Die ersten Tage zurück in Deutschland

Nachdem wir am Abend völlig erschöpft eingeschlafen waren, haben wir den nächsten Tag nicht zu früh begonnen. Wir wurden mit strahlendem Sonnenschein und bestem Wetter begrüßt. Da sich unser EU-GO sowohl innen als auch außen in einem so ungepflegten und dreckigen Zustand befand wie nie zuvor, beschlossen wir ihn, noch auf der Straße stehend zu waschen. Meine Eltern stellten netterweise den Wasseranschluss und Schlauch zur Verfügung, so dass wir ideale Voraussetzungen hatten.

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Sonja bei der Autowäsche… Nur sie ist leicht genug, um auf dem Dach herumzulaufen, daher darf ich mich dann vor dieser Arbeit „drücken“ 😉

Nach der gelungenen Außenwäsche parkten wir dann auf unseren finalen Stellplatz neben dem Haus meiner Eltern um, füllten das Wasser auf und reinigten das Auto von Innen. Da wir sowohl eine eigene Toilette als auch eine Dusche bei meinen Eltern im Haus nutzen dürfen, haben wir hier einen wirklichen Luxusstellplatz, den wir nun ja auch erst einmal zwei Wochen nicht zu verlassen planen. Natürlich halten wir ausreichend Abstand zu meinen Eltern, um sie nicht zu gefährden, denn auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, aber absolut sicher sein können wir uns nicht, dass wir uns nicht auf dem Flug angesteckt haben.

Sonst verbringen wir die Tage mit Spaziergängen, Sonja läuft morgens ihre Runde, und ab und an fahren wir mit dem Fahrrad. Auch im Garten meiner Eltern haben wir schon ein paar Büsche zurückgeschnitten und sonst ganz viel das tolle Wetter genossen und in der Sonne gesessen. Wir sind jedenfalls sehr dankbar, dass uns unsere Eltern so gut unterstützen, Sonjas Eltern durch zur Verfügungstellung des Autos und des „Ostermenüs“, und meine Eltern überlassen uns den Stellplatz, Dusche und Toilette und ermöglichen uns ein ziemlich luxuriöses Leben in unserem EU-GO.

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Unser Luxusstellplatz mit überdachter Terrasse und direktem Zugang zu Dusche und Toilette.

Darüber hinaus habe ich nun begonnen, mich wieder nach einer neuen Arbeit umzusehen und Bewerbungen zu schreiben, denn unsere Reise ist voraussichtlich erst einmal beendet. Wir lassen uns überraschen. Nun haben wir allerdings den Vorteil, sowohl zeitlich als auch räumlich absolut flexibel zu sein und unseren neuen Lebensmittelpunkt nach dem Beruf auszuwählen. Es wird auf jeden Fall eine spannende Zeit.

Außerdem haben wir die erste Woche mit viel Papierkram verbracht, mit Finanzverwaltungen und Krankenversicherungen gesprochen und die bürokratischen Hürden eines Lebens in Deutschlands überwunden.

Zur „Haustürreparatur“ von Stuttgart ins Saarland

Wie geplant sind wir am Donnerstag von Stuttgart aus ins Saarland aufgebrochen, da wir dort bei Reisemobile Dörr einen Termin zur Begutachtung unserer Aufbautüre hatten. Weil wir dem Team dort natürlich möglichst viel Zeit geben wollten und im Stillen gehofft haben, dass eventuell auch eine taggleiche Reparatur möglich sein könnte, sind wir schon früh aufgebrochen, so dass wir bereits um kurz nach 11 Uhr in St. Wendel ankamen.

