Wanaka und Umgebung

Heute schnürten wir erneut die Wanderschuhe und nach einer kurzen Busfahrt ging es auch schon los zum Rocky Mountain. Der Weg war zuerst zwar schon recht steil, aber bis zum Diamond Lake noch recht breit und gut ausgebaut. Das änderte sich sukzessive nach dem See. Die Steilheit blieb in weiten Teilen erhalten oder nahm sogar noch deutlich zu, dafür wurde der Weg an manchen Stellen nur noch etwa 20 Zentimeter breit. Als es dann rechts vom Weg nur noch, fast senkrecht bergab und links ebenso steil bergauf ging, habe ich mich entschieden umzudrehen, auch wenn ich nur wenige hundert Meter Strecke vom Gipfel entfernt war.

Oben im Berg ist der Weg mit einigen Wanderern zu erkennen. Aufgenommen vom Aussichtspunkt auf etwa halber Höhe des Weges.

Sonja hat den Weg dann noch fortgesetzt und ist auf einem anderen Weg wieder zurück gegangen. Da ich auf dem Rückweg noch einen Abstecher zu einem Aussichtspunkt gemacht habe und mir auch etwas Zeit gelassen habe, holte mich Sonja schon recht bald wieder ein.

Ausblick auf den Diamond Lake von etwas weiter oben.

Zusammen umrundeten wir noch den Diamond Lake und gingen dann zurück zum Bus, wo wir uns mit dem Rest der Gruppe trafen.

Deutlich weiter oben hat Sonja erst mal ein paar kleine Felsblöcke gesichert 😉

Anschließend fuhren wir zur Unterkunft zurück und legten die Rucksäcke ab, machten uns etwas frisch und wurden dann in die Stadt gefahren. Außer vielen Outdoor-Geschäften, -veranstaltern und Restaurants hat die Stadt selbst nicht so viel zu bieten. Die Lange direkt am glasklaren See hat allerdings etwas für sich. Wir spazierten am See entlang zurück in Richtung Unterkunft und ließen den Tag bei einem leckeren Gemüseeintopf ausklingen, den Sonja aus sehr wenigen Zutaten gezaubert hatte.

Der glasklare See Wanaka liegt wirklich schön in Mitten der Berge. Der 300 Meter tiefe Grund des Sees liegt etwa auf Meereshöhe.

Postkartenmotive auf dem Weg nach Süden

Auf dem Weg nach Wanaka hielten wir immer wieder für kleine Wanderungen und Fotostopps. Der heutige Tag war so ereignisreich und eindrucksvoll, dass es mir wirklich schwer fällt alle Highlights zu erwähnen. Zuerst hielten wir unmittelbar am Strand, am Rande des Highways an und konnten bereits aus dem Bus Hektor-Delphine beobachten. Da die kleinste und auch eine der seltensten Delphinarten eher selten springen, war meist zwar nur die Rückenflosse und ein Teil des Rückenflosse zu erkennen, aber immerhin!

Weiter ging es zu zwei kleineren Wanderungen von je einer halben Stunde Länge, bei denen wir erneut Delphine am Strand sahen und ein besonders verspieltes Exemplar sprang sogar in die Luft. Der andere Teil führte dich sehr beeindruckenden Regenwald, der heute immer wieder seinem Namen alle Ehre machte. Die Pflanzen standen teilweise im Wasser oder Sumpf.

Der dunkel eingefärbte Fluss mitten durch den Regenwald

Anschließend besuchten wir einen Wasserfall, der über 100 Meter in die Tiefe stürzt, bevor wir unsere Mittagspause in Haast machten.

Schon beeindruckend, wie das Wasser aus großer Höhe herabfällt.

Von dort aus ging es weiter ins Landesinnere und zum nächsten Stopp für einen Walk zu den Blue Pools. Der Weg führte über eine recht lange und wacklige Hängebrücke (immerhin mit einer maximalen Belastbarkeit von 10 Personen) zu den Blue Pools, einer kristallklaren Serie von Wasserbecken, die über die Jahrhunderte aus den Steinen gewaschen wurden.

