Besichtigung von Rota mit dem Fahrrad, Haushalt

Heute war, nachdem gestern das Auto gewaschen wurde, unsere Wäsche an der Reihe und wir nutzten das sonnige Wetter für eine Waschmaschine und das anschließende Trocknen der Wäsche auf der Leine. Vor allem für unsere Bettwäsche benötigen wir dann schon einiges an Platz. Nachdem also die Waschmaschine gelaufen war, wir gefrühstückt und die Wäsche aufgehängt hatten, machten wir uns mit den Fahrrädern auf in Richtung Rota. Direkt am Ausgang des Campingplatzes begann eine Schotterstraße, die auch schon ein heftiges Waschbrettmuster aufwies, was zum Radfahren eher weniger angenehm ist, aber immerhin einen Bezug zu unserer Haupttätigkeit am heutigen Tage aufwies. Wir waren allerdings sehr froh nach etwas mehr als einem Kilometer wieder Asphalt unter den Reifen zu haben. Nach etwa 7 Kilometern erreichten wir die ersten Ausläufer der Stadt und einige sehr schöne Strände, die windgeschützt in der Bucht liegen. Die 19 °C fühlten sich in der Sonne und ohne Wind deutlich wärmer an. An den Stränden entlang fuhren wir dann bis zum Hafen, um dann einen Abstecher in die Altstadt zu machen. Es dürfte wenige Rathäuser geben, die in älteren Mauern untergebracht sind, wie das von Rota.

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Platz mit Kirche und Rathaus von Rota (Ja, das was aussieht wie eine Festung ist das Rathaus, zumindest heutzutage)

Vom Hauptstrand der Stadt Rota kann man auch die Stadt Cádiz und deren Militärhafen recht gut sehen, der nur einige Kilometer Luftlinie entfernt liegt.

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Einer der Strände von Rota, davor die Strandpromenade und im Hintergrund die Stadt Cádiz 

Der Rückweg war wegen des heftigen Gegenwindes, den wir auf der Hinfahrt als angenehmes leichtes Lüftchen von hinten wahrgenommen hatten, dann doch ganz schön anstrengend. Und die Waschbrettpiste zum Abschluss tat ihr übriges.

Nach der Fahrradtour ging es dann daran die Wäsche abzuhängen und wieder zu verstauen, das Bett zu beziehen und im Prinzip ähnliche Dinge im “Haushalt” zu erledigen wie in einer gewöhnlichen Wohnung, nur dass unsere Wohnung eben vier Räder hat.

Sonja nutze das gute Wetter für eine weitere Surfsession, während ich lediglich etwas gelesen haben.

Von Zambujeira do Mar über 5 Strände und Cabo de Sao Vicente bis Sagres

In Zambujeira do Mar haben wir einen Tag Pause eingelegt, um noch einmal zu waschen und vor allem Zeit zu haben, die Wäsche zu trocknen. Wir sind dann nur ein wenig spazieren gewesen und haben unter anderem den wunderschönen Sonnenuntergang genossen.

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Mit (m)einer schönen Frau wird ein schöner Sonnenuntergang an einem schönen Strand noch mal so schön 😉
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Die Klippen von Zambujeira do Mar fallen direkt zum Strand ab

Am nächsten Tag sind wir dann an weiteren schönen Stränden bis zum südwestlichsten Punkt Europas, das Cabo São Vicente gefahren. Für alle Interessierten und Insider: Wir haben die Strände Arifana, Bodeira, Praia do Amado und die beiden Stadtstrände von Sagres Paria do Mareta und Tonel. Selbst surfen waren wir, wegen des starken Windes und der damit verbundenen recht kühlen Temperaturen, nicht. Aber anderen Surfern zuschauen macht ja auch Spaß. Und an der Praia do Arifana wäre kaum noch Platz für uns gewesen, denn dort waren gefühlt hunderte Surfer, vor allem Anfänger, im Wasser.

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Praia Bodeira, ein weiter Sandstrand mit tollen Wellen (und leider auch sehr viel Wind) 

Zwischenzeitlich waren wir dann natürlich auch am Cabo de Sao Vicente und haben den Blick nach Amerika schweifen lassen. Die letzte Bratwurst vor Amerika konnten wir nicht mehr vertilgen, da der Betreiber des Standes diesen für dieses Saison schon geschlossen hatte.

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Der Leuchtturm am Cabo de São Vincent, einer der hellsten der Welt und der lichtstärkste Europas der der Schifffahrt auch heute noch eine wichtige Orientierung ist. Sein Licht ist bis zu 60 Kilometer weit zu sehen.

