Viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit Menschen, dem Straßenverkehr und Alltag in Sri Lanka- Teil II

Wenn wir dann beim Surfen für die Surfbrettmiete oder auch in unserer Saftbar, wo wir regelmäßig hingehen, nicht genügend Kleingeld haben und die Menschen nicht wechseln können, haben sie schon solch ein Vertrauen in uns, dass sie sagen: Bezahlt morgen, wenn ihr wiederkommt! Das ist meines Erachtens ein großer Vertrauensbeweis.

Im Durchschnitt können hier erstaunlich viele Menschen Englisch, sowohl junge als auch alte. Das waren wir in Marokko anders gewöhnt, wo selbst junge Erwachsene der Weltsprache selbst im Hotelgewerbe nicht mächtig waren.

Zum Beispiel spricht unser Vermieter mit seiner dreijährigen Tochter regelmäßig Englisch, damit sie es früh lernt, und ihr Wortschatz ist schon erstaunlich groß. Hier wird im Tourismus am meisten Geld verdient, somit ist die Fremdsprache eine wichtige Basis.

Vor zwei Tagen war Vollmond, und viele Frauen waren in weiß gekleidet. Die Mutter unseres Vermieters ebenfalls, und sie erklärte uns, dass die Buddhisten dann zum Beten in den Tempel gehen. Da sie sich mit ihrer Enkelin auf den Weg machte, fragte sie uns, ob wir sie begleiten wollten. Das machten wir natürlich interessehalber. Und so ging ich mit ihnen barfuß in den Tempel, wo Räucherstäbchen angezündet wurden und diverse Dinge wie Blüten geopfert wurden. Jeder für sich sprach seine eigenen Gebete auf dem Boden sitzend. Von irgendwoher erschallte Musik aus Lautsprechern, so dass es nicht besonders ruhig war. Die Enkelin spielte mit ihrer Cousine und lief wie andere Kinder umher. Das war mal eine sehr besondere Erfahrung.

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Der Hinweg zum Tempel mit der Mutter und der Tochter unseres Vermieters Vasu.
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Der Tempel in Weligama

Eines Abends gingen wir noch zu einem der Obststände in Weligama, wo wir regelmäßig unsere Minibananen kaufen. Da fragte uns der Verkäufer, ob wir schon Kokoswasser der King Coconut probiert hätten. Da dies nicht der Fall war, schlug er uns eine Kokosnuss gekonnt an der oberen Seite auf, wo er zwei Strohhalme hineinsteckte. Und so konnten wir zum ersten Mal aus einer frischen Kokosnuss dieses Wunderwasser probieren. Anschließen halbierte er mit seinem Messer die Nuss, so dass wir auch noch das Fruchtfleisch essen konnten. Mal wieder ein besonderes Erlebnis für uns. Das Fleisch der Königskokosnuss ist nicht mit den Kokosnüssen, die wir so in Deutschland zu kaufen bekommen, vergleichbar. Es ist viel dünner und zarter, ingesamt weniger Inhalt, dafür aber gefüllt mit dem tollen Kokosnusswasser.

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Der Obststand bei dem wir Stammkunden waren und Sonja mit der geöffneten Kokosnuss.

Viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit Menschen, dem Straßenverkehr und Alltag in Sri Lanka- Teil I

Nun sind wir schon eine Woche hier und haben so viel erlebt, was wir auf Europas Straßen mit unserem Wohnmobil nie hätten sehen oder erleben können. Neue Düfte, Farben, Tiere, Pflanzen, Traditionen und vieles mehr.

Wie bereits erwähnt, ist der Straßenverkehr (hier herrscht Linksverkehr, was jedoch nicht so ausschlaggebend ist) viel radikaler und wuseliger als bei uns. Nachts fahren einige sogar ohne Licht, besonders auch Radfahrer, und jeder Verkehrsteilnehmer, der genügend PS hat, um seinen Vordermann zu überholen, hat immer den rechten Blinker an, da sie ständig überholen wollen, wo es irgendwie möglich ist, sogar vor Bergkuppen und uneinsehbaren Kurven. Überholen scheint hier Glücksache zu sein, unseres Erachtens ein Spiel mit dem Leben. Wir haben viele Überholmanöver gesehen, wo ein Zentimeter zu einem Crash gefehlt hätte. Oft gibt es einen Meter Ausweichspur am Rand, wo aber auch mal eine Kuh, ein Tuktuk oder ein Mensch steht, der dann eben in solchen Fällen „hätte dran glauben müssen“. Zum Glück haben wir bisher nur einen Unfall mit einem Linienbus und einem Tuktuk gesehen. Dieses lag auf der Seite. Tuktuks ziehen also meist den Kürzeren.

