher jedoch nie so richtig weiß, ist es nicht immer leicht, einen solchen zu finden, der auch noch preislich akzeptabel ist. Jetzt haben wir es 500 Meter weit, was man mit dem Surfbrett locker zu Fuß zurücklegen kann.

Gestern Morgen bin ich zunächst zum Strand gejoggt, um zu schauen, ob es sich lohnt, mit den Surfbrettern zum Strand zu gehen. Die Entscheidung war schnell getroffen, denn es war absolut windstill, und es lief eine kleine saubere Welle an den Strand. Für Marc wäre sie wahrscheinlich etwas zu klein, meinte ich zu ihm, denn für ihn müssen die Wellen mehr Schubkraft haben als für mich. Dennoch entschied er sich mitzukommen. Als wir ankamen, sahen die Wellen noch besser und größer aus, und mit unseren Neoprenmützen wurde uns auch nicht kalt. So hielten wir es tatsächlich über eine Stunde im Wasser aus. Die Wellen brachen immer sehr dicht am Strand, so dass man die Wellen nie weit absurfen konnte, da man sonst die Finnen in den Sand gerammt hätte, und man musste die Wellen auch immer direkt schräg anpaddeln, da man sonst zu schnell am Strand gelandet wäre. In diesen kleinen steilen Wellen lässt sich das „Aufstehen“, der Takeoff, nach dem Anpaddeln immer sehr gut üben, da er sehr schnell erfolgen muss. Und da man nie weit surfen kann, wiederholt man diese Bewegung einfach ziemlich oft, so dass man den Bewegungsablauf irgendwann automatisiert. Verglichen ist es mit stupidem Tonleiterspielen beim Klavierüben, so habe ich es empfunden. In dieser einen Stunde haben wir so viele Wellen erwischt, wie wir es uns niemals erträumt hätten. Fast jede angepaddelte Welle haben wir erwischt. Die Stimmung war mystisch, der Himmel leicht grau, dunkle Wolken vor der Bergkulisse hinter unserem Campingplatz, was man vom Wasser aus gut sehen konnte. Hinten rechts von unserer Wasserperspektive aus (also südlich) am Horizont das Atlasgebirge von Marokko und vor uns ein Strand und das Meer für uns alleine. Die Surfsession hatte sich für uns so richtig gelohnt, denn auch Marc hat sogar mit meinem kleineren Brett tolle Wellen erwischt. Da ich ja schon zehn Jahre längere Surferfahrung hinter mir habe, kann ich behaupten, dass er dieses Jahr (genau wie ich!) enorme Fortschritte gemacht hat im Gegensatz zu den Jahren davor. Kein Wunder, denn sonst stehen wir jedes Jahr nur 10 Tage auf dem Brett, und dieses Jahr schon mehrere Wochen immer mal wieder.

Heute Morgen war ich dann erneut auf dem Wasser. Die Bedingungen waren nicht so gut, Marc fühlte sich nicht fit, von daher hat er mich nur als „Trainer“ und Fotograf begleitet. So kann ich mir dann auch immer mal meine Technik und Haltung anschauen.

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Eine kleine hüfthohe Welle, die ich im grünen Bereich (das Weißwasser, also der brechende Teil, ist hinter mir!) backside (ich mit dem Rücken zur Welle) absurfe

Da wir beide nun an die Grenzen unserer bisherigen Bretter gestoßen sind, haben wir uns heute nach langer Überlegung zwei neue Bretter im Internet bestellt. Diese werden leider nach Deutschland geliefert, so dass wir diese erst im nächsten Jahr testen können. So lange steigt dann eben die Vorfreude. Unsere bisherigen Bretter haben ein recht großes Volumen, was für Anfänger und Fortgeschrittene gut geeignet ist, weil sie gut anzupaddeln sind, und man somit die Wellen leichter bekommt. Mittlerweile haben wir soviel Übung, dass wir mit kleinerem Volumen auskommen, und wir somit ein etwas „spritzigeres“ Brett surfen könnten. Bei unserem Ausflug nach Tarifa haben wir uns ja wieder intensiv mit den verschiedensten Brettarten-und Größen auseinandergesetzt, dass wir endlich die für uns passenden Modelle gefunden haben. Wir freuen uns jetzt schon darauf, die neuen Bretter nächstes Jahr testen zu können.