Die Blue Pools luden heute aufgrund der kühlen Temperaturen eher nicht zum Schwimmen ein, waren aber toll anzusehen.

Unser Weg nach Wanaka führte uns weiter über den Haast-Pass, eine der atemberaubendsten Strecken unserer bisherigen Reise! Wir hielten mehrfach, vor allem für Fotos der Bergkulisse vor den Seen, an.

Ein Blick auf See und Berge, den man so such nicht alle Tage genießen darf.

Am frühen Abend erreichten wir dann, mit vielen Fotos und noch deutlich mehr Eindrücken, die am gleichnamigen See gelegene Kleinstadt Wanaka. Außer einem kurzen Einkaufsstopp für unser Abendessen, dass Sonja dann wieder für uns zauberte, haben wir nicht mehr viel unternommen und fielen müde ins Bett.

Abel Tasman-Nationalpark

Goldene Strände und traumhafte Buchten Wir standen wieder zeitig auf, um den Tag voll auskosten zu können. Nach dem Frühstück fuhr unser Bus in das eine Stunde von Nelson entfernte Kaiteriteri – Tor zum berühmten Abel Tasman-Nationalpark. Vorher hielten wir noch kurz auf einem Sunday-Market in Motueka und ließen das bunte, aber sehr ruhige Treiben und die teilweise „interessanten“ Stände und Produkte auf uns wirken. Einen „vegetarian butcher“ also einen vegetarischen Schlachter hatten wir bis dato jedenfalls noch nicht gesehen. Zu kaufen gab es dort allerlei Pasteten in Backwaren.

Im Nationalpark konnten wir entscheiden, wie wir den Tag verbringen. Zwei Mitreisenden stiegen ins Seekayak und alle anderen, so auch Sonja und ich, gingen wandern. Um jedoch möglichst viele verschiedene Eindrücke mitzunehmen, entschieden wir uns für eine One-Way-Wanderung und fuhren mit dem Wassertaxi zum Ausgangspunkt der Wanderung. Interessant war, dass wir das Boot bereits am Shop bestiegen und mithilfe eines Traktors und Anhängers bis ins Wasser gefahren wurden.

Auf der Hinfahrt machte das Taxi noch Station am Split-Apple-Rock einem Granitfelsen, der an einen Apfel erinnert und in der Mitte gespalten ist.

Anschließend fuhren wir noch eine Insel an (Adele Island) auf der einige Pelzrobben zu sehen waren. Am Strand von Anchorage haben wir dann das Boot, nicht ohne nasse Füße zu bekommen, verlassen und die Wanderung gestartet. Dies ist laut Plan 12,4 Kilometer lang und dauert 3-4 Stunden.

Da wir allerdings nicht den direkten Weg gegangen sind, sondern auch noch einige Aussichtspunkte und Strände angesehen haben, zeigte Sonjas Schrittzähler anschließend 15,3 Kilometer an. Wir benötigten dafür knapp dreieinhalb Stunden. Anschließend fuhr uns unser lieber Michael wieder zurück zur Unterkunft, wo wir die Dusche genossen.

Von Turangi nach Wellington

Da sich erst im Laufe des Morgens ergeben sollte, ob wir „unseren“ Bus in fahrbereitem Zustand wieder bekommen, durften wir ausschlafen. Anschließend sind Sonja und ich am Fluss in Turangi spazieren gegangen. Dann war klar, dass unser Bus gegen 13 Uhr wieder zur Verfügung stehen würde. Vier besonders motivierte Mitreisende hatten sich heute um 6:30 Uhr erneut aufgemacht, um das Alpine Crossing erneut zu versuchen und haben es wirklich geschafft. So holten wir die Wanderer um 14 Uhr am Ziel ab und fuhren dann los in Richtung Wellington.

Ein netter Ausblick auf die umliegenden Vulkane und den Fluss bei unserer Morgenwanderung.

Auf der Fahrt kamen wir unter anderem durch den Ort Taihape, in dem regelmäßig die Weltmeisterschaft im Gummistiefelweitwurf ausgetragen wird und daher diesem Sportgerät auch ein Denkmal gesetzt wurde.