So haben Marc und ich beschlossen, nach zwei unserer Ausflüge, einem im Tuktuk und einem im Auto, ab jetzt nirgendwo mehr hinzufahren, weil uns die Nummer einfach zu „heiß“ im wahrsten Sinne ist. So fahren wir nur noch einmal zu unserer zweiten Unterkunft in der nächsten Woche und am Ende nach Colombo zurück zum Flughafen, was zum Größtenteil über Autobahn geht.

Jeden Morgen, wenn wir im Dunklen gegen 5.45 Uhr Richtung Surfstrand aufbrechen, gehen wir gerne am Strand entlang, da es an der Straße zu gefährlich ist. Viele freilaufende Hunde gesellen sich immer mal wieder zu uns, sind aber zum Glück harmlos, da wir beide Angst davor haben. Das zu gehende Stück zum Surfstrand ist sicher gut anderthalb Kilometer lang, und auf dem Weg liegen viele schöne, bunt bemalte Ausleger-Fischerboote am Strand, die um diese Zeit von ihren Fischern zu Wasser gelassen werden. Hier werden diese noch mit „Manpower“ ins Wasser gezogen. Dafür sind oft sechs bis acht Männer erforderlich. Bisher wurden wir jeden Morgen von den Fischern gebeten, ihnen zu helfen. Dafür lehnen wir uns mit dem Rücken an die seitlichen Querholme der Boote und schieben im Rhythmus des Taktgebers ruckweise das Boot ins Wasser. Ab und zu wird eine kurze Verschnaufpause eingelegt, weil es wirklich sehr anstrengend ist. Nach ca. 2 Minuten ist der Kraftakt dann meist beendet. Dann haben wir unser Aufwärmprogramm fürs Surfen auch schon erledigt. Wir erleben auch täglich andere Touristen, die ignorant an den Booten vorbeigehen, obwohl die Fischer sie nett fragen. Sie sind immer sehr dankbar, wenn wir ihnen geholfen haben. Und deshalb tun wir es auch immer wieder gerne, auch wenn es sehr anstrengend ist und im Rücken ein wenig schmerzt.

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Solche Boote, die auf der anderen Seite noch einen kleinen Ausleger haben, haben wir regelmäßig als Frühsport mit ins Wasser befördert.

Sri Lanka Tag 2: Der erste vollständige Tag in Weligama

Nach einer ersten warmen Nacht haben wir heute recht lange, nämlich bis etwa 10 Uhr Ortszeit geschlafen. Da das aber etwa 5:30 Uhr deutscher Zeit entspricht, war es dann doch wieder nicht so lange…

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserer Pension mit Ei, Bananen und Ananas sind wir zu einem Erkundungsspaziergang am Strand entlang aufgebrochen. Zuerst sind wir vom Zentrum Weligamas weg und dann in Richtung der Stadt spaziert. Vorbei an vielen bunten Fischerbooten und der ein oder anderen kleinen vorgelagerten Insel kamen wir dann an den Hauptsurfstrand, an dem sich hunderte von Surfern tummelten. Die Surfbretter gibt es dort in praktisch allen Größen und Formen zu leihen, auch wenn der Schwerpunkt ganz klar im Anfängerbereich liegt. Da die Temperaturen aber um die Mittagszeit die 30 Grad Marke erreicht haben und die Sonne erbarmungslos auf uns herab brannte, haben wir auf das Surfen erst einmal verzichtet… was nicht so schwierig war, denn wir waren beide hundemüde. Allerdings durften wir schon herausfinden, dass die Brettmiete pro Stunde sagenhafte 250 Rupien beträgt, was etwa 1,25€ entspricht. Die eigenen Bretter nicht mitzunehmen war also in jedem Fall die richtige Entscheidung.