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Zufrieden nach einer erfolgreichen Surfsession

Und das wird mein neues Brett ein Torq Hybrid 6″4′:

und auf dieses Torq Funboard 7″6′ darf Marc sich freuen:

Wir nähern uns Afrika… Natürlich entlang der Küste Aguadulce – El Palmar – Valdevaqueros

Am heutigen Tag sind wir aus Aguadulce weiter gefahren und haben zuerst das schöne Surferörtchen Al Palmar besucht. Dort haben wir verschiedene Surfläden aufgesucht und einen tollen neuen Neoprenanzug für Sonja gefunden, denn ihr bisheriger ist nach 10 Jahren des Gebrauchs schon ziemlich verschlissen und unbeweglich geworden. Eigentlich wollten wir uns aber verschiedene Surfbretter genauer anschauen und die Unterschiede erklären lassen. Um diese dann probezusurfen, wären wir sogar gerne dort geblieben, aber die Distanz vom Campingplatz zum Strand beziehungsweise zum Surfshop, wo man die Bretter leihen und ausprobieren konnte, war mit deutlich über einem Kilometer einfach zu groß. Eine solche Distanz geht man eben doch nicht mit Surfklamotten und ggf. Brett entlang einer Straße. So sind wir dann kurz nach Mittag und unserem Frühstück, schweren Herzens weitergefahren.

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Der Strand von El Palmar, wirklich schön und endlos lang… 

Anschließend haben wir noch unsere Obst, Gemüse und vor allem Trinkwasservorräte aufgefüllt (diesmal als gute Deutsche im Aldi ;-)) und haben uns auf die Suche nach der nächsten Übernachtungsmöglichkeit gemacht. Dabei waren wir unter anderem am Campingplatz Bahia de la Plata, der wirklich sehr schön, direkt am Strand gelegen ist. allerdings sind die kleinen Parzellen wirklich sehr klein, nämlich nicht mal 5 Meter tief, so dass selbst ein VW-Bus Schwierigkeiten hat darauf zu stehen. Die großen Parzellen hätten 28 € pro Nacht gekostet und das war uns dann doch zu viel, denn eigentlich nutzen wir ja lediglich die Duschen und Toiletten… Wir haben zwar beides im Auto, aber es ist schon sehr großer Luxus eine Dusche mit unbegrenzt warmem Wasser zu haben, die man anschließend nicht austrocknen (und vorher nicht ausräumen) muss. Unsere Toilette versuchen wir ausschließlich für das „kleine Geschäft“ zu nutzen, denn den anderen Geruch muss man nicht unbedingt direkt im ganzen restlichen Haus (direkt neben Küche und Bett) haben… Daher sind wir dann weitergefahren. Einen anderen Campingplatz haben wir schon im Vorbeifahren aussortiert, denn die Lage direkt an der Hauptstraße wäre vielleicht noch ok gewesen, aber auf beiden Seiten Kuhweiden, das war dann doch das KO-Kriterium, denn Fliegen gibt es hier sowieso schon genug und in der Nähe von Kühen sicher nicht weniger. Letztlich wollten wir dann einen Campingplatz am Strand von Valdevaqueros anfahren. Das haben wir dann auch gemacht, um kurz vor Einbruch der Dunkelheit vor einem verschlossenen Tor zu stehen. Natürlich hatten wir einen Plan B (und ich meine nicht den guten Tropfen von unserem Freund Johannes Bauerle), nämlich den Campingplatz, der ebenso heißt wie der Strand anzufahren. Als wir allerdings am Ende der Straße wenden wollten, stießen wir auf einen traumhaften Parkplatz, direkt am Strand, der auch schon von einigen anderen, meist windsurfenden Wohnmobilisten, bevölkert war, und entschieden uns spontan die Nacht ebenfalls hier zu verbringen. Natürlich gingen wir noch eine kleine Runde am Strand spazieren, denn nach der ganzen Sitzerei tat ein bisschen Bewegung not.

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Der Strand von Valdevaqueros kurz nach Sonnenuntergang

Den Camping Valdevaqueros werden wir dann voraussichtlich morgen ansteuern und wenn er uns gefällt für einige Zeit zu unserem vorübergehendem Wohnsitz machen.