Nach langer, nur von Tank-und Toilettenstopps unterbrochener Fahrt erreichten wir am Abend Wellington. Nachdem wir nur schnell unser Gepäck im Hotelzimmer abgestellt hatten, machten wir beide uns zum Hafen auf. Da es allerdings sehr frisch wurde, hielten wir uns nicht lange auf und gingen praktisch sofort nach erreichen des Hafens wieder zurück zum Hotel, wo wir zu Abend aßen und ins Bett gingen.

Die City von Wellington vom Hafen aus gesehen.

Tongariro National Park

Eigentlich wollten wir heute ja das Tongariro Alpine Crossing, eine der bekanntesten Tageswanderungen der Welt, in Angriff nehmen. Die Wanderung führt bis auf knapp 2000 Meter, überwindet etwa 1000 Höhenmeter und dauert zwischen 7 und 9 Stunden. Bei einer Länge von „nur“ 19,4 Kilometern ist damit schon einiges über die Schwierigkeiten gesagt… Nach gut halbstündiger Fahrt erreichten wir bei Nieselregen den Ausgangspunkt der Wanderung, der kaum besucht war. Dafür begrüßte uns ein großes Schild…

Ein Schild sagt manchmal mehr als viele Worte.

Wir überlegten noch, ob wir den Walk dennoch in Angriff nehmen sollten, denn es handelte sich ja lediglich um eine Empfehlung. Dann kam uns eine Gruppe Ranger entgegen, die gerade den unteren, leichten Abschnitt kontrolliert hatten. Sie fragten uns, was wir denn heute vorhätten und überzeugten uns davon, dass das Alpine Crossing keine gute Idee sei, da auf dem Kraterrand starke Winde bei Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen würden. Außerdem wäre aufgrund von schlechter Sicht ein Helikoptereinsatz nicht möglich, so dass gegebenenfalls sehr lange auf Hilfe zu warten wäre. Damit war die Entscheidung für Sonja und mich gefallen und der Rest der Gruppe schloss sich an, auch wenn drei Männer zurück im (Leih-)Bus äußerten, dass sie dennoch gegangen wären. Warum die das nicht getan haben, obwohl niemand sie abgehalten hat, bleibt mir ein Rätsel. Aber nachträglich sagt sich manches leichter.

Statt der einen großen Wanderung bot uns Jürgen an, uns zu den Ausgangspunkten von zwei kürzeren Wanderungen zu fahren, was einstimmig begrüßt wurde. Beide Wanderungen führten ebenfalls durch den Tongariro Nationalpark und die erste von etwa sieben Kilometern Länge führte zu einem Wasserfall. Der Hinweg verlief durch kleine Waldstücke und ausgedehnte Heideflächen. Der Rückweg verlief entlang des Baches und durch teils wunderschönen und ursprünglich Wald. Nach ziemlich genau zwei Stunden erreichten wir fast zeitgleich mit Jürgen, der zwischenzeitlich den anderen Teil der Gruppe, der ohnehin nur eine kleine Tageswanderung geplant hatte, zum Ausgangspunkt dieser Wanderung gefahren hat, den Treffpunkt.

Der Wasserfall war das Ziel unserer ersten Ausweichwanderung.
Die zweite Wanderung des Tages führte uns um den schönen Kratersee.

Unsere zweite Wanderung sollte uns rund um einen Kratersee führen. Als wir den Ausgangspunkt erreichten, erwarteten uns bereits unsere Mitreisenden, die diesen Weg gerade absolviert hatten. Während Jürgen mit diesem Teil der Gruppe wieder in Richtung Unterkunft unterwegs war, brachen wir zur Seeumrundung auf. Zuerst galt es den Kraterrand zu erreichen und auf dem Weg durch dichten Wald einige Höhenmeter zu überwinden. Auch am See angekommen blieb die Vegetation sehr dicht, so dass nur an einigen Stellen eine freie Sicht auf das Wasser möglich war. Wie schon am Morgen wechselte strahlender Sonnenschein mit Regen, Nieselregen und Bewölkung ab. Dennoch war der Weg wirklich schön und uralte Bäume, Farne und Baumfarne erweckten den Anschein, dass wir uns in einer fremden Welt befänden.