Fischerboote mit teils interessanten Werbeanstrichen am Strand von Weligama. Das Sonja das Ende der Surfevolution darstellt, habe ich schon länger vermutet…
Es gibt wieder viele Fischerboote, auch wenn sehr viele bei der großen Tsunami an Weihnachten 2004 zerstört wurden.

Anschließend gingen wir in der Stadt noch Wasser (15 Liter) kaufen und Geld am Automaten abholen. Die Gebühren betrugen 450 Rupien, was etwa 2,25€ entspricht. Überrascht hat uns der Höchstbetrag, den man abheben konnte, da dieser einem Gegenwert von 1000€ entspricht, was in einem Land mit recht niedrigem Preisniveau eher untypisch ist.

Auf der Suche nach frischem Obst steuerten wir eine Saftbar an, die einem Schweizer gehört, der auch gerade vor Ort war und uns ein wenig über seinen Laden und die Angestellten erzählt hat. Nebenbei tranken wir noch superleckere frisch gepresste Fruchtsäfte, die wir uns selbst zusammenstellen durften. Ich entschied mich für eine Mischung aus Papaya- und Ananassaft mit einem Schuss Limone. Sonja fügte noch Kokosnuss hinzu. Der Preis von 50 Cent pro Getränk ging mehr als in Ordnung, vor allem wenn man die Arbeit bedenkt alle Früchte frisch zu öffnen und die Mixer, Gläser usw. anschließend wieder zu spülen. Es wurde außerdem streng darauf geachtet, dass nur abgepacktes Eis und Wasser verwendet wurden und nicht etwa – das für europäischen Mägen eher ungeeignete – Leitungswasser.

Sonja mit dem frischen Fruchtsaft. Im Hintergrund der einheimische Mitarbeiter und der Schweizer Besitzer. Das Obst ist nicht nur Deko, sondern wurde frisch von der Theke weg verarbeitet.

Anschließend haben wir uns ein wenig ausgeruht und Sonja wollte anschließend unbedingt noch eine Stunde surfen gehen. Ich bin mit ihr an den Surfspot spaziert und habe zugesehen, wie sie doch recht viele Wellen „erwischt“ hat, obwohl es noch einmal voller als am Morgen war. Als dann die Sonne hinter dem Horizont verschwand, wurde es sehr schnell dunkel und wir erreichten in der letzten Dämmerung unser Hostel. Die Dusche bietet nur „kaltes“ Wasser, was aber völlig ok ist, denn kalt bedeutet eben auch dabei etwa 30 Grad Celsius.

Da wir am nächsten Morgen zu einer Tour verabredet waren, ging es dann auch schnell ins Bett.

Der 23. 12. 2019…

ist nicht nur der Vorabend von Heiligabend, sondern gleichzeitig Sonjas und mein zehnter Hochzeitstag, wir sind also heute tatsächlich seit 9 Jahren verheiratet. Vor 9 Jahren waren die Temperaturen allerdings deutlich andere, denn wir haben an der Nordsee in Dänemark, genauer in Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks, geheiratet. Zu dieser Zeit war die Nordsee mit etwa 15 Zentimeter dickem Eis bedeckt, und am Tag unserer Hochzeit erreichte die Temperatur nur etwa -10°C.

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Vor 9 Jahren war es auch sonnig, aber deutlich kälter!

Heute war das Wetter zwar ähnlich sonnig, die Temperaturen lagen allerdings  etwa 30°C höher als damals, was schon sehr angenehm ist.

Zur Vorgeschichte der Hochzeit könnt Ihr hier nachlesen.

Am heutigen morgen waren wir gemeinsam in der Stadt auf dem Markt und haben unsere Obstvorräte wieder aufgefüllt. Außerdem sind wir noch über den restlichen Teil des Marktes geschlendert und haben uns die dort angebotenen Kleidungsstücke angesehen, die aber eher weniger unseren Geschmack trafen. Anschließend spazierten wir an der Strandpromenade – mit 13 kg Obst im Gepäck – zurück zum Campingplatz. Sonja sprang danach noch einmal kurz in die Fluten und versuchte einige Wellen zu erwischen, die aber mittlerweile schon sehr klein geworden waren. Anschließend frühstückten wir gemeinsam wie immer ausgiebig und unterhielten uns intensiv über die Vergangenheit und die weitere Zukunft.