Schon an der Rezeption wurden wir wie gewohnt freundlich begrüßt, und der Werkstattmeister Werner Lehmann hatte sehr bald Zeit für uns und unser Anliegen. Wir alle hofften gemeinsam, dass es nur am Türgestänge liegt, dass sich unsere Aufbautüre von außen weder auf- noch zuschließen ließ und – schlimmer – auch der Türgriff ohne Funktion blieb. Das bedeutete, wenn man die Aufbautüre schloss, ließ sich die Türe von außen nicht mehr öffnen. Wenn also die Fahrerhaustüren ebenfalls verschlossen waren (wie sie das bei uns eigentlich immer sind), und man keinen Schlüssel dabei gehabt hätte, wäre das Auto verschlossen, und es bestünde keine Chance mehr hineinzukommen. Daher haben wir peinlich genau und mit mehrmaliger gegenseitiger Rückversicherung, dass wir wirkliche einen Schlüssel dabei hatten, die Türe immer sehr bewusst verschlossen. Bei der Rückkehr zum EU-GO haben wir dann immer die Fahrertüre aufgeschlossen und sind über die Beifahrertüre eingestiegen, um dann dem Partner die Aufbautüre zu öffnen. Jedesmal eine ziemliche Kraxelei und reichlich umständlich. Da wir den Innenraum unseres EU-GO auch nicht mit Straßenschuhen betreten, durfte der „draußengebliebene“ dann die Schuhe desjenigen, der ins Auto geturnt ist, nach hinten bringen, um sie dann auf die Fußmatte an der Aufbautüre zu stellen.

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Die Aufbautür mit bereits demontiertem Eimer, der sich normalerweise in der unteren Hälfte befindet

All das ist dank der Werkstatt von Reisemobile Dörr, Herrn Lehmann und seinen netten Kollegen seit etwa 16 Uhr Geschichte. Die Reparatur war tatsächlich „nur“, das ausgehakte Gestänge der Aufbautür wieder einzuhaken und so zu modifizieren, dass der Fehler hoffentlich nicht wieder auftritt, allerdings musste dafür die gesamte Türe auseinandergenommen werden. Nun könnte man meinen, dass es dafür einige Schrauben gibt, die man lösen und anschließend wieder festziehen kann… Allerdings hat der Konstrukteur dieser, unserer „Luxusaufbautüre“ (so wird sie im Prospekt tatsächlich bezeichnet) es etwas schwieriger gestaltet. Es gibt zu den teils gut versteckten Schrauben zusätzlich noch Tackerklammern und doppelseitiges Klebeband, das das Meisterwerk der Technik zusammenhält. Daher ist die Arbeit für den Techniker alles andere als trivial und braucht eben seine Zeit.

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Der Griff ließ sich ohne Widerstand herausziehen, ohne dass im Inneren das Gestänge „mitgenommen“ wurde.

Wir bedanken uns ausdrücklich recht herzlich für die zügige, freundliche und sehr verbindliche Art, mit der uns vom Team von Reisemobile Dörr und allen voran Werner Lehmann geholfen wurde.

Außerdem haben wir gleich noch abgesprochen, wann das Panoramadach ersetzt wird (das Ersatzteil ist noch nicht eingetroffen) und die sonstigen „Kinderkrankheiten“ unseres EU-GO beseitigt werden. Aller Voraussicht nach wird das noch während unserer Flugreisezeiten passieren, so dass wir im April mit einem völlig überholten Reisemobil in Richtung Skandinavien aufbrechen können.

Da es leider ja schon recht früh dunkel wird und wir ungern im dunkeln und wie heute im Regen fahren, haben wir beschlossen, die Nacht noch in Bliesen auf dem Stellplatz der Firma Dörr zu verbringen. Das wir dort auch die tollen Duschen und Toiletten auch über Nacht nutzen durften, ist ein weiterer Bonus. Die Entsorgungsstation werden wir morgen früh ebenfalls nutzen, um sowohl Frischwasser als auch Brauchwasser und die Toilettenkassette komplett zu entleeren, damit wir den EU-GO auch getrost bei den vielleicht doch wieder kühleren Temperaturen in Deutschland abstellen können, ohne Frostschäden erwarten zu müssen.

Regentag – mal eine etwas andere Erfahrung

Bislang haben wir auf unserer Reise wirklich wahnsinniges Glück mit dem Wetter gehabt. Teilweise auch, weil wir vor dem schlechten Wetter weggefahren sind. Heute nun war der erste der fünf angekündigten Regentage und tatsächlich hat es schon am Morgen wie aus Eimern geschüttet. Die Wege des Campingplatzes standen teilweise bis zu zehn Zentimeter unter Wasser. Unser Platz liegt etwas erhöht und wir mussten uns daher keine Sorgen um den EU-GO machen. Einige der Camper mit Vorzelt haben aber in ihren Zelten „Land unter“ melden müssen.

