Viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit Menschen, dem Straßenverkehr und Alltag in Sri Lanka- Teil I

Nun sind wir schon eine Woche hier und haben so viel erlebt, was wir auf Europas Straßen mit unserem Wohnmobil nie hätten sehen oder erleben können. Neue Düfte, Farben, Tiere, Pflanzen, Traditionen und vieles mehr.

Wie bereits erwähnt, ist der Straßenverkehr (hier herrscht Linksverkehr, was jedoch nicht so ausschlaggebend ist) viel radikaler und wuseliger als bei uns. Nachts fahren einige sogar ohne Licht, besonders auch Radfahrer, und jeder Verkehrsteilnehmer, der genügend PS hat, um seinen Vordermann zu überholen, hat immer den rechten Blinker an, da sie ständig überholen wollen, wo es irgendwie möglich ist, sogar vor Bergkuppen und uneinsehbaren Kurven. Überholen scheint hier Glücksache zu sein, unseres Erachtens ein Spiel mit dem Leben. Wir haben viele Überholmanöver gesehen, wo ein Zentimeter zu einem Crash gefehlt hätte. Oft gibt es einen Meter Ausweichspur am Rand, wo aber auch mal eine Kuh, ein Tuktuk oder ein Mensch steht, der dann eben in solchen Fällen „hätte dran glauben müssen“. Zum Glück haben wir bisher nur einen Unfall mit einem Linienbus und einem Tuktuk gesehen. Dieses lag auf der Seite. Tuktuks ziehen also meist den Kürzeren.

So haben Marc und ich beschlossen, nach zwei unserer Ausflüge, einem im Tuktuk und einem im Auto, ab jetzt nirgendwo mehr hinzufahren, weil uns die Nummer einfach zu „heiß“ im wahrsten Sinne ist. So fahren wir nur noch einmal zu unserer zweiten Unterkunft in der nächsten Woche und am Ende nach Colombo zurück zum Flughafen, was zum Größtenteil über Autobahn geht.

Jeden Morgen, wenn wir im Dunklen gegen 5.45 Uhr Richtung Surfstrand aufbrechen, gehen wir gerne am Strand entlang, da es an der Straße zu gefährlich ist. Viele freilaufende Hunde gesellen sich immer mal wieder zu uns, sind aber zum Glück harmlos, da wir beide Angst davor haben. Das zu gehende Stück zum Surfstrand ist sicher gut anderthalb Kilometer lang, und auf dem Weg liegen viele schöne, bunt bemalte Ausleger-Fischerboote am Strand, die um diese Zeit von ihren Fischern zu Wasser gelassen werden. Hier werden diese noch mit „Manpower“ ins Wasser gezogen. Dafür sind oft sechs bis acht Männer erforderlich. Bisher wurden wir jeden Morgen von den Fischern gebeten, ihnen zu helfen. Dafür lehnen wir uns mit dem Rücken an die seitlichen Querholme der Boote und schieben im Rhythmus des Taktgebers ruckweise das Boot ins Wasser. Ab und zu wird eine kurze Verschnaufpause eingelegt, weil es wirklich sehr anstrengend ist. Nach ca. 2 Minuten ist der Kraftakt dann meist beendet. Dann haben wir unser Aufwärmprogramm fürs Surfen auch schon erledigt. Wir erleben auch täglich andere Touristen, die ignorant an den Booten vorbeigehen, obwohl die Fischer sie nett fragen. Sie sind immer sehr dankbar, wenn wir ihnen geholfen haben. Und deshalb tun wir es auch immer wieder gerne, auch wenn es sehr anstrengend ist und im Rücken ein wenig schmerzt.

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Solche Boote, die auf der anderen Seite noch einen kleinen Ausleger haben, haben wir regelmäßig als Frühsport mit ins Wasser befördert.

Sri Lanka 3: Mit dem TukTuk über die Insel

Heute sind wir bereits um 7:00 Uhr aufgestanden, was besonders schwer fiel, da wir in der Nacht ziemlich von Moskitos geärgert wurden. Jedenfalls sind wir nach dem Frühstück im Weligama Watergate Resort an die Hauptstraße gegangen, wo uns auch bereits unser Begleiter für den heutigen Tag samt seinem Sohn, der das TukTuk steuerte, erwartete. Nach etwa einer Stunde hielten wir an einer Buddha-Statue das erste Mal an. Diese Statue wurde 2005 nach dem verheerenden Tsunami errichtet und hat exakt die Höhe der damaligen Flutwelle.

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Die Buddha-Statue erinnert mit Ihrer Höhe von etwa 8 Metern an die Höhe des Tsunami vom 26. Dezember 2004, bei dem praktisch jede Familie auf Sri-Lanka Opfer zu beklagen hatte.

Einige wenige hundert Meter weiter erinnert eine riesige Gedenktafel an das größte Eisenbahnunglück der Welt, das ebenfalls mit dem Tsunami im Zusammenhang steht. Dort spülte die Welle nämlich einen Zug aus den Schienen, und dabei starben etwa 1700 Menschen.

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Der Blick aus dem TukTuk (für mich Dukduk), in dem ich mich ziemlich zusammenfalten musste, aber es ging besser als befürchtet.

An der Küstenstraße ging die für uns recht nervenaufreibende Fahrt bis zum Bentota River am gleichnamigen Ort. Dort stiegen wir in ein eigens für uns gechartertes Motorboot um und erlebten die Mangrovenlandschaft von der Wasserseite aus. Neben einigen Fischfarmen hat uns unser Bootsführer auch die Zimtherstellung demonstrieren lassen. Der Geschmack von frischem und nicht getrocknetem Zimt ist schon recht stark, macht definitiv die Nase frei. Immer wieder ging es auch tief in die Mangroven hinein. Affen haben wir leider zwar gesehen, aber sie waren recht scheu und nicht erpicht auf Fotos. Außerdem haben wir noch einen recht großen Waran und mehrere Adler gesehen. Insgesamt war die Tour über anderthalb Stunden wirklich ein Erlebnis, bei dem wir weniger Angst hatten als bei der Hinfahrt im TukTuk. Dazu muss man wissen, dass gerne auch bei Gegenverkehr überholt wird, das kennen wir ja bereits aus Portugal. Neu ist uns hingegen, dass bis zu vier Fahrzeuge gleichzeitig nebeneinander, bei teils mehrspurigem Gegenverkehr, in eine Richtung fahren und sich gegenseitig überholen. Das wir während der drei Stunden nur einen Unfall gesehen haben, grenzt an ein Wunder.

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Fototapetenmotive bei unserer Bootstour durch die Mangroven

Nach der Bootstour hielten wir auf der Rückfahrt noch an einer Schildkrötenfarm, in der verletzte Wasserschildkröten wieder aufgepäppelt werden oder die Eier der Schildkröten unter „bewachten“ Bedingungen gelagert werden, bis die kleinen Schildkröten schlüpfen. Der Inhaber kauft die Eier von den Händlern ab, die sie sonst für kleines Geld an andere Menschen verkaufen, die diese essen. Damit das Angebot auch attraktiv ist, bietet er nach eigenen Aussagen den doppelten Preis pro Ei, den es auf dem Schwarzmarkt wert wäre. In Sri Lanka ist das Verständnis für Umweltschutz und die Wichtigkeit des Erhalts von Tierarten noch nicht wirklich verbreitet, so dass das ein praktikabler Ansatz zu sein scheint.

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Wunderschöne Schildkröten gab es in der Schildkrötenfarm zu bestaunen.
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Manche Blüten sind einfach fast unwirklich schön…