Nachmittags wollte Sonja noch einmal in die Stadt und noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt einkaufen, während ich diese Zeilen tippe. Denn auch wenn wir uns nach vielen Jahren noch sehr gern haben, so ist eines der Geheimnisse weiterhin gut miteinander auszukommen, dem jeweils anderen auch Zeit für sich zu lassen. Das ist besonders wichtig, wenn man wie wir aktuell auf etwa 9 Quadratmetern permanent zusammen ist.

Dabei hat sie natürlich noch ein wenig einem anderen Surfer zugesehen, der täglich hier ebenfalls übt.

Nun lassen wir den Abend ruhig bei einem leckeren Essen ausklingen.

El Gordo nach einer stürmischen Nacht

Heute morgen sollte sie dann starten, die große spanische Weihnachtslotterie um „El Gordo“, den Hauptpreis. Da bereits um 9 Uhr die Übertragung der Veranstaltung aus Madrid im Fernsehen startet, wollten wir zu dieser Zeit in der Stadt sein und uns eine Bar, ein Café oder eine Gaststätte mit Fernsehgerät suchen und dort dann die Ziehung oder zumindest den Beginn davon live verfolgen.

Ursprünglich hatten wir vorgehabt, vorher noch zu waschen, was wir heute sehr früh am Morgen auf später verschoben haben, da wir die Nacht über kaum geschlafen hatten. Das lag allerdings nicht an der Spannung bezüglich der Lotterie und eines potenziellen Gewinns, sondern am sehr starken Sturm, der unser Wohnmobil ordentlich durchgeschüttelt und geschaukelt hat. Zudem haben in der Umgebung Planen und Flaggen extrem laute Geräusche von sich gegeben.

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Hundemüde und ziemlich mitgenommen nach einer Nacht fast ohne Schlaf haben wir „El Gordo“ verfolgt… und waren neben dem Wirt die Einzigen, die sich dafür interessiert haben.

So sind wir dann heute gegen 8:30 Uhr in Richtung der Innenstadt aufgebrochen, und auf dem Weg dorthin kamen uns lediglich einige Frühsportler entgegen. Auch in der Stadt herrschte gähnende Leere, lediglich eine einzige Kneipe hatte geöffnet und war ebenfalls recht leer. Von einem großen gemeinsamen Erleben der Lotterie kann also zumindest in Peñíscola keine Rede sein. Wahrscheinlich verbringt jede Familie die Zeit in den eigenen vier Wänden und schaut die Veranstaltung, die eine Einschaltquote von 50% haben soll, im privaten Umfeld.

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Die Gaststätte in der wir die Ziehung der Zahlen und Gewinne verfolgt haben

Wir haben jedenfalls in einer eher rustikalen Kneipe gesessen und dem Gesang der Kinder zugehört. Besonders war in diesem Jahr, dass der Hauptgewinn schon nach 19 Minuten ausgespielt war, der zweitkürzesten Zeit der Geschichte der Lotterie.

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Immerhin hatten wir einen idealen Blick auf den Bildschirm und einen sehr netten Gastgeber

Leider wurden unsere Zahlen nicht gezogen, und nach knapp einer Stunde (die Veranstaltung dauerte bis fast 13 Uhr!) haben wir den ohrwurmverdächtigen Gesang der Schüler nicht mehr ertragen und sind zurück zu unserem Campingplatz gegangen. Dort haben wir dann noch gemeinsam die Waschmaschine beladen und gestartet. Sonja ist dann erneut surfen gegangen (bei dem recht starken Wind nicht unbedingt ein Vergnügen), und ich habe mich um das Aufhängen unserer Wäsche gekümmert. Dank Temperaturen von über 23 °C und teils heftigem Wind trocknete auch alles in Rekordzeit, und wir konnten unser Bett wieder mit derselben, frisch gewaschenen Wäsche beziehen.