Ford Transit Nugget – Freudiger Start

Unser Ford Transit Nugget hat uns deutlich kürzer begleitet, als das ursprünglich geplant war, außerdem hat er bzw. die Firma Ford uns sehr viel Freude bereitet… Weshalb wir seitdem nie wieder ein Ford-Fahrgestell ausgewählt haben, aber der Reihe nach…

Die technischen Daten lesen sich schon ganz gut ,und der Grundriss hat uns damals auf der Messe in Düsseldorf voll und ganz überzeugt (im Gegensatz zu den geschrumpften Nuggets heute):

Ford Transit Nugget Hochdach
2,2l TDCi, 96kW/130PS (verbrauchte unter 9 Litern Diesel!)
ESP, ABS,
Erstzulassung 30. 5. 2008   
8-fach bereift
Tempomat und Lederlenkrad
Radio-CD-Gerät
Zulassung und Schlafgelegenheiten für 5 Personen (Dachbett 2,00 x 1,56 m)
Küchenblock, Herd, Kühltruhe (40l), Waschbecken
Standheizung 4 kW mit Dieselbetrieb! –> keine Gasflasche nötig
Drehbare Fahrer- und Beifahrersitze
Zentralverriegelung
Außenspiegel elektrisch einstellbar und beheizbar
Scheinwerferassistent
Regensensor
Bordcomputer
Dachträgersystem Zölzer (für bis zu zwei Kajaks oder mehrere Surfbretter)
Kleiderschrank und Staukasten in der Sitzbank
Abgedunkelte Fenster hinten (vom Profi noch dunkler gemacht!)

Wir waren mit dem Nugget viel unterwegs und haben so innerhalb von 5 Jahren etwa 90 Tausend Kilometer absolviert, mehrmals nach Südfrankreich, rund um Dänemark, zu unserer Hochzeit erneut nach Dänemark. Da ich zeitweise einen anderen Dienstwagen hatte, kam der Nugget einige Zeit wirklich nur für Urlaubsfahrten zum Einsatz.

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Stauraumerweiterung – Wir haben eine Surf Line Dachbox

Da wir gerne bezüglich unseres Stauraumes etwas flexibler sein wollten und Wassersportmaterial, aber auch Dinge die wir nicht so häufig benötigen, aus unserer Garage verbannen wollen und sich ein Keller bei einem Reisemobil irgendwie nicht anbietet, haben wir uns für die Anschaffung einer Dachbox entscheiden. Dazu machte ich mich auf nach Haltern am See zur Firma Mobilia, besser wohl unter Surfbox.de bekannt. Ich hatte bereits im Vorfeld einen Termin vereinbart und eine Box vom Typ Big Malibu XL SURF reservieren lassen. Da ich allerdings wegen unseres doch sehr hohen Panoramafensters nicht sicher war, dass diese – mit 90 cm doch recht breite – Box auf unseren EU-GO passen würde, geschah das unter Vorbehalt. Als ich nun – wie so oft deutlich vor dem angesprochenen Termin – bei der Firma Mobilia ankam, wurde ich im Büro freundlich – wie sich herausstellte, von der Tochter des Hauses – empfangen und auch sehr bald der Geschäftsführer und Vater Dariusz Sterzel herbei-telefoniert. Einige Minuten später, ich hatte gerade einmal Zeit das Wohnmobil hinter die Halle zu fahren, war er auch schon da und nahm genauestens Maß. Leider mit dem Ergebnis, dass die ausgesuchte Box so ohne weiteres nicht passen würde, da sie auf dem Panoramafenster aufliegen würde. Eine Erhöhung der Querträger musste her… Da sich in der selben Straße in Haltern ein Baumarkt befindet, habe ich dort kurzerhand Siebdruckplatten erworben, um die Box um 18 mm höher montieren zu können. Leider waren der Mitarbeiter in der Holzabteilung des Baumarktes nicht nur sehr gestresst, sondern offenbarte mir, dass das von mir gewünschte Maß (80 mal 5 Zentimeter) nicht geschnitten werden könne, worauf ich ein Stück Siebdruckplatte in 18 Millimeter Stärke im Format 80 mal 12 Zentimeter erwarb. Auf dem Rückweg kam mir Dariusz Sterzel bereits mit seinem PKW entgegen, um mich abzuholen. Wieder am Lager der Firma sägte ich das eine Stück in zwei vom benötigten Format (gut, dass ich eine Stichsäge in der Werkzeugkiste dabei hatte…). Anschließend montierten wir die Dachbox gemeinsam und ohne Probleme. Sogar das Panoramadachfenster lässt sich nun öffnen.  Nachdem ich dann bezahlt hatte, habe ich mich noch sehr nett mit Mutter und Tochter Sterzel im Büro unterhalten, bevor es für mich – dank Stau auf der A1/A3 – für etwas mehr als zwei Stunden auf die Autobahn ging. Die A 1 ist für uns ja aufgrund der Breite aktuell gesperrt.