Tatsächlich sprach die Vorhersage von durchgängigem Regen, wir hatten aber Glück und etwa zwei Stunden über den Tag verteilt ließ der Regen nach oder hörte sogar ganz auf. Wir nutzten die Gelegenheit um die Duschen oder Toiletten aufzusuchen oder den Abwasch zu erledigen. Wenn es regnet nutzen wir unsere bordinterne Toilette, denn es ist deutlich weniger Arbeit diese alle zwei Tage zu leeren, als die nassen Klamotten aufzuhängen und den ins Auto getragenen Dreck zu beseitigen.

Die Toilette an Bord des EU-GO unterscheidet sich von einem zuhause installierten WC eigentlich nur unwesentlich. Man benutzt sie ebenso wie „daheim“ und nach dem Geschäft spült man wie gewöhnlich ab. Der Unterschied ist, dass das Wasser nicht aus der Leitung, sondern aus dem Wassertank des Fahrzeugs kommt und daher von einer Elektropumpe befördert wird. Das Resultat des Geschäftes wandert in eine Fäkalienkassette, eine rundherum angedichtete Kunststoffbox, die bei Benutzung der Toilette durch einen Schieber an der Unterseite der Toiletttenschüssel geöffnet und nach dem Spülen wieder verschlossen wird. Die Fäkalienkassette kann durch Aufschrauben eines Deckels und drücken eines Ventils sehr leicht und hygienisch entleert werden, ohne das man mit den Resten direkt in Kontakt kommt. Damit diese noch angenehmer zu handeln sind und der Geruch angenehm frisch bleibt, füllt man in die Kassette nach der Entleerung Toilettenchemie (75 ml) und etwas Frischwasser (etwa 1,5l) zu. Daher auch die Bezeichnung Chemietoilette.

Natürlich haben wir heute in den Regenpausen auch mehrmals Abstecher zum Strand gemacht, allerdings haben wir auf längere Spaziergänge verzichtet, denn das Glück wollten wir dann doch nicht herausfordern und tatsächlich begann nach einiger Zeit der Regen erneut.

Das in den letzten Tagen so ruhige Meer war heute nicht mehr wiederzukennen, denn es war aufgewühlt und schaumig. Die Wellen waren deutlich über einem Meter hoch und sehr chaotisch.

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Das Meer war heute nicht mehr so ruhig wie in den letzten Tagen, auch der Himmel zeigt deutlich, dass Sturm und Regen immer nur für einige Zeit pausiert haben.

Wir haben dann heute endlich einmal sehr viel gelesen und viel miteinander gesprochen, was wir sonst während unserer Spaziergänge zu tun pflegen. Dabei sind sowohl aktuelle Beobachtungen, wie auch Zukunftspläne ganz oft Themen. Wobei sich die Zukunft sowohl auf den unmittelbaren weiteren Verlauf unserer Karrierewende.de bezieht, aber auch Themen wie den späteren Wohnsitz oder berufliche Optionen einschließt. Uns ja, wir haben uns immer noch etwas zu erzählen und nein, es wird uns nicht langweilig. 😉

Wenn es denn trocken war, konnte man auch die Weihnachtsbeleuchtung der Nachbarn genießen (und ja, sie haben tatsächlich einen Teppich über „ihr“ ganzen Grundstück gezogen, immerhin sind sie aber auch von September bis April hier):

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Weihnachtsbeleuchtung am Vorzelt von Campingplatznachbarn, die allerdings deutlich länger hier bleiben als wir. 

Aus Sturm und Regen in die Sonne: St(r)andtage in Roquetas de Mar

Bereits gestern sind wir dem Sturm und Regen in Motril entflohen und nach Roquetas de Mar gefahren. Eigentlich wollten wir ja Don Cactus länger Gesellschaft leisten, aber der Sturm und die permanente Angst, von herabfallenden Ästen erschlagen zu werden, haben uns die Entscheidung leicht gemacht. In Roquetas de Mar schien tatsächlich die Sonne, und es war kaum noch Wind zu spüren. Natürlich gingen wir wieder einmal an der Strandpromenade spazieren. Am gestrigen Tag waren es nur etwa 9 Kilometer in Richtung des Stadtzentrums und zurück, wobei wir auch unsere Obstvorräte aufgestockt haben. Die Stadt verfügt neben großen, modernen Einkaufszentren, in denen es alles, was man braucht und noch viel mehr zu kaufen gibt, auch eine kleines älteres Zentrum in der Nähe des Castillos.