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Fast wie aus der Waschmittelwerbung…

Anschließend fand hier auf dem Campingplatz noch ein Grillen der Seniorencamperfraktion statt, wir haben uns aber ferngehalten, denn „Herzilein“ von den Wildecker Herzbuben und das gesamte Repertoire von Heino ist nicht ganz unser Ding.

Stattdessen haben wir noch wieder viel gelesen und uns Gedanken bezüglich unserer Zukunft und dieser und weiterer Reisen gemacht. Dazu aber vielleicht später mehr…

I am stoked! – Heute erwischte ich die höchste Welle meines Lebens

Heute morgen wurden wir gegen 8 Uhr von einem strahlend blauen Himmel geweckt. Es war mit 12 Grad noch etwas frisch, so dass wir dann einfach noch ein bisschen im Bettchen unter unserem Panoramadachfenster liegen geblieben sind und Pläne geschmiedet haben. Gegen 9.30 h zog ich meine Laufklamotten an, und ging eine halbe Stunde am Strand entlang joggen, um mich aufzuwärmen, und um Ausschau nach den Wellen zu halten, im Fachjargon „Wellencheck machen“. Dieser fiel gut aus, so dass ich sofort zum Campingplatz zurücklief und meinen Neoprenanzug überzog. So langsam hatte die Sonne auch richtig Kraft, so dass es sich echt warm anfühlte. Marc wollte mich heute bei meiner morgendlichen Surfsession noch einmal begleiten und Fotos machen. Meine Wellenausbeute war sehr gut, besser als oft am Atlantik, dessen Wellen man ja eine gute Qualität nachsagt. Beim Rauspaddeln (raus bedeutet hier aufs Meer hinaus!) zog mich in Strandnähe eine starke Seitwärtsströmung Richtung Norden, so dass ich versuchte, mit den Füßen den Boden zu spüren, um mich mit meinen Füßen im Sandboden „festzuankern“. So konnte ich ein Stück weiter ins Meer hinaus gehen, anstatt zu paddeln, um ein weiteres Abtreiben zu verhindern. Als ich die nächste Sandbank in 20 Meter Entfernung vom Strand erreichte, konnte ich von dort aus weiter paddeln. Hinter dieser Brechungslinie ließ auch die Strömung nach, so dass ich auf einer Stelle bleiben konnte. Das Wasser hat 15 Grad, was sich gar nicht so kalt anfühlt. Beim Paddeln wird einem ja auch warm, und die Sonne tat ihr übriges. Außerdem habe ich ja seit ein paar Wochen einen neuen Neoprenanzug, der innen gefüttert ist und so die Körpertemperatur gut hält, weil kein Wasser durchläuft. Eine gute Neuanschaffung!

In der halben Stunde, während der Marc am Strand stand, hat er wie immer gute Schnappschüsse von mir gemacht. Im richtigen Moment, wenn ich eine gute Figur in der Welle machte! Vielen Dank an meinen Starfotografen!

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Hier gleite ich am grünen Wellenkamm die kleine Welle entlang, immer weiter, gefühlt endlos…..und es fühlt sich immer wieder berauschend an, auf der Welle zu schweben…..

Nach einer warmen Dusche gab es dann gegen Mittag unser lang ersehntes Frühstück, ein Megaobstteller und danach eine spanische Tortilla, ein Kartoffelomelette mit Pilzen, Käse und Chorizo. Nach dem Frühstück unternahmen wir dann einen kleinen Strandspaziergang über die Strandpromenade in Richtung Supermarkt, um noch einige Vorräte zu besorgen. Nachmittags wurde es immer wärmer.