Anschließend sind wir in Sagres noch zum Fortaleza spaziert und anschließend haben wir auf dem zugehörigen Stellplatz genächtigt. Auch wenn sich der Tag nach wenig Action anhört, die Zufahrten zu den einzelnen Stränden und auch die Nationalstraßen sind teilweise wirklich herausfordernd zu fahren, zumal wenn man mit einem 2,40 Meter breiten Fahrzeug unterwegs ist und die Straßen teilweise unwesentlich breiter sind. Auf unserer gesamten Tour vergeht bisher kaum ein Tag, an dem wir nicht um die 10 Kilometer zu Fuß zurückgelegt haben. Das ist als Ausgleich zum Autofahren auch unbedingt nötig und so herrlich entspannend. 😉

Unser Tagesablauf in Moliets

Was machen wir denn so den lieben langen Tag, ohne zu arbeiten? Nun sind wir schon zwei Wochen in Moliets auf dem Campingplatz Saint Martin, und es stellt sich eine gewisse Routine ein.

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Morgens nach dem Aufstehen gehen wir meist etwa eine Stunde Wellenreiten und mit Hin- und Rückweg zum Strand und anschließendem Duschen sind damit schnell zwei Stunden verbracht. Oft fahren wir dann mit den Fahrrädern in den etwa 3 Kilometer entferntet Super U (Supermarkt), um dort  die Nahrungsmittelvorräte und auch vor allem die Wasservorräte aufzufüllen. Da wir pro Person mindestens 2,5 bis 3 Liter Wasser pro Tag trinken, sind das ja in etwa vier 1,5-Literflaschen pro Tag oder anders ausgedrückt 6 Kilogramm. Das erklärt schon alleine, warum es notwendig ist, etwa jeden zweiten Tag dorthin zu fahren. Denn weit über 10 kg auf dem Rücken im Rucksack, dass muss dann doch nicht sein.

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Sonja nach abendlicher Surfsession

Im Anschluss macht Sonja uns dann meist einen Obstsalat und anschließend etwas Herzhaftes zum Frühstück. Danach ist es mein Job, das Geschirr abzuspülen. Häufig machen wir einen Mittagsschlaf, denn das Surfen schlaucht ganz ordentlich, und meine Pulsuhr sagt mir regelmäßig, dass ich in der einen Stunde angeblich 1000 Kalorien verbrannt hätte, was bei durchschnittlichen Pulswerten um die 150 auch nicht weiter verwunderlich ist… Wenn die Wellen höher sind, sind die Werte übrigens noch höher, was vermutlich nicht nur an der größeren Notwendigkeit der zügigen Bewegung, sondern auch an der Angst liegt ;-)… aber so eine Wellenwand von mehr als zwei Metern Höhe ist schon mal Respekt einflößend. Der Hin- und Rückweg durch den weichen Sand und über die Düne ist ein weiterer Kraftakt.

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Unser Strandaufgang direkt vom Campingplatz

Das Nachmittagsprogramm ist dann etwas abwechslungsreicher, denn wir waren schon mit dem Fahrrad im Nachbarort Messanges, sind mehrfach am Meer oder durch den Ort spazieren gegangen oder vor allem Sonja legt noch eine weitere Surfsession ein. Alternativ lesen wir auch etwas, unterhalten uns mit netten Menschen oder waschen Wäsche 😉

Gegen 19 Uhr oder etwas später gibt es dann das von Sonja zubereitete warme Abendessen, immer mit einem Salat als Vorspeise. Ab und an essen wir auch mit unseren Freunden Karin und Uwe zusammen, dann macht eine Familie den Salat, wohingegen die andere für das Hauptgericht zuständig ist. Im Anschluss darf ich dann erneut abspülen, und wir lassen den Abend ausklingen, indem wir an unserem Blog schreiben, etwas lesen und dann meist recht zeitig ins Bett gehen, denn das Leben und die körperliche Betätigung an der frischen Luft schlauchen doch ganz schön.

Ich habe keine Ahnung, wie ich früher acht und teils deutlich mehr Stunden Arbeit in einem Tag untergebracht habe… Die alltäglichen Dinge, wie die Essenszubereitung, die Versorgung mit Lebensmitteln, das Wäsche waschen oder einfach der Abwasch gehen ohne die elektrischen Helferlein doch deutlich langsamer vonstatten, und man lernt alltägliche Dinge wie Spül- und Waschmaschinen ganz neu zu schätzen. Kurzum, wir leben etwas langsamer und bewusster, was vor allem mir sehr gut tut, da Sonja ja bereits während unserer Zeit in Stuttgart etwas mehr Zeit für sich zur Verfügung hatte, da sie beruflich ja deutlich “Gas herausgenommen” hat und auf etwa 50 Stellenprozent reduziert hatte. Dazu wird sie aber sicher selbst noch mal etwas schreiben.

Bislang fühlt sich die Reise eher wie ein ausgedehnter Urlaub an. Wobei ich es auch noch nicht wirklich realisiert habe, dass es nach unserem Aufenthalt in Moliets nicht – wie sonst immer – in den Arbeitsalltag zurück geht. Klar, der Kopf “weiß” dass, aber irgendwie die Gefühlsebene noch nicht.