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Das Castillo in Roquetas de Mar

Zuerst haben wir auf einem schönen, asphaltierten Wohnmobilstellplatz gestanden. Es kam dann aber ein deutsches Pärchen vorbeispaziert, die uns auf die danebenliegende Bar aufmerksam machten und meinten, an Nachtruhe sei an dieser Stelle nicht zu denken. Da wir ja schon einmal eine solche Warnung ignoriert hatten, waren wir diesmal schlauer und sind  nach dem ersten Spaziergang und vor dem Frühstück noch ein Stück weiter gefahren, denn in der Nähe der Salinen gibt es einen weiteren, noch viel größeren Stellplatz, auch wenn der Boden unbefestigt ist.

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Der Stellplatz in Roquetas de Mar direkt am Strand sah eigentlich super aus, wäre nicht die Bar direkt nebenan… So haben wir nur den Tag über dort geparkt

Nach einem Abendspaziergang und einer längeren Lesesession war der Tag dann beendet. Einen riesigen Vorteil hat die lange Strandpromenade, denn dort sind etwa alle zwei Kilometer kostenlose Toiletten und alle paar hundert Meter Strandduschen vorhanden.

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Den Sonnenaufgang über dem Meer direkt aus unserem Fenster zu genießen… unbezahlbar!

Am heutigen Morgen haben wir zuerst den Sonnenaufgang bestaunt, der wahnsinnig schöne Farben an den Himmel gezaubert hat. Anschließend sind wir die Strandpromenade in die andere Richtung, nämlich nach Aguadulce (ja, einen Ort mit diesem Namen gibt es auch hier), spaziert. Hin und zurück waren das dann immerhin knapp 12 Kilometer Strecke. Dabei ist es uns wirklich warm geworden, und wir hätten am liebsten kurze Hosen angehabt, denn die 17°C Lufttemperatur haben sich in der Sonne und ohne Wind viel wärmer angefühlt.  So entstand dann die verrückte Idee, dass wir doch eben ins Meer springen könnten und anschließend an der Stranddusche duschen, denn das spart uns Wasser, sowie das Austrocknen der Dusche und ist wirklich etwas Besonderes. Der einzige Haken an der Sache war die Wassertemperatur des Meeres, die mit 16°C wirklich als frisch zu bezeichnen ist. Also wurde aus dem hineinspringen eher ein mehr oder weniger kontrolliertes hineingehen, schnell Abtauchen und raus aus dem Wasser. Anschließend waren wir wirklich gut erfrischt, und das kalte Leitungswasser aus der Dusche war tatsächlich deutlich wärmer. Damit hatten wir uns unser Frühstück redlich verdient.

Während des Frühstücks kam eine Dame und pries ihre Zucchini, Tomaten, Paprika und Chilis an. Nun waren unsre Vorräte diesbezüglich aber bereits wieder aufgefüllt… Schlechtes Timing. Bemerkenswert ist, dass die Dame ihre Verkaufsgespräche auf Spanisch, Deutsch und Englisch führte.

Dabei haben wir noch überlegt, wohin die Reise in den nächsten Tagen gehen soll. Nach einem Mittagsschläfchen sind wir noch in den Baumarkt und den Supermarkt spaziert und haben Material für mein „TV-Schrank-Projekt“ und Eier gekauft, die wir gestern vergessen hatten. Zurück am Wohnmobil stellten wir fest, dass wir heute etwa 22.000 Schritte gemacht und etwa 19 Kilometer zurückgelegt haben. Nicht schlecht für einen „faulen Tag“.

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Puh sind die hoch! Am Strand stehen in kleinen Gruppen immer wieder Palmen, etwas kitschig, aber uns gefällt es!

