Besichtigung von Rota mit dem Fahrrad, Haushalt

Heute war, nachdem gestern das Auto gewaschen wurde, unsere Wäsche an der Reihe und wir nutzten das sonnige Wetter für eine Waschmaschine und das anschließende Trocknen der Wäsche auf der Leine. Vor allem für unsere Bettwäsche benötigen wir dann schon einiges an Platz. Nachdem also die Waschmaschine gelaufen war, wir gefrühstückt und die Wäsche aufgehängt hatten, machten wir uns mit den Fahrrädern auf in Richtung Rota. Direkt am Ausgang des Campingplatzes begann eine Schotterstraße, die auch schon ein heftiges Waschbrettmuster aufwies, was zum Radfahren eher weniger angenehm ist, aber immerhin einen Bezug zu unserer Haupttätigkeit am heutigen Tage aufwies. Wir waren allerdings sehr froh nach etwas mehr als einem Kilometer wieder Asphalt unter den Reifen zu haben. Nach etwa 7 Kilometern erreichten wir die ersten Ausläufer der Stadt und einige sehr schöne Strände, die windgeschützt in der Bucht liegen. Die 19 °C fühlten sich in der Sonne und ohne Wind deutlich wärmer an. An den Stränden entlang fuhren wir dann bis zum Hafen, um dann einen Abstecher in die Altstadt zu machen. Es dürfte wenige Rathäuser geben, die in älteren Mauern untergebracht sind, wie das von Rota.

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Platz mit Kirche und Rathaus von Rota (Ja, das was aussieht wie eine Festung ist das Rathaus, zumindest heutzutage)

Vom Hauptstrand der Stadt Rota kann man auch die Stadt Cádiz und deren Militärhafen recht gut sehen, der nur einige Kilometer Luftlinie entfernt liegt.

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Einer der Strände von Rota, davor die Strandpromenade und im Hintergrund die Stadt Cádiz 

Der Rückweg war wegen des heftigen Gegenwindes, den wir auf der Hinfahrt als angenehmes leichtes Lüftchen von hinten wahrgenommen hatten, dann doch ganz schön anstrengend. Und die Waschbrettpiste zum Abschluss tat ihr übriges.

Nach der Fahrradtour ging es dann daran die Wäsche abzuhängen und wieder zu verstauen, das Bett zu beziehen und im Prinzip ähnliche Dinge im “Haushalt” zu erledigen wie in einer gewöhnlichen Wohnung, nur dass unsere Wohnung eben vier Räder hat.

Sonja nutze das gute Wetter für eine weitere Surfsession, während ich lediglich etwas gelesen haben.

“Ich sah unseren EU-GO schon abfackeln” – Große Panik am Freitag früh in unserer neuen Wohnküche

Am Freitag Morgen ging Marc kurz in Richtung Sanitäre Anlagen auf unserem Campingplatz, während ich Wasser für einen Guten-Morgen-Kaffee auf unserem neuen Gasherd aufsetzte. Nichts ahnend wollte ich gleichzeitig auch noch die Jalousien öffnen, um Tageslicht reinzulassen. Dafür musste ich zwischen Fahrer-und Beifahrersitz turnen. Auf dem Weg dorthin, der ja nur etwa drei Meter weit ist, fing es auf einmal an, stark nach Rauch zu riechen, und ich sah sofort schon eine 30 cm hohe Stichflamme unter dem Topf aufflammen. Meine erste Reaktion intuitiv: Ich schrie aus vollem Hals um Hilfe. (Ohne Reaktion! Am besten ruft man wohl immer “Feuer” oder in Frankreich auch besser “Au secours”!) Ich stürzte direkt wieder zum Herd, drehte das Gas ab und schnappte mir den brennenden Topf. Warum er brannte, stellte ich erst fest, als ein brennender Korkuntersetzer davon abfiel, der sich nach dem Spülen am Vorabend an die feuchte Unterseite des Kochtopfs geklebt hatte. Den Topf stellte ich im Sand vor dem Wohnmobil ab und warf den brennenden Untersetzer, der auch noch in Stücke zerfiel, die jeweils einzeln brannten und Funken versprühten, aus dem Wohnmobil. Einige glühenden Stücke davon landeten im Edelstahlfeld unter dem Gasherd. Diese versuchte ich mit einer daneben stehenden Wasserflasche auszulöschen.

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Überbleibsel vom Übeltäter, der so aussah wie ein angekokelter Keks.

Wie lange die ganze Aktion gedauert hat, kann ich gar nicht mehr einschätzen, jedenfalls stellte ich fest, ob tatsächlich nicht noch irgendwo Reste von diesem Untersetzer vor sich hin glühten oder verteilt auf dem Boden herumlagen, die ich noch nicht gelöscht hatte. Auch in den Schränken darunter schaute ich nach, ob da nicht irgendeine Brandquelle hineingefallen war. Als ich der Lage Herr war, atmete ich auf und war sehr erleichtert, dass ich mit einem kühlen Kopf den Brand noch löschen konnte, denn über dem Gasherd befinden sich Hängeschränke, die sehr schnell hätten Feuer fangen können. Es stank im ganzen Wohnmobil wie nach einem Großbrand. In der Zwischenzeit kam Marc zurück, ich warnte ihn schon vor Betreten des Wohnmobils, dass alles in Ordnung sei, es nur ungemein noch nach Rauch stinke, und dass wir noch einmal Glück im Unglück hatten.

Dass es ein Freitag, der 13. war, fiel Marc erst später auf. Da wir nicht abergläubig sind, ist dies eigentlich nicht erwähnenswert. Aber vielleicht sollte man zukünftig an diesen Tagen einfach etwas sorgfältiger sein und alles doppelt prüfen. Da wir aber hier im Urlaub schon das Gefühl für Datum und Wochentag verloren haben, fiel es erst auf, als Marc auf sein Handy schaute. Die Auswirkung für mich als Küchenchefin ist seitdem, dass ich immer, bevor ich Topf oder Pfanne auf den Herd stelle, zuerst die Unterseite prüfe. Am Ende stand dann nur noch eine kleine Reinigungs- und Löschwasserentfernungsaktion auf dem Programm (Anmerkung Marc: Sonja hat den Gasbrenner selbst auseinandergeschraubt und getrocknet. Einfach eine tolle Frau!) , was zum Glück 🍀 keine Spuren hinterlassen hat. Wir konnten planmäßig noch unsere allmorgendliche Surfsession mit unseren Freunden starten. Nur ohne meinen Kaffee, jedoch sehr 😅 erleichtert!