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Da die Box mit den werksseitigen Verschraubungen allerdings etwas sehr weit vorne auf unserem Fahrzeug liegt, werde ich wohl demnächst noch zusätzliche Bohrungen anbringen und diese etwas weiter gen Heck verschieben, damit vorne die Verschattung der Solarzellen (die bislang noch nicht installiert sind) so gering wie möglich ausfällt. Die Homepage des Herstellers sagt dazu: „Der vorgegebene Montagebereich zwischen den Dachträgern beträgt 61 – 120 cm. Allerdings kann dieser problemlos auf der ganzen Länge erweitert werden, da der Bodenbereich speziell ver[s]tärkt ist.“. Diesen Schritt werde ich allerdings erst wirklich umsetzen, wenn die Position der Solarmodule klar ist.  Außerdem fehlen ja nach wie vor unsere zwei zusätzlichen Querstreben, die eventuell ebenfalls das Verschieben der Box notwendig machen könnten. Irgendetwas sagt mir, dass wir noch ziemlich viel am Mobil optimieren werden… Aber in gut einer Woche soll es dann erstmal vor allem um die Reise gehen und das Fahrzeug muss dann im Alltag nutzbar sein. Bis dahin gibt es aber noch Einiges zu tun.

Wir holen unseren EU GO ab!

Das warten hat ein Ende… wir holen morgen unseren Chausson 640 in Bliesen bei Reisemobile Dörr ab! Dafür stehen wir auch ganz früh auf und fahren um 4 Uhr morgens los, damit wir in jedem Fall pünktlich um 9 Uhr im Saarland ankommen und vielleicht noch ein ganz klein wenig durchatmen können. Anschließend geht es zur noch einmal zurück nach Stuttgart und Ende der Woche dann nach Euskirchen ins Rheinland.

Es wäre ja schön, wenn alles reibungslos verliefe, denn das ist leider (natürlich?) nicht der Fall. Eben rief eine nette Dame von der Auslieferung an und übergab dann auch direkt an „unseren“ Verkäufer Herrn Philippi. Dieser teilte uns mit, dass zwar zwei weitere Querträger geliefert wurden, allerdings „die falschen“…
Zum Hintergrund: Wir haben ja  einen Dachgepäckträger bestellt. Dieser soll vier Querträger haben, um eine Traglast von 200 kg zu ermöglichen. Nun ist am Tag vor der Abholung leider klar, dass der Träger zwar montiert ist, aber nur zwei Querstreben besitzt, was die zulässige Traglast dann mit max 100 kg doch sehr reduziert. Wir werden in jedem Falle drei Wellenreitbretter á 8 kg und eine Dachbox mit 35 kg Eigengewicht befestigen. Das reduziert die erlaubte Beladung der Dachbox auf aktuell maximal 40 kg, obwohl diese eigentlich für mehr als 100kg zugelassen ist (was bei einer Verteilung des Gewichtes auf drei Querträger ja auch kein Problem wäre). So hoffen wir, dass die notwendigen Querstreben noch in den nächsten Tagen ankommen und wir (mit einem erneuten Umweg von etlichen Kilometern) dann doch noch in den Genuss kommen, diese mit auf unsere Reise zu nehmen.

Zusätzlich ist noch eine Alu-Begehplanke geplant, damit man auf dem Dach auch gefahrlos gehen kann und die Bretter verzurren oder die Box beladen kann.

Das Warten hat ein Ende… 340 Tage sind von der verbindlichen Bestellung bis zur Auslieferung vergangen. Das sind

29 376 000 Sekunden oder
489 600 Minuten oder
8160 Stunden oder
340 Tage oder
48 Wochen und 4 Tage
93,15% vom Jahr (mit 365 Tagen gerechnet)

Vermutlich wollte uns die Firma Reisemobile Dörr nur die Wartezeit von einem Jahr auffüllen, bis das Fahrzeug dann wirklich vollständig ist… Wir wollen jedenfalls weiterhin, wie geplant am 1. September aus Deutschland entschwinden, lassen wir uns überraschen… Irgendwie bin ich Herrn Philippi dann auch genügend auf die Nerven gegangen… Aber ich kann nichts dafür 😉