Von Spanien nach Portugal (von Pontevedra nach Esposende)

Die letzte Nacht haben wir, wie von Sonja bereits beschrieben, in Pontevedra verbracht. In den letzten Tagen haben wir keine Campingplätze aufgesucht sondern Stellplätze. Diese besonderen Parkplätze für Wohnmobile (oft sind Wohnwagen nicht erlaubt) gibt es mehr oder weniger häufig, je nach Interesse der Stadt oder Gemeinde an Wohnmobilisten und in Spanien auch oft kostenlos. Für alle, die sich darunter bislang wenig vorstellen können, heute ein klein wenig mehr Information dazu. Auf den Parkplätzen, die deutlich größere Parkbuchten als normale PKW-Parkplätze aufweisen, befindet sich oft noch eine kombinierte Versorgung-/Entsorgungsstation. An dieser kann das Frischwasser aufgefüllt werden sowie das Grauwasser (Dusch- und Händewaschwasser) ebenso wie der Inhalt der Toilettenkassette entsorgt werden. Zum Spülen der Toilettenkassette ist in der Regel ein separater Wasserhahn vorhanden (Die Gründe dürften offensichtlich sein.). Das Grauwasser wird in der Regel auf einer gesonderten Fläche in einen Bodenablauf eingeleitet (ähnlich einem gewöhnlichen Gully). Die Fläche, in die der Ablauf integriert ist, hat daher immer ein Gefälle in alle Richtungen auf diesen Ablauf hin.

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Ein typischer Reisemobil-Stellplatz (hier in Pontevedra recht zentrumsnah gelegen). In diesem Falle für Reisemobile bis etwa 8,5 Meter Länge passend
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Eine kombinierte Versorgungs-/Entsorgungssäule. (Linke Seite: Frischwasserentnahme; Rechte Seite: WC Entsorgung (unter der Klappe) mit separatem Wasserhahn zum Spülen der WC-Kassette)

Unsere letzte Nacht war jedenfalls aus mehrerlei Gründen nicht sehr ruhig, denn zum einen führte eine recht viel befahrene Straße direkt am Stellplatz vorbei, zum anderen war auf der anderen Seite eine Baustelle, auf der recht lange und sehr früh wieder gearbeitet wurde. Aber Ohropax ist in solchen Fällen sehr hilfreich, und wir haben dann doch ganz gut geschlafen. Pünktlich zum Aufstehen zog sich der Himmel zu, und kurz nachdem wir unser Wasser aufgefüllt und die Toilettenkassette geleert hatten, begann ein leichter Nieselregen. Dieser steigerte sich im Laufe des Vormittags, so dass unsere Stadtbesichtigung in Pontevedra relativ kurz ausfiel, was nicht unbedingt der Optik der recht ansprechenden Altstadt geschuldet war. Wir machten uns also auf gen Süden, und unser EU-GO durfte dabei noch einige Hügel erklimmen und wieder hinunterfahren.

Da wir gehört hatten, dass in Portugal Benzin und Diesel deutlich teurer sind als in Spanien, wollten wir kurz vor der Grenze noch „mal eben“ tanken gehen. Diese Aktion hat dann im Ganzen etwa eine Stunde in Anspruch genommen, denn unser Navigationssystem wollte uns ein wenig Abenteuer gönnen und wählte sehr enge Straßen mit hohen Mauern aus, um dann letztlich an einer Straße anzukommen, die vielleicht vor vielen Jahren einmal befahrbar gewesen ist, das heute aber vielleicht für ein geländegängiges Fahrzeug mit Allradantrieb ist. Kurzum, wir fuhren den gesamten Weg wieder zurück. Fanden dann doch noch eine Tankstelle (auch diese war sehr gut versteckt und nicht ohne fahrerisches Können zu erreichen), die tatsächlich auch noch zu den günstigsten gehörte, die wir in Spanien bisher gesehen haben. Wenn man allerdings die mehrgefahrenen Kilometer gegenrechnet, haben wir wohl eher nicht so viel gespart. Und hätten auch einfach in Portugal tanken können. Dann wären wir allerdings um dieses Abenteuer ärmer…

Die Weiterfahrt nach Esposende – Belinho gestaltete sich dann recht ereignisarm, so dass wir am frühen Nachmittag auf einen „richtigen“ Campingplatz angekommen sind.  Auf der Fahrt hat es bis kurz vor unserem Ziel entweder genieselt oder war nebelig, so dass wir nicht sehr viel von der Umgebung sehen konnten. Vom Campingplatz aus haben wir nach dem Frühstück (ihr kennt das ja mittlerweile von uns… ist immer etwas später, heute sogar erst um 15 Uhr…) einen kleinen Spaziergang in Richtung Strand unternommen.