Zurück am Parkplatz erwartete uns Jürgen bereits und fuhr uns, unterbrochen durch zwei sehr beeindruckende Fotostopps, zurück in die Unterkunft, wo wir uns im strömenden Regen sehr schnell in geschlossene Räume begaben und eine warme Dusche genossen haben.

Auf der Rückfahrt zur Unterkunft hatten wir einen schönen Blick auf den Abstieg des Alpine Crossings. Deutlich sind die Wolken auf der anderen Seite des Vulkans zu erkennen. Wer genau hinschaut sieht an zwei Stellen Rauch aufsteigen, was ein deutliches Indiz für die Aktivität ist.
Ebenfalls auf der Rückfahrt hielten wir an einem Aussichtspunkt, der ein schönes Panorama des Lake Taupo bot.

Das Surfmekka Peniche – und es gibt wirklich viel zu sehen

Nach unserer Abfahrt in São Martiño do Porto wurde es dann fahrtechnisch wieder sehr interessant, aber das kennen wir ja von Portugal bereits. Jedenfalls sind wir dann ohne viele Unterbrechungen bis nach Peniche gefahren. Dort haben wir uns ganz dekadent wieder auf dem städtischen Campingplatz einquartiert. OK, wenn man bedenkt, dass dieser ganze 4,25 € pro Nacht kostet, ist es mit der Dekadenz vielleicht doch sehr relativ. Wichtig ist vor allem, dass dieser Platz sehr zentral liegt und zwei Strände mit sieben Namen (einzelne Strandabschnitte werden als neue Strände bezeichnet) zügig erreichbar sind.

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Der Strand mit den vielen Namen und tollen Wellen in Peniche

Kurz nach Ankunft und Frühstück (ihr kennt das ja schon…) sind wir dann am Nachmittag zu einem Spaziergang zum Leuchtturm aufgebrochen. Dieser war dann doch etwas über 12 Kilometer lang und wir haben die komplette Halbinsel umrundet, so dass wir uns das Abendessen, die heiße Dusche und das Bett redlich verdient hatten.

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Das Ziel – oder eher die Halbzeit unseres Spaziergangs um die Halbinsel – der Leuchtturm am Cabo Carvoeiro

Am nächsten Morgen sind wir „nur“ etwas mehr als fünf Kilometer entlang der Strände gegangen und haben dabei zuerst den „normalsterblichen“ Surfern und dann denn Profis der World Surf League zugesehen, die für den vom 16. bis 28. Oktober stattfindenden Wettkampf trainierten, bzw. die Bedingungen des Supertubos austesten wollten. Es war schon sehr beeindruckend, die besten Surfer der Welt in ihrem Element zu sehen, denn was diese so in den Wellen anstellen, ist für einen Menschen, der ungefähr weiß, wie man sich auf dem Brett hält, nahezu unvorstellbar. Wir hatten ja vor einigen Wochen bereits das Vergnügen, die Deutschen Meisterschaften in Saint Girons zu erleben, aber hier haben wir noch einmal deutliche Unterschiede zu den Weltbesten Surfern feststellen können. Am Wettbewerb wird auch kein Deutscher teilnehmen. Die Maßstäbe sind jedenfalls komplett andere als bei den Deutschen Meisterschaften, denn es wird praktisch eine Kleinstadt errichtet. Am Tag vor dem Wettkampf kamen wir jedenfalls sehr nah an die Location heran und waren mittendrin. Mal sehen, ob uns das in den nächsten Tagen auch gelingt?!?

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Die Aufbauten für den Wettkampf der World Surf League am Tag vor dem Wettkampf.

Die Feuerwehr von Peniche war mit Ihrem Einsatzleitwagen auch bereits vor Ort, und ich durfte einen kurzen Blick in das Fahrzeug werfen. Die Ausstattung entspricht ungefähr einem geländegängigen ELW2 einer deutschen Feuerwehr. Danke an die Kameraden aus Portugal.