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Tagsüber hatten wir wirklich 23 Grad (links unten), dagegen rechts im Bild die Temperatur von Deutschland bzw. bei uns die Kühlschranktemperatur!😁😎

Auf dem Rückweg am Strand entlang beobachteten wir zwei einheimische Surfer, wie sie in den Wellen herumtollten. Da bekam ich sofort Lust auf eine zweite Surfsession am Nachmittag. Bei diesen sommerlichen Temperaturen war es auch echt keine Überwindung, noch einmal ins kühle Nass zu springen. Diesmal ging ich alleine Richtung Beach. Die Wellen wurden immer größer, allerdings habe ich hier gelernt, dass die Mittelmeerwellen nicht so brutal sind und man keine Angst vor der Höhe haben muss. So lag ich auf meinem Brett und sah einen Megabrecher von ca. 2 Metern auf mich zurollen, was blieb mir? Die Welle nehmen oder ihr entgegen paddeln, um über sie hinweg zu kommen und sie unter sich durchlaufen zu lassen. Ersteres ist Zielführender.

So drehte ich die Surfbrettnase Richtung Strand und begab mich in Startposition: Auf dem Bauch liegend schräg in Richtung Strand paddeln und warten, bis die Welle das Heck vom Surfbrett leicht anhebt, dann noch zwei weitere Paddelschläge, um in die Welle hineinzukommen und aufzustehen, den Take Off zu machen. Dies gelang mir mit Bravour, ich glitt die glitzernde fast senkrechte Wasserwand entlang………..gefühlt endlos.

Mir gelang es sogar, in der Welle etwas hoch und runter zu fahren. Ein Wahnsinnserfolg.

Danach wurde ich beim Hinauspaddeln mehrmals von dicken Brechern gewaschen und herumgewirbelt, so dass ich nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Salzwasser in Nase und Ohren, aber das kenne ich auch von anderen Tagen am Atlantik. Es war mir nicht mehr möglich, über die riesigen senkrechten Brecher aufs Meer hinter die Brechungszone zu kommen. Immer wieder spülten sie mich zurück Richtung Strand.

Voller Adrenalin surfte ich eine letzte kleine Welle bis zum Strand und beendete die Surfsession für den Tag. Denn man soll immer dann aufhören, wenn es am schönsten ist.

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Strahlend geht es aus dem Wasser nach einer gelungenen Surfsession

Voller Stolz ging ich zum Campingplatz zurück und verkündete, dass ich mich 2020 für die Deutschen Wellenreitmeisterschaften in Frankreich anmelden werde. Im September dieses Jahres waren wir ja vor Ort, als der Wettkampf stattfand, und bei den Frauen über 40 hätte ich gute Chancen!

Weihnachtsvorbereitungen und viel Ruhe

In der Nacht sollte eigentlich ein sehr starker Sturm über uns hinwegziehen, allerdings war dieser hier wirklich nicht heftig. In anderen Teilen Spaniens und Portugals hat es aber wohl Überflutungen und umgestürzte Bäume gegeben, gar von fünf Toten ist die Rede… Wir sind, Gott sei dank, verschont geblieben, und wir konnten ganz in Ruhe in den letzten Tagen viel spazieren gehen, Sonja zusätzlich Laufen und Surfen. Wir beide haben zudem sehr viel gelesen. Sehr viel heißt in diesem Falle bis zu etwa dreihundert Seiten pro Tag.

Außerdem waren wir noch mehrfach in der Stadt und haben dort unter anderem Turrón gekauft. Das ist eine typisch spanische Süßigkeit, die aus Mandeln, Öl, Eiklar, Honig und viel Zucker besteht. Das Zeug ist jedenfalls sehr süß, und das Öl läuft beim Transport aus dem Gebäck aus, daher sind die Tafeln gleich mehrfach eingeschweißt.

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Die Packung Turrón in Kombination mit unserem Weihnachtsengel, der in der Adventszeit an unserem Schrank hängt.

Außerdem haben wir noch eine Peitsche erworben, eine ebenfalls typisch spanische Edelsalami.

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Mit dieser Peitsche schlägt man nicht wirklich, die ist relativ leicht, enthält aber reichlich Fett. Schmeckt aber gut 😉

Während der Spaziergänge sind wir dann auch an „meinem“ Lokal vorbeigekommen. Falls ich irgendwann mal in die Gastronomie gehen sollte, wäre das doch schon mal ein brauchbarer Name und nettes Design…

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Die Stadt sieht bei unterschiedlichen Licht- und Wetterverhältnissen immer wieder imposant aus.

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Peñíscola immer wieder schön anzusehen.