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Der Strand und die Dünen von Esposende
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Einen solchen Strand – mit so großen, glatt geschliffenen Steinen – kann man kaum noch als Kiesstrand bezeichnen. Traumhaft schön und ganz anders als ein Sandstrand.

Den Abend lassen wir dann ruhig ausklingen, denn auch wenn wir in Portugal – dank der Zeitumstellung – eine Stunde hinzugewonnen haben, sind wir doch ein wenig „geschafft“. Wir werden dann noch überlegen, wohin es in der nächsten Zeit gehen soll. Porto werden wir sicher umfahren, denn das haben wir ja bereits intensiv kennengelernt und tendenziell zieht es uns in den Süden, denn im „Norden“ wird es doch ein wenig herbstlich (Wir mussten heute bei bei den Spaziergängen Windjacken anziehen!!! ;-)). Aktuell bläst zudem der Wind sehr kräftig, was die gefühlte Temperatur weiter reduziert. Im Gegensatz zum 20 °C warmen Wasser in Moliets, hat das Meer hier auch aktuell nur noch 17 °C.

Innenansicht unseres Chausson 640 Welcome Premium

Nachdem wir ja schon einige Bilder mit Außenansichten unseres Chausson 640 Welcome Premium gezeigt haben, legen wir nun mit einigen Innenansichten nach. Da Bilder mehr als 1000 Worte sagen:

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Der Blick vom Cockpit nach hinten in den Wohnraum, Kunstleder-Polster auf den Pilotensitzen. Die Sitze sind natürlich auch drehbar, so dass die Sitzgruppe auf bis zu 7 Sitzplätze erweitert werden kann.

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Überblick über den Wohnraum: Vorne die Sitzgruppe, der teilbare und elektrisch absenkbare Tisch, dahinter rechts die Küchenzeile, links die Wohnraumtüre mit Garderobe und der Kühlschrank. Die Stufe hoch das geräumige Bad, geradeaus hinter den Spiegeln der riesige Kleiderschrank.

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Die doppelt verriegelte Eingangstüre mit verdunkelbarem Fenster, Fliegengittertüre, Garderobe mit Spiegel am Eingang, darüber das Bedienpanel für die Bordelektronik und der Kühlschrank mit separatem Gefrierfach.

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Toilette und Waschbecken, sowie Badschränke. Hinter dem Spiegelschrank verbirgt sich der riesige Kleiderschrank. Das Bad ist vom Wohnraub abtrennbar und verfügt über ein Fenster und ein Dachfenster oberhalb der Dusche.

DCIM100GOPROGOPR0059.JPGGanz links im Bild ist die Dusche zu erkennen, in der Mitte die Küche mit reichlich Stauraum. Die Arbeitsplatte kann durch das Klappbrett rechts noch erweitert werden, der Kocher ist dreiflammig.

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Der Blick vom Badezimmer Richtung Cockpit: Oben ist das Hubbett zu erkennen, das eine ausreichend große Liegefläche auch für lange Menschen über zwei Meter bietet. Es kann elektrisch bis auf die Höhe der Sitzpolster abgesenkt werden, so dass ein sehr bequemer Einstieg möglich ist, könnte aber auch auf halber Höhe verwendet werden, so dass darunter durch Umbau der Sitzgruppe zwei weitere Schlafgelegenheiten entstehen könnten (mit optionalen Polstern, die wir nicht mitbestellt haben). Der Tisch ist auf diesem Bild bereits abgesenkt. Die Sitzbänke lassen sich darüberhinaus zu zwei vollwertigen Einzelsitzen mit Dreipunktgurten umbauen, so dass bis zu vier Personen mitfahren dürfen.

Bei all diesen Bildern haben wir an einem regnerischen Tag das Licht dennoch nicht eingeschaltet. Es werden bestimmt noch stimmungsvollere, besser beleuchtete Bilder folgen.